{"id":84016,"date":"2015-10-30T00:00:00","date_gmt":"2015-10-30T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=84016"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"SEMINO-ROSSI-Die-CD-Amor-Die-84015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/SEMINO-ROSSI-Die-CD-Amor-Die-84015\/","title":{"rendered":"SEMINO ROSSI <br \/>Die CD &quot;Amor &#8211; Die sch\u00f6nsten Liebeslieder aller Zeiten&quot; im Test von Holger St\u00fcrenburg!"},"content":{"rendered":"<p>Der Musikjournalist r\u00e4umt freim\u00fctig ein, dass er nie ein besonderer Fan von Semino Rossi gewesen sei! Das habe sich jetzt jedoch schlagartig ge\u00e4ndert &#8230;:\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eigentlich war ich nie ein besonderer Fan von <strong>SEMINO ROSSI<\/strong>. Der 1961 in Rosario\/Argentinien geborene und seit 1984 in &Ouml;sterreich residierende Frauenschwarm mit der einschmeichelnden Stimme konnte bislang mein musikalisches Herz mittels schw&uuml;lstiger Schmachtschlager und Radikalschnulzen der Sorte &bdquo;Rot sind die Rosen&ldquo; oder &bdquo;Tausend Rosen f&uuml;r Dich&ldquo; nicht unbedingt erw&auml;rmen. &nbsp;Aber klar, ein Journalist, der sich mehrheitlich mit Schlagermusik aller Art besch&auml;ftigt, bekommt nat&uuml;rlich ab und zu mal eine CD des dunkelhaarigen &bdquo;Austro-Iglesias&ldquo; auf den Tisch &ndash; nur allzu h&auml;ufig, um diese recht schnell ins Archiv abzuschieben. Manches seiner opulenten Liebesdramen hat mir durchaus zwar &sbquo;ganz gut&lsquo; gefallen, aber in meinem pers&ouml;nlichen musikalischen Horizont verblieb der einstige Stra&szlig;enmusiker, der im Laufe seines Lebens in Spanien, Italien, der Schweiz und eben in &Ouml;sterreich, auch in Hotels und Pensionen als Musiker engagiert war, stets unter ferner liefen.<\/p>\n<p>Dies &auml;nderte sich schlagartig am Freitag, dem 25. September 2015, um 21.52 Uhr. In jener historischen Sekunde, umwehte meinen PC offenbar der Mantel der (Musik)Geschichte, und ich erhielt eine E-Mail mit der Vorabauskoppelung aus dem brandneuen Album von <strong>SEMINO ROSSI<\/strong>, das da hei&szlig;t <strong>&bdquo;AMOR &ndash; DIE SCH&Ouml;NSTEN LIEBESLIEDER ALLER ZEITEN&ldquo;<\/strong> und vor ca. drei Wochen bei POLYDOR\/UNIVERSAL erschien.<\/p>\n<p>Bei der 14 Tage vor der regul&auml;ren Album-V&Ouml; als erste Promosingle genutzten Melodie, handelt es sich um einen unzweifelhaften Klassiker der gehobenen Popmusik, genau gesagt, um den 1931 von der britischen Schriftstellerin und Lyrikerin Eleanor Farjeon verfassten, und genau 40 Jahre sp&auml;ter von Singer\/Songwriter Cat Stevens zu einem weltumfassenden Allzeit-Hit ausgestalteten, fr&uuml;hlingshaft-romantischen Schleicher <strong>&bdquo;Morning has broken&ldquo;<\/strong> &#8211; ein realer Standard, im Grunde genommen l&auml;ngst ein Volkslied, das in zig Gesangsb&uuml;chern, von den Pfadfindern bis hin zu christlichen Jugendverb&auml;nden, zu finden ist, das der Verfasser dieser Zeilen im Sp&auml;therbst 1981 im Musikunterricht der f&uuml;nften Klasse eines scheu&szlig;lichen (und daher nicht weiter erw&auml;hnenswerten) Hamburger Gymnasiums, singend und blockfl&ouml;tend erlernen durfte, das bis heute aus dem Repertoire der meisten Schul-, Kirchen-, Freizeitch&ouml;re etc. nicht wegzudenken ist und sogar, mit einer anderen Betextung versehen, im offiziellen Evangelischen Kirchengesangsbuch gelistet ist.<\/p>\n<p>Ein Jahr nach der Ver&ouml;ffentlichung dieser traumhaften Ballade durch den 1977 zum Islam konvertierten Cat Stevens, der sich heute &bdquo;Yusuf Islam&ldquo; nennt, nahm die ewigjunge israelische Chansonette Daliah Lavi eine deutschsprachige Version von &bdquo;Morning has broken&ldquo; auf. Die Lyrikerin und sp&auml;tere Kinderbuchautorin Gisela Zimber, die seit den 60er Jahren zig Hits u.a. f&uuml;r Rex Gildo, Wencke Myhre oder Lou van Bourg bereimte, hatte hierf&uuml;r den muttersprachlichen Text &bdquo;Sch&ouml;n ist der Morgen&ldquo; zu Papier gebracht, den Lady Lavi f&uuml;r ihre zweite 1972er-LP &bdquo;Meine Art Liebe zu zeigen&ldquo; bravour&ouml;s einsang.<\/p>\n<p>Genau jener Textworte bediente sich Semino Rossi nun beim t&ouml;nenden Vorgeschmack auf sein aktuelles CD-Opus &bdquo;AMOR &ndash; Die sch&ouml;nsten Liebeslieder aller Zeiten&ldquo;. Und als ich mir an jenem Freitagabend, kurz vor der &bdquo;HEUTE SHOW&ldquo;, Seminos Neuaufnahme dieses prickelnden Gef&uuml;hlschansons anh&ouml;rte, war mir umgehend klar: Diese Albumrezension &uuml;bernehme ich mit Kusshand!!<\/p>\n<p>Zu diesem &#8211; vermutlich auch seitens der SMAGO!-Chefredaktion selbst ungl&auml;ubig und erstaunt aufgenommenen &ndash; Entschluss, trug nicht nur Seminos gerade diesem r&uuml;hrend-ermunternden Lied extrem hauteng zu Gesicht stehende Stimme bei. In einem Atemzug, kann die schier hervorragende musikalische Umsetzung dieser so optimistischen, wie ausschweifenden Weise in Bezug auf ihre Dichte, das Klangvolumen und die instrumentelle Impression nur als grandios klassifiziert werden. Da schaute ich flink auf die Liste mit den Credits, die der MP3 beigef&uuml;gt war, und stellte fest: Gro&szlig;meister Rossi hat f&uuml;r seine neueste Produktion tats&auml;chlich die besten und versiertesten US-amerikanischen Studiomusiker herbeizitiert, die in den letzten Jahren so die Szene beherrscht haben (und weiterhin mit ihrem instrumentalen K&ouml;nnen begl&uuml;cken!). Er hat von denen die meisten Spuren im EAST WEST Studio in Los Angeles aufnehmen lassen und daraufhin ebendort die Vokalparts eigenst&auml;ndig eingesungen. Als Produzent wurde Humberto Gatica verpflichtet, ein geb&uuml;rtiger Chilene, der seit 1973 in den USA hinter dem Mischpult u.a. f&uuml;r Weltstars, wie Celine Dion, Barbra Streisand, Richard Marx, Elton John oder Tina Turner t&auml;tig ist, und zudem als enger Kompagnon von niemand geringerem gilt, als des gro&szlig;artigen David Foster. Der kanadische Musik-Tausendsassa &bdquo;erfand&ldquo; in den 80ern sozusagen den verschmust-elit&auml;ren Perfect-Pop-Sound der AOR-Poplegende &bdquo;Chicago&ldquo; (&bdquo;Hard to say I&lsquo;m sorry&ldquo;, &bdquo;Stay the Night&ldquo; etc.), nach deren Wechsel von CBS zu WARNER 1981\/82, war nach 1986 bei der Solokarriere deren langj&auml;hrigen S&auml;ngers und Bassisten Peter Cetera behilflich, der seine bisherige Band verlassen hatte (&bdquo;Glory of Love&ldquo;), und komponierte im Laufe der Jahre verschiedenste Filmmusiken und Soundtracks. Auf Seminos profunder Liebeslieder-Kollektion &bdquo;AMOR&ldquo; ist er an den Keyboards zu h&ouml;ren, w&auml;hrend sich an den E-Gitarren der viel gebuchte Sessiongitarrist Tim Pierce austobt, der schon f&uuml;r Rock-Koryph&auml;en a &lsquo;la Bruce Springsteen, &bdquo;Meat Loaf&ldquo;; Rod Stewart, &bdquo;Bon Jovi&ldquo; oder gar Alice Cooper in die Saiten gedroschen hatte. Schlussendlich bedient der hochtalentierte Bassist Nathan East aus Philadelphia sein Instrument, der einst f&uuml;r Al Jarreau, Phil Collins oder sogar &bdquo;Daft Punk&ldquo; arbeitete und der mich ehedem im Januar 1987 bei Eric Claptons &bdquo;August&ldquo;-Tour in der Hamburger Sporthalle vollends begeistert hatte.<\/p>\n<p>Bei so viel geballter musikalischer Professionalit&auml;t, <strong><em><u>musste <\/u><\/em><\/strong>Semino Rossis neue Scheibe einfach gelingen und das Zeug dazu haben, ein optionaler Dauerbrenner des anspruchsvollen deutschen Schlagers, Chansons und Soft Pops zu werden.<\/p>\n<p>13 allseits bekannte und beliebte Songperlen des internationalen Edelpop der Nachkriegszeit bis heute, darunter das saisonal punktgenau passende, traditionelle Weihnachtslied &bdquo;The First Noel&ldquo;, und zus&auml;tzlich zwei Neukompositionen im Stile seines eigenen, bisherigen Hitreigens, hat sich der stimmstarke Argentinier f&uuml;r &bdquo;AMOR&ldquo; ausgesucht. Die teutonischen Texte wurden zumeist nicht zeitnah verfasst. Vielmehr griff man, von wenigen Ausnahmen abgesehen, auf diejenige deutsche Bearbeitung eines internationalen Originals zur&uuml;ck, mit der dieses schon bei seiner ersten Aufnahme im deutschgesungenen Kontext, teils vor mehreren Jahrzehnten, versehen worden war.<\/p>\n<p>Der Pfeil des offenbar sehr musikbegeisterten Gottes &bdquo;Amor&ldquo; trifft als erstes (in) das melodramatische, franz&ouml;sische Chanson <strong>&bdquo;La Vie en Rose&ldquo;<\/strong>. Dieses wurde im Original 1945 von der legend&auml;ren Pariser S&auml;ngerin Edith Piaf geschrieben und drei Jahre darauf von Ralph Maria Siegel und Hans Doll mit der deutschen Betextung <strong>&bdquo;Schau mich bitte nicht so an&ldquo;<\/strong> ausgestattet. In unseren Breitengraden interpretierten, oft h&ouml;chst reputierlich, z.B. Hildegard Knef (1978), Caterina Valente (1963), Nana Mouskouri (1973), Stefan Waggershausen (1977) oder Mireille Mathieu (1984) dieses unvergessliche Lied mit Siegels inhaltlich nicht auf das Original bezogenen Reimen. In einem luftig-legeren, gro&szlig;b&uuml;rgerlichen Ambiente, auf der Basis eines nur ganz behutsam angeschlagenen Pianos, immens zur&uuml;ckhaltend eingesetzten Schlagzeugs und eines kaum sp&uuml;rbaren Streicher-Teppichs, inkl. nahezu samten wirkender Akkordeoneinsprengsel, tr&auml;gt Semino Rossi so inbr&uuml;nstig, wie ehrf&uuml;rchtig vor dem sagenumwobenen Ursprungstitel, den Er&ouml;ffner von &bdquo;AMOR&ldquo; in bester US-amerikanischer Easy-Listening-Manier grazil und gef&uuml;hlsbetont gleicherma&szlig;en vor.<\/p>\n<p>Nicht weniger gem&auml;chlich, &sbquo;sophisticated&lsquo; und vornehm, nimmt sich Semino Rossi daran anschlie&szlig;end der knisternden Elvis-Presley-Edelballade <strong>&bdquo;Can&rsquo;t help falling in Love&ldquo;<\/strong> aus dem Jahr 1961 an, zu der der in Stettin geborene Schauspieler und Schlagerdichter Ernst Bader den deutschen Text <strong>&bdquo;Weit, so Weit&ldquo;<\/strong> erfand, den der sp&auml;tere Kammers&auml;nger Rene Kollo ein Jahr darauf als &bdquo;Deutsche Originalaufnahme&ldquo; f&uuml;r eine nicht unerfolgreiche Polydor-Single einsang. Seminos z&auml;rtliche Sichtweise verbindet n&auml;chtlich-besonnene Geruhsamkeit mit intensiver, verliebter Sehnsucht. Diese Vorgehensweise ist zweifellos ein, wenn nicht sogar <em>DAS<\/em> Markenzeichen des 53j&auml;hrigen S&auml;ngers, welches dieser vornehmlich in diesem flie&szlig;enden Softpop-Chanson erneut in bester Kontur an den Tag legt.<\/p>\n<p>Dirk Michaelis, der aus Chemnitz stammende Ex-Frontmann der &bdquo;DDR&ldquo;-Rockband &bdquo;Karussell&ldquo;, hatte nach seinem Ausstieg aus dieser, im Rahmen seiner danach gestarteten Solokarriere eine CD-Reihe unter dem Motto &bdquo;&hellip; singt Welthits auf Deutsch&ldquo; vorgelegt. In deren Titelliste befindet sich eine (von ihm selbst durchgef&uuml;hrte) muttersprachliche &Uuml;bersetzung der 1988er-Folkpop-Ballade <strong>&bdquo;Baby can I hold you&ldquo;<\/strong> der US-Singer\/Songwriter-Dame Tracy Chapman, &bdquo;Gib mir Zeit, benannt. Ebenjene, zerbrechlich-flehende Textauslegung nutzt nun Semino Rossi f&uuml;r seine wiederum sehr sachte, erst mit leise zirpenden Akustikgitarren beginnende, bald Dank sph&auml;rischer Keyboard-\/Synthesizer-Kaskaden langsam aus sich herauswachsend ausgekleidete Darlegung von &bdquo;Baby can I hold you&ldquo;, als &ndash; eben &ndash; <strong>&bdquo;Gib mir Zeit&ldquo;<\/strong>.<\/p>\n<p>Die bombastische Nachtlebenstudie <strong>&bdquo;The Last Waltz&ldquo;<\/strong> war 1967 ein Megaerfolg f&uuml;r den britischen Chef-Crooner Engelbert, der wenige Wochen sp&auml;ter von Starlyriker Kurt Feltz zu <strong>&bdquo;Der letzte Walzer&ldquo;<\/strong> umgedichtet wurde und, in jener deutschen Version, einen wochenlangen Nummer-Eins-Hit in diesem, unseren Lande f&uuml;r Peter Alexander darstellte. Mal wieder ein solcher Titel, der explizit Dank jener liebevoll-verliebten Reime aus dem Hause Feltz auf den Lippen, in Seminos eindringlicher, authentischer Intonation, einen gewissen Eindruck vermittelt, er sei einst wom&ouml;glich eigentlich nur und ausschlie&szlig;lich f&uuml;r den bisher u.a. mit dem &bdquo;ECHO&ldquo;, der &bdquo;Goldenen Stimmgabel&ldquo;, der &bdquo;Krone der Volksmusik&ldquo; oder dem &ouml;sterreichischen &bdquo;Amadeus Award&ldquo; ausgezeichneten Barden mit Wohnsitz Innsbrucker Land erdacht worden.<\/p>\n<p>Die erhabene, von akustischen Gitarrenspielereien ebenso atmosph&auml;risch zehrende, wie von wiegenden Streicherw&auml;llen vers&uuml;&szlig;te Walzer-Schlager-Melange <strong>&bdquo;Rot ist die Farbe der Liebe&ldquo;<\/strong>, eigens f&uuml;r &bdquo;AMOR&ldquo; konzipiert von Alfons Weindorf und Dr. Bernd Meinunger, f&auml;llt neben den globalen Megasellern qualitativ keinesfalls ab. Vielmehr verbindet dieses kongeniale Schmankerl auf ehrgeizige Art und Weise teutonische Volkst&uuml;mlichkeit und Urw&uuml;chsigkeit mit elegischem, kultivierten und weltgewandten US-Softpop erster G&uuml;teklasse.<\/p>\n<p>Auf die bereits vorgestellte, wie gesagt: wahrlich phantastische, erste Radiosingle <strong>&bdquo;Sch&ouml;n ist der Morgen&ldquo;<\/strong>\/<strong>&ldquo;Morning<\/strong> <strong>has broken&ldquo;<\/strong>, folgt eine SPANISCHE (!), gro&szlig;orchestral-ausufernd und trotzdem gediegen-sanft schleichend ausgebreitete Darbietung von Eric Carmens 1975er-Einsamkeitsdrama <strong>&bdquo;All by Myself&ldquo;<\/strong>, 2005 von dem Puerto-ricanischen S&auml;nger und Songschreiber Manny Benito als <strong>&bdquo;Solo Otra Vez&ldquo;<\/strong> ins Spanische &uuml;bertragen, f&uuml;r eine CD des s&auml;migen Pop-meets-Klassik-Gesangsquartetts &bdquo;Il Divo&ldquo;. Als Duett mit Sangeskollegin <strong>Michelle<\/strong>, ert&ouml;nt darauf hin Bob Segers 1978er-Softrockballade <strong>&bdquo;We&rsquo;ve got tonight&ldquo;<\/strong>, die wir Kinder der 80er in erster Linie als schmusigen Zwiegesang von Kenny Rogers und Sheena Easton bzw. Angelika Milster und Steve Barton kennen, unter dem deutschen Titel <strong>&bdquo;Bleib&lsquo; doch heut&lsquo; Nacht&ldquo; <\/strong>&ndash; aber diese (offenkundig nur aus rein verkaufstaktischen Gr&uuml;nden zusammengeschmissene) vokalistische Kooperation wirkt platt und unecht. Seminos sehnsuchtsvolles Organ scheint (gar in r&auml;umlicher Betrachtung) ganz, ganz weit entfernt von Michelles heller, jugendm&auml;dchenhafter, gewohnt &bdquo;piepsender&ldquo; Stimme zu erklingen, als w&auml;ren sich die beiden w&auml;hrend der Aufnahmen zu diesem einzigen Tiefpunkt aus &bdquo;Amor&ldquo; gar nicht erst im Studio begegnet bzw. im Zuge derselben auf kreativ-emotionaler Ebene vollst&auml;ndig und konsequent aneinander vorbeigelaufen.<\/p>\n<p>Der wiederum von Alfons Weindorf und Dr. Meinunger exklusiv f&uuml;r Seminos aktuellen Tontr&auml;ger verfasste, auch diesmal latent volkst&uuml;mlich angestupste, dabei au&szlig;erordentlich d&uuml;ster-melancholisches Fluidum verbreitende (und im Refrain un&uuml;berh&ouml;rbar an das Volkslied &bdquo;The Carnival is over&ldquo;\/&ldquo;Alle Tage ist kein Sonntag&ldquo; gemahnende) Luxusschlager <strong>&bdquo;Die Liebe ist unendlich&ldquo;<\/strong> bet&ouml;rt durch Ernsthaftigkeit, Seriosit&auml;t und W&uuml;rde, wie unterschiedslos durch seine, mit schonungsloser Ehrlichkeit erfolgende, gekonnt schw&uuml;lstige, gesangliche Umsetzung durch Herrn Rossi.<\/p>\n<p>Alsdann verfallen wir grenzenlos der abermals spektakul&auml;r elegant, mond&auml;n und stilvoll, hierbei beschwingt, cool und hei&szlig;bl&uuml;tig zugleich umgesetzten Neufassung des flamenco-durchtr&auml;nkten, italienischen Bossa-Nova-Evergreens <strong>&bdquo;Quando, Quando&ldquo;<\/strong> als <strong>&bdquo;Sag mir Quando, sag mir wann&ldquo;<\/strong>, best&uuml;ckt mit den deutschen Lyrics von Hans Bradkte, der mit seiner &Uuml;bersetzung dieses rhythmischen Tanzsaalfegers einen tollen Beitrag zu Peter Alexanders famoser 1974er-LP &bdquo;P.S. serviert Weltschlager&ldquo; leistete.<\/p>\n<p>Von dem 1972 entstandenen, sp&auml;ter von so unterschiedlichen Musikern, wie Brenda Lee, Elvis Presley, Willie Nelson oder den &bdquo;Pet Shop Boys&ldquo; zu Weltruhm gef&uuml;hrten Liebesschwur &bdquo;<strong>Always on my mind&ldquo;<\/strong>, existieren schon zig Coverversionen, von Karel Gott oder Andre&lsquo; Heller, bis Mireille Mathieu und Claudia Jung, mit fast regelm&auml;&szlig;ig deutlich divergierenden deutschen Textinhalten. F&uuml;r Seminos &auml;u&szlig;erst getragene, feierliche, mit einem gnadenlos triefenden-schmachtenden Trompetensolo von Till Br&ouml;nner dekorierte Deutung des brillanten Jahrhundert-Epos, notierte ein dar&uuml;ber hinaus nirgendwo im Netz auffindbarer Mensch namens Carlos Serrano del Rio &ndash; wer immer dahinter stecken mag &ndash; in unserer Muttersprache gehaltene Reime, &uuml;berschrieben mit der Zeile <strong>&bdquo;Du bist immer nah bei mir&ldquo;<\/strong>.<\/p>\n<p>Die beinahe semiklassisch, erst mittels zart gestreichelter Konzertgitarren, forthin lautstark streicherverziert und geschmeidig prunkvoll inszenierte Latinopop-Arie <strong>&bdquo;A Donde Vamos a Prara&ldquo;<\/strong>, 2010 in Spanien, Mittel- und S&uuml;damerika ein ausgiebiger Hiterfolg f&uuml;r den mexikanischen S&auml;nger und Liedschreiber Marco Antonio Soles, erh&auml;lt, von Dr. Meinunger betextet, als <strong>&bdquo;Es war zu sch&ouml;n, um wahr zu sein&ldquo;<\/strong> einen wohlverdienten Platz auf &bdquo;AMOR &ndash; Die sch&ouml;nsten Liebeslieder aller Zeiten einger&auml;umt.<\/p>\n<p>Der Scott English\/Barry Manilow-Millionenseller <strong>&bdquo;Mandy<\/strong>&ldquo; bl&uuml;ht unmittelbar folgend enorm dezent und apart, in feingliederig ausgearbeitetem Orchesterarrangement kraftvoll und gef&uuml;hlsstark neu auf. Leider griffen die Verantwortlichen auf die &ndash; rein subjektiv betrachtet &ndash; schw&auml;chste, weil teils arg klischeebeladene deutsche Texttransformation zur&uuml;ck, die Dr. Michael Kunze nach dem Millennium f&uuml;r Karel Gott (dem wir auf diesem Wege gute und schnelle Genesung w&uuml;nschen wollen!!!) ausformulierte. Heike Fransecky (f&uuml;r Gerd Christian, 2010) oder Joachim Horn-Bernges (f&uuml;r Howard Carpendale, 1992) haben m.E. weitaus treffendere, unverf&auml;lschtere, zur Melodievorgabe enger und inniger passende Worte in Deutsch zu diesem klanglichen Meisterwerk von Scott English gefunden.<\/p>\n<p>Nach einer von Dr. Meinunger &uuml;berlegten, deutschen Deutung des wiegenden, strikt akkordeongef&uuml;hrten Country-Folk-Chansons <strong>&bdquo;Arja&ldquo;<\/strong>, das 1994 dem zehn Jahre sp&auml;ter verstorbenen, kroatischen Komponisten Zdenko Rujnic einen starken Erfolg in seiner Region beschert hatte, beschlie&szlig;t die gem&uuml;tlich-vertr&auml;umte Darlegung des traditionellen britischen Weihnachtsliedes <strong>&bdquo;The First Noel&ldquo;<\/strong>, ebenfalls mit deutschen Strophen unbekannter Herkunft ausstaffiert, festlich und fast sakral den 15teiligen Liederstrau&szlig; der <strong>&bdquo;sch&ouml;nsten Liebeslieder aller Zeiten&ldquo;<\/strong>.<\/p>\n<p>Wow, und nach dem Anh&ouml;ren, Genie&szlig;en und &ndash; wie hier nun zu lesen &ndash; Analysieren dieser fulminanten Liedersammlung, scheint aus dem Rezensenten langsam, aber sicher, zumindest ein kleiner Semino-Rossi-Fan zu werden. Das k&uuml;nstlerische Zusammenwirken des ausdrucksstarken S&auml;ngers mit dem wandlungsreichen Stimmvolumen auf der einen und den besten US-amerikanischen Studiofreaks auf der anderen Seite &ndash; und dies noch dazu zu dem Zwecke einer weitestgehend gelungenen und ergebnisreichen Reanimation von meistenteils jedem Pop-Rezipienten, der etwas auf sich h&auml;lt, seit Jahren bekannten Standards, die Semino und sein Team f&uuml;r &bdquo;AMOR ausw&auml;hlten &ndash;, erweist sich schlicht als optimal.<\/p>\n<p>Dieses gewagte und bestandene Projekt d&uuml;rfte in aller Form und Auspr&auml;gung einen zukunftsweisenden und in musischer Hinsicht f&uuml;r das weitere Fortkommen des geb&uuml;rtigen Argentiniers bestm&ouml;glichen Effekt erzielen. Wem die schmucken Schlager des Semino Rossi in der Vergangenheit vielleicht etwas zu seicht, zu kommerzorientiert, zu sehr auf den Mainstream ausgerichtet, erschienen sind, d&uuml;rfte wahrhaftig Augen bzw. Ohren machen, wenn er sich nun die Zeit g&ouml;nnt und sich in dieses wundervolle Liedsortiment, das stimmungsbezogen schlagerhafte Bodenst&auml;ndigkeit und Rustikalit&auml;t und kosmopolitisches, international jederzeit konkurrenzf&auml;higes Flair stilgerecht und geschmackvoll zueinander f&uuml;hrt, mit viel Liebe und Ruhe hineinh&ouml;rt. Semino Rossi hat mit diesem so beruhigenden, relaxten, wie zutiefst einf&uuml;hlsamen, phantasiereichen und tr&auml;umerischen Album einen gro&szlig;en Schritt in eine absolut unterst&uuml;tzenswerte Richtung getan, die ihn vielleicht noch nicht mit einem Sinatra oder einem Dean Martin vergleichen l&auml;sst. Das gesangliche, wie expressive, emotionelle und &ndash; im besten Sinne des Wortes &ndash; pathetische Niveau eines Engelbert, Perry Como oder Tony Christie erreicht <strong>SEMINO ROSSI<\/strong> Dank <strong>&bdquo;AMOR &ndash; DIE SCH&Ouml;NSTEN LIEBESLIEDER ALLER ZEITEN&ldquo;<\/strong> allemal!<\/p>\n<p>Holger St\u00fcrenburg, 27. bis  29. Oktober 2015<br \/>http:\/\/www.universal-music.de\/company\/umg\/polydorisland<br \/>http:\/\/seminorossi.com\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Musikjournalist r\u00e4umt freim\u00fctig ein, dass er nie ein besonderer Fan von Semino Rossi gewesen sei! 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