{"id":86893,"date":"2015-08-21T00:00:00","date_gmt":"2015-08-21T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=86893"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"KATJA-EBSTEIN-smago-Serie-Schla-86892","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/KATJA-EBSTEIN-smago-Serie-Schla-86892\/","title":{"rendered":"KATJA EBSTEIN <br \/>smago! Serie &quot;Schlager-R\u00fcckblick &quot;vor 40 Jahren&quot; von Stephan Imming: Teil 32 &#8211; Katja Ebstein (&quot;Die H\u00e4lfte seines Lebens&quot;) &#8211; Teil 1!"},"content":{"rendered":"<p>Neuzugang 28.07.1975! ACHTUNG: Sie werden gut die H\u00e4lfte IHRES Lebens aufwenden m\u00fcssen, wenn Sie diesen Artikel (, den wir aufgrund seiner \u00dcberl\u00e4nge in zwei Teile teilen mussten,) von Anfang bis Ende lesen m\u00f6chten&#8230;!\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Zuallererst sei ein herzliches Dankesch&ouml;n an Christian Bruhn, der hinsichtlich der Jahre, in denen er mit Katja zusammenarbeitete, den Artikel &quot;abgenommen&quot; und bereitwillig erg&auml;nzt hat, ausgesprochen. Toll, dass er sich die Zeit daf&uuml;r genommen hat und derart kompetent und freundlich, wie es seinem Naturell eben entspricht, &auml;u&szlig;erte.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\nAm 09.03.1945 wurde Karin Ilse Witkiewicz in Girlachsdorf bei Breslau (Schlesien) als j&uuml;ngere von zwei Schwestern geboren. Kurz nach ihrer Geburt (im Alter von einem halben Jahr) floh ihre Familie vor der vorr&uuml;ckenden Roten Armee &uuml;ber Th&uuml;ringen nach West-Berlin. Aus der sp&auml;teren Wohnsitzadresse der Familie im Berliner Stadtteil Reinickendorf in der Epensteinstra&szlig;e, wo Karin&nbsp; Witkiewicz aufwuchs, leitet sich ihr sp&auml;terer K&uuml;nstlername ab. Ihr Vater war Schmied, der im Krieg verletzt wurde und deshalb arbeitsunf&auml;hig war &#8211; ern&auml;hrt wurde die Familie von ihrer Mutter.<\/p>\n<p>Bereits im jungen Alter interessierte sich Karin f&uuml;r Malerei, Musik, Literatur und Arch&auml;ologie.<\/p>\n<p>Sie sang in Kinderzeiten in Ch&ouml;ren und spielte Gitarre (- einem Ger&uuml;cht zufolge hat sie damals 400 Comic-Hefte gegen eine Gitarre getauscht &#8211; ein Tausch, der ihr vermutlich nicht leid getan hat, wenn das Ger&uuml;cht stimmt). Ihr Hauptinteresse galt zun&auml;chst der Bildenden Kunst, obwohl sie schon in jungen Jahren ein gutes musikalisches Geh&ouml;r und eine sch&ouml;ne Stimme hatte. Nach dem Abitur studierte sie Arch&auml;ologie und Romanistik, schloss das Studium aber aufgrund einer schweren Erkrankung (Hirnhautentz&uuml;ndung) nicht ab. Sie volontierte beim Sender Freies Berlin (Ressorts Klassische Musik und TV-Dramaturgie). Die n&auml;chste Stufe der Karriere dort w&auml;re wohl Redaktions-Assistentin geworden.<\/p>\n<p>Nebenbei trat sie in K&uuml;nstler- und Studentenkneipen auf und begann, sich in der Jazz- und Liedermacherszene einen Namen zu machen. &#8211; Aber auch im Schlager-Bereich tummelte sie sich, indem sie f&uuml;r DM 25,00 gemeinsam mit einer Freundin bei Studio-Produktionen als Background-S&auml;ngerin t&auml;tig war.<\/p>\n<p>1964 wurde sie vom SFB f&uuml;r die ARD-Sendung &quot;Marmeladentopf&quot; engagiert. Mit drei Begleitmusikern (u. a. <em>Bodo von Greiff<\/em>) sang sie neben hebr&auml;ischen Songs den spanischen Flamenco &quot;Fandango de Huelva&quot;. Dadurch wurde der Berliner Schallplattenproduzent und Komponist <em>Heino Gaze<\/em> auf sie aufmerksam. Er entdeckte sie f&uuml;r die Schallplatte. Unter dem Namen &quot;Katja&quot; wurden die beiden ersten von <em>Heino Gaze<\/em> komponierten Singles aufgenommen: &quot;<strong>Irgendwann<\/strong>&quot; (1965) und &quot;<strong>Wo ist das Schiff?<\/strong>&quot; (1966). (Diese Rarit&auml;ten wurden &uuml;brigens inzwischen auf einem bemerkenswerten 3-CD-Set &quot;Nur der Wind kennt meine Tr&auml;ume &#8211; Hits und Rarit&auml;ten&quot; wiederver&ouml;ffentlicht).Wenngleich diese Schallplatten Flops waren, rentierte sich die Zusammenarbeit mit <em>Heino Gaze<\/em> &#8211; beispielsweise unterst&uuml;tzte er &quot;Katja&quot; darin, Gesangs-, Schauspiel- und Tanzunterricht (bei <em>Anneliese Hanschke<\/em> bzw. Ausdruckstanz bei <em>Mary Wigman)<\/em> zu nehmen. In Gesang wurde sie &uuml;brigens zeitweise von <em>Elisabeth Hallstein<\/em>, der Mutter der bekannten Sopranistin <em>Ingeborg Hallstein<\/em>, geschult. <em>Elisabeth Hallstein<\/em> fand Katjas hohe Altstimme f&uuml;r die gro&szlig;e Musikliteratur geeignet. Statt auf die Opernb&uuml;hne dr&auml;ngte es Katja aber zum niveauvollen Chanson, zur Folklore und zum Musical.<\/p>\n<p>Die Zusammenarbeit mit <em>Heino Gaze<\/em> war aber auch aus anderen Gr&uuml;nden folgenreich &#8211; durch ihn lernte sie den ber&uuml;hmten Schlagerkomponisten <em>Christian Bruhn<\/em> kennen, mit dem sie fortan musikalisch intensiv zusammenarbeitete. <em>Bruhn<\/em> wurde Jahre sp&auml;ter Katjas Ehemann.<\/p>\n<p>1966 trat sie erstmals bei einem Wettbewerb an &#8211; doch die Teilnahme am Schlagerfestival im belgischen Knokke war nicht von Erfolg gekr&ouml;nt.<\/p>\n<p>Ein Jahr sp&auml;ter nahm Katja beim Festival &quot;Chanson Folklore International&quot; auf Burg Waldeck mit Liedern von u. a. <em>Berthold Brecht<\/em> teil &#8211; ein renommiertes Woodstock-&auml;hnliches Festival, bei dem ber&uuml;hmte Namen wie <em>Reinhard Mey<\/em> erstmals auff&auml;llig wurden. Bei diesem Festival lernte sie <em>Siegfried Loch<\/em>, seinerzeit Deutschland-Chef des damaligen Plattenlabels United Artists, kennen, der gerade nach vielversprechenden Talenten suchte. Er war von Katja angetan, so dass 1968 ein Schallplattenvertrag mit Liberty \/ United Artists geschlossen wurde.<\/p>\n<p>Bereits Anfang M&auml;rz 1968 wurden dort die ersten Aufnahmen gemacht: &quot;<strong>Wie ein Kind<\/strong>&quot; (von <em>Christian Bruhn<\/em> und <em>G&uuml;nter Loose<\/em>), &quot;Nur der Wind kennt meine Tr&auml;ume&quot; (von <em>Heino Gaze<\/em> und <em>Hans Bradtke<\/em>) sowie ein dritter Titel von <em>Klaus Doldinger<\/em>. &#8211; Zun&auml;chst plante man, die erste Ver&ouml;ffentlichung unter dem Namen &quot;Katja Winter&quot; vorzunehmen &#8211; das gefiel Produzent <em>Siegfried Loch<\/em> jedoch nicht. Deshalb entschied man sich wie bereits erw&auml;hnt f&uuml;r den K&uuml;nstlernamen &quot;Ebstein&quot; in Anlehnung an die Stra&szlig;e ihres fr&uuml;heren Wohnortes, der sich aber mit &quot;p&quot; schrieb. Die Schreibweise &quot;Ebstein&quot; mit &quot;b&quot; wurde so gew&auml;hlt, um Verwechslungen mit dem Beatles-Manager <em>Brian Epstein<\/em> zu vermeiden.<\/p>\n<p>Obwohl&nbsp; &quot;Wie ein Kind&quot; ein Achtungserfolg im Rundfunk war, wurde es kein Hit. F&auml;lschlicherweise wird in den einschl&auml;gigen Discografien diese Schallplatte nicht als erste United-Artists-Single genannt, laut <em>Christian Bruhn<\/em> sind diese discografischen Angaben aber falsch &#8211; &quot;Wie ein Kind&quot; ist demnach die erste Ebstein-Single bei Liberty \/ United Artists gewesen.<\/p>\n<p>Verschollen ist laut <em>Christian Bruhns<\/em> Aussage wohl auch das allererste Album Katjas, das einen Fragenkatalog an die K&uuml;nstlerin enthielt, mit Fragen von S&auml;ngerin und Textdichterin <em>Anja Hauptmann<\/em> an Katja Ebstein.<\/p>\n<p>United Artists-Produzent <em>Siggi Loch<\/em> lag nun daran, TV-Termine an Land zu ziehen, um Katjas Produktionen popul&auml;r zu machen. Dazu nutzte er einen Kontakt zum sehr bekannten Berliner TV-Regisseur <em>Truck Branss<\/em>, der gerade mit seiner neu erfundenen ZDF-Hitparade f&uuml;r Furore sorgte. Unter seiner Regie konnte Katja ihren ersten TV-Auftritt in der Show &quot;Sing And Swing -ein Abend mit internationalen Gaststars&quot; absolvieren.<\/p>\n<p>Lt. Aussage einer saarl&auml;ndischen Zeitschrift soll der ansonsten eher als b&auml;rbei&szlig;ig bekannte Fernsehmann bei der Aufzeichnung am 03. April 1969 um 16.35 Uhr im M&uuml;nchener Studio gesagt haben: &quot;<em>Ich bitte alle, sich diesen Tag zu merken. Ein Star wird geboren!<\/em>&quot;. <em>Branss<\/em> war so begeistert, dass er bereit war, eine eigene 45-min&uuml;tige TV-Show f&uuml;r das Nachwuchstalent zu produzieren. Nachdem der SWF zun&auml;chst abgelehnt hatte, gab es einen Zuschlag vom ZDF f&uuml;r die Idee der Show &quot;Katja Ebstein, die Stimme einer Unbekannten&quot;. Das breit gef&auml;chert zusammengestellte Programm wurde im M&uuml;nchener Trixi-Studio produziert. Damit war auch das Basis-Programm der ersten LP gelegt.<\/p>\n<p>Vorher wurde anno 1969 unter Produktion <em>Siegfried Lochs<\/em>&nbsp; &quot;<strong>Der Draht in der Sonne<\/strong>&quot; ver&ouml;ffentlicht, eine deutsche Version des <em>Glen Campbell<\/em>-Songs &quot;Wichita Lineman&quot;. Weder Katjas Version noch die parallel erschienene Version <em>Thomas Fritschs<\/em> konnten f&uuml;r Aufmerksamkeit sorgen.<\/p>\n<p>Einige Monate sp&auml;ter erschien dann die vom damals sehr popul&auml;ren <em>Graham Bonney<\/em> komponierte Folge-Single, <strong>&quot;&#8230;und wenn der Regen f&auml;llt<\/strong>&quot; (Text: <em>Michael Kunze<\/em>), die wie schon die Single &quot;Wie ein Kind&quot; von <em>Christian Bruhn<\/em> produziert wurde.<\/p>\n<p>Trotz weiterhin ausbleibenden kommerziellen Erfolgs glaubte man an Katja &#8211; die erste LP namens &quot;Katja&quot; kam auf den Markt &#8211; inklusive der von <em>Christian Bruhn<\/em> komponierten Single &quot;<strong>Warum ist die Welt so sch&ouml;n?<\/strong>&quot;. Spannend an dieser Ver&ouml;ffentlichung ist, dass die B-Seite zun&auml;chst die von <em>Walter Brandin<\/em> getextete deutsche Version des aus dem Musical Hair stammenden &quot;Good Morning Starshine&quot;&nbsp; (&quot;Die letzten Sterne&quot;) war. Katja Ebstein erhielt die Chance, die deutsche Version des Titelliedes des damaligen James-Bond-Films &quot;Im Geheimdienst ihrer Majest&auml;t&quot; zu singen: Aus &quot;Do you know how christmas trees are grown&quot; wurde &quot;Wovon tr&auml;umt ein Weihnachtsbaum im Mai&quot;, der dann als sp&auml;tere B-Seite dieser Single gew&auml;hlt wurde. (Warum der Song nicht st&auml;rker in den Vordergrund ger&uuml;ckt wurde, wei&szlig; wohl wirklich nur der besungene Weihnachtsmann). &#8211; Jedenfalls gab es mit dieser Single imposante TV-Auftritte, z. B. bei &quot;Vergi&szlig;meinnicht&quot; und &quot;Meine Melodie&quot;.<\/p>\n<p>Im November 1969 fand dann die Aufzeichnung von <em>Truck Branss&#39;<\/em> TV-Show statt. In der finalen Version nannte man die lang ersehnte Sendung &nbsp;&quot;Katja, die Stimme&quot; &#8211; sie wurde erst am 19.03.1970 ausgestrahlt. Wermutstropfen war, dass die Sendung sp&auml;t am Abend ausgestrahlt wurde. Sie wurde verschoben, weil genau an dem Tag mit <em>Willy Brandt<\/em> erstmals ein deutscher Bundeskanzler den Vorsitzenden des Ministerrates der DDR, <em>Willi Stoph<\/em>, in Erfurt besuchte &#8211; das Ereignis wurde damals wohl als wichtiger angesehen als Katjas erste eigene TV-Show. Der engen Sympathie Katjas f&uuml;r den Sozialdemokraten tat das aber keinen Abbruch.<\/p>\n<p>Die Werbetrommel, die die damalige Zeitschrift &quot;twen&quot; f&uuml;r die LP ger&uuml;hrt hatte (im Gegenzug war un&uuml;bersehbar der &quot;twen&quot;-Schriftzug auf Katjas Debut-Longplay zu lesen), zahlte sich aus: Sie geh&ouml;rte zu den ersten Preistr&auml;gern der &quot;Europa&quot; &#8211; so hie&szlig; 1969 noch der vom Saarl&auml;ndischen Rundfunk vergebene Preis, der damals im Rahmen des Filmballs Wiesbaden verliehen wurde. Ab 1970 wurde daraus dann der &uuml;ber Jahre hinweg etablierte Preis &quot;GOLDENE Europa&quot;.<\/p>\n<p>Viel beachtet war die LP aber auch wegen einiger heute nicht mehr bekannter Lieder.<\/p>\n<p>Das Lied &quot;Lila Luftballon&quot; beispielsweise schrieb <em>Christian Bruhn<\/em> urspr&uuml;nglich f&uuml;r eine TV-Schlagershow f&uuml;r Kinder und Jugendliche namens &quot;Bettys Beat-Box-Haus&quot;, f&uuml;r die er musikalisch zust&auml;ndig war. Neben &quot;Er ist wieder da&quot; (Original: <em>Marion Maerz<\/em>) nahm Katja auch einen Song der Nachwuchss&auml;ngerin <em>Susanne Tremper<\/em> auf, &quot;Es gibt nur eine wahre Liebe&quot;.<\/p>\n<p>Kurze Zeit sp&auml;ter (1970) wurde Katja &uuml;brigens von der Fachzeitschrift &quot;Die Schallplatte&quot; zur beliebtesten S&auml;ngerin des Jahres gew&auml;hlt.<\/p>\n<p>Die BRAVO griff ein Zitat auf, das der Jazz-Musiker <em>Klaus Doldinger<\/em> gepr&auml;gt hat, so ist in der Ausgabe der Jugendzeitschrift vom 01.10.1969 zu lesen: &quot;<em>Der Taschentext sagt, sie sei eine deutsche Barbara Streisand &#8211; und das ist nicht einmal so &uuml;bertrieben<\/em>&quot;. Hintergrund dieser &Auml;u&szlig;erung ist sicher u. a., dass auf der twen-LP auch die deutsche Version eines <em>Streisand<\/em>-Klassikers zu finden ist: Aus deren &quot;My Colouring Book&quot; machte Katja &quot;Mein Bilderbuch&quot;.<\/p>\n<p>Nach diesen ersten Erfolgen bestand der Wunsch, nun auch &quot;richtig durchzustarten&quot;. Katja Ebsteins Produzent und Lebensgef&auml;hrte <em>Christian Bruhn<\/em> legte Katja nahe, an der Eurovision teilzunehmen. Katja, der die Schlagerszene ja eher fern war, kannte den Wettbewerb kaum -selbst die Teilnahme ihrer Freundin <em>Inge Br&uuml;ck, <\/em>deren Verein &quot;K&uuml;nstler f&uuml;r Christus&quot; sie Jahre sp&auml;ter beitrat, &nbsp;an diesem Wettbewerb 1967 hatte sie kaum wahrgenommen.<\/p>\n<p>Anders <em>Christian Bruhn<\/em>: Der komponierte bereits 1962 den Siegertitel der deutschen Schlagerfestspiele &quot;Zwei kleine Italiener&quot;, interpretiert von <em>Conny Froboess<\/em> und war damit nach damaligen Reglement f&uuml;r den Grand Prix qualifiziert &#8211; der Schlager wurde eine der gr&ouml;&szlig;ten kommerziellen Erfolge, die ein deutscher Beitrag beim Grand Prix je hatte. Und so wurde er hellh&ouml;rig, als ihn sein Freund und Textdichterkollege <em>G&uuml;nter Loose <\/em>anrief mit der Empfehlung, den Song &quot;<strong>Wunder gibt es immer wieder<\/strong>&quot; f&uuml;r den Wettbewerb ins Auge zu fassen. Ordentlich, wie Komponist <em>Bruhn<\/em> Zeit Lebens war, griff er in den Ordner &quot;U-Z&quot; und fing an zu komponieren.<\/p>\n<p>Zitat <em>Christian Bruhn<\/em>: &quot;<em>Gewaltig sollte es beginnen, dann ins rhythm-&amp;-blues-hafte &uuml;bergehen, und erst, nachdem sich die Spannung ins schier Unertr&auml;gliche gesteigert hatte, erst dann sollte S&auml;ngerin Katja Ebstein auftreten und mit dem Vers anheben. Eine Komposition mit Dramaturgie und Fernsehma&szlig; also. Und wundersam flossen mir die Noten in die Feder. &#39;Keep it simple, keep it sexy, keep it sad&#39;, wie der Amerikaner so sagt.&quot;<\/em><\/p>\n<p>Die Rechnung ging auf &#8211; Katja Ebstein erreichte am 21.03.1970, nur zwei Tage nach der Ausstrahlung ihrer TV-Show, einen sehr guten 3. Platz mit ihrem Lied und erreichte damit den gr&ouml;&szlig;ten Erfolg, den Deutschland bis zu diesem Zeitpunkt erreicht hatte beim immerhin schon 15. Grand Prix.<\/p>\n<p>Der Erfolg kam nicht von ungef&auml;hr &#8211; selbst Musikwissenschaftler besch&auml;ftigten sich mit der beeindruckenden Komposition <em>Christian Bruhns<\/em>. So ist im Buch &quot;Schlager in Deutschland&quot; zu lesen: &quot;<em>Nicht zu &uuml;bersehen ist schlie&szlig;lich bei einer Untersuchung der melodischen Gestaltung von Schlagern die Tendenz zur Bildung von Melismen. Sie sind vor allem in Liedern langsameren Tempos mit leicht pathetischer Wirkung zu beobachten. Die nachfolgenden Beispiele stammen aus den Schlagern &#39;Wunder gibt es immer wieder&#8230;&#39; &quot;<\/em> &#8211; wieder was gelernt &#8211; das Wort &quot;Melisma&quot; nehme ich neu in meinen Wortschatz auf. Das Microsoft-Programm &quot;Word&quot; kennt das Wort &uuml;brigens auch nicht, es wird als fehlerhaft geschrieben markiert.<\/p>\n<p>(Danke an <em>Christian Bruhn<\/em> f&uuml;r seine Definition des Worts Melisma: Wenn auf <u>eine<\/u> Silbe <u>mehrere<\/u> Noten gesungen werden &bdquo; &#8230;viele Menschen fra-a-gen&ldquo;.)<\/p>\n<p>Aber damit nicht genug. Auch den Aufbau des Liedschemas nimmt der Autor unter die Lupe: &quot;<em>Eine andere M&ouml;glichkeit der Dehnung und asymetrischen Gestaltung bei gleichzeitiger Geradtaktigkeit zeigt der Refrain des deutschen Beitrags zum Grand Prix 1970. Hier setzt sich der zehntaktige sequenzgepr&auml;gte Refrain aus einem viertaktigen Vordersatz und einem sechstaktigen Nachsatz zusammen. Die Ausweitung der Periode wird durch Dehnung im siebenten und zehnten Takt erreicht. Auff&auml;llig ist auch der Wechsel von volltaktiger zu auftaktiger Bewegung im achten Takt.<\/em>&quot;<\/p>\n<p>Nicht umsonst wurde aus diesem ersten riesengro&szlig;en Ebstein-Hit ein Evergreen, der gerne auch von <em>Guildo Horn<\/em> kraftvoll interpretiert wird &#8211; er ist anspruchsvoll komponiert und hat einen stimmigen Text. &quot;Schlager&quot; wie diese zeigen, dass auch ein gro&szlig;er Hit durchaus mal anspruchsvoll komponiert sein kann. Damit hatte Katja national wie international den Durchbruch geschafft, ihr Eurovisionslied wurde in sechs weiteren Sprachen ver&ouml;ffentlicht (deutsch, englisch, franz&ouml;sisch, italienisch, spanisch, portugiesisch und sogar japanisch).<\/p>\n<p>Katja Ebstein formulierte den Geist ihres ersten Eurovisions-Songs wie folgt: &quot;<em>Die beiden (Christian Bruhn und G&uuml;nter Loose) haben meine Weltverbessererattit&uuml;de in den deutschen Schlager gebracht, die Tr&ouml;sternummer geboren&quot;.<\/em> &#8211; Wenngleich ich als <em>Udo-J&uuml;rgens<\/em>-Fan angesichts von Liedern wie &quot;Immer wieder geht die Sonne auf&quot; etwas Stirnrunzeln bekomme, kann man der These durchaus zustimmen. Folglich wurde die n&auml;chste Nummer von den gleichen Autoren in &auml;hnlichem Stil gestrickt &#8211; durchaus erfolgreich: Auch &quot;<strong>Und<\/strong> <strong>wenn ein neuer Tag erwacht&quot;<\/strong> wurde ein passabler Hit. Trost gab es mit dem Lied ja auch genug: &quot;<em>Und wenn ein neuer Tag erwacht, und die Sonne wieder lacht, ist die gro&szlig;e Einsamkeit l&auml;ngst vorbei&#8230;.&quot;<\/em><\/p>\n<p>Nach dem gro&szlig;en Erfolg mit dem Eurovisions-Festival wurde Katja Ende 1970 zum internationalen Songfestival in Rio de Janeiro geschickt. Mit dem Lied &quot;Mein Leben ist wie ein Lied&quot; (erneut mit dem Rezept zur&uuml;ckgenommene Strophen und hymnischer Powerrefrain) trat sie an und wurde zur besten S&auml;ngerin gew&auml;hlt. Mit dem Cover der gleichnamigen kurz darauf ver&ouml;ffentlichten LP bewies Katja, dass sie auch Model- bzw. Mannequin-Qualit&auml;ten gehabt h&auml;tte und auch in dem Bereich h&auml;tte Karriere machen k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Auch erste Tourn&eacute;e-Erfahrungen konnte Katja Ebstein in jenen Jahren sammeln, indem sie als Gastmusikerin mit dem Orchester <em>James Last<\/em> auf Tour ging.<\/p>\n<p>Nach ihrem gro&szlig;en Erfolg bei der Eurovision 1970 kam der damals zust&auml;ndige Hessische Rundfunk in Form des damals zust&auml;ndigen <em>Hans Otto Gr&uuml;nefeldt<\/em> auf den nahe liegenden Gedanken, Katja im Folgejahr erneut ins Rennen zu schicken. Gesagt &#8211; getan: Es wurde beschlossen, dass die Berlinerin 1971 erneut ran sollte. Dennoch gab es eine deutsche Vorentscheidung, in der Katja sechs Lieder unterschiedlicher Komponisten vorstellte. Ihr pers&ouml;nlicher Favorit war naturgem&auml;&szlig; der von ihrem Lebensgef&auml;hrten <em>Christian Bruhn<\/em> geschriebene Song &quot;Alle Menschen auf der Erde&quot;. Der Song wurde aber nur B-Seite ihrer n&auml;chsten Single.<\/p>\n<p>Zur &Uuml;berraschung vieler Schlager-Experten gewann jedoch der (vielleicht von <em>Alexandras<\/em> &quot;Mein Freund, der Baum&quot; abgesehen) erste &Ouml;kosong der Schlagergeschichte: &quot;<strong>Diese Welt<\/strong>&quot;. Komponist dieses Liedes war der damals mit 28 Jahren recht junge <em>Dieter Zimmermann<\/em>, der leider mit nur 34 Jahren an Leuk&auml;mie verstarb. Textdichter war der sehr erfolgreiche <em>Fred<\/em> <em>Jay.<\/em><\/p>\n<p>Auch zu diesem Eurovisions-Song hat das Buch &quot;Schlager in Deutschland&quot; treffliche Analysen parat, diesmal geht es um den Text des Songs: <em>&quot;&#8230;dirigieren Schlager das Bewusstsein vorzugsweise auf irreale Ziele oder solche, die gesellschaftlich irrelevant sind. Tats&auml;chlich gibt es aber einen kleinen Bereich von Titeln mit sozialkritischer Tendenz, und entgegen dem allgemeinen Trend zum laisser-faire finden sich auch Appelle, die die Aktivit&auml;t der H&ouml;rer herausfordern, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Der deutsche Beitrag f&uuml;r Dublin 1971 widmet sich dem Problem der Umweltverschmutzung.<\/em>&quot;<\/p>\n<p>Zur &Uuml;berraschung vieler erreichte Katja mit ihrem &Ouml;koschlager erneut international einen 3. Platz beim Grand Prix Eurovision und war auch in den deutschen Verkaufs-Charts ein Top-20-Hit. Katjas 1971er-Erfolg ist um so h&ouml;her zu bewerten, als diesmal das Teilnehmerfeld aus 18 Nationen bestand (1970 traten 12 Nationen an).<\/p>\n<p>Mit dem Nachfolgelied &quot;<strong>Ein kleines Lied vom Frieden&quot;<\/strong> kn&uuml;pfte man erneut an die Grand-Prix-Nummer an. Kommerziell ging das mit der deutschen Version des <em>Tim-Hardin<\/em>-Songs &quot;Simple Song Of Freedom&quot; nicht wirklich auf. Friedens-Lieder hatten erst Jahre sp&auml;ter Hochkonjunktur, erneut war Katja ihrer Zeit wohl voraus: &quot;<em>Sing mit mir ein kleines Lied vom Frieden &#8211; singt es in die ganze Welt hinaus &#8211; weil jeder irgendwann &#8211; den ander&#39;n brauchen kann &#8211; ohne Frieden kommen wir nicht aus&quot;<\/em>.<\/p>\n<p>Dennoch identifizierte Katja sich mit dem Song, zumal sie ja in jener Zeit auch politisch in dieser Richtung aktiv war und sogar Wahlwerbung f&uuml;r <em>Willy Brandts<\/em> SPD und dessen vers&ouml;hnende Ostpolitik machte, was nicht unumstritten war: Als sie den <em>James-Kr&uuml;ss<\/em>-Song &quot;Die Taube&quot; auf dem Bundespresseball sang, verlie&szlig;en CDU-Politiker demonstrativ den Saal. Die Sympathie zwischen <em>Willy Brandt<\/em> und Katja Ebstein beruhte wohl auf Gegenseitigkeit &#8211; anl&auml;sslich ihrer Mitwirkung an einer Benefiz-LP zur Welthungerhilfe empfing er sie und bedankte sich f&uuml;r ihre Unterst&uuml;tzung bez&uuml;glich dieses Projekts.<\/p>\n<p>Im Anschluss wollte Katja Ebstein sich mit sehr anspruchsvollen Liedern pr&auml;sentieren, was ihr bei Kritikern zwar Lob einbrachte, kommerziell aber fulminant floppte. Weder der <em>Bruhn<\/em>-Song &quot;<strong>Wir leben, wir lieben<\/strong>&quot; noch die deutsche Version des <em>Labi Siffre<\/em>-Songs &quot;Get to the Country&quot;, &quot;<strong>Hinaus aufs Land<\/strong>&quot;, schlugen kommerziell ein.<\/p>\n<p>Von Bedeutung war die 1972 ver&ouml;ffentlichte Single &quot;Wir leben, wir lieben&quot; allerdings schon: der Hohe Kommissar der UNO, <em>Sadruddin Aga Khan<\/em>, bat Katja um einen Song f&uuml;r die international erscheinende LP &quot;Top Star Festival&quot;, mit der 12 Weltstars wie <em>Donovan<\/em> und <em>Aretha Franklin<\/em> die Fl&uuml;chtlingsnot lindern helfen wollten. Katja war mit der B-Seite der Single, &quot;Manche Leute&quot;, als einzige deutschsprachige K&uuml;nstlerin vertreten. Interessant ist, wie aktuell das Thema heutzutage wieder geworden ist.<\/p>\n<p>Dennoch gab es ein sehr einschneidendes Ereignis im Jahr 1972 f&uuml;r Katja, n&auml;mlich ihre (heimliche) Hochzeit mit <em>Christian Bruhn<\/em>. Und der hatte dann auch musikalisch die Idee, die auch kommerziell wieder auf die Erfolgsspur f&uuml;hrte. In Zeiten von Erfolgen griechischer S&auml;ngerinnen und S&auml;nger (<em>Nana Mouskouri, Demis Roussos, Costa Cordalis<\/em> u. a.) ersann er gut ein Jahr vor <em>Udo J&uuml;rgens&#39;<\/em> &quot;griechischem Wein&quot; wieder einen echten Katja-Hit: &quot;<strong>Der Stern von Mykonos<\/strong>&quot;. Erstmals seit knapp drei Jahren wurde sie damit auch wieder in <em>Dieter Thomas Hecks<\/em> ZDF-Hitparade vorstellig &#8211; es lohnte sich: Mit dieser kommerziellen Nummer kam Katja Ebstein in die Top 5 der deutschen Verkaufscharts, es wurde ihr bis dato gr&ouml;&szlig;ter Hit. Wieder einmal wurden auch internationale Versionen wie &quot;<strong>The Star of Mykonos<\/strong>&quot; oder &quot;<strong>Le soleil sur Mykonos<\/strong>&quot; produziert.<\/p>\n<p>Im Anschluss wurde wieder so etwas wie ein &Ouml;koschlager ver&ouml;ffentlicht &#8211; diesmal ging es um Entwicklungsl&auml;nder. In Zeiten der Einwanderung von Fl&uuml;chtlingen mutet das Thema aktueller denn je an. Trotz der schweren Kost wurde (vielleicht auch aufgrund der gef&auml;lligen Komposition) &quot;<strong>Ein Indiojunge aus Peru<\/strong>&quot; erneut ein Hit.<\/p>\n<p>Mit dem erneut griechisch angehauchten Lied &quot;<strong>Athena<\/strong>&quot; endete eine &Auml;ra &#8211; es war ihre letzte Single bei &quot;United Artists&quot;, sie wechselte zur gro&szlig;en Plattenfirma EMI Electrola. Damals lie&szlig; ihre alte(!) Plattenfirma verlautbaren: &quot;<em>Das bestehende Vertragsverh&auml;ltnis zwischen Katja Ebstein und der Firma United Artists Records, M&uuml;nchen, endet am 16. M&auml;rz dieses Jahres. Auf der Grundlage dieses bestehenden Vertrages finden seit einigen Wochen erfolgreiche Verhandlungen zur Fortsetzung des Vertragsverh&auml;ltnisses statt. Sie haben bis zum Tage zu einem unterschriftsreifen, neuen, langj&auml;hrigen Vertragsentwurf gef&uuml;hrt. Es ist der ausgesprochene Wunsch von Frau Ebstein, den Vertrag mit United Artists fortzusetzen<\/em>&quot;. &#8211; Solche Treue-Bekenntnisse kennt man sonst eigentlich heutzutage nur von Protagonisten der Fu&szlig;ball-Bundesliga&#8230;<\/p>\n<p>Bereits nach dem Wechsel wurde von ihrer alten Firma noch mal ein Schlager ver&ouml;ffentlicht, der zwar nicht mehr in die Charts kam, aber doch bei einigen Fans gut ankam und passend zur Situation war: Aus <em>Donna Hightowers<\/em> &quot;This World Today Is A Mess&quot; wurde &quot;<strong>W&ouml;lfe und Schafe&quot;<\/strong> &#8211; der Text von <em>Michael Kunze<\/em> f&uuml;hrte aber nicht mehr in die Hitparaden.<\/p>\n<p>Anders sah es mit Katjas Debut bei EMI-Electrola aus &#8211; &quot;<strong>Es war einmal ein J&auml;ger<\/strong>&quot; war ein lupenreiner Schlager, den <em>Christian Bruhn<\/em> ihr auf den Leib schrieb &#8211; belohnt wurde das mit einem Super-Hit, der in die Top 5 der Verkaufs-Charts kam und mit dem sie sich erstmals(!) in der ZDF-Hitparade mehrfach platzieren konnte.<\/p>\n<p>Gerne wird das Beispiel dieses Superhits daf&uuml;r genommen, warum im Radio lieber englischsprachige Songs gespielt werden. Es macht eben keinen guten Eindruck, wenn nach einer Kriegsberichterstattung (oder einem Papst-Attentat&#8230;) &quot;<em>Im Le-e-ben, im Le-e-ben, geht mancher Schuss daneben<\/em>&quot; gespielt wird.<\/p>\n<p>Parallel erschien eine LP, die im Rahmen der gro&szlig;artigen &quot;Originale&quot;-Reihe der Universal neu aufgelegt wurde: &quot;Wilde Rosen und andere Tr&auml;ume&quot;, auf der Katja das ganze Spektrum ihres K&ouml;nnens zum besten gab. Die neue Plattenfirma EMI warb: &quot;<em>Das ist die junge Generation mit ihren niveauvollen Songs, die uns manchmal nachdenklich stimmen oder schmunzeln lassen<\/em>.&quot;<\/p>\n<p>Hinter der Single-Auskopplung steckte durchaus Kalk&uuml;l. Im Branchenblatt Musikmarkt war damals zu lesen: &quot;<em>Mit ihrem Hitparadenerfolg &#39;Es war einmal ein J&auml;ger&#39; hat Katja gezeigt, dass sie es sich leisten kann, auch einmal etwas ganz anderes zu singen als das, was man sonst von ihr erwartet. Man k&ouml;nnte sagen, dass Welten zwischen diesem volkst&uuml;mlich-lustigen Schlager vom Oberf&ouml;rster Schmidt und den Songs ihrer neuen LP liegen. Aber sie h&auml;tte den J&auml;ger auch dann mit &Uuml;berzeugung vertreten, wenn er kein Bestseller geworden w&auml;re. Denn nichts findet sie schlimmer, als sich auf eine bestimmte musikalische Richtung festlegen zu lassen. Sie liebt den Kontrast und steht hinter dem, was sie tut. &#39;Wenn ich beispielsweise Lieder zum Paragraphen 218 singen w&uuml;rde, wie man mir einmal bei einer Diskussion vorschlug&#39;, meint Katja, &#39;w&uuml;rden sie wahrscheinlich nicht gekauft werden. Ich bin da ganz ehrlich &#8211; bei allem Engagement habe ich mir vorgenommen, mein Publikum gut zu unterhalten, und das ist nicht gerade das leichteste&quot;<\/em>.<\/p>\n<p>Im Jahr darauf, 1975, zeigte sich Katja wieder von ihrer anspruchsvollen Seite. Sp&auml;ter &auml;u&szlig;erte sie sinngem&auml;&szlig;, dass sie ihre kommerziellen Erfolge dazu nutzte, weniger erfolgversprechende, aber anspruchsvolle Projekte anzuschieben. So erschien die von Kritikern viel beachtete, aber kommerziell wenig erfolgreiche LP &quot;Katja Ebstein singt <em>Heinrich Heine<\/em>&quot;. Die von <em>Christian Bruhn<\/em> vertonten <em>Heine<\/em>-Gedichte stellte sie im September 1975 im &quot;<em>leider nicht ganz ausverkauften<\/em>&quot; Robert-Schumann-Saal in D&uuml;sseldorf vor. Dennoch war das anwesende Publikum begeistert &#8211; Katja wurde erst nach drei Zugaben von der B&uuml;hne gelassen.<\/p>\n<p>Trotz fehlenden kommerziellen Erfolgs (das Fernsehen hielt sich laut Hinweis <em>Christian Bruhns<\/em> n&auml;mlich vornehm zur&uuml;ck) sorgte die LP f&uuml;r viel Aufmerksamkeit, so sprach <em>Prof. Wilhelm G&ouml;ssmann,<\/em> erster Vorsitzender der Heinrich Heine- Gesellschaft von einer der wohl gelungensten <em>Heinrich Heine<\/em> &#8211; Interpretationen jener Zeit.<\/p>\n<p>Katja selbst &auml;u&szlig;erte sich damals zu diesem Projekt wie folgt: &quot;<em>Heine-Texte sind f&uuml;r mich nichts Geschm&auml;cklerisches, nichts Elit&auml;res. Sie str&ouml;men Kraft aus. Z&auml;rtliche Kraft, an der man nicht vorbeikommt. Ich m&ouml;chte das bew&auml;ltigen. Nicht, indem ich Heine krampfhaft rhythmisiere, sondern indem ich als Interpretin eng unter seinen Texten bleibe. Denn das, was Heine vorgab, l&auml;uft auf ganz nat&uuml;rliche Art &#8211; wie von selbst<\/em>&quot;. Jahrzehnte sp&auml;ter konstatierte sie: <em>&quot;Durch erfolgreiche Popmusik konnte ich mir parallel die Kleinkunst leisten&quot;<\/em>.<\/p>\n<p>(&#8230;)<\/p>\n<p>Stephan Imming, 16.08.2015<\/p>\n<p>http:\/\/www.katja-ebstein.de\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neuzugang 28.07.1975! 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