{"id":86356,"date":"2015-08-31T00:00:00","date_gmt":"2015-08-31T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=86356"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"ZELTINGER-BAND-Konzertbericht-v-86355","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/deutsch-rock\/ZELTINGER-BAND-Konzertbericht-v-86355\/","title":{"rendered":"ZELTINGER BAND <br \/>Konzertbericht von Holger St\u00fcrenburg: Zeltinger Band &#8211; 28.08.2015 \u2013 20:00 Uhr \u2013 D\u00fcsseldorf \u2013 &quot;ZAKK&quot;!"},"content":{"rendered":"<p>J\u00fcrgen Zeltinger &#038; Band r\u00fccken in diesem Jahr noch zu vier weiteren Konzert-Terminen aus&#8230;:\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dat woor ne &auml;&auml;chte Jogenddraum vun mieh&hellip;<\/strong> dachte sich der Verfasser dieser Zeilen, als er gegen 21.55 Uhr das D&uuml;sseldorfer Veranstaltungszentrum &bdquo;ZAKK&ldquo; mittels eines Taxis in Richtung Hauptbahnhof der glitzernden Altbier-Hochburg verlie&szlig;.<\/p>\n<p>In der ber&uuml;hmten deutschsprachigen EXTRA-Ausgabe des &bdquo;Musikladen&ldquo; am 21. August 1982, als vermutlich nahezu alle anderen Vertreter meiner Altersstufe Nenas frisch-juvenilen Auftritt in dieser legend&auml;ren TV-Musikshow von Radio Bremen zum Anlass nahmen, die junge Dame aus Hagen schon wenige Stunden sp&auml;ter in die h&ouml;chsten Regionen der einheimischen Singlehitparaden zu kaufen, blieb mir eher derjenige Satz in Erinnerung, mit dem Moderator Manfred Sexauer seinerzeit ebenjenes K&ouml;lsche Original in seinem muttersprachlichen &bdquo;Musikladen&ldquo; ank&uuml;ndigte, das ich am vergangenen Freitagabend, 28. August 2015, erstmals &uuml;berhaupt in meinem Leben (!!!) in einem Live-Konzert erleben konnte: Mit dem Ausspruch &bdquo;Der Chef ist wieder zur&uuml;ck!&ldquo; k&uuml;ndigte &sbquo;Manfred Sexy&lsquo; eine Playback-Aufwartung des provokativ im dunklen Herrenanzug bekleideten k&ouml;lschen Asi-Rockers <strong>J&Uuml;RGEN ZELTINGER<\/strong> an, der daraufhin mit der damaligen Formation seiner &bdquo;Zeltingerband&ldquo; an jenem Samstagabend, nur wenige Wochen vor der &bdquo;geistig moralischen&ldquo; Kohl-&bdquo;Wende&ldquo;, seine gnadenlose Punkrock-Orgie &bdquo;Knochen&ldquo;, aus der damaligen (dritten) Ariola-LP &bdquo;Der Chef&ldquo; (sic!), vortrug. Dieses ungest&uuml;me, peitschende Rock&rsquo;n&rsquo;Roll-Massaker fand ich schon damals, mit gerade mal elf Jahren, &auml;u&szlig;erst interessant und zukunftstr&auml;chtig!<\/p>\n<p>Anfang Juli 1984 h&ouml;rten meine Frau Mama und ich auf einer ellenlangen Ferienfahrt von Hamburg nach Aschau im Chiemgau, irgendwo zwischen Neustadt an der Aisch und Erlangen (&uuml;ber das mir am 21.08.1982 seitens der Berliner NDW-Truppe &bdquo;Foyer des Arts&ldquo; auch so einiges &bdquo;Wissenswerte&ldquo; zu Ohren gekommen war,) im Autoradio &ndash; ja, tats&auml;chlich im BAYERISCHEN (!) Rundfunk &ndash; Zeltingers genialisches &bdquo;Ramones&ldquo;-Cover &bdquo;M&uuml;ngersdorfer Stadion&ldquo; &ndash; auf das sp&auml;ter auftretende, wahrscheinlich nie mehr aufzul&ouml;sende Missverh&auml;ltnis meiner Frau Mutter zu Hans J&uuml;rgen Maria Zeltinger gehe ich noch ausf&uuml;hrlich ein&hellip;<\/p>\n<p>Meine erste eigene Zeltinger-LP kaufte ich mir dann in den Herbstferien 1987. Dabei handelte es sich um &bdquo;Schon&nbsp; wieder live&ldquo;. Das einst bei EMI erschienene Album beinhaltete auf der A-Seite einige spritzige Liveversionen von Zeltinger-Gossenhauern, sowie von frechen Bearbeitungen internationaler Welthits der Sorte &bdquo;Take me to the River&ldquo; (hier: &bdquo;F&uuml;hr mich an den Flusslauf&ldquo;) oder &bdquo;Where did our Love go&ldquo;, urspr&uuml;nglich von den &bdquo;Supremes&ldquo;, und auf der B-Seite sieben brandneue, so irrwitzige, wie bei&szlig;end zynische Rockh&auml;mmer a la &bdquo;Liebe f&uuml;r Geld&ldquo; (mit der unnachahmlichen Textformulierung &bdquo;Ich glaub, mein Holzbein brennt&ldquo;!), &bdquo;Wat ess met D&rsquo;r los&ldquo; oder &bdquo;Nachtportier&ldquo;.<\/p>\n<p>&Uuml;berzeugter Zeltinger-Fan w&uuml;rde ich schlussendlich im Sommer 1989, Dank der damaligen Hochspannungs-Hardrock-CD &bdquo;Weder Mensch &#8211; Noch Tier&ldquo; und der darauf enthaltenen, drallen Bluesrock-Erg&uuml;sse &bdquo;Mord im Hochhaus&ldquo;, &bdquo;Nebel &uuml;ber Leverkusen&ldquo; bzw. &bdquo;Kreaturen der Nacht&ldquo;, die noch heute in meiner Ewigkeits-Playlist ihren Ehrenplatz haben. Zeitgleich habe ich mir die drei sagenumwobenen Ariola-LPs &bdquo;Live im Roxy&ldquo; (1979), &bdquo;Schleimig&ldquo; (1980) und &bdquo;Der Chef&ldquo; (1982) zugelegt &ndash; die letzten Vinyl-Anschaffungen meiner (ersten) Plattensammlung, bevor ich (undankbar und pubert&auml;r, wie ich heute der Meinung bin) auf die doch so steril klingende CD umstieg&hellip; nur, um mir Mitte 1995 von meinem ersten Praktikantenhonorar einen neuen Schallplattenspieler zu kaufen und Vinyl-Sammlung Numero Zwo zu beginnen, die bis heute auf rund 12.000 schwarze Scheiben angewachsen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anfang 1991 fand die bereits angedeutete &sbquo;klangliche Feindschaft&lsquo; zwischen meiner Frau Mama und Herrn Zeltinger ihren ersten H&ouml;hepunkt. Gemeinsam mit der Studioformation &bdquo;Original Buam&ldquo;, bestehend aus u.a. Norbert Zucker (b), Frank Hocker (git), Gerd K&ouml;ster (voc), also aus einigen wohlbekannten Koryph&auml;en der domst&auml;dtischen Rockszene, hatte der liebeswerte, stets stolz seine Fettleibigkeit ironisch genie&szlig;ende und praktizierende Urk&ouml;lner Zeltinger eine vollst&auml;ndige CD mit punkig-bluesrockig-hardrockig inszenierten Neufassungen traditioneller Volkslieder und (damals) aktueller, &uuml;bers&uuml;&szlig;licher Epigonen derer, wie &bdquo;Herzilein&ldquo; oder &bdquo;Patrona Bavariae&ldquo;, f&uuml;r die &ndash; noch heute schier umwerfende &#8211; Frohsinns-Scheibe &bdquo;Die dunkle Seite der Alm&ldquo; aufgenommen &ndash; und damit meine Mama ein ums andere Mal zur sprichw&ouml;rtlichen Wei&szlig;glut getrieben. Hatte ich sie im Laufe der Jahre an meine deutschrockenden Helden, von Kunze &uuml;ber Lindenberg und Gr&ouml;nemeyer, nach und nach gew&ouml;hnt, so blieb Zeltinger, vor allem mit seinen &bdquo;Original Buam,&ldquo; ein fast unumst&ouml;&szlig;liches Feindbild. Wenn ich mir vor 25 Jahren, in unserer Wohnung in Hamburg-Lokstedt, mal lautere, rabiatere Musik aufzulegen gedachte, gellte ihr Schrei durchs ganze Haus &bdquo;Bitte BLOSS KEINEN Zeltinger!!&ldquo;&hellip; ja, und was macht man so mit 19, 20 Jahren, wenn meine seine Mama &auml;rgern wollte?? Man f&uuml;gte ERST RECHT Zeltinger &ndash; und hier insbesondere &bdquo;Die dunkle Seite der Alm&ldquo; &#8211; seinem CD-Spieler hinzu und stellte den Regler am Verst&auml;rker entsprechend mit vollster Wucht auf &Uuml;berlautst&auml;rke ;- )<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es folgte 1992 die edle, eher ruhig-bed&auml;chtige &bdquo;Solo-Plaat&ldquo; von J&uuml;rgen Z., ohne seine gewohnten Hardrock-Kumpani, die mehrheitlich von &bdquo;BAPs&ldquo; Wolfgang Niedecken hervorragend ins K&ouml;lsche transferierte und von einem erhabenen Zeltinger solo geradezu ph&auml;nomenal interpretierte Rock- und Popklassiker der &bdquo;Kinks&ldquo;, der &bdquo;Pogues&ldquo;, der &bdquo;Rolling Stones&ldquo; oder von Iggy Pop feat. Kate Pierson enthielt, und das dicke K&ouml;lsche Urgestein als Grandseigneur eines spezifischen rheinl&auml;ndischen Feudalchansons mit Wiederhaken an den Tag legte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch als ich nach dem Fach Abi 1993 nach M&uuml;nchen ging, sp&auml;ter nach Hamburg zur&uuml;ckkehrte, und vor 17, 18 Jahren beruflich in den Musikjournalismus einstieg, blieb ich Zeltinger treu. Zuletzt rezensierte ich die zu seinem 60. Geburtstag am 25. Mai 2009 ver&ouml;ffentlichte Doppel-CD &bdquo;Geschmack &ndash; Charakter &ndash; Zeltinger&ldquo;&hellip; nur, eines blieb mir bis dato leider immer verwehrt: Ein ECHTES Live-Konzert von <strong>J&Uuml;RGEN ZELTINGER<\/strong> und seiner Band&hellip; Als ich Anfang Februar 2015 meinen &bdquo;Kickstart&ldquo; ins neue Leben im Ruhrpott vollzog, stand f&uuml;r mich eines sogleich au&szlig;er Frage: Sobald ich mich in Gelsenkirchen und Umgebung eingelebt habe, m&ouml;chte ich auf jeden Fall zwei K&uuml;nstler aus NRW, die ich seit Jahren, Jahrzehnten, &nbsp;zutiefst verehre, aber aus geographischen Gr&uuml;nden NOCH NIE &sbquo;live&lsquo; sehen konnte, wenigstens einmal &sbquo;hier im Revier&lsquo; bei einem Konzert erleben. Dies w&auml;ren zum einen Ex-&bdquo;Schnoeder&rsquo;s Roadshow&ldquo;-Frontmann Gerd K&ouml;ster (nun im Verbund mit Gitarrist Frank Hocker unterwegs) und eben niemand geringeres als&hellip; <strong>Hans J&uuml;rgen Maria ZELTINGER<\/strong>!!!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am vergangenen Freitagabend, dem 28. August 2015, war es endlich soweit. Ich fuhr am sp&auml;ten Nachmittag von Gelsenkirchen aus nach D&uuml;sseldorf. In diejenige Stadt, von der die Legende sagt, ihre Bewohner seien auf die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger der Domstadt K&ouml;lle am Rhing nid su joot zo spr&auml;&auml;che, von der die &bdquo;Toten Hosen&ldquo; in grauer Vorzeit schunkelnd behaupteten, dort bef&auml;nde sich, mit tausenden Litern von &bdquo;Altbier&ldquo; ausstaffiert, die &bdquo;l&auml;ngste Theke der Welt&ldquo; &ndash; und hinsichtlich derer J&uuml;rgen Zeltinger ad Personam auf seiner 2003er-CD &bdquo;Voila &ndash; leck ens am A***&ldquo; (meiner Mama hatte es fraglos SEEEHR gefallen&hellip; \ud83d\ude09 Dorthe Kollos 1968er Top-10-Rei&szlig;er &bdquo;W&auml;rst Du doch in D&uuml;sseldorf geblieben&ldquo; unerbittlich und erbarmungslos durch den Punk-Wolf drehte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F&uuml;r 20.00 Uhr war das D&uuml;sseldorfer Konzert der <strong>&bdquo;ZELTINGERBAND&ldquo;<\/strong> im (der von mir fr&uuml;her ja sehr oft frequentierten Hamburger &bdquo;FABRIK&ldquo; &auml;u&szlig;erlich, wie innerlich, nicht un&auml;hnlichen) Veranstaltungszentrum &bdquo;ZAKK&ldquo;, nahe dem K&uuml;nstlerviertel Flingern, angesagt. Rund 200 Damen und Herren, die Generation 40plus &uuml;berwog, bestehend aus Uralt-Verehrern, Hardcore-Fans und sonstigen Wort-f&uuml;r-Wort-Mitsingern, hatten den Weg in die Fichtenstra&szlig;e 40 zu D&uuml;sseldorf gefunden. Ca. 35 Minuten sp&auml;ter, betrat zur Bandeinspielung &bdquo;K&ouml;lsche Junge&ldquo; (aus der 82er-LP &bdquo;Der Chef&ldquo;) und unter lauten &bdquo;J&uuml;rgen! J&uuml;rgen!&ldquo;-Rufen des von Anfang an letztlich g&auml;nzlich entfesselten Publikums &bdquo;De Plaat&ldquo; ad Personam die B&uuml;hne, verst&auml;rkt um seine vierk&ouml;pfige Band, aus der ganz besonders der erst 22j&auml;hrige, h&ouml;chst versierte Gitarrero Dennis Kleimann unter all den &bdquo;altehrw&uuml;rdigen Herren&ldquo; hervorstach. Herr von und zu Zeltinger feierte im Mai seinen 66. Geburtstag, ben&ouml;tigt inzwischen eine Brille und einen Notenst&auml;nder zwecks Programmablaufs und Texte, thront beim Singen fast ausschlie&szlig;lich auf einem Barhocker&hellip; man k&ouml;nnte fast meinen, vor einem s&auml;&szlig;e, ein lieber, alter Opi&hellip; aber sobald dieser schr&auml;ge Gro&szlig;papa den Mund aufmacht und anf&auml;ngt zu singen, zu gr&ouml;len, zu rocken, da geraten Brille, Hocker und Notenst&auml;nder sogleich in Vergessenheit. Denn stimmlich klingt der Urk&ouml;lner noch genauso heftig-deftig, knackig und erdig, wie vor 30 Jahren!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Los ging die knapp eineinhalbst&uuml;ndige Radikal-Rock&rsquo;n&rsquo;Roll-Therapie mit dem 2008er-Punk&rsquo;n&rsquo;Roll <strong>&bdquo;Frittebud&ldquo;<\/strong>, bei dem die anwesenden Zeltinger-J&uuml;nger bereits ger&auml;usch- und kraftvoll mitschmetterten, bevor das gro&szlig;e Best-of-J&uuml;rgen-Programm, &uuml;berwiegend zusammengetragen aus den trefflichsten Titeln der erw&auml;hnten drei Ariola-LPs, im ungeschliffenen, dr&ouml;hnenden, krachenden, einpeitschenden Gitarren-Rock-Gewand den kleinen Clubsaal zum Brennen brachte. <strong>&bdquo;Leck mich, Leck mich&ldquo;<\/strong> (1982) drang nun in vollster Lautst&auml;rke von der B&uuml;hne herab, gefolgt vom rasenden Punkhammer <strong>&bdquo;Bekloppt&ldquo;<\/strong> (1980), und dem neueren, ungewohnt modern, durch sachte Rap-Passagen, vorgetragen von J&uuml;rgens jungem Gitarristen Dennis, angereicherten Arbeitslosen-Hymnus <strong>&bdquo;Unvermittelbar&ldquo;<\/strong> (2010).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">J&uuml;rgen wies nun &ndash; immer wieder unterbrochen von phonstarken Fanch&ouml;ren, die ein ums andere Mal seinen Vornamen rhythmisch schrien &ndash; verschmitzt darauf hin, er l&auml;ge doch darauf Wert, dass es sich bei seinen Darbietungen im &bdquo;ZAKK&ldquo; um ein &bdquo;ernsthaftes Konzert&ldquo; (Zitat) handelte, worauf er lustig und locker seine pers&ouml;nliche Erkennungsmelodie <strong>&bdquo;Asi mit Niwoh&ldquo;<\/strong> anstimmte, die 1979 als erster realer Kulthit aus der l&auml;ngst zum ultimativen Deutschrock\/K&ouml;lschrock-Meilenstein avancierten LP &bdquo;Live im Roxy&ldquo; in die rheinl&auml;ndische Musikhistorie einging. Als die Musiker auf der B&uuml;hne mit der Zelebration dieses unverg&auml;nglichen Proletenepos fertig waren und der Schlussakkord erklungen war, wollten die rund 200 Fans aber noch l&auml;ngst nicht aufh&ouml;ren und der Chor nicht verstummen, weshalb es bald zu einer kleinen, aber feinen Reprise des &bdquo;niveauvollen Asis&ldquo; mit voller Bandbesetzung kam.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der 1959 vom damaligen Teenager-Idol Peter Kraus aufgenommene, kess-burschikose Rock&rsquo;n`Roll-Verschnitt <strong>&bdquo;So wie ein Tiger&ldquo;<\/strong> galt in meiner Jugend auch als so ein &bdquo;Streitfall&ldquo; mit meiner Mama, die selbst, als Kind der 50er Jahre, das Original sehr sch&auml;tzte und es nie verschmerzen konnte, dass Herr Zeltinger diesen Golden Oldie so bestialisch zerhackt hatte \ud83d\ude09 Daraus folgte, wie beschrieben: Je weniger meine Mutter diese und andere hardrockigen Neuauslegungen von Altschlagern und Volksliedern ertragen wollte, desto h&auml;ufiger (und lautst&auml;rker) habe ich als Jugendlicher eben genau diese verp&ouml;nten Platten zu Hause aufgelegt \ud83d\ude09<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem uns Zeltinger seine Handlungsweise, in der Disco beim Anmachen junger Tanzm&auml;use, in sch&ouml;ner Regelm&auml;&szlig;igkeit &bdquo;So wie ein Tiger&ldquo; zu agieren, krachig erl&auml;utert hatte. ging`s augenzwinkernd und drastisch gleicherma&szlig;en ab in Richtung <strong>&bdquo;Sozialamt&ldquo; <\/strong>(1979) und vollf&uuml;hrte der Star des Abends den ebenso glei&szlig;end spitzz&uuml;ngigen <strong>&bdquo;Riesen Rock&rsquo;n&rsquo;Roll Betrug&ldquo;<\/strong> (1980). Zuvor st&auml;ndig von den wild tanzenden, springenden und abfeiernden Fanscharen im &bdquo;ZAKK&ldquo; eingefordert, ert&ouml;nte nun endlich Zeltingers &uuml;bertrieben schummrig-laszive, grandios schwul-schmalzige Interpretation der hocherotischen 1974er-Dalida-Schnulze <strong>&bdquo;Er war gerade 18 Jahr&ldquo;<\/strong>&hellip; die bekanntlich in der niederschmetternden und von Zeltinger so herrlich &uuml;berdreht und bet&ouml;rend leidenschaftlich dargebotenen Feststellung endete: &bdquo;Isch ab vergessen \/ ganz und gar \/ isch z&auml;hlte zweimal 18 Jahr&ldquo;&hellip;. \ud83d\ude09<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Rahmen eines knappen, &bdquo;abgespeckten&ldquo; &bdquo;Unplugged&ldquo;-Parts &ndash; Zeltinger sang, Gitarrist Dennis bediente die Akustische &ndash; folgte ein R&uuml;ckgriff auf die 1992er-&bdquo;Solo Plaat&ldquo; und die darauf erstmals bedachte, K&ouml;lsche &bdquo;Rolling Stones&ldquo;-Adaption <strong>&bdquo;Waade op ne Fr&uuml;nd&ldquo;<\/strong> (&bdquo;Waiting on a Friend&ldquo;), die 2014 f&uuml;r die stromlose Livescheibe &bdquo;Avjespeck&ldquo; von J&uuml;rgen und Dennis erneut aufgenommen worden war. Zum gro&szlig;en Finale &bdquo;erdr&ouml;hnte&ldquo; zun&auml;chst der hochexplosive Mega-Urlaubs-Killer <strong>&bdquo;Mallorca &ndash; Sommer &ndash; Sonne &ndash; Herzinfarkt&ldquo;<\/strong> (1982), ohne Pause pr&auml;sentierten Zeltinger und seine Combo daraufhin, weiterhin in H&ouml;chstform, die drallen, rohen, ungesch&ouml;nten Prolo-Rocker <strong>&bdquo;Panzerfahrer&ldquo;<\/strong> (1979), <strong>&bdquo;Entzug&ldquo;<\/strong> (1980), <strong>&bdquo;Knochen&ldquo; <\/strong>(1981) und <strong>&bdquo;Exhibitionist&ldquo;<\/strong> (1980) &ndash; bevor der Hauptteil des rund 90min&uuml;tigen &bdquo;ernsthaften Konzerts&ldquo; leider schon vor&uuml;ber wahr. Denn um 22.00 Uhr, so hatte es die Leitung des &bdquo;ZAKK&ldquo; verf&uuml;gt, musste die Livemusik erl&ouml;schen, damit im danebenliegenden, gr&ouml;&szlig;eren Saal die schnieken Discokids der Edelmetropole D&uuml;sseldorf ins flirrende Nachtleben eintauchen konnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der konsequent und schonungslos zum ultraflinken Extrem-Punkrock ausgestaltete, weitere &bdquo;Streitpunkt&ldquo; mit meiner Frau Mama, <strong>&bdquo;Mein Vater war ein Wandersmann&ldquo;<\/strong>, eine deutsche Volksweise, die Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden war und in den End-70ern von der &bdquo;Zeltingerband&ldquo; derbest verhackst&uuml;ckt wurde, und die sofortige &Uuml;berleitung zur sommerlich-anarchistischen Beach-Punk-Ode <strong>&bdquo;M&uuml;ngersdorfer Stadion&ldquo;<\/strong>, auf der Basis des 1977er-&bdquo;Ramones&ldquo;-Evergreens &bdquo;Rockaway Beach&ldquo; &ndash; seit knapp vier Jahrzehnten regelm&auml;&szlig;ig der hei&szlig;begehrte &bdquo;Rausschmei&szlig;er&ldquo; bei Zeltinger-Aufwartungen &ndash;, sorgten beinahe f&uuml;r ein reales Pogo Dancing vor der B&uuml;hne des gem&uuml;tlichen, recht kleinen Konzertsaals des &bdquo;ZAKK&ldquo; zu D&uuml;sseldorf, woran sich sogar &ndash; wenn auch mit Abstrichen bzw. &bdquo;Avjespeck&ldquo;- der ja nicht mehr ganz so bewegungsstarke Verfasser dieser Zeilen so gut es ging und mit viel Elan beteiligte!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dat woor ne &auml;&auml;chte Jogenddraum vun mieh&hellip;<\/strong> sagte ich um 21.55 Uhr, nach der Show, zu einem anderen Konzertbesucher, bevor ich mir das Taxi zur&uuml;ck zum D&uuml;sseldorfer Hauptbahnhof bestellte. Ob diese eineinhalb Stunden des Eintauchens in den brachialen K&ouml;lschrock der fr&uuml;hen 80er Jahre nun unbedingt meiner Frau Mama gefallen h&auml;tten, entzieht sich meiner Kenntnis &ndash; ich jedenfalls war sehr gl&uuml;cklich und zufrieden, nach 30 Jahren &bdquo;Waadezick&ldquo; op &bdquo;De Plaat&ldquo;, endlich mal einem solchen grellen, ohrenbet&auml;ubenden, &uuml;berkandidelten und zugleich (bzw. wohl sogar gerade deshalb) so au&szlig;erordentlich sympathischen Spektakel beiwohnen zu k&ouml;nnen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>J&uuml;rgen Zeltinger<\/strong> kann man nur Lieben oder Hassen. Der K&ouml;lsche Maestro des &bdquo;Asi-Rock&ldquo;, mit seiner stets gekonnt zur Schau gestellten Adipositas, seiner brillant &uuml;bertrieben ausgelebten Vulgarit&auml;t und seiner liebenswerten Respektlosigkeit vor allem und jedem, hat von jeher stark polarisiert &ndash; wie ich ja auch bis heute in der eigenen Familie nicht selten feststellen kann :- ) So ein Zeltinger-Konzert sollte jeder Freund guter, hardrockiger Blues- und Punkkl&auml;nge in schlichter, aber intensiver und grundehrlicher deutscher Sprache bzw. breitestem k&ouml;lschen Verz&auml;ll, inkl. liebevoll aufgedonnerter, niemals zerst&ouml;render oder gar die musikalische Substanz des Originals abwertender (vielmehr diesem unerwartet markersch&uuml;tternde, neue und witzige Facetten hinzuf&uuml;gender) Heavy-Sichtweisen alter Schlagerhits und bekannter Volkslieder-Melodeien, zumindest einmal im Leben besucht haben. Nat&uuml;rlich w&auml;re es schon anzuraten, eine gro&szlig;e Portion an Humor und einen ausgepr&auml;gten Sinn f&uuml;rs Parodistische, &Uuml;berzeichnete, Schrille mit im Gep&auml;ck zu haben. Wenn diese Faktoren gegeben sind, dann steht einem Besuch einer solchen Veranstaltung im Sinne des unvergleichlichen &bdquo;Faktor-Z&ldquo; (so der Titel der 1996er-Scheibe von &bdquo;De Plaat&ldquo;) nix mieh em W&auml;&auml;ch!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p>\n<strong>Weitere Tour-Termine:<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">21.11.2015&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &bdquo;Dorfgemeinschaftshaus&ldquo;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Gelsdorf\/Grafschaft-Gelsdorf<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">27.11.2015&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &bdquo;Gasthaus Alt H&ouml;nningen&ldquo;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Bad G&ouml;ttingen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">19.12.2015&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &bdquo;Kubana&ldquo;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Siegburg<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">16.01.2016&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &bdquo;Musikbunker&ldquo;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Aachen<\/p>\n<p>Holger St\u00fcrenburg, 28 bis 30. August 2015<\/p>\n<p>http:\/\/www.zeltinger-band.de\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>J\u00fcrgen Zeltinger &#038; Band r\u00fccken in diesem Jahr noch zu vier weiteren Konzert-Terminen aus&#8230;:\u00a0 Dat woor ne &auml;&auml;chte Jogenddraum vun<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":86357,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[5],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/86356"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=86356"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/86356\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/86357"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=86356"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=86356"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=86356"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}