{"id":94015,"date":"2015-01-29T00:00:00","date_gmt":"2015-01-29T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=94015"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"ROY-BLACK-DRAFI-DEUTSCHER-MANUELA-WENCKE-94014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/oldies\/ROY-BLACK-DRAFI-DEUTSCHER-MANUELA-WENCKE-94014\/","title":{"rendered":"ROY BLACK, DRAFI DEUTSCHER, MANUELA, WENCKE MYHRE, RONNY, BERND SPIER u.a. <br \/>Die Doppel-CD &quot;Die Schlager des Jahres 1965&quot; im Test von Holger St\u00fcrenburg!"},"content":{"rendered":"<p>Darauf enthalten: 44 Schlager-Klassiker, die vor 50 Jahren top-aktuelle Hits waren!\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor mir liegt eine prallgef&uuml;llte Doppel-CD, die da hei&szlig;t <strong>&bdquo;Die Schlager des Jahres 1965&ldquo;<\/strong>. Insgesamt 44 nicht immer, aber fraglos h&auml;ufig weithin bekannte Popglanzst&uuml;cke und Oldieklassiker, aber auch ein paar rare, nicht mehr allzu vertraute (und trotzdem oft durchaus gehaltvolle und wiederh&ouml;renswerte) Kurzzeiterfolge von vor genau einem halben Jahrhundert, haben die zumeist ja sehr detailverliebt und thematisch genau hantierenden Kollegen des oberbayrischen Labels Music Tales \/ Spectre Media aus den Archiven hervorgekramt und &ndash; f&uuml;r den versierten Musikgeschichtler ebenso faszinierend und unterhaltend, wie f&uuml;r den wissbegierigen Schlagerfreund und peniblen Sammler &ndash; auf zwei Silberscheiben zusammengefasst.<\/p>\n<p>50 Jahre ist 1965 nun schon her. Nicht wenige von uns &ndash; den Rezensenten eingeschlossen &ndash; waren damals noch gar nicht auf der Welt. Viele Hitparadenst&uuml;rmer jener Tage kennen wir also nur vom H&ouml;rensagen und\/oder durch unsere Eltern und Gro&szlig;eltern, f&uuml;r die diese guten, alten Lieder genauso viel Bedeutung und Emotionen aufwiesen, wie f&uuml;r meine Altersgenossen und mich, als Schlager- und Popkinder der 80er Jahre, z.B. Roland Kaiser oder Howard Carpendale bzw. f&uuml;r den (zum Gl&uuml;ck immer gr&ouml;&szlig;er werdenden) schlageraffinen Teil der heutigen Generation Helene Fischer oder Andrea Berg. Auch das meiste, was damals im politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben so vonstattenging, ist den Nachgeborenen, so sie sich &uuml;berhaupt f&uuml;r Zeitgeschichte interessieren, nur aus Erz&auml;hlungen, B&uuml;chern, Filmen oder alten YouTube-Videos bekannt. Daraus folgend, sollen nun, bevor ich mich genauer mit den musikalischen Ereignissen des Jahres 1965 besch&auml;ftigen mag, erst mal ein paar der der bedeutsamsten Geschehnisse jener &bdquo;Ruhe vor dem Sturm&ldquo;-&Auml;ra der Endausl&auml;ufer der gl&uuml;ckseligen Adenauer-Jahre, zwischen der ersten Phase des Kalten Krieges und der langsam ertasteten Entspannungspolitik mitsamt der damit verbundenen leisen &Ouml;ffnung gen Osten, zwischen dem abflauenden Wirtschaftsboom der Gr&uuml;nderjahre und der ersten, zwar nicht erhofften, aber im Sinne des &ouml;konomischen Zyklus vollkommen erwartbaren Rezession in der noch jungen Bundesrepublik, zwischen dem beginnenden Aufbegehren der Nachkriegsjugend und den politisch brisanten, gesellschaftlichen Umw&auml;lzungen der Studentenbewegung 1968, kurz skizziert werden.<\/p>\n<p>So feiern 2015 nicht nur z.B. der ewige &bdquo;Tim Thaler&ldquo; Thomas Ohrner, Ex-CDU-Bundesumweltminister Norbert R&ouml;ttgen, oder US-Fettn&auml;pfchen-Treter Charlie Sheen ihren 50. Ehrentag, sondern werden auch die TV- und Kinosch&ouml;nheiten Desiree Nosbusch, Julia Stemberger oder Brooke Shields dieses Jahr &bdquo;49 plus Eins&ldquo; Jahre alt. 1965 wurde in New York der legend&auml;re Tr&auml;nendr&uuml;sendr&uuml;cker-Streifen &bdquo;Doktor Schiwago&ldquo; als Originalversion uraufgef&uuml;hrt und in Deutschland die synchronisierte Fassung von Sergio Leones nicht weniger sagenumwobenem Italowestern &bdquo;For a Few Dollars more&ldquo; den Kinobesuchern zug&auml;nglichgemacht, der hierzulande als &bdquo;F&uuml;r eine Handvoll Dollars&ldquo; Filmgeschichte schrieb.<\/p>\n<p>Die gro&szlig;e Politik war in unseren Breitengraden in erster Linie von der Wahl zum V. Deutschen Bundestag bestimmt. Diese ging am 19. September 1965 &uuml;ber die B&uuml;hne und f&uuml;hrte zu einer erneuten Koalition von CDU\/CSU und FDP, nachdem der beim Wahlvolk sehr gesch&auml;tzte, einstige Wirtschaftsminister Ludwig Erhard (CDU) schon 1963, w&auml;hrend der vorherigen Legislaturperiode, zum Nachfolger Konrad Adenauers im Amt des Bundeskanzlers gew&auml;hlt worden war. So trat nun der rundliche Schwabe erstmals als Spitzenkandidat der Unionsparteien an und konnte diese mit 47.6 Prozent wiederum als st&auml;rkste Kraft ins Ziel bzw. ins Bonner Parlament bugsieren. In Frankreich setzte sich der konservative Charles de Gaulle bei seiner Wiederwahl zum Pr&auml;sidenten der F&uuml;nften Republik erfolgreich gegen seinen sp&auml;teren Amtsnachfolger, den jungen Sozialisten Francois Mitterand durch; in den USA wurde Kennedy-Erbe Lyndon B. Johnson im Januar als 45. Pr&auml;sident der Vereinigten Staaten vereidigt; in Vietnam nahmen die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Vietcong und S&uuml;dvietnam immer ernsthaftere Z&uuml;ge an.<\/p>\n<p>Im musikalischen Leben in Deutschland fanden zunehmend englischgesungener Beat, Pop und Bluesrock Eingang in die offiziellen Hitparaden. Was die Nummer-Eins-Hits des Jahres 1965 betrifft, so hielten sich angloamerikanische Rock- und Pop-Produktionen die Waage mit solchen Liedern, die man gemeinhin in die Rubrik &bdquo;Deutscher Schlager&ldquo; einordnet, auch wenn zwei Interpreten darunter fielen, die, wie Cliff Richard (&bdquo;Das ist die Frage aller Fragen&ldquo;) aus Gro&szlig;britannien bzw. Nini Rosso (&bdquo;Il Silenzio&ldquo;) urspr&uuml;nglich aus Italien stammten, und somit nicht deutscher Herkunft waren. Tats&auml;chlich brachte die internationale Popszene gerade in den hier beschriebenen zw&ouml;lf Monaten eine Menge an Beitr&auml;gen hervor, die l&auml;ngst als unverbr&uuml;chliche Zugnummern des Rock gelten. Als Beispiele hierf&uuml;r zu nennen seien Bob Dylans &bdquo;Like a Rolling Stone&ldquo;, &bdquo;(I can&rsquo;t get no) Satisfaction&ldquo; von den &bdquo;Rolling Stones&ldquo;, der von Dylan geschriebene, aber von den US-Folkrockern &bdquo;The Byrds&ldquo; nachempfundene, sp&auml;tere Hippie-Hymnus &bdquo;Mr. Tambourine Man&ldquo; oder der &uuml;berdrehte Hilfeschrei &bdquo;Help&ldquo; von den in jenen Tagen schier unvermeidlichen &bdquo;Beatles&ldquo;.<\/p>\n<p>Doch auf vorliegender Doppel-CD &bdquo;Die Schlager des Jahres 1965&ldquo; kommen fast ausschlie&szlig;lich mit deutschem Gesang angereicherte Melodien aus dem Bereich der Leichten Muse zum Einsatz, abgesehen von zwei Instrumentaltiteln (&bdquo;Letkiss&ldquo;, &bdquo;Il Silenzio&ldquo;), und einem in einer Art Babysprache gehaltenen Haudrauf-Beat-Epos, das von einer deutschen Beat-Truppe namens &bdquo;The Rainbows&ldquo; verhackst&uuml;ckt worden war. Dar&uuml;ber hinaus haben die Music-Tales-Experten von Bobby Solos Top-19-Single &bdquo;Ich bin verliebt in Dich, Christina&ldquo; die auf Italienisch gehaltene Urdeutung &bdquo;Cristina&ldquo; f&uuml;r ihre aktuelle 1965er-Komplilation bei SONY anlizenziert.<\/p>\n<p>In der Top-30-Jahreshitparade des &bdquo;Musikmarktes&ldquo; stand es 1965 17 zu 13 f&uuml;r allgemein dem Begriff &bdquo;Schlager&ldquo; zuzuordnende Titel, wobei diese Liste von der bereits erw&auml;hnten (von mir dazugerechneten) Trompetenballade &bdquo;Il Silenzio&ldquo; angef&uuml;hrt wurde. Neun Songs aus dieser Jahresendauswertung erhalten nun Raum auf der Doppel-CD &bdquo;Die Schlager des Jahres 1965&ldquo;. Vom zweimaligen Spitzenreiter Ronny suchten die Verantwortlichen allerdings nicht dessen Toperfolge &bdquo;Kenn ein Land&ldquo; und &bdquo;Kleine Annabell&ldquo; heraus, sondern nutzten stattdessen zwei (noch zu beschreibende) kommerziell nicht ganz so rentable klingende K&ouml;stlichkeiten, von Freddy Quinn, der zwei Singles in der Jahresliste 1965 hatte platzierten k&ouml;nnen &ndash; &bdquo;500 Meilen von zu Haus&ldquo; und &bdquo;So ein Tag, so wundersch&ouml;n wie heute&ldquo; &ndash;, h&ouml;ren wir leider keine der beiden auf dieser Doppel-CD<\/p>\n<p>Ansonsten&hellip; lasst uns nun einfach starten mit einer kleinen Analyse der 44 <strong>&bdquo;Schlager des Jahres 1965&ldquo;<\/strong>, von denen zwar beileibe nicht alle, aber zumindest rund etwas mehr als ein Viertel durchaus in der Kategorie &sbquo;unvergesslicher Evergreen mit Ewigkeitsgarantie&ldquo; heimisch geworden sind! In dieser erlauchten Gattung finden sich &ndash; wie kann es anders sein? &ndash; die beiden nur als virtuos genial zu klassifizierenden Beat-Ohrw&uuml;rmer <strong>&bdquo;Marmor, Stein und Eisen bricht&ldquo;<\/strong> (Rang 1) und <strong>&bdquo;Heute male ich Dein Bild, Cindy Lou&ldquo;<\/strong> (Rang 3), gewichtig und offensiv gesungen von dem damaligen regelrechten Aufw&uuml;hler der bis dato &uuml;berwiegend artig und bed&auml;chtig vor sich hin schl&uuml;rfenden, alteingesessenen Musikszene, <strong>Drafi Deutscher<\/strong>. Jene &ndash; f&uuml;r hiesige Popverh&auml;ltnisse dieses Zeitalters ohnehin ungew&ouml;hnlich laut, kraftvoll, stark und somit geradezu mutig und provokativ rhythmisierte &ndash; Brachial-Gassenhauer begr&uuml;ndeten den noch heute andauernden Kultstatus ihres vor neun Jahren verstorbenen Interpreten und dienen auch 2015 immer wieder bei Schlagerpartys und Oldiefeten als tanzfl&auml;chenf&uuml;llende Discothekenrenner.<\/p>\n<p>Ebenfalls bis heute einen herausgehobenen Ruf im nationalen Schlagergeschehen genie&szlig;t die insgesamt dritte Single von Schnulzenlegende <strong>Roy Black<\/strong>: <strong>&bdquo;Du bist nicht allein&ldquo;<\/strong> (Rang 4) ist eine wahrlich elit&auml;re, wiegende, sogleich in die Geh&ouml;rg&auml;nge flie&szlig;ende, so sanfte, wie liebevoll mutmachende Komposition des M&uuml;nchener Liedschreibers Rolf Arland, versehen mit einem so schlichten, wie lyrisch den Kern der Sache punktgenau treffenden Text von Kurt Hertha, die seinerzeit von Roys Plattenfirma Polydor als eine Art &bdquo;deutsche Antwort auf Elvis&lsquo; &bdquo;Are you lonesome tonight&ldquo;&ldquo; betrachtet und als ebensolche ins Rennen gesandt wurde. Weiters wohl dauerhaft im Ged&auml;chtnis der Oldiefans verhaftet sind z.B. <strong>Wencke Myhres<\/strong> burschikoser, aufgeweckter Sommerhit <strong>&bdquo;Sprich nicht dr&uuml;ber&ldquo;<\/strong> (Rang 5), aus der Feder von Rudi von der Dovenm&uuml;hle, die ebenso frech und keck vorgetragene, sehr britisch inszenierte Christian-Bruhn-Komposition <strong>&bdquo;K&uuml;sse unter&rsquo;m Regenbogen&ldquo;<\/strong> (Rang 7) von <strong>Manuela <\/strong>oder die von der aus Pennsylvania stammenden Teeniesch&ouml;nheit <strong>Peggy March<\/strong> so schw&auml;rmerisch, wie herzzerrei&szlig;end besungenen Jungm&auml;dchen-W&uuml;nsche <strong>&bdquo;Mit 17 hat man noch Tr&auml;ume&ldquo;<\/strong> (Rang 2), mit denen die langm&auml;hnige, einstige Nachwuchshoffnung, die erst ein Jahr zuvor in die Bundesrepublik gekommen war, die &bdquo;Deutschen Schlager-Festspiele 1965&ldquo; in Baden-Baden einwandfrei f&uuml;r sich entscheiden konnte. Peggys weitere Singlever&ouml;ffentlichungen im hier erl&auml;uterten Jahr, die hoffnungsvolle Ode auf ein baldiges Wiedersehen des Liebsten, <strong>&bdquo;Good Bye, Good Bye, Good Bye&ldquo;<\/strong> (Rang 8), und die jedoch etwas allzu weinerliche Country-Schnulze <strong>&bdquo;Die sch&ouml;nen Stunden geh&rsquo;n schnell vorbei&ldquo;<\/strong> (Rang 25) fanden ebenfalls Ber&uuml;cksichtigung auf &bdquo;Die Schlager des Jahres 1965&ldquo;.<\/p>\n<p>Im zarten Alter von kaum 16 Jahren, deb&uuml;tierte der auf der ionischen Insel Korfu geborene, k&uuml;nftige Weltstar <strong>Vicky Leandros <\/strong>mit seiner allerersten deutschsprachigen 45er <strong>&bdquo;Messer, Gabel, Schere, Licht&ldquo;<\/strong>, die, erdacht vom Hamburger Liedautor und Musikverleger Ralf Arnie, das bereits damals mit pr&auml;gnantem, robustem Stimmorgan ausgestattete, br&uuml;nett gelockte M&auml;dchen sogleich auf Rang 15 der Singlehitparaden katapultierte und auf diese Weise der vielseitigen Griechin einen mehr als nur passablen Einstiegstreffer erm&ouml;glichte.&nbsp;<\/p>\n<p>Der unangefochtene Bestseller vor genau 50 Jahren war, wie bereits dargelegt, die auf einer Zapfenstreich-Weise beruhende Trompetenballade <strong>&bdquo;Il Silenzio<\/strong>&ldquo; des Turiner Jazz-Bl&auml;sers und &ndash;Komponisten <strong>Nini Rossi<\/strong>, der mit dieser monumentalen Abschiedsarie einen Welterfolg hatte erschaffen k&ouml;nnen, der sich global &uuml;ber zehn Millionen Mal verkaufte und hierzulande zur Jahresmitte 1965 vier Wochen lang die Spitzenposition der &bdquo;Musikmarkt&ldquo;-Auswertungen besetzen konnte. Gleichsam im rein instrumentalen Klanggewand, verblieb der auf einem Finnischen Volkstanz basierende Popmarsch <strong>&bdquo;Letkiss&ldquo;<\/strong>, den der zu seinen Lebzeiten in Hamburg ans&auml;ssige Orchesterleiter, Arrangeur und Akkordeonspieler Horst Wende unter seinem Pseudonym <strong>&bdquo;Robert Delgado&ldquo; <\/strong>zur Karnevalszeit 1965 bis auf Rang 3 der inl&auml;ndischen Singlehitlisten transferieren konnte.<\/p>\n<p>Im frohsinnig-deftigen Faschingsumfeld fand sich gleichsam die fidele Jux-Truppe <strong>&bdquo;Peter Lauch &amp; die Regenpfeifer&ldquo;<\/strong> ein, die mit ihrer gewollt zweideutig-derben Bearbeitung des von &bdquo;Lili Marleen&ldquo;-Erschaffer Norbert Schultze ersonnenen Polka-Standards &bdquo;Eine Seefahrt, die ist lustig&ldquo; unter dem Titel <strong>&bdquo;So ein Seemann macht es richtig&ldquo;<\/strong> Anfang 1965 bis auf Rang 8 emporschippern konnte. <em>DER <\/em>ultimative Schenkelklopfer-Gossenhauer, der in den mittleren 60er Jahren ein ums andere Mal das wilde Treiben zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch beherrschte, war die 1963 zur Melodie des sowjetischen &bdquo;Weltjugendliedes&ldquo; entstandene, dralle Stimmungshymne <strong>&bdquo;Humbta-T&auml;t&auml;r&auml;&auml;&ldquo;<\/strong>, frisch-fromm-fr&ouml;hlich-frei dargeboten vom in Mainz geborenen, singenden Dachdeckermeister <strong>Ernst Neger<\/strong>, dessen Enkel Thomas &uuml;brigens seit 2009 f&uuml;r die CDU im Stadtrat seiner Vaterstadt sitzt. Ebenso als drastisch humorvoll und gar einwenig <strong>&bdquo;Balla, Balla&ldquo;<\/strong>, pr&auml;sentierte sich ein gleichnamiger, spritzig-anarchischer Beat-Dadaismus, den die Westberliner Rock&rsquo;n&rsquo;Roll-Combo <strong>&bdquo;The Rainbows&ldquo;<\/strong> kompositorisch auf dem zw&ouml;lftaktigen Blues-Schema aufgebaut hatte, um eben diesen g&ouml;ttlichen Fetzer, ausschlie&szlig;lich mittels der sich unz&auml;hlige Male wiederholenden Textfragmente &bdquo;My Baby Baby Balla Balla&ldquo; bzw. auch nur &bdquo;Balla Balla Balla&hellip;&ldquo;, im November 1965 auf Rang 3 der Singleauswertungen zu geleiten.<\/p>\n<p>Den letzten Nummer-Eins-H&ouml;hepunkt des Vorjahres 1964 &ndash; der nat&uuml;rlich noch bis ins Fr&uuml;hjahr 1965 hinein hitparadentechnisch f&uuml;r Furore sorgte &ndash; hatte der sommersprossige Frauenschwarm <strong>Bernd Spier<\/strong> mit der introvertierten Popballade <strong>&bdquo;Das war mein sch&ouml;nster Tanz&ldquo;<\/strong> erzielt, seiner noch heute &uuml;berw&auml;ltigenden, muttersprachlichen Auslegung von Scott Engels (&bdquo;Scott Walker&ldquo;) unter dem Pseudonym &bdquo;Dalton Brothers&ldquo; aufgenommenem Monumentalopus &bdquo;I only came to Dance with you&ldquo;. Bernds zweiter gro&szlig;er Erfolg 1965 hie&szlig; <strong>&bdquo;Einmal geht der Vorhang zu&ldquo;<\/strong> und war eine von Hans Bradkte lyrisch bearbeitete Deutsche Originalaufnahme von Andy Williams&lsquo; 1963er-Powerballade &bdquo;Can&rsquo;t get used to losing you&ldquo;, die wir 80er-Kinder in erster Linie in der filigranen Ska-Pop-Auslegung der Briminghamer New-Wave-Band &bdquo;The (British) Beat&ldquo; kennen.<\/p>\n<p>Der 2011 verstorbene Bremer Schlagers&auml;nger und Komponist <strong>Ronny<\/strong> (alias Wolfgang Roloff) ist zum einen mit dem rasenden, dunkel-sehns&uuml;chtigen und gleichsam vers&ouml;hnlich-beschwichtigenden Country-Schmankerl <strong>&bdquo;Darling, Good Night&ldquo;<\/strong> auf &bdquo;Die Schlager des Jahres 1965&ldquo; vertreten. Ferner vernehmen wir den b&auml;rtigen Bremer auf dieser Doppel-CD mit dem traurig-aussichtlosen Liebesgest&auml;ndnis an <strong>&bdquo;Anja, Anja&ldquo;<\/strong> (Songtitel), aufgebaut auf einem russischen Volkslied aus dem Jahr 1883, das sp&auml;ter auf Englisch als &bdquo;The Carnival is over&ldquo; von so unterschiedlichen Interpreten, wie den australischen Folkrockern &bdquo;The Seekers&ldquo;, der deutschen Disco-Formation &bdquo;Boney M,&ldquo; oder dem ebenfalls aus &rsquo;Down Under&lsquo; stammenden D&uuml;ster-Barden Nick Cave mit Hit-Ehren &uuml;berh&auml;uft wurde. Beide Titel von Ronny konnten im Fr&uuml;hjahr 1965 Einzug in die deutschen Top 10 halten.<\/p>\n<p>Beim allj&auml;hrlichen Grand Prix Eurovision de le Chanson, der 1965 im italienischen Neapel ausgetragen wurde, trat f&uuml;r Luxemburg die blutjunge Franz&ouml;sin <strong>France Gall<\/strong> an. Ihr skandaltr&auml;chtiger Landsmann Serge Gainsbourg hatte der 17j&auml;hrigen spr&ouml;den Popsch&ouml;nheit den knackigen Popbeat-Rei&szlig;er &bdquo;Poup&eacute;e de cire, poup&eacute;e de son&ldquo; auf ihren zierlichen Leib geschneidert, mit dem Serges jugendliche Muse den S&auml;ngerwettstreit vor 50 Jahren haushoch gewann. Dieses fetzige Lied war daraufhin f&uuml;r den deutschen Sprachraum, ebenfalls von seiner Originalinterpretin, als &bdquo;<strong>Das war eine sch&ouml;ne Party&ldquo;<\/strong> postpubert&auml;r-naiv eingesungen worden, weshalb dieser deutschen Version des damaligen Grand-Prix-Siegertitels von den Verantwortlichen von Music Tales nat&uuml;rlich ein guter Platz im Repertoire von &bdquo;Die Schlager des Jahres 1965&ldquo; einger&auml;umt wurde.<\/p>\n<p>Auch das Wiener Show-Urgestein <strong>Peter Alexander<\/strong> ist auf dieser Doppel-CD gleich zweimal zu h&ouml;ren: Der gem&auml;chlich-edle Schleicher <strong>&bdquo;Schenk mir ein Bild von Dir&ldquo;<\/strong>, im April 1965 Rang 2 in Deutschland, und die ebenso gelassen-lieblich vor sich hin treibende, deutsche Sichtweise von Jackie De Shannons regentr&uuml;bem Bluesschlager &bdquo;It&rsquo;s just terrible&ldquo;, hier: <strong>&bdquo;Fr&auml;ulein Wunderbar&ldquo;<\/strong>, untermauerten den kaum zu toppenden Status von &bdquo;Peter, dem Gro&szlig;en&ldquo; im mitteleurop&auml;ischen Entertainment-Leben der mittleren 60er Jahre!<\/p>\n<p><strong>&bdquo;Sexy Rexy&ldquo; Gildo<\/strong> brillierte mit dem peppigen Rock&rsquo;n&rsquo;Roll-Schlager <strong>&bdquo;Wenn es sein muss, kann ich treu sein&ldquo;<\/strong> (Rang 11), einer deutschsprachigen Aufnahme des US-Adult-Contemporary-Hits &bdquo;In the First Night of the Full Moon&ldquo; des seinerzeit in seiner amerikanischen Heimat sehr popul&auml;ren Jazz- und Pops&auml;nger Jack Jones; betulich-gro&szlig;b&uuml;rgerlich zeigte sich hingegen abermals Gentleman-Crooner <strong>Gerhard Wendland<\/strong> mittels seines akkordeonverzierten Feudalschlagers <strong>&bdquo;Tanze die ganze Nacht mit mir&ldquo;<\/strong> (Rang 11), w&auml;hrend der damals besonders bei den Teeniegirls aus aller Welt sehr beliebte, kanadische Tausendsassa <strong>Paul Anka<\/strong> in br&uuml;chigem Deutsch einen eher unbedeutenden, hysterisch-schreierischen Lobgesang auf eine offenbar sehr eindrucksvolle <strong>&bdquo;Elisabeth&ldquo;<\/strong> (Singtitel) schmetterte, mit der er sich auf Rang 17 der einheimischen Hitparaden herumtrieb. Die Italo-Amerikanerin <strong>Connie Francis<\/strong> hatte das wehm&uuml;tige Mid-Tempo-Romantikdrama <strong>&bdquo;Du musst bleiben, Angelino&ldquo;<\/strong> (Rang 5) im Programm, die d&auml;nische Schlagers&auml;ngerin <strong>Dorthe<\/strong> (sp&auml;ter: Dorthe Kollo) &uuml;bersetzte den temporeichen, fast gehetzt wirkenden Beatschlager &bdquo;Dip-Di-Dip (I want to be his Girl)&ldquo; der ansonsten unbekannten US-Souls&auml;ngerin Angela Martin zu <strong>&bdquo;Dip-Di-Dip (Du passt so gut zu mir)&ldquo;<\/strong>. Die br&uuml;nette Schwedin <strong>Siw Malmkvist<\/strong> legte als Nachfolgesingle zu ihrem &sbquo;musikalischen Erkennungszeichen&lsquo; &bdquo;Liebeskummer lohnt sich nicht&ldquo; den gleichfalls von Christian Bruhn konzipierten, ebenso phantastischen Tanzschlager <strong>&bdquo;K&uuml;sse nie nach Mitternacht&ldquo;<\/strong> vor, der diesmal bis auf Rang 9 der &bdquo;Musikmarkt&ldquo;-Listen aufsteigen konnte, w&auml;hrend ihre schnieke Berliner Kollegin <strong>Conny Froboess<\/strong> den mediterranen Folkschlager &bdquo;Topkapi&ldquo; des griechischen Filmkomponisten Manos Hadjidakis lecker und gewitzt als <strong>&bdquo;Diese Nacht hat viele Lichter&ldquo;<\/strong> neu aufbereitete.<\/p>\n<p>Der heutige reale Schlagergro&szlig;meister <strong>Michael Holm<\/strong> war zum Zeitpunkt des Entstehens seines 1965er-Meisterwers <strong>&bdquo;Alle W&uuml;nsche kann man nicht erf&uuml;llen&ldquo;<\/strong> gerade mal 22 Jahre alt und noch ein &bdquo;kleines Licht&ldquo; am nationalen Pophimmel. Trotzdem sp&uuml;rt man noch heute bei jedem Takt dieser ph&auml;nomenalen, in ihrer Gesamtheit fundiert kompakten Joachim-Heider-Kreation die k&uuml;nstlerische Potenz, kreative Geschlossenheit und &uuml;berbordende Musikalit&auml;t des sp&auml;teren &bdquo;Mr. Mendocino&ldquo; mit Wohnsitz Weilheim\/Oberbayern in fundamentalster Form!<\/p>\n<p>Die gesanglichen Versuche des bisherigen Eiskunstlaufstars, mehrfachen Olympia-Teilnehmers, Silbermedaillentr&auml;gers und sp&auml;teren &bdquo;Holiday on Ice&ldquo;-Mentors <strong>Hans-J&uuml;rgen B&auml;umler<\/strong> kann man m&ouml;gen, muss man aber nicht. Die flotte Werner-Scharfenberger-Komposition <strong>&bdquo;Sorry, little Baby&ldquo;<\/strong>, irgendwo angesiedelt zwischen sanftem Rock&rsquo;n&lsquo;Roll und einer kleinen Prise britischen Beats, ist per se nett anzuh&ouml;ren. H&auml;tte jedoch ein No-Name ohne Olympische Auszeichnung diese sch&ouml;ne Nummer in vorliegender Qualit&auml;t (bzw. Nicht-Qualit&auml;t) auch nur als Demo eingesungen, w&auml;re derselbe nachher umgehend des Studios verwiesen worden. Nur der verkaufstr&auml;chtige Ruhm des besonders von den jungen Frauen in diesem unseren Lande haufenweise angebeteten Wintersportlers schien daf&uuml;r verantwortlich gewesen zu sein, dass der honorige Liedschreiber Scharfenberger nichts gegen diese absolut stimmschwache und unharmonische Gesangsfassung seiner Melodie einzuwenden hatte &#8211; zumal der Ex-Paarlauf-Partner von Marika Kilius mit seiner langweiligen Aufnahme von &bdquo;Sorry, little Baby&ldquo; im M&auml;rz 1965 die deutschen Top 10 st&uuml;rmte und somit das Tantiemen-Konto genannter Regensburger Hitmaschine vermutlich sehr ordentlich f&uuml;llte. Nicht viel spannender oder wom&ouml;glich gar authentischer, echter, erklang der gospel-angehauchte Banal-Schlager <strong>&bdquo;Einmal gibt&rsquo;s ein Wiederseh&rsquo;n&ldquo;<\/strong> (Rang 19), in dem B&auml;umler erneut &auml;u&szlig;erst flache Stimmkompetenz an den Tag legte.<\/p>\n<p>Ein weiterer Sportler, der 1965 f&uuml;r einen kommerziell &uuml;beraus eintr&auml;glichen Hiterfolg sorgte, war der legend&auml;re Fu&szlig;ballspieler <strong>Petar &bdquo;Radi&ldquo; Radenkovic<\/strong>. Der aus Belgrad stammende, zeitweilige Torwart des TSV M&uuml;nchen 1860 nahm sich des von Fred Rauch und Charly Nie&szlig;en ersonnenen, Oldtime-jazzigen Blasmusikschlagers <strong>&bdquo;Bin i Radi &ndash; Bin I K&ouml;nig&ldquo;<\/strong> an, steuerte diesen, mit liebenswertem jugoslawischen Akzent vorgetragen, geradewegs auf Rang 5 des &bdquo;Musikmarktes&ldquo; und verkaufte von diesem bodenst&auml;ndigen Ohrwurm zum Mitklatschen und Mitstampfen stehenden bzw. stampfenden Fu&szlig;es 400.000 Exemplare.<\/p>\n<p>Weniger im fr&ouml;hlichen Schlagertrubel, denn im ernsthafteren Chanson-Bezugsrahmen, war der 2004 verstorbene Pariser Chansonnier und Schauspieler <strong>Sacha Distel<\/strong> stilistisch zu Hause. Sein famoser 1965er-Beitrag hie&szlig; <strong>&bdquo;Die Frau mit dem einsamen Herzen&ldquo;<\/strong>, war eine abgekl&auml;rt-melancholische, elegante Gitarrenballade bester G&uuml;telasse und platzierte sich im M&auml;rz jenes Jahres auf Rang 15 der hiesigen Charts.<\/p>\n<p>Das meist gemeinsam musizierende Geschwisterpaar <strong>Renate und Werner Leismann<\/strong> f&uuml;hrte zun&auml;chst den etwas schl&auml;frigen Pop&rsquo;n&rsquo;Roll <strong>&bdquo;Warten ist so schwer&ldquo;<\/strong> im M&auml;rz 1965 auf Rang 18 des &bdquo;Musikmarkts&ldquo;. Nur wenig sp&auml;ter folgte das weitaus ansprechendere lustig-locker swingende, der im feinsten Zwiegesang von Bruder und Schwester Leismann eingesungenen Schlagerchanson <strong>&bdquo;Das Leben ist wunderbar&ldquo;<\/strong>, der es immerhin bis auf Rang 24 schaffte &ndash; und schlussendlich bestiegen die beiden noch heute aktiven Sauerl&auml;nder zum Jahresende romantisch, gef&uuml;hlvoll und hochmelodisch ein kleines, schnuckeliges <strong>&bdquo;Dreamboat&ldquo;<\/strong>, mit dem sie auf Rang 31 des &bdquo;Musikmarkts&ldquo; vor Anker gingen.<\/p>\n<p>Zu den eher weniger gel&auml;ufigen Beitr&auml;gen auf &bdquo;Die Schlager des Jahrs 1965&ldquo; z&auml;hlen der einstige Leichtathlet und Goldmedaillengewinner der Olympischen Spiele 1960 in Rom, <strong>Martin Lauer<\/strong>, mit seinem pfiffigen Western-Schlager <strong>&bdquo;Taxi nach Texas&ldquo;<\/strong> (Rang 7), oder die 2008 verstorbene, niederl&auml;ndisch-schwedische Zirkusartistin und S&auml;ngerin <strong>Suzie<\/strong>, die im hier beschriebenen Jahr mit den sehr konventionellen, gar oft m&auml;hrig-langweilend daherkommenden Schlagerchen <strong>&bdquo;Max und Moritz<\/strong>&ldquo; (Rang 17) und <strong>&bdquo;Ich war allein&ldquo;<\/strong> (Rang 6) keine bleibenden Spuren im teutonischen Popdasein zu hinterlassen vermochte. Auch die dr&ouml;gen, nur durchschnittlichen, mehr gekreischten, denn gesungenen Romantikepen <strong>&bdquo;Abschied nehmen tut so weh&ldquo;<\/strong> und <strong>&bdquo;Es kommt alles einmal wieder&ldquo;<\/strong> der israelischen Chansonette <strong>Carmela Corren<\/strong> sind heutzutage l&auml;ngst &ndash; qualitativ nicht zu Unrecht &ndash; dem Vergessen anheimgefallen.<\/p>\n<p>Unn&ouml;tig, weil v&ouml;llig charmelos und d&uuml;mmlich aufgetakelt erklingt auf &bdquo;Die Schlager des Jahres 1965&ldquo; der nervt&ouml;tende Country-Jodel-Verschnitt <strong>&bdquo;Eine Rose bl&uuml;ht in Colorado&ldquo;<\/strong> des Z&uuml;richer M&ouml;chtegern-Cowboys <strong>Peter Hinnen<\/strong>, sowie dessen zweiter 1965er-Vorschlag <strong>&bdquo;In Alabama steht ein Haus&ldquo;<\/strong>, der seinem Vorg&auml;nger in Sachen L&auml;cherlichkeit und &nbsp;Sinnlosigkeit in nichts nachstand.<\/p>\n<p>1965 befand sich die Bundesrepublik Deutschland, wie geschildert, nicht nur politisch, sondern auch und gerade in popmusikalischer Hinsicht in einem gewissen Zwischenstadium. Die Nachfrage nach all den heiteren, aufstrebenden und zweifellos von einem sehr nachvollziehbaren Stolz auf das Geschaffte &#8211; den Wiederaufbau, die Einrichtung der Demokratie, die R&uuml;ckkehr in die Gemeinschaft zivilisierter Volker &#8211; getragenen, klingenden Untermalungen der zur&uuml;ckliegenden sechs, acht Jahre ebbte zum Ausklang der Adenauer-&Auml;ra hin ab.&nbsp;<\/p>\n<p>Wie man an nicht wenigen Passagen auf dieser Doppel-CD erkennen kann, schien der Deutsche Schlager 1965 noch nicht so recht zu wissen, wo er in Futuro eigentlich hinwollte. Traditioneller, aber eingedeutschter Rock&rsquo;n&rsquo;Roll von z.B. Ted Herold oder Peter Kraus, war ebenso beinahe schon &sbquo;Schnee von gestern&lsquo;, wie die unz&auml;hligen Fern- und Heimwehges&auml;nge von Freddy Quinn oder Vico Torriani, von Conny Froboess, Caterina Valente oder Lolita. Zeit- und gegenwartsnahe Einwirkungen aus britischem Mersey Beat oder US-amerikanischem Folkpop hatten, wie dargelegt, nur in sehr eingeschr&auml;nkter, sozusagen &sbquo;niemandem wehtuender&lsquo; Ausformung einen Weg in f&uuml;r den deutschen Schlagermarkt bestimmte Kompositionen und Arrangements gefunden. Einzig und allein frische Gesichter, wie Michael Holm&nbsp; oder ganz besonders Drafi Deutscher, &ouml;ffneten gewohntes, teutonisches Schlagerliedgut erst sanft, dann immer eindeutiger den diversen Spielarten und Variationen des Beat, des Blues und gar des Rock etwas h&auml;rteren Zuschnitts und k&uuml;ndigten durch dieses Tun unverbl&uuml;mt Neuartiges, Ungew&ouml;hnliches, Unverbrauchtes an!<\/p>\n<p>Psychedelisch, gar hippiegem&auml;&szlig; angehauchte Schlagerepen, auch in deutscher Sprache, wie Christian Anders&lsquo; &bdquo;Zug nach nirgendwo&ldquo;, dessen bombastische Gef&uuml;hlsexplosion &bdquo;Geh nicht vorbei&ldquo;, oder Peter Maffays Deb&uuml;t &bdquo;Du&ldquo;, gro&szlig;spurig Chansonhaftes von Udo J&uuml;rgens (&bdquo;Siebzehn Jahr, Blondes Haar&ldquo;) bzw. Katja Ebstein (&bdquo;Wunder gibt es immer wieder&ldquo;) oder eben Michael Holms aufm&uuml;pfig-entstaubender Pop-Rock a la &bdquo;Mendocino&ldquo; oder &bdquo;Barfu&szlig; im Regen&ldquo;, waren noch nicht in Sichtweite; vielleicht trauten sich auch manche S&auml;nger, Arrangeure und Produzenten gar nicht so recht, diese weltweit immer mehr an Aktualit&auml;t gewinnenden Einfl&uuml;sse aus dem internationalen Popbusiness in deutsche Schlagergefilde zu integrieren. W&auml;hrend 1965 im angloamerikanischen Spektrum wahrhaftige Popgeschichte geschrieben wurde &ndash; Dylan, die &bdquo;Beatles&ldquo;, die &bdquo;Stones&ldquo;, auch die&nbsp; &bdquo;Beach Boys&ldquo;, die &bdquo;Kinks&ldquo; oder &bdquo;The Who kreierten gerade in jener Phase einen kulturhistorisch relevanten, stilbildenden Klassiker nach dem anderen &ndash; befand man sich hierzulande noch auf dem bis dato unentdeckten Pfad, deutschsprachige Kl&auml;nge peu a peu f&uuml;r rockigere, deftigere, frechere Elemente und Einsprengsel zu pr&auml;parieren.<\/p>\n<p>&Uuml;ber dieses Intervall zwischen b&uuml;rgerlicher Geruhsamkeit und juvenilem Aufmucken, das sich in B&auml;lde auch im Deutschen Schlager unzweifelhaft zeigen und kreativ einbringen sollte, gibt die Doppel-CD <strong>&bdquo;Die Schlager des Jahres 1965&ldquo;<\/strong> in hervorragender, mitrei&szlig;ender und niemals langweiliger Form Aufschluss. Die meisten Lieder &ndash; selbst, wenn es nur wenige derer tats&auml;chlich vermocht haben, zu realen Dauerbrennern zu avancieren &ndash; sind &uuml;beraus nett und sympathisch anzuh&ouml;ren, tats&auml;chlich unwichtige, t&ouml;nende Nulpen finden sich dagegen kaum in dieser prachtvollen Kollektion, welche von den Verantwortlichen bei Music Tales in gewohnter Akribie und mit viel Liebe und Interesse an den einzelnen Liedern von &bdquo;annodazumal&ldquo; zusammengef&uuml;hrt wurde!<\/p>\n<p>Holger St\u00fcrenburg, 19. bis 26. 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