{"id":91642,"date":"2015-04-03T00:00:00","date_gmt":"2015-04-03T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=91642"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"PETER-ALEXANDER-HEIDI-BRUEHL-NANA-MOUSKO-91641","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/oldies\/PETER-ALEXANDER-HEIDI-BRUEHL-NANA-MOUSKO-91641\/","title":{"rendered":"PETER ALEXANDER, HEIDI BR\u00dcHL, NANA MOUSKOURI, BILL RAMSEY, CATERINA VALENTE u.a. <br \/>Die Doppel-CD &quot;Schlagerfestival der 60er Jahre \u2013 Folge 1&quot; im Test von Holger St\u00fcrenburg!"},"content":{"rendered":"<p>Das Doppelalbum, das nur um die 7.- \u20ac kostet, wartet zudem mit einigen ausgesuchten Rarit\u00e4ten auf&#8230;:\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Akkurat, sachkundig und penibel wie immer, f&uuml;hrt uns das Murnauer Label <strong>MUSIC TALES<\/strong> dieser Tage mitten hinein in die Wilden 60er Jahre bzw. zumindest an den Beginn derselben. Mittels der prallgef&uuml;llten Doppel-CD <strong>&bdquo;Schlagerfestival der 60er Jahre &ndash; Folge 1&ldquo;<\/strong> bekommt der interessierte Schlagerfreund, der detailverliebte Sammler und der popmusikalisch beflissene Zeitgeschichtler sage und schreibe 50 (!) Originalaufnahmen aus den Jahren 1960 bis 1962 &bdquo;digital remastered&ldquo; dargereicht &ndash; ergo teutonisches Liedgut aus der Phase von John F. Kennedy, der zunehmenden Zuspitzung des Vietnamkriegs, der Errichtung der menschenverachtenden Berliner Mauer, der US-Invasion in der kubanischen Schweinebucht, der Kuba-Krise und der skandalumwobenen &bdquo;Spiegel&ldquo;-Aff&auml;re, als national, wie international, der Weltfrieden, ob des Kalten Krieges, mehrfach nicht nur nicht sicher war, sondern h&auml;ufig gar auf der Kippe stand. In der BR Deutschland genossen die Menschen jedoch &uuml;berwiegend die weiteren Ausl&auml;ufer des Wirtschaftswunders; bis November 1961 regierte Kanzler Adenauer mit absoluter Mehrheit von CDU und CSU, danach, bis zu den Turbulenzen in Sachen &bdquo;SPIEGEL&ldquo;, in einer Koalition mit den Liberalen. W&auml;hrend daraufhin ein Teil der Jugend und der Intellektuellen zunehmend gegen die bieder-brave Adenauer-Republik aufmuckte, &uuml;berwogen im eher konservativ gepr&auml;gten Deutschen Schlager weiterhin Frohsinn, Heiterkeit, sehr, sehr viel Liebe, vermengt mit Herzschmerz und Romantik, und noch mehr Urlaubs-, Fernweh- und Reisetr&auml;umen in die fernsten L&auml;nder.<\/p>\n<p>Und aus ebenjener Periode zwischen Restauration und Aufbruch stammen die 50 Schlager, die das Team von MUSIC TALES f&uuml;r vorliegende Doppel-CD ausgew&auml;hlt und zusammengestellt hat. Darunter befinden sich enorm viele Hits und Gassenhauer, die zumindest eingefleischte Schlagerfreaks der Generation 40plus, also die Altersgenossen des Rezensenten, noch heutzutage, mehr als 50 Jahre danach, kennen und lieben m&uuml;ssten &ndash; auch und gerade, weil das eine oder andere Schnaderh&uuml;pfel aus der Jugend und Studentenzeit unserer Eltern in sp&auml;teren Jahren immer wieder, sei es im Rock-, Chanson- Schlager\/Fox- oder NDW-Kontext, erfolgreich und zugleich bewahrend reanimiert wurde.<\/p>\n<p>Doch auch eine gro&szlig;e Anzahl von Rarit&auml;ten, Skurrilem und bislang selten im CD-Format vorzufindenden Liedperlen haben die kreativen Kollegen aus Murnau mit viel Schaffenskraft und Elan aus den Archiven gekramt, um sie f&uuml;r &bdquo;Schlagerfestival der 60er Jahre &ndash; Folge 1&ldquo; neu aufzubereiten.<\/p>\n<p>Doch nun zuerst zu den namhaftesten, teils noch heute allgegenw&auml;rtigen Titeln jenen Zeitalters, die wir Dank MUSIC TALES nun, dicht gedr&auml;ngt auf zwei CDs, mit geballter Freude wiederh&ouml;ren k&ouml;nnen. Unvergessliche Evergreens, wie der legend&auml;re, schw&auml;rmerische Geographieunterricht <strong>&bdquo;Kalkutta liegt am Ganges&ldquo;<\/strong> des Schweizer Show-Hoteliers <strong>Vico Torriani<\/strong>, der hier von Schlager-Jazzer <strong>Bill Ramsey<\/strong> dargebotene, ironisch &uuml;berdrehte Tausend-und-eine-Nacht-Stomper <strong>&bdquo;Caf&eacute;&lsquo; Oriental&ldquo;<\/strong>, der kesse Teenagerpop <strong>&bdquo;Lady Sunshine und Mr. Moon&ldquo;<\/strong> des damaligen Backfisch-Idols <strong>Conny Froboess<\/strong>, dessen volkst&uuml;mlich angehauchtes Schmankerl &uuml;ber das <strong>&bdquo;Mariandl&ldquo;<\/strong> aus dem Wachauer Landl, das schummrige St. Paulianer Hafenst&auml;ndchen <strong>&bdquo;Einen Ring mit zwei Blutroten Steinen&ldquo;<\/strong> von der italienisch-deutschen S&auml;ngerin <strong>Nana Gualdi<\/strong>, <strong>Lale Andersens<\/strong> stimmungsbezogen &auml;hnlich ausgerichtete, sehns&uuml;chtig triefende Schmachtballade <strong>&bdquo;Ein Schiff wird kommen&ldquo;<\/strong> oder die ironisch-deftige <strong>&bdquo;H&auml;mmerchen-Polka&ldquo;<\/strong> von &bdquo;Mister Pumpernickel&ldquo; <strong>Chris Howland <\/strong>geh&ouml;ren l&auml;ngst zum Allgemeingut deutscher Popkultur der Nachkriegs&auml;ra und finden sich noch im neuen Jahrtausend immer wieder in der einen oder anderen dazu passenden TV-Show oder Radiosendung. Dies sind in ihrer Gesamtheit mehr als nur wertvolle und wohlt&ouml;nende Lieder, die fraglos Zeitgeschichte geschrieben haben, weshalb es von vornherein als sehr positiv zu bewerten ist, dass MUSIC TALES diese und andere t&ouml;nenden Zeitzeugnisse aus jenen chaotischen Tagen der Krise des ersten Abschnitts des Kalten Krieges zusammengetragen und f&uuml;r &bdquo;Schlagerfestival der 60er Jahre &ndash; Folge 1&ldquo; f&uuml;r die Nachwelt nochmals komprimiert aufbereitet hat.<\/p>\n<p>Zus&auml;tzlich covert der Urwiener Charmeur <strong>Peter Alexander<\/strong> liebenswert schmalzig, mit geradezu and&auml;chtigem Timbre in der Stimme, Elvis&lsquo; Superschnulze &bdquo;Are you lonesome tonight?&ldquo; mit deutschem Text von Kurt Feltz als <strong>&bdquo;Bist Du einsam heut&lsquo; Nacht?&ldquo;<\/strong>, die griechische Edeldame <strong>Nana Mouskouri<\/strong> kn&ouml;pft sich, sprachlich &uuml;beraus phantasievoll von Hans Bradkte zu <strong>&bdquo;Am Horizont irgendwo&ldquo;<\/strong> bearbeitet, Harry Belafontes schmachtvolle S&uuml;dseeballade &bdquo;These are the Times&ldquo; vor, und die 1987 verstorbene, franz&ouml;sische Chanson-Dramaqueen <strong>Dalida<\/strong> interpretiert auf Deutsch sonor und unterk&uuml;hlt den stilbildenden Welthit ihrer skandaltr&auml;chtigen Landsm&auml;nnin Edith Piaf, &bdquo;Milord&ldquo;, als <strong>&bdquo;Die Welt ist sch&ouml;n&hellip; Milord&ldquo;<\/strong>.<\/p>\n<p>Das legend&auml;re Show-Energieb&uuml;ndel <strong>Caterina Valente<\/strong> und dessen hei&szlig;bl&uuml;tiger Bruder <strong>Silvio Francesco<\/strong> duettieren sich in der deutschen Lesart des legeren italienischen Bossa-Nova-Schlagers <strong>&bdquo;Quando, Quando, Quando&ldquo;<\/strong>, in einer grandiosen Mixtur aus lasziv und abgekl&auml;rt, erotisch und verf&uuml;hrerisch, intoniert die Bad Oyenhausener S&auml;ngerin <strong>Britt Hagen<\/strong> den anfangs von &bdquo;Chris Barber&rsquo;s Jazz &amp; Blues Band&ldquo; als knarzig-swingendes Instrumental zum globalen Millionenseller ausgestalteten Standard &bdquo;Petite Fleur&ldquo;, auf Deutsch von G&uuml;nther Loose transferiert, als <strong>&bdquo;Sag&lsquo; Adieu (Petite Fleur)&ldquo;<\/strong>. Der kroatische Schlagers&auml;nger <strong>Ivo Robic<\/strong> gelangte hingegen mit <strong>&bdquo;Ein ganzes Leben lang&ldquo;<\/strong>, seiner trefflichen deutschen Sichtweise der Ray-Charles-Country-Schmonzette &bdquo;I can&lsquo;t stop loving you&ldquo;, bis auf Rang 8 der hiesigen Singlecharts.<\/p>\n<p>Die legend&auml;re Easy-Listening-Melodie <strong>&bdquo;Wheels&ldquo;<\/strong> h&ouml;ren wir auf hier analysierter Doppel-CD sowohl in der instrumentalen Urfassung des US-amerikanischen Orchesterleiters und Arrangeurs <strong>Billy Vaughn<\/strong>, als auch in einer deutschsprachigen Gesangsversion des aus&nbsp;Peter Cornehlsen, Michael Lengauer und Reni Kamberg zusammengesetzten Terzetts <strong>&bdquo;Trio Kolenka&ldquo;<\/strong>, welche den Titel <strong>&bdquo;Vier Schimmel, ein Wagen&ldquo;<\/strong> trug und 1961 bis auf Rang 4 der &bdquo;Media Control&ldquo;-Liste ziehen konnte, w&auml;hrend das Original von Vaughn im Sommer desselben Jahres hierzulande ganze zw&ouml;lf Wochen lang die Spitzenposition in dieser Auswertung f&uuml;r sich in Anspruch zu nehmen vermochte.<\/p>\n<p>Als gro&szlig;b&uuml;rgerlicher Gentleman mit Schmiss und Benimm gab sich der Berliner <strong>Gerhard Wendland<\/strong> in seinem zackig-h&ouml;flichen 1962er-Tango <strong>&bdquo;Schau mir noch mal in die Augen&ldquo;<\/strong>, der melodisch und in Sachen Arrangement unverkennbar sehr nah an seinen Vorjahreshit &bdquo;Tanze mit mir in den Morgen&ldquo; angelehnt war, die Italo-amerikanische S&auml;ngerin <strong>Connie Francis<\/strong> schw&auml;rmte schw&uuml;lstig und sehns&uuml;chtig von <strong>&bdquo;Eine(r) Insel f&uuml;r zwei&ldquo;<em>,<\/em><\/strong> und der Wiener <strong>Willy Hagara<\/strong> schwang einen fr&ouml;hlichen Lobgesang auf den kleinen Mexicano <strong>&bdquo;Pepe&ldquo;<\/strong>. Vom gro&szlig;en <strong>Udo J&uuml;rgens<\/strong> bekommen wir aus dessen Vor-Ariola-Phase den damals noch nicht selbstgeschriebenen, aber alles andere als &uuml;blen Romantikschlager <strong>&bdquo;La Serenata&ldquo;<\/strong> zu Geh&ouml;r, Udos gleichfalls legend&auml;rer Landsmann <strong>Freddy Quinn<\/strong> brilliert mit dem einsam-dunklen Lonesome-Rider-Melodram <strong>&bdquo;Melodie der Nacht&ldquo;<\/strong> aus der Feder des Hamburger Komponisten Lothar Olias und ist auf &bdquo;Schlagerfestival der 60er Jahre &ndash; Folge Eins&ldquo; gleichsam mit dem dr&ouml;gen Fernwehblues <strong>&bdquo;Wenn die Sehnsucht nicht w&auml;r&ldquo;<\/strong> vertreten. Nat&uuml;rlich kommt auch sein unschlagbarer Dauerbrenner <strong>&bdquo;Junge, komm bald wieder&ldquo;<\/strong> zum Einsatz mit dem der Wahl-Hamburger 1962\/63 ganze 14 Wochen lang den ersten Rang der deutschen Singlecharts in Beschlag hielt; diese beiden Ewigkeitsschlager wurden ebenfalls von Lothar Olias verfasst.<\/p>\n<p><strong>Caterina Valente<\/strong> liegt dar&uuml;ber hinaus, diesmal solistisch, den <strong>&bdquo;Matrosen aus Pir&auml;us&ldquo;<\/strong> zu F&uuml;&szlig;en, w&auml;hrend der Urm&uuml;nchener Schlager-Rock&rsquo;n&rsquo;Roller <strong>Peter Kraus<\/strong> seinem schnuckeligen <strong>&bdquo;Sweety&ldquo;<\/strong> gesanglich die Ehre erweist, derselbe im Duo mit Kollege J&ouml;rg Maria Berg als <strong>&bdquo;James Brothers&ldquo;<\/strong> prallen Optimismus verstrahlt (<strong>&bdquo;Morgen bist Du alle Sorgen los&ldquo;<\/strong>) und die M&uuml;nchener Schauspielerin und S&auml;ngerin <strong>Heidi Br&uuml;hl<\/strong> pathetisch beschw&ouml;rt <strong>&bdquo;Immer will ich Dir geh&ouml;ren&ldquo;<\/strong>. Die blonde D&auml;nin Vivi Bach schmettert desweiteren das liebliche Titellied der Musikkom&ouml;die <strong>&bdquo;Wenn die Musik spielt am W&ouml;rthersee&ldquo;<\/strong>, ihre schwedische Kollegin <strong>Siw Malmkvist<\/strong> sagt untert&auml;nigst swingend <strong>&bdquo;Danke f&uuml;r die Blumen&ldquo;<\/strong>.<\/p>\n<p>Der Berliner Schlagers&auml;nger <strong>Rene Carol<\/strong> hymnisiert mit vollt&ouml;nendem Stimmorgan die Heimkehr in die Vergangenheit (<strong>&bdquo;Kein Land kann sch&ouml;ner sein&ldquo;<\/strong>), seine belgische Sangeskollegin <strong>Angele Durand<\/strong> hat das &uuml;berkandidelte, frankophile Chanson <strong>&bdquo;Madame braucht Liebe&ldquo;<\/strong> im Gep&auml;ck, w&auml;hrend das &ouml;sterreichische Vokalquartett <strong>&bdquo;Die blauen Jungs&ldquo;<\/strong>, um den nieder&ouml;sterreichischen S&auml;nger J&ouml;rg Maria Berg, zum alpenseligen Lokalkolorit ihres Heimatlandes vollkommen kontr&auml;r, mit dem betont &uuml;berladenen Beinahe-Seemannslied <strong>&bdquo;Wenn wei&szlig;e Wolken wandern&ldquo;<\/strong> oder der sprichw&ouml;rtliche &bdquo;lachende Vagabund&ldquo; <strong>Fred Bertelmann<\/strong> mit seinem feschen, augenzwinkernden Countryschlager <strong>&bdquo;Einmal high, high, high&ldquo;<\/strong> &uuml;berzeugen, was nat&uuml;rlich keinesfalls ein Loblied auf &uuml;berm&auml;&szlig;iges Kiffen darstellt!<\/p>\n<p>Der 2007 verstorbene Hamburger Schlagers&auml;nger und Trompeter <strong>Peter Beil<\/strong> ist auf der ersten Folge von&nbsp; &bdquo;Schlagerfestival der 60er Jahre&ldquo; gleich mit zwei Titeln unter zwei verschiedenen Namen zu h&ouml;ren. Als Peter Beil ver&ouml;ffentlichte er regul&auml;r eine spritzige deutsche Auslegung des US-Soft-Rock&rsquo;n&rsquo;Roll-Chartsst&uuml;rmers <strong>&bdquo;Corinna, Corinna&ldquo;<\/strong> von Ray Peterson, die im Juli 1961 auf Rang 6 der Singlehitlisten landete, einen Monat sp&auml;ter sandte er unter dem Pseudonym <strong>&bdquo;Die Ricky Boys&ldquo;<\/strong> eine teutonische Coverversion des plietschen Ricky-Nelson-Klassikers <strong>&bdquo;Hello, Mary Lou&ldquo;<\/strong> hinterher, bei der er mit sich selbst im Duett sang und die zweite Stimme eigenst&auml;ndig &uuml;bernahm, und erreichte damit Rang 9.<\/p>\n<p>In die Abteilung Jux &amp; Humor fielen z.B. <strong>Gus Backus<\/strong>&lsquo; niedlich-d&auml;mlicher Bl&ouml;delschlager <strong>&bdquo;Da sprach der alte H&auml;uptling der Indianer&ldquo;<\/strong> oder das unn&ouml;tig aufgebauscht schaurige Countrydrama <strong>&bdquo;Endloser Fluss&ldquo;<\/strong> einer per se nicht unbedingt bahnbrechenden Vokal-Formation namens <strong>&bdquo;Die Rangers&ldquo;<\/strong>. Vickys Herr Papa <strong>Leo Leandros<\/strong> bearbeite &uuml;beraus gekonnt und wohlklingend ein traditionelles arabisches Volkslied zu dem &auml;u&szlig;erst ungew&ouml;hnlichen, orientalischen Folk\/Ethno-Schlager <strong>&bdquo;O Mustafa&ldquo;<\/strong>. Unvergessen und l&auml;ngst Legendenstatus inne hat&nbsp; selbstverst&auml;ndlich der genialische <strong>&bdquo;Babysitter-Boogie&ldquo;<\/strong> des im vergangenen September 90j&auml;hrig verstorbenen Gro&szlig;meisters des originellen Wirtschaftswunder-Schlagers, <strong>Ralf Bendix<\/strong>.<\/p>\n<p>Zu den skurrilen Erscheinungen jener Musik&auml;ra z&auml;hlte z.B. die Oldtime-jazzige Moritat <strong>&bdquo;Warte, warte nur ein Weilchen&ldquo;<\/strong>, die sich inhaltlich, zur Musik des gleichnamigen Walter-Kollo-Couplets aus den 20er Jahren, mit dem grausamen Wirken des 1924 zu Tode verurteilten Hannoveraner Serienm&ouml;rders Fritz Haarmann auseinandersetzte, und vom dem Berliner Jazz-Musiker <strong>Hawo Schneider<\/strong> und seinen <strong>&bdquo;Spree City Stompers&ldquo;<\/strong> in dieser humorigen Horrorversion 1961 f&uuml;r vier Wochen in die deutschen Top 10 bef&ouml;rdert wurde. Liebenswert anachronistisch pr&auml;sentiert sich auch das aus zig bekannten Melodien aus den 20er Jahren bestehende Potpourri <strong>&bdquo;So leben wir&hellip; (Gute alte Bekannte)&ldquo;<\/strong>, dargeboten von der seitens des Berliner Musikproduzenten Alexander Gordan ins Leben gerufenen, kurzlebigen Stimmungscombo <strong>&bdquo;Der flotte Franz &amp; die Bierbrummer&ldquo;<\/strong>. Der Tiroler Skirennfahrer <strong>Toni Sailer<\/strong> mag im sportlichen Sinne ein Meister seines Fachs gewesen sein &ndash; drei Goldmedaillen bei der Winterolympiade 1956 im italienischen Cortina d&rsquo;Ampezzo und mehrere Siege bei der Ski-WM zwei Jahre sp&auml;ter in Bad Gastein beweisen dieses Talent ohne Zweifel. Auf eine Zweitkarriere als Schlagers&auml;nger h&auml;tte der Kitzb&uuml;heler aber fraglos verzichten sollen. Mit d&uuml;nner Stimme und ohne jegliche Ausstrahlung, nahm sich der &bdquo;Hansi Hinterseer der fr&uuml;hen 60er&ldquo; f&uuml;r die 1961 realisierte Neuverfilmung des 1943 erstmals entstandenen Revuefilms &bdquo;Der wei&szlig;e Traum&ldquo;, die unter dem Titel &bdquo;Kauf Dir einen bunten Luftballon&ldquo; in die Kinos kam, des per se g&ouml;ttlichen Michael-Jary-Filmschlagers <strong>&bdquo;Rummelplatz&ldquo;<\/strong> an &ndash; und versagte voll und ganz. Der junge <strong>Harald Juhnke<\/strong> erkl&auml;rte v&ouml;llig n&uuml;chtern, von den Frauen aus Hawaii &uuml;ber Shanghai bis hin zu St. Pauli, sei <strong>&bdquo;Eine sch&ouml;ner, als die andere&ldquo;<\/strong>, wohingegen die Leipziger Jazzlady <strong>Inge Brandenburg<\/strong> &uuml;ber die M&auml;nnerwelt singend und swingend, stilistisch zwischen B&auml;nkelgesang, Chanson und Jazz-Walzer agierend, die wilde These aufstellte: <strong>&bdquo;Gauner sind sie alle&ldquo;<\/strong>.<\/p>\n<p>Klischeehafte Ein-Hit-Wunder, die niemals so viel Potential in sich trugen, um sich dauerhaft in die Annalen des deutschen Schlagers einbringen zu k&ouml;nnen, gab es auch schon Anfang der 60er zuhauf. Aus dieser Kategorie fanden &ndash; der Vollst&auml;ndigkeit halber, ist dies auch keinesfalls st&ouml;rend &ndash; z.B. der ausdruckslose Singsang <strong>&bdquo;Sarie Marie&ldquo;<\/strong> einer unbedeutenden Vokal-Truppe, die unter dem Namen <strong>&bdquo;The Hilo-Hawaiians&ldquo;<\/strong> fungierte und &ndash; laut Wikipedia.de &ndash; zwischen 1961 und 1968 sogar drei ganze Langspielplatten aufnahm. Auch ein kaum gel&auml;ufiger S&auml;nger, der sich da nannte <strong>Peter Niemann<\/strong>, langweilt mit dem unausgegorenen Liebesschlagerchen <strong>&bdquo;Jana, sch&ouml;ne Mexicana&ldquo;<\/strong>, ebenso wie das irrwitzige Duo <strong>&bdquo;Nina &amp; Jimmy&ldquo;<\/strong>, bestehend aus dem griechischen Schlagers&auml;nger Jimmy Makulis und seiner unbekannten Landsfrau Nina Zach, das mit der &ouml;den und kraftlosen Freddy\/&ldquo;Heimatlos&ldquo;-Variation <strong>&bdquo;Weites Land&ldquo;<\/strong> wahrhaftig keine Musikgeschichte hat schreiben k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Davon abgesehen aber, bietet vorliegende Doppel-CD <strong>&bdquo;Schlagerfestival der 60er Jahre &ndash; Folge 1&ldquo;<\/strong> &ndash; wie immer bei derartigen Koppelungen aus dem Hause <strong>MUSIC TALES<\/strong> &ndash; ein perfektes, auch klanglich hervorragendes Eintauchen in die einheimischen Musikwelten von vor &uuml;ber einem halben Jahrhundert, als die nationalen Hitparaden noch &uuml;berwiegend von deutschem Schlager gepr&auml;gt waren, bevor sich nur wenige Jahre sp&auml;ter, Dank &bdquo;Beatles&ldquo;, &bdquo;Stones&ldquo;, &bdquo;Kinks, &bdquo;Who&ldquo; und Co., schnellen Schrittes eine starke internationale Konkurrenz in den Singlehitlisten breitmachen sollte. Doch davon werden &ndash; darauf l&auml;sst der Untertitel &bdquo;Folge 1&ldquo; des vorliegenden &bdquo;Schlagerfestivals der 60er Jahre&ldquo; schlie&szlig;en &ndash; mit einiger Sicherheit in B&auml;lde eine &bdquo;Folge 2&ldquo; und vielleicht auch noch viele weitere Ausgaben dieser nun so gro&szlig;artig und vielf&auml;ltig gestarteten Doppel-CD-Reihe umfangreich und spannend erz&auml;hlen!<\/p>\n<p>Holger St\u00fcrenburg, 20. bis 22. M\u00e4rz 2015<br \/>http:\/\/www.spectre-media.com\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Doppelalbum, das nur um die 7.- \u20ac kostet, wartet zudem mit einigen ausgesuchten Rarit\u00e4ten auf&#8230;:\u00a0 Akkurat, sachkundig und penibel<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":91643,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[24],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/91642"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=91642"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/91642\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/91643"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=91642"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=91642"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=91642"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}