{"id":82531,"date":"2015-12-21T00:00:00","date_gmt":"2015-12-21T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=82531"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"smago-INFORMIERT-Musikindustrie-82530","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/smago-informiert\/smago-INFORMIERT-Musikindustrie-82530\/","title":{"rendered":"smago! INFORMIERT <br \/>Musikindustrie &#8211; Urheberrecht: &quot;Bitte nicht einen Schritt vor und zwei zur\u00fcck!&quot;!"},"content":{"rendered":"<p>Von Prof. Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Musikindustrie!\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Das deutsche Urheberrecht ist mittlerweile ein halbes Jahrhundert alt. Vor zwei Wochen&nbsp; wurde dieses Jubil&auml;um mit einer hochkar&auml;tig besetzten Konferenz in Berlin gew&uuml;rdigt. Die Veranstaltung besch&auml;ftigte sich mit der &bdquo;Zukunft des Urheberrechts&ldquo;, aber nat&uuml;rlich ging der Blick vieler Rednerinnen und Redner immer wieder auch in die Vergangenheit. Und das ist richtig so, denn wie so oft stimmt auch und gerade bei diesem Thema die ber&uuml;hmte Sentenz des Philosophen Odo Marquard: &bdquo;Zukunft braucht Herkunft&ldquo;. Viel zu oft wird in einer oft emotional gef&uuml;hrten Debatte vergessen, warum es das Urheberrecht &uuml;berhaupt gibt &ndash; und welch egalit&auml;rer Geist ihm innewohnt, allen anderslautenden Behauptungen zum Trotz: Denn nat&uuml;rlich entsteht Kunst nicht durch das Urheberrecht. Aber es sch&uuml;tzt sie und erm&ouml;glicht damit denjenigen, die Kunst erschaffen, und den Partnern, die sie sich dabei ausw&auml;hlen, mit diesen Werken auch Geld zu verdienen, also an der Wertsch&ouml;pfung der von ihnen erschaffenen Inhalte zu partizipieren.<\/p>\n<p>Ich habe einige der Einlassungen rund um den gro&szlig;en Geburtstag des Urheberrechts mit Skepsis zur Kenntnis genommen. Denn in der aktuellen Diskussion wird viel &uuml;ber &sbquo;Verg&uuml;tung&lsquo; geredet, die &ouml;konomische&nbsp; Analyse des jeweiligen kreativen &bdquo;Playgrounds&ldquo; spielt jedoch eine eher geringe Rolle. Das erinnert an die Zeiten der gro&szlig;en Debatte um die Kulturflatrate, damit machen wir einen Schritt vor und zwei zur&uuml;ck.<\/p>\n<p>Ich habe bei der Konferenz erl&auml;utert, warum die rein kollektivrechtliche Bereitstellung kreativer Inhalte nach meinem Daf&uuml;rhalten an der Realit&auml;t vorbei geht und &ouml;konomisch der falsche Ansatz ist. Zum einen wird bei allen Diskussionen &uuml;ber das Urheberrecht h&auml;ufig ausgeblendet, dass es dabei doch um die Pers&ouml;nlichkeit des K&uuml;nstlers und des Kreativen geht, der ein individuelles sch&ouml;pferisches Talent hat und damit auch individuelle Verantwortung f&uuml;r sein Werk. Es kann schlicht nicht jeder einen Song wie &bdquo;Yesterday&ldquo; schreiben oder Beethovens F&uuml;nfte komponieren. Die gute Nachricht ist: Es muss auch nicht jeder k&ouml;nnen! Aber die, die es tun, m&uuml;ssen von uns als Gesellschaft gesch&uuml;tzt werden. &ndash; Denn gerade f&uuml;r eine kreativ vielf&auml;ltige und lebendige digitale &Ouml;konomie, und dies ist m.E. ein zweiter entscheidender Punkt, ist die individuelle kreative Qualit&auml;t unerl&auml;ssliche Voraussetzung. Wir haben, was die technische Infrastruktur angeht, mittlerweile &uuml;berall relativ vergleichbare Angebote. Alleinstellungsmerkmale entstehen nur &uuml;ber exklusive Inhalte. Eine digitale &Ouml;konomie in einer technikneutralen Umgebung kann deshalb nicht ohne Exklusivrechte funktionieren, weil kein Wettbewerb und keine Vielfalt erzeugt w&uuml;rden. Mit anderen Worten: Digitale &Ouml;konomie ist ohne individuelle Kreativit&auml;t nicht realisierbar.<\/p>\n<p>Die Frage, die sich alle in das Thema Urheberrecht Involvierten stellen m&uuml;ssen, ist doch:&bdquo;Glaubt man an einen Markt oder nicht?&quot; bzw. &bdquo;Will man einen Markt schaffen oder nicht?&quot; Beantwortet man diese Frage mit JA, kann man sich weder der Tatsache, dass Kreativit&auml;t eine individuelle und keine kollektive Begabung ist, noch der Pr&auml;misse der Exklusivrechte verschlie&szlig;en. Beides w&auml;re auch ein deutliches Zeichen des Respekts vor der Leistung der Kreativen und ihrer Partner &ndash; der sich dar&uuml;ber hinaus auch in deutlich verbesserten M&ouml;glichkeiten zur effektiven Durchsetzung bereits bestehender Rechte im Netz &auml;u&szlig;ern sollte. Digital ist eben nicht anders.<\/em><\/p>\n<p>http:\/\/www.musikindustrie.de<br \/>http:\/\/www.musikindustrie.de<br \/>http:\/\/www.musikindustrie.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Prof. Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Musikindustrie!\u00a0 Das deutsche Urheberrecht ist mittlerweile ein halbes Jahrhundert alt. 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