{"id":93067,"date":"2015-02-25T00:00:00","date_gmt":"2015-02-25T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=93067"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"MONICA-MORELL-smago-Serie-Schla-93066","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/MONICA-MORELL-smago-Serie-Schla-93066\/","title":{"rendered":"MONICA MORELL <br \/>smago! Serie &quot;Schlager-R\u00fcckblick &quot;vor 40 Jahren&quot; von Stephan Imming: Teil 11 &#8211; Monica Morell (&quot;Danny, mein Freund&quot;)!"},"content":{"rendered":"<p>Neuzugang 10.03.1975!\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die am 06. August 1953 im schweizerischen Menziken \/ Aargau geborene Monica Wirz wird als Tochter eines Ingenieurs in eine Familie hineingeboren, der eine gro&szlig;e Konservenfabrik geh&ouml;rte. Monicas&nbsp; Vater verstarb, als Monica 13 Jahre alt war &ndash; fortan musste ihre Mutter das Unternehmen alleine leiten. Nicht untypisch ist auch, dass die sp&auml;tere S&auml;ngerin an der Z&uuml;richer Universit&auml;t Biologie studierte &ndash; f&uuml;r den Fall, dass es mit der Gesangs-Karriere nicht klappen sollte.<\/p>\n<p>Trotz dieser nicht gerade typisch musikalischen Voraussetzungen bekam Monica als Teenager den Wunsch,&nbsp; eine Gitarre geschenkt zu bekommen, erf&uuml;llt und sang seit ihrem 14. Lebensjahr &nbsp;immer h&auml;ufiger bei Veranstaltungen in der Umgebung Z&uuml;richs am Wochenende.<\/p>\n<p>Die erste in der Schweiz (noch unter dem Namen &quot;Monica&quot;) ver&ouml;ffentlichte Single, &bdquo;<strong>Karabatschi<\/strong>&ldquo;, wurde ein Flop &ndash; nur ca. 500 Exemplare wurden davon verkauft. Getextet wurde der Song von Monicas Managerin, der Ex-Schauspielerin Erna Br&uuml;nell, die auch Inhaberin eines Schlagertalent-Studios in Z&uuml;rich war.<\/p>\n<p>1971 geh&ouml;rte die damals junge S&auml;ngerin&nbsp; zur Equipe der Schweiz, die beim Coupe d&rsquo;Europe Musicale&ldquo; in Belgrad den Sieg errang.<\/p>\n<p>Kurz darauf gab sie bei der &bdquo;Schweizer Schlagerchance&ldquo; ihr erfolgreiches TV-Debut. Mit dem Lied &bdquo;Ich weine nicht&ldquo; (sp&auml;ter als B-Seite ihres gr&ouml;&szlig;ten Hits ver&ouml;ffentlicht) belegte sie den 2. Platz. In dieser Zeit schloss Monicas Managerin Erna Br&uuml;nell, die unglaubliche 30 % der Einnahmen ihres Sch&uuml;tzlings verdiente, einen Untervertrag mit dem &quot;Nilsen Brother&quot; Pepe Ederer, der seinerzeit darauf bestand, einen K&uuml;nstlernamen zu finden.<\/p>\n<p>Ihren Vornahmen &bdquo;Monica&ldquo; wollte sie behalten, als Nachname suchte sie sich im Telefonbuch zun&auml;chst f&uuml;nf mit &bdquo;Mo&ldquo; beginnende Namen aus, wobei man sich schlie&szlig;lich f&uuml;r Monica Morell als K&uuml;nstlername entschieden hat.<\/p>\n<p>Die Nachfolge-Single von &quot;Karabatschi&quot; wurde 1972 der&nbsp; Hit ihres Lebens: &bdquo;<strong>Ich fange nie mehr was an einem Sonntag an<\/strong>&ldquo;. Der musikalisch gef&auml;llige Schlager berichtet dar&uuml;ber, wie ein M&auml;dchen auf ihren Freund wartet, der aber einen Unfall hatte und dabei verstarb. Lange Zeit behauptete Monica Morell, der von Pepe Ederer und Gerd Gudera verfasste Song habe autobiografische Z&uuml;ge &ndash; sie habe das im Alter von 16 Jahren so erlebt und es sei um ihren ersten Freund gegangen, der bei Glatteis mit seinem Motorrad ins Schleudern geraten und &uuml;ber eine Br&uuml;cke gest&uuml;rzt sei.<\/p>\n<p>Entgegen dieser wohl aus Promotion-Gr&uuml;nden erfundenen Geschichte geht es in diesem Hit nicht um eine pers&ouml;nliche Erfahrung von Monica Morell. Dies best&auml;tigten unter anderem Weggef&auml;hrten der Schlagers&auml;ngerin 2009 in der Sendung &laquo;Doppelpunkt&raquo; von Radio SRF 1. Die St. Galler S&auml;ngerin Piera Martell hat zuerst Probeaufnahmen zu &bdquo;Ich fange nie mehr was an einem Sonntag an&ldquo; gemacht. Doch die Plattenfirma hat sich schlie&szlig;lich daf&uuml;r entschieden, den Schlager mit Monica Morell zu produzieren, was daf&uuml;r spricht das es nicht um Monica Morells pers&ouml;nliche Geschichte ging. Auch Textdichter Gerd Gudera best&auml;tigte die Version Piera Martells.<\/p>\n<p>Wahr hingegen und traurige Ironie des Schicksals ist, dass Monicas einziges Kind, dem sie ausgerechnet den Namen &bdquo;Thommy&ldquo; gab (so hie&szlig; ja auch der verstorbene Protagonist des Sonntags-Liedes), 1982 an pl&ouml;tzlichem Kindstod verstarb.<\/p>\n<p>Man wei&szlig; nicht, ob Monica Morell ihren Fans einen Hinweis auf die kleine L&uuml;ge mit ihrer pers&ouml;nlichen Geschichte geben wollte &ndash; so oder so wurde auch die Folge Single &bdquo;<strong>Bitte glaub es nicht<\/strong>&ldquo; ein gro&szlig;er Erfolg. Mit diesem Lied trat sie drei mal in Dieter Thomas Hecks ZDF-Hitparade auf, was zu einem weiteren Popularit&auml;tsschub in Deutschland f&uuml;hrte (interessanterweise platzierten sich ihre weiteren Singles in ihrer Heimat, der Schweiz, bei weitem nicht so gut wie in Deutschland).<\/p>\n<p>Dieser Song war &uuml;brigens eigentlich als Beitrag f&uuml;r die Schweizer Vorentscheidung zum Grand Prix Eurovision vorgesehen gewesen. Monicas damalige Managerin, Erna Br&uuml;nell, wies die f&uuml;r die Schweizer Eurovisions-Ausrichtung zust&auml;ndige SRG darauf hin, dass Komponist Ederer kein Schweizer Staatsb&uuml;rger sei, was gegen die Wettbewerbs-Regeln versto&szlig;e, was tats&auml;chlich zur Disqualifikation Monica Morells (bzw. genauer gesagt ihres Titels) vom Wettbewerb f&uuml;hrte.<\/p>\n<p>Hintergrund dieses Affronts, dass ausgerechnet Morells Managerin f&uuml;r deren Disqualifikation sorgte, war, dass auch ein Text von ihr f&uuml;r die Eurovision zur Debatte stand, Monica sich aber f&uuml;r Pepe Ederers Song entschied. Pikanterie am Rande: Auch Erna Br&uuml;nell war nicht Schweizerin, sondern Deutsche (sie war Krefelderin). Recht halbherzig hat Erna Br&uuml;nell dieser Darstellung in Teilen zwar widersprochen &ndash; letztlich war sie aber wohl in der Tat f&uuml;r die Disqualifikation verantwortlich, zumal in ihrer Gegendarstellung fragw&uuml;rdige &Auml;u&szlig;erungen get&auml;tigt wurden, dass sie z. B. bei Monicas erster Single nur als Coach t&auml;tig gewesen sei &#8211; dabei war sie auch Texterin des Liedes &quot;Karabatschi&quot;, das vielfach als schlechte Produktion kritisiert wurde.<\/p>\n<p>F&uuml;r ihre Erfolge erhielt Monica Morell im Juni 1973 die Goldene Europa der Europawelle Saar als &bdquo;f&ouml;rderungsw&uuml;rdige Nachwuchsk&uuml;ntlerin&ldquo;. Man erkannte damit ihren sentimentalen, aber positiven Stil an &ndash; sie sah sich musikalisch verwandt mit Gr&ouml;&szlig;en wie Joan Baez, Bob Dylan und Donovan.<\/p>\n<p>Ende 1973 hatte Monica Morell ihren dritten Hit mit &bdquo;<strong>Sp&auml;ter, wann ist das?<\/strong>&ldquo; &ndash; erneut konnte sie damit drei mal in Berlin in der ZDF-Hitparade punkten. Textdichterin dieses Liedes ist Irma Holder, die b&uuml;rgerlich Irmgard Ederer hei&szlig;t und Schwester von Monicas Produzent und Komponist Pepe Ederer ist. Das Lied gab den Startschuss zu einer gro&szlig;en Texter-Karriere f&uuml;r fast alle wichtigen deutschen Schlager-Gr&ouml;&szlig;en bis hin&nbsp; zu Udo J&uuml;rgens (beispielsweise stammt dessen Lied &bdquo;Der gekaufte Drachen&ldquo; textlich von ihr) und Helene Fischer.<\/p>\n<p>Mit ihrem 1974er-Hit &bdquo;<strong>Hallo, ist denn hier keiner?<\/strong>&ldquo; schloss Monica Morell nahtlos an ihre Hit-Serie an &ndash; erneut gab es (diesmal allerdings nur) einen ZDF-Hitparaden-Auftritt. F&uuml;r Monicas Verh&auml;ltnisse war dieser Schlager recht fr&ouml;hlich gehalten.<\/p>\n<p>Vor genau 40 Jahren war sie mit dem Song &quot;<strong>Danny, mein Freund<\/strong>&quot; in ZDF- und Verkaufs-Hitparade pr&auml;sent, allerdings lie&szlig; der Erfolg langsam nach. Dennoch war auch dieser Schlager richtungsweisend, thematisierte er doch das Ph&auml;nomen, wie es ist, wenn aus Freundschaft Liebe wird &#8211; allerdings nur bei einem Teil des Paars.<\/p>\n<p>In einem Schlager-Forum fand ich folgenden hochinteressanten Versuch, den vor 40 Jahren zum Hit gewordenen Schlager textlich zu analysieren: <em>Die k&uuml;rzlich an prominenter Stelle zu lesende These, wonach der Mann nach dem dritten Date die Frau rumgekriegt haben muss, da er ansonsten enteiert werde, d.h. in der Schublade Kumpel zu landen droht, fand bereits im Jahre 1975 mit Danny ein wissenschaftlich auswertbares Exempel eines diesbez&uuml;glichen Opfers. Monica suchte einen asexuellen Frauenversteher, Danny wollte mehr &#8230; die Sache scheiterte. Musikalisch ein nettes Schlagerchen..&quot; <\/em>(Quelle: hitparade.ch; User &quot;goodold70&quot;)<\/p>\n<p>Mit &quot;<strong>Ich<\/strong>&quot; hatte Monica Morell noch einen weiteren Erfolg in der Verkaufs-Hitparade. 1977 endete ihre Karriere mit dem letzten Auftritt in der ZDF-Hitparade mit dem Song &quot;<strong>Viele M&auml;dchen denken wie ich<\/strong>&quot;. Ein Kuriosum der Karriere Monica Morells ist, dass sie von Beginn ihres Erfolgs bis zum Schluss ihrem Produzenten Pepe Ederer treu geblieben ist und nie mit einem anderen Produzenten ein Comeback in Angriff genommen hat.<\/p>\n<p>Ende 1977 nahm Monica Morell Abschied von der Schlager-B&uuml;hne in der Schweizer TV-Show &quot;Zum Doppelten Engel&quot;. Dort erklang nochmals ihre letzte Single (&quot;Viele M&auml;dchen singen wie ich&quot;). Im Anschluss zollten ihr Schweizer Musik-Stars wie Peter, Sue und Marc, Nella Martinetti, Suzanne Klee und viele andere Tribut, indem sie der heiratswilligen S&auml;ngerin ein Abschiedsst&auml;ndchen brachten. Wenngleich Monica im Februar 1978 noch einmal mit Suzanne Klee im Schweizer &quot;Mascotte&quot; auftrat, blieb sie tats&auml;chlich konsequent und machte (im Gegensatz zu vielen Gr&ouml;&szlig;en der heutigen Schlagerwelt) keinen R&uuml;ckzieher vom R&uuml;ckzug.<\/p>\n<p>Sie trat 1978 in Winterthur vor den Traualtar und verdingte sich fortan zun&auml;chst als Wirtin im z&uuml;richerischen Ebmatingen. Leider hielt die Ehe nicht lang &#8211; Monica heiratete ein zweites mal und gebar in dieser Ehe einen Sohn namens Thommy, der tragischerweise wie berichtet am pl&ouml;tzlichen Kindstod verstorben ist. An diesem Schicksalsschlag zerbrach auch Monicas zweite Ehe.<\/p>\n<p>Sp&auml;ter litt die Schweizerin unter Polyneuropathie, einer heimt&uuml;ckischen Nervenkrankheit, bei der unter anderem die F&auml;higkeit zum Sprechen abnimmt. Schlie&szlig;lich zeigt sich auch noch ein Krebsleiden, dem Monica Morell im Februar 2008 nach vielen qualvollen Jahren im Alter von 54 Jahren erliegt.<\/p>\n<p>Zuletzt f&uuml;hrte Morell unter ihrem richtigen Namen Wirz-R&ouml;mer das Auktionshaus &laquo;Z&uuml;richsee Auktionen&raquo; in Erlenbach.<\/p>\n<p>&Uuml;ber die Verteilung ihres offenkundig sehr imposanten Erbes wurde lt. der Schweizer Presse lange gestritten. Ihr Schicksal, das sie in ihrem erfolgreichsten Song beklagt, musste sie ausgeblendet haben, als sie das Testament aufsetzte: Es datiert vom 7. Januar 2007 &#8211; einem Sonntag. Die S&auml;ngerin unterst&uuml;tzte zeitlebens gemeinn&uuml;tzige Stiftungen. Vier von ihnen vermachte sie auch den L&ouml;wenanteil ihres Erbes von rund 40 Millionen Franken: der Rega, der Krebshilfe, der Beat-Richner-Stiftung und dem Hilfswerk Denk an mich. Zudem vererbte sie verschiedenen Freunden und Bekannten Geld, Immobilien, Aktien und Kunstgegenst&auml;nde.<\/p>\n<p>Stephan Imming, 24.02.2015<\/p>\n<p>http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Monica_Morell<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neuzugang 10.03.1975!\u00a0 Die am 06. 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