{"id":87199,"date":"2015-08-11T00:00:00","date_gmt":"2015-08-11T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=87199"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"FEHLFARBEN-Wissenswertes-ueber-87198","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/ndw\/FEHLFARBEN-Wissenswertes-ueber-87198\/","title":{"rendered":"FEHLFARBEN <br \/>Wissenswertes \u00fcber ihr neues Album &quot;\u00dcber&#8230; Menschen&quot;!"},"content":{"rendered":"<p>Erh\u00e4ltlich ab 25. September 2015!\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn es mal wieder um die Wahl der einflussreichsten deutschsprachigen Platte geht, gibt es eine Gewissheit: &quot;Monarchie und Alltag&quot; von FEHLFARBEN, erschienen 1980, findet sich auf einem der ersten drei Pl&auml;tze. 35 Jahre nach dem Deb&uuml;t und drei Jahre nach dem vorigen Streich &quot;Xenophonie&quot; gibt es auf &quot;&Uuml;ber &#8230; Menschen&quot; ein Wiederh&ouml;ren mit der D&uuml;sseldorfer Band um Peter Hein. Klingen sie nun irgendwie vers&ouml;hnlicher? Nein, es ist alles in bester Ordnung. Fehlfarben sind stur. 13 unaufgeregte, aus der Zeit gefallene, immer noch fast penibel unpathetische Tunes. Einzig Heins Stimme ist etwas tiefer geworden und musikalisch wurde erweitert: &quot;Untergang&quot; und &quot;Sturmwarnung&quot; sind knarzig-dubby, &quot;Urban&quot; ist ambitioniert, weil irgendwie Reggae, und &quot;Rein Raus&quot; ist ein gutes Beispiel daf&uuml;r, wie die Fehlfarben musikalisch ticken: Disco-no-Disco, Slowfox-Pogo mit einem Schwerpunkt auf Platzangst. Und dann noch &quot;Komitee&quot;, angebratener No-Wave-Funk, der perfekt zu den Krawallen des EZB-Neubaus in Frankfurt gepasst h&auml;tte.<\/p>\n<p>\n<strong>AUSF&Uuml;HRLICHE INFORMATIONEN<\/strong><\/p>\n<p>\n<em>&quot;Wenn die Welt nicht so w&auml;re, wie sie w&auml;r&rsquo;, h&auml;tten alle ein Leben oder mehr.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Ich habe vor Jahren mit Thomas Schwebel ein Drehbuch geschrieben. Es hie&szlig; &bdquo;Squaredance in Th&uuml;ringen&ldquo; und es ging, nun ja, eben um eine Squaredance-Gruppe in Th&uuml;ringen. Das Buch wurde von einer echten Grimme-Preistr&auml;gerin gemopst, die es umgehend als das ihre ausgab und dann lief der Film unter dem Titel &bdquo;Willkommen im Westerwald&ldquo; um 20.15 Uhr im Ersten. Hat mich ziemlich fertig gemacht. &Ouml;ffentlich-rechtlich, 20.15 Uhr &ndash; die Drehb&uuml;cher sind gut bezahlt und zu dieser Zeit war ich wirklich herzhaft prek&auml;r unterwegs. Im zeitgen&ouml;ssischen Rapper-Lingo hei&szlig;t das wohl, dass wir amtlich gefickt wurden. Aber eine andere Story.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>2002 war Schwebel noch Gitarrist bei den Fehlfarben und als solcher hatte er zu einem unserer w&ouml;chentlichen Schreibtermine die neue Fehlfarben-Platte &bdquo;Knietief im Dispo&ldquo; mitgebracht. Ich kann mich nicht genau erinnern, ob er wollte, dass wir die Platte zusammen h&ouml;ren (wegen Kommentar und so) &ndash; was ich wei&szlig; ist, dass ich derlei Situationen tunlichst auszuweichen versuche. Mir ist die Gefahr zu gro&szlig;, durch eine dieser &uuml;berfl&uuml;ssigen still-rockin&rsquo;-after-all-these-years-Platten Erinnerungen abzuschie&szlig;en. Gilt erst recht f&uuml;r Leute, die ich pers&ouml;nlich kenne, und gilt insbesondere auch f&uuml;r Konzerte. Ich m&ouml;chte nicht mit Kapellen und Musikern, die mir zu anderen Zeiten wichtige Platten gegeben haben, gemeinsam alt werden, einen Bauch, graue Haare bekommen, zynisch, tr&auml;nendr&uuml;sig o.&auml;. werden. Hm. W&auml;hrend ich das hier so vollmundig bringe, muss ich es gleich einschr&auml;nken. 2008, das absurde Jahr. War innerhalb von ein paar Monaten auf den Konzerten von Lou Reed, Iggy Pop, Roxanne Shant&eacute; und Neil Young. Kein Schei&szlig;: Alle in einem Jahr und dann noch alle super. Ausnahme, Regel etc. Sei es drum.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Die Platte lag nun auf dem Tisch und wir schrieben am Drehbuch weiter. Als Schwebel gegangen war, habe ich die Platte aufgelegt.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&Uuml;berfl&uuml;ssig, anderen Best-Agern zu erkl&auml;ren wie, &auml;h, wichtig die Fehlfarben beziehungsweise &bdquo;Monarchie und Alltag&ldquo; nicht nur f&uuml;r mich waren. Eventuell auch &uuml;berfl&uuml;ssig, J&uuml;ngeren zu erkl&auml;ren, wie und warum die Fehlfarben auch f&uuml;r den Rest der eher kleinen Welt wichtig waren. Ich finde ja, Youngsteretten und Youngster sollten lieber Hafti, Homeboy Sandman, SSIO und Shabazz Palaces h&ouml;ren. Aber auch hier: sei es drum.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Jetzt liegt hier wieder ein neues Fehlfarben-Album. Nicht auf dem Tisch, sondern in iTunes. &Uuml;ber dem Symbol f&uuml;r Play ziehen Werbebanner f&uuml;r die neuen Platten von Kay One, Helene Fischer, Konstantin Wecker und Lindemann &uuml;ber den Monitor. Zugegeben, ein wenig Sorge war wieder nicht zu kaschieren. W&uuml;rden die jetzt irgendwie amtlich klingen, mit irgendwie besserem (= &bdquo;fetterem&ldquo;) Sound? Irgendwie vers&ouml;hnlicher?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Alles in bester Ordnung. Fehlfarben sind stur. 13 unaufgeregte, 2015 aus der Zeit gefallene, immer noch fast penibel unpathetische Tunes. Neu beziehungsweise ein bisserl ge&auml;ndert ist, dass Peter Heins Stimme etwas tiefer geworden ist. Und zart und mit vorsichtigem H&auml;ndchen betrieben, gibt es eine Handvoll musikalische Erweiterungen festzustellen: &bdquo;Untergang&ldquo; und &bdquo;Sturmwarnung&ldquo; sind knarzig-dubby, insbesondere Letzteres ist r&auml;tselhafte Musik. &bdquo;Urban&ldquo; ist ambitioniert, weil irgendwie Reggae, dazu noch mit einem Mini-Augustus-Pablo-Solo, geht aber wegen des umso w&uuml;tenderen Heins obendrauf erst recht klar. &bdquo;Rein Raus&ldquo; ist ein gutes Beispiel daf&uuml;r, wie die Fehlfarben musikalisch ticken: Disco-no-Disco, Slowfox-Pogo mit einem Schwerpunkt auf Platzangst. Und dann noch &ldquo;Komitee&ldquo;, angebratener No-Wave-Funk, der perfekt zu den Krawallen der Expo-Er&ouml;ffnung in Mailand, der Einweihung des EZB-Neubaus in Frankfurt o.&auml;. gepasst h&auml;tte.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Gen Ende Waschzettel noch eine kleine Auswahl der besten Punchlines (Stand jetzt): &bdquo;Nackt in der Zukunft, die keine war&ldquo;, &bdquo;Die Zukunft liegt beim Komitee, das Klick f&uuml;r Klick sagt, was nicht geht&ldquo;, &bdquo;An jeder freien Stelle prangt ein Logo des j&uuml;ngsten Gerichts&ldquo;, &bdquo;Wenn die Welt nicht so w&auml;re, wie sie w&auml;r&rsquo;, h&auml;tten alle ein Leben oder mehr&ldquo;, &bdquo;Bist du noch gender oder schon gerendert?&ldquo;, &bdquo;Ich brech&rsquo; doch keinen Streit vom Zaun mit Generationen, die sich eh nichts trau&rsquo;n.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Ach ja, und: &bdquo;DAS RUNDE AM RAD, DA WEISS MAN NICHT, WAS ES TUT. WIR LASSEN MAL LIEBER ALLES SO WIE ES WAR, QUADRATISCH, DA BESTEHT KEINE GEFAHR.&ldquo;<\/em><br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>In diesem Sinne.<\/p>\n<p>Ale Dumbsky<\/em><\/p>\n<p>Tapete Records (Textvorlage)<br \/>http:\/\/www.tapeterecords.de\/<br \/>http:\/\/www.fehlfarben.com\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erh\u00e4ltlich ab 25. September 2015!\u00a0 Wenn es mal wieder um die Wahl der einflussreichsten deutschsprachigen Platte geht, gibt es eine<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":87200,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[22],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/87199"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=87199"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/87199\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/87200"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=87199"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=87199"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=87199"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}