{"id":87421,"date":"2015-08-05T00:00:00","date_gmt":"2015-08-05T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=87421"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"DIE-CAPPUCCINOS-smago-top-exklu-87420","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/DIE-CAPPUCCINOS-smago-top-exklu-87420\/","title":{"rendered":"DIE CAPPUCCINOS <br \/>smago! top-exklusiv: Das Album &quot;Zusammen stark&quot; &#8211; besprochen von Frank Ehrlacher (&quot;Die ultimative Chart Show&quot;)!"},"content":{"rendered":"<p>Lesen Sie HIER seine CD-Kritik&#8230;:\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Boybands hatten es im deutschen Schlager immer schwer. Wann immer es hierzulande eine Formation im anglo-amerikanischen Boyband-Style gab, sangen sie englisch, ob es nun die &quot;Teens&quot;, &quot;Touch&eacute;&quot; oder &quot;Us5&quot; waren. Die vielleicht renommierteste &quot;Boyband&quot; im Schlager &nbsp;sind wohl die &quot;Flippers&quot; &ndash; aber auch die haben ja inzwischen das Rentenalter erreicht und &uuml;berschritten. Sp&auml;tere Versuche wie zum Beispiel Ende der 1990er Jahre mit den &quot;Verliebten Jungs&quot;, die es immerhin in die &quot;ZDF-Hitparade&quot; und den Grand Prix-Vorentscheid schafften, wurden recht schnell wieder eingestellt oder entwickelten sich wie &quot;Echt&quot; dann doch eher in die Rock-Schiene.<\/p>\n<p>2007 versuchten sich dann die &quot;Cappuccinos&quot; erstmals in diesem Segment &ndash; genauer genommen versuchte es Kristina Bach mit ihnen, als sie sie bei einer Aktion der Zeitschrift &quot;Super Illu&quot; zusammenstellte &ndash; worauf den Jungs sofort das Stigma einer kurzlebigen Casting-Band anhaftete. Immerhin schafften es die Alben 2 bis 4 bereits kurzfristig in die deutschen Charts &ndash; alle enthielten fast ausschlie&szlig;lich Material, das von ihrer Mentorin geschrieben und (co-)produziert wurde. Ein klassisches Boyband-Leben eben. Bis die vier Ende 2013 am Scheideweg standen: Der Vertrag mit Kristina Bach war ausgelaufen, es lief eigentlich ganz gut und mit &quot;Wie geil ist das denn?&quot;, dem Titelsong aus dem dritten Album, hatten sie es sogar f&uuml;r eine Woche in die deutschen Single-Charts geschafft &ndash; aber war das wirklich der Weg, den sie weitergehen wollten?<\/em><\/p>\n<p><em>Sie beschlossen: Nein! Drei der &quot;Ur-Cappus&quot;, die aus den Niederlanden stammenden Br&uuml;der Ren&eacute; und Mich&eacute;l Ursinus sowie Peter Br&uuml;ckner &ndash; das vierte Mitglied stieg im Zuge der Neuausrichtung aus &ndash; begannen zusammen mit ihrem Freund Gilbert van Zolingen eigene Songs zu schreiben und arbeiteten darauf hin, sich von Kristina Bach und ihrem Label zu trennen und neue, eigene Wege zu gehen. Der Weg war schwierig, zumal sich die gro&szlig;en Plattenfirmen nach den Erfahrungen der Vergangenheit mit deutschsprachigen Boybands auch nur z&ouml;gerlich f&uuml;r das Projekt begeistern konnten, aber mit der Start-Hilfe &uuml;ber eine Crowdfunding-Finanzierungvon 20.000 Euro konnten sie ins Studio gehen und Album Nummer 5 aufnehmen; der Name ist Programm: &quot;Zusammen stark&quot;. Fast alle Songs haben die Jungs diesmal selbst komponiert und auch an den Texten mitgewirkt.<\/em><\/p>\n<p><em>Herausgekommen ist ein Album f&uuml;rs zweite H&ouml;ren. Beim ersten Mal ist es &quot;nett&quot;, mit ein paar Highlights, aber auf jeden Fall erst mal gut zum Durchh&ouml;ren. Beim zweiten Mal merkt man dann aber, wie sich die meisten Melodien schon in die Geh&ouml;rg&auml;nge geschmuggelt und dort festgesetzt haben. Die ersten beiden Songs sind daf&uuml;r hervorragende Beispiele: Der Opener &quot;Lass uns lieben&quot;, co-getextet von Tobias Reitz, derzeit einer der aktivsten deutschen Textautoren, der auch ma&szlig;geblich zum Erfolg des Helene Fischer-Rekord-Albums &quot;Farbenspiel&quot; beitrug, erz&auml;hlt zu einer nach vorne gehenden Pop-Schlager-Melodie die Geschichte einer Beziehung, bei der die Partnerin nach ein paar Wochen unverhofft wieder vor der T&uuml;re steht und der Verlassene nur eine Idee hat: Ab ins Bett und lass uns lieben. &nbsp;Titel Nummer 2, &quot;Lila Feuerwerk&quot;, ist dann mehr die Gute-Laune-Pop-Nummer, an die man textlich keine allzu hohen Anspr&uuml;che stellen sollte, die aber im Ohr bleibt.<\/em><\/p>\n<p><em>Klassischen Mitklatsch-Schlager gibt es danach auf &quot;Wer das Leben liebt&quot;, wieder eine Textierung von Tobias Reitz, der hier Lebensweisheiten aneinanderreiht. Die Musik stammt &uuml;brigens vom niederl&auml;ndischen Erfolgs-Duo &quot;Tol + Tol&quot;. Ebenfalls aus den Niederlanden stammt die musikalische Vorlage zu &quot;Rosanne&quot;, der ersten Single-Auskopplung des Albums, die den &quot;Cappus&quot; die bislang h&ouml;chste Notierung ihrer Karriere in den deutschen Single-Charts bescherte. Nick Schilder, eine H&auml;lfte des bei unseren Nachbarn sehr erfolgreichen Duos &quot;Nick + Simon&quot;, die es hierzulande leider trotz eines sch&ouml;nen deutschsprachigen Album noch nicht geschafft haben, schrieb die Melodie zu dieser beschwingten Komposition im Sommer-Rhythmus, die im Original en gro&szlig;er Hit in seiner Heimat war. Etwas griffig-rockiger wird es bei der Melodief&uuml;hrung auf &quot;Tief in mir&quot;, das man f&uuml;r meinen Geschmack noch etwas mutiger und mit Gitarren h&auml;tte arrangieren d&uuml;rfen. &nbsp;Daf&uuml;r l&auml;sst das Arrangement auf &quot;Wir sehen uns wieder&quot; keine W&uuml;nsche offen: Hier d&uuml;rfen zum ersten Mal die Prager Philharmoniker ran &ndash; ein sch&ouml;nes &quot;Add On&quot;, das durch die Zusatzmittel aus dem Crowdfunding erst m&ouml;glich wurde und f&uuml;nf Songs des Albums einen besonderen Klang verleiht. Geschrieben wurde &quot;Wir sehen uns wieder&quot; &uuml;brigens von Mitch Keller, den einige vielleicht noch als S&auml;nger unter den Namen &quot;Luka&quot;, &quot;Mitch Kelly&quot; oder &#8211; aktuell &#8211; &quot;Mitch Keller&quot; kennen und der seit einigen Monaten als Autor intensiv mit Matthias Reim zusammenarbeitet. Im September wird dann auch sein erstes Album unter eigenem Namen erscheinen.<\/em><\/p>\n<p><em>Mit diesen Titeln ist die Marschrichtung f&uuml;r die zweite H&auml;lfte des Albums vorgegeben: Zeitgem&auml;&szlig;er Schlager, mal mehr, mal weniger rockig angehaucht &ndash; vor allem aber in diesem Rahmen abwechslungsreich und nie langweilig, mit einigen weiteren Highlights und durchweg gutem Songwriting. Beispiele gef&auml;llig?<\/em><\/p>\n<p><em>Meine Lieblingsnummer des Albums ist zum Beispiel der Titel &quot;Du warst nicht zu verhindern&quot; &ndash; nicht nur die Titelzeile ist originell, sondern der gesamte Text, den &uuml;brigens Roland Kaiser zusammen mit &quot;smago! Chefredakteur Andy Tichler schrieb. Gerne mehr davon und wenn man sagt, der Song h&auml;tte auch Kaiser selbst gut zu Gesicht gestanden, ist das sicher auch ein Kompliment f&uuml;r die &quot;Cappuccinos&quot;, dass gerade sie ihn singen durften.<\/em><\/p>\n<p><em>&Auml;hnlich geht es mir mit &quot;Nicht &uuml;berlebensf&auml;hig&quot; &ndash; eine der rockigeren, progressiveren Kompositionen, die ich mir auch beispielsweise von &quot;The Voice&quot; Nino de Angelo gesungen h&auml;tte vorstellen k&ouml;nnen. Der Text hierzu stammt &uuml;brigens von Udo Brinkmann, der daf&uuml;r bekannt ist, dass er nicht sehr viel, aber daf&uuml;r sehr au&szlig;ergew&ouml;hnliche und akzentuierte Texte schreibt und deshalb auch f&uuml;r den Deutschen Musikautorenpreis 2015 nominiert wurde.<\/em><\/p>\n<p><em>&Uuml;berhaupt tauchen bei den Autoren einige sehr renommierte Autoren Namen auf, so zum Beispiel f&uuml;r den Old School-Schlager &quot;Oh Magdalena&quot; Hans Bouwens alias George Baker, der mit der &quot;Paloma Blanca&quot; in den 1970er Jahren einen Evergreen schrieb und das Original dieser Nummer bereits 1979 aufnahm &#8211; oder noch einmal Tol + Tol, diesmal zusammen mit Simon Keizer, der anderen H&auml;lfte von &quot;Nick + Simon&quot;, und dem ehemaligen Kinder-Star Jan Smit, dessen Alben in seiner niederl&auml;ndischen Heimat weiterhin durchweg Goldstatus erreichen &ndash; bei den Cappuccinos hei&szlig;t deren Komposition &quot;Aff&auml;ren tun weh&quot; &hellip; und nat&uuml;rlich Tobias Reitz. Von ihm stammt auch der Text zu einer G&auml;nsehaut-Nummer, die das Album abrundet: &quot;Goodbye&quot;, ein Abschiedslied, mutma&szlig;lich f&uuml;r einen sterbenden Freund, das den H&ouml;rer nicht trauernd, sondern mit einem positiven Gedanken zur&uuml;ckl&auml;sst &ndash; so wie das gesamte Album.<\/em><\/p>\n<p><em>Den &quot;Cappuccinos&quot; ist es auf &quot;Zusammen stark&quot; gelungen zu zeigen, dass sie mehr sind als eine fremdbestimmte Boyband, dass sie gute Songwriter sind und dar&uuml;ber hinaus das Talent haben, sich die richtigen (Co-)Autoren f&uuml;r ein Album zu suchen, das in seiner Gesamtheit aus dem Gros der Alben im Bereich Deutscher Schlager herausragt. &nbsp;Es wird spannend sein, zu sehen, wie das Publikum dies annimmt (die ersten Chart-Notierungen sind sehr respektabel) und ob die &quot;Cappuccinos&quot; sich auf diesem Weg weiterentwickeln k&ouml;nnen und werden.<\/em><\/p>\n<p>smago! top-exklusiv; Autor: Frank Ehrlacher<br \/>http:\/\/www.20fifteenmusic.com\/<br \/>http:\/\/www.die-cappuccinos.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lesen Sie HIER seine CD-Kritik&#8230;:\u00a0 Boybands hatten es im deutschen Schlager immer schwer. 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