{"id":89830,"date":"2015-05-26T00:00:00","date_gmt":"2015-05-26T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=89830"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"UDO-JUERGENS-smago-Serie-Schlag-89829","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/UDO-JUERGENS-smago-Serie-Schlag-89829\/","title":{"rendered":"UDO J\u00dcRGENS <br \/>smago! Serie &quot;Schlager-R\u00fcckblick &quot;vor 40 Jahren&quot; von Stephan Imming: Teil 25 &#8211; Udo J\u00fcrgens (&quot;Ein ehrenwertes Haus&quot;)!"},"content":{"rendered":"<p>Neuzugang 28.04.1975!\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Hinweis: Normalerweise wird in dieser Serie die ganze Karriere der K&uuml;nstler besprochen. Im Falle &quot;Udo J&uuml;rgens<\/em>&ldquo;<em> ist das in einer Folge nicht m&ouml;glich, weil sein Lebenswerk dazu viel zu umfangreich und bemerkens- bzw. <\/em>&bdquo;<em>berichtenswert&quot; ist. Dieser Aufgabe hat sich Ren&eacute; Jochade verschrieben mit seiner exzellenten Smago!-Udo-J&uuml;rgens-Serie. Da Udo J&uuml;rgens <\/em>&bdquo;<em>vor 40 Jahren<\/em>&ldquo;<em> aber auch sehr aktiv war und mit <\/em>&bdquo;<em>Griechischer Wein<\/em>&ldquo;<em> sogar seinen einzigen Solo-Nummer-1-Hit hatte (auch von seinen Studio-LPs erreichte kein Longplay diese Position, lediglich eine Live-LP, eine Tribute-CD und die LP mit der Fu&szlig;ball-Nationalmannschaft erreichten das), m&ouml;chte ich Udos gro&szlig;e Erfolge des Jahres 1975 noch mal Revue passieren lassen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1973 verbrachte Udo J&uuml;rgens einen Sommer-Urlaub auf der griechischen Insel Rhodos mit seiner damaligen Freundin <em>Karin Holzapfel<\/em> und seinem Bruder <em>Manfred Bockelmann<\/em> und dessen damaliger Frau <em>Christiane Kr&uuml;ger<\/em>.<\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund dieser Eindr&uuml;cke &ndash; vielleicht auch wegen des tr&uuml;ben Wetters (Regen sowohl bei Abflug aus Rhodos als auch bei Ankunft in Wien) lie&szlig; Udo, dessen damalige Urlaubsbegleitung er in Rhodos zur&uuml;cklie&szlig;, &nbsp;seinen Griechenland-Urlaub Revue passieren und komponierte eine Melodie mit relativ ungew&ouml;hnlich komplizierter Struktur (Zweiviertel-, Dreiviertel- und Viervierteltakte wechseln sich ab) &ndash; dennoch hat die Komposition der Melodie laut einem Interview von &nbsp;J&uuml;rgens mit der Zeit aus 2005 nur 20 Minuten gedauert &ndash; &bdquo;<em>ich wusste sofort, das wird ein Knaller<\/em>&ldquo;, gab er zu Protokoll. In seiner Autobiografie liest sich das wie folgt: &bdquo;<em>Ich versuchte, mich in die typischen Akkordschritte, die rhythmischen Verschiebungen und Taktwechsel, in die besondere Melodik hineinzufinden. Ich spielte in c-Moll, tastete mich herum, erwischte das St&uuml;ck einer Melodie, noch eins, ein Akkord an der richtigen Stelle f&uuml;hrte mich weiter &ndash; und auf einmal lief sie mir aus den Fingern: Ein fertiges Lied war da.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p>Sein damaliger Manager <em>Hans R. Beierlein<\/em> und sein damaliger Produzent <em>Ralph Siegel<\/em>, der sofort eine Platte produzieren wollte, weil er eine eing&auml;ngige Melodie wichtiger fand als einen tiefsinnigen Text, wollten so schnell wie m&ouml;glich den Song produzieren. J&uuml;rgens sah das anders und bat seine Textdichter darum, einen Text zu ersinnen, in dem nicht Worte wie &bdquo;Caprifischer&ldquo;, &bdquo;blaues Meer&ldquo;, &bdquo;Segel&ldquo; und sonstige Klischees enthalten sein sollten. <em>Michael Kunze<\/em> ersann dann &bdquo;Sonja wach auf &ndash; drau&szlig;en ist schon heller Morgen&ldquo; &ndash; aber das stellte Udo nicht zufrieden. Mehr zu den urspr&uuml;nglichen Text-Versionen wird &uuml;brigens <em>Ren&eacute; Jochade<\/em> im Rahmen seiner Udo-Serie hier erz&auml;hlen.<\/p>\n<p>Udo beschloss, zun&auml;chst ohne Text eine opulente Instrumental-Version zu produzieren. Das war wohl Inspiration genug, das Thema &bdquo;Gastarbeiter&ldquo; auf den Plan zu holen. So ersann <em>Michael Kunze<\/em> die Geschichte der Gastarbeiter im Ruhrgebiet in Form einer Vorstadtkneipen-Story, in der das Lebensgef&uuml;hl der besungenen M&auml;nner geschildert wird, die beim Wein von ihrer Heimat, vielleicht auch von der R&uuml;ckkehr dorthin, tr&auml;umen, denn zu jener Zeit (ca. 20 Jahre nach Einwanderung des ersten Gastarbeiters und ca. 10 Jahre nach Erreichen der Millionengrenze) wurde in Griechenland ja gerade die Milit&auml;rdiktatur zu Gunsten einer Demokratie abgeschafft. Mit diesem zum damaligen Zeitgeist passenden Text war Udo einverstanden und hoffte, mal wieder einen Hit zu landen.<\/p>\n<p>Wenngleich er 1974 (der 40. Geburtstag stand bevor) noch immer ein sehr gutes Standing und &bdquo;mittelpr&auml;chtigen&ldquo; Erfolg hatte, w&uuml;nschte er sich doch endlich wieder einen richtigen Hit. Ende 1973 gelang ihm zwar mit der typischen <em>Siegel<\/em>-Produktion &bdquo;Der Teufel hat den Schnaps gemacht&ldquo; ein Achtungserfolg, die Nachfolger &bdquo;Wilde Kirschen&ldquo; und &bdquo;Geschieden&ldquo; waren trotz guter TV-Pr&auml;senz nur noch knapp in der Verkaufshitparade. &bdquo;Zieh den Kopf aus der Schlinge, Bruder John&ldquo;, ein klassischer Schlager mit d&uuml;mmlichen Text, kam dann (zum Gl&uuml;ck) gar nicht mehr in die Verkaufs-Charts. Viele sahen Udos Stern langsam sinken.<\/p>\n<p>Ein Wendepunkt k&ouml;nnte dann der Auftritt bei der RTL-L&ouml;wenverleihung in der Essener Grugahalle gewesen am 05.10.1974 gewesen sein. Udo bekam zwar keinen L&ouml;wen verliehen (die Auszeichnung nahmen damals u. a. ABBA in Empfang), er war aber im Rahmenprogramm vertreten und hat nach Meinung der Presse furios &bdquo;abger&auml;umt&ldquo;.<\/p>\n<p>So schrieb der sp&auml;tere Chefredakteur der Bild-Zeitung, Peter Bartels, seinerzeit in Bild: &bdquo;<em>Nicht die &sbquo;L&ouml;wen&lsquo;-Gewinner waren die Stars der &sbquo;L&ouml;wen&lsquo;-Verleihung von Radio Luxemburg in der Essener Grugahalle, der &sbquo;tote&lsquo; Udo J&uuml;rgens war&rsquo;s. Die 8.000 Menschen in der Gruga-Halle meinten es ernst. Jeder seiner fr&uuml;heren Erfolge wie &sbquo;Anuschka&lsquo;, &sbquo;Senorita&lsquo; oder &sbquo;Mathilda&lsquo; wurden schon nach den ersten Takten mit rauschendem Applaus begr&uuml;&szlig;t. Atemlose Stille beim Dauerbrenner &sbquo;Geschieden&lsquo;. Begeistertes Mitsingen beim &sbquo;Teufel&lsquo;, der den Schnaps gemacht hat. Fu&szlig;getrommel! Luxemburg-Direktor Elstner: &sbquo;Viele sind gekommen, um ihn zu beerdigen. Die Fans haben aus Udos Sarg Kleinholz gemacht&lsquo;&ldquo;.<\/em><\/p>\n<p>Die Fachzeitschrift &bdquo;musik&ldquo; konstatierte zu Recht: &bdquo;<em>Wenn es richtig ist, dass Vierzigj&auml;hrige in die Wechseljahre kommen, dann geht Udo J&uuml;rgens wieder besseren Zeiten entgegen<\/em>&ldquo;. &ndash; Genau so kam es. Das lange Warten auf den Text &bdquo;Griechischer Wein&ldquo; sollte sich gelohnt haben.<\/p>\n<p>Am 23.12.1974 (interessanterweise fast auf den Tag genau 40 Jahre vor seinem Tod) war Udos Single aus der parallel erschienenen, ebenfalls sehr erfolgreichen LP &bdquo;Meine Lieder&ldquo; (fast ein Jahr in den Charts), erstmals in den Single-Charts vertreten und kam als einzige von Udo J&uuml;rgens erschienenen Liedern bis auf Platz eins der Verkaufshitparade. Das gelang ihm in Deutschland mit keiner einzigen weiteren Single &ndash; gleich acht mal hatte Udo die &bdquo;Pole-Position&ldquo; inne. Der Song wurde &bdquo;Hit des Jahres 1975&ldquo; &ndash; passend zur Serie &bdquo;vor 40 Jahren&ldquo; war dieser Song also der gr&ouml;&szlig;te Erfolg in jenem Jahr.<\/p>\n<p>Rezept f&uuml;r den Geniestreich war wohl, dass den g&auml;ngigen Fernweh-Schlager-Klischees geschickt aus dem Weg gegangen wurde, dennoch das Bed&uuml;rfnis nach &bdquo;griechischer&ldquo; Musik massenkompatibel gestillt wurde.<\/p>\n<p>Der Erfolg des Liedes zog gro&szlig;e Kreise. Udo J&uuml;rgens wurde neben Texter <em>Michael Kunze<\/em> und Manager <em>Hans R. Beierlein<\/em> vom griechischen Ministerpr&auml;sidenten <em>Konstantin Karamanlis<\/em> zu einem pers&ouml;nlichen Empfang nach Athen eingeladen. Hintergrund d&uuml;rfte auch gewesen sein, dass der Export griechischen Weins und auch der Griechenland-Tourismus erheblich angekurbelt wurden.<\/p>\n<p>Der Song wurde zum Welthit. Beispielsweise war &bdquo;Come Share the Wine&ldquo; die letzte Studio-Produktion von <em>Bing Crosby<\/em>. Weltstars wie <em>Al Martino<\/em> nahmen den Song in ihr Repertoire auf. Neben weiteren, teils von Udo selbst aufgenommenen, internationalen Versionen wie &bdquo;A mes amours&ldquo; (franz&ouml;sisch), &bdquo;Phile kerna krassi&ldquo; (griechisch, von Udo einst nur auf der seltenen LP &bdquo;Europa nach Noten&ldquo; zu finden) und &bdquo;Vinho Verde&ldquo; (portugiesisch) existiert auch eine von <em>Guus Meeuwis<\/em> interpretierte niederl&auml;ndische Version (&bdquo;Drink Schrobbeler&ldquo;), in der es allerdings nicht um Gastarbeiter oder Wein, sondern um einen Kr&auml;uterlik&ouml;r geht.<\/p>\n<p>Der Song wurde auch gerne mal ironisch bzw. kabarettistisch umgetextet &ndash; schon Ruhrpott-Urgestein <em>J&uuml;rgen von Manger<\/em> besang kurz nach Ver&ouml;ffentlichung des Originals &bdquo;Bottroper Bier&ldquo;, die fr&auml;nkische Band <em>J.B.O<\/em> besang &bdquo;Fr&auml;nkisches Bier&ldquo;, <em>Otto<\/em> schw&auml;rmte f&uuml;r &bdquo;friesischen Wein&ldquo;, <em>Adam und die Mickys<\/em> fragten: &bdquo;Krieg ich en Wein?&ldquo;, und das Fr&uuml;hstyxradio-Team brachte als &bdquo;<em>Arschkrampen<\/em>&ldquo; die Version &bdquo;Griechisches Bier&ldquo; heraus.<\/p>\n<p>K&uuml;nstler der unterschiedlichsten Genres haben den Song textlich unver&auml;ndert gecovert &ndash; mal mehr, mal weniger am Original angelehnt. Einer der &auml;ltesten Cover-Versionen ist die von <em>Heino<\/em>, danach gab es schlagerhafte Versionen wie die von <em>Ulli Martin<\/em> oder <em>Stefan Mross<\/em> (instrumental), aber auch genre&uuml;bergreifende Adaptionen wie die von &bdquo;<em>Fusspils 11<\/em>&ldquo;, Kult-S&auml;nger <em>Dieter Thomas Kuhn<\/em> und <em>Tom Angelripper<\/em>. Bei der Geburtstagsgala zu Udos 80. tr&auml;llerte <em>Christina St&uuml;rmer<\/em> zum Vollplayback ihre Version des Griechischen Weins, die auch als Promo-Single zum Nummer-1-Album zur Gala ver&ouml;ffentlicht wurde. Im Gegensatz zur Longplay-CD floppte <em>St&uuml;rmers <\/em>Version kolossal &ndash; f&uuml;r mich nicht verwunderlich. Schade, dass Udo-Cover wie die von <em>Herbert Gr&ouml;nemeyer<\/em> (&bdquo;Wohin geht die Liebe, wenn sie geht?&ldquo;) erst posthum m&ouml;glich gemacht wurden.<\/p>\n<p>Schlie&szlig;lich wurde das Lied in Udos Musical &bdquo;Ich war noch niemals in New York&ldquo; umfunktioniert zur Hymne des Homo-Paares der Musical-Protagonisten Fred und Costa.<\/p>\n<p>Udo selbst hat den &bdquo;Griechischen Wein&ldquo; &nbsp;immer wieder in Konzertprogrammen gespielt. Bei der 1992er- &bdquo;Geradeaus&ldquo;-(bzw. &bdquo;Open Air Symphony&ldquo;) Tour spielte er eine Version, bei der die ersten Strophen bewusst langsam und bed&auml;chtig gesungen wurden &ndash; wohl, um noch mal auf die Bedeutung und den Inhalt des Textes hinzuweisen und den verfr&uuml;hten &quot;Mitklatsch-Faktor&quot; etwas hinauszuz&ouml;gern. Eine sehr &auml;hnliche Version brachte Udo bei seiner letzten Konzert-Tour &bdquo;Mitten im Leben&ldquo;.<\/p>\n<p>Genau in dem Jahr der neuen Bearbeitung gab Udo J&uuml;rgens der S&uuml;ddeutschen Zeitung einige Monate vor der Tour in der Ausgabe vom 22.02.1992 ein Interview, in dem zum Ausdruck kam, dass er wohl nicht damit zufrieden war, dass der Text bzw. der Inhalt des Liedes nicht allgemein wahrgenommen wurde &#8211; er wurde von der SZ gefragt: &quot;<em>Herr J&uuml;rgens, der deutsche Schlager steht im Ruf, schlechte Musik mit t&ouml;richten Texten zu vereinen. Tut es Ihnen weh, damit identifiziert zu werden?&quot; &#8211; <\/em>Antwort Udo J&uuml;rgens:<em> &quot;Das regt mich nicht auf. Diesen Ruf hat der deutsche Schlager zurecht. Ich habe sicher einmal solche St&uuml;cke gesungen. &#39;Griechischer Wein&#39; zum Beispiel. Heute besteht meine Musik aus mehr Elementen, aus Chanson, Rock und Pop&quot;.<\/em><\/p>\n<p>Sei es wie es sei &#8211; wie bedeutend Udos gr&ouml;&szlig;ter Hit wurde, ist auch daran zu erkennen, dass sein Lied als erster Treffer erscheint, wenn man bei Google den Suchbegriff &bdquo;Griechischer Wein&ldquo; eintr&auml;gt.<\/p>\n<p>Nach diesem gigantischen Riesen-Erfolg war es f&uuml;r Udo und seine Berater nat&uuml;rlich schwierig, eine Nachfolge-Single zu finden. Naheliegend w&auml;re sicher gewesen, den melancholischen Fernweh-Ansatz weiter zu verfolgen. Eine musikalisch recht &auml;hnliche, aber bei weitem nicht so originelle und erfolgreiche Single hat man ja einige Jahre sp&auml;ter auf den Markt gebracht (&bdquo;Rhodos im Regen&ldquo;). 1975 aber, mit 40 Jahren, ging Udo volles Risiko, indem er (allerdings auch diesmal von Ralph Siegel produziert und von Michael Kunze getextet) eine musikalisch komplett andere Nummer folgen lie&szlig;, die vor genau 40 Jahren in den Charts war. Man entschied sich f&uuml;r eine rockige Nummer und griff erneut ein Zeitgeist-Ph&auml;nomen auf. Diesmal ging es um die Geschichte eines unverheirateten P&auml;rchens, dem seine spie&szlig;igen Nachbarn das Leben schwermachen &ndash; der Wohnort war &bdquo;<strong>Ein ehrenwertes Haus<\/strong>&ldquo;.<\/p>\n<p>Um schon mal beim Fachhandel positive Stimmung f&uuml;r den Song zu machen, bedankte sich Manager Beierleins Produktionsfirma Montana schon mal artig namentlich(!) bei den 30 Fachh&auml;ndlerinnen und Fachh&auml;ndlern, die im Branchenblatt &bdquo;Musikmarkt&ldquo; mit ihrem Tipp &bdquo;Griechischer Wein&ldquo; als Hit richtig lagen.<\/p>\n<p>Die Single wurde mit Superlativen beworben wie &bdquo;Gro&szlig;artiger Udo! Und ein Hit, der kommen musste&ldquo; oder &bdquo;Der beste Udo, den es je gab&ldquo; beworben.<\/p>\n<p>Die Rechnung ging auf &ndash; ein gutes halbes Jahr, nachdem die Bild-Zeitung von Udos Comeback bei der RTL-L&ouml;wenverleihung berichtete, waren dort am 10.05.1975 die &bdquo;gro&szlig;en Acht der Woche von Radio Luxemburg&ldquo; zu finden &ndash; auf Platz 1 Udos Griechischer Wein, auf Platz 7 Udos Ehrenwertes Haus. Das Dankesch&ouml;n an die Fachh&auml;ndler ging diesmal sogar an 41 Menschen via &bdquo;Musikmarkt&ldquo;-Anzeige.<\/p>\n<p>Die &bdquo;wilde Ehe&ldquo;, die schon damals gesellschaftlicher Alltag war, aber kleinb&uuml;rgerlich mit Doppelmoral vielfach abgelehnt wurde, wird von Udo ausf&uuml;hrlich beschrieben &ndash; er kommt zum Schluss: &bdquo;Diese Heuchelei halt&lsquo; ich nicht l&auml;nger aus&ldquo; &ndash; kein Wunder, wird das in wilder Ehe lebende Paar doch von der spie&szlig;igen Hausgemeinschaft (z. B. einer &bdquo;<em>Dicken, die den Hund verw&ouml;hnt, jedoch ihr eig&rsquo;nes Kind vergisst&ldquo; oder &bdquo;der von oben &ndash; wenn der Gasmann kommt, zieht sie den Schlafrock aus<\/em>&ldquo;) drangsaliert.<\/p>\n<p>Interessant zu beobachten ist, dass Udos &bdquo;ehrenwertes Haus&ldquo; auf breite Zustimmung stie&szlig;, w&auml;hrend das einige Jahre zuvor ver&ouml;ffentlichte gesellschaftskritische &bdquo;Lieb Vaterland&ldquo; doch bisweilen sehr kritisch gesehen wurde. Das d&uuml;rfte mehrere Gr&uuml;nde haben: Zum einen legte Udo die Protests&auml;nger-Charakteristik beiseite und bediente sich des Stilmittels humorvoller Ironie. Zum anderen aber &auml;nderten sich gesellschaftliche Realit&auml;ten, beispielsweise waren die SPD als Regierungspartei inzwischen etabliert, wenngleich Wolfgang Menge im Drehbuch zu &bdquo;Ein Herz und eine Seele&ldquo; Sozialdemokraten&nbsp; immer noch von Ekel Alfred despektierlich als&bdquo; Sozis&ldquo; beschimpfen lie&szlig;.<\/p>\n<p>Jedenfalls wurde Udo f&uuml;r seine LP &bdquo;Meine Lieder&ldquo;, auf der die beiden hier beschriebenen Titel enthalten sind, mit dem deutschen Schallplattenpreis ausgezeichnet f&uuml;r Udo als &bdquo;S&auml;nger des Jahres&ldquo;; der Schallplattenpreis f&uuml;r das &bdquo;Lied des Jahres&ldquo; ging an &bdquo;Ein ehrenwertes Haus&ldquo;. Auch eine Goldene Europa bekam Udo f&uuml;r seine erfolgreichen 1975er-Hits &uuml;berreicht.<\/p>\n<p>&bdquo;Ein ehrenwertes Haus&ldquo; wurde nicht so oft gecovert wie die Vorg&auml;nger-Single, allerdings nahm der damals recht popul&auml;re Countrys&auml;nger <em>Gunter Gabriel<\/em> den Song mit auf sein Album &ndash; ebenso wie Kult-Schlagers&auml;nger <em>Dieter Thomas Kuhn<\/em>. In j&uuml;ngerer Zeit hat Udo den Song mit Roger Cicero im Duett gesungen und auch selber zu seinem 66. Geburtstag eine eigene neue Version mit aktualisiertem Text ver&ouml;ffentlicht.<\/p>\n<p>Sehr interessant sind &uuml;brigens auch die B-Seiten der Singles: &bdquo;<strong>Gestern war es noch Liebe<\/strong>&ldquo; ist ein &bdquo;im Schatten stehendes&ldquo; Lied, das Udo f&uuml;r bedeutend genug hielt, sp&auml;ter f&uuml;r die Compilation &bdquo;Aber bitte mit Sahne Teil 2&ldquo; noch mal neu aufzunehmen. Und &bdquo;<strong>Illusionen<\/strong>&ldquo; ist einer der beiden Songs, die Udo mit der 1969 verstorbenen S&auml;ngerin <em>Alexandra<\/em> schrieb &ndash; erstmals auch von ihm selbst interpretiert &ndash; das Lied wurde ja als &bdquo;If I Never Sing Another Song&ldquo; zum Welthit.<\/p>\n<p>\n<img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/smago.de\/fotos\/pics\/images\/uj_ehrenwertes_back.jpg\" style=\"width: 512px; height: 512px;\" \/><\/p>\n<p>\n<img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/smago.de\/fotos\/pics\/images\/uj_mm2.jpg\" style=\"width: 268px; height: 512px;\" \/><\/p>\n<p>\n<img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/smago.de\/fotos\/pics\/images\/uj_mm3.jpg\" style=\"width: 306px; height: 512px;\" \/><\/p>\n<p>\n<img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/smago.de\/fotos\/pics\/images\/Single-Cover_Griechischer_Wein.jpg\" style=\"width: 502px; height: 512px;\" \/><\/p>\n<p>\n<img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/smago.de\/fotos\/pics\/images\/uj_mm.jpg\" style=\"width: 335px; height: 512px;\" \/><\/p>\n<p>\n<img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/smago.de\/fotos\/pics\/images\/uj_mm4.jpg\" style=\"width: 323px; height: 512px;\" \/><\/p>\n<p>\n<img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/smago.de\/fotos\/pics\/images\/uj_loewenring.jpg\" style=\"width: 341px; height: 512px;\" \/><\/p>\n<p>Stephan Imming, 21.05.2015<br \/>http.\/\/www.ariola.de<br \/>http:\/\/www.udojuergens.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neuzugang 28.04.1975!\u00a0 Hinweis: Normalerweise wird in dieser Serie die ganze Karriere der K&uuml;nstler besprochen. 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