{"id":87790,"date":"2015-07-28T00:00:00","date_gmt":"2015-07-28T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=87790"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"DIE-CAPPUCCINOS-Zusammen-stark-87789","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/DIE-CAPPUCCINOS-Zusammen-stark-87789\/","title":{"rendered":"DIE CAPPUCCINOS <br \/>&quot;Zusammen stark&quot; &#8211; Stephan Imming \u00fcber die via Crowdfunding finanzierte CD des SchlagerPop Trios!"},"content":{"rendered":"<p>Musik top &#8211; Texte &#8211; na ja &#8211; so sein Res\u00fcmee&#8230;:\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach langen Jahren der Zusammenarbeit mit ihrer Entdeckerin, Songschreiberin und Produzentin <em>Kristina Bach<\/em> standen DIE CAPPUCCINOS ohne Plattenvertrag und Produzentin da. Guter Rat war teuer &#8211; die Fanbase war ja durchaus vorhanden, aber es war schwierig auszuloten, wie es vermarktungstechnisch mit den Jungs weitergehen k&ouml;nnte.<\/p>\n<p>Nach dem Ausstieg des Bandmitglieds <em>Robert Kaufmann<\/em> blieben noch die niederl&auml;ndischen Br&uuml;der <em>Ren&eacute; und Michel Ursinius<\/em> sowie der blonden Th&uuml;ringer <em>Peter Br&uuml;ckner<\/em> &uuml;brig, die ihr Schicksal selber in die Hand nahmen und erstmals ein Schlagerprojekt zu einem Crowdfunding-Projekt gemacht haben. Das hei&szlig;t, sie haben sich um die komplette Finanzierung ihrer neuen CD selber gek&uuml;mmert und machen auch Vermarktung und Vertreib weitestgehend autark, d. h. unabh&auml;ngig von gro&szlig;en Plattenfirmen.<\/p>\n<p>Das bedeutet auf der einen Seite zwar gro&szlig;e k&uuml;nstlerische Freiheit, auf der anderen Seite aber unglaublich viel Arbeit, &quot;Klinkenputzen&quot; und Durchsetzungsverm&ouml;gen. Dass es der &quot;Boygroup&quot; dennoch gelungen ist, allen Widerst&auml;nden zum Trotz ihre f&uuml;nfte CD derart erfolgreich anzuschieben und auch ohne gro&szlig;e Plattenfirma im R&uuml;cken mehrfach die Top 50 der deutschen CD-Charts zu st&uuml;rmen, kann man gar nicht genug anerkennen und ist sicher das Ergebnis eines unglaublichen Kraftakts, vor dem man nur den Hut ziehen kann. &#8211; Zu den Songs im Einzelnen:<\/p>\n<p>Die CD startet antreibend mit dem Song &quot;<strong>Lass uns lieben<\/strong>&quot;, in dem es darum geht, dass eine Frau unverhofft zur&uuml;ck zu ihrem Liebsten zur&uuml;ck kommt, der davon wohl angetan ist. &quot;<em>Du kamst zu mir &#8211; am Abend &#8211; weil wir uns liebten<\/em>&quot; &#8211; im Umkehrschluss hei&szlig;t das wohl, dass die Dame nicht &quot;gekommen&quot; w&auml;re, wenn man sich nicht geliebt h&auml;tte? &#8211; Vermutlich soll man solche Texte nicht zu w&ouml;rtlich nehmen.<\/p>\n<p>Der Gute-Laune-Song &quot;<strong>Lila Feuerwerk<\/strong>&quot; zeigt, wie modern die Cappuccinos sind, indem sie einige erfolgreiche Elemente der aktuellen Schlager- und Popszene zusammenf&uuml;gen &#8211; das Intro klingt beispielsweise verd&auml;chtig nach <em>Beatrice Eglis<\/em> &quot;Mein Herz&quot;, und die Textpassage &quot;Ein Hoch auf uns&quot; kommt mir auch irgendwie bekannt vor. Und auch in den &quot;lila Wolken&quot; kommt ja ein Feuerwerk vor, so dass es nicht weiter erstaunt, dass das Feuerwerk lila ist. Aber besser gut geklaut als schlecht selbst gemacht &#8211; der Song vermittelt gute Laune und ist zum Mitsingen gut geeignet.<\/p>\n<p>&quot;<strong>Wer das Leben liebt<\/strong>&quot; ist ein fr&ouml;hlicher Schlager, der im Stil fr&uuml;her <em>Jack-White<\/em>-Kompositionen f&uuml;r <em>Tony Marshall<\/em> gehalten ist und mit seinem Country-Shuffle etwas an <em>Texas Lightning<\/em> (&quot;No No Never&quot; erinnert). Die positive Grundstimmung mit dem Hinweis, immer dem Leben positiv gegen&uuml;ber gestimmt zu sein&#8230; Der Text von <em>Tobias Reitz<\/em> hat mich &uuml;brigens total irritiert: <em>Michelle<\/em> sagte ja: &quot;<em>Wer Liebe lebt, wird unsterblich sein<\/em>&quot;. Nun ergibt sich aber die Erkenntnis: &quot;<em>Wer das Leben liebt, wird unsterblich sein<\/em>&quot;. Auch die Formulierung &quot;<em>Wir bleiben wie wir war&#39;n &#8211; heute und in hunderten Jahr&#39;n<\/em>&quot; l&auml;sst aufhorchen: fehlt da nicht ein &quot;<em>VON<\/em>&quot;? Eins steht fest: &quot;Wer das Leben <em>liebt,<\/em> der hat viel <em>kapiert<\/em>&quot;, &#8211; &quot;Man wei&szlig; doch, das Leben <em>hat<\/em> &#8211; gut(!?) 360 <em>Grad<\/em>&quot; &#8211; puuh&#8230; aber ganz andere Schlager haben trotz (oder gar wegen) solcher Sch&uuml;ttelreime gro&szlig;en Erfolg gefeiert &#8211; und die Nummer ist durchaus eing&auml;ngig.<\/p>\n<p>Der Reggae-Rhythmus, der (wie Kollege <em>St&uuml;renberg <\/em>ja auch schon richtig feststellte) an <em>Wind<\/em>s &quot;Lass die Sonne in Dein Herz&quot; erinnert, leitet die deutsche Version eines niederl&auml;ndischen Superhits von &quot;<em>Nick &amp; Simon<\/em>&quot;, &quot;<strong>Rosanne<\/strong>&quot;, ein &#8211; dort war der Song &uuml;ber ein Jahr in den Hitparaden und ein Top-10-Hit. Die gef&auml;llige Komposition gibt meines Erachtens auch viel her, der Song ist wirklich ein exzellenter Ohrwurm und wurde entsprechend von den Cappus auf Single ausgekoppelt und war auch in einigen TV-Shows zu bestaunen, beispielsweise in Andy Borgs letztem Musikantenstadl.<\/p>\n<p>Das niederl&auml;ndische Original besticht f&uuml;r mich dadurch, dass die beiden S&auml;nger Nick und Simon im Ping-Pong-Verfahren sich abwechseln bei ihren &Uuml;berlegungen zu Rosanne (, die im Original &uuml;brigens mit &quot;aah&quot; und nicht international mit &quot;&auml;&auml;h&quot; ausgesprochen wird). Zwischendurch singen die beiden zweistimmig. &#8211; Da die Cappuccinos zu dritt sind, h&auml;tte ich mir an diesen im Original zweistimmigen Passagen Dreistimmigkeit gew&uuml;nscht &#8211; na, vielleicht ist das meiner pers&ouml;nlichen Vorliebe f&uuml;r Mehrstimmigkeit geschuldet. Der Leadgesang kommt auch ausschlie&szlig;lich von <em>Ren&eacute;<\/em> &#8211; f&uuml;r mich w&auml;re abwechslungsreicher gewesen, wenn die anderen beiden auch Teile der Strophen singen d&uuml;rfen. Die Choreografie der Jungs ist jedenfalls witzig und macht Spa&szlig;, &quot;nachzutanzen&quot;.<\/p>\n<p>Mit einem an den <em>Ricci et Poveri<\/em>-Klassiker &quot;Mamma Maria&quot; erinnernden Intro startet der Song &quot;<strong>Tief in mir<\/strong>&quot;, in dem es wohl darum geht, dass eine Beziehung einerseits sch&ouml;n ist, aber &quot;tief in mir&quot; Zeichen sind, die gegen ein Happy End sprechen.<\/p>\n<p>Als bekennende <em>Egli<\/em>-Fans m&uuml;ssen die Cappus nat&uuml;rlich auch deren Zitat (Verlieben, verloren,) &quot;<em>gelacht und geweint<\/em>&quot; in einem Song unterbringen &#8211; die Ballade &quot;<strong>Wir sehen uns wieder<\/strong>&quot; bietet sich daf&uuml;r an. Ich hatte erst &uuml;berlegt, ob Komponist <em>Mitch Keller<\/em> ein Pseudonym <em>Ralph Siegels<\/em> sein k&ouml;nnte, weil der ja unter gleichem Titel mal einen gleichnamigen Lena<em>-Valaitis<\/em>-Eurovisions-Song komponiert hatte, aber Komponist <em>Mitch Keller<\/em> ist ein Berliner Musikschaffender &#8211; wieder was dazugelernt. Die Ballade lebt von der Komposition. Bei diesem Song wirkte erstmals das &quot;<em>City Of Prague Philharmonic Orchestra<\/em>&quot; mit &#8211; sch&ouml;ne Streicher-Einlagen unterstreichen die romantische Melodie.<\/p>\n<p>Weiter geht es mit dem <em>Laith Al-Deen<\/em>-Klassiker &quot;<strong>Bilder von Dir<\/strong>&quot; &#8211; ach nee, es handelt sich auch hier um ein neues(!) Lied, in dem es darum geht, dass der Verlassene sich nach der Verflossenen zur&uuml;cksehnt: &quot;<em>Ich vermisse die N&auml;chte deine Haut<\/em>&quot; (so, also ohne Satzzeichen, steht es im Booklet &#8211; was damit genau gemeint ist, erschlie&szlig;t sich mir nicht genau). Die L&ouml;sung ist doch ganz einfach &#8211; im Opener-Song kommt doch die Angebetete zur&uuml;ck, also ist alles in Butter. Interessant ist &uuml;brigens, dass eine M&auml;nnergruppe dar&uuml;ber singt, dass die schn&ouml;den &quot;Bilder&quot; nicht ausreichen und doch nur Hautkontakt das Wahre sei &#8211; da zeigen sich die Cappuccinos doch mal als echte Frauenversteher&#8230;<\/p>\n<p>Track Nummer 8, erneut unterst&uuml;tzt vom Prager Sinfonieorchester, ist mein pers&ouml;nlicher absoluter Lieblings-Titel der Scheibe. Eine stimmige Komposition, ein im positiven Sinne handwerklich gut gemachter Schlager alter Schule &#8211; Strophe, Bridge, Chorus, am Schluss Chorus-Wiederholung mit stimmigem Schluss, in dem das Orchester alles gibt &#8211;&nbsp; sich steigernd aufeinander aufgebaut, Transposition in andere Tonart&nbsp; &#8211; dazu auch klassische Musikinstrumente und interessante Akkordfolgen jenseits des Drei-Akkorde-Schemas &#8211; da lacht das Schlager-Herz. Den Song k&ouml;nnte man so auch zur Eurovision schicken. Okay &#8211; der Inhalt des Liedes (geh&ouml;rnter entt&auml;uschter Mann findet neues Gl&uuml;ck) ist in vielen Schlager-Klassikern wie &quot;Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben&quot; zu finden &#8211; aber &quot;<strong>Du warst nicht zu verhindern<\/strong>&quot; ist schon eine nette Text-Idee, und <em>Udo Lindenberg<\/em> ist widerlegt &#8211; man kann ein Herz eben doch reparieren nach Meinung der prominenten Textdichter <em>Roland Kaiser<\/em> und <em>Andy Tichler<\/em>.<\/p>\n<p>Interessant ist auch die Produktion &quot;<strong>Wahrheit<\/strong>&quot; in ungew&ouml;hnlichem Rhythmus (hoffentlich liege ich mit 6\/8-Takt richtig), das mich im Arrangement etwas an Santiano-Produktionen erinnert. Recht pathetisch und dramatisch geht es um die Schilderung der Phase zwischen hei&szlig;er Liebe und Trennungsschmerz. Auch hier sind Textholprigkeiten wie &quot;klingt ein Schrei aus <strong>mein&#39;m<\/strong> Herz&quot;, &quot;folge wehrlos <strong>mein&#39;m<\/strong> Herz&quot; (richtig: meinem Herzen), &quot;und seh&#39; ein Negativ von <strong>Dein&#39;m<\/strong> Gesicht&quot;, &quot;Weil uns&#39;re Nacht gab mir ne neue Sicht&quot; (statt &quot;weil uns&#39;re Nacht mir eine neue Sicht gab&quot;) &#8211; das ist meines Erachtens f&uuml;r eine moderne Schlagerproduktion nicht mehr zeitgem&auml;&szlig; &#8211; es sei denn, man setzt hier wohl auf Old-School-Schlager, wie es beim n&auml;chsten Song der Fall ist.<\/p>\n<p>In bester <em>Vicky-Leandros<\/em> und <em>Demis-Roussos<\/em>-Tradition wird dann ein Schlager ganz alter Schule pr&auml;sentiert: &quot;<strong>Oh Magdalena<\/strong>&quot; h&auml;tte auch ein <em>Rex Gildo<\/em>&#8211; oder <em>Bata Illic<\/em>-Song sein k&ouml;nnen. Wobei weniger manchmal mehr ist &#8211; einfach gehaltene Kompositionen m&uuml;ssen nicht immer die schlechtesten sein, wie diese Produktion beweist. Auch der frivole Text &quot;<em>Komm sei mein Engel heut Nacht &#8211; und zeig es mir &#8211; , was spanisches Feuer mit Dir macht<\/em>&quot; erinnert an <em>Roland Kaisers<\/em> Fr&uuml;hwerk: &quot;Manchmal m&ouml;chte ich schon mit Dir&quot;&#8230;. :). Den Titel k&ouml;nnte man sicher ohne weiteres auch den <em>Amigos<\/em> kredenzen&#8230;<\/p>\n<p>25 Jahre nach <em>Matthias Reims<\/em> &quot;Verdammt ich lieb Dich&quot; ist dessen Problem mit seiner Angebeteten gekl&auml;rt: &quot;<em>Seit ein paar Wochen schon &#8211; geh ich nicht ans Telefon<\/em>&quot; singen die Cappuccinos &#8211; also wenn <em>Matthias Reims<\/em> Ex solche Erfahrungen mit ihrem Verflossenen hatte, ist es kein Wunder, dass sie ihn nicht anrief und er daher bedauern musste: &quot;es klingelt &#8211; klingelt aber nicht&quot;. &#8211; Aber Spa&szlig; beiseite &#8211; nach ein paar Highlights ist &quot;<strong>Nicht &uuml;berlebensf&auml;hig<\/strong>&quot; f&uuml;r mich ein F&uuml;ll-Song, der so daherpl&auml;tschert, da hilft auch das Orchester nicht weiter &#8211; sorry&#8230;<\/p>\n<p>Mit &quot;<strong>Aff&auml;ren tun weh<\/strong>&quot; ist das Dutzend voll &#8211; ein Lied, wie es auch auf jede &quot;Tanzplatte des Jahres&quot; von <em>Hugo Strasser<\/em> oder <em>G&uuml;nter Noris<\/em> und Konsorten gepasst h&auml;tte. Jedenfalls habe ich dazu erst mal einen Rumba getanzt &#8211; na ja, also das, was ich daf&uuml;r halte. Geschrieben wurde der Text &uuml;berwiegend von Niederl&auml;ndern &#8211; &quot;<em>Tol und Tol<\/em>&quot;, <em>Jan Smit<\/em> und <em>Ren&eacute; Ursinus<\/em> waren daran beteiligt &#8211; vielleicht kommt man deshalb auf Reime wie &quot;Paar &#8211; Jahr&#39;n&quot; und &quot;gro&szlig; &#8211; Risiko&quot;. &#8211; Auf jeden Fall zeigen sich die Cappus mal wieder als Frauenversteher: &quot;<em>Die Versuchung war zu gro&szlig; &#8211; <strong>Aff&auml;ren tun weh<\/strong><\/em>&quot; &#8211; ja, der &quot;<em>Prinz auf dem wei&szlig;en Pferd<\/em>&quot; ist nicht der, der solchen Versuchungen nachgeht.<\/p>\n<p>Nachdem eigentlich alle aktuellen Str&ouml;mungen deutschsprachiger Pop- und Schlagermusik auf der aktuellen Cappuccinos-CD zu finden waren, hatte ich fast schon Sorge, dass DER Super-Hit der letzten Jahre fehlen w&uuml;rde. Sollte man ausgerechnet die Mentorin <em>Kristina Bach<\/em> vergessen haben, die mit &quot;Atemlos&quot; ja den Hit ihres Lebens schrieb? Mitnichten: &quot;<strong>Das wird &#39;ne Wahnsinnsnacht<\/strong>&quot; liefert Attribute dieses Superhits &#8211; aus &quot;wir ziehen durch die Stra&szlig;en und die Clubs dieser Stadt&quot; wird &quot;<em>Samstagnacht komm wir ziehen los &#8211; nehmen Kurs auf alle Clubs der Stadt<\/em>&quot; &#8211; und aus &quot;Atemlos &#8211; einfach raus &#8211; Deine Augen ziehen mich aus&quot; wird &quot;<em>Du ziehst mich aus mit Deinem kessen Blick<\/em>&quot; &#8211; geht doch! \ud83d\ude42 &#8211; Leider fehlt dem Song musikalisch die treibende Kraft des Helene-Fischer-Hits.<\/p>\n<p>Von ihrer CD verabschieden sich die Cappuccinos sinnigerweise mit dem romantischen Song &quot;<strong>Goodbye<\/strong>&quot;, bei dem noch mal das Prager Orchester zum Einsatz kommt. In bester &quot;Merci Cherie&quot;-Manier verabschieden sich die Musiker von ihrer Flamme, weil: &quot;<em>Das Gef&uuml;hl ist l&auml;ngst nicht mehr &#8230; Geh doch fort, komm nie mehr her<\/em>&quot;. &#8211; Die sch&ouml;ne Ballade ist ein w&uuml;rdiger Abschluss einer vielseitigen und insgesamt gelungenen CD.<\/p>\n<p>Unter dem Strich muss man den Cappuccinos zu ihrer Produktion gratulieren &#8211; es handelt sich um eine moderne Schlager-CD, mit der Neuland betreten wurde &#8211; im Wege des Crowdfundings so ein Projekt anzugehen und sich dabei Unterst&uuml;tzer zu holen, die im Booklet genannt werden &#8211; das zeugt davon, dass die Jungs bereit sind, &quot;anzupacken&quot;.<\/p>\n<p>In einem Punkt muss ich dem Rezensenten <em>Holger St&uuml;renberg<\/em> recht geben &#8211; bei vielen der Texte der CD str&auml;uben sich mir schon etwas die Nackenhaare. Die deutschsprachige Musikszene hat sich in den letzten Jahren exzellent entwickelt, und das liegt nach meiner Einsch&auml;tzung auch daran, dass eben solche Reime wie &quot;Paar &#8211; Jahr&#39;n&quot; etc. , die fr&uuml;her gang und g&auml;be waren, kaum noch vorkommen.<\/p>\n<p>Erkl&auml;rungsans&auml;tze gibt es schon daf&uuml;r <em>&#8211; Ren&eacute; Ursinus&#39;<\/em> Muttersprache ist ja meines Wissens nicht deutsch. Und <em>Tobias Reitz<\/em> schreibt sonst meines Erachtens stimmigere Texte &#8211; aber da sehe ich so etwas wie das &quot;<em>Irma Holder<\/em>-Ph&auml;nomen&quot;: Irma Holder schrieb f&uuml;r <em>Udo J&uuml;rgens<\/em> exzellente Texte wie &quot;Damals wollt ich erwachsen sein&quot; &#8211; dort textete sie: &quot;Als Kind darf man weinen und braucht sich nicht ZU sch&auml;men&quot;. Sie wei&szlig; also, dass brauchen mit &quot;zu&quot; gebraucht wird. Dennoch textete sie Jahre sp&auml;ter f&uuml;r <em>Patrick Lindner<\/em>: &quot;Dann brauchst Du gar nicht der Gr&ouml;&szlig;te sein &#8211; es z&auml;hlt nur das Herz allein&quot; &#8211; ohne &quot;zu&quot; &#8211; man gewinnt also den Eindruck, dass sie sich quasi auf das Niveau des Interpreten und seiner Zuh&ouml;rerschaft begeben hat. So unsinnig das im Fall &quot;<em>Holder<\/em>&quot; schon war &#8211; im Fall der Cappuccinos finde ich so eine Herangehensweise nicht zielf&uuml;hrend, weil die ja schon ein sehr breites musikalisches Spektrum haben.<\/p>\n<p>In einem Interview erz&auml;hlte <em>Tobias Reitz<\/em> k&uuml;rzlich, ein guter Text zeichne sich dadurch aus, Plattit&uuml;den wie &quot;ich liebe Dich&quot; etc. zu vermeiden, sondern kreativ gewisse Dinge zu umschreiben. &quot;<em>Lass uns lieben &#8211; nichts vers&auml;umen&#8230; weil wir uns liebten &#8211; jede Nacht<\/em>&quot; &#8211; also ich wei&szlig; nicht, f&uuml;r mich zeugt das nicht gerade von Kreativit&auml;t &#8211; mit Verlaub.<\/p>\n<p>Musikalisch gibt es an der CD wenig zu meckern &#8211; insgesamt h&auml;tte ich mir viel mehr dreistimmigen Satzgesang gew&uuml;nscht &#8211; aber wie erw&auml;hnt ist das sicher Geschmackssache.<\/p>\n<p>Aber genug gest&auml;nkert &#8211; jeder soll sich ein eigenes Bild machen. Und wer schlageraffin ist und mal nicht die ewig gleichen <em>Nebel\/Silbereisen<\/em>-Protagonisten h&ouml;ren will, dem sei die CD der Cappuccinos unbedingt ans Herz gelegt. Der Mut und der gro&szlig;e Einsatz f&uuml;r dieses Projekt sollte belohnt werden.<\/p>\n<p>Stephan Imming, 26.07.2015<br \/>http:\/\/www.20fifteenmusic.com\/<br \/>http:\/\/www.die-cappuccinos.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Musik top &#8211; Texte &#8211; na ja &#8211; so sein Res\u00fcmee&#8230;:\u00a0 Nach langen Jahren der Zusammenarbeit mit ihrer Entdeckerin, Songschreiberin<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":87791,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[29],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/87790"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=87790"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/87790\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/87791"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=87790"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=87790"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=87790"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}