{"id":91492,"date":"2015-04-09T00:00:00","date_gmt":"2015-04-09T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=91492"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"JUERGEN-DREWS-Die-CD-Es-war-all-91491","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/JUERGEN-DREWS-Die-CD-Es-war-all-91491\/","title":{"rendered":"J\u00dcRGEN DREWS <br \/>Die CD &quot;Es war alles am besten&quot; im Test von Holger St\u00fcrenburg!"},"content":{"rendered":"<p>Gewisserma\u00dfen als nachtr\u00e4gliches Geburtstagsgeschenk f\u00fcr &#8222;Onkel J\u00fcrgen&#8220; zum 70. &#8230;!\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun ist er also 70 geworden, vor wenigen Tagen&hellip; unser scheinbar immerjunger &bdquo;Onkel J&uuml;rgen&ldquo;, seines Zeichens popmusikalisch legitimierter &bdquo;K&ouml;nig von Mallorca&ldquo;, der jedoch einem prunkvollen Palast mit allem Drum und Dran nicht selten ein schlichtes, sonniges &bdquo;Bett im Kornfeld&ldquo; vorzieht, ohne Schuhwerk durch die hei&szlig;en Monate eines jeden Jahres marschiert, oder einfach nur zwecks Entspannung und Erholung, zusammen mit seiner Liebsten, &bdquo;heut Abend auf&rsquo;s Dach&ldquo; zieht&hellip;<\/p>\n<p><strong>J&Uuml;RGEN DREWS<\/strong>, in den Wirren der letzten Tage des II. Weltkriegs im brandenburgischen Nauen geboren und nach Kriegsende im norddeutschen Schleswig an der Schlei aufgewachsen, wirkt oder klingt zwar nie im Leben, als h&auml;tte er schon 70 Lenze auf dem Buckel. Er hat aber im Laufe seiner fast 50j&auml;hrigen Musikerlaufbahn ohne jegliche Zweifel tats&auml;chlich so einiges Kreatives zustande gebracht, wovon mancher Altersgenosse des Geburtstagskindes nur so tr&auml;umen kann &#8211; wobei hier insbesondere die enorme Vielfalt an Stilen, Musikrichtungen und k&uuml;nstlerischen Intentionen immer wieder aufs Neue &uuml;berrascht, wenn man sich das bisherige gestalterische Dasein des J&uuml;rgen Drews nun nochmals vor Augen f&uuml;hrt.<\/p>\n<p>Nachdem er bereits im Alter von 15 Jahren zum &bdquo;besten Banjo-Spieler Schleswig-Holsteins&ldquo; gek&uuml;rt worden war, gr&uuml;ndete der Sohn des angesehenen Milit&auml;rarztes Dr. Werner Drews, nach einigen hobbym&auml;&szlig;igen Anf&auml;ngen in zig Sch&uuml;lerbands, als junger Medizinstudent in Kiel, jedoch von den &sbquo;anderen&lsquo; weitgehend unbemerkt, die deftig-bluesige Progressive-Rock-Combo (sic!) &bdquo;Die Anderen&ldquo;, die sich sp&auml;ter, trotz aller Mentorenschaft seitens des S&uuml;dtiroler Klangzauberers Giorgio Moroder, nicht einmal f&uuml;r einen festen Namen entscheiden konnte. So erschienen zwei k&uuml;rzlich erstmals auf CD aufgelegte, von kr&auml;ftigen E-Gitarrenw&auml;llen lautstark durchzogene Rockscheiben in verschiedenen Regionen der Welt unter den Bandnamen &bdquo;Apocalypse&ldquo;, &bdquo;Kanibal Chaos&ldquo; bzw. &bdquo;The Others&ldquo;, ohne dass sich &ndash; unter welcher Bezeichnung auch immer &ndash; irgendwo ein entsprechender Erfolg einstellen wollte.<\/p>\n<p>Als weitaus reputierlicher und zugleich kommerziell rentabler, erwies sich hingegen J&uuml;rgens Mitgliedschaft bei den legend&auml;ren &bdquo;Les Humpheries Singers&ldquo;, jener bunten Hippie-Gro&szlig;familie, die mittels gospel&auml;hnlicher Popschlager a la &bdquo;Mama Loo&ldquo;, &bdquo;Kansas City&ldquo;, &bdquo;We&rsquo;re Going down Jordan&ldquo; oder &bdquo;Promised Land&ldquo;, als stimmstarke Heilbringer des Anfang der 70er Jahre m&auml;chtig angesagten, oft religi&ouml;s-spirituell angehauchten &bdquo;Jesus-Pop&ldquo; europaweit einen guten Namen machen konnte. Obwohl noch fest beim legend&auml;ren Steuerfl&uuml;chtling Humpheries singend bei der Stange, startete J&uuml;rgen schon 1973 eine bis heute andauernde Solokarriere. Im Rahmen derer sorgte er f&uuml;r unz&auml;hlige feine Liedbeitr&auml;ge, einzuordnen zwischen Schlager, Pop, Rock und sachten Liedermacher-Ankl&auml;ngen. Seit 1988\/89 &ndash; und in den letzten Jahren immer erfolgreicher &ndash; gl&auml;nzt er mit feurig-hei&szlig;en Disco-Fox- und Mallorca-Party-Hymnen, von denen er so einige l&auml;ngst hat zu konsequenten Dauerbrennern des muttersprachlichen Feten-Pop ausgestalten k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>W&auml;hrend seine erste Soloscheibe &bdquo;Zeit f&uuml;r meine Songs&ldquo;, die &uuml;berwiegend vertr&auml;umte bis verquaste Songwriter-\/Folk-\/Hippie-Balladen beinhaltete, noch floppte, vermittelte die 1976er-LP &bdquo;Ein neuer Anfang&ldquo; dem so verschiedenartig talentierten J&uuml;rgen Drews genau einen solchen. Dank der darauf enthaltenen, ungemein sommerlich-flotten, deutschsprachigen Betrachtung des US-Country-Pophits &bdquo;Let your Love flow&ldquo; der &bdquo;Bellamy Brothers&ldquo;, die in unseren Breitengraden, von Startexter Dr. Michael Kunze treff- und stilsicher bearbeitet, nun &bdquo;Ein Bett im Kornfeld&ldquo; hie&szlig;, erzielte der langm&auml;hnige Familienvater aus dem hohen Norden einen fundamentalen Hitparadenst&uuml;rmer und schrieb mit diesem so ganz nebenbei kurz mal ein dickes Kapitel deutscher Pophistorie. Denn bis heute &ndash; knapp 40 Jahre nach Ersterscheinen &ndash; ist diese angenehm zweideutige Ode auf die freie Liebe auf dem freien Felde von keiner einzigen Schlagerparty, die so Wochenende f&uuml;r Wochenende &uuml;berall in diesem unserem Lande vonstattengeht, wegzudenken. Ein Schlager-DJ, der dieses Lied an einem Abend nicht auflegt, versteht nichts von seiner Profession.<\/p>\n<p>Wir h&ouml;rten daraufhin weitere eing&auml;ngige Popschlager a la &bdquo;Barfu&szlig; durch den Sommer&ldquo; (1977), &bdquo;Wir zieh&rsquo;n heute Abend aufs Dach&ldquo;, &bdquo;Du schaffst mich&ldquo; (beide 1978), die J&uuml;rgen Drews endg&uuml;ltig fest im einheimischen Schlagergeschehen etablierten. Zus&auml;tzlich interpretierte er &ndash; v.a. auf seinen LPs &#8211; Kompositionen und Texte von den &bdquo;Eagles&ldquo; (&bdquo;Hotel California&ldquo;, 1977), Udo Lindenberg (&bdquo;Lucia&ldquo;, 1978), Gunter Gabriel (&bdquo;Schulschluss&ldquo;, 1979) und wagte sich sogar an Franz Josef Degenhardts sagenumwobene &bdquo;Schmuddelkinder&ldquo; heran, mit denen er &ndash; allem wohlmeinenden Rat der Gro&szlig;bourgeoisie zum Trotz &ndash; auf seiner 1980er-LP &bdquo;Morgens auf dem Weg nach Hause&ldquo; kongenial spielte.<\/p>\n<p>Im Fr&uuml;hjahr 1981 wurde der damals knapp zehnj&auml;hrige Verfasser dieser Zeilen zum gro&szlig;en Fan von J&uuml;rgen Drews, nachdem dieser am 06. April 1981 in der &bdquo;ZDF-Hitparade&ldquo; bei Dieter Thomas Heck den (damals leider einwenig untergangenen) absolut zeittypischen, abgekl&auml;rten Pop\/Rock-Verschnitt &bdquo;Wir werden uns wiedersehen&ldquo; vorstellte (aber nicht wiedergew&auml;hlt wurde). Die aufkeimende Neue Deutsche Welle veranlasste allerdings nur wenig sp&auml;ter, dass der traditionelle teutonische Schlager, mochte er, wie es bei J&uuml;rgen mehrheitlich der Fall war, noch so stark von Rock-Attit&uuml;de durchzogen sein und international konkurrenzf&auml;hig erklingen, in eine gewisse Krise geriet. Deshalb wurde es um viele zuvor sehr gefragte Genrevertreter zeitweilig bedrohlich ruhig. So erging es auch unserem Schleswiger Schlagerpiraten, obwohl dieser z.B. Anfang 1984 mit dem famosen Chris Rea-Cover &bdquo;Ich sp&uuml;r Deinen Herzschlag&ldquo; (&bdquo;I can hear your Heartbeat&ldquo;) und ein Jahr darauf mit der nur als perfekt zu bezeichnenden, deutschen Version des von Bj&ouml;rn &amp; Benny von &bdquo;ABBA&ldquo; verfassten Murray-Head-Nummer-Eins-Hits &bdquo;One Night in Bangkok&ldquo;, die da hie&szlig; &bdquo;Bei Nacht in Bangkok&ldquo;, weiterhin formidable (von der &Ouml;ffentlichkeit aber bedauerlicherweise kaum registrierte) Singletitel vorlegte.<\/p>\n<p>Erst 1989, als findige Produzenten auf die Idee kamen, den etwas angestaubten deutschen Schlager mittels phonstarker, oft h&auml;mmernder Dance-Rhythmen und &nbsp;greller Synthesizer-Effekte geh&ouml;rig zu modernisieren, sollte sich dies &auml;ndern: Noch bevor Kollege Wolfgang Petry mit seinem &Uuml;berhit &bdquo;Verlieben, verlor&rsquo;n, vergessen, verzeih&rsquo;n&ldquo; (der &uuml;brigens zun&auml;chst seitens des Songschreibers Jean-Pierre Valance Herrn Drews angeboten, von diesem aber dankend abgelehnt worden war) dem modernen, rockigen Tanzschlager endg&uuml;ltig zum Durchbruch verhalf und in etwa zeitgleich mit Bernhard Brink, der auf neuen musikalischen Wegen stil&auml;hnlich ein &bdquo;Blondes Wunder&ldquo; erlebte, &sbquo;wie Du f&uuml;hlte&lsquo; und damit seine darbende Karriere wiederrum auf Vordermann brachte, pr&auml;sentierte J&uuml;rgen Drews, nach sechs, sieben mageren Jahren, seinen fulminanten Tanzfl&auml;chenf&uuml;ller &bdquo;Irgendwann, Irgendwo, Irgendwie (seh&rsquo;n wir uns wieder)&ldquo;, der seinen Interpreten auch und gerade bei j&uuml;ngeren, diskothekenfreudigen Popfans langsam, aber sicher zum regelrechten Kultidol avancieren lie&szlig;. In diesem glitzernd-knalligen Pop-Fox-Disco-Klanggewand ausbaldowert und arrangiert, folgte mit den &auml;hnlich aufgemachten Discorennern &bdquo;Mit Dir sofort und ohne Ende&ldquo; (1989), &bdquo;So wie im Film&ldquo; (1990), &bdquo;Fass mich blo&szlig; nicht an&ldquo; (1992) oder &bdquo;Wieder alles im Griff (auf dem sinkenden Schiff)&ldquo; (1999) Hit auf Hit. 1995 reanimierte J&uuml;rgen, gemeinsam mit TV-Gro&szlig;maul Stefan Raab, augenzwinkernd im kessen Partysound sein ber&uuml;hmtes &bdquo;Bett im Kornfeld&ldquo;; zum Millennium rief er sich &ndash; ebenso selbstironisch untermauert &ndash; mittels gleichnamiger, intensiver Fetenhymne zum &bdquo;K&ouml;nig von Mallorca&ldquo; aus und verbrachte von nun an pro Jahr mehrere Monate auf der Baleareninsel als Partyaufmischer und musikalischer Animateur.<\/p>\n<p>2007 erschien, erstmals seit acht Jahren, mit &ndash; im wahrsten Sinne der Betitelung -&bdquo;Glanz &amp; Gloria&ldquo; ein neues Studioalbum des unzerst&ouml;rbaren alten Haudegen J&uuml;rgen D. &ndash; und ab sofort stand der sympathische Pop-Entertainer von der Schlei durchgehend hoch im Kurs bei den unterschiedlichsten Musikfans: Ob jugendliche Partypeople, offene Schlagerfreunde, Popkinder der 70er und 80er, oder feierw&uuml;tige&nbsp; Apre Ski-, Oktoberfest- und Ballermann-Freaks: Alle lieben J&uuml;rgen!&nbsp; Weshalb es wahrlich nicht verwunderlich ist, dass nun nach dessen brandneuer Liedsammlung <strong>&bdquo;ES WAR ALLES AM BESTEN&ldquo;<\/strong> erneut st&auml;rkste Nachfrage vorherrscht.<\/p>\n<p>15 aktuelle Lieder, fast ausschlie&szlig;lich im funkelnden, aufwiegelnden Tanzfl&auml;chenkiller-Kontext gehalten, dabei aber ph&auml;nomenal und hochprofessionell produziert und erhaben, intelligent und gehaltvoll musikalisch ausgekleidet, so gut wie niemals nervenaufreibend und disharmonisch, sondern einfach nur auf zeitgem&auml;&szlig;e Weise aufmunternd, anregend, erheiternd, befinden sich im Repertoire dieses Silberlings, auf dessen Cover ein gl&uuml;cklicher, strahlender Jubilar zu sehen ist, der, mit feinstem Zwirn bekleidet, gerade eine gro&szlig;e, schwarze Limousine verl&auml;sst, vermutlich, um sich selbst diese 15 neuen Songs (und zwei Remixe) zu seinem 70. Ehrentag sozusagen als selbstgebasteltes Pr&auml;sent zu offerieren.<\/p>\n<p>Alleine das sehr gem&auml;&szlig;igte, so leger poppig, wie zutiefst melodi&ouml;s vor sich hin perlende Titellied <strong>&bdquo;Es war alles am besten&ldquo;<\/strong> beweist in wahrhaftig bester Statur, dass J&uuml;rgen Drews auch zu seinem 70. Geburtstag gl&uuml;cklicherweise unisono kein bisschen leise und kein bisschen weise ert&ouml;nt. Gerade dieses feudale Pop-Kleinod stellt nicht mehr und nicht weniger dar, als ein &uuml;beraus elit&auml;res, mit lieblicher Absicht streicherverziertes Gitarrenchanson mittleren Tempos, das vollkommen unpathetisch manch Vergangenes dankbar und in Erinnerungen schwelgend Revue passieren l&auml;sst, zum Schluss aber kurz und b&uuml;ndig J&uuml;rgens derzeitiges Obermotto unverbl&uuml;mt zum Ausdruck bringt: <em>&bdquo;Ich seh gern zur&uuml;ck&hellip; und hab noch lange nicht genug&ldquo;<\/em>! Ebenfalls eine nie und nimmer resignative oder wehm&uuml;tige, vielmehr robuste, unverbrauchte, angriffslustige und eindeutig der Zukunft zugewandte Selbstreflexion, diesmal im gepfefferten, einwenig exaltierten Tanzfl&auml;chen-Style aufbereitet, bietet hingegen das zuversichtliche Bekenntnis <strong>&bdquo;Ich will es immer noch wissen&ldquo;<\/strong>.<\/p>\n<p>Als erste Single aus &bdquo;Es war alles am besten&ldquo; fungiert der ultraschnelle, sich nach und nach zu einem radikalen Rhythmusinferno aufbauende Disco-Fox-Ohrwurm <strong>&bdquo;Wie im Himmel so auf Erden&ldquo;<\/strong>, der, zus&auml;tzlich zur dreieinhalbmin&uuml;tigen Radioversion, in einem wahrhaft extremen &bdquo;Xtreme RMX&ldquo; am Schluss des Albums nochmals zum Zuge kommt. Das elegante, aufstrebende <strong>&bdquo;Abenteuer&ldquo;<\/strong> (Liedtitel) einer unvergesslichen Nacht zu zweit tr&auml;gt gleichfalls eindrucksvolle Singlequalit&auml;ten in sich, was unterschiedslos &uuml;ber den so wehend-romantischen, wie brachial voranrasenden Sommernachtsfestgesang <strong>&bdquo;Ich greif mir ein St&uuml;ck vom Himmel&ldquo;<\/strong> oder die kesse, mehr liebevolle, denn l&uuml;sterne Aufforderung <strong>&bdquo;Kneif mich&ldquo;<\/strong> mit Bestand behauptet werden kann.<\/p>\n<p>Gleichsam im zeitnahen, drallen, aber ganz und gar nicht unspannenden, viel mehr zweckm&auml;&szlig;igen und trefflichen Dancefloor-Soundmodus des Heute und Hier leben sich die glei&szlig;end stechenden Nachtleben-Dramen <strong>&bdquo;Millionen Meilen&ldquo;<\/strong>, <strong>&bdquo;Das ist der Moment&ldquo;<\/strong>, <strong>&bdquo;Der schwerste Tag war gestern&ldquo;<\/strong> oder <strong>&bdquo;Heute schlafen wir in meinem Cabrio&ldquo; <\/strong>fulminant und freudestrahlend aus (wobei letztere knallige Urlaubsvorfreude mit zirpenden Kl&auml;ngen jenen Saiteninstruments verfeinert wurde, welches J&uuml;rgen Drews schon mit 15 Jahren zwischen Hamburg und Flensburg als Bester seines Jahrgangs beherrschte!)<\/p>\n<p><strong>&bdquo;Wann, wenn nicht jetzt&ldquo;<\/strong> vermengt aufbauende, philosophische Gedanken mit wehenden Gitarren-Kl&auml;ngen und fettem, aber kaum aufdringlichem Disco-Takt zu einem elektrisierenden Klanggebr&auml;u; genauso dezent und zur&uuml;ckhaltend und trotzdem voller Power und Energie dringen der pr&auml;chtige Disco-Poprocker <strong>&bdquo;Ich flieg zu Dir&ldquo;<\/strong> oder das trotz aller Tanzbarkeit strikt melancholisch-vertr&auml;umte <strong>&bdquo;Lied f&uuml;r meine Nacht&ldquo;<\/strong> aus den Boxen.<\/p>\n<p>Nur auf wummernde Drumcomputer, bierselig-plakative Mitgr&ouml;hl-Ch&ouml;re auf der Basis peitschender Beats per Minute und anderes schnelllebiges Tanzschuppen-Ged&ouml;ns ausgerichtete, eher platte, abgegriffene Tanzschlagerchen der Sorte &bdquo;<strong>Von Null auf Hundert&ldquo;<\/strong> oder <strong>&bdquo;Hab&lsquo; ich Dich nicht schon mal geseh&rsquo;n (Boah, Ey)&ldquo;<\/strong> senken jedoch leider das ansonsten hohe Niveau von J&uuml;rgens erstaunlich jugendlich, frisch und offensiv wirkendem selbstgeschaffenen Geburtstagsst&auml;ndchen.<\/p>\n<p>Wer in Anbetracht von J&uuml;rgen Drews&lsquo; 70. Geburtstag auf dessen neuestem CD-Opus eine dr&ouml;ge Palette voller brav-seniler Altherren-Musik erwartet, d&uuml;rfte bitter entt&auml;uscht werden, wenn er sich &bdquo;Es war alles am besten&ldquo; zu Gem&uuml;te f&uuml;hrt. Nein, J&uuml;rgen feiert ab, langt zu, drischt den Beat, dass es eine reine Freude ist. Klar, diese funkelnde Dancefloor-Orgie ist fraglos gew&ouml;hnungsbed&uuml;rftig. Der Jubilar hat sich mit diesem konsequenten, gellenden, fast krachenden Tanzalbum zu seinem Siebzigsten ein von Grund auf Verj&uuml;ngendes neues Lebenselixier vermacht. Andere hauen zu einem runden Geburtstag, B&uuml;hnen- oder Studiojubil&auml;um das x-te Best-of-Album raus. J&uuml;rgen Drews dagegen beschreitet mit <strong>&bdquo;ES WAR ALLES AM BESTEN<\/strong>&ldquo; einen real gangbaren Weg in eine noch lange zu erhaltende Dauerjugendlichkeit, ohne dabei &ndash; selbst wenn einem traditionellen Schlagerfreund, wie dem Rezensenten, der eine Beat zu hart, der andere Effekt zu grell erscheinen mag &ndash; auch nur in Nuancen peinlich, anbiedernd oder gar l&auml;cherlich zu wirken. <strong>J&uuml;rgen Drews<\/strong> ist ein K&ouml;nner, ein Meister nicht nur seines (schlagerhaften) Fachs, sondern zig musikalischer F&auml;cher &ndash; und es w&auml;re nicht allzu absonderlich, wenn das gl&uuml;ckliche Geburtstagskind als n&auml;chstes mit einem reinen Chanson-Epos, einer Big Band- und Swing Arbeit auftauchen oder sich wom&ouml;glich 2020 zu einem 75. eine gnadenlose Heavy-Metal-Scheibe zurechtschneidern w&uuml;rde &ndash; es ist davon auszugehen, dass ihm auch dies gel&auml;nge!<\/p>\n<p>Holger St\u00fcrenburg, 07.\/08. April 2015<br \/>http:\/\/www.rhingtoen.de\/<br \/>http:\/\/juergen-drews.de\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gewisserma\u00dfen als nachtr\u00e4gliches Geburtstagsgeschenk f\u00fcr &#8222;Onkel J\u00fcrgen&#8220; zum 70. &#8230;!\u00a0 Nun ist er also 70 geworden, vor wenigen Tagen&hellip; unser<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":91493,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[29],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/91492"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=91492"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/91492\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/91493"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=91492"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=91492"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=91492"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}