{"id":95179,"date":"2014-12-28T00:00:00","date_gmt":"2014-12-28T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=95179"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"VANESSA-NEIGERT-Ihre-neue-CD-Ca-95178","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/VANESSA-NEIGERT-Ihre-neue-CD-Ca-95178\/","title":{"rendered":"VANESSA NEIGERT <br \/>Ihre neue CD &quot;Caprimond&quot; im Test von Holger St\u00fcrenburg!"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Im Grunde genommen gibt es auf \u00b4Caprimond\u00b4 drei verschiedene Vanessa-Exponate zu h\u00f6ren&#8220;&#8230;: \u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist bald sechs Jahre her, dass die damals 16j&auml;hrige <strong>VANESSA NEIGERT<\/strong> im Januar 2009 als gesanglich rundweg talentierte Kandidatin bei dem seit jeher stark polarisierenden RTL-Casting-Format &bdquo;Deutschland sucht den Superstar&ldquo; anklopfte und die mehrheitlich auf Pop und Dance ausgerichtete, l&auml;ngst zum zeitgeistbestimmenden Megaevent ausgeweitete Dieter-Bohlen-L&auml;sterkanonade auf einmal mit klassischen deutschen Schlagern der Wirtschaftswunder&auml;ra aufwirbelte. Auf diese genreuntypische Art und Weise, gewann die br&uuml;nette Tochter zweier Hochseilartisten stehenden Fu&szlig;es die geballten Sympathien vieler Freunde der deutschsprachigen leichten Muse f&uuml;r sich.<\/p>\n<p>Ungeniert, forsch, mit keckem, oft gewiss absichtsvoll naiv wirkendem Backfisch-Charme der gl&uuml;ckseligen 50er Jahre ausgestattet, sang sich die im italienischen Tevillo geborene Wahl-N&uuml;rnbergerin durch die allseits gel&auml;ufigen Gassenhauer ebenjener Tage von Heinz und Ludwig Erhard(t), Kuba-Krise und Mauerbau. Ihre niedlichen Darbietungen von z.B. &bdquo;Sch&ouml;ner fremder Mann&ldquo; (Connie Francis, 1961), &bdquo;Liebeskummer lohnt sich nicht&ldquo; (Siw Malmquist, 1964) oder &bdquo;Ich will &acute;nen Cowboy als Mann&ldquo; (Gitte Haenning, dto.) &uuml;berzeugten die kritischen Augen und Ohren der &bdquo;DSDS&ldquo;-Jury ebenso, wie die Herzen der TV-Zuschauer, gerade derjenigen aus der reiferen Generation, die teilweise die Originale noch selbst hatten miterleben k&ouml;nnen. Hatte es doch bislang kaum ein Teilnehmer gewagt, in diesem oft harsch diskutierten Mainstream-Kommerzpop-Gewurstel von &bdquo;Deutschenland sucht den Superstar&ldquo; mit klassischem, teutonischen Schlagerliedgut sein Stelldichein zu geben. Obwohl Vanessa nach der f&uuml;nften Motto-Show am 11. April 2009, bei der sie u.a. die melodramatische &bdquo;Rosenstolz&ldquo;-Arie &bdquo;Gib mir Sonne&ldquo; so liebenswert jungm&auml;dchenhaft, wie zielstrebig selbstbewusst von sich gab, unverdienterma&szlig;en aus der Show gew&auml;hlt wurde, erhielt sie daraufhin flink einen Schallplattenvertrag mit der M&uuml;nchener Ariola\/SONY. Das Resultat dessen war, gelinde gesagt, d&uuml;rftig. Nicht, dass Vanessa wom&ouml;glich stimmlich doch nicht das hielt, was sie bei Bohlen &amp; Co. versprochen hatte, oder, dass ihr feurig-erotischer Italo-Charme sich im Studio vielleicht gar nicht realistisch umsetzen und auf CD pressen lie&szlig;. Nein, die Verantwortung f&uuml;r das oftmals unterdurchschnittliche Klangbild ihrer im Herbst 2009 vorgelegten Deb&uuml;tscheibe &bdquo;Mit 17 hat man noch Tr&auml;ume&ldquo; trugen nahezu ausschlie&szlig;lich deren schroff und unerbittlich auf markttaugliche Ex-und-Hopp-Verwertbarkeit achtenden Produzenten. Nie zuvor und nie danach qu&auml;lten sich eigentlich unkaputtbare Schlagerevergreens der Sorte &bdquo;Schuld war nur der Bossa Nova&ldquo; (Manuela, 1963), &bdquo;Tipitipitipso&ldquo; (Caterina Valente, 1958) oder &bdquo;Zwei kleine Italiener&ldquo; (Conny Froboess, 1962) so steril, k&uuml;nstlich, seelenfrei, beinahe leblos zurechtgestutzt aus den Boxen, wie auf Vanessa Neigerts Ariola-Einstieg. Da konnte die junge S&auml;ngerin selbst mit noch so viel unb&auml;ndiger Jugendlichkeit und\/oder leicht frivoler Endlich-Vollj&auml;hrig-Attit&uuml;de aufwarten &ndash; in diesen kaum mehr als schepperndes Jahrmarktsflair auf der Bontempi-Kinderorgel verstrahlenden Arrangements versiegte alles das, was die heute 22j&auml;hrige Sch&ouml;nheit mit den gl&auml;nzend schwarzbraunen Haaren an urw&uuml;chsigem Gesangstalent so in sich tr&auml;gt.<\/p>\n<p>Selbst, wenn auf CD Numero II, &bdquo;Ich geb &acute;ne Party&ldquo; (2010), bei den ansonsten lieblos zusammengeschusterten Neuauskleidungen betagter Schlagerohrw&uuml;rmer a la wie &bdquo;Wenn Teenager tr&auml;umen&ldquo; (Peter Kraus, 1958) oder &bdquo;Ganz Paris tr&auml;umt von der Liebe&ldquo; (Caterina Valente, 1954) wenigstens ein paar echte, authentische Instrumente, Streicher, Bl&auml;ser, zum Einsatz gekommen waren, schien die junge Interpretin doch mehr und mehr in die banalen Gefilde einer namenlosen Cover-Tante f&uuml;rs Stadtteilfest abzutauchen, was ihrer tats&auml;chlich vorhandenen Stimmkraft wahrlich nicht gerecht wurde. Das ganze setzte sich bedauerlicherweise 2012 auf ihrer letzten Ariola-Ver&ouml;ffentlichung &bdquo;Volare&ldquo; naht- und inspirationslos fort. Ihr damaliger Produzent Ivo Moring mag hinsichtlich D.J. &Ouml;tzis unvergesslichen &bdquo;Stern(s), der Deinen Namen tr&auml;gt&ldquo;, bei dessen Aufnahmen der einstige Schlagzeuger des Orchesters der Hamburger Staatsoper hinter den Reglern sa&szlig;, ebenso ein gutes H&auml;ndchen gehabt haben, wie k&uuml;rzlich in Sachen Realisierung der zweiten Silberscheibe der russisch-ukrainischen Pophoffnung Maria Levin &ndash; aber bei Frl. Vanessa schien ihn dieses g&uuml;ldene Greiforgan, falls er es in diesem Zusammenhange jemals besessen haben sollte, vollends verlassen zu haben.<\/p>\n<p>So vernahm man rund eineinhalb Jahre gar nichts Gesungenes aus dem Hause Neigert. Die inzwischen Verlobte ging vielmehr in sich und tat gut daran, sich sowohl einen neuen Vertragspartner, als auch andere musikalische Partner zu suchen. F&uuml;ndig wurde sie bei der Diepholzer Company DA Music bzw. deren Unterlabel FIESTA RECORDS. Dort erschien vor wenigen Wochen Vanessas aktuelle &ndash; insgesamt vierte &ndash; Studio-CD unter dem Titel <strong>&bdquo;Caprimond&ldquo;<\/strong>. Ebenjene h&auml;tte der Verfasser dieser Zeilen vermutlich, zugebenerma&szlig;en in Anbetracht ihrer vorherigen Plastikschlagerklischeeverhackst&uuml;ckungen unbestreitbar von gewissen Vorurteilen durchzogen, freundlich umgangen bzw. unter den sprichw&ouml;rtlichen Tisch fallen lassen.<\/p>\n<p>Dass dies dann doch nicht geschehen ist, verdanken wir ausschlie&szlig;lich den beflissenen Kollegen bei DA Music, die die zweite Singleauskoppelung aus &bdquo;Caprimond&ldquo; k&uuml;rzlich f&uuml;r die diesmal ganze drei volle CDs umfassende Jubil&auml;umsausgabe ihrer seit knapp 20 Jahren das einheimische Schlagergeschehen penibel beobachtenden und verarbeitenden Kompilationsserie &bdquo;Doppelt gut &ndash; Folge 50&ldquo; ber&uuml;cksichtigten. <strong>&bdquo;Hey Du&ldquo;<\/strong> nennt sich dieses wahrhaft &uuml;berzeugende Meisterst&uuml;ck von Vanessa Neigert &#8211; und hatte mich beim ersten H&ouml;ren von einer Sekunde auf die andere sogleich in seinen Bann gezogen. Folglich schrieb ich, von &bdquo;Hey Du&ldquo; durch und durch eingenommen, in meiner entsprechenden (<strong><a href=\"https:\/\/smago.de\/d\/artikel\/68848\/\">HIER<\/a><\/strong> nachzulesenden!) Rezension wortw&ouml;rtlich folgendes:<\/p>\n<p><em>&bdquo;Pl&ouml;tzlich schl&auml;gt nun die Stimmung um und die schlagerbesessene Ex-&bdquo;DSDS&ldquo;-Frohnatur <strong>Vanessa Neigert<\/strong> &uuml;berrascht uns mit einem fetten, bl&auml;serverst&auml;rkten Jazz\/Rock\/Swing\/Chanson-Konglomerat namens <strong>&bdquo;Hey Du&ldquo;<\/strong> &ndash; einen solch furios-urw&uuml;chsigen, spritzig-knackigen, brodelnd n&auml;chtlich-gehetzten Fetzer in Reinkultur h&auml;tte wohl kaum jemand von der zuvor so sch&uuml;chtern-kindlich-naiv auftretenden Deutsch-Italienerin mit Wohnsitz N&uuml;rnberg erwartet, die einst mit synthetisch erzeugten Instant-Coverversionen von oft abgedudelten Uraltschlagern der Sorte &bdquo;Liebeskummer lohnt sich nicht&ldquo; oder &bdquo;Mit 17 hat man noch Tr&auml;ume&ldquo; zuzulassen schien, wie geldgierige Produzenten ihr zweifellos vorhandenes Talent ein ums andere Mal unterforderten. Dies hat sich inzwischen kolossal gewandelt, so dass es schlicht auszurufen gilt: Hey Du, Vanessa &ndash; Dein neuer Titel ist genau unser Fall!&ldquo;<\/em><\/p>\n<p>Meine Begeisterung &uuml;ber diesen siedend hei&szlig; dampfenden Blues-Swing-Radikalaufrei&szlig;er gipfelte darin, dass ich die Kollegen in Diepholz umgehend um ein Rezensionsexemplar des dazugeh&ouml;rigen Albums <strong>&bdquo;Caprimond&ldquo;<\/strong> ersuchte, mit dem Willen, dieses w&auml;hrend der Weihnachtspause einmal genauer, sinnlich und gen&uuml;sslich unter die Lupe zu nehmen.<\/p>\n<p>Nat&uuml;rlich kommt die nicht nur &auml;u&szlig;erlich merklich erwachsener und lebenserfahrener gewordene K&uuml;nstlerin, in Kooperation mit ihren neuen Produzenten Oliver de Ville (Chris Roberts, &bdquo;Geier Sturzflug&ldquo;) und Nils Brandt, auch heutzutage keinesfalls umhin, dem einen oder anderen wohlbekannten Oldie &ndash; diesmal erstmals &uuml;brigens auch solchen internationaler Natur &ndash; eine erfrischende, juvenile, oft ungest&uuml;me Revitalisierung zuteilwerden zu lassen. Aber allein schon die ersten vier Beitr&auml;ge auf &bdquo;Caprimond&ldquo;, die in ihrer Gesamtheit exklusiv f&uuml;r dieses Album ersonnen worden waren &ndash; meist von Produzent Oliver de Ville und seinem Team, einmal sogar betextet von Lyriklegende Dr. Bernd Meinunger (!) &ndash;, repr&auml;sentieren in ihrer ausdrucksstarken Dichte und klanglichen Konsequenz unverz&uuml;glich eine runderneuerte Vanessa Neigert, die mit &bdquo;Caprimond&ldquo; wahrhaftig einen nicht von der Hand zu weisenden und vor allem in dieser Systematik und Beharrlichkeit kaum erwarteten gro&szlig;en Schritt nach vorne getan hat. Statt weiterhin allseits bekanntes (und somit oft fraglos etwas arg ausgelutschtes) Schlagerrepertoire zu synthetischen Allerwelts-Arrangements nur nachzutr&auml;llern, rockt sich die junge Lady freudig, impulsiv und unumkehrbar liebenswert durch stets gitarrenverst&auml;rkte, teils mit feisten Bl&auml;sern ausstaffierte Pop\/Rock-Expertisen, die ein ums andere Mal zwar sehr wohl zeitnah und modern geraten sind, aber trotzdem weit mehr rockig-erdige, eine gewisse Form eines konstruktiven Traditionalismus verbreitende Attit&uuml;de in sich tragen, denn sympathieraubende, radiotaugliche Weichlichkeit und andere, rein auf kommerzielle Verwertbarkeit ausgerichtete Komponenten des Belanglospop im Sinne des Heute und Hier.<\/p>\n<p>Auf das bereits auf &bdquo;Doppelt gut &ndash; Folge 50&ldquo; als absolut positiv und l&auml;ngerfristig erinnerungsw&uuml;rdig hervorstechende, volumin&ouml;se Gro&szlig;stadtblues\/Rock-Gebr&auml;u &bdquo;Hey Du&ldquo;, folgt der famose Titelsong von Vanessas brandneuem Opus, der sich sehr schnell als nicht weniger geradliniger, so hochmelodischer, wie hei&szlig;bl&uuml;tig-rockiger, auf deftiger E-Gitarren-Basis aufgebauter, erst sehns&uuml;chtig-wehender, dann urpl&ouml;tzlich knackig und energiegeladen voranstrebender Up-Tempo-Edelpopschlager h&ouml;chster Qualit&auml;t erweist.<\/p>\n<p>In einem durchwegs lautstark, gewichtig und strikt vor sich hin rockenden, einwenig drastisch aufwiegelnd t&ouml;nenden Kontext &#8211; &nbsp;treibend, grazi&ouml;s, reif und leidenschaftlich gleicherma&szlig;en &ndash; verbleibt auch der dritte Titel von &bdquo;Caprimond&ldquo;, der da hei&szlig;t <strong>&bdquo;Sp&uuml;rst Du den Puls&ldquo;<\/strong> und nicht mehr und nicht weniger darstellt, als ein kompaktes, kraftstrotzendes, vielleicht sogar regelrecht hochexplosives deutsches Gitarrenrock-Epos von bester, unverf&auml;lschtester Manier.<\/p>\n<p>Als der gro&szlig;spurig-opulente Pop\/Rock-Verschnitt <strong>&bdquo;Du&ldquo;<\/strong> entstand, haben Vanessa und Mastermind Oliver de Ville offenbar gut portioniert Helene Fischers &Uuml;berhit &bdquo;Mitten im Paradies&ldquo; nebenbei im CD-Spieler rotieren lassen. Den zweifelsfreien stilistischen Einfluss dieses 2007er-Charthits aus des Helenchens zweiter CD &bdquo;So nah wie Du&ldquo; auf die Neukreation <strong>&bdquo;Du&ldquo;<\/strong>&nbsp; kann man in puncto Songstruktur, Harmonik, und Melodief&uuml;hrung schnell heraush&ouml;ren. Trotzdem gelingt es der 22j&auml;hrigen S&auml;ngerin mit Wohnsitz N&uuml;rnberg auch in diesem Falle, mittels ihrer nun endlich g&auml;nzlich und ungek&uuml;nstelt zum Vorschein tretenden Originalit&auml;t und ihres f&uuml;rwahr vorhandenen kreativen Ideenreichtums, diesem Helene-influenced Popkleinod gen&uuml;gend Unabh&auml;ngigkeit, Nachdruck und Passion zu verabreichen. Dadurch verursacht, kommt die &sbquo;paradiesische&lsquo; &Auml;hnlichkeit mit dem Fischer-Vorbild gar nicht so recht zum Tragen, schon gar nicht in negativer Betrachtungsweise, weshalb sich auch und gerade &bdquo;Du&ldquo; als individuelles, eigenst&auml;ndiges, gesungenes Kennzeichen der Vanessa Neigert anno 2014 darbietet!<\/p>\n<p>Und schon geht&rsquo;s los mit geschmackvoll ausgesuchten Neuinterpretationen von &ndash; zun&auml;chst &ndash; angloamerikanischen, daher englischgesungenen Allzeitfavoriten, &uuml;berwiegend mitten aus der elektrisierenden &Auml;ra von Beat, Twist und Soul, Anfang, Mitte der 60er Jahre stammend, oder zumindest stilbezogen daran orientiert aus sp&auml;teren Tagen. Aus dem einst zeitgem&auml;&szlig; unnahbar-cool ausgeschm&uuml;ckten, zickig-rhythmischen Sp&auml;t-80er-Popswing <strong>&bdquo;Perfect&ldquo;<\/strong> (im Original ein europaweiter Top-20-Hit aus dem Sommer 1988 von der schottischen Akustik-Popband &bdquo;Fairground Attraction&ldquo;) zauberten Vanessa und ihre Begleiter einen zackigen, bluesig-wiegenden Rockabilly-Shuffle, dem alles S&uuml;&szlig;lich-Zuckrige, man m&ouml;chte sagen: Z&auml;h-Klebrige der von jeher &uuml;berm&auml;&szlig;ig formatradiogerechten Urfassung von Eddie Reader und den Ihren gottlob vollst&auml;ndig abgeht. Der 1963 erstmals ver&ouml;ffentlichte, seinerzeitige Motown-Beat-Dauerbrenner <strong>&bdquo;Do you Love me?&ldquo;<\/strong>, in den USA von der Detroiter Vocalgroup &bdquo;The Contours&ldquo; und in Europa in der Mersey-Beat-Auslegung von &bdquo;Brian Poole &amp; The Tremeloes&ldquo; zum Hitparadenst&uuml;rmer umgesetzt, wird bei Vanessa zu einem phonstarken, wild gestikulierenden, nahezu enthemmten, furiosen Rock&rsquo;n&rsquo;Roll-Exzess erster G&uuml;teklasse. Dasselbe ist unterschiedslos &uuml;ber das krachend-rasante, bl&auml;ser- und gitarrengeschw&auml;ngerte Big-Band-Jazz-trifft-Phil-Spector-Soundwall-Feuerwerk <strong>&bdquo;It&rsquo;s my Party&ldquo;<\/strong> zu best&auml;tigen, das unsere Eltern einstmals von der US-S&auml;ngerin und B&uuml;rgerrechtlerin Lesley Gore aus dem Jahr 1963 vernahmen, w&auml;hrend wir 80er-Kinder dieses exaltierte Drama &uuml;ber eine v&ouml;llig aus dem Ruder gelaufene Geburtstagsfeier im Herbst 1981 als klirrend kalte New-Wave-Klangkaskade von Dave Stewart &amp; Barbara Gaskin kennen- und lieben lernten.<\/p>\n<p>Wiederum in unserer Muttersprache intoniert, erklingt nun eine dancefloor-gerechte, schrill und glitzernd aufgedonnerte Neufassung von Marianne Rosenbergs glei&szlig;endem 1979er-Discofever <strong>&bdquo;Herz aus Glas&ldquo;<\/strong>, das bekanntlich in dem chicen New-Wave-Tanzfl&auml;chenf&uuml;ller &bdquo;Heart of Glass&ldquo; der US-Powerpop-Legende &bdquo;Blondie&ldquo; seinen Ursprung hatte, woraufhin grell und strahlend, dabei aber niemals unsympathisch oder gar achtlos, Roy Blacks schrullige Kinderhymne <strong>&bdquo;Sch&ouml;n ist es auf der Welt zu sein&ldquo;<\/strong> zu einer so offenherzigen, wie s&uuml;ffigen Ballermann-Disco-Fox-Orgie mit temporeicher, kerniger Haudrauf-Punk-Pose aufgetakelt wird. Aus der zweiten Motto-Show von Vanessas &bdquo;DSDS&ldquo;-Aufwartung am 14. M&auml;rz 2009 kennen wir bereits ihre etwas zu simple Feten-Variation von Reinhard Meys ohnehin schon stark geschundenem Freiheits-Chanson <strong>&bdquo;&Uuml;ber den Wolken&ldquo;<\/strong> (1974). Ein neuerliches, nervt&ouml;tend schenkelklopfendes Aufpeppen von Wencke Myhres s&auml;migem 1969er-Humptata-Epos <strong>&bdquo;Er steht im Tor&ldquo;<\/strong>, dessen sich Vanessa schon 2010 auf &bdquo;Ich geb &sbquo;ne Party&ldquo; nicht gerade berauschend angenommen hatte, w&auml;re gleichsam nicht notwendig gewesen und wirkt sich auf den weitgehend &uuml;beraus anerkennenswerten Gesamteindruck von &bdquo;Caprimond&ldquo; extrem belastend aus. Drei durch und durch tanzbare, rhythmisch verst&auml;rkte Remixe von <strong>&bdquo;Du&ldquo;<\/strong> (&bdquo;Silicon Brothers Mix&ldquo; und &bdquo;Cesareo Dee Jay Mix&ldquo;), sowie <strong>&bdquo;Hey Du&ldquo;<\/strong> (&bdquo;Cesareo Deejay Funky Beatz Mix&ldquo;) runden Vanessas 2014er-Stellungnahme vollkommen discothekengerecht, aber f&uuml;r Nichtt&auml;nzer-Ohren (wie z.B. die tanzunlustigen H&ouml;rorgane des Rezensenten) eher ungeeignet ab!<\/p>\n<p>Im Grunde genommen gibt es auf &bdquo;Caprimond&ldquo; drei verschiedene Vanessa-Exponate zu h&ouml;ren: Als Rock-Blues-Jazz-R&ouml;hre, mit neuartigen, eigenwilligen, einzig, alleine und unverkennbar f&uuml;r sie ad Personam konzipierten kompositorischen Meisterwerken im US-Nachtclub-Style, macht Vanessa die ehrlichste, souver&auml;nste und autonomste Figur. Mit guten Songschreibern im R&uuml;cken, echten Instrumenten im Studio und eben einer prallen Ration Jazz &amp; Blues Feeling in der Stimme, ist Vanessa mit einiger Sicherheit sehr gut in der Lage, sich einst in die stilistischen Sph&auml;ren einer Jule Neigel bzw. Pe Werner, vielleicht sogar einer Helen Schneider oder Caro Tollenaar hochzusingen. Das Zeug dazu hat sie allemal, und die im Rahmen der ersten vier Liedbeitr&auml;ge von &bdquo;Caprimond&ldquo; getanen Riesenschritte in diese Richtung beweisen in jedem Takt, mit jeder Note, ihre notwendige Richtigkeit.<\/p>\n<p>Im Sinne einer US-beeinflussten Soul-Rock-Edeldame &uuml;berzeugt uns Vanessa auf &bdquo;Caprimond&ldquo; gleichsam voll und ganz via der trefflich selektierten, auf Englisch dargebotenen Rock-, Soul, und Beat-Originale aus den &bdquo;Roaring Sixties&ldquo;. Wenn es ihr weiterhin gelingt, altbekannte Welthits mit gen&uuml;gend eigenem, intimen, seelenvollem, spezifischen Naturell und Wesen auszuf&uuml;llen und auf diese Weise mit neuer, farbenfroher, hitzig-vitaler Regsamkeit anzureichern und auszustatten, w&auml;re auch dieser Weg in Richtung einer pers&ouml;nlichkeitsstarken Chanteuse ausgew&auml;hlter Fremdst&uuml;cke &auml;u&szlig;erst nachdenkenswert und allenfalls erfolgversprechend.<\/p>\n<p>Die dritte Vanessa, die wir auf &bdquo;Caprimond&ldquo; vernehmen d&uuml;rfen, ist dagegen eine Vanessa von Gestern. Einfach schon tausendmal beackerten Schlagerschmachtfetzen, so geschehen bei &bdquo;&Uuml;ber den Wolken&ldquo; bzw. &bdquo;Er steht im Tor&ldquo;, ein ums andere Mal Neues abgewinnen zu wollen, ohne dass hierzu auch nur die geringste M&ouml;glichkeit besteht, f&uuml;hrt unweigerlich ins Aus. Wir ben&ouml;tigen keinen m&auml;nnlichen Dieter Thomas Kuhn, keine fr&auml;nkische Guildo-ine Horn. Vanessa besitzt viel zu viel Stimmst&auml;rke, Charakter und Autarkie, um nochmals in die ungl&uuml;cklichen Untiefen ihrer Anfangsphase zur&uuml;ckzufallen. Sowohl die schier ph&auml;nomenalen Neukompositionen a la &bdquo;Hey Du&ldquo; oder &bdquo;Sp&uuml;rst Du den Puls&ldquo;, wie gleichsam die f&uuml;r &bdquo;Caprimond&ldquo; eindeutig &bdquo;perfect&ldquo; auserlesenen Coverversionen angloamerikanischer Chartsrenner vergangener Tage, bezeugen dies in hellster Pracht und sollten der jungen Interpretin direkt und unverbl&uuml;mt vor Augen f&uuml;hren, wo ihre k&uuml;nstlerische Zukunft liegen kann und letzten Endes auch muss &nbsp;&ndash; und wohin sie auf keinen Fall mehr zur&uuml;ckkehren sollte!<\/p>\n<p>Holger St\u00fcrenburg, 25.\/26. Dezember 2014<\/p>\n<p>https:\/\/www.facebook.com\/NeigertVanessa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Im Grunde genommen gibt es auf \u00b4Caprimond\u00b4 drei verschiedene Vanessa-Exponate zu h\u00f6ren&#8220;&#8230;: \u00a0 Es ist bald sechs Jahre her, dass<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":95180,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[29],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/95179"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=95179"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/95179\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/95180"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=95179"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=95179"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=95179"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}