{"id":91375,"date":"2015-04-14T00:00:00","date_gmt":"2015-04-14T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=91375"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"UDO-JUERGENS-Doppel-CD-und-DVD-91374","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/UDO-JUERGENS-Doppel-CD-und-DVD-91374\/","title":{"rendered":"UDO J\u00dcRGENS <br \/>Doppel-CD und DVD &quot;Live &#8211; Das letzte Konzert \u2013 Z\u00fcrich 2014&quot; im Test von Holger St\u00fcrenburg!"},"content":{"rendered":"<p>Eine Verneigung vor einem der gr\u00f6\u00dften europ\u00e4ischen Entertainer, den es je gab!\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als sich am Nachmittag des 21. Dezember vergangenen Jahres die ersch&uuml;tternde Nachricht per TV, Radio und Netzmedien verbreitete, der weltber&uuml;hmte K&auml;rntner Schlagerchansonnier <strong>UDO J&Uuml;RGENS<\/strong> sei am Nachmittag desselben Tages an pl&ouml;tzlichem Herztod verstorben, stand die Musikwelt auf einmal still. Nichts regte sich mehr. Die Vorfreude auf Weihnachten war tiefer Trauer gewichen. Dies konnte nicht sein, der gro&szlig;e Udo J&uuml;rgens, der f&uuml;r mehrere Generationen eigentlich immer pr&auml;sent war, bienenflei&szlig;ig ein Album, einen Hit nach dem anderen geschrieben und ver&ouml;ffentlicht hatte, von denen nicht wenige dauerhafte Lebensbegleiter f&uuml;r uns geworden sind, war von einer Sekunde auf die n&auml;chste nicht mehr da.<\/p>\n<p>Soeben erst hatte der Erschaffer von um die 1.000 Kompositionen mit einer bunten, hocherfolgreichen (wenn auch k&uuml;nstlerisch nicht unumstrittenen) ZDF-TV-Show seinen 80. Geburtstag ausgiebig gefeiert. Im Februar 2014 war sein Top-3-Album &bdquo;Mitten im Leben&ldquo; erschienen, das einen ungemein jugendlich-frisch wirkenden K&uuml;nstler an den Tag legte, der zunehmend mit Elementen aus Rock, Swing und Jazz experimentierte. Unter diesem Motto hatte sich der geb&uuml;rtige Klagenfurter noch im letzten Oktober auf eine f&uuml;r ihn nicht ungew&ouml;hnliche, ausufernde Mammuttournee begeben, deren ersten Teil er am 07. Dezember 2014 in Z&uuml;rich, der gr&ouml;&szlig;ten Stadt seiner Schweizer Zweitheimat, beendete. F&uuml;r das Fr&uuml;hjahr 2015 war die obligatorische Fortsetzung der Konzertreise angek&uuml;ndigt, die Karten waren bereits fast ausverkauft &ndash; diese Veranstaltungsreihe fand nun nicht mehr statt.<\/p>\n<p>Udo J&uuml;rgens, der doch irgendwie immer und unab&auml;nderlich &bdquo;mitten im Leben&ldquo;, in seinem, wie in unserem, stand, ist am 21. Dezember 2014 von uns gegangen.<\/p>\n<p>Wie es das Schicksal so wollte, hatten die Verantwortlichen seines Managements und seiner Plattenfirma Ariola\/SONY beschlossen, das Abschlusskonzert von Part-01 der &bdquo;Mitten im Leben&ldquo;-Tournee mitzuschneiden, um es mittels Doppel-CD, DVD und Blue-Ray f&uuml;r die Nachwelt festzuhalten bzw. sicherlich auch deshalb, um mit einer solchen Ver&ouml;ffentlichung den zweiten Tournee-Teil, der bald nach der Jahreswende 2014\/15 starten sollte, nochmals geh&ouml;rig zu bewerben. Obwohl zum Zeitpunkt der Z&uuml;rcher Aufwartung von Udo J&uuml;rgens nat&uuml;rlich keiner wissen konnte, dass diese zugleich seine allerletzte bleiben sollte, hat sich die Intuition, diese &uuml;ber zweist&uuml;ndige Show aufzuzeichnen, als goldrichtig und musikalisch, wie historisch, h&ouml;chst notwendig erwiesen.<\/p>\n<p>Anhand dieses Mitschnitts, der k&uuml;rzlich unter dem Titel <strong>&bdquo;Udo J&uuml;rgens &ndash; Live &ndash; Das letzte Konzert &ndash; Z&uuml;rich 2014&ldquo;<\/strong> in die L&auml;den kam, kann jeder Interessierte nochmals in allerbester Form nachvollziehen, weshalb das &uuml;bergro&szlig;e Talent des Udo J&uuml;rgens, seine enorm ausgepr&auml;gte Begabung, Hunderttausende Menschen mit seinen nicht selten geradezu brillanten Kompositionen in den Bann zu ziehen, mit seinen mal stillen, mal opulenten Liedern ein ums andere Mal zu fesseln, im popmusikalischen Leben des deutschsprachigen Raums eine so &uuml;berragende Bedeutung hatte und hat.<\/p>\n<p>Seit Ende der 70er Jahre ist es Usus, dass Udo J&uuml;rgens, der auf seinen im Schnitt alle zwei Jahre durchgef&uuml;hrten Konzerttourneen seit langem von dem &uuml;ber 20k&ouml;pfigen &bdquo;Orchester Pepe Lienhard&ldquo; begleitet wird, das aus den besten Solisten besteht, welche die internationale Livemusikerszene so aufzubieten hat, von jeder seiner musikalischen Reisen ein umfangreiches Live-Dokument vorlegte. Fr&uuml;her waren nat&uuml;rlich Doppel-Vinyl und VHS-Video das entsprechende Medium f&uuml;r ein derartiges Unterfangen, heute sind die J&uuml;rgens-Mitschnitte als Doppel-CD, DVD und Blue Ray erh&auml;ltlich. Diese t&ouml;nenden (und visuellen) Zeitzeugnisse belegen ein ums andere Mal, dass Udo J&uuml;rgens ein so detailverliebter, wie publikumsnaher B&uuml;hnenmensch war &ndash; ein regelrechtes muszierendes Arbeitstier, das seinen unz&auml;hligen Fans innerhalb von oft bis zu drei Stunden alles das darreichen wollte, was er ihnen an k&uuml;nstlerischer, gesanglicher, kompositorischer und pianistischer Kreativit&auml;t feilzubieten in der Lage war. Diese Vorgehensweise hat sich auch auf seiner letzten Tournee &bdquo;Mitten im Leben&ldquo;, die nur wenige Tage nach seinem 80. Geburtstag ihren Anfang nahm, nicht in kleinsten Nuancen ge&auml;ndert.<\/p>\n<p>Udo-J&uuml;rgens-Konzerte &ndash; ich selbst habe mindestens zehn derer seit 1984 besucht &ndash; sind durchwegs nach demselben Muster aufgebaut &ndash; und gerade deshalb immer wieder aufs Neue faszinierend: Im ersten Abschnitt pr&auml;sentierte der Star des Abends zun&auml;chst einige besonders spannende Beitr&auml;ge aus seiner jeweils zur Tour ver&ouml;ffentlichten LP bzw. CD, garniert mit solchen &auml;lteren Liedern, die zwar s&auml;mtlich hochqualitativ und &uuml;berzeugend ausgefallen waren, aber niemals zu Singleehren kamen oder gar zu breitenwirksamen Riesenhits avancierten. Nach einer halbst&uuml;ndigen Pause und ein paar weiteren Spezialit&auml;ten, setzte dann regelm&auml;&szlig;ig der ultimative Hit-Reigen ein, jener Run in Richtung Finale, bei dem es selbst in bestuhlten Hallen kein Halten mehr gab und alle Udo-Freunde, ob jung, ob alt, ob M&auml;nnlein, ob Weiblein, freudig und erregt, an griesgr&auml;mig dreinblickendem Ordnerpersonal schnurstracks vorbei, nach vorne zur B&uuml;hne st&uuml;rmten und dort ihr Idol geb&uuml;hrend feierten &ndash; ihr Idol, dass seit Mitte der 80er Jahre am Ende eines jeden Konzerts in einem schlohwei&szlig;en Bademantel ein letztes Mal die B&uuml;hne betrat, um dort seinen Fans, solo am Piano, noch mal ein paar seiner liebsten Hiterfolge mit Mitsinggarantie zu kredenzen. So und nicht anders lief es auch am 07. Dezember 2014 im Hallenstadion zu Z&uuml;rich ab &ndash; und keiner konnte erahnen, dass es das letzte Mal sein sollte, dass Udo J&uuml;rgens dieses wundervolle Procedere auf den Brettern, die seine Welt bedeuteten, zu zelebrieren vermochte.<\/p>\n<p>Noch hinter dem Vorhang stehend und auf den gro&szlig;en Moment wartend, begann Udo J&uuml;rgens das Z&uuml;richer Konzert mit seiner 1988 entstandenen, bombastisch-gro&szlig;orchestralen &Uuml;berhymne <strong>&bdquo;Die Welt braucht Lieder&ldquo;<\/strong>. Es erdr&ouml;hnte ein Trommelwirbel und der Gro&szlig;meister des gehobenen Schlagerchansons betrat, von seinen Freunden lautstark beklatscht und bejubelt, die B&uuml;hne. Er setzte sich sogleich an sein schwarzes SCHIMMEL Piano und swingte sich durch das fr&uuml;hlingsfrisch kecke 2014er-Big-Band-Feuerwerk <strong>&bdquo;Alles aus Liebe&ldquo;<\/strong> (aus &bdquo;Mitten im Leben&ldquo;), gefolgt von der so getragenen, wie jazzigen, einwenig an J&uuml;rgens-Vorbild Frank Sinatra gemahnenden Chansonballade <strong>&bdquo;Was ich gerne w&auml;r f&uuml;r Dich&ldquo;<\/strong> und der erst bed&auml;chtig startenden, dann zunehmend aufbrechenden, immens &nbsp;eindringlichen, bl&auml;serbetonten Edel-Pop\/Rock-Melange <strong>&bdquo;Das Leben bist Du&ldquo;<\/strong>, die beide ebenfalls erw&auml;hnter 2014er-Hitscheibe entstammen.<\/p>\n<p>Nach diesen drei noch nie zuvor &sbquo;live&lsquo; aufgef&uuml;hrten Titeln aus der aktuellen Studioproduktion, erklang auch schon der erste reale Klassiker aus dem reichhaltigen Fundus von Udos Songperlen. Dabei handelte es sich um die so sonnige, wie soulige und innige, sehr vom US-Softrock der mittleren 80er Jahre beeinflusste Feudalballade <strong>&bdquo;Ich will &ndash; Ich kann (I can &ndash; I will)&ldquo;<\/strong>. Diese war im Original erstmals auf der 1986er-LP &bdquo;Deinetwegen&ldquo; ver&ouml;ffentlicht worden und durfte von da an eigentlich in keinem Liveprogramm von Udo J&uuml;rgens mehr fehlen; 2014 in Z&uuml;rich &uuml;bernahm die New Yorker Chorlady Dorothea Lorene den weiblichen Gesangspart. Sehr berechtigt zeitkritisch und ironisch politsatirisch, wurde es daraufhin in der gehetzt-aufwiegelnd arrangierten, rockig-vorandr&auml;ngenden, lyrisch &uuml;beraus spitzen Geheimdienst\/NSA\/BND-Anklage <strong>&bdquo;Der gl&auml;serne Mensch&ldquo;<\/strong> (ebenfalls aus &bdquo;Mitten im Leben&ldquo;), bevor ein weiterer dauerhafter Konzertfavorit von Udo J&uuml;rgens zum Einsatz kam: Die r&uuml;hrende Geschichte des wohlbeh&uuml;teten, kleinen Sohnes eines wohlhabenden Gro&szlig;industriellen, dem sein Vater alles offerierte, was f&uuml;r Geld zu kaufen war, ohne jedoch gen&uuml;gend gemeinsame Zeit mit seinem Spr&ouml;ssling zu verbringen. Dem kleinen Kerl waren all die materiellen G&uuml;ter seines Herrn Papa vollkommen gleichg&uuml;ltig. Er w&uuml;nschte sich nichts sehnlicher, als dass sein hart schuftender Vater, anstatt sich nur um Firmenaktien und Produktions&uuml;bersch&uuml;sse zu k&uuml;mmern, mit ihm zusammen einen Drachen baut &#8211; &hellip; denn <strong>&bdquo;Ein gekaufter Drachen&ldquo;<\/strong> (Liedtitel) fliegt nicht mal halb so weit&ldquo;!<\/p>\n<p>1982, zur Hochphase von Friedensbewegung und Kriegsangst, legte Udo J&uuml;rgens mit seiner zeitlosen, noch heute vollst &uuml;berzeugenden LP &bdquo;Silberstreifen&ldquo; eine auff&auml;llig gesellschaftskritische musikalische Stellungnahme vor. Aus dieser hielt &ndash; diesmal betont rockig-fetzig ausgekleidet und mit einem deftigen Posaunensolo angereichert &ndash; die zuversichtliche, optimistische Gef&uuml;hlsexplosion <strong>&bdquo;Ich bin daf&uuml;r&ldquo;<\/strong> verdienten Einzug in Udos Setlist der &bdquo;Mitten im Leben&ldquo;-Tournee. Danach war es wiederum Zeit f&uuml;r einen Evergreen: <strong>&bdquo;Immer wieder geht die Sonne auf&ldquo;<\/strong> (1966) erschall diesmal als erst ged&auml;mpftes, dann gro&szlig;spuriges Duett mit der aus dem schweizerischen Sirnach stammenden, studierten Jazzs&auml;ngerin Stefanie Suhner. Eine fast 13min&uuml;tige, brennend energiegeladene Umsetzung des symphonischen, mit vielen Tempowechseln ausgestatteten Monumental-Dramas <strong>&bdquo;Die Krone der Sch&ouml;pfung&ldquo;<\/strong>, das Udo 1999 zusammen mit Herbert von Karajans Berliner Philharmonikern f&uuml;r seine CD &bdquo;Ich werde da sein&ldquo; eingespielt hatte, beschloss nach knapp einer Stunde die fulminante erste Etappe des letzten Konzertes von Udo J&uuml;rgens und die Z&uuml;richer Fans verabschiedeten den mit einem gediegenen blauen Anzug bekleideten Maestro mit stehenden Ovationen in Richtung einer kurzen Erholungspause.<\/p>\n<p>Im Anschluss an diese, glitzerte die B&uuml;hne in den hellsten-grellsten Disco-Illuminationen und man f&uuml;hlte sich in die elegante Sektkelch-Yuppie-Szenerie der mittleren 80er zur&uuml;ckversetzt, als Udo eine Kurzfassung des schwelgend-lustvollen Titelliedes seiner phantastischen 1984er-LP <strong>&bdquo;Hautnah&ldquo;<\/strong> anstimmte. Es erklang sogleich danach &uuml;ber sechs Minuten lang das ultraehrliche und durchg&auml;ngig glaubhafte Lebensbekenntnis <strong>&bdquo;Ich w&uuml;rd&lsquo; es wieder tun&ldquo;<\/strong>, sozusagen Udos pers&ouml;nliches &bdquo;My Way&ldquo;, gefolgt vom real existierenden, hei&szlig; dampfenden Boogie-Blues-Rock-Verschnitt <strong>&bdquo;Der Mann ist das Problem&ldquo;<\/strong>, seines Zeichens erste Singleauskoppelung aus &bdquo;Mitten im Leben&ldquo;. <strong>&bdquo;Tausend Jahre sind ein Tag&ldquo;<\/strong>, die epische, treibende Klangkaskade &uuml;ber das Mysterium Zeit aus der Hit-LP &bdquo;Udo &acute;80&ldquo;, kam 2014, um schwei&szlig;treibende Percussion- und Schlagzeug-Soli erweitert, ebenso im erfrischenden Live-Kontext daher, wie nat&uuml;rlich der unumg&auml;ngliche <strong>&bdquo;Griechische Wein&ldquo;<\/strong>, diesmal allerdings in einer sanft-sehnsuchtsvollen, beinahe klassischen Inszenierung verpackt, mit ernsten Streichern, Bl&auml;sern und erst zum Outro einsetzenden Rhythmusinstrumenten.<\/p>\n<p>Zu den absoluten H&ouml;hepunkten von konzert&auml;ren Udo-J&uuml;rgens-Darbietungen z&auml;hlte seit Ersterscheinen 1982 das freiheitss&uuml;chtige Um-ein-Haar-Ehedrama <strong>&bdquo;Ich war noch niemals in New York&ldquo;<\/strong>, jene sagenhafte Geschichte &uuml;ber einen entt&auml;uschten Ehemann, der nur mal eben Zigaretten holen geht und hierbei sinniert, wie es denn so w&auml;re, seine in Routine erstarrte Beziehung, sein gleichf&ouml;rmiges Arbeitsleben, hinter sich und einfach so alles stehen und liegen zu lassen, nach New York, Hawaii oder San Francisco zu fl&uuml;chten, um wenigstens ein einziges Mal im Leben so richtig frei und verr&uuml;ckt sein zu k&ouml;nnen! Auf diesem zehnmin&uuml;tigen, surrealen Trip streifte Udo, in vokalistischer Kooperation mit dem in Bern lebenden, kanadischen Pops&auml;nger Kent Stetler, den 1943 geschriebenen, sp&auml;ter von Frank Sinatra zum Hit ausgestalteten Swing-Standard <strong>&bdquo;How about you&ldquo;<\/strong> und genoss, zusammen mit dem hingerissenen Publikum, eine volumin&ouml;se Interpretation von Frankieboys Welterfolg <strong>&bdquo;New York, New York&ldquo;<\/strong>, solistisch intoniert von der stimmstarken Souldame Dorothea Lorene aus ebenjener US-Metropole.<\/p>\n<p>Nun gab es kein Zur&uuml;ck mehr, denn Udo gab den Startschuss f&uuml;r ein ausgiebiges <strong>&bdquo;Hit-Medley&ldquo;<\/strong>, bestehend aus den unvermeidlichen Gassenhauern <strong>&bdquo;Ein Ehrenwertes Haus&ldquo;<\/strong> (1974), <strong>&bdquo;Aber bitte mit Sahne&ldquo;<\/strong> (1976) und <strong>&bdquo;Mit 66 Jahren&ldquo;<\/strong> (1978), das Dank eines kreischenden, bluesigen E-Gitarrensolos fast zu explodieren schien und mit dem aufstrebenden, luftigen Titelsong von Udos letztem Album einen so genialen, wie zutreffenden Schlusspunkt fand.<\/p>\n<p>Nun war der offensive, weitsichtige, niemals resignative und beklemmende Blick in die Zukunft namens <strong>&bdquo;Mein Ziel&ldquo; <\/strong>(2014) an der Reihe, der inhaltlich eindeutig in sich tr&auml;gt, dass Udo J&uuml;rgens, auch nach seinem 80. Geburtstag, doch noch so viel vorhatte. In dieser intensiven Reflexion des Daseins r&auml;t er jedem Wohlmeinenden v&auml;terlich: &bdquo;<em>Versuch&#39;, dreimal t&auml;glich Kolumbus zu sein \/ Es gibt noch so viel zu entdecken!&ldquo;<\/em>. Dem ist nichts hinzuzuf&uuml;gen. &bdquo;Mein Ziel&ldquo; ist ein sp&auml;tes Meisterwerk eines unsterblichen K&uuml;nstlers, Moralisten und Lebemannes f&uuml;r all seine Fans, die ihrem musikalischen Lebensbegleiter selbstverst&auml;ndlich nun auch nach dessen Tod weiterhin und immer wieder die Treue halten werden!<\/p>\n<p>Ja, und dann war der lang erwartete Zeitpunkt gekommen, sich den legend&auml;ren, wei&szlig;en Bademantel umzulegen. Udo kehrte, wie seit Jahrzehnten am Ende jedes seiner Konzerte, in ebenjenem, inzwischen l&auml;ngst zum Kultkleidungsst&uuml;ck avancierten bl&uuml;tenfrischen Morgenrock zur&uuml;ck auf die B&uuml;hne, setzte sich l&auml;chelnd ans Klavier und klimperte freudig nochmals ein paar Schmankerl aus seiner unersch&ouml;pflichen Hit-Schatulle. Diesmal hatte er <strong>&bdquo;Siebzehn Jahr &ndash; Blondes Haar&ldquo;<\/strong> (1965), <strong>&bdquo;Zeig mir den Platz an der Sonne<\/strong>&ldquo; (1971) bis hin zu <strong>&bdquo;Merci Cherie&ldquo;<\/strong> (1966) oder <strong>&bdquo;Liebe ohne Leiden&ldquo;<\/strong> (1984) ausgesucht, die allesamt begeistert und klangvoll von Tausenden Kehlen im Z&uuml;richer Hallenstadion gesanglich begleitet wurden.<\/p>\n<p><strong>&bdquo;Zehn nach Elf&ldquo;<\/strong>, eine intime Betrachtung eines Konzertendes aus der Sicht des vortragenden K&uuml;nstlers, der nach all dem Jubel und dem Applaus, bald einsam im Hotelzimmer liegt, sich w&uuml;nscht, seine Liebste w&auml;re bei ihm und so sehr froh dar&uuml;ber ist, dass sie an ihn denkt, alleine nur, dass es sie gibt, selbst wenn sie am n&auml;chsten Morgen zu Hause einem ganz allt&auml;glichen Beruf nachgehen wird, weshalb sie niemals zusammen mit ihm auf Tour sein kann, beschlie&szlig;t Udo J&uuml;rgens&lsquo; letztes Konzert, am 07. Dezember 2014 in Z&uuml;rich und somit auch hier analysierte DVD, Blue-Ray bzw. Doppel-CD.<\/p>\n<p><strong>Udo J&uuml;rgens<\/strong> war Zeit seines Lebens ein hyperkreativer Kopf, der uns allen eine ganze Menge zu sagen hatte, singend mit auf den Weg gab, unser Leben mit seinen ausnahmslos durchdachten, ansprechenden, niemals langweilenden oder gar missmutigen Kompositionen bereicherte. Er untermauerte uns oft gewisse Situationen in unserem Dasein mit seinen jeweiligen Liedbeitr&auml;gen, erl&auml;uterte, versch&ouml;nerte oder erleichterte uns so manches mal leid-, mal freudvolles Ereignis. Die hier vorgestellte DVD\/Do-CD\/Blue-Ray <strong>&bdquo;LIVE &ndash; DAS LETZTE KONZERT &ndash; Z&Uuml;RICH 2014&ldquo;<\/strong> beweist eindeutig und unwiderruflich, dass Udo J&uuml;rgens in seinen &uuml;ber 50 Karrierejahren sein Metier wie aus dem FF beherrschte. Vorliegende Ton- bzw. Bildtr&auml;ger sind nicht einfach nur als fr&ouml;hliche, inspirierende Live-Scheibe eines von uns zutiefst verehrten Musikers zu bewerten, sondern stellen vielmehr kaum weniger dar, als ein letztes musikalisches Verm&auml;chtnis des unvergleichlichen Udo J&uuml;rgens. Sie sind musik- wie zeitgeschichtlich au&szlig;erordentlich beeindruckende und bedeutsame Ton- und Bilddokumente, die auf jeden Fall und ohne Zweifel in jeder gutsortierten CD- bzw. DVD-Sammlung ihren Platz haben sollten und uns immer wieder daran erinnern m&ouml;gen, was f&uuml;r ein toller, kraftstrotzender und lebensbejahender Live-Entertainer Udo J&uuml;rgens bis in sein 81. Lebensjahr hinein gewesen ist!<\/p>\n<p><em>Foto-Credit: Dominik Beckmann f&uuml;r Sony Music<\/em><\/p>\n<p>Holger St\u00fcrenburg, 11.\/12. April 2015<br \/>http:\/\/www.ariola.de<br \/>http:\/\/www.udojuergens.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Verneigung vor einem der gr\u00f6\u00dften europ\u00e4ischen Entertainer, den es je gab!\u00a0 Als sich am Nachmittag des 21. 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