{"id":94072,"date":"2015-01-29T00:00:00","date_gmt":"2015-01-29T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=94072"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"GUILDO-HORN-amp-DIE-ORTHOP%C4DISCHEN-STR-94071","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/GUILDO-HORN-amp-DIE-ORTHOP%C4DISCHEN-STR-94071\/","title":{"rendered":"GUILDO HORN &#038; DIE ORTHOP\u00c4DISCHEN STR\u00dcMPFE <br \/>Das neue Album &quot;Schlager unser&quot; &#8211; besprochen von Stephan Imming!"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Das ist kein Schlagerschei\u00df &#8211; das ist mein Leben!&#8220;, stellt Herr Horn klar!\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das neue Schlager-Album des &quot;Meisters&quot; und ehemaligen &quot;Bundespr&auml;sidenten&quot; (nein, die Rede ist nicht von Walter Freiwald, vielmehr hei&szlig;t GUILDO HORN mit b&uuml;rgerlichem Namen Horst K&ouml;hler) ist vergleichbar mit einer Kirchenmesse, in der Kirchenlieder, Gebete und Lesungen vorkommen. Das kann man nun geschmackvoll finden oder nicht, es ist zumindest erfreulich, dass zumindest niemand deswegen Klage erhoben oder gar Gewalt angedroht hat wegen vermeintlicher Diffamierung.<\/p>\n<p>Wer als &quot;normaler&quot; durchschnittlicher Schlagerfan des Meisters neues Album h&ouml;rt und ihn nicht kennt, fragt sich vielleicht, warum der Mann den Schlager so verarscht und diese sch&ouml;nen Lieder so durch den Kakao zieht. Inzwischen sollte man es aber besser wissen. Wenn man beim H&ouml;ren der Scheibe zwischendurch nicht sicher ist, &quot;Walking By Myself&quot;, &quot;Black Night&quot; oder doch Dieter Hallervorden (&quot;Schniff Schniff di Schneuff&quot;) zu h&ouml;ren und dann &nbsp;feststellt, dass es immer noch &quot;<strong>Dich zu lieben<\/strong>&quot; ist, was da erklingt, wei&szlig; man, woran das liegt: Der Meister hat Humor, musikalischen Anspruch und liebt den Schlager, den er unnachahmlich modernisiert hat (der Song ist allerdings auch auf der Compilation &quot;20 Jahre Z&auml;rtlichkeit&quot; ver&ouml;ffentlicht worden).<\/p>\n<p>Auch wenn die CD insgesamt schlagerhafter wirkt (sehr oft sind z. B. Hammond-Orgel und Bl&auml;ser zu vernehmen; die Schlagzeug-Sounds klingen programmiert) als es seine Konzerte bisweilen vermuten lassen, gelingt es Horn in Ans&auml;tzen, seine geniale Live-Performance auch auf Tontr&auml;ger zu konservieren, wobei in meinen Augen ein Live-Konzert des Meisters noch mal eine eigene Liga ist &#8211; bis heute hoffe ich auf eine DVD seiner unfassbaren Grand-Prix-Tour 1998 &quot;Danke!&quot; &#8211; vielleicht gibt es da ja verwertbare Aufnahmen?<\/p>\n<p>Gerade der Song &quot;<strong>Tornero<\/strong>&quot; erinnert an Konzerterlebnisse des Meisters, aber auch anderer Schlagergr&ouml;&szlig;en &#8211; wer kennt es nicht, dies &quot;Haa haa haaa haaa&quot; von &quot;Tr&auml;nen l&uuml;gen nicht&quot;, das ja auch Guildo in seinen Konzerten sehr exzessiv und zum Mitmachen auffordernd gespielt hat (und sp&auml;ter auf der CD zu h&ouml;ren ist). In &auml;hnlich dramatischer Form hat auch Howard Carpendale seinen Song &quot;Nachts, wenn alles schl&auml;ft&quot; auf die B&uuml;hne gebracht &#8211; erst wird sehr lange &quot;haaa haaahaaa haaa haaa&quot; gesungen, bevor es &quot;zur Sache geht&quot;. Diese Tradition setzt der Meister unnachahmlich in &quot;Tornero&quot; (Wart auf mich) fort&nbsp; &#8211; auch der Sprechgesang, der ja auch dem von &quot;Tr&auml;nen l&uuml;gen nicht&quot; vergleichbar ist, hat eine Dramatik, die einfach witzig r&uuml;ber kommt. Rhythmische Einlagen und ein sensationelles Gitarrensolo verfeinern den Song. Mit der Aufnahme zeigt Guildo, dass man einen Michael-Holm-Schlager nicht zur Peinlich-Fremdsch&auml;m-Nummer verkommen lassen muss (1.000 Tr&auml;ume weit), sondern daraus eine echte Rock-Nummer machen kann, die vielleicht sogar &quot;Wacken&quot;-tauglich w&auml;re (zumindest, wenn er zus&auml;tzlich von der Feuerwehrkapelle begleitet w&uuml;rde).<\/p>\n<p>A propos Holm &#8211; dessen &quot;<strong>Mendocino<\/strong>&quot; hat der Meister auch erneut aufgegriffen. Zun&auml;chst recht nah am Original gehalten (, wobei der typische Hammond-Sound der Keyboard-Riffs durch Bl&auml;ser erg&auml;nzt wurde,) wird man am Schluss durch &uuml;berraschende Mitsing-Passagen &uuml;berrascht. Auch bei diesem Song ist der Schluss sehr originell: Horn fragt noch mal, &quot;wo denn bitte&quot; an jeder T&uuml;r angeklopft werde? Diese &quot;dumme Frage&quot; inspirierte seine Musiker, die &quot;orhop&auml;dischen Str&uuml;mpfe&quot;, den Sesamstra&szlig;en-Song &quot;Der, die, das&quot; zu intonieren.. Hintergrund der Frage war wohl eine der &quot;Lesungen&quot;, die zwischendurch auf der CD zu h&ouml;ren sind- &quot;aus dem Buche des Schlagers&quot;, so kam ein Wissenschaftler zur Erkenntnis, dass die Schlagerseligkeit oftmals nicht genau lokalisiert werden k&ouml;nne, jedoch oftmals im S&uuml;den zu finden sei.<\/p>\n<p>Auch der Klassiker &quot;<strong>Tr&auml;nen l&uuml;gen nicht<\/strong>&quot; von Michael Holm wurde wie gesagt erneut aufgegriffen &#8211; die Neuaufnahme konnte mich aber nicht ansatzweise so &uuml;berzeugen wie die von &quot;Tornero&quot;, weil der Song von zu vielen Schlager-Cover-S&auml;ngern aufgegriffen wurde &#8211; sehr originell ist die &quot;Schlager unser&quot;-Version in meinen Augen auch nicht, auch wenn die Verl&auml;ngerung mit &quot;Hey Jude&quot; sicher witzig, aber eben nicht neu ist.<\/p>\n<p>Dem Udo-J&uuml;rgens-Klassiker &quot;<strong>Aber bitte mit Sahne!<\/strong>&quot; hat der Meister ebenfalls neues Leben eingehaucht. Das eigentliche Cover ist nicht sonderlich bemerkenswert &#8211; gab es in der Form auch von Kollegen Dieter Thomas Kuhn und sogar von der Metal-Band Sodom. Horns Spezialit&auml;t ist es aber, das Lied &nbsp;zum Medley mit &quot;Rocking All Over the World&quot; zu kombinieren &#8211; das ganze mit einem tollen Gitarrensolo garniert. Auch wenn die Idee nicht neu ist (genau so hat Horn es bereits 1997\/98 bei der &quot;Danke!&quot;-Tour zelebriert &#8211; das gilt auch f&uuml;r das &quot;Tr&auml;nen\/Hey Jude-Medley&quot;), macht es Spa&szlig;, dieses &quot;Sahne\/Status Quo-Medley&quot; zu h&ouml;ren.<\/p>\n<p>Die &quot;<strong>Merci Cherie<\/strong>&quot;-Version ist nicht sonderlich originell. Schade, der Meister hat &ouml;fter mal den (von Udo J&uuml;rgens selbst nicht auf CD erh&auml;ltlichen) Song &quot;Der Mann mit der M&uuml;tze&quot; bei Live-Konzerten gecovert &#8211; der Song hat es auch beim Meister bislang nicht auf CD geschafft. In dem Punkt k&ouml;nnte er sich vom Kollegen Dieter Thomas Kuhn eine Scheibe abschneiden, dessen &quot;Und dann sagt man sich goodbye&quot; ja f&uuml;r Udo-Fans eine echte &Uuml;berraschung war.<\/p>\n<p>Schlusspunkt der CD ist eine sehr witzige Version des Eurovisions-Hits des Meisters, &quot;<strong>Guildo hat euch lieb<\/strong>&quot;, das mit dem Klassiker &quot;Danke f&uuml;r diesen guten Morgen&quot; beginnt und mit dem Sinatra-Klassiker &quot;New York, New York&quot; endet.<\/p>\n<p>&quot;Das ist kein Schlagerschei&szlig; &#8211; das ist mein Leben!&quot; &#8211; mit dieser &quot;Lesung&quot; schlie&szlig;t der Meister sein Album, und man nimmt es ihm ab. Sch&ouml;n w&auml;re, wenn irgendwann mal wieder eine CD herausgebracht w&uuml;rde, in der auch unbekanntere, aber h&ouml;renswerte Klassiker in der unnachahmlichen orthop&auml;dischen Art bearbeitet w&uuml;rden.<\/p>\n<p>Wer ein Freund davon ist, musikalisch Zitate anderer Songs zu h&ouml;ren, die man nicht vermuten w&uuml;rde und wem ein ordentlicher, durchdachter Schluss eines Songs allemal lieber ist als ein langweiliges Fade Out, der d&uuml;rfte an der aktuellen CD des Meisters seinen Spa&szlig; haben.<\/p>\n<p>Stephan Imming, 27.01.2015<\/p>\n<p>http:\/\/www.guildo-horn.com\/index.php<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Das ist kein Schlagerschei\u00df &#8211; das ist mein Leben!&#8220;, stellt Herr Horn klar!\u00a0 Das neue Schlager-Album des &quot;Meisters&quot; und ehemaligen<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":94073,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[29],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/94072"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=94072"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/94072\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/94073"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=94072"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=94072"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=94072"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}