{"id":90898,"date":"2015-04-27T00:00:00","date_gmt":"2015-04-27T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=90898"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"FETENHITS-Das-3-CD-Box-Set-Fete-90897","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/deutsch-rock\/FETENHITS-Das-3-CD-Box-Set-Fete-90897\/","title":{"rendered":"&quot;FETENHITS&quot; <br \/>&quot;Das 3-CD Box-Set&quot; Fetenhits &#8211; die Deutsche &#8211; Best Of&quot; im Test von Holger St\u00fcrenburg!"},"content":{"rendered":"<p>\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Drei vollgef&uuml;llte Drei-CD-Sets unter dem beliebten und bekannten Motto <strong>&bdquo;Best of FETENHITS&ldquo;<\/strong> sind dieser Tage bei Polystar\/UNIVERSAL erschienen. Sowohl bei <strong>&bdquo;Best of FETENHITS &ndash; SCHLAGER&ldquo;<\/strong> (Rezension <strong><a href=\"https:\/\/smago.de\/d\/artikel\/70425\/\">HIER<\/a><\/strong>), als auch bei&nbsp; <strong>&bdquo;Best of FETENHITS &ndash; Neue Deutsche Welle&ldquo;<\/strong> (Rezension <strong><a href=\"https:\/\/smago.de\/d\/artikel\/70446\/\">HIER<\/a><\/strong>) handelt es sich um wahrhaftig phantastisch austarierte Verzahnungen nahezu ausschlie&szlig;lich so grandioser, wie exemplarisch genrebezogener Titel aus mehreren Jahrzehnten. Zusammengefasst erreichen beide genannten CD-Boxen, gerade weil bei der Auswahl so konstruktiv auf Geschmack, Relevanz und Vollst&auml;ndigkeit der jeweils beackerten Themenfelder penibel und sachkundig wertgelegt wurde, diese ebengenannten, hoch gesteckten Ziele im Grunde genommen &ndash; ginge es dabei um eine universit&auml;re Abschlussarbeit &ndash; mit &bdquo;Summa Cum Laude&ldquo;.<\/p>\n<p>Bei der dritten aktuellen &bdquo;Best of FETENHITS&ldquo;-Koppelung hingegen mag keine so rechte Freude aufkommen. Unter der &Uuml;berschrift <strong>&bdquo;Best of FETENHITS &ndash; Die DEUTSCHE&ldquo;<\/strong> findet sich, erneut auf drei CDs verteilt, diesmal jedoch relativ konzeptionslos aneinandergereiht, alles m&ouml;gliche, muttersprachlich gesungene Liedmaterial aus allen nur erdenklichen Stilrichtungen zwischen Hans Albers und den &bdquo;Fantastischen Vier&ldquo;, zwischen &bdquo;Truck Stop&ldquo; (!) und &bdquo;Unheilig&ldquo;. Obwohl unter den insgesamt 60 Liedern durchaus eine ganze Menge toller deutscher Rock- und Popklassiker auszumachen sind, l&auml;sst sich bei der Verkoppelungsstrategie keine durchgehende rote Linie erkennen. Es ist auch f&uuml;r den Kundigen in Sachen deutscher Popkultur kaum ersichtlich, weshalb der eine oder andere Titel seinen Weg auf diese Zusammenstellung gefunden hat &ndash; und warum stattdessen andere, &auml;hnlich bedeutsame Lieder nicht ber&uuml;cksichtigt wurden.<\/p>\n<p>Zu den klanglichen H&ouml;hepunkten auf &bdquo;Best of FETENHITS &ndash; Die Deutsche&ldquo; z&auml;hlen gewiss die guten, alten Deutschrock-Koryph&auml;en <strong>Marius M&uuml;ller-Westernhagen<\/strong> (<strong>&bdquo;Sexy&ldquo;<\/strong>, 1989, <strong>&bdquo;Willenlos&ldquo;<em>,<\/em> <\/strong>1994), <strong>Heinz Rudolf Kunze<\/strong> (<strong>&bdquo;Dein ist mein ganzes Herz&ldquo;<\/strong>, 1985), <strong>Klaus Lage<\/strong> (<strong>&bdquo;Tausend und ein Nacht&ldquo;<\/strong>, 1984) oder <strong>Achim Reichel<\/strong> (<strong>&bdquo;Aloha Heja He&ldquo; <\/strong>u. <strong>&ldquo;Kuddel Daddel Du&ldquo;<\/strong>, beide 1991). Auch eher Sachteres, Poppigeres, wie <strong>Purple Schulz<\/strong> (<strong>&bdquo;Verliebte Jungs&ldquo;<\/strong>, 1985), <strong>&bdquo;Clowns &amp; Helden&ldquo;<\/strong> (<strong>&bdquo;Ich liebe Dich&ldquo;<\/strong>, 1986), <strong>&bdquo;De H&ouml;hner&ldquo;<\/strong> (<strong>&bdquo;Wenn nicht jetzt, wann dann?&ldquo;<\/strong>, 2005)&ldquo;, oder <strong>Falco<\/strong> (<strong>&bdquo;Egoist&ldquo;<\/strong>,<strong> &bdquo;Out of the Dark&ldquo;<\/strong>, beide 1998), muss zu den mehr als nur positiven und erquicklichen H&ouml;rerlebnissen auf hier vorgestellter Dreifach-CD notiert werden. Meinetwegen &ndash; auch wenn ich, rein subjektiv betrachtet, die s&uuml;&szlig;lichen Betroffenheitspopper aus dem Schwabenlande noch nie besonders ausstehen konnte &ndash; passen sogar <strong>&bdquo;PUR&ldquo;<\/strong> mit ihrem geschwollen-aufgebl&auml;hten Schwulstpop a la <strong>&bdquo;Abenteuerland&ldquo;<\/strong>, <strong>&bdquo;Ein graues Haar&ldquo;<\/strong> (beide 1995) oder <strong>&bdquo;Lena&ldquo; <\/strong>(1992) &auml;u&szlig;erst gut auf diese Koppelung.<\/p>\n<p>Die hochdramatische, wie &ndash;melodische, einstige &bdquo;Langnese&ldquo;-Werbung <strong>&bdquo;So schmeckt der Sommer&ldquo;<\/strong> (<strong>Edward Reekers<\/strong>, 1995), das friedensbewegte Protestmantra der holl&auml;ndischen <strong>&bdquo;BOTS&ldquo;<\/strong>, <strong>&bdquo;Sieben Tage lang&ldquo;<\/strong> (1980), oder <strong>Rio Reisers<\/strong> rockige Vision, was so alles vonstattenginge, wenn er <strong>&bdquo;K&ouml;nig von Deutschland&ldquo;<\/strong> (1986) w&auml;re, schm&uuml;cken vortrefflich die Schublade &sbquo;t&ouml;nender Zeitgeist&lsquo; aus und verleihen dem ganzen Vorhaben zumindest eine gewisse gesellschaftlich-politisch relevante Note.<\/p>\n<p>Die Torfmoorholmer Bagaluten-Combo <strong>&bdquo;Torfrock&ldquo;<\/strong> (<strong>&bdquo;Beinhart&ldquo;<\/strong>, 1991&ldquo;), die Frankfurter Funpunk-Truppe <strong>&bdquo;Creme 21&ldquo; <\/strong>(<strong>&bdquo;Wann wird&rsquo;s endlich wieder richtig Sommer&ldquo;<\/strong>, 1996 &ndash; Rudi Carrell im Punkrock-Gewand, einfach nur k&ouml;stlich!), oder die lispelnde &bdquo;Hamburger Perle&ldquo; <strong>Lotto King Karl<\/strong> (<strong>&bdquo;Fliegen&ldquo;<\/strong>, 2000) sorgen f&uuml;r einen passablen Spa&szlig;-Faktor auf hier analysierter Dreier-CD. Die besten ostdeutschen Rockbands sind selbstverst&auml;ndlich gleichfalls auf &bdquo;Best of FETENHITS &#8211; Die DEUTSCHE&ldquo; vertreten: Die <strong>&bdquo;Puhdys&ldquo;<\/strong> zelebrieren so ihren folkrockig-versponnenen 1976er-Evergreen <strong>&bdquo;Alt wie ein Baum&ldquo;,<\/strong> sowie ihre pomp&ouml;se 1998er-Eishockey-Hymne <strong>&bdquo;Hey wir woll&rsquo;n die Eisb&auml;r&lsquo;n seh&rsquo;n&ldquo;<\/strong>, <strong>&bdquo;Silly&ldquo;<\/strong> begeben sich mit dem erhaben schwebenden Gef&uuml;hlsausbruch <strong>&bdquo;Bataillon d&rsquo;Amour&ldquo;<\/strong> (1986) in vertr&auml;umt-surreale Gefilde, <strong>&bdquo;Keimzeit&ldquo;<\/strong> rocken sich mittels des treibenden Ohrwurms <strong>&bdquo;Kling Klang&ldquo;<\/strong> gitarrenlastig auf wilde Reisen in ferne L&auml;nder, und <strong>&bdquo;City&ldquo;<\/strong> sitzen, wie gehabt, gedankenversunken und streicherverziert <strong>&bdquo;Am Fenster&ldquo;<\/strong> (1977).<\/p>\n<p>Fr&ouml;hlichen Rockschlager mit Wiedererkennungswert vernehmen wir ferner von unser aller <strong>Wolle Petry<\/strong> (<strong>&bdquo;Ruhrgebiet&ldquo;<\/strong>, 1993) oder der Iserlohner NDW-Band &nbsp;<strong>&bdquo;ZOFF&ldquo; <\/strong>(<strong>&bdquo;Sauerland&ldquo;<\/strong>, 1983) &#8211; in diese Kategorie fallen ja <em>&sbquo;irgendwie&lsquo;<\/em> auch das Berliner Pop-Skandalon <strong>Drafi Deutscher<\/strong> (<strong>&bdquo;Marmor Stein und Eisen bricht&ldquo;<\/strong>, 1965), die &sbquo;Cowboys von der Waterkant, mit ihrem Nashville-Sound&lsquo;, <strong>&bdquo;Truck Stop&ldquo;<\/strong> (<strong>&bdquo;Der wilde, wilde Westen&ldquo;<\/strong>, 1980), gerne auch der &bdquo;Schlagermove&ldquo;-Burner <strong>&bdquo;Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben&ldquo;<\/strong>, hier in der aufgepeppten Trash-Deutung von Kultparodist <strong>Dieter Thomas Kuhn<\/strong> (1998), bzw. gar des <strong>Helenchens<\/strong> ultimativer Disco-&Uuml;berflieger <strong>&bdquo;Atemlos durch die Nacht&ldquo; <\/strong>(2013, hier im konsequent Nightlife-geeichten &bdquo;Bassflow Radio Mix&ldquo; bedacht). Aber so richtig wollen (und k&ouml;nnen) sich diese eher schlagerhafteren, per se sanfteren Klangexponate nicht so recht in den rockig-poppig-lauteren Kontext der meisten anderen Songs von &bdquo;Best of FETENHITS &ndash; Die DEUTSCHE&ldquo; einfinden.<\/p>\n<p>Nat&uuml;rlich ist es als au&szlig;erordentlich erfreulich und praktikabel zu bewerten, wenn bei einer auf Vielseitigkeit angelegten Hit-Koppelung, die sich in erster Linie mit dem einheimischen Rock- und Popgeschehen besch&auml;ftigt, einzelne Lieder von <strong>Udo Lindenberg<\/strong>, <strong>&bdquo;BAP&ldquo;<\/strong>, <strong>Matthias Reim<\/strong> oder der <strong>&bdquo;M&uuml;nchener Freiheit&ldquo;<\/strong> Eingang ins Repertoire erhalten. Alle genannten Acts haben s&auml;mtlich im Laufe mehrerer Jahrzehnte ihr Scherflein zum guten Gelingen der deutschen Popkultur beigetragen. Wenn von der &bdquo;Nachtigall von Billerbeck&ldquo; die tats&auml;chlich sehr gelungenen &bdquo;MTV-Unplugged&ldquo;-Einspielungen seiner unverbr&uuml;chlichen Allzeit-Hits <strong>&bdquo;Ein Herz kann man nicht reparieren&ldquo;<\/strong> (mit Anete Humpe) und <strong>&bdquo;Reeperbahn&ldquo;<\/strong> (mit Jan Delay) (angereichert durch seinen genialen 2008er-Comebackkracher <strong>&bdquo;Mein Ding&ldquo;<\/strong>) ausgesucht wurden, so ist dies geschmacklich absolut nachvollziehbar, da diese entschlackten Neuaufnahmen zweifellos zu einer gewissen Auffrischung und Entstaubung des betagten Liedmaterials beigetragen haben &ndash; wof&uuml;r Udo ja v&ouml;llig zu Recht allerorts enorm gelobt wurde. Weshalb aber das urspr&uuml;nglich so authentische, intime und eindringliche <strong>&bdquo;BAP&ldquo;<\/strong>-Epos <strong>&bdquo;Verdamp lang her&ldquo;<\/strong> in einer 2005 entstandenen, einerseits gelangweilt dahin pl&auml;tschernden, andererseits &uuml;bertrieben von verzerrten Grunge-Gitarren zerrockten, sog. <em>&bdquo;vollk&ouml;lschen&ldquo;<\/em> Nachempfindung (Was haben Niedecken und Co. denn Zeit ihrer Karriere anderes gemacht, als &bdquo;vollk&ouml;lsch&ldquo; gesungen und musiziert??) zum Zuge kommen muss, anstatt dass die Zusammensteller auf die legend&auml;re 1981er-Originalfassung zur&uuml;ckgegriffen haben &ndash; obwohl auch f&uuml;r diese die Verwertungsrechte im Konsortium UNIVERSAL liegen -, bleibt ebenso unerfindlich, wie die Beantwortung der Frage, warum von <strong>Matthias Reims<\/strong> unvergesslichem Rockschlager <strong>&bdquo;Verdammt ich lieb Dich&ldquo;<\/strong> zwar seitens der UNIVERSAL-Verantwortlichen die 1990er-Urauslegung desselben bei MONOPOL Records anlizenziert wurde, man von &sbquo;Matzes&lsquo; 1991er-Erfolg <strong>&bdquo;Ich hab mich so auf Dich gefreut&ldquo;<\/strong> jedoch eine (hauseigene) klanglich schier schaurige, unn&ouml;tig grell-dr&ouml;hnend aufgebauschte 2014er-Verhunzung f&uuml;r <strong>&bdquo;Best of FETENHITS &ndash; Die Deutsche&ldquo;<\/strong> nutzte. Und selbst, wenn die Lizenzgeb&uuml;hren f&uuml;r die bestenfalls schalen, schlimmstenfalls schlicht entw&uuml;rdigenden 2013er-Neuaufnahmen der <strong>&bdquo;M&uuml;nchener Freiheit&ldquo;<\/strong>-Gassenhauer <strong>&bdquo;Ohne Dich (schlaf ich heut&lsquo; Nacht nicht ein)&ldquo;<\/strong> (im Original aus 1986) und <strong>&bdquo;So lang man Tr&auml;ume noch leben kann&ldquo;<\/strong> (Original: 1987), die beim Independent-Label EDEL liegen, vermutlich recht niedrig waren, so w&auml;ren die Zust&auml;ndigen bei UNIVERSAL dem selbstgesteckten Ziel, eine kompakte, sachdienliche und dekaden&uuml;bergreifende Deutschrock\/-Pop-Kompilation zu kreieren, weitaus n&auml;her gekommen, wenn sie doch die so ber&uuml;hrenden und gef&uuml;hlvollen 80er-Deutungen der beiden genannten Titel bei SONY angefragt h&auml;tten, anstatt auf die eilig und ziemlich lieblos neueingespielten 2013er-Varianten zur&uuml;ckzugreifen, die ohne den bisherigen &bdquo;Freiheit&ldquo;-Frontmann Stefan Zauner nicht mal die (ohnehin schon als fragw&uuml;rdig einzustufende) Qualit&auml;t eines matten Abklatsches aufweisen.<\/p>\n<p>Die dritte CD ist f&uuml;r die Freunde der traditionelleren Deutschrock-Kl&auml;nge der 70er, 80er, sogar noch der 90er Jahre, die die ersten beiden Silberscheiben von &bdquo;Best of FETENHITS &ndash; die DEUTSCHE&ldquo; &uuml;berwiegend ausmachen, nicht ganz so leicht verdaulich. Hierf&uuml;r haben die UNIVERSAL-Mitarbeiter fast ausnahmslos solche Beitr&auml;ge herausgesucht, die in der Zeit nach dem Millennium, also zwischen 2000 und heute, entstanden sind. Die meisten derer haben daher mit klassischem, deutschen Rock und Pop des vergangenen Jahrhunderts klanglich nicht mehr allzu viel gemein. Folglich wirken viele dieser Lieder f&uuml;r 80er-gest&auml;hlte Ohren erst einmal &uuml;beraus gew&ouml;hnungsbed&uuml;rftig: Der Augsburger Songwriter und gar nicht mal so &uuml;ble Gr&ouml;nemeyer-Epigone <strong>Andreas Bourani<\/strong> (<strong>&bdquo;Auf uns&ldquo;<\/strong>, 2013), der offenkundig musikgeschichtlich sehr bewanderte Berliner Ex-&bdquo;Ich &amp; Ich&ldquo;-Mitstreiter <strong>Adel Tawil<\/strong> (<strong>&bdquo;Lieder&ldquo;<\/strong>, 2014), dessen Hauptprojekt, gemeinsam mit Anete Humpe, <strong>&bdquo;Ich &amp; Ich&ldquo;<\/strong> (<strong>&bdquo;Vom selben Stern&ldquo;<\/strong>, 2007), die gr&auml;flichen Kaufhaus-Gothic-Popper <strong>&bdquo;Unheilig&ldquo;<\/strong> (<strong>&bdquo;Gro&szlig;e Freiheit&ldquo;<\/strong>, 2010), die abgehobenen Hamburger Gitarrenrocker <strong>&bdquo;Revolverheld<\/strong>&ldquo; (<strong>&bdquo;Freunde bleiben&ldquo;<\/strong>, 2005) oder die Gie&szlig;ener Pop-Rocker <strong>&bdquo;JULI&ldquo;<\/strong> (<strong>&bdquo;Perfekte Welle&ldquo;<\/strong>, 2004) haben vermutlich f&uuml;r die in den 90ern und sp&auml;ter geborenen Deutschpop-Kids dieselbe monumentale Bedeutung, die f&uuml;r unsere Generation &bdquo;BAP&ldquo;, Udo L., Kunze oder Westernhagen besa&szlig;en und besitzen. Bestimmt aber gibt es manche von uns &bdquo;Reiferen&ldquo;, die wom&ouml;glich kaum noch nachvollziehen k&ouml;nnen, was uns die jungen, lauten, oft &sbquo;schiach&lsquo; schrammelnden Deutschrock-Bands des Heute und Hier so genau sagen, mitteilen, mit auf den Weg geben wollen. Zu diesen rechnet sich in nicht wenigen F&auml;llen zumindest der Verfasser dieser Zeilen.<\/p>\n<p>Dar&uuml;ber hinaus sind die norddeutschen Kommerz-Shanty-Helden <strong>&bdquo;Santiano&ldquo;<\/strong> mit einem gleichnamigen (Pseudo-)Folkrock (2012) mit von der Partie; der weitaus sympathischere, weil ehrlichere und vor allem prinzipienfeste, selbsternannte &bdquo;Volks-Rock&rsquo;n&rsquo;Roller&ldquo; <strong>Andreas Gabalier<\/strong> hymnisiert zudem seine geliebte <strong>&bdquo;Zuckerpuppen&ldquo;<\/strong> (2013) im feurigen Schuhplattler-Rockabilly-Style, die edlen Berliner Popchanson-Experten <strong>&bdquo;Rosenstolz&ldquo; <\/strong>bekennen feudal und hymnisch <strong>&bdquo;Ich bin Ich (&bdquo;Wir sind Wir)&ldquo;<\/strong> (2006) und die in den uncoolen 90ern so umschw&auml;rmten und bekreischten Hamburger Teenie-Heroen von <strong>&bdquo;ECHT&ldquo;<\/strong> zeigen sich, Dank der elit&auml;r-geschmeidigen Michel-van-Dyke-Komposition <strong>&bdquo;Du tr&auml;gst keine Liebe in Dir&ldquo;<\/strong> (1999), als weltschmerzende Post-Pubert&auml;re &bdquo;Smiths&ldquo;-Versteher.<\/p>\n<p>Zum letzten Viertel der dritten Scheibe von &bdquo;Best of FETENHITS &ndash; Die DEUTSCHE&ldquo; kann der Rezensent mangels Fachkenntnis und Verst&auml;ndnis f&uuml;r das Vorgetragene &uuml;berhaupt nichts sagen. Rap- und Hip Hop-Artisten der Sorte <strong>&bdquo;Fettes Brot<\/strong>&ldquo; (<strong>&bdquo;Jein&ldquo;<\/strong>, 2014), <strong>&bdquo;Culcha Candela&ldquo;<\/strong> (<strong>&bdquo;Hamma&ldquo;<\/strong>, 2007), die &bdquo;<strong>Fantastischen Vier&ldquo; <\/strong>(<strong>&bdquo;Troy&ldquo;<\/strong>, 2004) oder <strong>Peter Fox<\/strong> (<strong>&bdquo;Sch&uuml;ttel Deinen Speck&ldquo;<\/strong>, 2008) verursachen bei mir nicht nur rigoroses Achselzucken, sondern regelrecht Kopfschmerzen und Anfalle st&auml;rkster Nervosit&auml;t&hellip;;-) &nbsp;<\/p>\n<p>Die witzige Ode auf den <strong>&bdquo;Sexualverkehr&ldquo;<\/strong> (2013), eine schw&uuml;lstig-theatralische &Uuml;berzeichnung der blumigen Schnulzen der Goldenen 70er, herrlich schr&auml;g geschmachtet von dem Osnabr&uuml;cker Entertainer und Schauspieler <strong>Christian Steiffen<\/strong>, sowie die schnelle, heftige Rock&rsquo;n&rsquo;Roll-Parodie <strong>&bdquo;Nie wieder Alkohol&ldquo;<\/strong> (1994) der Schleswig-Holsteiner Rockband <strong>&bdquo;Illegal 2001&ldquo;<\/strong> (die jedoch harmonisch und inhaltlich unverkennbar an Hannes Bauers legend&auml;ren &bdquo;Sabbel-Boogie&ldquo; erinnert&hellip;), stimmen uns traditionelle Alt-Rocker zum Ausklang von CD-03 vorliegender Box allerdings schnell wieder vers&ouml;hnlich.<\/p>\n<p>Dennoch besitzt <strong>&bdquo;Best of FETENHITS &ndash; Die DEUTSCHE&ldquo;<\/strong>, trotz so einiger sehr imposanter, liebenswerter und aufregender deutscher Rock- und Pop-Perlen, zwei nicht wegzudiskutierende Mankos. Zum einen ist die Spannbreite zwischen betulichen Schlagern, traditionellem Poprock mit deutschen Texten und neumodischen Grunge-, Indie- und Hip-Hop-Expertisen schlussendlich viel zu umfangreich und weitschweifig ausgefallen. Die Skip-Taste kommt h&auml;ufiger zum Einsatz, als bei Hit-Sammlungen im Allgemeinen n&ouml;tig. Der volumin&ouml;se Stil-Mix wirkt selbst auf Wohlwollende extrem unsortiert, planlos und verwirrend. Zum anderen wurden zu viele zweitklassige Neuaufnahmen allseits gel&auml;ufiger Dauerbrenner der Tracklist hinzugef&uuml;gt. Wegen ein paar Cent einzusparender Lizenzgeb&uuml;hren oder ob der Tatsache, dass einige Neuauslegungen direkt im Hause UNIVERSAL verwertet werden, wird die H&ouml;rfreude durch genau solche, oft ohne jegliche Inspiration, im Schnellverfahren von den jeweiligen K&uuml;nstlers aus reiner Ideenlosigkeit zusammengeschusterten Selbstkopien enorm getr&uuml;bt.<\/p>\n<p>Diese beiden Faktoren, die <strong>&bdquo;Best of FETENHITS &ndash; Die DEUTSCHE&ldquo;<\/strong> bedauerlicherweise viel zu stark im Negativen pr&auml;gen, w&auml;ren jederzeit vermeidbar gewesen, zumal die zwei weiteren, aktuellen &bdquo;Best of FETENHITS&ldquo;-Koppelungen &ndash; &bdquo;Schlager&ldquo; und &bdquo;NDW&ldquo; &ndash; ja in ph&auml;nomenaler Manier beweisen, dass es auch g&auml;nzlich anders und viel sachgerechter gehen kann!<\/p>\n<p>Holger St\u00fcrenburg, 24.\/25.  April 2015<br \/>http:\/\/www.universal-music.de\/musik\/compilationsfetenhits<br \/>http:\/\/www.universal-music.de\/fetenhits\/home<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Drei vollgef&uuml;llte Drei-CD-Sets unter dem beliebten und bekannten Motto &bdquo;Best of FETENHITS&ldquo; sind dieser Tage bei Polystar\/UNIVERSAL erschienen. Sowohl<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":90899,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[5],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/90898"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=90898"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/90898\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/90899"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=90898"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=90898"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=90898"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}