{"id":97417,"date":"2014-10-21T00:00:00","date_gmt":"2014-10-21T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=97417"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"ANDREA-JUERGENS-Die-Doppel-CD-D-97416","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/ANDREA-JUERGENS-Die-Doppel-CD-D-97416\/","title":{"rendered":"ANDREA J\u00dcRGENS <br \/>Die Doppel-CD &quot;Das Beste&quot; im Test von Holger St\u00fcrenburg!"},"content":{"rendered":"<p>Das Doppelalbum ist seit Freitag (17.10.2014) im Handel erh\u00e4ltlich! \u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gro&szlig;e Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Vor wenigen Monaten, genau gesagt mitten im Hochsommer diesen Jahres, hatte <strong>ANDREA J&Uuml;RGENS<\/strong> via <strong><a href=\"https:\/\/smago.de\">Smago.de<\/a><\/strong> bzw. mittels einer dort exklusiv eingestellten, ca. 27sek&uuml;ndigen Audiobotschaft ihren immer noch und weiterhin zigtausenden Fans mitgeteilt, dass sie, im Anschluss an eine rund dreij&auml;hrige, privat begr&uuml;ndete Schaffenspause, sogleich nach Jahresbeginn 2015 wieder konsequent und voller Elan durchstarten wolle.<\/p>\n<p>So paraphierte sie einen exklusiven Managementvertrag mit dem aus dem Bonner Umland stammenden Komponisten und Textdichter Maurice van Beek (u.a. f&uuml;r Roland Kaiser, Geraldine Olivier, Bata Ilic oder Ireen Sheer t&auml;tig), ging erneut eine kreative Verbindung mit ihrem langj&auml;hrigen Fanclubleiter Manfred &bdquo;Manni&ldquo; Lehberger ein, und k&uuml;ndigte f&uuml;r Januar 2015 eine brandneue CD, mitsamt 14 Tage zuvor ver&ouml;ffentlichter, erster Singleauskoppelung, an, die sie derzeit mit Topproduzenten a la&nbsp; Michael Buschjan (u.a. Bernhard Brink, Andreas Martin, Wolfgang Petry), Uwe Haselsteiner (u.a. Ireen Sheer, Uta Bresan, Roland Kaiser), Peter Wagner (u.a. Udo J&uuml;rgens, Peter Maffay, Roland Kaiser, Chris Thompson) und nat&uuml;rlich ihrem neuen Mentor M.v. Beek gleich in vier verschiedenen, hochkar&auml;tigen Tonstudios einsingt. Zus&auml;tzlich stellte f&uuml;r den kommenden Herbst sogar einen Auftritt bei dem dann geplanten &bdquo;SMAGO Award 2015&ldquo; in Aussicht, wohlwissend, dass nicht nur Smago-Chefredakteur Andy Tichler von Kindesbeinen an zu ihren gr&ouml;&szlig;ten Fans geh&ouml;rt, sondern dass zugleich auch viele, wenn nicht gar die meisten der regelm&auml;&szlig;igen Leserinnen und Leser Andreas inzwischen 37(!)j&auml;hrige Karriere seit jeher begeistert mitverfolgt haben, mich, den steten Leser und zeitweiligen &bdquo;Freien Mitarbeiter&ldquo; von Smago.de mit eingeschlossen.<\/p>\n<p>Bevor es nun also in wenigen Monaten brandneues Liedmaterial von dem liebgewonnenen Schwarm nicht weniger Generationsgenossen, die wie der Verfasser dieser Zeilen in den 80er Jahren ihre Jugendzeit verlebten, zu h&ouml;ren gibt, ver&ouml;ffentlicht die M&uuml;nchener Plattencompany TELAMO zum Weihnachtsgesch&auml;ft 2014 zwei wahrhaftige Leckerbissen f&uuml;r alle Freunde der Musik von Andrea J&uuml;rgens und all diejenigen, die dies werden wollen und, wenn man sich vorliegende Zusammenstellungen so anh&ouml;rt und ansieht, auch dringend werden sollten &ndash; wenn sie denn ein Faible f&uuml;r stimmstark vorgetragene, weitgehend sehr anspruchsvolle, poppige Schlagerkl&auml;nge in sich tragen!<\/p>\n<p>Da w&auml;re zun&auml;chst eine mit ganzen 40 (!) Titeln prallgef&uuml;llte Doppel-CD namens <strong>&bdquo;Das Beste&ldquo;<\/strong>. Die auf dieser Songkollektion verkoppelten 40 Schlagerevergreens, die garantiert jeder, der heute zwischen 40 und 55 Jahre jung ist, nicht nur kennt, sondern daraus mit einiger Sicherheit den einen oder anderen Beitrag seit Ersterscheinungsdatum ganz fest in sein Herz geschlossen hat, k&ouml;nnen h&auml;ufig, aber, wie noch festzustellen ist, nicht immer, als &bdquo;Das Beste&ldquo; davon bezeichnet werden, was Andrae J&uuml;rgens in den 37 Jahren seit ihrem legend&auml;ren allerersten Fernsehauftritt in der Silvesterausgabe der Rudi-Carrell-Show &bdquo;Am Laufenden Band&ldquo; am 31.12.1977 so Feines an frechem, liebenswertem Popschlager abgeliefert hat &ndash; wobei man (und diese Kritik mag ich mir sehr wohl herausnehmen) hinzuf&uuml;gen muss, dass die Fr&uuml;hzeit, die Kindheitsphase der K&uuml;nstlerin, derer nat&uuml;rlich schon oft mittels Best-of-Kompilationen gedacht wurde, bei der Songauswahl eher dezenter bedacht wurde, als die letzten ca. 20 Jahre, in denen Andrea l&auml;ngst von einem kessen Teenager immer deutlicher zu einer ernsthaften, reifen, von sich und ihren Liedern g&auml;nzlich &uuml;berzeugten Popinterpretin avanciert ist.<\/p>\n<p>Damals, Ende 1977, nach zw&ouml;lf Monaten voller mehrheitlich bedr&uuml;ckender Schlagzeilen, zwischen Traube-Abh&ouml;raff&auml;re, Buback-Mord, Schleyer-Entf&uuml;hrung und der Erst&uuml;rmung der gekaperten &bdquo;Lufthansa&ldquo;-Maschine &bdquo;Landshut&ldquo;, schaute das ern&uuml;chterte deutsche TV-Publikum gebannt auf eine gerade mal zehn Jahre junge, zierliche S&auml;ngerin, die am Silvesterabend jenen Jahres erstmals eine von ihrem Entdecker und von nun an langj&auml;hrigen Produzenten Jack White, in Verbund mit dessen h&auml;ufigem Text-Compagnon Joe Athan, verfasste und bombastisch-dramatisch arrangierte, aber dennoch gef&uuml;hlvoll-getragene, sehr nachdenkliche Schlagerballade namens <strong>&bdquo;Und dabei liebe ich Euch beide&ldquo;<\/strong> &ouml;ffentlich vortrug. Dieser sog. &bdquo;Problemschlager&ldquo; (derer es in jenen Tagen viele gab, von Gunter Gabriel &uuml;ber Juliane Werding bis hin zum jungen, noch nicht &bdquo;deutschrockenden&ldquo; Peter Maffay) erz&auml;hlte aus der Sicht eines Kindes &uuml;ber die Scheidung von dessen Eltern &ndash; und verursachte mit diesem herzzerrei&szlig;end vorgetragenen Plot vor knapp 37 Jahren bei Millionen von Fernsehzuschauern unz&auml;hlige Tr&auml;nen der R&uuml;hrung.<\/p>\n<p>&bdquo;Und dabei liebe ich Euch beide&ldquo; war insofern als v&ouml;llig schlageruntypisch einzustufen, da in diesem Genre die Ehe, das damit verbundene Gl&uuml;ck, in den verschiedensten Liedbeitr&auml;gen stets idealisiert wurde; eine bittere Trennung, Scheidung, hingegen hatten bisher h&ouml;chstens Udo J&uuml;rgens (&bdquo;Geschieden&ldquo;, 1974) oder Gunter Gabriel (&bdquo;Hey Yvonne (Warum weint die Mami?)&ldquo;, dto.) thematisiert, wobei diese beiden K&uuml;nstler zwar im Gro&szlig;en und Ganzen dem Schlagerspektrum zugerechnet wurden, sich selbst aber vielmehr im Bereich Chanson (U. J&uuml;rgens) bzw. Country\/Singer&amp;Songwriter (G. Gabriel) einordneten. Mit der kleinen Andrea, verarbeite nun ein ganz junger Mensch &ndash; beseelt von einer hellen, festen, engelsgleichen und doch intensiven Stimme &#8211; diese schwierige Problematik, von der viele Altersgenossinnen und &ndash;genossen der Interpretin tagt&auml;glich mit Krach und schleichendem Auseinanderleben ihrer Eltern konfrontiert wurden, was der drastischen Ballade eine volle Ladung an Authentizit&auml;t und Ehrlichkeit verabreichte<\/p>\n<p>Kaum waren die verkohlten Silvesterb&ouml;ller weggefegt, raste das teutonische Popvolk in die Schallplattenl&auml;den und kaufte in gro&szlig;en Mengen das niedliche Scheidungsepos &bdquo;Und dabei liebe ich Euch beide&ldquo;. So stieg Andreas heute l&auml;ngst Legendenstatus innehabender Singleeinstand bis auf Rang 4 der deutschen Verkaufshitparaden. Im M&auml;rz 1978 galt das betroffene Lied sogar als bestverkaufte deutschsprachige 45er, und das sch&uuml;chterne, br&uuml;nette M&auml;dchen deb&uuml;tierte mit voller Wucht in Dieter Thomas Hecks &bdquo;ZDF-Hitparade&ldquo;. Der Moderator erwuchs sofort zum v&auml;terlichen Freund und Mentor der knapp elfj&auml;hrigen, geb&uuml;rtigen Wanne-Eicklerin und nannte sie fortan stets liebevoll &bdquo;meine Kleene&ldquo;.<\/p>\n<p>Jack White hatte mit seiner kindlichen Entdeckung tats&auml;chlich &ndash; wie so oft &ndash; den richtigen Riecher bewiesen. Andreas niedlicher &sbquo;Scheidungshit&lsquo; war noch nicht aus den Charts entschwunden, da folgte schon Single Numero Zwei, die da hie&szlig; <strong>&bdquo;Ich zeige Dir mein Paradies&ldquo;<\/strong>. Sie entstammte wiederum der Feder des pfiffigen K&ouml;lner Hitlieferanten und lie&szlig; die kleine Protagonistin, zu einer diesmal lieblich-schw&auml;rmerischen Popschlager-Melodie, einem zugeflogenen Vogel all die Sch&auml;tze ihres Jungm&auml;dchenzimmers, all die Poster der Teeniehelden von &bdquo;Sweet&ldquo; oder den &bdquo;Bay City Rollers&ldquo;, die Bilder von &bdquo;Biene Maja&ldquo; oder &bdquo;Pinocchio&ldquo;, voller Stolz zeigen und vorf&uuml;hren. Dieses Vorhaben endete &auml;u&szlig;erst erfolgreich auf Platz 5 der &bdquo;Media Control&ldquo;-Singlehitparaden und etablierte seine Interpretin in der zweiten Jahresh&auml;lfte 1978 mit alleine vier Aufwartungen hintereinander zum j&uuml;ngsten Dauergast in Dieter Thomas Hecks &bdquo;ZDF-Hitparade&ldquo; (Ob es jedoch seitens Jack White so passend war, dieselbe Komposition 1993 mit englischem Text als &bdquo;Too Young&ldquo; seinem sp&auml;teren Sch&uuml;tzling Tony Christie zwecks Neuaufnahme zur Verf&uuml;gung zu stellen, mag dahingestellt bleiben &ndash; aber, dies ist eine andere Geschichte&hellip;)<\/p>\n<p>Die gleichnamige Einstiegs-LP nahm im Sommer 1978 anstandslos die Top 50; im M&auml;rz des Folgejahres ward dann pl&ouml;tzlich Tina weg und ein neuer &bdquo;Problemschlager&ldquo; geboren. Im wehend-wimmernden, sacht Country-infizierten Top-50-Erst&uuml;rmer <strong>&bdquo;Tina ist weg&ldquo;<\/strong> drehte es sich inhaltlich um die beste Freundin der Protagonistin, die aus unerfindlichen Gr&uuml;nden &ndash; sei es Angst vor den Eltern oder wegen einer schlechten Schulnote &ndash; nach dem Unterricht nicht nach Hause zur&uuml;ckkehrte, und keiner wusste, wo sie abgeblieben war.<\/p>\n<p>Da 1979 von der UNO-Vollversammlung drei Jahre zuvor zum globalen &bdquo;Jahr des Kindes&ldquo; ausgerufen worden war, passte dies perfekt zu Andreas altersgerechten Ges&auml;ngen, also ging es nun proper und reputierlich mit durchaus liebenswerten, manchmal aber etwas zu sehr schw&uuml;lstigen Kinderliederschlagern aus dem Hause White weiter. So f&uuml;hrte Andrea die wiegend-sanfte, akkordeon-betonte, daher sehr chansonhafte Erkennungsmelodie der seinerzeit von der &bdquo;BILD&ldquo;-Zeitung ausgerufenen Benefizaktion <strong>&bdquo;Ein Herz f&uuml;r Kinder&ldquo;<\/strong>, die zun&auml;chst die Sicherheit von Kindern im Stra&szlig;enverkehr f&ouml;rderte und seit Ende der 80er Jahre in Deutschland und international generell in Not geratenen Kindern und Familien verschiedene, zielorientierte Hilfsm&ouml;glichkeiten offeriert, unter eben dieser Betitelung in den einheimischen Singleauswertungen auf Platz 14, gefolgt vom so &uuml;bertrieben s&uuml;&szlig;lichen, wie zeitlich arg versp&auml;teten, aber trotzdem auf magische Weise absolut hinrei&szlig;enden Muttertagsgru&szlig; <strong>&bdquo;Eine Rose<\/strong> <strong>schenk&lsquo; ich Dir&ldquo;<\/strong>, der im Herbst 1979 bis auf Rang 19 der &bdquo;Media Control&ldquo; aufsteigen konnte.<\/p>\n<p>Diese f&uuml;nf genannten, s&auml;mtlich als Single ver&ouml;ffentlichten Titel, sowie der vertr&auml;umte Albumtrack <strong>&bdquo;Ballerina,<\/strong> <strong>Ballerina&ldquo;<\/strong> (1979, aus der LP &bdquo;Eine Rose f&uuml;r Dich&ldquo;), in dem sich Andrea im Garten unter einen alten Baum setzt und vor sich hin sinniert, wie es denn w&auml;re, eine prominente Ballettt&auml;nzerin zu sein, repr&auml;sentieren auf vorliegender, aktueller Koppelung &bdquo;Das Beste&ldquo; die Kinderjahre der Andrea J&uuml;rgens. Die musikalische Umsetzung ihrer Vorpubert&auml;t &ndash; vulgo: die 1980 erschienene LP &bdquo;Irgendwann wird jedes M&auml;dchen mal 17&ldquo;, mitsamt so spritzig-jugendlicher Singles a la &bdquo;Aber am Sonntag&ldquo; (1979), &bdquo;Ich hab schon Lampenfieber vor dem ersten Kuss&ldquo; (1980) oder &bdquo;Blonder Junge&ldquo; (1981) &ndash; findet auf hier vorgestellter Doppel-CD leider gar nicht statt, wird einfach grundlos umgangen.<\/p>\n<p>Weiter geht&rsquo;s erst wieder &ndash; wobei an dieser Stelle angemerkt werden muss, dass die einzelnen Lieder auf den zwei Silberscheiben nicht chronologisch verkoppelt wurden, sondern, auch hinsichtlich ihres oft sehr unterschiedlichen Klangbildes, einwenig wahllos zusammengew&uuml;rfelt wirken, was musikgeschichtlich schon etwas wirr erscheint, aber der zumeist fraglos hohen Qualit&auml;t der einzelnen Beitr&auml;ge nat&uuml;rlich keinerlei Abbruch tut &ndash; im Sp&auml;tsommer 1981. Andrea war inzwischen ein kesser 14j&auml;hriger &sbquo;Backfisch&lsquo; geworden und legte mit der von G.G. Anderson geschriebenen (und von diesem selbst zuvor auf Englisch aufgenommenen) Abschiedshymne an die Herbergsmutter <strong>&bdquo;Mama Lorraine&ldquo; <\/strong>einen weiteren Hitparadenst&uuml;rmer vor, in deren Jugendlager das juvenile Lied-Ich, von derselben liebevoll umsorgt, die soeben zu Ende gegangenen Sommerferien verbracht hatte, und ihr nun mittels dieses traumhaft eing&auml;ngigen Disco-Pop-Ohrwurms bis zum n&auml;chsten Jahr heiter und sentimental gleicherma&szlig;en &sbquo;Goodbye&lsquo; nachrief.<\/p>\n<p>Andreas deutschsprachige Sichtweise von Gerd Grabowskis schnuckligem Sp&auml;tsommer-Kracher &uuml;ber die liebensw&uuml;rdige &bdquo;Mama Lorraine&ldquo; verfehlte im September 1981 nur ganz knapp die hiesigen Top 10, erreichte den elften Rang und wurde von ihr im Oktober 1981 erstmals in der &bdquo;ZDF-Hitparade&ldquo; vorgestellt, was umgehend dazu f&uuml;hrte, dass die 14j&auml;hrige sich einen Monat sp&auml;ter auf Rang 3 und in der Dezemberausgabe sogar auf Platz 2 in Dieter Thomas Hecks beliebter TV-Kultshow wiederfand. An ebenjenem 07. Dezember 1981 war &bdquo;Mama Lorraine&ldquo; eigentlich schon beinahe ein &bdquo;alter Hut&ldquo;, denn l&auml;ngst war eine weitere &ndash; wiederum &auml;u&szlig;erst wohlklingende &ndash; Kleine Schwarze von der kessen jungen Dame erschienen, die auf dem aufgedonnerten Discorei&szlig;er <strong>&bdquo;Japanese Boy&ldquo;<\/strong> der schottischen Discolady &bdquo;Aneka&ldquo; basierte, von Startexter Dr. Michael Kunze einen profunden muttersprachlichen Text verabreicht bekommen hatte, und seinen Titelgeber, einen mit seinen Eltern aus Tokio in die BR Deutschland eingewanderten japanischen Boy, gegen&uuml;ber der nun schon sacht pubertierenden Teenagerin Andrea J. erstmals nicht mehr als freundlichen Spielkameraden, sondern so nach und nach wom&ouml;glich als w&uuml;rdevollen Aspiranten f&uuml;r die Erste Liebe erscheinen lie&szlig;.<\/p>\n<p>Andreas Discoschw&auml;rmerei f&uuml;r den &bdquo;Japanese Boy&ldquo; erreichte zur Jahreswende 1981\/82 den 9. Rang der deutschen &bdquo;Top 75&ldquo;, war in der Januar-Ausgabe der &bdquo;ZDF-Hitparade&ldquo; unter den Neuvorstellungen zu finden, um im Februar 1982 (Rang 2) und im M&auml;rz 1982 (Rang 3) zweimal wiedergew&auml;hlt zu werden. Im &bdquo;Summer of Pop&ldquo; 1982, der in erster Linie von Neuer Deutscher Welle, britischem Synthipop und Neuem Deutschen Romantikschlager gekennzeichnet war, setzte Jack White eher zeituntypisch auf konservative Urlaubssehnsucht im Disco-Pop-Rhythmus der ausgehenden 70er. Er hatte f&uuml;r die dar&uuml;ber hinaus kaum bekannt gewordene S&auml;ngerin Linda Susan Bauer, Ex-Frontfrau des von Jack produzierten Krautrock-\/Discogr&uuml;ppchens &bdquo;Methusalem&ldquo;\/&ldquo;Empire&ldquo;, den schnittigen Ferienschlager <strong>&bdquo;Playa Blanca&ldquo;<\/strong>, versehen mit einem englischen Text von Chris Blackwell, ersonnen, der jedoch im Original an den deutschen Hitparaden schnurstracks vorbeischoss. Erst eine muttersprachliche Auslegung des eing&auml;ngigen Tanzschlagers &uuml;ber die Tr&auml;umereien einer Frau von ein paar sorgenfreien, erholsamen Wochen im Fischerdorf &bdquo;Playa Blanca&ldquo; auf der Kanareninsel Lanzarote, diesmal intoniert von Andrea J&uuml;rgens, konnte Chartsluft schnuppern und zumindest die Top 50 der &bdquo;Media Control&ldquo; problemlos knacken. Der Herbst 1982 (Single &bdquo;Puerto Rico&ldquo;) und das Fr&uuml;hjahr 1983 (Single: &bdquo;Lebensk&uuml;nstler&ldquo;) kommen 2014 auf &bdquo;Das Beste&ldquo; nicht vor; erst wieder ein &ndash; dann aber auch monumentaler &ndash; Singleklassiker aus dem Fr&uuml;hsommer 1983 ist zu h&ouml;ren<strong>: &bdquo;Manuel Goodbye&ldquo; <\/strong>hie&szlig; ein zackiger, so melodisch-hymnischer, wie tanzbar-rhythmischer Discorei&szlig;er, den wieder mal das Team um G.G. Anderson geschrieben hatte und den Jack White zuvorderst f&uuml;r die US-Schauspielerin Audrey Landers konzipierte, die in jenen Tagen in der sagenumwobenen US-Seifenoper &bdquo;Dallas&ldquo; die Rolle des erotischen Vamps &bdquo;Afton Cooper&ldquo; spielte, der als Nachtclubs&auml;ngerin J R. Ewings Gegenspieler Nummer Eins, Cliff Barnes, ganz sch&ouml;n den Kopf verdrehte. W&auml;hrend Audrey Landers&lsquo; englisches Original Rang 10 der deutschen Singlecharts erreichte, verfehlte Andreas deutsche Auslegung leider diese, geriet aber w&auml;hrend der gesamten Sommermonate 1983 zu einem grandiosen Radiodauerbrenner und z&auml;hlt bis heute zu ihren bekanntesten Liedern. Und endlich war es textlich soweit: Andrea besang als &sbquo;sweet little Sixteen&lsquo; eine Erste Liebe zum schnieken M&auml;dchenhelden &bdquo;Manuel&ldquo;, &uuml;brigens nun doch kein kleiner Japaner&hellip;Dieser draufg&auml;ngerische Schurke jedoch hatte sie l&auml;ngst mit einer anderen hintergangen, wor&uuml;ber sogar die ganze Stadt Bescheid wusste&hellip; Andrea wollte f&uuml;r ihren Schwarm alles tun, aber &bdquo;Manuel&ldquo; hatte nun mal unwiderruflich &bdquo;Goodbye&ldquo; gesagt, sich mit anderen M&auml;dels vergn&uuml;gt; Andrea war am Boden zerst&ouml;rt, wollte ihn zur&uuml;ckgewinnen &ndash; aber nicht einmal ein f&uuml;r damalige Verh&auml;ltnisse sehr gewagter Auftritt im knappen Strandoutfit in der Juni-Ausgabe der &bdquo;ZDF Hitparade&ldquo; konnte helfen, ihm zu imponieren &ndash; den Schlagerfreunden hatte Andreas traurig geendete Teenagerliebe allerdings einen der sch&ouml;nsten einheimischen Sommerohrw&uuml;rmer des Jahres 1983 geschenkt, der bis heute unvergessen ist und bei Liveauftritten seiner Interpretin ein ums andere Mal lautstark eingefordert wurde.<\/p>\n<p>In den hei&szlig;en Monaten des &bdquo;Orwell-Jahres&ldquo; heizte die freche, rasante, aber bei n&auml;herem Hinh&ouml;ren kaum innovative, weil g&auml;nzlich vorausgeplant und penetrant auf Sommerhit getrimmt wirkende Tanzsingle <strong>&bdquo;Spanien<\/strong> <strong>ist sch&ouml;n (Ole&lsquo;, Ole&lsquo;)&ldquo; <\/strong>Andreas 1984er-LP-Stellungnahme &bdquo;Weil wir uns lieben&ldquo; an, die im Herbst jenen Jahres auf den Markt kam, bis heute als vielgesuchte Rarit&auml;t gilt, zumal das durchwegs &uuml;beraus bewegende Album, zugleich der Lieblings-Longplayer des Verfassers dieser Zeilen aus dem reichhaltigen kreativen Fundus der Andrea J&uuml;rgens, niemals auf CD neu aufgelegt wurde und auch die Vinyl-Version nur ganz, ganz selten im Zweite-Hand-Bereich auf Flohm&auml;rkten o.&auml;. aufzutreiben ist.<\/p>\n<p>Der melancholisch-d&uuml;ster-urbane, strikt rhythmisierte Singleaufh&auml;nger <strong>&bdquo;Chinatown ist in New York&ldquo;<\/strong> kam zwar im Herbst vor 30 Jahren im &bdquo;WWF Club&ldquo; zum Zuge, geriet aber ansonsten, trotz hoher musikalischer Qualit&auml;t und prickelnden Gro&szlig;stadtflairs, nur zu einem kleinen Radiohit, ohne Notierung in den Verkaufscharts oder gar Aufwartung in der &bdquo;ZDF-Hitparade&ldquo;; Kollegin Audrey Landers bekam denselben Titel &uuml;brigens mit englischem Text f&uuml;r ihre ebenfalls 1984 erschienene LP &bdquo;Wo der S&uuml;dwind weht&ldquo; zwecks Interpretation als &bdquo;Chinatown IS in New York&ldquo; vorgelegt. Weitere Auskoppelungen aus &bdquo;Weil wir uns lieben&ldquo; &ndash; Andrea war inzwischen 17 Jahr alt und hatte zeitgem&auml;&szlig; eine wallende Lockenpracht auf Anraten ihres Stylisten verabreicht bekommen -, so z.B. die grandiose Schnulzballade &bdquo;Mi Amor&ldquo;, im Duett mit einem weiteren, kurzzeitig von Jack White protegierten Nachwuchss&auml;nger namens Robby Tauber, oder die flotte Popbearbeitung des kubanischen Folk-\/Protestsongs &bdquo;Guantanamera&ldquo;, fanden leider keinen Platz auf &bdquo;Das Beste&ldquo;. Daf&uuml;r aber der im Fr&uuml;hsommer 1985 als brandneue 45er vorgestellte, so edle, wie tiefgehende Synthi-Schlager <strong>&bdquo;Ciao, Ciao, Amore&ldquo;<\/strong>, mit dem Andrea, kurz nach Erreichen ihrer Vollj&auml;hrigkeit, ein formidabler Rundfunkrei&szlig;er gelang, der &uuml;ber die hin-und-her-gerissenen Gef&uuml;hle eines jungen M&auml;dchen gegen&uuml;ber einer sizilianischen Urlaubsliebe erz&auml;hlte, die sie zwar sehr mochte, aber mit deren strenger, s&uuml;dl&auml;ndischer Kultur und Lebenseinstellung sie niemals dauerhaft zurecht k&auml;me, weshalb sie ihn letzten Endes verlassen musste.<\/p>\n<p>Im Herbst 1986 sandte Jack White die auf Einmaligkeit ausgerichtete Disco-Formation &bdquo;Jack&rsquo;s Project&ldquo; mit dem fetzigen Europop\/Synthipop-Verschnitt <strong>&bdquo;Shy, Shy Sugarman&ldquo;<\/strong> ins Rennen und erzielte damit zumindest einen angesagten Tanzfl&auml;chenf&uuml;ller in den Clubs und Discotheken Europas. Als Interpretin der eingedeutschten Fassung, die ebenso hie&szlig;, wie das englischgesungene Original, kam Andrea J&uuml;rgens zum Einsatz und schuf somit einen anspruchsvollen und authentischen Tanzfl&auml;chenf&uuml;ller, der zwar nicht in den Charts punkten konnte, bei ihren Fans aber zum hei&szlig;begehrten Geheimtipp erwuchs (und zudem, neben &bdquo;Chinatown ist&hellip;&ldquo;, bis heute den Andrea-J&uuml;rgens-Topfavoriten des Rezensenten darstellt!)<\/p>\n<p>Bis 1990 gab es, mit Ausnahme einer fr&uuml;hen Best-of-Kompilation zum 10j&auml;hrigen B&uuml;hnenjubil&auml;um der K&uuml;nstlerin im Herbst 1987, keine neue LP\/CD des inzwischen zu einer attraktiven jungen Lady avancierten Ex-Kinderstars. Alle nach 1987 ver&ouml;ffentlichten Singles wurden im Herbst 1990 in ihrer Gesamtheit auf dem Album &bdquo;K&uuml;sse der Nacht&ldquo; zusammengefasst, so dass man betreffs dieser 10-Song-Scheibe im Grunde genommen von einer ausnahmslos mitrei&szlig;enden Kollektion unter dem Motto &sbquo;Best of Andrea J&uuml;rgens 1987 bis 1990&lsquo; sprechen k&ouml;nnte. Hieraus finden sich Andreas &ndash; wenn auch versp&auml;tete &ndash; Anlehnung an einen im Sp&auml;tsommer 1989 von der franz&ouml;sischen Ethnopop-Combo &bdquo;Kaoma&ldquo; bekanntgemachten Modetanz, die sie erst im darauffolgenden Fr&uuml;hjahr unter dem Titel <strong>&bdquo;Wir tanzen Lambada&ldquo;<\/strong> als Single pr&auml;sentierte, aber immerhin bis auf Rang 42 der &bdquo;Media Control&ldquo; f&uuml;hren konnte, der konsequente, so melodische, wie tanzbare, gesungene (erneute) Urlaubsr&uuml;ckblick <strong>&bdquo;Vaya Con Dios&ldquo;<\/strong> (hie&szlig; kaum sp&auml;ter bei Tony Christie &bdquo;Hasta Manana&ldquo;) und &ndash; nat&uuml;rlich &ndash; der &Uuml;berhit aus &bdquo;K&uuml;sse der Nacht&ldquo;, <strong>&bdquo;Amore, Amore&ldquo;<\/strong>, der zwar hinsichtlich der Auswahl seiner Betitelung ideenlos wirkte (hatten doch schon Roland Kaiser 1986 und Claudia Jung 1987 veritable Hits feiern k&ouml;nnen, die auf den Namen &bdquo;Amore, Amore&ldquo; h&ouml;rten!), in puncto Qualit&auml;t, Kompaktheit und Intensit&auml;t aber das wahrhaft Beste aufbot, was in einem gerade mal dreieinhalbmin&uuml;tigen, klassischen Popschlager zusammengefasst werden konnte: Ein weiterer realer Klassiker von Andrea J&uuml;rgens, der sich 1989 auf Rang 74 der Singlecharts platzierte und folglich auch 2014 v&ouml;llig zurecht f&uuml;r &bdquo;Das Beste&ldquo; aus den Archiven gekramt wurde. Schlussendlich hatte sich Jack White in jenen Tagen etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Der schlitzohrige Musikmogul hatte bereits 1972 f&uuml;r die Berliner Schlager- und sp&auml;tere Jazzs&auml;ngerin Tanja Berg (alias Ute Kannenberg) den feschen Romantikohrwurm <strong>&bdquo;Ich hab&lsquo; Dir nie den Himmel versprochen&ldquo; <\/strong>geschrieben, der seine Interpretin zwar nur als sprichw&ouml;rtliches Ein-Hit-Wunder etablierte, aber bis in die Jetztzeit hinein die Ehre als ewiger Rundfunkhit, gefragter Fetenkracher und als ultimative &bdquo;Schlagermove&ldquo;-Mitsinghymne zuteilwird. 18 Jahre sp&auml;ter war Andrea J&uuml;rgens dazu auserkoren, diesem wundervoll geschwungenen Evergreen neues Leben einzuhauchen. Produzent White zog beim Neuarrangement das Tempo sp&uuml;rbar an, setzte zeitnahe Synthesizer ein &ndash; und Andrea veredelte die traumhafte Melodie mit ihrem verliebt-hingerissenen Gesang zu einer wundervollen Neuauslegung eines der gr&ouml;&szlig;ten Schlagererfolge der fr&uuml;hen 70er im Sinne eines klanglich topaktuellen Feudal-Tanzpop-Schlagers, der als weiterer Beitrag von &bdquo;K&uuml;sse der Nacht&ldquo; v&ouml;llig berechtigt Eingang in die Titelliste von &bdquo;Das Beste&ldquo; fand.<\/p>\n<p>Schon 1991 folgte ein weiteres Album von Andrea J&uuml;rgens, das da hie&szlig; &bdquo;Liebe&ldquo;, und wiederum mit einigen tollen Singleauskoppelungen aufwarten konnte. So z.B. dem fr&ouml;hlich, aufmunternden, zackigen Edeldisco-Pop <strong>&bdquo;Morgens<\/strong> <strong>vor dem Radio&ldquo;<\/strong>, den wir im englischen Original als &bdquo;Radio Dancing&ldquo;; gesungen von Chef-Crooner Engelbert kennen, dessen Hit-LP &bdquo;In Liebe&ldquo; kurz zuvor von Jack White produziert worden war. Auch die schicke, wehende, gleichsam poppig-eing&auml;ngige Ferienerinnerung <strong>&bdquo;Sommer in Avignon&ldquo;<\/strong> und den ebenso ergreifenden und radikal ohrwurmtr&auml;chtigen Abschied von einer Urlaubsliebe in <strong>&bdquo;Santa Catarina&ldquo;<\/strong> suchten die Verantwortlichen bei TELAMO f&uuml;r &bdquo;Das Beste&ldquo; aus.<\/p>\n<p>Zwei Jahre sp&auml;ter konnte sich Andrea J&uuml;rgens letztmalig bis heute in den deutschen Singlehitparaden platzieren. Grund hierf&uuml;r war die etwas m&auml;hrige, fast schl&auml;frige Weichsp&uuml;lballade <strong>&bdquo;Eleni hie&szlig; das M&auml;dchen&ldquo;<\/strong>, die eine gesungene Aufnahme des Instrumentaltitels &bdquo;Eleni&ldquo; darstellte, mit dem das niederl&auml;ndische Br&uuml;derpaar &bdquo;Tol &amp; Tol&ldquo; 1989\/90 einen weltweiten Hit zu erzielen vermochte. Hierzulande landete Andreas deutsche Version der schw&uuml;lstigen Folkkomposition auf Rang 93 der &bdquo;Media Control&ldquo; und z&auml;hlt bis heute zu den meistgew&uuml;nschten Fanfavoriten; ich selbst kann die allgemeine Begeisterung f&uuml;r dieses &uuml;berm&auml;&szlig;ig konventionelle Schleicherchen keinesfalls nachvollziehen. Trotzdem diente &bdquo;Eleni hie&szlig; das M&auml;dchen&ldquo; nicht ohne Erfolg aus Singleaufh&auml;nger f&uuml;r Andreas 1993er-CD &bdquo;Ich krieg&lsquo; nie genug von Dir&ldquo;, von der &ndash; neben &bdquo;Eleni&ldquo; &ndash; gleich ganze f&uuml;nf (!) weitere Beitr&auml;ge auf &bdquo;Das Beste&ldquo; vorzufinden sind. Dies w&auml;ren z.B. der s&uuml;dl&auml;ndisch gepr&auml;gte Popohrwurm <strong>&bdquo;Der Sommer geht&ldquo;<\/strong>, der ungewohnt volkst&uuml;mlich angehauchte Up-Tempo-Romantikschlager <strong>&bdquo;Komm mit mir in den S&uuml;den&ldquo; <\/strong>(zeitgleich genutzt f&uuml;r Tony Christie als &bdquo;My little Lover&ldquo;) und der liebenswerte, rasante Muntermacher <strong>&bdquo;Heut&lsquo; ist ein sch&ouml;ner Tag&ldquo;<\/strong>. Der peppig-hymnische Titelsong <strong>&bdquo;Ich krieg&lsquo; nie genug von Dir&ldquo;<\/strong>, sowie das morgendlich aufweckende Popschmankerl <strong>&bdquo;Guten Morgen, Sonnenschein&ldquo;<\/strong> (nicht identisch mit Nana Mouskouris gleichnamigem &bdquo;Botteram&ldquo;-Gassenhauer aus dem Jahr 1977, daf&uuml;r bereits 1984 aufgenommen von Audrey Landers als &bdquo;Honeymoon in Trinidad&ldquo;) runden die verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig stark ausholende Verarbeitung von Andreas 1993er-Opus auf &bdquo;Das Beste&ldquo; ab.<\/p>\n<p>Von nun an blieb Andrea leider fast ausschlie&szlig;lich ein Thema f&uuml;r die Rundfunkhitparaden, was aber nicht an der weiterhin meist hochwertigen Beschaffenheit ihrer Lieder lag, sondern schlicht daran, dass es Mitte der 90er Jahre f&uuml;r traditionellen Deutschen Schlager in den Irrungen und Wirrungen des geschmacklich oft schier scheu&szlig;lichen musikalischen Zeitgeistes jener Tage &auml;u&szlig;erst mies aussah, billiger Dancepop, d&uuml;mmliche teutonische Rap-Versuche und angloamerikanische Boygroup-Hysterie das popkulturelle Geschehen &uuml;berwiegend beherrschten. Doch auch Andreas 1996 erschienene CD &bdquo;Wenn ich gl&uuml;cklich bin&ldquo; beinhaltete ein paar durchaus h&ouml;renswerte Titel, aus deren Fundus vor allem das grazil-balladeske&nbsp; Madonna-Cover <strong>&bdquo;Du wirst seh&rsquo;n&ldquo;<\/strong> (&bdquo;You&rsquo;ll see&ldquo;) &ouml;ffentliche Beachtung fand und sich somit seinerzeit als monumentaler Rundfunkerfolg f&uuml;r seine inzwischen knapp 30j&auml;hrige Interpretin erwies. Bei dem ebenfalls sehr stillen, sanften Titelsong <strong>&bdquo;Wenn ich gl&uuml;cklich bin&ldquo;<\/strong> handelte es sich gleichsam um die eingedeutschte Sichtweise eines englischen Originals. Hierf&uuml;r &uuml;bernahm Andrea den 1987er-Titel &bdquo;Perfect Strangers&ldquo; der kanadischen Countrys&auml;ngerin Anne Murray. Desweiteren auf &bdquo;Das Beste&ldquo; ber&uuml;cksichtigt wurde aus &bdquo;Wenn ich gl&uuml;cklich bin&ldquo; zudem das d&uuml;ster-zur&uuml;ckhaltende Liebesepos <strong>&bdquo;Bitte, ruf&lsquo; mich an&ldquo;<\/strong>, das harmonisch jedoch in Bridge und Refrain fatal an Roland Kaisers 96er-Tophit &bdquo;Alles, was Du willst&ldquo; erinnert, der interessanter Weise ebenso, wie Andreas liebliche Bitte um einen Telephonanruf ihres Liebsten, von Roland Kaiser-Produzent Peter Wagner und Keyboardspezialist Andy Sedelmair verfasst wurde. Geb&uuml;hrenden Platz fanden auf &bdquo;Das Beste&ldquo; zus&auml;tzlich der im gewohnten Jack-White-Sound ert&ouml;nende, erneute gesungene Reisebericht <strong>&bdquo;Santa Lucia&ldquo;<\/strong> und das gem&auml;chlich-zufriedene, sehr erwachsene Beinahe-Chanson <strong>&bdquo;Bleib&lsquo; &uuml;ber Nacht&ldquo;<\/strong>.<\/p>\n<p>1999 gab&rsquo;s als Single den harmlos-netten, aber zugleich sehr eing&auml;ngigen Mid-Tempo-Schlager <strong>&bdquo;Ich bin<\/strong> <strong>verr&uuml;ckt nach der Liebe&ldquo;<\/strong> von Andrea zu h&ouml;ren, welche die kurz nach dem Millennium vorgelegte CD &bdquo;Komm in meine Tr&auml;ume&ldquo; einleitete, der auf &bdquo;Das Beste&ldquo; dar&uuml;ber hinaus mit dem kraftvollen, drallen, mit latenten Discofox-Elementen und rasanten, lauteren Rhythmen angereicherten Popschlager-Ohrwurm <strong>&bdquo;Wenn der<\/strong> <strong>Himmel es will&ldquo;<\/strong> gehuldigt wird.<\/p>\n<p>Die zeitgem&auml;&szlig; eingeschlagene Tanzschlager-Discofox-Orientierung wurde 2002 auf der letzten Albumproduktion, die Andrea gemeinsam mit ihrem Langzeit-Mentor Jack White vollf&uuml;hrte und sich programmatisch &bdquo;Dankesch&ouml;n &ndash; zum 25. B&uuml;hnenjubil&auml;um&ldquo; nannte, konstruktiv, offensiv und geradlinig fortgesetzt. Dies war eindeutig nachh&ouml;rbar auf der bereits ein Jahr zuvor pr&auml;sentierten, frechen Single <strong>&bdquo;Denk&lsquo;<\/strong> <strong>ja nicht&ldquo;<\/strong>, sowie auf der fast noch fetziger, straighter und vorantreibender ausgefallenen sp&auml;teren Auskoppelung aus der Jubil&auml;ums-CD, <strong>&bdquo;Vaya Vamos A La Fiesta&ldquo;<\/strong>.<\/p>\n<p>Nicht auf &bdquo;Dankesch&ouml;n&ldquo; enthalten war, daf&uuml;r aber f&uuml;r &bdquo;Das Beste&ldquo; hervorgezaubert wurde die urspr&uuml;nglich aus dem Jahr 2001 stammende, hei&szlig;bl&uuml;tig-feurige Flamenco-trifft-Disco-Fox-Single <strong>&bdquo;Herz an Herz&ldquo;<\/strong>. Andreas erfolgreiche, ganze 28 Jahre w&auml;hrende Kooperation mit Jack White und dessen Label WHITE Records endete 2004 mit der luftigen, Electropop-angehauchten Sommersingle <strong>&bdquo;Komm&lsquo; lass uns reden&ldquo; <\/strong><em>((auf dieser Doppel-CD ganz offensichtlich in der &quot;Karaoke Version&quot; enthalten!!!, Anmerkung der smago! Chefredaktion))<\/em>, mit der sie sich im Rahmen der gro&szlig;en TV-Show &bdquo;MDR-Hitsommernacht&ldquo; bewarb und sogleich den mittels einer TED-Abstimmung ermittelten ersten Rang f&uuml;r sich in Anspruch nehmen konnte.<\/p>\n<p>Andrea wechselte nun von WHITE Records zu KOCH\/Universal, wo sie, deutlich h&ouml;rbar freigeschwommen von &sbquo;&Uuml;bervater&lsquo; Jack White, mit zwei &uuml;beraus gelungenen Alben nahtlos an ihre fr&uuml;here Reputation anzuschlie&szlig;en vermochte. Offenbar waren die seinerzeit in Planegg bei M&uuml;nchen sitzenden KOCH-Verantwortlichen aber nicht bereit, ein paar Titel aus diesen beiden poppig-offensiven Produktionen f&uuml;r &bdquo;Das Beste&ldquo; zur Verf&uuml;gung zu stellen, so dass Andreas perfekte Singleknaller &bdquo;Verbotene Tr&auml;ume (2007) oder &bdquo;Das Parf&uuml;m auf Deiner Haut&ldquo; (2008), die auch auf mancher &bdquo;Schlager-Starparade&ldquo; immer wieder &sbquo;live&lsquo; vollends &uuml;berzeugten, leider auf vorliegender Best-of-Koppelung unber&uuml;cksichtigt blieben. Andreas aktuelle Plattenfirma PALM Records gerierte sich jedoch als weitaus gro&szlig;z&uuml;giger und stellte f&uuml;r &bdquo;Das Beste&ldquo; die beiden von Uwe Haselsteiner (Musik) und Heike Fransecky (Text) erdachten, sehr gefragten Radiosingles <strong>&bdquo;Zur&uuml;ck aus meinem Traum&ldquo; <\/strong>(2009 &ndash; gnadenloser Discofox, frech, keck, erwachsen interpretiert!) und <strong>&bdquo;Rosen ohne Dornen&ldquo; <\/strong>(2010 &ndash; rockig, temporeich, tanzbar!) aus Andreas erstem PALM-Album &bdquo;Ich hab&lsquo; nur ein Herz&ldquo; zur Verf&uuml;gung.<\/p>\n<p>Fast alle dieser 40 Titel auf &bdquo;Das Beste&ldquo; bieten nicht nur einen guten &Uuml;berblick &uuml;ber das nun schon bald knapp vier Jahrzehnte w&auml;hrende k&uuml;nstlerische Schaffen der Andrea J&uuml;rgens. All die t&ouml;nenden Erinnerungen an vergangene Tage machen zugleich intensiv Appetit auf das f&uuml;r das kommende Fr&uuml;hjahr anvisierte, brandneue Album der heute 47j&auml;hrigen S&auml;ngerin. Bei einem so umfangreichen Repertoire von seit 1977 &uuml;ber 70 (!) Singles und mehr als 15 LPs\/CDs, gefallen dem interessierten Beobachter, aus dessen rein subjektiver Sicht, nat&uuml;rlich nicht alle Lieder gleicherma&szlig;en gut, jeder hat seine speziellen Lieblingslieder, denen man sich gerade dann oft besonders verbunden f&uuml;hlt, wenn man nahezu gleich alt ist, wie die K&uuml;nstlerin selbst. Viele in den 80er Jahren aufgewachsene Musikfreunde werden sich nicht selten in den stets zu Andreas jeweils erreichtem Lebensalter passenden Liedthemen so oder &auml;hnlich wiedergefunden haben. So ist es fraglos eine enorme Freude, 40 dieser lebensbegleitenden klingenden Zeitzeugnissen nun auf &bdquo;Das Beste&ldquo; komprimiert wieder zu h&ouml;ren.<\/p>\n<p>Leider aber wird diese Freude durch so manch handwerkliches Manko getr&uuml;bt, was ich fairerweise &ndash; die Interpretin selbst und ihre meist ja wahrhaft famosen Lieder tragen daf&uuml;r keinerlei Verantwortung &#8211; am Schluss meiner Ausf&uuml;hrungen auch nicht unerw&auml;hnt lassen m&ouml;chte. Der oder die Verantwortlichen bei TELAMO scheinen &ndash; so l&auml;sst die Verkoppelungsstrategie vermuten &ndash; erst in den 90ern aufgewachsen bzw. Musikfans geworden zu sein. Anders ist es nicht zu erkl&auml;ren, dass sie von Andreas 1993er-Stellungnahme &ndash; im wahrsten Sinne des Wortes &ndash; &bdquo;nie genug&ldquo; kriegen konnten und aus &bdquo;Ich krieg&lsquo; nie genug von Dir&ldquo; gleich insgesamt sechs (!) Titel ausw&auml;hlten. F&uuml;nf Lieder wurden zudem der 1996er-CD &bdquo;Wenn ich gl&uuml;cklich bin&ldquo; entnommen. Daf&uuml;r kommt Andreas Fr&uuml;hwerk &bdquo;Irgendwann wird jedes M&auml;dchen mal 17&ldquo; &ndash; ihre dritte Schlager-LP aus dem Jahr 1980 &ndash; mit keinem einzigen (!) Beitrag zum Zuge, obwohl gerade dieses liebenswerte Zeitzeugnis ihrer Vorpubert&auml;t mit kessen Jungm&auml;dchen-Singles a la &bdquo;Aber am Sonntag&ldquo; oder &bdquo;Ich hab schon Lampenfieber vor dem ersten Kuss&ldquo; tolle Radioerfolge in sich getragen hatte. Nicht einmal die vergoldete Nummer-1-Weihnachts-LP &bdquo;Weihnachten mit Andrea J&uuml;rgens&ldquo;, Ende 1979 immerhin Spitzenreiter der &bdquo;Media Control&ldquo;, wird zumindest &ndash; was im Weihnachtsgesch&auml;ft 2014 durchaus attraktiv gewesen w&auml;re &ndash; mit einer kleinsten Reminiszenz bedacht.<\/p>\n<p>&bdquo;Corinna&ldquo; weint tausende Tr&auml;nen dar&uuml;ber, dass der ihr gewidmete Radiohit &bdquo;Wenn Corinna weint&ldquo; keinen Platz auf &bdquo;Das Beste&ldquo; fand, wie gleicherma&szlig;en der arme, kleine Junge aus &bdquo;Puerto Rico&ldquo; ebenso traurig &uuml;ber seine Nichterw&auml;hnung ist,&nbsp; denn Andrea hatte ihm im Herbst 1982 eine pr&auml;gnante Ode gewidmet hatte, die seinerzeit ebenfalls enorm oft im Radio zu vernehmen war, aber f&uuml;r &bdquo;Das Beste&ldquo; leidlich &uuml;bergangen wurde. Auch die knalligen Sp&auml;t-80er-Bombastballaden &bdquo;Allein in der Nacht&ldquo; (= &bdquo;Alone in the Night&ldquo;, Engelbert, 1988)&nbsp; und &bdquo;K&uuml;sse der Nacht&ldquo; (= &bdquo;Kiss in the Night&ldquo;, Tony Christie, 1990) &ndash; zugebenerma&szlig;en zwei weitere spezielle Favoriten meiner Person, die aber ebenso erfolgreich in den Rundfunkcharts punkteten &#8211; fanden keine Gnade seitens der verantwortlichen Zusammensteller und wurden schlicht vergessen.<\/p>\n<p>Durch diese ungl&uuml;ckliche Vorgehensweise der TELAMO-Mitarbeiter, erweist sich &bdquo;Best of&ldquo; zwar zweifellos als durchgehend gut anh&ouml;rbare Kollektion meist mehr als nur ansprechender, zutiefst eing&auml;ngiger Lieder von hoher kreativer Qualit&auml;t, die klanglich folglich &uuml;ber jeden Zweifel erhaben sind, und von denen nicht wenige als liebenswerte Jugenderinnerungen ihren Platz in der Vita vieler heutiger Mitt40er gefunden haben; die wahllose Zusammenw&uuml;rfelung dieser aber ist v&ouml;llig unhistorisch, wirkt oft unlogisch und desinteressiert, &uuml;bervorteilt manche kreative Phasen Andreas &uuml;berm&auml;&szlig;ig, wobei im Gegenzug andere &ndash; kommerziell und musikgeschichtlich vielleicht sogar wesentlich bedeutsamere &ndash; Abschnitte ihrer Karriere g&auml;nzlich unter den Tisch fallen.<\/p>\n<p>So bleibt &bdquo;Das Beste&ldquo; ein zweischneidiges Schwert. Die Doppel-CD pr&auml;sentiert unz&auml;hlige Schlagerpop-Perlen der wundervollen Andrea J&uuml;rgens &ndash; aber ihrem Titel &bdquo;Das Beste&ldquo; wird sie, mangels musikhistorischer Fachkenntnis und Unausgewogenheit bei der Liedauswahl aus immerhin 37 Karrierejahren, nicht ohne weiteres gerecht!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\nP.S. Die Anlieferung gleichnamiger DVD &bdquo;Das Beste&ldquo;, die &ndash; hoho! &ndash; chronologisch die sch&ouml;nsten Fernsehauftritte von Andrea J&uuml;rgens von 1977 bis heute beinhaltet, fiel leider bislang dem allgegenwertigen Bahnstreik zum Opfer, weshalb ich eine diesbez&uuml;gliche &ndash; dann auch nicht so weit ausholende &ndash; Rezension derer in B&auml;lde nachreichen werde!<\/p>\n<p>Holger St\u00fcrenburg, 17. bis 19. Oktober 2014<br \/>http:\/\/www.telamo.de<br \/>http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Andrea_J%C3%BCrgens<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Doppelalbum ist seit Freitag (17.10.2014) im Handel erh\u00e4ltlich! \u00a0 Gro&szlig;e Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. 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