{"id":93469,"date":"2015-02-10T00:00:00","date_gmt":"2015-02-10T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=93469"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"LEINEMANN-smago-Serie-Schlager-93468","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/LEINEMANN-smago-Serie-Schlager-93468\/","title":{"rendered":"LEINEMANN <br \/>smago! Serie &quot;Schlager-R\u00fcckblick &#39;vor 40 Jahren&#39;&quot; von Stephan Imming: Teil 8 &#8211; Leinemann (&quot;In Hamburg sind die N\u00e4chte lang&quot;)!"},"content":{"rendered":"<p>Neuzugang 03.03.1975! Dieser Artikel (mit fast schon St\u00fcrenburgschen Ausma\u00dfen!) entstand mit freundlicher Unterst\u00fctzung des LEINEMANN-Bassisten Uli Salm&#8230;:\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<strong><em>VIELEN DANK AN DEN LEINEMANN-BASSISTEN ULI SALM F&Uuml;R ERG&Auml;NZENDE BZW. KORRIGIERENDE ANGABEN!<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\nKurz nach einer (weiteren) erfolgreich absolvierten Deutschland-Tour brachte die Hamburger Skiffle-Rock-Band Leinemann als Bonbon f&uuml;r die Fans ein Lied heraus, das vor genau 40 Jahren die Hitparaden st&uuml;rmte und sogar in die deutschen Verkaufs-Charts kam: &bdquo;<strong>In&nbsp; Hamburg sind die N&auml;chte lang<\/strong>&ldquo;, eine witzige Neufassung des wohlbekannten Oldies von Fred Bertelmann aus dem Jahre 1955.<\/p>\n<p>In etwa in dieser Zeit (na ja, sechs Jahre sp&auml;ter) begann bereits die Leinemann-Saga: 1961 gr&uuml;ndete der &bdquo;Halbstarke&ldquo; und Obersch&uuml;ler Ulf Kr&uuml;ger in der Heide-Stadt Uelzen die Band &bdquo;Owl City Washboardmen&ldquo;. Das Skiffle-Fieber war auch in Niedersachsen ausgebrochen. Mit den Freunden Jerry Bahrs (Gesang) und&nbsp; Uli Salm (Bass) imitierte Ulf das gro&szlig;e Vorbild aus England: Lonnie Donegan, dem &bdquo;King of Skiffle&ldquo;, der gemeinsam mit Chris Barber die europ&auml;ische Skiffle-Welle ausgel&ouml;st hatte. 1964 nahmen die Amateure aus der Heide ihre erste und einzige LP auf, &bdquo;<strong>Das Skiffeln bringt gro&szlig;&#39; Freud<\/strong>&lsquo;&ldquo; mit einfachem, fr&ouml;hlichem Rustikal-Jazz, mit dem man u. a. als frisch gew&auml;hlte zweitbeste Skiffle-Gruppe Norddeutschlands am 30.06.1964 beim Schulfest des Gymnasiums Uelzen auftrat.<\/p>\n<p>Im Herbst 1963&nbsp; gr&uuml;ndete Uli Salm mit Freunden seine erste Beat-Band &bdquo;The Randalls&ldquo;, bei der sp&auml;ter auch Ulf Kr&uuml;ger einstieg. Man bespielte jedes Wochenende die gesamte L&uuml;neburger Heide und war Hausband im &bdquo;Star Palast L&uuml;neburg&ldquo;. Ende 1966 benannte sich die Band in &bdquo;Chicago Sect&ldquo; um und belegte im legend&auml;ren &bdquo;Star Club&ldquo; am 13.02.1967 den sehr guten 2. Platz von &uuml;ber 60 Bands. Die &bdquo;Chicago Sect war lokal sehr erfolgreich, spielte regelm&auml;&szlig;ig im &bdquo;Star Club&ldquo; und kam u. a. immerhin&nbsp; zu Ostern 1968 beim Recklingh&auml;user Beatfestival auf den vierten Rang unter 170 Gruppen aus dem ganzen Bundesgebiet. Ulf Kr&uuml;ger wurde 1969 aus der Band geworfen, nachdem ein neuer Gitarrist eingestiegen war und Uli Salm ging aus Protest und aus Solidarit&auml;t zu seinem Freund gleich mit. Kr&uuml;ger hat seinerzeit sogar sein Schlagzeug verkauft.<\/p>\n<p>Ulf Kr&uuml;ger (nun mangels Schlagzeug am Waschbrett) und Uli Salm (Bass) besannen sich auf ihre musikalische Vergangenheit und begannen wieder, Skiffle zu spielen. Gemeinsam mit dem alten &bdquo;Owl-City&ldquo; Kumpel J&uuml;rgen &bdquo;Jerry&ldquo; Bahrs (Gitarre und Gesang) und dem urspr&uuml;nglich aus Bayern stammenden L&uuml;neburger &nbsp;Banjospieler J&ouml;rn Christoph &bdquo;Django&ldquo; Seelenmeyer, den die drei auf &nbsp;Hamburger Skiffle-Festivals kennen und sch&auml;tzen gelernt hatten, gr&uuml;ndeten sie &bdquo;nur so zum Spa&szlig;&ldquo; eine Band namens Jerry Bahrs &amp; His Skiffle Group. Bestandteil dieser Gruppe wurde auch Pianospieler Gottfried B&ouml;ttger, den Salm und Kr&uuml;ger im alten &bdquo;Onkel P&ouml;&ldquo; (damals noch am Hamburger Mittelweg) kennengelernt haben und dort ansprachen, mit in die Band einzusteigen &ndash; B&ouml;ttger, damals so etwas wie der K&ouml;nig der Hamburg-P&ouml;seldorfer In-Szene, sagte zu.<\/p>\n<p>Die Mischung aus Ragtime-Jazz (insbesondere gepr&auml;gt durch B&ouml;ttger), Skiffle und Beat kam an, so dass das alte &bdquo;Onkel P&ouml;&ldquo; oft ausverkauft war &ndash; auch bei den Fr&uuml;hschoppen im &bdquo;Theater im Zimmer&ldquo; avancierte die Band zum Publikumsliebling. So wurde beschlossen, eine Schallplatte aufzunehmen. Die Single &bdquo;<strong>My Baby Left Me \/ Can I Get A Witness<\/strong>&ldquo; wurde in einem kleinen Studio in der N&auml;he von Hildesheim unter Live-Bedingungen aufgenommen.<\/p>\n<p>Auf dem Weg zur&uuml;ck nach Hamburg entschloss man sich, der Band einen neutralen, nicht auf ein einzelnes Mitglied bezogenen, Namen zu geben. Man entschied sich auf Vorschlag von Uli Salm f&uuml;r den Namen eines Typen, der absolut nichts mit deren Musik zu tun hatte, aber schon zu der Zeit eine Art pers&ouml;nlicher Assistent von Ulf Kr&uuml;ger war &ndash; (Helmut) Leinemann.<\/p>\n<p>Das &bdquo;Onkel P&ouml;&ldquo; siedelte &nbsp;um nach Hamburg-Eppendorf. Leider blieb der Erfolg f&uuml;r den Club dort zun&auml;chst aus. Aber in Dieter Roloffs &bdquo;Cotton Club&ldquo; begannen Leinemann, sich eine kleine, stetig wachsende Fan-Gemeinde zu erspielen. Der Veranstalter Karsten Jahnke setzte die Band z.B. beim &bdquo;Carnival Of Jazz&ldquo; im Winterhuder F&auml;hrhaus ein.<\/p>\n<p>Dann platzte auch endlich der Knoten im &bdquo;Onkel P&ouml;&ldquo;, und die Zuschauer kamen zahlreicher, besonders bei Leinemann. Schon bald stand eine Menschenmenge vor der T&uuml;r, wenn Band auftrat, so dass auch die Schallplattenindustrie auf die Band aufmerksam wurde. 1970 erschien die erste LP namens &bdquo;<strong>Honky Tonky Skiffle Rock<\/strong>&ldquo; mit ausschlie&szlig;lich englischsprachigen Liedern (teilweise auch Cover-Versionen wie &bdquo;Ob La Di Ob La da&ldquo; oder &bdquo;Tom Dooley&ldquo;) bei BASF, was dann auch die ersten TV-Auftritte mit sich brachte.<\/p>\n<p>1972 erschien die zweite LP der Hamburger Band namens &bdquo;<strong>Piano Skiffle Rock<\/strong>&ldquo;, das &ndash; wie schon das erste &ndash; lt. Aussage von Bandmitglied Ulf Kr&uuml;ger nicht unbedingt das Tempo und den Witz der Live-Auftritte wiedergab, die das Publikum so begeisterten. Dennoch traf der LP-Titel die Stilistik recht gut f&uuml;r den Stilmix aus Blues- und Jazz-Traditionals mit Waschbrett und Boogie-Woogie-Piano. Das LP-Cover war von der etwas ungew&ouml;hnlicheren Art &ndash; im Park stehend waren da M&auml;nner mit B&auml;rten&nbsp; und schulterlangen Haaren in Jeans; Gottfried B&ouml;ttger trug sogar eine schwarze Lederhose zu schwarzer Lederjacke, einen schwarzen Hund an der Leine f&uuml;hrend. Diesmal war erstmals ein deutscher Song auf der LP vorhanden, eine 30-Sekunden-Version des damals aktuellen Michael-Holm-Songs &bdquo;<strong>Barfu&szlig; im Regen<\/strong>&ldquo; mit leicht ver&auml;ndertem Text, in dem es darum ging, dass ein &bdquo;Schutzmann zum Pelzen&ldquo; (&bdquo;Pelzen&ldquo;= Bumsen) mit nach Hause genommen werden w&uuml;rde. Vielleicht hat man sich bewusst dagegen entschieden, noch weitere deutsche Songs auf die Platte zu nehmen, um keinen Skandal herbeizuf&uuml;hren.<\/p>\n<p>Im Dezember 1972 ging die Band als Vorgruppe von deren Idol (&bdquo;King of Skiffle&ldquo;) Lonnie Donegan auf Deutschland-Tour, womit f&uuml;r die Bandmitglieder ein Traum wahr wurde.<\/p>\n<p>Roadmanager und Fahrer der Band war genau <u>der<\/u> Helmut &bdquo;Mac&ldquo; Leinemann, nach dem die Gruppe sich benannt hatte, weil er nichts mit der Band zu tun hatte. Gemeinsam mit dem &bdquo;Rittmeister&ldquo; Joachim Hagenow k&uuml;mmerte er sich um den Bus, die Anlage und die Musiker selbst in einer Zeit, in der die Band bis zu drei Auftritte pro Tag hatte.<\/p>\n<p>1973 erschien die dritte Leinemann-LP &bdquo;<strong>Last Train To San Fernando<\/strong>&ldquo;, dessen &bdquo;Motor&ldquo; lt. Branchenblatt &bdquo;Musikmarkt&ldquo; Gottfried B&ouml;ttgers Piano-Sound war. Das Sound-Spektrum wurde auf der LP erweitert, so sind diesmal auch Akkordeon- und Bouzouki-Kl&auml;nge zu vernehmen. Leinemann wurde dadurch immer popul&auml;rer, so zogen diese LP und die kurz darauf erschienene Single &bdquo;<strong>Grandma<\/strong>&ldquo; immerhin f&uuml;nf TV-Auftritte nach sich, u.a. auch im Legend&auml;ren ARD &bdquo;Musikladen&ldquo; von Radio Bremen.<\/p>\n<p>Im M&auml;rz des gleichen Jahres ging die Band mit dem damals sehr popul&auml;ren &bdquo;Studio-B.&ldquo;-Moderator und Leinemann-Freund Henning Venske erfolgreich auf Tournee unter dem Motto &bdquo;Gestammelte Werke&ldquo; durch Norddeutschland. Die Erinnerung an diese Tournee war so nachhaltig, dass ihre Protagonisten sich im Dezember 2014 erneut in Hamburg trafen und in Erinnerungen schwelgten.<\/p>\n<p>Immer wieder wurden die Bandmitglieder im Laufe der Jahre gefragt, wer denn dieser omin&ouml;se &bdquo;Leinemann&ldquo; sei, nach dem man sich benannt habe. Folglich musste das n&auml;chste, 1974 erschienene, Album hei&szlig;en: &bdquo;<strong>Das ist Leinemann<\/strong>&ldquo;. Auf dem Cover war der Personalausweis von Namensgeber Helmut Herbert Leinemann abgebildet. Die Platte enthielt neben den &uuml;blichen Cover-Versionen im eigenen Stil (wie z. B. &bdquo;Sweet Little Sixteen&ldquo;) eine Reihe von Eigenkompositionen, die musikalisch zwar in Ordnung gingen, deren Texte aber lt. Aussage des Leinemanns Ulf Kr&uuml;ger zu w&uuml;nschen &uuml;brig lie&szlig;en. Sogar mit den Cover-Songs gab es in der Hinsicht Probleme, weil man es nicht immer so genau mit dem Abh&ouml;ren der Originale nahm und im Zweifel einen anderen (teilweise sogar selbst erfundenen) Text sang. Schlie&szlig;lich traf die Band einen Engl&auml;nder, der ihnen erkl&auml;rte, dass sie&nbsp; zwar eine tolle Band seien &ndash; er aber nicht verstehe, warum die Texte ausgerechnet Holl&auml;ndisch gesungen seien&hellip;<\/p>\n<p>Als Sp&auml;tfolge der 1972er-Tournee erschien 1974 eine weitere LP namens &bdquo;<strong>Lonnie Donegan Meets Leinemann<\/strong>&ldquo;, die bis dato zur wohl erfolgreichsten Leinemann-LP avancierte.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt durch Ulf Kr&uuml;gers Verschulden begann es in dieser Zeit in der Gruppe zu kriseln. Einzelne Mitglieder spielten mit dem Gedanken, ihr Studium wieder aufzunehmen (J&uuml;rgen &bdquo;Jerry&ldquo; Bahrs hat das sp&auml;ter auch wahr gemacht und wurde nach absolviertem Architektur-Studium erfolgreicher Architekt). Kr&uuml;ger dagegen wollte sich als Schallplattenproduzent bet&auml;tigen. Die Auftr&auml;ge blieben jedoch aus und Kr&uuml;ger bat die Band, doch lieber weiterzumachen, wozu es aber zu sp&auml;t war.<\/p>\n<p>Gottfried B&ouml;ttger war n&auml;mlich bereits in Udo Lindenbergs Panik-Orchester abgewandert und Lindenberg nicht bereit, ihn mit Leinemann zu teilen. So trat man an den Begleitmusiker des Hamburger S&auml;ngers Peter Petrel heran, den Holl&auml;nder Berry Sarluis, der sp&auml;ter auch Pianist von Karl Dall wurde und heute in der Band von Achim Reichel ist. Er spielte Klavier, Hammondorgel, Gitarre und sang und konnte f&uuml;r Leinemann gewonnen werden.<\/p>\n<p>Dennoch schien es der Gruppe zu gewagt, Gottfried B&ouml;ttger nur durch eine Person zu ersetzen. Also wurde zus&auml;tzlich Lonzo angeheuert, der hochtalentierte, junge Geiger und Gitarrist mit Afro-Frisur, der als &bdquo;Teufelsgeiger von Eppendorf&ldquo; in die Geschichte der Hamburger Szene eingehen sollte.<\/p>\n<p>1975 ging Leinemann wieder mit Lonnie Donegan auf Tournee, diesmal als dessen Begleitgruppe. Und wieder feierte man wahre Triumphe &ndash; in diese Zeit fiel ja auch die hier bereits genannte Single &bdquo;In Hamburg sind die N&auml;chte lang&ldquo;.<\/p>\n<p>Endlich, nach all den Jahren der B&uuml;hnen-Erfolge, erkannten schlie&szlig;lich auch die Platten-Produzenten, dass nur eine Live-Aufnahme wiedergeben konnte, was das Publikum so an Leinemann sch&auml;tzte: Deren Energie, Humor und Spielfreude. Also nahm man w&auml;hrend zweier gl&uuml;hend hei&szlig;er Sommern&auml;chte Ende Juni 1975 im &uuml;berf&uuml;llten Hamburger &bdquo;Logo&ldquo; das einzige <strong>Live<\/strong>-Album der Bandgeschichte auf.<\/p>\n<p>1976 wurde weiter unentwegt durch Deutschland getourt. Einige der fr&uuml;heren Konkurrenten hatten die Band l&auml;ngst &uuml;berholt. Otto und Udo Lindenberg waren Stars, Truck Stop erfolgreicher als Leinemann, und selbst eine aus den Stars der Hamburger Szene zusammengestellte &bdquo;Rentnerband&ldquo; war mit ihrer &bdquo;Hamburger Deern&ldquo; ganz oben in den Charts, deren Mitglieder u. a. Gottfried B&ouml;ttger, Lonzo und Django Seelenmeyer waren.<\/p>\n<p>Es war deutlich zu sp&uuml;ren, dass sich eine Ver&auml;nderung anbahnte. Die zweite Donegan\/Leinemann-LP &bdquo;<strong>Country Roads<\/strong>&ldquo; erschien und Django, Lonzo und Berry gingen mit einer neuen Gruppe (&bdquo;Second Hand Music&ldquo;) als Vorprogramm von Otto auf gro&szlig;e Deutschland-Tournee. Das Projekt war so erfolgreich, dass diese eigentlich als &bdquo;Spa&szlig;-Band&ldquo; konzipierte Gruppe sogar einen Plattenvertrag mit Polydor bekam. Aus dem kleinen Trio zur sehr pers&ouml;nlichen Erbauung wurde eine ebenso gro&szlig;e wie ambitionierte Band mit dem Zungenbrechernamen &bdquo;Okko, Lonzo, Berry, Chris und Django&ldquo; formiert. Dass Seelenmeyer seine neue Band schon nach kurzer Zeit desillusioniert und genervt wieder verlassen und sich nach seinen Jungs von Leinemann zur&uuml;cksehnen w&uuml;rde, hatte er damals wohl nicht erwartet.<\/p>\n<p>Das Projekt wurde schlie&szlig;lich so gro&szlig;, dass im Jahre 1976 Lonzo und Django Seelenmeyer nach einem Konzert in einer norddeutschen Kleinstadt die Band &uuml;ber ihr Ausscheiden von Leinemann informierten.<\/p>\n<p>Leinemann stellte den Live-Betrieb ein. Die Konkurrenz sang Deutsch. Zwar trat man nicht mehr auf, Platten wurden jedoch weiterhin produziert, da die Plattenfirma PhonoGram auf Einhaltung der Vertr&auml;ge bestand.<\/p>\n<p>Um weiterhin Live Musik machen zu k&ouml;nnen, gr&uuml;ndete Bassist Uli Salm die bis heute bestehende Rock-Show &bdquo;Rudolf Rock &amp; die Schocker&ldquo;, die am 29. Mai 1976 im legend&auml;ren &bdquo;Musikladen&ldquo; von Radio Bremen mit 3 Live gespielten Songs TV-Premiere hatten. Rudolf Rock wurde die zu der Zeit erfolgreichste deutsch Rock`n`Roll Band, das Line Up der Band las sich wie das &bdquo;Who is Who&ldquo; der Hamburger Musik Szene. Die Band ver&ouml;ffentlichte 18 Alben und mehr als 40 Singles.<\/p>\n<p>Die LP &bdquo;<strong>Leinemann Deutsch<\/strong>&ldquo; enthielt von Django Seelenmeyer und Ulf Kr&uuml;ger geschriebene und produzierte Lieder lt. Branchenblatt Musikmarkt zum &bdquo;Mitklatschen, Mittrampeln, Mitsingen&ldquo;. Angesichts der Ausstiegs-Ank&uuml;ndigungen wirkt der Song &bdquo;<strong>Wir hei&szlig;en Jerry, Uli, Berry, Ulf und Django<\/strong>&ldquo; schon merkw&uuml;rdig an. Musikalisch blieb man dem Skiffle treu, aber eigene teils witzige (nicht mehr &bdquo;holl&auml;ndische&ldquo;) Texte wie das frivole &bdquo;<strong>Kleine M&auml;dchen-ABC<\/strong>&ldquo; oder die &bdquo;<strong>famose, lange gr&uuml;ne Unterhose<\/strong>&ldquo; wurden in einen witzigen Ragtime-Rock-Skiffle-Sound verpackt.<\/p>\n<p>1977 erschien ein weiteres deutsches Album Leinemanns, der &bdquo;<strong>Hit Torpedo<\/strong>&ldquo;, ein Album mit (lt. auf der LP befindlichen Sticker) &bdquo;12 &frac12; Pauer Schauer Disco-Granaten&ldquo;. Das Album trug erneut die Handschrift Ulf Kr&uuml;gers und Django Seelenmeyers. Zwar gelang mit der Radio-Single &bdquo;<strong>Romina<\/strong>&ldquo; noch ein Radio-Hit, der wirkliche Leinemann-Fan blieb dem Album jedoch fern &ndash; und das trotz eines originellen Wettbewerbs, bei dem die Leser einer Musik-Fachzeitschrift das R&auml;tsel l&ouml;sen mussten, wer die Geisterstimme auf der neuen Leinemann-Single sei (richtige Antwort war: &bdquo;ein singender Zahnarzt aus Bad Segeberg&ldquo;, gemeint war damit der inzwischen verstorbene G&uuml;nter Willumeit. Der erste Preis, eine Kiste Champagner, wurde &uuml;brigens &bdquo;originalvernagelt von Leinemann&ldquo; &ndash; was immer das hei&szlig;en mag.<\/p>\n<p>Mit der LP &bdquo;<strong>That Old Fashioned Feeling<\/strong>&rdquo; war dann der Plattenvertrag mit PhonGram erf&uuml;llt. Diese Scheibe war zwar eine kleine Verbeugung vor den Roots der meisten Bandmitglieder, die ja aus der fr&uuml;hen Zeit der Beatmusik kamen (Ulf Kr&uuml;ger und Uli Salm hatten ja sogar im Star-Club gespielt). Ein neuer S&auml;nger war auch dabei: Carlo Blumenberg, damals in Hamburg schon bekannt als Rock- und Rock&rsquo;n&rsquo;Roll-S&auml;nger (Thrice Mice, Altona und Dirty Dogs).<\/p>\n<p>In den folgenden zwei Jahren blieb es still um Leinemann. Erst 1980 wurde die Gruppe recycelt &ndash; bei neuer Plattenfirma (&bdquo;Telefunken\/Teldec&ldquo;) mit einer Fassung des Rockabilly-Klassikers Midnight Dynamo, den Ulf Kr&uuml;ger und Django Seelenmeyer in &bdquo;<strong>Volldampf-Radio<\/strong>&ldquo; umgetitelt hatten und der prompt die Charts st&uuml;rmte. Leinemann hatte nach all den Jahren den ersten gro&szlig;en Hit! Die Abkehr von Skiffle-Lastiger Musik mit englischen Texten hin zu mehr Schlager-Lastigkeit sollte sich gelohnt haben.<\/p>\n<p>Jetzt ging es Schlag auf Schlag: In schneller Folge setzte es weitere Hits,&nbsp; z. B. 1981 &bdquo;<strong>Das Ungeheuer von Loch Ness<\/strong>&ldquo;, mit dem Leinemann sogar zur deutschen Grand-Prix-Vorentscheidung fuhr (im gleichen Jahr nahmen am Wettbewerb &uuml;brigens auch Salms &bdquo;Rudolf Rock und die Schocker&ldquo; mit dem Michael-Cretu-Song &bdquo;Mein Transistorradio&ldquo; teil).<\/p>\n<p>Dann kam &bdquo;<strong>Keine Angst vor&rsquo;m Rock&rsquo;n&rsquo;Roll<\/strong>&ldquo;, (- mit diesem als &bdquo;Nachr&uuml;cker-Song&ldquo; in die ZDF-Hitparade gekommenen Song konnte man dort den 1. Platz in der 150. Jubil&auml;ums Ausgabe erreichen), &bdquo;<strong>Ein K&ouml;nigreich f&uuml;r `n Autogramm von Elvis<\/strong>&ldquo; und schlie&szlig;lich die deutsche Version von Come On Eileen (Dexy&rsquo;s Midnight Runners), von Ulf Kr&uuml;ger und Django Seelenmeyer in &bdquo;<strong>Treffpunkt B&auml;rlin<\/strong>&ldquo; umgetextet, einem Hit mit politischen Untert&ouml;nen. 1983 ging es erneut zur Vorentscheidung zum Grand Prix Eurovision, diesmal mit dem Song &bdquo;<strong>Ich rei&szlig;&lsquo; alle Mauern ein<\/strong>&ldquo;. Schlusspunkt dieser Phase der Band war das Lied &bdquo;<strong>Sommerzeit<\/strong>&ldquo;, die deutsche Version des 1958er Oldies &bdquo;Summertime, Summertime&ldquo; von den Jamies mit einem neuen Text von Django Seelenmeyer und Ulf Kr&uuml;ger.<\/p>\n<p>Sp&auml;testens jetzt (und nach einigen &bdquo;leidvollen&ldquo; Auftritten der Band in der ber&uuml;hmt-ber&uuml;chtigten ZDF-Hitparade), hatte Ulf Kr&uuml;ger endg&uuml;ltig die Nase voll und verabschiedete sich. Das bedeutete eine Pause von immerhin zwei Jahren.<\/p>\n<p>Erst 1985 w&uuml;rde man vom Rest der Gruppe Leinemann wieder etwas h&ouml;ren unter der nun aktuellen Besetzung Carlo Blumenberg (Gesang), Dieter Borchardt (Gitarre, Gesang), Uli Salm (Bass) und Django Seelenmeyer (Gitarre, Gesang; au&szlig;erdem war er nun alleiniger Produzent der Band).<\/p>\n<p>Mit einer deutschen Country-Swing-Version des 1985er US-Sommer-Hits von Rockin&lsquo; Sidney, &bdquo;My Toot Toot&ldquo;, (einer Cajun-Nummer aus den S&uuml;mpfen Louisianas) eroberte Leinemann alle Hitparaden, dabei wollte Django Seelenmeyer diesen Titel erst gar nicht produzieren. Erst als Gibson Kemp, u. a. seinerzeit gefeiert als Entdecker der Band InXS, Seelenmeyer lautstark &bdquo;den Marsch blies&ldquo;, machte dieser sich auf den Weg ins Studio. Die erste Version lehnte die Plattenfirma allerdings als &bdquo;zu pornografisch&ldquo; ab &ndash; erst die zweite Fassung ging durch &ndash; und l&ouml;ste in halb Deutschland die weltbewegende Frage aus: Was, bitte, ist ein &bdquo;Tuut Tuut&ldquo;?! Die Single &bdquo;Mein Tuut Tuut&ldquo; wurde zum gr&ouml;&szlig;ten Hit der Bandgeschichte- das Erfolgsrezept &bdquo;swingender, akkordeonget&ouml;nter Rock&rsquo;n&rsquo;Roll mit typischen Zydeco-Elementen in den Melodiephrasen und einer Rhyhm-&amp;-Blues-Besetzung&ldquo; kam an.<\/p>\n<p>Titel wie &bdquo;<strong>Piraten der Liebe<\/strong>&ldquo; und &bdquo;<strong>Alle woll&rsquo;n das Eine<\/strong>&ldquo; sowie das Album &bdquo;<strong>Tuut Tuut<\/strong>&ldquo; (mit den Gastmusikern Mickey Gee (Gitarre) und Geraint Watkins (Piano) &ndash; beide von der All-Star-Gruppe Willie And The Poor Boys &#8211; bescherten Leinemann eine weitere h&ouml;chst erfolgreiche Zeit in den Hitparaden und in TV-Shows. &bdquo;<strong>Es steht `ne Kiste Bier in Spanien<\/strong>&ldquo;, ein punkiger Polka-Titel der Pogues sowie die Single &bdquo;<strong>Nick Nack<\/strong>&ldquo;, ein traditioneller Folk-Song, der popul&auml;r geworden war durch den Fernseh-Inspektor Columbo, der dieses Liedchen pfiff oder summte, wenn er T&auml;ter zur Strecke brachte, folgten.<\/p>\n<p>Zwischendurch versuchte Leinemann 1989, mit dem Song &bdquo;<strong>Lust auf Radio<\/strong>&ldquo; einen (NDR 2-)Radio-Hit zu kreieren, was aber nicht gelang. Auch das Opus &bdquo;<strong>Dornr&ouml;schen &ndash; die Wahrheit<\/strong>&ldquo; (1993) konnte nicht an alte Erfolge ankn&uuml;pfen.<\/p>\n<p>Ansonsten waren die genannten Ver&ouml;ffentlichungen zwar sehr erfolgreich im Funk und im TV, brachten aber relativ wenig Verk&auml;ufe. So kam schlie&szlig;lich 1993 die letzte Leinemann-Single auf den Markt &ndash; eine Version des Hamburger Szene-Klassikers &bdquo;<strong>Die Dinosaurier (werd&rsquo;n immer trauriger)<\/strong>&ldquo;, seinerzeit geschrieben von den Leinem&auml;nnern Ulf Kr&uuml;ger und Uli Salm und dem englischen Hit-Schreiber und Produzenten Steve Glen (u. a. Hot Chocolate) f&uuml;r den legend&auml;ren Ex-Leinemann Lonzo.<\/p>\n<p>Heute, nach immerhin 45 Jahren, stehen die alten Leinem&auml;nner von 1969 immer wieder mal gemeinsam und durchaus erfolgreich auf der B&uuml;hne. Zuletzt traf man sich im Dezember 2014 im von Leinemann Bassist und Rudolf Rock-Chef Uli Salm gef&uuml;hrten kultigen Hamburger &bdquo;Zwick&ldquo; zum Stammtisch.<\/p>\n<p>\n<img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/smago.de\/fotos\/pics\/images\/leinemann.jpg\" style=\"width: 512px; height: 359px;\" \/><br \/>\n<strong><a href=\"http:\/\/ira-joanna-berry-sarluis.de\/\"><em>Foto-Credit&#8230;: <\/em><\/a><\/strong><\/p>\n<p>Stephan Imming, 05.02.2015 <\/p>\n<p>http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Leinemann<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neuzugang 03.03.1975! 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