{"id":85591,"date":"2015-09-17T00:00:00","date_gmt":"2015-09-17T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=85591"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"FRANCINE-JORDI-Ihre-neue-CD-Wir-85590","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/FRANCINE-JORDI-Ihre-neue-CD-Wir-85590\/","title":{"rendered":"FRANCINE JORDI <br \/>Ihre neue CD &quot;Wir&quot; im Test von Holger St\u00fcrenburg!"},"content":{"rendered":"<p>Und h\u00f6chste Zeit, dass wir mal wieder \u00fcber die S\u00c4NGERIN Francine Jordi reden &#8230;!\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So&hellip; der Theaterdonner ist am Verhallen&hellip; die Scherben, m&ouml;gen sie noch so grob und spitz sein, werden aufgekehrt&hellip; die hohen Herren bei ARD und ORF m&uuml;ssen sich &uuml;berlegen, ob es denn wirklich eine so weise Idee war, eine schon vorab vielfach als zumindest fragw&uuml;rdig eingestufte Entscheidung, &uuml;ber die K&ouml;pfe des gemeinen, aber eben GEZ-Geb&uuml;hren zahlenden Publikums hinweg, so mir nichts, Dir nichts, durchzupeitschen &ndash; und nun, daran anschlie&szlig;end, tun dieselben, volksfernen Funktion&auml;re ganz verwundert, wenn ebenjener schlichte TV-Zuschauer diese unerbetene Bestimmung sozusagen mit der Fernbedienung in Grund und Boden gestampft hat.<\/p>\n<p>So soll es nun an der Zeit sein, sich, nach dem nicht wegzudiskutierenden, geschmacklichen, wie produktionstechnischen und programmatischen Flop der sog. &bdquo;Stadl-Show&ldquo; am vergangenen Samstagabend (die eher h&auml;ufig wirkte, wie ein &ndash; bedauerlicherweise in Wahrheit v&ouml;llig ernst gemeintes &ndash; volksmusikalisches Pendant zur &ndash; gottlob niemals so ernsthaften und trotzdem inhaltsbezogen weitaus tiefergehenden &ndash; &bdquo;Heute-Show&ldquo;), wiederum demjenigen Talent der <strong>FRANCINE JORDI<\/strong> zuzuwenden, &uuml;ber das die angeschlagene &bdquo;Stadl-Show&ldquo;-Neumoderatorin &ndash; ihr Co-Conf&eacute;rencier Alexander Mazza hat zum Gl&uuml;ck bislang noch nicht gesungen&hellip; &#8211; <em>TATS&Auml;CHLICH<\/em> von Kindesbeinen an verf&uuml;gt.<\/p>\n<p>Die 38j&auml;hrige, mittelblonde Schweizerin aus Richingen\/Worb im Kanton Bern ist &ndash; daran gibt es keinerlei Zweifel &ndash; eine sehr sympathische, attraktive, meist vor Frohsinn und Temperament nur so &uuml;bersprudelnde Interpretin freundlicher eing&auml;ngiger, poppiger Schlager. Dies bezeugt unbestreitbar auch ihr neues, vermutlich aus Marketing-Gr&uuml;nden eine Woche vor der &bdquo;Stadl-Show&ldquo; bei Heart of Berlin\/Vertrieb: Polydor\/Universal publiziertes, insgesamt zw&ouml;lftes Album <strong>&bdquo;WIR&ldquo;<\/strong>. Es ihr sechstes Werk im reinen Schlagerkontext, nachdem die stets liebevoll l&auml;chelnde S&auml;ngerin 2004\/05 ihren Anf&auml;ngen im eher volkst&uuml;mlichen Bereich Adieu gesagt hatte.<\/p>\n<p>Nat&uuml;rlich bedeutete es ein gewisses Risiko, seitens der <em>smago!<\/em>-Chefredaktion gerade mich, als alten Andy-Borg-Verehrer, der ich dessen Karriere seit ihren Anf&auml;ngen 1982 mit &bdquo;Adios Amor&ldquo; schmunzelnd-konstruktiv verfolge, und &ndash; wie ich gerade nachz&auml;hlte &ndash; ungelogen 15 CDs, zehn Vinyl-LPs und noch mal 19 Vinyl-Singles des legend&auml;ren Wiener Entertainers mit Herz und Selbstironie mein Eigen nenne, aufzufordern, nur wenige Tage nach dem (absehbaren und von nicht wenigen Menschen aus meinem Freundes-, Bekannten- und Familienkreis sogar &nbsp;regelrecht vorhergesagten) &bdquo;Stadl-Show&ldquo;-Fiasko, mir diese neue Silberscheibe von Borg-Nachfolgerin Francine Jordi analytisch vorzukn&uuml;pfen&hellip; aber vielleicht machte gerade dieses Faktum die Faszination aus, mit aller Kraft zu versuchen, alle Vorurteile, die mit dem &bdquo;Stadl&ldquo; zusammenh&auml;ngen, mental v&ouml;llig auszuschalten &ndash; und sich wahrhaftig ausschlie&szlig;lich der reinen Schlagerinterpretin Francine zu widmen. Ich hoffe, dass mir dies recht gut gelungen ist!<\/p>\n<p><strong>&bdquo;Wir&ldquo;<\/strong> pr&auml;sentiert zw&ouml;lf brandneue Titel (plus einen Bonustrack). Die durchwegs ansprechenden Lieder wurden allesamt produziert und arrangiert von Thorsten Br&ouml;tzmann, bekannt durch seine Zusammenarbeit mit z.B. &bdquo;D.J. &Ouml;tzi&ldquo;, &bdquo;Modern Talking&ldquo;, Christina St&uuml;rmer, den &bdquo;No Angels&ldquo; oder Matthias Reim, sowie Ivo Moring, der u.a. bereits mit J&uuml;rgen Drews, Roland Kaiser, Philipp von Kap-Herr oder Maria Levin reputierlich kooperierte. Die Kompositionen und Texte stammen &uuml;berwiegend von der K&uuml;nstlerin selbst, ihrem Landsmann, dem Songschreiber Tommy Mustac, und dem D&uuml;sseldorfer Hit-Texter Tobias Reitz; ab und zu griffen auch die &sbquo;alten Hasen&lsquo; Joachim Horn-Bernges und Francines einstiger Duettpartner &ndash; man h&ouml;re und staune &#8211; Nino de Angelo (Erinnere: &bdquo;Und wenn ich abends einschlaf&lsquo;&ldquo;; 2004, auf der CD &bdquo;Zur&uuml;ck nach Vorn&ldquo;) f&uuml;r &bdquo;WIR&ldquo; zur Feder.<\/p>\n<p>Als direkt innerhalb der ersten Take radikal mitrei&szlig;ender und anspornender Aufh&auml;nger hier vorgestellter Silberscheibe dient selbstverst&auml;ndlich die erste Singleauskoppelung <strong>&bdquo;Paradies&ldquo;<\/strong>, ein sogleich in Herz und Beine gehender, treibender Disco-Fox-Pop-Ohrwurm mit Gro&szlig;raumdiscotheken-Flair, den Francine nicht nur mehrfach auf Rang Eins der &bdquo;Formatradiocharts Konservativ&ldquo; platzieren konnte, sondern auch in &sbquo;ihrer&lsquo; &ldquo;Stadl-Show&ldquo; &sbquo;live&lsquo; vortragen durfte (und mit diesem Tun f&uuml;r einen der ganz wenigen H&ouml;hepunkte dieses umstrittenen TV-Unterfangens sorgte!)<\/p>\n<p>Allgemein spielen knallige Nachtleben-Sounds, dralle Fox-Rhythmen und edel-beschwingte Ohrwurmmelodien in flirrend-schwitziger Clubatmosph&auml;re im musikalischen Dasein Francine Jordis im Jahr 2015 eine immense Rolle. Auch viele weitere Beitr&auml;ge auf &bdquo;Wir&ldquo; gehen in diesem klanglichen Umfeld &ndash; ein ums andere Mal kraftvoll-fetzig, frech-offensiv umgesetzt und mit ausgepr&auml;gter, liebenswerter Stimme dargeboten &ndash; vonstatten: So z.B. das frischverliebte Bekenntnis <strong>&bdquo;Alles auf Rosarot&ldquo;<\/strong> setzen zu wollen, der beherzt-burschikose Vorwurf an den verheirateten Verehrer, dieser habe doch &uuml;berhaupt <strong>&bdquo;Keine Ahnung von Liebe&ldquo;<\/strong>, das trotzig-abgekl&auml;rte Abschiedsszenario, verlassen zu werden gesch&auml;he dem Lied-Ich ohnehin <strong>&bdquo;Nicht das erste Mal&ldquo;<\/strong>, oder die leidenschaftliche Aufforderung an den neuen Partner, gemeinsam mit dem verknallten Lied-Ich <strong>&bdquo;Bis ans Ende der Welt&ldquo;<\/strong> zu fliegen &ndash; s&auml;mtlich Klasse Tanzfl&auml;chenf&uuml;ller mit Charme und kreativem Anspruch.<\/p>\n<p><strong>&bdquo;Ich kenn Dich&ldquo;<\/strong> ist zwar gleichfalls enorm rhythmisch und tanzbar ausgefallen, klingt aber, im Gegensatz zu fast allen anderen Beitr&auml;gen auf &bdquo;WIR&ldquo;, vergleichsweise vorhersehbar und eint&ouml;nig, der sprichw&ouml;rtliche Funke mag auch bei mehrmaligem H&ouml;ren des Titels nicht so recht &uuml;berspringen.<\/p>\n<p>Jugendlich-frisch, gleicherma&szlig;en zielstrebig und beharrlich, perlt Francines von feinen akustischen, wie elektrischen Gitarren dezent und melodiebetont vorangef&uuml;hrte Selbstdefinition als <strong>&bdquo;Tr&auml;umerin&ldquo;<\/strong> durch die Boxen, ebenso optimistisch, lebensbejahend, vehement hoffnungsfroh und unverzagt, gibt sich der poppige Electro-Swing <strong>&bdquo;Ein guter Tag&ldquo;<\/strong> (der &uuml;brigens an neuere Lieder von Mary Roos erinnert), w&auml;hrend der erneut gitarrengepr&auml;gte Mid-Tempo-Schlager <strong>&bdquo;Wenn ich schon was tr&auml;umen muss&ldquo;<\/strong> pralle Romantik und ausufernde Sehnsucht in bester Form in sich tr&auml;gt und konstruktiv verbreitet.<\/p>\n<p>Als betuliche, beruhigend-wiegende Folkballade zeigt sich die einlullend-vertr&auml;umte Bitte <strong>&bdquo;Schenk mir die Nacht&ldquo;<\/strong>; mit den Pianoakkorden von John Lennons &Uuml;berhymnus &bdquo;Imagine&ldquo; spielt gekonnt (aber etwas zu eindeutig) das erst so zerbrechliche, sp&auml;ter anwachsend soulige und zum Schluss w&uuml;rdevoll erhaben-orchestrale Liebesdrama <strong>&bdquo;Sag es nicht&ldquo;<\/strong>. Die keck-k&ouml;stliche Beschreibung eines <strong>&bdquo;Bl&ouml;den Montags&ldquo;<\/strong> ist nicht nur harmonisch, sondern dito inhaltlich (&uuml;ber)deutlich an den thematisch &auml;hnlich ausgerichteten 1986er-Welthit &bdquo;Manic Monday&ldquo; der US-Girl-Group &bdquo;The Bangles&ldquo; angelehnt; die erste Strophe und der Refrain k&ouml;nnen nahezu als Eins-zu-Eins-&Uuml;bersetzungen des Originals durchgehen&hellip;<\/p>\n<p>Das g&auml;nzlich stille Beinahe-Hochzeitslied <strong>&bdquo;Ja&ldquo;<\/strong> fungiert auf <strong>&bdquo;WIR&ldquo;<\/strong> als Bonustitel, beendet fulminant und hoch emotional diese &uuml;ber weite Strecken &uuml;beraus gelungene CD, die manches dessen wieder wettmacht, was am vergangenen Samstagabend bekannterma&szlig;en schieflief.<\/p>\n<p>Ob <strong>Francine Jordi<\/strong> &ndash; rein als S&auml;ngerin betrachtet &#8211; einstmals bei mir einen so einen signifikanten Kultstatus wird einnehmen k&ouml;nnen, wie ihn Kollege Andy Borg seit &uuml;ber drei Dekaden in meinem gesamten Freundeskreis genie&szlig;t, vermag ich nicht zu sagen. Daf&uuml;r kenne ich sie, ihre Lieder und ihre k&uuml;nstlerische Entwicklung noch viel zu wenig. H&auml;tte mir Tobias Reitz nicht 2009 das seinerzeit von ihm mitgeschriebene Album &bdquo;Meine gro&szlig;e, kleine Welt&ldquo; ans Herz gelegt, w&auml;re mit Francine heutzutage vermutlich relativ unbekannt. Nun habe ich mich jedoch eingehend mit <strong>&bdquo;WIR&ldquo;<\/strong> besch&auml;ftigt &ndash; bedauerlicherweise im Schatten der Causa &bdquo;Stadl-Show&ldquo;, aber ich hoffe, trotzdem so neutral und pur musikbezogen, wie m&ouml;glich &ndash; und konnte dabei nicht nur feststellen, dass <strong>Francine Jordi<\/strong> nicht nur eine verdammt gute S&auml;ngerin ist, die (was heutzutage l&auml;ngst nicht mehr allt&auml;glich ist) weder pl&auml;rrt, kreischt, noch Silben verschluckt oder wom&ouml;glich Textaussagen falsch betont, sondern in einem Atemzug jederzeit als kesse Interpretin moderner deutscher Schlager eine sehr gute Figur macht. Gewiss sprechen mir, rein subjektiv betrachtet, als &uuml;berzeugtem Nicht-T&auml;nzer, filigrane, melodiebetonte Romantikschlager, wie &bdquo;Tr&auml;umerin&ldquo;, &bdquo;Ein guter Tag&ldquo; oder &bdquo;Schenk mir die Nacht&ldquo;, schon etwas mehr aus der Seele, als so manches lautstarke Dancefloor-Epos. Aber dies ist mein pers&ouml;nlicher Geschmack und soll nichts weiter bedeuten.<\/p>\n<p><strong>&bdquo;WIR&ldquo;<\/strong> ist sicherlich keine &bdquo;kultverd&auml;chtige&ldquo; Produktion, aber alles in allem eine zweifellos h&ouml;renswerte, kurzweilige Liedsammlung, gesungen von einer einwandfrei pers&ouml;nlichkeitsstarken, gewinnend und angenehm auftretenden jungen Frau, die sich allerdings in Futuro in erster Linie genau darauf konzentrieren sollte, was sie am besten und &uuml;berzeugendsten auf der Agenda hat: <strong>&bdquo;WIR&ldquo;<\/strong> legt dar&uuml;ber, trotz manch klanglichen (Allzu-)Nahverh&auml;ltnisses zu aktuellen Schlageracts der Sorte &bdquo;Wolkenfrei&ldquo;, Maria Levin, Annemarie Eilfeldt oder Beatrice Egli, ein, wenn zwar nicht unbedingt nur aus musikalischen &bdquo;Einsen&ldquo; bestehendes, aber dennoch &uuml;berdurchschnittliches und ausbauf&auml;higes Zeugnis ab!<\/p>\n<p>Holger St\u00fcrenburg, 15.\/16. September 2015<br \/>http:\/\/heartofberlin.wordpress.com\/<br \/>http:\/\/www.francinejordi.ch\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und h\u00f6chste Zeit, dass wir mal wieder \u00fcber die S\u00c4NGERIN Francine Jordi reden &#8230;!\u00a0 So&hellip; der Theaterdonner ist am Verhallen&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":85592,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[29],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/85591"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=85591"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/85591\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/85592"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=85591"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=85591"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=85591"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}