{"id":93250,"date":"2015-02-17T00:00:00","date_gmt":"2015-02-17T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=93250"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"UDO-JUERGENS-smago-exklusiv-vor-93249","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/UDO-JUERGENS-smago-exklusiv-vor-93249\/","title":{"rendered":"UDO J\u00dcRGENS <br \/>smago! exklusiv vorab: Die Udo-J\u00fcrgens-Serie &quot;Sein Leben &#8211; seine Erfolge&quot;! Teil 10: &quot;Es ist noch nicht zu sp\u00e4t&quot;!"},"content":{"rendered":"<p>(Aus Piet\u00e4tsgr\u00fcnden hatten Ren\u00e9 Jochade und smago! die Udo-J\u00fcrgens-Serie vor\u00fcbergehend ausgesetzt!)\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Leider ist der gro&szlig;e K&uuml;nstler und Entertainer Udo J&uuml;rgens am 21. Dezember 2014 v&ouml;llig &uuml;berraschend an den Folgen eines Herzinfarktes verstorben.<\/p>\n<p>Aus diesem Grunde war es mir unm&ouml;glich, die Serie zu gleicher Zeit einfach fortzusetzen. Wie viele andere hatte ich gehofft, da&szlig; es in dieser Biographie KEIN Ende geben w&uuml;rde, und uns dieser Ausnahmek&uuml;nstler noch viele Jahre erhalten bliebe. Das Schicksal hat es leider anders gewollt&#8230;<\/p>\n<p>Trotz aller Trauer und dem gro&szlig;en Verlust: Das Leben geht weiter, und auch diese Serie wird weitergehen. Mag sie noch einmal an all die Stationen erinnern, an denen uns Udo J&uuml;rgens mit seinen Liedern soviel Freude bereitet und so viel Lebensmut gespendet hat&#8230;<\/em><\/p>\n<p>\n&#8211;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Udo hatte also den Grand-Prix gewonnen, und &quot;Merci Ch&eacute;rie&quot; wurde von nun an sein st&auml;ndiger Begleiter auf allen Konzerten.<\/p>\n<p>Beierlein lie&szlig; ihn das Lied in mehreren Sprachen aufnehmen, unter anderem auch in japanisch. Vielleicht ahnte er bereits, da&szlig; Japan bald eine ganz besondere Rolle in der Karriere seines Sch&uuml;tzlings spielen sollte.<\/p>\n<p>Auf die B-Seite der Single geriet aber nicht &#8211; wie urspr&uuml;nglich geplant &#8211; die italienische Version von &quot;Finito L&#39;Amore&quot;, sondern die englische &quot;Merci Ch&eacute;rie&quot;-Fassung. Acetate und Single sind heutzutage gesuchte Sammelobjekte&#8230;<\/p>\n<p>Nun aber zu dem Mann, der dies alles erm&ouml;glicht hatte, zu Hans R. Beierlein: Hans R. Beierlein hatte zu Beginn seiner Karriere weder einen reichen Onkel, noch eine Erbtante, er hatte niemanden &#8211; nur seinen Willen, seine Energie und den Wunsch, nie mehr &quot;nach unten&quot; zu m&uuml;ssen. Denn Hans R. Beierlein kommt praktisch von ganz unten &#8211; aus dem Keller sozusagen&#8230;<\/p>\n<p>Er war ganze 18 Jahre alt, als er die D&uuml;rer-Oberrealschule in N&uuml;rnberg verlassen mu&szlig;te. Der heutige Multimillion&auml;r Beierlein formuliert es so: &quot;Nach der damaligen Schulordnung war es nicht zul&auml;ssig, da&szlig; ein Sch&uuml;ler &ouml;fter als dreimal repetieren durfte.&quot;<\/p>\n<p>Mit anderen Worten: Beierlein war zum dritten Mal sitzengeblieben.<\/p>\n<p>&quot;Das war 1948, und damals habe ich zum ersten und einzigen Mal in meinem Leben geweint. Ich weinte nicht so sehr &uuml;ber meinen Rausschmi&szlig; als &uuml;ber die Entt&auml;uschung, die ich meinen Eltern bereitet hatte. Lehrer h&auml;tte ich werden sollen oder gar Arzt &#8211; davon tr&auml;umten meine Eltern. Nun, der Traum war aus, ich stand vor dem Nichts. Wenn man mal von Kindheitsphantastereien wie Lokomotivf&uuml;hrer oder Sturzkampfflieger absieht, wollte ich eigentlich schon immer Journalist werden. Wie und wo &#8211; davon hatte ich nicht die geringste Ahnung.&quot;<\/p>\n<p>Aber schon drei Tage sp&auml;ter sollte die unglaubliche Karriere des Hans R. Beierlein ihren Anfang nehmen. Und das mit so viel Kaltschn&auml;uzigkeit, mit soviel Gl&uuml;ck, da&szlig; er selbst zugibt: So etwas ist heute nicht mehr m&ouml;glich.<\/p>\n<p>&quot;Ich h&ouml;rte&quot;, sagt Beierlein, &quot;da&szlig; in F&uuml;rth eine Mi&szlig;-Wahl abgehalten w&uuml;rde. Ich ging in eine Telefonzelle, w&auml;hlte und lie&szlig; mich mit dem Veranstaltewr verbinden. &#39;Hier spricht Ren&eacute; Barselini&#39;, sagte ich, &#39;der Herausgeber der gro&szlig;en Illustrierten &gt;Das Magazin&lt;. Bitte reservieren Sie mir einen Platz. Wenn ich Zeit habe, komme ich auf einen Sprung vorbei.&#39;<\/p>\n<p>Der Veranstalter fragte zur&uuml;ck: &#39;Der Herausgeber des &gt;Magazins&lt; sind Sie? Werden Sie doch Mitglied in unserer Jury!&#39;&quot;<\/p>\n<p>Das einzige Problem, welches der 18j&auml;hrige Hochstapler Ren&eacute; Barselini damals hatte: &quot;Wie komme ich zu einer langen Hose?&quot; (Beierlein besa&szlig; zu dieser Zeit nur zwei kurze Hosen und ein paar lange braune Str&uuml;mpfe.<\/p>\n<p>Schlie&szlig;lich fand er im Kleiderschrank eines Freundes doch noch die passende Bekleidung. Und wenige Stunden sp&auml;ter sa&szlig; Beierlein in der Jury &#8211; zwischen dem amerikanischen Stadtkommandanten, dem B&uuml;rgermeister und dem Intendanten der St&auml;dtischen B&uuml;hnen in F&uuml;rth.<\/p>\n<p>&quot;Es war schon weit nach Mitternacht, als ich so ziemlich als letzter den Saal verlie&szlig;. Da h&ouml;rte ich aus der Damentoilette Schreie. Ich &ouml;ffnete die T&uuml;r und sah, wie sich gerade der erste Preis mit dem zweiten Preis pr&uuml;gelte. Am n&auml;chsten Morgen stand ich um 06.45 Uhr vor der Hauptpost und gab die Story telefonisch an die &#39;Abendzeitung&#39; in M&uuml;nchen durch. Und jeder konnte auf der ersten Seite lesen: Skandal bei Mi&szlig;-Wahl &#8211; von unserem N&uuml;rnberger Korrespondenten B. (Eigener Bericht).&quot;<\/p>\n<p>Beierlein hat tats&auml;chlich alles &uuml;bersprungen, was man gew&ouml;hnlich als Stufenleiter bezeichnet. Mit 19 Jahren leitete er bereits die N&uuml;rnberger Redaktion der M&uuml;nchner &quot;Abendzeitung&quot; und eine einzigartige Karriere nahm ihren Lauf.<\/p>\n<p>Er avancierte alsbald zu einem gef&uuml;rchteten Filmjournalisten. Als Klatschkolumnist leistete er sich bei seiner &quot;Abendzeitung&quot; einen offenen Berufskrieg mit seinem Konkurrenten Hannes Obermeier alias &quot;Hunter&quot;. Beide jagten sich damals Meldung um Meldung ab. Aber nur allzubald hatte Beierlein den &quot;Hunter&quot; weit hinter sich gelassen&#8230;<\/p>\n<p>&quot;Ich habe in meiner Kolumne nicht geschrieben, Maria Schell habe sich beim Kaffeetrinken bekleckert, sondern nur echte Themen angepackt&#8230;&quot;<\/p>\n<p>Er schrieb f&uuml;r die &quot;Abendzeitung&quot;, f&uuml;r den &quot;Stern&quot; und den &quot;Spiegel&quot;. Beierleins damaliges Einkommen (1962) ist f&uuml;r Journalisten auch zehn Jahre sp&auml;ter noch jenseits der Traumgrenze: 10.000 bis 12.000 Mark im Monat!<\/p>\n<p>Zum Million&auml;r wurde Hans R. Beierlein allerdings erst durch eine gigantische Idee: &quot;Als ich 12 Jahre lang den Beruf eines Filmjournalisten ausge&uuml;bt hatte und im Gesch&auml;ft wirklich gut drin war und es niemand gab, den ich nicht kannte, da habe ich &uuml;berlegt, da&szlig; ich entweder von der theoretischen zur praktischen Seite &uuml;berwechseln mu&szlig;te &#8211; ich wu&szlig;te ja inzwischen, wie das geht. Oder ich mu&szlig;te versuchen, mir einen Nebenzweig des Films unter den Nagel zu rei&szlig;en, das war der Schlager. Der Film lebte vom Schlager, und Musikfilme waren das gro&szlig;e Gesch&auml;ft.<\/p>\n<p>Zwei Jahre lang habe ich auf zwei Hochzeiten getanzt. Ich habe f&uuml;r Atze Brauner, damals der absolute Filmk&ouml;nig, Filme produziert. Und zwar nach einem System, das ich erfunden habe. Heute h&ouml;rt es sich einfach an, aber damals war es ganz neu:<\/p>\n<p>Bis dato hat man in Deutschland einen Drehbuchautor besch&auml;ftigt und von ihm verlangt, in das Buch ein paar Lieder einzubauen. Mein System war umgekehrt: Ich habe um erfolgreiche Schlager herum ein Drehbuch schreiben lassen. Mein Rezept war goldrichtig. Diese Art Filme wurde das gro&szlig;e Gesch&auml;ft.&quot;<\/p>\n<p>Hier sind einige der Titel, mit denen sich Beierlein seine erste Million holte: &quot;Marina&quot;, &quot;Wir wollen niemals auseinandergehen&quot;, &quot;O sole mio&quot;, &quot;Banjo Boy&quot;, &quot;Adieu, leb&#39; wohl, goodbye&quot;, &quot;Drei wei&szlig;e Birken&quot;.<\/p>\n<p>&quot;Meine damalige Arbeit war kinderleicht&quot;, so Beierlein. &quot;Ich habe an einen gro&szlig;en Schlagererfolg, den Millionen Leute kannten, eine d&uuml;mmliche Handlung rangeh&auml;ngt.&quot;<\/p>\n<p>Nun, so kinderleicht, wie Beierlein es hier darstellte, war es sicher nicht, aber es ist eben so seine Art, &uuml;ber au&szlig;ergew&ouml;hnliche Erfolge zu reden.<\/p>\n<p>Seine wahre Berufung zeigte sich aber erst, als er Udo J&uuml;rgens unter Vertrag nahm und dessen Manager wurde. Im Gegensatz zu vielen anderen seiner sp&auml;teren Sch&uuml;tzlinge (Adamo, B&eacute;caud, Alexandra, Heino) verband ihn mit Udo viele Jahre ein durchaus freundschaftliches Verh&auml;ltnis, welches auch privat gelebt wurde.<\/p>\n<p>Das war keineswegs selbstverst&auml;ndlich, denn was es hei&szlig;t, bei Hans R. Beierlein unter Vertrag zu stehen, schilderte ein fr&uuml;herer Schallplattenstar so: &quot;Er ist ein Sklaventreiber, ein Dompteur und ganz selten ein Menschenfreund. Er ist so kalt wie die Nacht finster.&quot;<\/p>\n<p>Beierlein vertrat dagegen die oft zitierte Meinung: &quot;Bei mir m&uuml;ssen die Stars nur singen &#8211; das Denken &uuml;bernehme ich.&quot;<\/p>\n<p>Bei seinem Sch&uuml;tzling Heino sah das wie folgt aus (Zitat Beierlein): &quot;Ich geh&ouml;re zu den neunzehn Prozent, die Heino nicht m&ouml;gen. Aber es ist eine reizvolle Aufgabe, einen Antitypen zum Publikumsliebling zu machen. Ich verhandle nur mit Heinos Frau. Sie mu&szlig; ihrem Mann erkl&auml;ren, was ich von ihm will. Ich kann mich mit ihm nur schwer verst&auml;ndigen &#8211; wir haben nicht die gleiche Wellenl&auml;nge.&quot;<\/p>\n<p>Die gleiche Wellenl&auml;nge hatte er eher mit Udo, obwohl beide die reinsten Sturk&ouml;pfe waren. Allerdings mit einem kleinen Unterschied: Stets war es Beierlein, der sich letztendlich durchsetzte.<\/p>\n<p>Beierlein hierzu im Jahre 1971: &quot;Mir schien es, als ob sich die &quot;Masche&quot; von Udo J&uuml;rgens, diese sentimentale, romantische Verzichtsmasche -&#39;Warum nur, warum?&#39;, &quot;Sag&#39; ihr, ich la&szlig; sie gr&uuml;&szlig;en&#39; fragend, gr&uuml;belnd, zweifelnd &#8211; irgendwann einmal totl&auml;uft. Und mir schien es, da&szlig; Udo zeigen mu&szlig;, da&szlig; er auch lachen kann, da&szlig; er auch lustig, heiter und gel&ouml;st ist.<\/p>\n<p>Aus diesem Grund habe ich ihm die Nummer &#39;Cotton Fields&#39; ausgesucht, eine amerikanische Pseudo-Western-Nummer. Jedenfalls nicht unbedingt das, was er bis dahin gesungen hatte.<\/p>\n<p>Udo sagte: &#39;Das kommt gar nicht in Frage. Das Lied ist nicht mein Image, meine Richtung. Was sollen denn die Leute denken? Die wollen etwas ganz anderes h&ouml;ren.&#39;<\/p>\n<p>Als er sah, da&szlig; er sich nicht durchsetzen konnte, organisierte er einen kleinen Aufstand mit seiner Band. Die spielte dann falsch und schlecht und tat so, als ob sie diese &#39;Westernkl&auml;nge&#39; nicht draufkriegen k&ouml;nne. Ich bestand trotzdem darauf, da&szlig; es gemacht wurde. Der Erfolg: &#39;Cotton Fields&#39; ist eine der drei meistverkauften Udo-J&uuml;rgens-Platten, ist heute noch eine Image-Nummer, mit der Udo gewisse Programme beginnen mu&szlig;.<\/p>\n<p>In der Tschechoslowakei h&ouml;rte ich eine franz&ouml;sische Nummer, die mir irrsinnig gut gefiel. Ich dachte, das sei genau die richtige Masche f&uuml;r Udo: schon wieder ein bi&szlig;chen weg von der &#39;Cotton Fields&#39;-Masche, trotzdem gel&ouml;st und heiter, Udo zum erstenmal ein bi&szlig;chen frech &#39;verkauft&#39; &#8211; &#39;Es wird Nacht, Senorita&#39;.<\/p>\n<p>Udo wollte die Nummer nicht singen. In solchen Momenten sucht er immer Verb&uuml;ndete. Diesmal war es nicht seine Band, sondern Walter Brandin, unser Leib- Hof- und Magentextdichter. Brandin mu&szlig;te so viel texten, da&szlig; ihm jede Nummer, die er nicht machen mu&szlig;te, sehr willkommen war. Er wurde also Udos Verb&uuml;ndeter und sagte auch: nein! Er sagte nicht, er schaffe es nicht, sondern er sagte, er wisse nicht, ob das f&uuml;r Udo das Rechte sei. Es sei doch ein bi&szlig;chen zu frech, und Udo sei doch ein braver, lieber Junge!<\/p>\n<p>Ich habe Brandin im Studio in die Herrentoilette eingesperrt und habe ihm gesagt: &#39;Pa&szlig; auf, wenn du den ersten Vers hast, bitte rufe laut, dann holen wir dich &#8211; vorher nicht!&#39;<\/p>\n<p>Und tats&auml;chlich: Nach einer Stunde rief Walter Brandin etwas kl&auml;glich aus der Toilette, mit &#39;&Uuml;berhall&#39;: &#39;Ich bin soweit!&#39;<\/p>\n<p>Wir haben ihn herausgeholt, und er hat uns den Text &#8211; er hatte schon zwei Verse &#8211; gezeigt. Ich fand ihn phantastisch, Udo fand ihn wunderbar. Und Udo hat die Nummer gesungen &#8211; sie geh&ouml;rt heute zu seinen beliebtesten!&quot;<\/p>\n<p>Das Ganze charakterisiert ein ganz klein wenig die Art und Weise der Zusammenarbeit der Beiden. Laut Beierlein war Udo ein &auml;u&szlig;erst sensibler Mensch: himmelhochjauchzend, zu Tode betr&uuml;bt, hin- und hergerissen, vom Wetter abh&auml;ngig wie von den Morgennachrichten, der Zeitung und von den Kritikern. Obwohl er nicht den geringsten Grund hatte, an sich zu zweifeln, tat er es doch immer wieder. Insofern brauchte er einfach eine sehr starke Hand. Und die hatte Beierlein&#8230;<\/p>\n<p>Kein Wunder also, da&szlig; sich von zwanzig Mitarbeitern im Laufe eines Jahres h&ouml;chstens zwei bei Beierlein halten konnten. Aber nicht nur Sekret&auml;rinnen oder Werbefachleute wurden von Hans R. Beierlein nach wenigen Wochen gefeuert &#8211; auch Stars bekamen von ihm den blauen Brief.<\/p>\n<p>Ein Beispiel war Inge Br&uuml;ck. Sie hatte das Schlagerfestival in Rio gewonnen, welches vom 22. &#8211; 30. Oktober 1966 in Rio de Janeiro im Maracanazinho stattgefunden hatte. Udo war dort ebenfalls mit seinem Lied &quot;Geh&#39; vorbei&quot; (Vai Passando) f&uuml;r &Ouml;sterreich an den Start gegangen, konnte aber nur den zehnten Platz belegen.<\/p>\n<p>Beierlein wurde hellh&ouml;rig und nahm schlie&szlig;lich im Jahre 1968 auch Inge Br&uuml;ck unter Vertrag.<\/p>\n<p>Beim Festival in Bratislava (Pre&szlig;burg) sollte sie ihr Lied auf slowakisch singen. Inge Br&uuml;ck verga&szlig; den Text, sang deutsch &#8211; und flog.<\/p>\n<p>Beierlein dazu: &quot;Ich wollte das M&auml;dchen nie mehr sehen. Mit dem slowakischen Text h&auml;tte sie noch eine Chance gehabt. Sie hat versagt. Weg damit!&#39;<\/p>\n<p>Die Macht dieses Mannes &uuml;ber seine Stars war beispiellos. Udo war der einzige, welcher da einen gewissen Sonderstatus hatte, da er Beierleins bestes Pferd im Stall war, und das wu&szlig;ten beide nur zu gut!<\/p>\n<p>Und Beierlein war es auch, welcher nach einem folgenschweren Gespr&auml;ch Udos Ehe mehr oder weniger rettete:<\/p>\n<p>Als Panja J&uuml;rgens es nicht mehr aushielt und endlich die &quot;Wahrheit&quot; &uuml;ber ihre Ehe sagen wollte und schon anfing, Journalisten einzuweihen, zitierte Beierlein Panja in sein B&uuml;ro und sprach ein Machtwort. Das lief nach seiner Schilderung etwa so ab:<\/p>\n<p>&quot;H&ouml;r mal, M&auml;dchen, ich wei&szlig;, Udo ist nicht einer der treuesten Ehem&auml;nner. Wenn ein M&auml;dchen auf einer Tournee zu ihm sagt: &#39;Udo, wenn du mich nicht k&uuml;&szlig;t, bringe ich mich um&#39;, dann bewahrt er sie eben vor dem Tod. Er ist schlie&szlig;lich ein Mann.&quot;<\/p>\n<p>Panja: &quot;Ich halte das nicht mehr aus. Er betr&uuml;gt mich, und ich liege mit meinen Kindern daheim und kann nicht einschlafen vor Sorgen. Ich bin doch seine Frau &#8211; und nicht diese blonden Fans.&quot;<\/p>\n<p>Beierlein: &quot;Du hast also Sehnsucht nach Liebe? Nach Udo?&quot;<\/p>\n<p>Panja: &quot;Ja, ich bin einsam. Ich werde noch wahnsinnig.&quot;<\/p>\n<p>Beierlein: &quot;Du brauchst einen Freund. Such dir einen, der dich wirklich liebt.&quot;<\/p>\n<p>Panja befolgte diesen Rat, mit dem Ergebnis, da&szlig; eine Ehetrag&ouml;die Panja-Udo ausblieb. Panja rief keinen Journalisten mehr an, Panja sprach nicht mehr von Scheidung &#8211; alles schien f&uuml;r&#39;s erste geregelt&#8230;<\/p>\n<p>Udo hingegen hatte von nun an einen Terminkalender, welcher kaum noch L&uuml;cken offenlie&szlig;. Nachdem er bereits im Jahre 1964 im Pariser &quot;Olympia&quot; auftreten durfte, wiederholte sich dies auch nach seinem Grand-Prix-Erfolg im Jahre 1966.<\/p>\n<p>Diesmal stand er zusammen mit Adamo, Andr&eacute; Brasseur, Henri D&eacute;s, Michel Delpech, Lee Chamberlin, Iva Zanicchi, Jean-Pierre Rembal und den Les Surfs auf der &quot;heiligen&quot; B&uuml;hne des Olympia.<\/p>\n<p>Fernsehauftritte gab es wie Sand am Meer, und das in halb Europa. Ab 1967 war Udo auch in der Sendung &quot;Paris aktuell&quot; zu Gast, wo er bei seinem ersten Auftritt stolz die Goldene Schallplatte f&uuml;r &quot;Merci Ch&eacute;rie&quot; pr&auml;sentieren durfte. Zum ersten Mal stellte er dem Fernsehpublikum den Titel &quot;Es ist noch nicht zu sp&auml;t&quot; vor, Musik und Text: Gilbert B&eacute;caud.<\/p>\n<p>Nur eine eigene Fernsehshow, die war noch nicht geplant, obwohl eine solche im kleinen Rahmen bereits im Jahre 1962 produziert worden war: &quot;Mein Herz ist in Musik verliebt&quot;. Udos G&auml;ste waren Vivi Bach und die Peters Sisters. Die Aufnahme des Titelliedes von Udo findet man heute auf der CD &quot;25 Jahre Flimmerwelt&quot; von KOCH Music.<\/p>\n<p>Udos erste Longplay kam im Jahre 1965 in Italien auf den Markt &#8211; eine Compilation, haupts&auml;chlich aus italienisch gesungenen Titeln bestehend. Kurz darauf war es auch in Deutschgland soweit: &quot;Portrait in Musik&quot;, Teil 1. Auch hier wurde die Lieder-Palette international gehalten, wobei der Schwerpunkt aber auf den deutschsprachigen Titeln lag.<\/p>\n<p>1967 war dann DAS Jahr, in welchem Udo auch seine ersten gro&szlig;en Tourneen machen konnte.<\/p>\n<p>Eine dieser Gastspielreisen m&ouml;chte ich in dieser Folge noch etwas n&auml;her beleuchten, denn sie hatte einen historischen Hintergund: Im Herbst des Jahres 1967 machte Udo eine Tournee durch die damalige &#268;SSR, bei welcher er unter anderem auch zu TV-Aufnahmen f&uuml;r eine Fernsehserie auf die Prager Burg eingeladen wurde. Titel: &quot;Ein Lied f&uuml;r Rudolf III.&quot; (P&iacute;se&#328; pro Rudolfa III.).<\/p>\n<p>Diese Serie war damals au&szlig;erordentlich beliebt, da fast alles, was im nationalen Showbusiness Rang und Namen hatte, dort auftrat. Udo J&uuml;rgens wirkte (und das war sein Gl&uuml;ck) bereits in der ersten Folge &quot;Der Stuhl&quot; mit. Zwei Lieder sang er dort: &quot;Sag&#39; mir wie&quot; und &quot;Nobody Knows&quot;. Die Rahmenhandlung ist schnell erz&auml;hlt:<\/p>\n<p>Rudolf ist ein einfacher Prager Metzgermeister in dritter Generation, der eine 15 j&auml;hrige Tochter hat, deren Zimmer mit Plakaten aller damals ber&uuml;hmten &quot;Stars&quot; ausstaffiert ist. In diesem Zimmer befindet sich auch ein Stuhl, der eine merkw&uuml;rdige Wirkung aus&uuml;bt: Setzt sich Rudolf in diesen Stuhl, landet er in einer imagin&auml;ren Welt und wird in ein Schlo&szlig; versetzt, auf dem er zu Rudolf III. wird.<\/p>\n<p>Viele K&uuml;nstler kommen der Reihe nach auf dieses Schlo&szlig; und bringen ihre Darbietungen.<\/p>\n<p>Das Ganze beginnt fast wie ein Stummfilm, ohne Dialoge und nur mit Musik untermalt. Nachdem unser Rudolf dann zu Rudolf III. geworden ist, werden die einzelnen K&uuml;nstler fast in moderner Videoclip-Manier in die Handlung eingebaut.<\/p>\n<p>Die ersten Folgen waren im Prinzip eine reine Musik-Serie. Doch schon hier wurde durch jene imagin&auml;re Welt der Wunsch nach Ausbruch und Freiheit deutlich. Nach und nach bekam die Serie dann immer mehr einen gesellschaftskritischen Charakter.<\/p>\n<p>Mit dem Einmarsch der Russen im August 1968 sollte dieser erfolgreichen Musik-Serie &#8211; die sie ja trotz allem noch immer war &#8211; dann ein j&auml;hes Ende gesetzt werden.<\/p>\n<p>Doch es wurde &#8211; praktisch undercover &#8211; weitergedreht, der Einzug der Russen in Prag heimlich gefilmt und in die Handlung mit eingebaut.<\/p>\n<p>Dies sollte schlimme Folgen haben: Die gesamte Serie wurde unverz&uuml;glich auf den Index gesetzt. Teil 6 und Teil 9 wurden vernichtet. Von Teil 6 wurden sp&auml;ter noch einige Fragmente gefunden &#8211; viel ist es leider nicht.<\/p>\n<p>Auch f&uuml;r die Darsteller und Produzenten hatte das Ganze verheerende Folgen: Viele erhielten Auftrittsverbot. Andere, wie Marta Kubi&scaron;ov&aacute;, wurden &quot;in die Fabrik geschickt&quot;. Dem Regisseur, Jarom&iacute;r Va&scaron;ta, wurde ein lebenslanges Arbeitsverbot erteilt.<\/p>\n<p>Nachdem der Eiserne Vorhang gefallen und Tschechien und die Slowakei wieder selbstst&auml;ndig geworden waren, erinnerte man sich selbstverst&auml;ndlich auch dieser damals so erfolgreichen Serie.<\/p>\n<p>Nach langer langer Zeit konnte sie nun endlich wieder im Fernsehen ausgestrahlt werden&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Serie war es auch, in der Marta Kubi&scaron;ov&aacute; zum ersten Mal im Fernsehen ihr Lied &quot;Gebet f&uuml;r Marta&quot; (&quot;Modlitba pro Martu&quot;) sang.<\/p>\n<p>Es wurde nicht nur ein &quot;Gebet f&uuml;r Marta&quot;, sondern vielmehr ein Gebet f&uuml;r die ganze Nation. Man kann getrost sagen, da&szlig; es nach dem Prager Fr&uuml;hling und der darauf folgenden Invasion der Sowjetunion im August 1968 zur heimlichen Nationalhymne der Tschechoslowakei wurde.<\/p>\n<p>&bdquo;Friede sei mit diesem Land. &Auml;rger, Neid und Streit, sie seien verbannt. Jetzt, wo die verlorene Herrschaft &uuml;ber Deine Angelegenheiten zu Dir zur&uuml;ckkehrt, Du Volk, sie kehrt zu Dir zur&uuml;ck.&ldquo;<\/p>\n<p>Mit diesem Lied stellte sich Marta Kubi&scaron;ov&aacute; klar auf die Seite von Alexandr Dub&#269;ek. Was dies f&uuml;r Konsequenzen hatte, wurde bereits weiter oben erw&auml;hnt.<\/p>\n<p>Um sie g&auml;nzlich aus dem &ouml;ffentlichen Leben zu verbannen, wurde Marta Kubi&scaron;ov&aacute; im Jahre 1970 auch noch beschuldigt, pornografische Aufnahmen gemacht zu haben. Sie mu&szlig;te fortan als Sekret&auml;rin in einer Baubeh&ouml;rde arbeiten, war aber eine der ersten, die 1977 die &quot;Charta 77&quot; unterschrieb.<\/p>\n<p>Vom 21. September 1977 bis zum 6. November 1978 war Marta Kubi&scaron;ov&aacute; sogar dritter Sprecher dieser Charta. Aber erst am 19. November 1989 durfte Marta Kubi&scaron;ov&aacute; vom Melantrich-Balkon auf dem Wenzelsplatz aus neben V&aacute;clav Havel wieder ihr &bdquo;Gebet f&uuml;r Marta&ldquo; &ndash; die Hymne der demokratischen Tschechoslowakei, singen&#8230;<\/p>\n<p>Genauso ergreifend war auch der 6. Teil der Serie &quot;Ein Lied f&uuml;r Rudolf III.&quot;, bzw. die Sendung mit den Fragmenten dieser Folge.<\/p>\n<p>Moderiert hatte ihn niemand anderes als Iva Jan\u017eurov&aacute; selbst: Sie spielte in der Serie den blonden Teenager &Scaron;&aacute;rka, die Tochter RudolfS III.<\/p>\n<p>Es gibt Menschen die einem von vornherein unsympathisch sind, obwohl man sie gar nicht kennt, und es gibt Menschen zu denen man sofort Vertrauen fassen kann und ihnen die Hand dr&uuml;cken m&ouml;chte. Iva Jan\u017eurov&aacute; geh&ouml;rt f&uuml;r mich eindeutig zu den letzteren.<\/p>\n<p>Man merkte es ihr die ganze Zeit an, welche Achterbahn der Gef&uuml;hle sie w&auml;hrend dieser Sendung durchmachen mu&szlig;te.<\/p>\n<p>Da war nichts gespielt oder gek&uuml;nstelt &#8211; Emotionen pur!<\/p>\n<p>Zu verstehen, was sie da sprach, war zweitrangig, die eingeblendeten Szenen und Bilder sprachen f&uuml;r sich &#8211; den Rest konnte man sich selbst zusammenreimen.<\/p>\n<p>Besonders die letzte Szene, wo beide (Iva Jan\u017eurov&aacute; und Marta Kubi&scaron;ov&aacute;) mit Alexandr Dub&#269;ek zusammentrafen, war mehr als ergreifend und rang der Moderatorin auch endlich mal ein kleines L&auml;cheln ab.<\/p>\n<p>Inzwischen wird auch jedem klar sein, warum Udo J&uuml;rgens dort eben nicht seinen gr&ouml;&szlig;ten Hit &quot;Merci Cherie&quot; gesungen hat, sondern &quot;Sag&#39; mir wie&quot;:<\/p>\n<p><em>&quot;Sag&#39; mir wie, sag&#39; mir wie, lebt man frei in jedem Land,<br \/>\nsag&#39; mir wie, sag&#39; mir wie, baut man Frieden nicht auf Sand&#8230;&quot;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p>Ein Lied, das wie kein zweites in die Zeit des Prager Fr&uuml;hlings pa&szlig;te, und welches Udo J&uuml;rgens (der in der damaligen &#268;SSR als neutraler &Ouml;sterreicher stets ein gern gesehener Gast war) dort noch popul&auml;rer gemacht hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p>\n<strong>Lesen Sie in der n&auml;chsten Folge: &quot;Was ich dir sagen will&quot;!<\/strong><\/p>\n<p>VIDEO-LINKS<\/p>\n<p>\n<strong><a href=\"https:\/\/plus.google.com\/113254031656959649590\/posts\/29hxZTuG6Fm?pid=5869623454214054930&amp;oid=113254031656959649590\">Paris aktuell 1967&#8230;:<\/a><\/strong><\/p>\n<p>\n<strong><a href=\"https:\/\/plus.google.com\/113254031656959649590\/posts\/PgeqojpPtZT?pid=6113607973380917186&amp;oid=113254031656959649590\">Udo J&uuml;rgens in Prag 1967&#8230;:<\/a><\/strong><\/p>\n<p>\n<strong><a href=\"https:\/\/plus.google.com\/113254031656959649590\/posts\/29hxZTuG6Fm?pid=5864170526172774786&amp;oid=113254031656959649590\">Udo J&uuml;rgens nimmt f&uuml;r&#39;s tschechische Fernsehen den Titel &quot;Ol&#39; Man River&quot; auf&#8230;:<\/a><\/strong><\/p>\n<p>\n<strong><a href=\"http:\/\/https:\/\/plus.google.com\/113254031656959649590\/posts\/aFJwZt4hGjK?pid=5969560701135052290&amp;oid=113254031656959649590\">Udo J&uuml;rgens in &quot;Ein Lied f&uuml;r Rudolf III.&quot;, Teil 1&#8230;:<\/a><\/strong><\/p>\n<p>\nDoku zu &quot;Ein Lied f&uuml;r Rudolf III.&quot;, Teil 6&#8230;:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"420\" height=\"315\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/1hyLPUldjpk\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Ren\u00e9 Jochade (Textvorlage)<br \/>http:\/\/www.ariola.de<br \/>http:\/\/www.udojuergens.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Aus Piet\u00e4tsgr\u00fcnden hatten Ren\u00e9 Jochade und smago! die Udo-J\u00fcrgens-Serie vor\u00fcbergehend ausgesetzt!)\u00a0 Leider ist der gro&szlig;e K&uuml;nstler und Entertainer Udo J&uuml;rgens<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":93251,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[29],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/93250"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=93250"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/93250\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/93251"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=93250"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=93250"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=93250"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}