{"id":96463,"date":"2014-11-23T00:00:00","date_gmt":"2014-11-23T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=96463"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"UDO-JUERGENS-Heute-23112014-im-96462","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/UDO-JUERGENS-Heute-23112014-im-96462\/","title":{"rendered":"UDO J\u00dcRGENS <br \/>Heute (23.11.2014) im MDR FERNSEHEN: &quot;Udo J\u00fcrgens &#8211; Eine Reise durch die Zeit&quot;!"},"content":{"rendered":"<p>20:15 Uhr &#8211; 21:45 Uhr!\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es sind Menschenmassen, die in einer Novembernacht 1976 am Hinterausgang des Friedrichstadtpalastes warten. Sie sind gekommen, um UDO J&Uuml;RGENS zu sehen: <em>&quot;Es waren zehntausend Menschen um den Friedrichstadtpalast herum. Die haben meine Lieder gesungen, und ich habe mitgesungen. Am Ende haben sie mich mit einem Panzersp&auml;hwagen aus dem Friedrichstadtpalast herausgeholt&quot;,<\/em> erinnert sich Udo J&uuml;rgens an seinen legend&auml;ren Auftritt in Ost-Berlin. Die Staatsmacht schirmt ihn ab. Dabei h&auml;tten die DDR-Oberen eigentlich nichts von dem &ouml;sterreichischen S&auml;nger zu bef&uuml;rchten. Er ist ein Freigeist, ein politischer Agitator ist er nicht.<\/p>\n<p>Die Dokumentation erz&auml;hlt die Biographie des S&auml;ngers aus einer ganz besonderen Perspektive. Zum ersten Mal legt dieser Film das Hauptaugenmerk auf die Beziehung des K&uuml;nstlers Udo J&uuml;rgens zur DDR. Dreh- und Angelpunkt der filmischen Erz&auml;hlung sind die Ereignisse rund um die drei gro&szlig;en Konzerte, zu denen Udo J&uuml;rgens 1965, 1976 und 1987 in die DDR kam.<\/p>\n<p>Eingefleischte DDR-Fans berichten in dem Film, dass Udo J&uuml;rgens wie kaum ein zweiter eine &quot;Sehnsuchtsfigur&quot; war. Ein S&auml;nger, der die Sorgen aber auch die Tr&auml;ume der Menschen wie kaum ein zweiter direkt ansprach. J&uuml;rgens wirkt authentisch als unabh&auml;ngiger Kopf, der nicht die N&auml;he zu den Machthabern in Ost-Berlin sucht. Er bleibt auf Distanz aber ist h&ouml;flich zu seinen Gastgebern. G&auml;ngeln l&auml;sst er sich nicht. Als der K&uuml;nstler 1976 im Hotel &quot;Unter den Linden&quot; wohnt, wollen zwei Autogrammsammler Kontakt zu ihm aufnehmen. Aber das Hotelrestaurant ist verschlossen. Einer der beiden schreibt eine kurze Nachricht auf einen Zettel und h&auml;lt ihn an die Scheibe. Udo J&uuml;rgens sieht die Nachricht, l&auml;sst die T&uuml;r aufsperren und nimmt sich Zeit f&uuml;r ein Gespr&auml;ch mit den beiden. Auch der Direktor der DDR-K&uuml;nstleragentur, Hermann Falk, der den S&auml;nger in die DDR holte, kommt zu Wort und erz&auml;hlt, was sich hinter den Kulissen abspielte.<\/p>\n<p>Es sind Tage, an denen die Stasi den K&uuml;nstler rund um die Uhr bewacht. Wie erstmals im Fernsehen ver&ouml;ffentlichte Akten des MfS zeigen, war die Staatssicherheit dem K&uuml;nstler aus &Ouml;sterreich stets auf den Fersen. Einerseits wollte sie verhindern, dass sich Udo J&uuml;rgens zu Wolf Biermann &auml;u&szlig;ert, der kurz zuvor aus der DDR ausgeb&uuml;rgert worden war. Andererseits ist der Auftritt des Chansonniers aus dem Westen auch ein Propaganda-Instrument f&uuml;r die F&uuml;hrung: Mit einer Fernsehausstrahlung eines Udo J&uuml;rgens Konzerts konnte man vom Biermann-&Auml;rger abgelenken.<\/p>\n<p>1987 steht Udo J&uuml;rgens zum letzten Mal auf einer DDR-B&uuml;hne. Wieder gastiert er im Friedrichstadtpalast. Es ist eine Zeitenwende, sagt Udo J&uuml;rgens heute:<em> &quot;Ich hatte ganz deutlich das Gef&uuml;hl, dass man Bescheid wei&szlig;. Es wird nicht in alle Ewigkeit so gehen und es steht eine ganz gro&szlig;e &Auml;nderung bevor. Man hat oft betont, dass man zum ersten Mal keine Zensur der Lieder mehr machen m&ouml;chte.&quot; <\/em>Udo J&uuml;rgens nutzt die Chance. Und spielt auch ein Lied das bisher auf dem Index stand: &quot;Atlantis sind wir.&quot; Die Liedzeile &quot;Der Riss durch Berlin, der lautlose Schrei in die Welt hinaus&quot;, begeistert die Zuschauer. Niemand im Saal scheut sich, zu applaudieren, obwohl jeder sieht, dass das halbe Politb&uuml;ro im Publikum sitzt.<\/p>\n<p>Im Anschluss an das Konzert wird J&uuml;rgens von der DDR-F&uuml;hrung zu einem Mittagessen in das G&auml;stehaus der Staatsregierung eingeladen. Vor allem die Begegnung mit dem damaligen Geheimdienstchef Markus Wolf beeindruckt den &ouml;sterreichischen S&auml;nger bis heute:<em> &quot;Der war ein Mann von Kultur, w&uuml;rde ich sagen, und hoher Intelligenz. Ich kann nur beurteilen, wie er mit uns gesprochen hat &ndash; nat&uuml;rlich auch &uuml;ber diese Probleme zwischen Ost- und Westdeutschland. Und die haben auch gesagt: &#39;Irgendwie geh&ouml;ren wir zusammen.&#39;, &#39;Wie soll das werden?&#39; und &#39;Wie kommt das?&#39; und: &#39;Die Mauer, ob das alles richtig war?&#39; Solche S&auml;tze sind gefallen unter vier Augen.&quot;<\/em><\/p>\n<p>Das Ende der DDR erlebt Udo J&uuml;rgens hautnah mit. Am Tag nach dem Mauerfall gibt er ein Konzert in der West-Berliner Deutschlandhalle. Die Nacht davor verbringt er auf den Stra&szlig;en:<em> &quot;Ich hab sehr realistische Bilder. Fast die, die man schon abgedroschen sieht: Die Mauer, die aufgebrochen ist und Menschen, die durchstr&ouml;men, weil ich vier Stunden unter dem Brandenburger Tor stand &#8211; In der Sekunde, als die Mauer aufgebrochen wurde, stand ich zwanzig Meter davon entfernt. Das war unheimlich ber&uuml;hrend und zwischendurch sind einem die Tr&auml;nen gekommen, weil man beobachtet hat, wie sich manche in den Armen gelegen sind. Und wildfremde Menschen haben sich da umarmt. Und das war eine ganz tolle Begegnung zwischen Deutsch und Deutsch. Und da war ich Augenzeuge, direkt dort, wo es passiert.&quot;<\/em><\/p>\n<p>Foto-Credit: MDR \/ Klaus Winkler<\/p>\n<p>MDR (Textvorlage)<br \/>http.\/\/www.ariola.de<br \/>http:\/\/www.udojuergens.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>20:15 Uhr &#8211; 21:45 Uhr!\u00a0 Es sind Menschenmassen, die in einer Novembernacht 1976 am Hinterausgang des Friedrichstadtpalastes warten. 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