{"id":94852,"date":"2015-01-08T00:00:00","date_gmt":"2015-01-08T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=94852"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"MODERN-TALKING-Das-3-DVD-Set-Mo-94851","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/MODERN-TALKING-Das-3-DVD-Set-Mo-94851\/","title":{"rendered":"MODERN TALKING <br \/>Das 3-DVD-Set &quot;Modern Talking \u2013 30&quot; im Test von Holger St\u00fcrenburg (1\/2)!"},"content":{"rendered":"<p>Der Hamburger Musikjournalist hat diesmal gleich eine doppelt und dreifache &#8222;Doktorarbeit&#8220; verfasst! Der Text ist SO LANG, dass wir ihn in zwei Teilen bringen m\u00fcssen&#8230;:\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war Mittwoch, der 02. Januar 1985 &ndash; also, fast auf den Tag genau, vor 30 Jahren. Das vieldiskutierte &bdquo;Orwell-Jahr&ldquo; war, trotz nicht selten geradezu hysterisch ausgeuferter Politdebatten &uuml;ber Total&uuml;berwachung und &Uuml;bertechnisierung, (man mag es in Anbetracht der oft brachial ausgelebten Weltuntergangsstimmung nach der Stationierung US-amerikanischer Mittelstreckenraketen im bundesdeutschen Mutlangen und des sich immer deutlicher ank&uuml;ndigenden, maschinenlesbaren Personalausweises im Sinne von CSU-Bundesinnenminister Friedrich Zimmermann kaum glauben!!!) tats&auml;chlich <em>soweit schadlos<\/em> an uns vor&uuml;ber gegangen. Wie ich mich erinnere, hatten sich die Weihnachstage 1984 ebenfalls in sehr milder, oft sogar sonniger Auspr&auml;gung gezeigt &ndash; der gro&szlig;e Schneeeinbruch bei uns in Hamburg folgte erst ein paar Tage sp&auml;ter, am ersten Schultag nach den Weihnachtsferien, Montag, 07. Januar 1985. Da mein Vater wenige Tage zuvor verstorben war, herrschte bei uns zu Hause reges Treiben, die Beerdigung musste organisiert werden. Wie ich immer so sch&ouml;n sarkastisch formuliere, der erste Event meines Lebens, mit dessen Durchf&uuml;hrung ich jemals beauftragt war. Tats&auml;chlich hatte meine Mutter meinem Patenonkel Fritz und mir die &ouml;ffentliche Realisation des Projektes weitgehend &uuml;berlassen, w&auml;hrend sie im Stillen Trauerarbeit leistete. Im Eifer des Gefechts verpasste ich somit leider auch die erste offizielle Pr&auml;sentation eines brandaktuellen Pop-Duos im deutschen Fernsehen, welches anfangs noch vollkommen unbeachtet geblieben war &ndash; aber ab einem gewissen Zeitpunkt &uuml;ber mehrere Jahre das europ&auml;ische Popgeschehen fundamental mitbestimmen sollte.<\/p>\n<p>In der in mancher meiner Rezensionen &uuml;ber 80er-Jahre-K&uuml;nstler immer wieder mal erw&auml;hnten, seinerzeitigen ZDF-Vorabendsendung &bdquo;Die Tele-Illustrierte&ldquo;, die seit dem 1. April 1982 Werktag f&uuml;r Werktag, nach den 17.00 Uhr-&bdquo;Heute&ldquo;-Nachrichten, bis ca. 17.50 Uhr ausgestrahlt wurde, wenn die allseits geliebten (sp&auml;ter zu realen &bdquo;Kultserien&ldquo; ausgerufenen) Fernsehschinken &bdquo;Ein Colt f&uuml;r F&auml;lle&ldquo;, &bdquo;SOKO 5113&ldquo;, &bdquo;Tom &amp; Jerry&ldquo;, &bdquo;M&auml;nner ohne Nerven&ldquo; oder auch familienfreundlich-heitere Gewinnshows der Sorte &bdquo;Rate mal Rosenthal&ldquo; begannen, kam zum Ausklang derselben regelm&auml;&szlig;ig ein angesagter Musik-Act, immerfort aus einer anderen Stilrichtung, zum Zuge, um dort im Playbackverfahren seinen jeweils neuesten Titel darzubieten. Und an jenem Mittwoch, dem 02. Januar 1985, hatten die Verantwortlichen des Sendekonzepts zwei sch&uuml;chterne junge M&auml;nner in den die karge Gem&uuml;tlichkeit eines Krankenhausgangs verbreitenden Kulissen platziert, daneben ein wei&szlig;es, h&ouml;lzernes Klavier aufgefahren. Das ganze sah recht kahl und unpers&ouml;nlich aus. Heute wissen wir, die Plattenfirma der beiden Jungspunde, die Berliner HANSA, war von weitergehenden Erfolgsaussichten der Zwei nicht besonders &uuml;berzeugt, weshalb in die &ouml;ffentlichkeitswirksame Aufbietung der beiden Nachwuchsmusiker kaum Budget investiert wurde, so dass alles &ndash; zumindest in den Anfangstagen &ndash; sehr improvisiert, man mag beinahe sagen: mager aussah.<\/p>\n<p>Bei diesem Duo, dessen ehrenvolle Aufgabe es nun war, die Zuschauer der eher betulichen Sendereihe &bdquo;Tele-Illustrierte&ldquo; in begeisterte Wallung zu transfrieren, handelte es sich um den geb&uuml;rtigen Ostfriesen <strong>Dieter Bohlen<\/strong>, einen aufstrebenden Musikproduzenten, der zuvor mit einigen Solo- (&bdquo;Steve Benson&ldquo;) oder Bandprojekten (&bdquo;Monza, &bdquo;Sunday&ldquo;) keine nachhaltigen Meriten hatte einfahren k&ouml;nnen, sowie um den damals gerade mal 21j&auml;hrigen S&auml;nger <strong>Thomas Anders<\/strong>, der nahe Koblenz zur Welt gekommen war. Dieter hatte mit Thomas nach 1982 einige sehr gelungene, aber niemals so recht bekanntgewordene, deutschgesungenen Singles, gehalten in einem zeittypischen, new-romantischen Schlagersound, aufgenommen. Zwar erwuchsen aus dieser Kooperation &uuml;beraus ausgeruhte Synthipop-Schlager a la &bdquo;Was macht das schon&ldquo; (&bdquo;Pick up the Phone&ldquo;, 1983), &bdquo;Endstation Sehnsucht&ldquo; (1983) oder &bdquo;Hei&szlig;kalter Engel&ldquo; (&bdquo;Send me an Angel&ldquo;, 1984), die flink zu bis heute sehr gefragten und &auml;u&szlig;erst angesehenen Geheimtipps avancierten &ndash; die aber allesamt zu ihrem Entstehungsdatum an den Verkaufshitparaden schnurstracks vorbeigeschossen waren. Thomas&lsquo; Produzent Dieter hingegen hatte im Sp&auml;tsommer 1984 die damaligen Kurzzeit-Radioohrw&uuml;rmer &bdquo;Precious little Diamonds&ldquo; und &bdquo;Showing and Flirting&ldquo; der niederl&auml;ndischen Disco-Formation &bdquo;Fox the Fox&ldquo; mit Wohlgefallen vernommen und daraufhin beschlossen, sein neues Projekt hinsichtlich stilistischer Merkmale und vor allem bez&uuml;glich des hohen, fast falsettartigen Gesangs, an ebenjener Combo um S&auml;nger Bert Tamaela zu orientieren.<\/p>\n<p>So war bereits Ende Oktober 1984 die Single <strong>&bdquo;You&lsquo;re my Heart &ndash; You&lsquo;re my Soul&ldquo;<\/strong> von Dieter und Thomas unter dem Namen <strong>&bdquo;Modern Talking&ldquo;<\/strong> bei HANSA ver&ouml;ffentlicht worden &ndash; und blieb zun&auml;chst, kaum anders, als zuvor Thomas&rsquo; Solosingles, wie Blei in den Regalen liegen. Auch eine als Unterst&uuml;tzung gedachte Verkoppelung auf der damals sehr beliebten Compilation-Reihe &bdquo;Ariola &#8211; Super 20&ldquo; im Sp&auml;therbst 1984 blieb wirkungslos, weshalb die HANSA ja auch verf&uuml;gt hatte, keine gr&ouml;&szlig;eren Promotion-Kampagnen f&uuml;r &bdquo;Modern Talking&ldquo; zu finanzieren. So wirkte das Duo bei seiner TV-Pr&auml;miere an eingangs erw&auml;hntem 02. Januar 1985 ziemlich orientierungslos bis gar desinteressiert. Der gro&szlig;gewachsenen, blonde Dieter, dem man eine (auf der Single gar nicht h&ouml;rbare, wom&ouml;glich gar nicht erst eingesetzte) E-Gitarre umgehangen hatte, schaute einwenig bedeppert in die Fernsehkameras und fragte sich sicherlich, weshalb man ihn denn &uuml;berhaupt dazu gen&ouml;tigt habe, sich mit einer gar nicht an den Strom angeschlossenen E-Klampfe um den Hals, genau dort zu positionieren. Neben dem wei&szlig;en, gleichsam nicht elektronisch verst&auml;rkten Piano, kauerte der kaum weniger zweifelnd, sehr zur&uuml;ckhaltend, beinahe &auml;ngstlich dreinblickende Thomas Anders. Zum Vollplayback vor schlohwei&szlig;er Wand, &bdquo;performten&ldquo; die beiden (obschon es dieses schaurige, neudeutsche Wort damals zum Gl&uuml;ck noch nicht gab) ihre erste gemeinsame, englischgesungene Single &bdquo;You&rsquo;re my Heart &ndash; You&rsquo;re my Soul&ldquo; &ndash; und konnten an jenem zweiten Januar 1985 beileibe nicht erahnen, dass es eben dieser s&uuml;ffige Titel sein sollte, der &bdquo;Modern Talking&ldquo; in den folgenden drei, vier Jahren zu fast weltweit so hei&szlig; begehrten, wie in den Feuilletons und Kulturmagazinen harsch debattierten, nicht selten polemisch &sbquo;niedergemachten&lsquo; Exponenten des jederzeit konstruktiven Gebrauchs-Mainstream-Pop Made in Germany werden lassen sollte!<\/p>\n<p>&Uuml;ber die gesamte Geschichte von &bdquo;Modern Talking&ldquo; (und auch der Folgeprojekte der beiden Protagonisten Dieter Bohlen und Thomas Anders) vermittelt nun die vorz&uuml;glich zusammengestellte, &uuml;ber 455 Minuten lange Drei-DVD-Box (sowie die gleichnamige, aber k&uuml;rzere Doppel-CD) <strong>&bdquo;Modern Talking &ndash; 30&ldquo;<\/strong> ein so liebenswertes, spannendes, wie hoch informatives und zeitgeschichtlich sehr aufschlussreiches Res&uuml;mee. Auf drei proppevollen DVDs kompilierten die Kollegen bei SONY Music fast alles das, was sich seit dem ber&uuml;hmten 02. Januar 1985 &ndash; also seit letztlich genau 30 Jahren &ndash; so alles in den firmeneigenen Archiven, wie in den Dokumentensammlungen des ZDF und des WDR, in Sachen Dieter &amp; Thomas angesammelt hat.<\/p>\n<p>&bdquo;Modern Talking &ndash; 30&ldquo;, dies sei vorab gesagt, ist eine au&szlig;erordentlich aufregende, mit vielen D&eacute;j&agrave;-Vu- und &bdquo;Das waren noch Zeiten&ldquo;-Gedanken und -Gef&uuml;hlen ausstaffierte Reise durch die H&ouml;hen und Untiefen zweier sehr talentierter Musiker, die unaufh&ouml;rlich extrem polarisierten, zu geh&auml;ssigen Schreiarien ebenso aufstachelten, wie zu alles in den Schatten stellenden Schw&auml;rmereien und Liebesbekundungen rund um den Globus. Das DVD-Set zeigt die sch&ouml;pferische Entwicklung zweier harmloser Jungs, die mit schlichter, aber ultraeing&auml;ngiger Popmusik, der &ndash; und gerade dies machte ihren bet&ouml;renden Charme aus &ndash; alle Ecken und Kanten, jeglicher Anspruch auf tiefergehende kulturelle Bedeutung, abgingen, so schlichte, wie zeitlos sch&ouml;ne, sympathische und unvergessliche Pop-Perlen geschaffen haben. Lieder, deren Besitz im Plattenschranken man sich vor drei Dekaden, so mit 13, 14, 15 Jahren, zwar hoch offiziell &uuml;ber alle Ma&szlig;en sch&auml;mte, sich davon lautstark distanzierte &ndash; aber, insgeheim doch jede einzelne &bdquo;Modern Talking&ldquo;-Klangkaskade aufsog, zutiefst genoss, verg&ouml;tterte und &ndash; wenn auch wirklich kein einziger Altersgenosse, kein Klassenkamerad zuh&ouml;rte &#8211; auch gerne mit voller Kraft und Stimme mitsang, mitfeierte, f&uuml;r sich selbst nachempfand.<\/p>\n<p>Aber immer der Reihe nach. Auf DVD-01 von &bdquo;Modern Talking &ndash; 30&ldquo; finden sich insgesamt 30 farbenfrohe TV-Mitschnitte von zumeist triumphalen Playback-Auftritten des Duos, sei es aus &bdquo;Wetten, dass&hellip;&ldquo;, &bdquo;Formel Eins&ldquo;, &bdquo;Rock Pop Music Hall&ldquo; oder Hape Kerkelings Jux-trifft-Musik-Show &bdquo;K&auml;nguru&ldquo;. Die chancenreichsten Titel der beiden zeitweiligen Weltstars gibt es teilweise sogar in mehrfacher Ausf&uuml;hrung zu h&ouml;ren und zu sehen. So vernehmen wir z.B. den legendenumwobenen Erstling &bdquo;You&rsquo;re my Heart&hellip;&ldquo; nicht nur mittels seines &bdquo;kahlwei&szlig;en&ldquo; TV-Deb&uuml;ts in der &bdquo;Tele-Illustrierte&ldquo;; sondern zugleich aus dem zwei Tage sp&auml;ter ausgestrahlten &bdquo;WWF-Club&ldquo; des WDR, sowie, als sich der Dauerohrwurm endlich in den einheimischen Singlecharts plazieren konnte, in der w&ouml;chentlichen ARD-Hitparade &bdquo;Formel Eins. &bdquo;You&rsquo;re my Heart&hellip;&ldquo; vereinte furios all das in sich, was in jenen Tagen erfolgreiche Popkl&auml;nge im europ&auml;ischen Kontext ausmachte. Der geschichteschreibende Mega-Hit der 80er spielte mit den letzten Ausl&auml;ufern der 1981\/82 von Gro&szlig;britannien aus aufs Festland her&uuml;bergeschwappten New-Romantic-Bewegung, integrierte klassischen deutschen Romantikschlager jener &Auml;ra, der seinerzeit von teutonischen Barden a la G.G. Anderson, Andreas Martin oder Tommy Steiner als b&uuml;rgerlich-gediegene Antwort auf die grell-bunte Neue Deutsche Welle ins Leben gerufen worden war, schaute mit gro&szlig;en Augen auf die cool-yuppiehaften Italo-Disco-Spielereien, die Mitte der 80er Jahre Dank reizvoller, wenn auch austauschbarer No-Name-Sangesp&uuml;ppchen, wie Gazebo, Valerie Dore oder Silver Pozzoli, f&uuml;r manchen unschlagbaren Diskotheken-Renner verantwortlich zeichneten &ndash; und lie&szlig; diese fein ausgew&uuml;rfelte Melange auf der Basis einer simplen, leicht zu merkenden Melodie und deutlicher, aber niemals &uuml;bertrieben h&auml;mmernder Disco-Rhythmen, zu keinesfalls revolution&auml;ren, weltbewegenden oder gar den Pop -Modus neu erfindenden klingenden Sch&auml;tzen voller Emotionen und Urw&uuml;chsigkeit auswachsen. Dass dabei Innovation und Phantasie oft zu kurz kamen, manche Melodie-Fragmente h&auml;ufig wie Eins zu Eins von ausgewiesenen Hits anderer Interpreten, fast Note f&uuml;r Note &uuml;bernommen schienen, sich die lyrischen Inhalte in kaum realschultauglichem Siebte-Klasse-Englisch immer und ausnahmslos um Liebe, Liebe und nochmals Liebe drehten, st&ouml;rte in Anbetracht der un&uuml;bertrefflichen und fast brutalen Ohrwurm-Tauglichkeit von You&rsquo;re my Heart&hellip;&ldquo; und seinen Epigonen h&ouml;chstens die ewigen Berufs-Besserwisser in den Elfenbeinturm-Redaktionen vorgeblich ach so anspruchsvoller Magazine. Die Massen aber, ob jung, ob betagter, fuhren radikal und mit voller Wucht auf die synthetischen, und doch ein ums andere Mal voller schierer kreativer Perfektion ausgestalteten Pop-Kl&auml;nge von &bdquo;Modern Talking&ldquo; ab &ndash; auch, wenn die meisten Generationsgenossen des Verfassers (wie derselbe &uuml;brigens auch!) beharrlich abstritten, in irgendeiner Form Zuneigung oder gar Begeisterung f&uuml;r diese gemeinhin als &sbquo;schrecklichen Wegwerf-Pop&lsquo; bezeichneten Hitparaden&uuml;berflieger von Dieter und Thomas zu hegen &ndash; obwohl selbstverst&auml;ndlich (!) jeder (!!) von uns still und heimlich zu Hause, jenseits von Schulklasse, Jugendgruppe oder Teenagerdisco, kraftvoll und hin und weg zu den sanften, einschmeichelnden Romantic-Pop-Variationen von &bdquo;Modern Talking&ldquo; regelrecht dahinschmolz.<\/p>\n<p>Nur wenige Wochen nach ihren ersten TV-Auftritten in &bdquo;Tele-Illustrierte&ldquo; bzw. &bdquo;WWF&ldquo;-Club, gelang es &bdquo;Modern Talking&ldquo; endlich, ihr Singledeb&uuml;t in den &bdquo;Top 75&ldquo; der &bdquo;Media Control&ldquo; einzubringen. Inzwischen hatte der anarchische Ingolf L&uuml;ck die Moderation des seit April 1983 ausgestrahlten ARD-Hitreigens &bdquo;Formel Eins&ldquo; &uuml;bernommen, der sich von jeher nicht gerade als Fan des hier beschriebenen Discoschlager-Duos gezeigt hatte. Eher zum Spa&szlig; an der Freude, habe er dieses sp&auml;ter in seine Sendung eingeladen. Doch zuvor hatte sich &bdquo;You&rsquo;re my Heart&hellip;&ldquo;, das &ndash; laut wikipedia.de &ndash; zun&auml;chst &nbsp;&bdquo;My Love is gone&ldquo; hei&szlig;en sollte und f&uuml;r gerade mal 1400.- DM von Dieter auf einem zeitgem&auml;&szlig;en &bdquo;Prophet 5&ldquo;-Synthesizer programmiert worden war, auf Rang 38 in Deutschland eingefunden, weshalb Ingolf das in den Luxemburger RTL-Studio letztlich nur auf der Basis vielf&auml;ltig eingesetzter Nebelmaschinen entstandene Billig-Video &ndash; wie erw&auml;hnt, gedachte HANSA nicht, unn&ouml;tig hohe Beitr&auml;ge in dieses Vorhaben mit ungewissem Ausgang zu investieren &ndash; in der Woche ihres Chartseinstiegs vorf&uuml;hren <em>musste<\/em> &ndash; ob er dies nun wollte oder es seinem pers&ouml;nlichen Geschmack entsprach oder nicht. Kurz darauf, erzielte das so genial einfach, wie einfach genial konzipierte Pop-Kleinod den ersten Rang der einheimischen Singlehitparaden; die Spitzenpositionen in &Ouml;sterreich und der Schweiz wurden sogleich danach eingenommen. In &uuml;ber 35 L&auml;ndern der Erde fand &bdquo;You&rsquo;re my Heart&hellip;&ldquo; Eingang in die jeweiligen Hitlisten; acht Millionen mal ging die Kleine Schwarze global &uuml;ber den Ladentisch. Schon Mitte M&auml;rz war es an der Zeit f&uuml;r einen &ndash; klanglich und harmonisch nach demselben Muster gestrickten &ndash; Nachfolgetitel. Dieser hie&szlig; <strong>&bdquo;You can win, if you want&ldquo;<\/strong> und vermengte wiederum ebenb&uuml;rtig schw&uuml;lstiges Schlagerfeeling mit britischem Synthipop, italienischer Elektro-Disco-Coolness und einer bestechend eing&auml;ngigen Melodie zum sofortigen Mitpfeifen. So f&uuml;hrten Dieter und Thomas ihrer erstaunten Plattenfirma HANSA unwiderruflich vor Augen und Ohren, dass diese sich mit ihrer Einsch&auml;tzung, Promoaktivit&auml;ten f&uuml;r &bdquo;Modern Talking&ldquo; seien eh herausgeworfenes Geld, aufs Sch&auml;rfste get&auml;uscht hatte. Am 13. M&auml;rz 1985 kam die Single auf den Markt &ndash; zwei Monate sp&auml;ter zierte sie bereits das Siegertreppchen der nationalen Singlehitparaden, woraufhin sich dieses Treiben in &Ouml;sterreich wiederholte, w&auml;hrend in der Schweiz ein ehrenvoller Rang 2 erzielt wurde. Dieter und Thomas waren nun nicht mehr die unschuldig-furchtvoll dreinschauenden Deb&uuml;tanten vom Januar 1985. Bei der gro&szlig;en TV-Pr&auml;miere von &bdquo;You can win, if you want&ldquo;, am 18. Mai 1985, bei Frank Elstners Quotenrenner &bdquo;Wetten, dass&hellip;&ldquo; in Saarbr&uuml;cken, sahen die beiden H&uuml;bschen (wie auf vorliegendem DVD-Set problemlos ersichtlich) urpl&ouml;tzlich ganz chic, feudal und schnieke aus. Dieter im gelb-beigen Edelkost&uuml;m und Thomas, nun mit Kajalstift und Lippengloss aufgeh&uuml;bscht, als Paradeyuppie in bl&uuml;tenwei&szlig;em Hemd und schwarzer Ausgehhose &ndash; ja, so liefen wir alle herum, im Sommer 1985. Auf unserem Privatgymnasium damals, wo ohnehin alle etwas besser betucht herumscharwenzelten, w&auml;ren die beiden Shooting Stars des deutschen Discopop keinesfalls negativ aufgefallen. Nun erschienen die beiden nicht mehr, wie noch nach der Jahreswende 84\/85, als postpubert&auml;re Vorortdiscohelden, sondern als prachtvoll ausstaffierte, ehrenwerte Ehrenm&auml;nner des yuppifizierten Hochglanzpop.<\/p>\n<p>An Bismarcks 170. Geburtstag &ndash; unser Direktor und Geschichtslehrer Dr. Schulte &uuml;bersch&uuml;ttete uns damals en Masse mit unz&auml;hligen historischen Daten &ndash; stand endlich die erste LP von &bdquo;Modern Talking&ldquo; in den L&auml;den. NAT&Uuml;RLICH hat sich kein einziger Musikfreund aus unserer Klasse, der etwas auf sich hielt, f&uuml;r diese Platte in irgendeiner Weise interessiert, geschweige denn sich wom&ouml;glich auf deren Erscheinen gefreut&hellip; Zu einem solchen mutma&szlig;lichen kulturellen Offenbarungseid, konnte sich auch der damals knapp 14j&auml;hrige Rezensent keinesfalls hinrei&szlig;en lassen; dies w&auml;re nicht mehr und nicht weniger gewesen, als selbstverschuldete Rufsch&auml;digung. Am Gr&uuml;ndonnerstag, dem 04. April 1985, hatten sich jedoch alle aus unserer Klasse, im Anschluss an eine Stunde vorgelesener Satiren von Ephraim Kishon durch Deutschlehrer Klaus von S., hinsichtlich der bevorstehenden Osterpause in alle Windrichtungen zerstreut, so dass es kein Mitsch&uuml;ler merkte, wie ihr als altklug, verschroben und musikalisch vollst&auml;ndig altmodisch geltender Klassenkamerad Holger S. am Nachmittag desselben Tages den l&auml;ngst verblichenen Plattenladen &bdquo;GOVI&ldquo; in der Eimsb&uuml;tteler Osterstra&szlig;e hocherhobenen Kopfes mit einer &#8211; sicherheitshalber in einer Plastikt&uuml;te verstauten &#8211; LP &bdquo;The 1st Album&ldquo; von niemand geringerem, als eben &bdquo;Modern Talking&ldquo;, im Gep&auml;ck versch&auml;mt verlie&szlig;. Dieses &bdquo;1st Album&ldquo; &#8211; &nbsp;gerade, weil all das darauf verhackst&uuml;ckte, noch vollkommen neu, einzigartig und zuvor in dieser superben Mischung noch nie im einheimischen Popgeschehen aufgetauchte Liedmaterial so frisch, unverbraucht und daher ungeheuer aufregend aus den Boxen schlich &#8211; stie&szlig; (nicht nur) bei mir sogleich auf ungeteilte Faszination &ndash; tats&auml;chlich, im wahrsten Sinne des Wortes, war diese begeisterte Zustimmung &bdquo;ungeteilt&ldquo;, da ich sie nach Ostern in der Schule mit niemandem zu teilen wagte, ergo weder berichtete, dass ich mich tats&auml;chlich dazu hatte hinrei&szlig;en lassen, mir diese zuvor doch so ins L&auml;cherliche gezogene Scheibe zuzulegen, geschweige denn, dass mir diese auch noch so gut gefiel&hellip;<\/p>\n<p>Den m.E. pr&auml;gnantesten Titel daraus, die knisternde Traumballade <strong>&bdquo;There&rsquo;s too much Blue in Missing you&ldquo;<\/strong>, diente in Europa zwar niemals als Singleauskoppelung, erwies sich aber schnell als absoluter Fan-Favorit. Der n&auml;chtliche Schmachtschleicher wurde auch, im Gegensatz zu den meisten anderen &bdquo;Modern Talking&ldquo;-Kreationen, <em>nicht<\/em> von Thomas Anders gesungen, sondern &ndash; so zumindest nach offizieller Lesart &ndash; von Produzent, Komponist und Arrangeur Dieter Bohlen. Wer in diesem Zusammenhange noch alles bzw. vielleicht gar anstelle von Gro&szlig;meister Dieter B. seine Stimmb&auml;nder strapaziert hat, war und ist Gegenstand unz&auml;hliger Ger&uuml;chte, an denen ich mich nicht beteiligen mag. Fest steht, der elegante Edelpopschlager hat bis heute nichts von seinem dekadent-schw&uuml;len Enthusiasmus eingeb&uuml;&szlig;t, so dass ein grandioser Playback-Auftritt des &ndash; zu diesem Zweck zur realen Band, mit Bass, Keyboard und Schlagzeug. ausgeweiteten &ndash; Hit-Duos mit eben diesem Ewigkeits-Geheimtipp einen wahrhaftigen klanglichen H&ouml;hepunkt auf der ersten DVD von &bdquo;Modern Talking &ndash; 30&ldquo; darstellt. Aus der (zweiten) Ausgabe der zwischen 1984 und 1986 kurzzeitig f&uuml;r Furore sorgenden ZDF-Playback-Festival-Reihe &bdquo;Rock-Pop Music Hall&ldquo;, die in der Nacht vom 29. auf den 30. Juni 1985&nbsp; ausgestrahlt wurde, w&auml;hlten die SONY-Verantwortlichen f&uuml;r DVD-01 hier vorgestellten Sets in l&ouml;blicher Manier die Darbietungen von &bdquo;You can win&hellip;&ldquo; und eben &bdquo;There&rsquo;s too much Blue in Missing you&ldquo; aus.<\/p>\n<p>&bdquo;Modern Talking&ldquo; und ihr flirrend-urbaner Sektkelch-Pop untermalten den ungewohnt sonnigen, wenn auch niemals so richtig gl&uuml;hend hei&szlig;en Sommer des Jahres 1985, bevor am 02. September 1985 die &ndash; auf den ersten Blick entt&auml;uschende &ndash; n&auml;chste Single <strong>&bdquo;Cherie, Cherie Lady&ldquo;<\/strong> erschien. Diese klang kaum ein Jota anders, als die Vorg&auml;nger-Hits, setzte den Esprit, den Charme, den unabdingbaren Erfolgswillen der beiden ersten Dauerbrenner des Duos zwar soweit nahtlos fort, vermachte dem H&ouml;rer aber gleichsam rein gar nichts Unverbrauchtes oder Unerwartetes, was vielleicht ein erneutes Prickeln, einen widerholten wohligen Schauer auf dessen R&uuml;cken h&auml;tte verursachen k&ouml;nnen, wie es zu Jahresbeginn 1985, Dank &bdquo;You&rsquo;re my Heart&hellip;&ldquo; und &bdquo;You can win&hellip;&ldquo;, zweifelsohne der Fall war. Doch, was soll&rsquo;s? &bdquo;Cherie, Cherie Lady&ldquo; wiederfuhr das gleiche Schicksal, wie seinen h&ouml;chst reputierlichen Vorl&auml;ufern, und setzte sich schon bald, nicht nur in unseren Breitengraden, sondern zudem in &Ouml;sterreich, der Schweiz, in Belgien, Finnland, Hongkong, Israel, Norwegen, Spanien und vielen anderen L&auml;ndern dieser Erde, wochenlang auf dem ersten Rang der jeweiligen Hitparaden fest. Wir h&ouml;ren und sehen im Repertoire von &bdquo;Modern Talking &ndash; 30&ldquo; genau diese erste Single aus dem bald darauf folgenden, zweiten Album &bdquo;Let&rsquo;s talk about Love&ldquo; als plietsche Playback-Darbietung, sowohl in der von Frank Elstner moderierten Jahresr&uuml;ckschau &bdquo;Menschen &acute;85&ldquo; vom 04. Januar 1986 &ndash; Thomas in so edler, wie dekadenter Lederkluft und Stehkragen-Hemd, mit unvermeidlichem &bdquo;NORA&ldquo;-Kettchen um den Hals, und Dieter geschm&uuml;ckt mit einem glitzernden Yuppie-Anzug der Sorte &sbquo;einen halben Tag tragen, dann ab in die Reinigung&ldquo; (ich besa&szlig; Ende 1985 auch so einen, meine Mutter wei&szlig; ein garstig Lied davon zu singen&hellip;) -, sowie in der monumentalen 1985er-Ausgabe der n&auml;chtlichen &bdquo;Peter&rsquo;s Pop Show &#8211; Extra&ldquo;, die, angeleitet von Ex-&bdquo;Formel-Eins&ldquo;-Conf&eacute;rencier Peter Illmann, am 30. November 1985 in der Dortmunder Westfalenhalle &uuml;ber die B&uuml;hne ging. Nicht als 45er ausgekoppelt, aber trotzdem einer der feinsten Beitr&auml;ge auf &bdquo;Let&rsquo;s talk about Love&ldquo;, war fraglos <strong>&bdquo;Heaven will know&ldquo;<\/strong>, das durchaus zurecht auf &bdquo;Modern Talking &ndash; 30&ldquo; zum Einsatz kommt und erw&auml;hnter 1985er-Ausgabe von &bdquo;Peter&rsquo;s Pop-Show &#8211; Extra&ldquo; entnommen wurde. Die schnittige, erhabene Melodie verstr&ouml;mte zeitgem&auml;&szlig; &uuml;berschw&auml;ngliche Romantik mit herrlich aufgetakeltem Pathos, kann aber keinesfalls verleugnen, dass die Harmonien des Refrains &bdquo;Heaven will now \/ oh, Heaven will now&ldquo; fast notengetreu von &bdquo;So in Love&ldquo;, dem liebenswert-gef&uuml;hlvollen 1985er-Sommerhit der britischen New-Romantic-Legende &bdquo;Orchestral Manoeuvres in the Dark&ldquo; (kurz: &bdquo;O.M.D.&ldquo;), abgekupfert waren und sogar die von Dieter B. vorgenommene Betextung des Kehrverses gewisse unbestreitbare &Auml;hnlichkeiten mit erw&auml;hntem orchestralen Man&ouml;ver aufwies, in dem es, wie gesagt, zu nahezu identischer Harmonik, hie&szlig; &bdquo;Heaven is cold \/ without any Soul&ldquo;&hellip; Nachtigall, ick h&ouml;r&lsquo; Dir trapsen&hellip;<\/p>\n<p>Ende Januar 1986 r&uuml;ckte der n&auml;chste, &auml;u&szlig;erst attraktive, buchst&auml;blich entz&uuml;ckende &sbquo;klingende Nervt&ouml;ter&lsquo; aus dem Hause Bohlen\/Anders nach: <strong>&bdquo;Brother Louie&ldquo;<\/strong> war Dieters Co-Produzenten Louis Rodriguez gewidmet, fra&szlig; sich umgehend nach dem ersten Anh&ouml;ren auf immer und ewig in unsere Geh&ouml;rg&auml;nge ein, toppte ein weiteres Mal die deutschen Hitlisten, erwies sich auch in &Ouml;sterreich und der Schweiz als &uuml;beraus erfolgreich (jeweils Rang 2) und konnte sich sogar in Gro&szlig;britannien auf dem vierten Platz der dortigen Chartauswertungen einfinden. Ohne &bdquo;Bruder Ludwig&ldquo; &ndash; wie der dicke Willem F. Dincklage, der l&auml;ngst verstorbene Kultmoderator der in jenen Tagen Samstag f&uuml;r Samstag auf NDR I Welle Nord &uuml;ber den &Auml;ther gesandten &bdquo;Norddeutschen Top Fofftein&ldquo;, den t&ouml;nenden Geh&ouml;rgangbesatzer verballhornend getauft hatte &ndash; ging im Fr&uuml;hjahr 1986 rein gar nichts. Zwar war der aufm&uuml;pfige Disco-Fetzer kaum mehr als eine &ndash; wenn auch gewitzte &#8211; Variation der drei Vorl&auml;uferkracher; aber dies st&ouml;rte den gemeinen Popkonsumenten nicht weiter &ndash; &bdquo;Modern Talking&ldquo; waren und blieben auch 1986 (nicht nur) in der jungen Generation nationales Pop-Thema Nummer Eins. &bdquo;Brother Louie&ldquo; gibt es auf &bdquo;Modern Talking &ndash; 30&ldquo; als fraglos anspornende Ausschnitte aus der ZDF-Musikparade &bdquo;Show &amp; Co mit Carlo&ldquo; vom 06. Februar 1986, sowie aus einer neuerlichen Folge von &bdquo;Rock-Pop Music Hall&ldquo; vom 17. Mai 1986 zu sehen und zu h&ouml;ren.<\/p>\n<p>Der Verfasser dieser Zeilen h&auml;tte &bdquo;Modern Talking&ldquo; sp&auml;testens nach den Fr&uuml;hjahrsferien 1986 l&auml;ngst wieder abgeschrieben (und sich, wie es sich geh&ouml;rt, seinen wahren Passionen jener Tage, von &bdquo;BAP&ldquo; &uuml;ber Heinz Rudolf Kunze bis Herbert Gr&ouml;nemeyer und Wolf Maahn hingegeben), h&auml;tten Dieter und Thomas nicht bald mittels ihrer n&auml;chstfolgenden Single <strong>&bdquo;Atlantis is calling (S.O.S. for Love)&ldquo;<\/strong> abermals einen real existierenden, bombastischen Gef&uuml;hlsexzess bester G&uuml;teklasse, einen radikal traumhaften, so eing&auml;ngigen, wie geradlinigen &sbquo;Perfect Popsong&lsquo; auf der Basis einer wehenden, sacht surreale Emotionen verursachenden Melodie ans Tageslicht entsandt. Dieser strikte, treibende, dabei hochmelodi&ouml;se Dance-Pop-Schlager voller Intensit&auml;t und Explosionsgefahr, der sogar erstmals ein origin&auml;res, wieherndes E-Gitarren-Solo enthielt, erschien am 28. April 1986, leitete die dritte &bdquo;Modern Talking&ldquo;-LP &bdquo;Ready for Romance&ldquo; ein (an deren Erwerb ich ohne diesen wundervollen Singleaufh&auml;nger sicher gar nicht mehr gedacht h&auml;tte) und etablierte sich als letzter Nummer-Eins-Hit f&uuml;r &bdquo;Modern Talking&ldquo; in Deutschland &ndash; immerhin dem f&uuml;nften Spitzenreiter in Folge, was die vielen kritischen Geister, die sich in jenen Tagen lauthals &uuml;ber Dieters und Thomas&lsquo; angebliche musikalische Simplizit&auml;t echauffierten, erst einmal ebenso ertragreich und konsequent nachmachen sollten. Den &sbquo;Liebesnotruf aus der untergegangenen Stadt Atlantis&lsquo; hat es auf hier analysiertes DVD-Set aus &bdquo;Na sowas&ldquo; mit Thomas Gottschalk, vom 17. Mai 1986, sowie aus der am selben Tag gezeigten Sommer-1986-Ausgabe von &bdquo;Rock-Pop Music Hall&ldquo; geschafft.<\/p>\n<p>Von nun an aber ging es sachte, aber nachgerade sp&uuml;rbar bergab mit &bdquo;Modern Talking&ldquo;. Das Konzept des alles in den Schatten stellenden Ohrwurms, der stets und st&auml;ndig auf dem gleichen harmonischen Level, im selben tanzsaaltauglichen Rhythmus, verblieb, hatte zwei Jahre lang einige bedeutsame, gelungene Evergreens zwischen Pop, Dance, Schlager und New Romantic hervorgebracht, entpuppte sich aber in k&uuml;rzester Zeit auf Dauer nicht konstant wiederholbar. <strong>&bdquo;Geronimo&rsquo;s Cadillac&ldquo;<\/strong>, am 08. Oktober 1986 als Single aufgetischt, wirkte nicht nur, wie eilig aus den vertrauten Vorlagen zusammengeschustert, sondern schien zugleich von einem h&ouml;lzernen, gemeinhin schwerf&auml;lligen, keinesfalls mehr gewinnenden, eventuell gar atemberaubenden Touch in seiner &Uuml;berzeugungskraft gehemmt. Der gesamtgesellschaftliche Eifer f&uuml;r &bdquo;Modern Talking&ldquo; sank, der Stra&szlig;enkreuzer des Herrn Geronimo parkte nur noch auf dem dritten Platz der &bdquo;Top 75&ldquo; (auch, wenn die dazugeh&ouml;rige LP &bdquo;In the Middle of Nowhere&ldquo; ein letztes Mal zum Tabellenf&uuml;hrer der Albumhitparaden aufsteigen konnte). Die zum Weihnachtsgesch&auml;ft 1986 ausgekoppelte, auf feierlich-festlich getrimmte Schmuseballade <strong>&bdquo;Give me Peace on Earth&ldquo;<\/strong> &ndash; der erste und einzige Slow Song, den Dieter und Thomas jemals als Single herausfilterten &ndash; floppte sogar vollends und versandete Ende desselben Jahres auf Rang 29. Beide Titel aus &bdquo;In the Middle of Nowhere&ldquo; wurden aus &bdquo;Peter&rsquo;s Pop-Show &ndash; Extra&ldquo; vom 06. Dezember 1986 f&uuml;r &bdquo;Modern Talking &ndash; 30&ldquo; ausgesucht, sowie zus&auml;tzlich der ZDF-Benefizshow &bdquo;&hellip;weil wir leben wollen&ldquo; vom 26.10.1986 bzw. dem Weihnachtsspecial von Hape Kerkelings &bdquo;K&auml;nguru&ldquo; vom 22.12.1986 entliehen. 1987 gab es zwischen den beiden &bdquo;Modern Talking&ldquo;-Exponenten zunehmend Streit &uuml;ber die Ausrichtung der weiteren Zusammenarbeit und des musikalischen Konzepts; wie Dieter, auf DVD-02 nachzuh&ouml;ren, best&auml;tigte, waren er und Thomas l&auml;ngst keine Freunde mehr. Folglich beschlossen beide, nach der v&ouml;llig unbedeutenden LP &bdquo;In the Garden of Venus&ldquo;, bis auf weiteres getrennter Wege zu gehen und sich auf ihre jeweiligen &ndash; noch auszuwertenden &ndash; Soloeinf&auml;lle zu konzentrieren.<\/p>\n<p>Es sollte bis 1998 dauern, als Dieters Plattenfirma SONY auf die Idee kam, endlich eine hauseigene Best-of-Koppelung der bis dato gr&ouml;&szlig;ten Erfolge des 80er-Duos zu kompilieren und durch dieses Tun ebenfalls finanziell vom zu jenem Zeitpunkt ausgepr&auml;gt grassierenden Revival des coolen Dezenniums zu profitieren. Doch statt nur eine Neuauflage betagter &bdquo;Modern Talking&ldquo;-Werke in der Klangtechnik der ausgehenden 90er Jahre aufzubieten, beschloss Dieter nun, seinen alten Kumpel Thomas zu kontaktieren, Streitereien fr&uuml;herer Jahre vorerst ad acta zu legen und erneut unter dem global prominenten Label &bdquo;Modern Talking&ldquo; erst einmal ein paar alte Hits im neuen Gewand und sp&auml;ter brandaktuelle Tondichtungen, die den bew&auml;hrten &bdquo;Modern Talking&ldquo;-Sound der 80er mit den technischen Raffinessen und den H&ouml;rgewohnheiten der Jahrtausendwende konstruktiv verschwei&szlig;en sollten, dem Popmusikfreund feilzubieten. Heraus kamen dabei nochmals sechs Langspiel-CDs, die sich insgesamt &uuml;ber 60 Millionen Mal verkauften. Darunter befanden sich drei Nummer-Eins-Alben, zweimal wurde Rang 2 und einmal Rang 3 erreicht. Acht Lieder aus dieser Etappe sind als TV-Ausschnitte aus z.B. &bdquo;Wetten, dass&hellip;&ldquo;, der &bdquo;Lotto Show&ldquo; von Ulla Kock am Brink oder der von Thomas Gottschalk pr&auml;sentierten Gala zur Hannoveraner &bdquo;EXPO 2000&ldquo; vom 01. Juni 2000 auf DVD-01 von &bdquo;Modern Talking &ndash; 30&ldquo; vorhanden, eine Nummer-Eins-Single vermochten Dieter und Thomas diesmal aber nicht zu erringen.<\/p>\n<p><strong>&bdquo;We take the Chance&ldquo;<\/strong>, entnommen der &bdquo;Lotto-Show&ldquo; vom 17.10.1998, sowie der &bdquo;Patrick-Lindner-Show&ldquo; vom 01.11.1998, war die erste Neukomposition von &bdquo;Modern Talking&ldquo; Abschnitt Zwo, die als Single das Licht der Welt erblickte. Zuvor hatten im Fr&uuml;hjahr 1998 zun&auml;chst zwei (m.E. unn&ouml;tig und alles Urspr&uuml;ngliche in Abrede stellend) modernisierte Remixe von &bdquo;You&rsquo;re my Heart&hellip;&ldquo; und &bdquo;Brother Louie&ldquo; die einstigen Zeitgenossen an ihre Jugend in den 80ern erinnert und den Nachgeborenen den unvergleichlichen &bdquo;Modern Talking&ldquo;-Kult erst so richtig schmackhaft gemacht. &bdquo;We take the Chance&ldquo; hantierte gekonnt mit den Eingangsakkorden des 1986er-Hardrockkrachers &bdquo;The Final Countdown&ldquo; der schwedischen Rockband &bdquo;Europe&ldquo; und verband dar&uuml;ber hinaus den grazi&ouml;sen Schick der 80er Jahre auf hinrei&szlig;ende Weise mit der oft feist bumsenden Rhythmik und der hastigen &Uuml;berdrehtheit der ausgehenden Folgedekade. Bei der Anfang 1999, sowohl &nbsp;bei &bdquo;Wetten, dass&ldquo; am 20. Februar genannten Jahres, als auch im &bdquo;Show-Palast&ldquo; zwei Tage zuvor, dargereichten Single <strong>&bdquo;You are not Alone&ldquo;<\/strong> (Rang 7) waren der klassischen, wenn auch arg aufgeputschten, Bohlen-gem&auml;&szlig;en Popmelodie erstmals &ndash; f&uuml;r 80er-geschulte H&ouml;rorgane relativ nervenaufreibende &ndash; schnatternde Rap-Passagen des geb&uuml;rtigen New Yorkers Eric Singleton hinzugef&uuml;gt worden, um auch und gerade bei den dancefloor-gest&auml;hlten Teenagern des Millenniumszeitalters punkten zu k&ouml;nnen. Dies wurde im Januar 2000 bis zum Exzess fortgesetzt. Die Single <strong>&bdquo;China in her Eyes&ldquo;<\/strong> (Rang 8), erste Auskoppelung aus der CD &bdquo;2000 &ndash; Year of the Dragon&ldquo;, bestand letztlich aus drei kaum zueinander finden wollenden Teilen: Thomas Anders&lsquo; sanfter, engelsgleicher Gesang im ersten Teil des Refrains verband sich mit den gewohnten Falsett-Passagen von Dieter (und ger&uuml;chteumwobenen Begleitern) im zweiten Teil desselben und dem gef&uuml;hllos hinzugemischt worden war Erics rasendes, nerv&ouml;ses Rap-Gebrabbel in den Strophen &ndash; eine f&uuml;r Altfans doch sehr gew&ouml;hnungsbed&uuml;rftige Vorgehensweise, die mit der unwirklich-wundersamen Feingliedrigkeit der von uns gesch&auml;tzten &bdquo;Modern Talking&ldquo; der mittleren 80er nicht mehr allzu viel am Hut hatte.<\/p>\n<p>Im April 2000 konnte die n&auml;chste, mal wieder extrem krasse, aufgebauschte und dabei trotzdem jederzeit sympathische und stilvolle Single <strong>&bdquo;Don&rsquo;t take away my Heart&ldquo;<\/strong> (Rang 41) zumindest im Refrain als Beinahe Eins-zu-Eins-Kopie des weltbekannten 1967er-Popoldies &bdquo;Everlasting Love&ldquo; in die Annalen eingehen, w&auml;hrend &bdquo;<strong>No Face &ndash; No Name&nbsp; &#8211; No Number&ldquo;<\/strong>, ein nicht als Single auserkorener Albumtrack aus &bdquo;Year of the Dragon&ldquo;, spritzig, hei&szlig;bl&uuml;tig und temperamentvoll mit s&uuml;damerikanischen Rhythmen und &uuml;ppigen Flamenco-Gitarren laborierte. <strong>&bdquo;Win the Race&ldquo;<\/strong>, Vorabsingle aus dem 2001er-Werk &bdquo;America&ldquo;, erwies sich als wuchtiger, strammer Pop-Rock-Verschnitt im &uuml;berdrehten Glitzergewand, diente als Erkennungsmelodie der kommenden Formel-Eins-Rennsaison und feierte seine damalige, gleicherma&szlig;en monstr&ouml;s in Szene gesetzte Urauff&uuml;hrung in der &uuml;ber f&uuml;nfst&uuml;ndigen Jubil&auml;umssendung &bdquo;20 Jahre Wetten, dass&hellip;&ldquo;, &uuml;bertragen aus der Vorarlberger Stadtgemeinde Dornbirn. &nbsp;Die Auswahl aus der zweiten &bdquo;Modern Talking&ldquo;-Periode schlie&szlig;t mit dem schnellen, aufgew&uuml;hlten Popkracher <strong>&bdquo;Last Exit to Brooklyn&ldquo;<\/strong> (Rang 37, ebenfalls aus &bdquo;America&ldquo;) und der filigranen Softrockballade <strong>&bdquo;Don&lsquo;t make me Blue&ldquo;<\/strong>, die auf der 2002er-CD &bdquo;Victory&ldquo; ihren Ursprung hatte und von allen f&uuml;r die DVD ausgesuchten Titeln aus &bdquo;Modern Talking&ldquo;-Part II vermutlich am ehesten die bezaubernde, naiv-frische Romantik der mittleren 80er Jahre in die Jetztzeit her&uuml;berzuretten vermochte. Die meisten anderen Songkreationen dieser zweiten Zeitspanne blieben dem &uuml;berzeugten und unbelehrbaren 80er-Jahre-Kind, schon zum Stichtag ihrer Genese, gr&ouml;&szlig;tenteils verschlossen.<\/p>\n<p>In den Jahren zwischen &bdquo;Modern Talking&ldquo; Folge 01 (1984-1988) und Folge 2 (1998-2003) gingen beide &sbquo;zeitgem&auml;&szlig;en Labers&auml;cke&lsquo; jeweils eigenen, solistischen Ambitionen, von mehr oder weniger Erfolg gekr&ouml;nt, nach, wor&uuml;ber die zweite (Dieter = &bdquo;Blue System&ldquo;) und dritte (Thomas &ndash; solo) DVD ein weiteres Mal mit viel Liebe und Leidenschaft Zeugnis ablegen, detailgetreu und zeitgeschichtlich h&ouml;chst relevant zusammengesucht, proper und wohlschmeckend f&uuml;r den Fan, wie den interessierten Beobachter der Musikhistorie, zusammengetragen.<\/p>\n<p>(&#8230;)<\/p>\n<p>Holger St\u00fcrenburg, 30. Dezember 2014 bis 03. 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