{"id":92722,"date":"2015-03-06T00:00:00","date_gmt":"2015-03-06T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=92722"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"ALEXANDER-M-HELMER-Seine-neue-C-92721","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/ALEXANDER-M-HELMER-Seine-neue-C-92721\/","title":{"rendered":"ALEXANDER M. HELMER <br \/>Seine neue CD &quot;Bel Ami&quot; im Test von Holger St\u00fcrenburg!"},"content":{"rendered":"<p>Lange mussten die Fans von Alexander M. Helmer auf das neue Album warten! Ab heute (06.03.2015) ist es nun endlich erh\u00e4ltlich!\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>&bdquo;Du hast Gl&uuml;ck bei den Frau&rsquo;n, Bel Ami&ldquo;<\/strong> &ndash; wer kennt es nicht, dieses frivol-neckische Couplet aus der Feder des preu&szlig;isch-berlinerischen Komponisten Theo Mackeben? Mit diesen Worten beginnt der Refrain des so unverfrorenen, wie eleganten, erst auf den zweiten Blick bei&szlig;end ironischen &ndash; je nach Sichtweise &#8211; Lob- oder Spottgesangs auf den sprichw&ouml;rtlichen &sbquo;Mann von Welt&lsquo;, den exzessiven Lebemann, den selbstverliebten Playboy, der jede Frau auf diesem Planeten im Handumdrehen zu verf&uuml;hren, in erotische Rage zu versetzen vermag, der von nichts anderem, als von seiner ureigenen &bdquo;Chronique Scandaleuse&ldquo; zehrt. Und doch schafft es dieser Schelm, dieser Bohemien, dieser gnadenlose Selbstdarsteller, erst dann eine Frau so richtig gl&uuml;cklich zu machen, wenn diese nicht nur vor seinem ihm vorauseilenden Ruf als Casanova, als unab&auml;nderlicher Charmeur und M&auml;dchenheld, voller Respekt herniederf&auml;llt, sondern eben den Mann, der hinter all dieser grellen, oberfl&auml;chlichen Fassade steckt, erkundet hat und der Pers&ouml;nlichkeit, die sich hinter diesem schn&ouml;den Schn&ouml;sel &bdquo;Bel Ami&ldquo; verbirgt, all ihre Liebe und Zuneigung schenken mag.<\/p>\n<p>Seitdem dieser Standard deutscher Popul&auml;rkultur 1939 von der &ouml;sterreichischen Chanteuse Lizzi Waldm&uuml;ller, die 1904 im sagenumwobenen steierischen &Ouml;rtchen Knittelfeld zur Welt kam und 1945 mit knapp 41 Jahren durch einen Bombenangriff in Wien starb, erstmals in dem von ihrem Landsmann Willi Forst in Sachen Regief&uuml;hrung verantworteten, gleichnamigen Liebesfilm &bdquo;Bel Ami&ldquo; gesungen wurde, gab es auch und gerade nach dem II. Weltkrieg bis heute, unz&auml;hlige, verschiedenartigste Auslegungen dieses liebgewonnenen Schmachtgesangs auf gro&szlig;st&auml;dtische Dekadenz und m&auml;nnlichen Sexappeal. Alleine in meinem gut sortierten Tontr&auml;gerarchiv befinden sich &bdquo;Bel Ami&ldquo;-Betrachtungen von z.B. Panikrocker Udo Lindenberg oder Max Raabes &bdquo;Palast Orchester&ldquo;, von &sbquo;Lebefrau&lsquo; Hildegard Knef, gar von der schrillen NDW-Combo &bdquo;Lilli Berlin&ldquo;, dem Wiener Chansonnier Michael Heltau, der Schlagerlegende Bully Buhlan und nat&uuml;rlich von &bdquo;Mr. Gute Laune&ldquo; Peter Sebastian.<\/p>\n<p>Nun&nbsp; gesellt sich eine weitere Facette zu diesem langen Index von &bdquo;Bel Ami&ldquo;-Interpretationen hinzu: Der Wiener Schauspieler, Musicaldarsteller, Regisseur und S&auml;nger <strong>ALEXANDER MARIA HELMER<\/strong> hat diesem unverbr&uuml;chlichen Schlagerklassiker nicht nur f&uuml;r seine aktuelle &ndash; insgesamt siebte &#8211; CD neues, spritziges Leben eingehaucht, sondern dieses Opus, das dieser Tage bei MMG\/M&uuml;ller Music Group erscheint, auch gleich danach benannt: Insgesamt 14 in ihrer Mehrzahl zweifellos &uuml;berzeugende, sehr ergreifende und spannungsgeladene Lieder &ndash; neben dem titelgebenden Evergreen, 13 Eigenkompositionen &ndash; hat das lebenserfahrene Multitalent aus der Donaumetropole f&uuml;r <strong>&bdquo;BEL AMI&ldquo;<\/strong>, diesen in T&ouml;ne gefassten Ausflug in Richtung Pop, Schlager und Chanson, aufgenommen. Diese tr&auml;gt der sympathische Absolvent der Universit&auml;t f&uuml;r Musik und Darstellende Kunst Wien kraftvoll, ehrlich und ab und an sogar mal &ndash; was sich &uuml;brigens als sehr lobenswert und als in konstruktiver Manier musikalische Grenzen brechend erweist &#8211; mit trotzig-rockiger Attitude, enormer Willensst&auml;rke und ausufernder Dynamik vor.<\/p>\n<p>Alexander M. Helmer, der bereits in vielen, allseits gel&auml;ufigen Operetten oder Musicals, wie &bdquo;Die Fledermaus&ldquo;, &bdquo;Die Lustige Witwe&ldquo;, &bdquo;Gr&auml;fin Mariza&ldquo;, &bdquo;Im wei&szlig;en R&ouml;ssel&ldquo;, aber auch in &bdquo;Kiss me Kate&ldquo;, &bdquo;Can-Can&ldquo; bzw. &bdquo;Hello Dolly&ldquo;, die verschiedensten Rollen gesungen bzw. deren Charaktere dargestellt hat, pr&auml;sentiert auf &bdquo;Bel Ami&ldquo; zuvorderst nachdenkliche, eher sanft-bed&auml;chtig umgesetzte, in sich gekehrte Chansonperlen mit autobiographischen Z&uuml;gen (<strong>&bdquo;Einfach nur Gef&uuml;hl&ldquo;<\/strong>,<strong> &bdquo;So sehen Sieger aus&ldquo;<\/strong>) oder hei&szlig;verliebte Gest&auml;ndnisse als explosive, poppige Gitarrenorgie inszeniert (<strong>&bdquo;Liebe meines Lebens&ldquo;<\/strong>). Daneben hat der Tr&auml;ger des Fred-Jay-Textdichterpreises 1998 einige kontrollierte, selbstbeherrschte, schonende, kaum dramatische Abges&auml;nge auf die gro&szlig;e Liebe (<strong>&bdquo;Schick sie zu mir zur&uuml;ck&ldquo;<\/strong>, <strong>&bdquo;Die Manege braucht auch ihren Clown&ldquo;<\/strong>) oder auch latent sozialkritische, bei allem Mitgef&uuml;hl und Wohlwollen jedoch schon etwas zu weinerlich ausgefallene, wom&ouml;glich aufgesetzt wirkende Betroffenheit ausstrahlende Gedanken im energetischen Pop\/Rock-Gewand (<strong>&bdquo;Wie Du und ich&ldquo;<\/strong>) in seinem aktuellen Programm. Der ebenfalls in gez&uuml;gelter Geschwindigkeit gehaltene, verregnet-abgekl&auml;rte Schleicher <strong>&bdquo;Regen f&auml;llt auf Eden&ldquo;<\/strong>, der soeben als neueste Radiosingle aus &bdquo;Bel Ami&ldquo; ausgekoppelt wurde, ist ein fulminantes, beinahe and&auml;chtiges Abschiedsszenario, dargeboten aus der Sicht eines Mannes, dem erst nach der soeben vonstattengegangenen Trennung von seiner Liebsten, zwischen einem letzten Kaffee in St. Georg und der n&auml;chtlichen Zugfahrt ab Hamburg-Hauptbahnhof, in letzter Konsequenz vor Augen gef&uuml;hrt wird, dass &ndash; so hei&szlig;t es im filigranen, (nat&uuml;rlich) selbstverfassten Text &#8211; das Beste erst dann so richtig unbezahlbar wird, wenn man es verliert.<\/p>\n<p>Pure Sommerfreude, Frische, Tatkraft, eine unb&auml;ndige Lust auf einen notwendigen Neustart im Leben, auf den unerforschten Aufbruch hinein bzw. zur&uuml;ck in dasselbe, vermittelt demgegen&uuml;ber der gediegen jazzige Synthi-Schlager <strong>&bdquo;Das Leben ist sch&ouml;n&ldquo;<\/strong>, dem jedoch ein echteres, weniger computerprogrammiertes Arrangement mit origin&auml;rem Bass, Schlagzeug und gerne auch ein paar naturbelassenen Bl&auml;sern zur Verdeutlichung seiner aufstrebenden Authentizit&auml;t und seines fidel-frohsinnigen Flairs au&szlig;erordentlich gut zu Gesicht gestanden h&auml;tte. Das von seiner Grundtendenz her ebenso positive, lebenslustige Schmankerl <strong>&bdquo;Lachen&ldquo;<\/strong> ert&ouml;nt als sonnig-fr&ouml;hliches Reggae-Chanson, dem gleichsam eine akustische Instrumentierung, jenseits aller allzu synthetisch wirkender Soundmaschinen, deutlich h&ouml;rbar fehlt, das nach unverf&auml;lschter, urw&uuml;chsiger Realisierung geradezu schreit.<\/p>\n<p>Mit unverkennbarer ironischer Distanz in seiner per se einschmeichelnden, weichen und doch stets von hohem Wiedererkennungswert gekennzeichneten Stimme, schleicht sich Alexander M. Helmer schw&uuml;lstig, apart und schnittig gleicherma&szlig;en durch seine gelinde swingende, auf cool-akzentuierter Synthesizer-Basis aufgebaute, schlussendlich konstruktiv &uuml;berzeichnete, &uuml;berkandidelte Neuversion von <strong>&bdquo;Bel Ami&ldquo;<\/strong> &ndash; und transferiert den s&uuml;ffisanten Edelschmachtfetzen aus den 30er Jahren gekonnt, trefflich, humorvoll, gleichwohl niemals durch wom&ouml;glich parodistische oder gar entstellende Elemente seiner Ursprungsintention beraubend, unisono zeitgen&ouml;ssisch und traditionsbewusst ins Jahr 2015.<\/p>\n<p>Am besten und bodenst&auml;ndigsten ist Helmer immer dann, wenn er die zur Gen&uuml;ge ausgetretenen Schlagerklischees weit hinter sich l&auml;sst und sich nicht nur in musikalischer Hinsicht, sondern nachgerade zugleich in seinem lyrischen Bestreben und Bem&uuml;hen rockigeren, lauteren, ja fraglos aggressiveren, grimmiger t&ouml;nenden Umsetzungen seiner Eigenkompositionen &ouml;ffnet. Dies geschieht beispielsweise auf vorz&uuml;gliche Weise gitarrenlastig-treibend und entsprechend seiner Entschiedenheit den Zuh&ouml;rer f&ouml;rmlich umgehend in die Zukunft mitrei&szlig;end, mitnehmend, im krossen Rockepos <strong>&bdquo;Immer weiter&ldquo;<\/strong>, das sich von einem erst ruhigen, dabei f&uuml;rwahr von Anfang an vielversprechend brodelnden Intro ausgehend, zu einer Art (wenn auch klanglich leider weiterhin (viel zu) sacht wattierten, aber in Nuancen durchaus US-amerikanisch gepr&auml;gten) Helmer&rsquo;schen Antwort auf Springsteens brachialen &Uuml;berlebenshymnus &bdquo;Born to run&ldquo; ausw&auml;chst. Gleichsam knallig, voranstrebend, radikal und rasant, nahezu gehetzt, hysterisch im aufw&uuml;hlenden Gef&uuml;hlschaos gefangen, erklingt der sich &uuml;berm&uuml;tig und ungest&uuml;m entladende Up-Tempo-Rocker <strong>&bdquo;Nichts zu verzeihen&ldquo;<\/strong>, ein weiterer qualitativer H&ouml;hepunkt auf &bdquo;Bel Ami&ldquo;.<\/p>\n<p>Der zwar rhythmisch tanzbare, gerne dar&uuml;ber hinaus jederzeit partytaugliche und trotzdem (oder gerade deshalb?) vor lyrischen Allgemeinpl&auml;tzen und Stereotypen nur so strotzende Disco-Fox-Versuch <strong>&bdquo;Der K&ouml;nig im Revier&ldquo;<\/strong> wirkt allerdings inmitten der &uuml;berwiegend textintensiven, auf Feinsinn und Besonnenheit ausgerichteten inhaltlichen Gefilden vorliegender CD eher deplatziert; auch das in punkto stilistischer Auskleidung, Melodief&uuml;hrung und Klangfarbe einwandfrei an Andy Borg und andere Fr&ouml;hlichmacher gemahnende Schnaderh&uuml;pfel <strong>&bdquo;Ich fang noch mal von vorne an&ldquo;<\/strong> w&uuml;rde im Repertoire des (Ex-)&ldquo;Musikantenstadl&ldquo;-Conf&eacute;renciers keinesfalls negativ auffallen, mag indessen zu den zumeist subtanzhaltigen, tiefgr&uuml;ndigen und aussagekr&auml;ftigen Chanson-Pop-Melangen von Alexander M. Helmer nicht so recht passen.<\/p>\n<p>Als Fazit ist festzuhalten, dass <strong>ALEXANDER M. HELMER<\/strong> seine gr&ouml;&szlig;ten Chancen haben wird (und hierin entsprechend auch fast ausschlie&szlig;lich seine vielschichtigen Begabungen aufweist), wenn er als so ernstzunehmender, wie ernsthafter S&auml;nger und Pr&auml;sentator anspruchsvoller, ausdrucksstarker, vulgo: gehobener deutschsprachiger Pop- und Rocksongs, Balladen und Chansons mit Tiefgang, Gehalt und Gedankenreichtum auftritt. Im Sinne eines bierseligen Partys&auml;ngers, wild-grellen Fox-K&ouml;nigs oder tr&auml;llernden Animateurs, ist der begehrte Mitstreiter in der deutsch&ndash;&ouml;sterreichischen TV-Serie&nbsp;&bdquo;<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schlosshotel_Orth\" title=\"Schlosshotel Orth\">Schlosshotel Orth<\/a>&ldquo;&nbsp;oder der &ouml;sterreichischen Filmbiografie&nbsp;&bdquo;<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_Strau%C3%9F-Dynastie\" title=\"Die Strau\u00df-Dynastie\">Die Strau&szlig;-Dynastie<\/a>&ldquo;&nbsp;nicht zu gebrauchen. Derartige dauergrinsende, schenkelklopfende Liedexperimente, unglaubhaft dargereicht aus dem Munde des erhabenen Alexander M. Helmer, klingen wie drittklassige Kopien von &auml;hnlichen Liedbeitr&auml;gen solcher Musiker, die grelle Fetenkracher, wilde Apres-Ski- oder Mallorca-Gl&uuml;ckseligkeiten nicht nur einfach so singen, sondern diese auch ideell in ausgiebigster Form leben, ausleben und selbst genie&szlig;en. Helmer hingegen ist ein introvertierter Intellektueller mit Sp&uuml;rsinn f&uuml;r dichterische Essenz, der sich nicht zugunsten des schnellen kommerziellen Erfolges verbiegen (lassen) sollte, sondern vielmehr &ndash; dies belegen einige der von mir besonders hervorgehobenen Albumtitel von <strong>&bdquo;BEL AMI&ldquo;<\/strong> ja in perfektester Darbietungskunst &ndash; noch offener als bisher f&uuml;r Variationen, Einfl&uuml;sse, Gef&uuml;hle und musikalische Motive aus Pop, Rock, vielleicht gleichsam Blues, Jazz und Swing, sein sollte, die seinen wichtigen und poetisch gekonnt ausformulierten Textthemen weitaus gerechter werden, als dahingeschluderter seichter Schlagerpop oder gar pseudo-jugendlich Discotaugliches!<\/p>\n<p>Holger St\u00fcrenburg, 04.\/05. M\u00e4rz 2015<br \/>http:\/\/www.muellermusicgroup.com\/<br \/>http:\/\/www.alexandermhelmer.de\/startseit_neue.htm<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lange mussten die Fans von Alexander M. 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