{"id":92587,"date":"2015-03-10T00:00:00","date_gmt":"2015-03-10T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=92587"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"UDO-JUERGENS-Udo-Juergens-Abend-92586","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/UDO-JUERGENS-Udo-Juergens-Abend-92586\/","title":{"rendered":"UDO J\u00dcRGENS <br \/>Udo-J\u00fcrgens-Abend im Theater Oberhausen!"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Merci Cherie&#8220; &#8211; eine sehr gelungene Hommage an Udo J\u00fcrgens\u00b4 Lebenswerk! Ein Bericht von Stephan Imming!\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Udo J&uuml;rgens-Fan hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass das Oberhausener Theater-Ensemble eine Udo-J&uuml;rgens Hommage namens &quot;Merci Cherie&quot; geplant hat. Ich war erst skeptisch, ob das interessant werden k&ouml;nnte, weil &auml;hnliche Veranstaltungen wie das Udo-Musical &quot;Ich war noch niemals in New York&quot; oder die TV-Gala &quot;Mitten im Leben&quot; mich nicht wirklich &uuml;berzeugt haben.<\/p>\n<p>Andrerseits hat der Meister selbst sich ja gew&uuml;nscht, dass seine Musik weiterlebt &#8211; und das Ambiente eines Theaters ist ja durchaus etwas, das zu Udo passt. Also habe ich mir das allerletzte Ticket gekauft und bin nach Oberhausen gefahren &#8211; ohne gro&szlig;e Erwartungshaltung.<\/p>\n<p>Im Theater angekommen, erblickte ich links einen Fl&uuml;gel, vor dem gro&szlig;e rote Rosen standen &#8211; und rechts einen Schreibtisch mit Lampe, auf dem einige Manuskripte lagen.<\/p>\n<p>Schon der erste Song war eine &Uuml;berraschung &#8211; wer angesichts der Kurzfristigkeit des Einberaumens der Veranstaltung mit einem Evergreen Marke &quot;Griechischer Wein&quot; gerechnet hat, wurde entt&auml;uscht &#8211; der Pianist und musikalische Leiter des Abends, Kai Weiner, begleitete sich selbst und sang gef&uuml;hlvoll &quot;<strong>Bis ans Ende meiner Lieder<\/strong>&quot;.<\/p>\n<p>Im Anschluss betrat ein Moderatoren-Duo die B&uuml;hne, das souver&auml;n und charmant durch den Abend f&uuml;hrte: Martin M&uuml;ller-Reisinger, der den Abend mehr als gelungen konzipiert hat, begr&uuml;&szlig;te das Publikum mit den Worten, dass es dem Oberhausener Theater (und wohl ihm selbst, seines Zeichens geborener &Ouml;sterreicher) ein &quot;besonderes Anliegen&quot; sei, Udo J&uuml;rgens mit diesem Abend zu ehren. Co-Moderatorin war Susanne Burkhard, die auch einige Lieder im Verlaufe des Abends selber interpretiert hatte.<\/p>\n<p>Neben Gesang und Doppel-Moderation hatte der Abend noch ein sehr interessantes drittes Standbein: Der Schauspieler Hartmunt Stanke las aus Udo-J&uuml;rgens-Interviews und -Statements und vermittelte dem Publikum so einen Einblick in Udos Schaffen.<\/p>\n<p>Gleich der zweite Song des Abends l&auml;sst eingeschworene Udo-Fans mit der Zunge schnalzen: In einer wunderbaren Interpretation sang Laura Angelina Palacios mit &quot;<strong>Auf der Stra&szlig;e der Vergessenheit<\/strong>&quot; einen unbekannteren Udo-Klassiker &#8211; begleitet von einem beeindruckenden vierstimmigen Chor. Dem Vernehmen nach wurden diese Chor-S&auml;tze erst ganz kurz vor der Auff&uuml;hrung einstudiert, was die mehr als gelungene Interpretation nochmals mehr aufwertet.<\/p>\n<p>Im Anschluss wurden die Udo-Klassiker &quot;<strong>Illusionen<\/strong>&quot;, &quot;<strong>Aber bitte mit Sahne<\/strong>&quot; (erneut mit sch&ouml;nem 2-stimmigen Chor, der allerdings immer etwas zu fr&uuml;h einsetzte),&nbsp; &quot;<strong>Es lebe das Laster<\/strong>&quot; (interessante Text-Variante: &quot;denn der Brave wird nirgendwo vermisst&quot; &#8211; bei Udo hei&szlig;t es: &quot;..denn wer brav ist, wird nirgendwo vermisst&quot;), &quot;<strong>Siebzehn Jahr&#39;, blondes Haar<\/strong>&quot; (erneut starke weibliche Chor-Begleitung), &quot;<strong>Immer wieder geht die Sonne auf<\/strong>&quot;&nbsp; und &quot;<strong>Griechischer Wein<\/strong>&quot; zu Geh&ouml;r gebracht.<\/p>\n<p>Sp&auml;testens mit letztgenanntem Klassiker, dem letzten Song vor der Pause, brachen die D&auml;mme &#8211; war das Publikum bis dato noch eher h&ouml;flich-distanziert, allerdings aufmerksam lauschend, wurde (motiviert von Moderator M&uuml;ller-Reisinger) lauthals mitgesungen.<\/p>\n<p>In der ersten Halbzeit erfuhr das Publikum u. a., dass Udo im Chanson seine musikalische Heimat sah, weil darin quasi Musik eine Form von Literatur war. Den Begriff Schlager mochte er nicht, weil ein Lied Substanz haben m&uuml;sse. Au&szlig;erdem stellte sich Udo wohl die Frage, warum Hansi Hinterseer nicht einfach beim Skifahren blieb und begr&uuml;ndete so, warum er den Begriff &quot;Schlager&quot; nicht wirklich mochte &#8211; erst recht nicht bezogen auf sein musikalisches Werk.<\/p>\n<p>Die Rede war auch von Alkohol-Exzessen in fr&uuml;hen Jahren &#8211; sp&auml;ter trank er lt. Oberhausener Ensemble eher mal ein Glas Wein oder Eierlik&ouml;r mit seinem Freund Udo Lindenberg.<\/p>\n<p>Die unvermeidliche Story der angelegten Ohren wird auch nicht ausgelassen, wobei die frivole Bemerkung, dass die Damen seit damals Udo &quot;die Stange hielten&quot; eher selten zu h&ouml;ren ist &#8211; wobei einschr&auml;nkend bemerkt wurde, dass Udo im Leben zwei nat&uuml;rliche Feinde hatte &#8211; das Finanzamt und Alice Schwarzer.<\/p>\n<p>Daf&uuml;r war er &uuml;beraus bekannt &#8211; bei der 100-Jahr-Gala soll dem Vernehmen nach der Borusse Dede gesagt haben, dass ihm der Name &quot;Udo J&uuml;rgens&quot; ein Begriff sei, er allerdings bislang noch nicht mit ihm zusammen gespielt habe.<\/p>\n<p>Die zweite H&auml;lfte des kurzweiligen Abends wurde erneut mit einem nicht sehr oft geh&ouml;rten Lied er&ouml;ffnet: &quot;<strong>Sag ihr, ich lass sie gr&uuml;&szlig;en<\/strong>&quot;, der 50 Jahre alte Eurovisions-Klassiker, stimmte die Zuschauer auf den zweiten Teil der Hommage an.<\/p>\n<p>Mit &quot;<strong>Ein ehrenwertes Haus<\/strong>&quot; wurde bewiesen, wie nah das Ensemble an Udo dran war: So wie es Udo sogar bei einer Live-CD-Aufnahme (&quot;Open Air Symphony&quot;) passierte, so geschah auch beim Udo-Abend ein Text-H&auml;nger, den keiner im Publikum dem S&auml;nger &uuml;bel nahm. Vielleicht war der Interpret auch nur &uuml;berrascht, dass der Backgroundchor mit den hohen Stimmen m&auml;nnlichen Geschlechts war.<\/p>\n<p>Richtig bemerkenswert war die &uuml;beraus &uuml;berzeugende Interpretation Sophie Louise Killers des Evergreens &quot;<strong>Lieb Vaterland<\/strong>&quot; &#8211; erneut unterst&uuml;tzt von einem b&auml;renstarken vierk&ouml;pfigen Begleitchor. Die Interpretin blieb direkt auf der B&uuml;hne und setzte mit dem Duett &quot;<strong>Liebe ohne Leiden<\/strong>&quot; noch einen drauf. Richtig toll reagierte dabei auch das Oberhausener Publikum, das w&auml;hrend des Liedes zuh&ouml;rte und im &quot;d&uuml;-d&uuml;-d&uuml;-d&uuml;p&quot; Teil begeistert mitklatschte, um das Klatschen mit Beginn der n&auml;chsten Strophe wieder einzustellen &#8211; klasse&#8230;<\/p>\n<p>Nun kam die Sprache auf einen von Udos sch&ouml;nsten und bedeutendsten Liedern: &quot;<strong>Was ich Dir sagen will<\/strong>&quot;. Die These, dass Udo damit &quot;28 Monate Nummer 1 in Japan&quot; gewesen sei, liest man zwar an vielen Stellen &#8211; bis heute bin ich aber noch auf der Suche nach der japanischen Studio-Version dieses Klassikers &#8211; selbst eingefleischte Fans verf&uuml;gen &uuml;ber keine Aufnahme dieses omin&ouml;sen &quot;Wakare no asa&quot; &#8211; der Song an sich ist in Japan sicher extrem bekannt &#8211; aber Udo selbst hat diesen Song zumindest nach meinem Kenntnisstand nie auf Tontr&auml;ger ver&ouml;ffentlicht (- vielleicht abgesehen von einer japanischen Live-LP).<\/p>\n<p>Solche kleinen inhaltlichen Patzer kann man vielleicht bei k&uuml;nftigen Abenden dieser Art noch korrigieren &#8211; beispielsweise hatte Udo nicht sein Film-Debut im Streifen &quot;Unsere tollen Tanten in der S&uuml;dsee&quot;, und den Namen &quot;Udo J&uuml;rgens&quot; hat er schon bei seiner ersten Single-Ver&ouml;ffentlichung verwendet und nicht erst danach. Und die 411 Wochen Nummer-1-Single-Platzierungen d&uuml;rften auch schwer nachvollziehbar sein \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Mit &quot;<strong>Ich war noch niemals in New York<\/strong>&quot; und &quot;<strong>Merci Cherie<\/strong>&quot; wurden noch mal zwei echte Udo-Klassiker zu Geh&ouml;r gebracht, wobei insbesondere bei &quot;New York&quot; das Theater stimmungsm&auml;&szlig;ig f&ouml;rmlich kochte.<\/p>\n<p>So &uuml;berraschend, wie der Abend er&ouml;ffnet wurde, so originell war auch der Schluss &#8211; mit &quot;<strong>Mitten durch&#39;s Herz (Reprise) &#8211; Z&auml;rtlicher Chaot<\/strong>&quot; &#8211; hier muss man dem &quot;Drehbuch-Schreiber&quot; des Abends ein gro&szlig;es Kompliment machen, gerade diese Worte f&uuml;r den Schluss gew&auml;hlt zu haben:<\/p>\n<p>\n<em>Denn jede Trennung ist so wie ein kleines Sterben.<br \/>\nIch kenne jedes Gl&uuml;ck und jede Art von Schmerz,<br \/>\nDoch dein &quot;Auf Wiederseh&#39;n&quot;, das geht mir diesmal<br \/>\nMitten durchs Herz.<\/p>\n<p>Dschungel voll Gef&uuml;hl,<br \/>\nWenn&#39;s nun Abschied hei&szlig;t:<br \/>\nDankbar f&uuml;r all das,<br \/>\nwas ihr f&uuml;r mich seid.<\/p>\n<p>Aufbruch, immer neu,<br \/>\nVorbei ist nicht &#8211; vorbei!<br \/>\nEin Lied trotz aller Not<br \/>\nUnd Steine werden Brot.<\/p>\n<p>Auf Wiederseh&#39;n, was uns auch immer droht,<br \/>\nGood bye &#8211; Der z&auml;rtliche Chaot!<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun gab es kein Halten mehr: Mit Standing Ovations wurde das Ensemble gefeiert &#8211; und ohne zwei Zugaben wurden die Protagonisten nicht von der B&uuml;hne gelassen (- fehlte fast nur noch der Bademantel &#8211; aber genau DAS machte ja den Abend aus: Udo wurde nicht parodiert oder imitiert &#8211; nein, seine Lieder wurden eigenst&auml;ndig vorgetragen).<\/p>\n<p>Bis zum Schluss habe ich keinen Zuschauer beobachtet, der vorzeitig das Theater verlassen h&auml;tte, was ein gro&szlig;es Kompliment an das Ensemble ist.<\/p>\n<p>Im Anschluss an den Abend hatte ich gemeinsam mit einem anderen Udo-Fan die Freude, noch zun&auml;chst den musikalischen Leiter, Kai Werner, kennenzulernen, der zu berichten wusste, dass seines Wissens keiner der Darsteller je einem Udo-J&uuml;rgens-Konzert beiwohnte und die Schauspieler wegen anderer Engagements kaum Zeit zu proben hatten. Seine wunderbaren Chor-Arrangements konnten erst in letzter Sekunde einstudiert werden, und einige St&uuml;cke mussten noch hinsichtlich der Tonart &quot;passend gemacht werden&quot; f&uuml;r den Interpreten.<\/p>\n<p>Moderator und Autor des Abends war Martin M&uuml;ller-Resinger. Auch mit ihm durften wir uns noch unterhalten &#8211; und es war sp&uuml;rbar, wie wichtig ihm war, Udo als Chansonnier zu pr&auml;sentieren, der eben kein Schlagers&auml;nger war. Ganz bewusst wurde immer wieder eingestreut, das Pop-Musik und geistiger Anspruch keine Gegens&auml;tze sein m&uuml;ssen &#8211; getreu Udos Motto, &quot;Unterhaltung mit Haltung&quot; machen zu wollen.<\/p>\n<p>Es ist wohl geplant, die Veranstaltung im Mai zu wiederholen. Man kann nur jedem Udo-Fan eindringlich empfehlen, sich rechtzeitig eine der begehrten Tickets zu sichern &#8211; es lohnt sich auf jeden Fall, hier wird Udo J&uuml;rgens&#39; Lebenswerk w&uuml;rdig und beeindruckend, aber doch auch charmant und kurzweilig gehuldigt.<\/p>\n<p>\n<img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/smago.de\/fotos\/pics\/images\/merci3.jpg\" style=\"width: 512px; height: 384px;\" \/><\/p>\n<p>\n<img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/smago.de\/fotos\/pics\/images\/merci2.jpg\" style=\"width: 512px; height: 384px;\" \/><\/p>\n<p>Stephan Imming, 08.03.2015<br \/>http:\/\/www.ariola.de<br \/>http:\/\/www.udojuergens.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Merci Cherie&#8220; &#8211; eine sehr gelungene Hommage an Udo J\u00fcrgens\u00b4 Lebenswerk! 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