{"id":96466,"date":"2014-11-17T00:00:00","date_gmt":"2014-11-17T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=96466"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"BATA-ILLIC-Die-aktuelle-CD-Trae-96465","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/BATA-ILLIC-Die-aktuelle-CD-Trae-96465\/","title":{"rendered":"BATA ILLIC <br \/>Die aktuelle CD &quot;Tr\u00e4umen kann ich nur in deinen Armen&quot; im Test von Holger St\u00fcrenburg!"},"content":{"rendered":"<p>Das Album des mittlerweile 75-j\u00e4hrigen Kult-Stars kommt geradezu sensationell gut weg&#8230;:\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich den Namen <strong>BATA ILLIC<\/strong> zum ersten Mal h&ouml;rte, war seine gro&szlig;e &Auml;ra, in der er einen Topschlager nach dem anderen in der &bdquo;ZDF-Hitparade&ldquo; ebenso erfolgreich und gefeiert unterbringen konnte, wie in den Verkaufslisten der &bdquo;Media Control&ldquo;, schon ein Weilchen vorbei. Es war im Mai oder Juni 1981, als mich seine damalige, bei der Berliner Hansa erschienene Single &bdquo;Auf der Welt ist niemand ganz allein&ldquo;, die im Rahmen der allw&ouml;chentlichen &bdquo;Deutschen Schlagerparade&ldquo; auf NDR II eines sch&ouml;nen Sonntagnachmittags von Moderatorin Ilse Rehbein vorgestellt wurde (dar&uuml;ber hinaus aber leider keine weitergehenden Spuren im hiesigen Popgeschehen hinterlie&szlig;), von einem Ton auf den anderen begeisterte und bis heute in ihren Bann zog. Diese grazile, fraglos wehm&uuml;tig-schw&uuml;lstige, und doch kraftvolle und optimistische Ballade war f&uuml;r ihren Interpreten eher ungew&ouml;hnlich ausgefallen, hatte der geb&uuml;rtige Jugoslawe doch im Jahrzehnt zuvor &uuml;berwiegend mit flotten, drallen, ein ums andere Mal mitsing-, ja, mitgr&ouml;lbaren Schlagerhymnen a la &bdquo;Schwarze Madonna&ldquo; (1973), &bdquo;Ich hab&lsquo; noch Sand in den Schuh&rsquo;n aus Hawaii&ldquo; (1975) und nat&uuml;rlich der unverg&auml;nglichen &bdquo;Michaela&ldquo; (1972) f&uuml;r &uuml;berschw&auml;ngliche Furore gesorgt.<\/p>\n<p>Doch erw&auml;hnte 1981er-Single gefiel mir seinerzeit sehr und ein Jahr sp&auml;ter, im April 1982, war ich noch weitaus &uuml;berw&auml;ltigter, als der stets sympathisch, sanftm&uuml;tig und doch immer wieder durchaus kokett selbstironisch auftretende K&uuml;nstler die wundersch&ouml;ne, wehend-romantische Italo-Pop-Melodie &bdquo;Malinconia&ldquo;, im Original ein extrem eing&auml;ngiges Chanson von Ricardo Fogli, best&uuml;ckt mit einem sehr &uuml;berzeugenden, deutschen Text von Dr. Michael Kunze, schier bravour&ouml;s in teutonische Gefilde transferierte und damit noch einmal in Dieter Thomas Hecks &bdquo;ZDF-Hitparade&ldquo; zum Einsatz kam. Obwohl weitergehende Hitparadenst&uuml;rmer daraufhin ausblieben und nur noch sporadisch neue Aufnahmen des dunkelhaarigen Frauenschwarms der Vorg&auml;ngerdekade auf den Markt kamen, war Bata Illic nun ein K&uuml;nstler, der irgendwie immer mit dabei war und niemals dem Vergessen anheimfiel &ndash; seine &bdquo;Michaela&ldquo; untermalte zig (auch von mir immer wieder mal gern besuchte) Schlagerpartys im &bdquo;Caf&eacute;&lsquo; Seeterrassen&ldquo; und diente als unumg&auml;ngliches Pflichtprogramm der allj&auml;hrlichen &bdquo;Schlager-Moves&ldquo; auf St. Pauli, seine schrillen Sp&auml;t-70er-Gassenhauer a la &bdquo;Mit meiner Balalaika war ich der K&ouml;nig von Jamaica&ldquo; (1977) oder &bdquo;Abenteuer mit Fr&auml;ulein Obermaier&ldquo; (1980) waren so intensiv trashig, glei&szlig;end ulkig und &uuml;berdreht ausgefallen, dass sie, bei n&auml;hrem Hinsehen bzw. &ndash;H&ouml;ren, beinahe schon wieder als realer Geniestreich betrachtet werden konnten.<\/p>\n<p>Der ganz jungen Generation wurde das ultimative Idol der gro&szlig;en Phase des stampfenden Fr&ouml;hlichkeitsschlagers der beginnenden 70er &ndash; zu den neben ihm prominentesten Stilvertretern z&auml;hlten z.B.&nbsp; Tony Marshall, Chris Roberts, Peter Orloff, Chris Andrews, ja, und bekanntlich soeben wiederentdeckt: Frank Westen &ndash; erst Anfang 2008 ein Begriff, als Bata Illic an der damaligen III. Staffel des fragw&uuml;rdigen RTL-Reality-Formats &bdquo;Ich bin ein Star &ndash; Holt mich hier raus&ldquo; teilnahm und den dritten Platz zu belegen vermochte. Kurz darauf, gelang ihm mit dem kultig-&uuml;berkandidelten Zwiegesang &bdquo;Wie ein Liebeslied&ldquo;, den er mit seinem Dschungelkollegen, dem ehemaligen Fu&szlig;ballstar und Nationaltorwart Eike Immel, f&uuml;r Ariola\/SONY Music aufgenommen hatte, ein schnelllebiger Top-Erfolg, obwohl sein kurz zuvor bei Jack Whites damaligem Label GLORIELLA vorgelegtes Comeback-Album &bdquo;Herzgeschichten&ldquo; allerdings gnadenlos gefloppt war.<\/p>\n<p>Durch eine reputierliche Platzierung dieses von s&uuml;&szlig;lichem Flamenco-Gezirpe getragenen, so tanzw&uuml;tigen, wie cool-schw&auml;rmerischen Samba\/Lambada-Verschnitts auf Rang 18 der einheimischen Singlecharts war der studierte Philologe und einstige Lehrer f&uuml;r Englisch und Italienisch ein paar Monate lang wichtiges Thema im deutschen Pop; aber, wie es bei Dschungel-Stars und &ndash;Sternchen seit Beginn dieser j&auml;hrlichen Sendereihe so unvermeidlich ist, waren auch die meisten Beteiligten der dritten Ausgabe dieser Sendereihe binnen k&uuml;rzester Zeit wieder vollkommen von der &ouml;ffentlichen Bildfl&auml;che entschwunden. Auch ein eilig nachgeschobenes Ariola-Album, das so hie&szlig;, wie der Single-Erfolg, konnte nicht viel bewirken. Bata Illic blieb das, was er in den letzten 25 Jahren stets und st&auml;ndig war: Der gefragte Aufmischer und Einheizer, der jede Schlagerfete mit seiner &bdquo;Michaela&ldquo; stante pede zum Kochen brachte, dessen neues Liedmaterial aber regelm&auml;&szlig;ig wie Blei in den Regalen liegenblieb.<\/p>\n<p>Damit dies nicht so bleibt, hat sich der 75j&auml;hrige Gro&szlig;meister des peppigen, schlagerhaften Frohsinns nun etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Bata Illic hatte 2013 den wesentlich j&uuml;ngeren, erst 40j&auml;hrigen Schlagers&auml;nger und Songschreiber Marco Kloss kennengelernt und sich mit ihm angefreundet. Dieser war 1996 von dem Harburger Produzenten und Labeleigner Peter Sebastian entdeckt worden und baut seitdem seine k&uuml;nstlerische Laufbahn zwischen knalligem Disco-Fox, grellen Ballermann-Experimenten, einwenig augenzwinkernder Volkst&uuml;mlichkeit und vor allem mittels unz&auml;hliger, rhythmisch aufgedonnerter Coverversionen von z.B. Nino de Angelo (&bdquo;Gef&uuml;hle in mir&ldquo;, &bdquo;Ich sterbe nicht noch mal&ldquo;), Roland Kaiser (&bdquo;Extreme&ldquo;), Kim Merz (&bdquo;Der Typ neben ihr&ldquo;) oder sogar aus dem Repertoire seines einstigen norddeutschen Mentors Peter Sebastian (&bdquo;Ein Schneewei&szlig;es Schiff&ldquo;) kontinuierlich auf. Da sich Bata und Marco auf Anhieb prima verstanden hatten, beschlossen die beiden, ein gemeinsames Album auszut&uuml;fteln und einzuspielen. Heraus kam dabei die soeben bei Music Tales\/Spectre Media erschienene Produktion <strong>&bdquo;Tr&auml;umen kann ich nur in Deinen Armen&ldquo;<\/strong>, bei der folgende Arbeitsteilung herrschte: Marco komponierte, textete (meist) und arrangierte, Bata sang und trug manch Eigenes zu den Melodien bei.<\/p>\n<p>Heraus kam dabei ein nicht etwa nur &uuml;ber weite Strecken, sondern nahezu von vorn bis hinten tats&auml;chlich radikal durchschlagendes und virtuos ergreifendes Alterswerk einer wahrhaftigen Schlagerlegende. Moderne, zeitgem&auml;&szlig;e, fast immer einwandfrei tanzbare Disco-Fox-Kl&auml;nge treffen in den zw&ouml;lf neuen Liedern von <strong>&bdquo;TR&Auml;UMEN KANN ICH NUR IN DEINEN ARMEN&ldquo;<\/strong> auf das erhabene, dunkel-getragene Timbre des unverw&uuml;stlichen Bata Illic, dem keiner mehr irgend ein X f&uuml;r ein U vormachen muss, was stimmige Intonation bzw. das gesangliche Her&uuml;berbringen von echten Gef&uuml;hlen, wahrer Melancholie, Sehnsucht und Wehmut betrifft.<\/p>\n<p>Schon die erste Singleauskoppelung <strong>&bdquo;Nicht eine Sekunde&ldquo;<\/strong>, deren aktueller Remix Batas neuestes Silberscheibe offensiv und exzellent starten l&auml;sst, kombiniert jugendliches, hellwaches und ungest&uuml;mes Gro&szlig;stadt-Flair mit elektrisierend coolem Disco-Feeling und mystischem, n&auml;chtlichen Verlangen eines eleganten und doch offenherzig vor Lebenslust nur so strotzenden &bdquo;Elder Statesman&ldquo;. Kein Wunder, dass diese fetzig-hymnische, in sich phantastisch austarierte und abgewogene Pop-Disco-Melange umgehend gute Platzierungen in den deutschen DJ-Charts zu erzielen in der Lage war.<\/p>\n<p>Gleiches d&uuml;rfte in B&auml;lde dem Titelsong hier vorgestellter CD, <strong>&bdquo;Tr&auml;umen kann ich nur in Deinen Armen&ldquo;<\/strong>, ebenso grazi&ouml;s widerfahren. Dieser ist nicht mehr und nicht weniger, als ein luxuri&ouml;ser, nur &auml;u&szlig;erst r&uuml;cksichtsvoll und dezent rhythmisierter und trotzdem strikt voranstrebender Tanzfl&auml;chenf&uuml;ller voller Taktgef&uuml;hl und Eloquenz (auch, wenn die Melodief&uuml;hrung der Strophen fatal an den 1984er-Welthit &bdquo;Don&lsquo;t answer me&ldquo; von &bdquo;The Alan Parsons Project&ldquo; erinnert, den wir Schlagerfreunde auf Deutsch als &bdquo;Kein Wort zu viel&ldquo; von J&uuml;rgen Renfordt &amp; Denise im Fr&uuml;hjahr vor 30 Jahren kennen und lieben lernten!). &nbsp;<\/p>\n<p>Bei <strong>&bdquo;Du bist mein Zuhaus&ldquo;<\/strong> handelt es sich um einen bluesig-knorrigen Sprechgesang eines weisen, in Ehren ergrauten Mannes, nur auf der Basis eines sacht klimpernden Barpianos vorgetragen, der im dann gesungenen Refrain zu einem, zwar weiterhin leisen und bed&auml;chtigen, aber dennoch monumental mit tiefster Seele und ausgepr&auml;gtestem Gef&uuml;hl der Verbundenheit ausgef&uuml;llten Chanson-Kleinod avanciert. Auch die hochmelodi&ouml;se, konsequent liebevoll und hingerissen intonierte Danksagung <strong>&bdquo;Eine kleine Ewigkeit&ldquo;<\/strong> (Titel 9) kann nur als ein ausgesprochen perfekt umgesetzter Pianoschleicher voller Elan, Charme und dauerhafter emotionaler &Uuml;bereinkunft mit der angesungenen Partnerin bezeichnet werden.<\/p>\n<p>In einem &uuml;beraus edlen, knisternden, chansonhaften bis semiklassischen Ambiente, das trefflich mit d&auml;mmrig-schattigen Cello-Einsprengseln verfeinert wurde, verbleibt das gem&auml;chliche und doch bet&ouml;rend aufrichtige Gest&auml;ndnis <strong>&bdquo;Ich hab Dich lieb&ldquo;<\/strong>; die im gedrosselten Tempo verharrende, trotz jahrelanger Trennung immer noch hei&szlig;verliebt wirkende Ode auf die l&auml;ngst verflossene Sommerliebe <strong>&bdquo;Marie&ldquo; <\/strong>verstrahlt ebenfalls eine enorm imposante Mixtur aus Reife, Weitblick, konservierter Jugendlichkeit und Passion und allzeit bewahrtem Schwung und Impetus.<\/p>\n<p><strong>&bdquo;Ich seh&lsquo; noch die Tr&auml;nen&ldquo;<\/strong> ist dagegen ein so freundliches, wie filigranes, erneut n&auml;chtlich-urbanes, akkordeon-durchtr&auml;nktes Tango-trifft-Disco-Chanson, das sofort zum intensiven Mitf&uuml;hlen und imagin&auml;ren Miterleben des leidend-gebrochenen und doch voller Hoffnung steckenden Textinhaltes &ndash; ein innerlich zerrissener Mann begibt sich bei trister Dunkelheit durch verregnete Stra&szlig;en auf die Suche nach dem Wohnhaus seiner einstigen Liebsten &ndash; einl&auml;dt. Der elfte Titel des brandneuen Longplayers von Bata Illic, <strong>&bdquo;Ich werde bei Dir sein&ldquo;<\/strong>, lebt ebenso aufregend und unwiderstehlich von einem schw&uuml;l-schummrigen, weitschweifigen Akkordeon, gepaart mit einem &ndash; in diesem Falle eher zu stark eingesetzten &ndash; &uuml;berm&auml;&szlig;ig heftigen Rhythmus. Gleicherma&szlig;en w&uuml;rdevoll, bestechend glaubw&uuml;rdig, ja, beinahe majest&auml;tisch, erweist sich das erst ged&auml;mpfte und sp&auml;ter heiter bis geradezu theatralisch ausufernde Elektrochanson <strong>&bdquo;Augen wie Blumen&ldquo;<\/strong>, das Bata selbst komponiert hat, wobei die auffallend nachdenkenswerten Reime dazu dem unergr&uuml;ndlichen Wortschatz des Linzer Starlyrikers&nbsp; Wolfgang Hofer entstammen.<\/p>\n<p>Wiederum brennenden, geradlinigen, dabei aber unmittelbar Contenance und Ernsthaftigkeit aufrechterhaltenden Disco-Fox-Schlager mit packendem Pop-Appeal in absolut feudalem, prachtvollem und doch radikal leidenschaftlichem Kontext legt der kompakte Tanzfl&auml;chenf&uuml;ller in spe. <strong>&bdquo;Drei Seiten Sehnsucht&ldquo;<\/strong> fulminant an den Tag, der jederzeit alle Facetten eines formidablen Singlehits in sich tr&auml;gt, so dass die Nutzung der dreiseitigen Sehnsuchtselegie als Auskoppelung Numero Drei aus &bdquo;Tr&auml;umen kann ich nur in Deinen Armen&ldquo; gewiss empfehlenswert ist. Auch <strong>&bdquo;Ich mach die Augen nicht mehr zu&ldquo;<\/strong> ist ein rauschender, wirbelnder, trotzdem hochgradig elit&auml;rer Prunk-Schlager, der vom ersten bis zum letzten Takt zum Tanzen auffordernde Rhythmik in aufmunterndem Tempo und so schnittigen, wie noblen Charme und kultivierte Eleganz eins zu eins miteinander verbindet.<\/p>\n<p>Mit einem unterk&uuml;hlten, tr&uuml;bsinnigen, nachdr&uuml;cklich und tiefgehend sinnierenden Chanson namens <strong>&bdquo;Ich sah sie niemals mehr&ldquo;<\/strong>, das mit sacht marschierendem Rhythmus und fast melodramatisch inszenierten Streicherw&auml;llen ein ganz eigenwilliges Stimmungsbild aus abgrundtiefer Traurigkeit und ehrlicher, r&uuml;ckblickender Melancholie zeichnet, endet ein unerwartet anspruchsvolles, zumeist eher in einem bildungsb&uuml;rgerlich-gehobenen&nbsp; Liedermacher\/Chanson\/Singer&amp;Songwriter-Metier verharrendes, oft wahrlich meisterliches Opus eines langsam, aber sicher auf die 80 zumarschierenden, einstigen Kultstars des deutschen Schlagers. Doch mit schenkelklopfender Fr&ouml;hlichkeit a la &bdquo;Michaela&ldquo;, haben die zw&ouml;lf geradewegs famosen Beitr&auml;ge auf &bdquo;Tr&auml;umen kann ich nur mit Dir allein&ldquo; so gut wie nichts mehr gemein. Der im Vergleich zum vortragenden K&uuml;nstler blutjunge Produzent, Komponist und Arrangeur Marco Kloss hat sich sehr professionell, respektvoll und niemals belehrend oder gar besserwisserisch-arrogant an die Arbeit mit seinem welterfahrenen Sch&uuml;tzling begeben, der seinen eben genannten Dauerbrenner &bdquo;Michaela&ldquo; zu einem Zeitpunkt an die Spitze der Hitlisten gef&uuml;hrt hatte, als sein heutiger musikalischer Unterst&uuml;tzer noch gar nicht geboren war. Marco Kloss war im Zuge seiner kreativen Unternehmungen mit Bata Illic zum Gl&uuml;ck so vern&uuml;nftig, weitsichtig und klug, dass er den Altmeister niemals zu einer Art Marionette seiner juvenilen Klangspielereien werden lie&szlig;. Marco war genau bewusst, wen er vor sich hatte. Auf diese Weise bzw. mit diesem Wissen ausgestattet, konzipierte er ausnahmslos solche Lieder f&uuml;r den in Belgrad geborenen Schlagercharmeur, an die er sich selbst vermutlich in diesem klanglichen Umfeld, in dieser souver&auml;nen, erwachsenen, weltgewandten Auspr&auml;gung, derzeit sicherlich (noch) l&auml;ngst nicht herangewagt h&auml;tte. Das explizit vorhandene Talent des aus dem m&uuml;nsterl&auml;ndischen Marl stammenden Jungspundes als Liederschreiber und Arrangeur traf bei der musikalischen Ausgestaltung von &bdquo;Tr&auml;umen kann ich nur in Deinen Armen&ldquo; auf die breitgef&auml;cherte Altersweisheit, die immense Lebenserfahrung und vielseitige Erlebniswelt des unzerst&ouml;rbaren Bata Illic &ndash; und genau dieses Spannungsfeld zwischen Jung und Alt, zwischen Aufm&uuml;pfig und Gediegen, zwischen Get&uuml;mmel und Betulichkeit, bildet den Ausgangspunkt dessen, was vorliegende neue Songkollektion von Bata Illic in ihrer signifikanten Vielfalt, Stilsicherheit und Unverf&auml;lschtheit ausmacht.<\/p>\n<p>Wenn ich ganz ehrlich bin, hatte ich, als ich &bdquo;Tr&auml;umen kann ich nur in Deinen Armen&ldquo; vor einigen Tagen im Briefkasten fand und ich bereits wusste, dieses Thema st&uuml;nde nun zwecks ausgiebiger Rezension an, zun&auml;chst nichts Weltbewegendes, wom&ouml;glich Neues oder gar Unvorhersehbares aus der Fabrikation dieses mich nun, wie beschrieben, bereits seit &uuml;ber 33 Jahren nie sehr eng, aber, wenn dann immer wieder sehr freundlich, erinnerungsw&uuml;rdig und best&auml;ndig begleitenden S&auml;ngers erwartet. Ich rechnete vielmehr mit einem sicherlich guten, ansprechenden, gehaltvollen, aber niemals &uuml;berragenden Album, ganz im Fahrwasser des traditionellen, vielleicht gar ein bisschen altbackenen deutschen Schlagers aus der Hochphase des Bata Illic vor 35, 40 Jahren.<\/p>\n<p>Aber dem war keinesfalls so. Sogleich nach dem ersten Durchh&ouml;ren von &bdquo;Tr&auml;umen kann ich nur in Deinen Armen&ldquo; wurde mir umgehend klar: Hier haben wir es nicht mit dem x-ten ungl&uuml;ckseligen Comebackversuch eines l&auml;ngst zum &#8211; wenn auch liebenswerten &ndash; Anachronismus erstarrten, betagten Helden vergangener Tage zu tun, dessen beste Zeiten schon um die 40 Jahre zur&uuml;ckliegen. Nein, vielmehr handelt es sich bei vorliegender Silberscheibe um ein pr&auml;chtiges, durch und durch authentisches, mitrei&szlig;endes und doch niemals &uuml;berkandideltes, oft wie selbstverst&auml;ndlich tanzbares, aber zu keinem Zeitpunkt nervt&ouml;tend hypermodernes bzw. auf Teufel komm raus auf brachiale Disco-Fox-Tauglichkeit getrimmtes Kabinettst&uuml;ckchen eines unzerst&ouml;rbaren Allesk&ouml;nners der &ndash; nicht immer nur &ndash; Leichten Muse, eines &uuml;ber alle Zweifel erhabenen K&uuml;nstlers, der nun stilistisch vielleicht endlich dort angekommen zu sein scheint, wo er eigentlich schon immer hin wollte: Nicht bei &uuml;berfr&ouml;hlichem Tschingderassabum, mag sich dieses f&uuml;r ihn vor langer Zeit auch als spektakul&auml;r ertragreich erwiesen haben, sondern vielmehr bei seiner lange eher im Verborgenen gehaltenen Verehrung f&uuml;r singende Lebensk&uuml;nstler der Sorte Burt Bacharach, Adriano Celentano oder sogar Charles Aznavour. Gerade an dessen stimmlich br&uuml;chige, so urig, wie trocken bluesinfizierte, mit allen Wassern des Daseins gewaschene Gro&szlig;stadtklangkr&auml;mpfe gemahnen nicht wenige von Bata Illics aktuellen Klangperlen immer wieder im allerpositivsten Sinne!<\/p>\n<p>Und schlussendlich, um auf meine anfangs ausf&uuml;hrlich beschriebenen, fr&uuml;hesten H&ouml;rerlebnisse in Sachen Bata Illic zur&uuml;ckzukommen, haben somit dessen tadellose, erstklassige Kleinode aus dem Heute und Hier, wie &bdquo;Nicht eine Sekunde&ldquo; oder &bdquo;Drei Seiten Sehnsucht&ldquo;, dar&uuml;ber hinaus somit zweifellos die Chance, in meiner eigenen ewigen Hitliste bald mit den eingangs erw&auml;hnten Illic-Favoriten meiner Person &bdquo;Auf der Welt ist niemand ganz allein&ldquo; und &bdquo;Malinconia&ldquo; auf einer Augenh&ouml;he ihren Platz einzunehmen!<\/p>\n<p>Holger St\u00fcrenburg, 15. November 2014<br \/>http:\/\/www.spectre-media.com\/<br \/>http:\/\/www.bataillic.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Album des mittlerweile 75-j\u00e4hrigen Kult-Stars kommt geradezu sensationell gut weg&#8230;:\u00a0 Als ich den Namen BATA ILLIC zum ersten Mal<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":96467,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[29],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/96466"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=96466"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/96466\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/96467"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=96466"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=96466"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=96466"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}