{"id":82129,"date":"2016-01-06T00:00:00","date_gmt":"2016-01-06T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=82129"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"SEVERINE-smago-Serie-Schlager-R-82128","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/SEVERINE-smago-Serie-Schlager-R-82128\/","title":{"rendered":"SEVERINE <br \/>smago! Serie &quot;Schlager-R\u00fcckblick &quot;vor 40 Jahren&quot; von Stephan Imming: Teil 46 \u2013 S\u00e9verine &#8211; &quot;Du bist f\u00fcr mich der gr\u00f6\u00dfte Schatz&quot;!"},"content":{"rendered":"<p>Neuzugang 12.01.1976!\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Vorbemerkung &#8211; vielen Dank an Frank Eberlein und die von ihm administrierte empfehlenswerte Seite <a href=\"http:\/\/www.S\u00e9verine-online.de\">www.S&eacute;verine-online.de<\/a>, auf der weitere ausf&uuml;hrliche Informationen entnommen werden k&ouml;nnen.<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Vormittag des 10. Oktober 1948 wurde in Aubonne bei Paris Josiane Grizeau als Tochter einer Bank-Mitarbeiterin (<em>Gis&egrave;le<\/em>) und eines &bdquo;Ingenieurs&ldquo; (andere Quellen sagen Techniker in einer Fabrik bzw. Fabrikarbeiter) (<em>Robert<\/em>), der vormals mit einem Wanderzirkus als Clown und S&auml;nger durch die Provence zog, geboren.<\/p>\n<p>Ihr Wunsch war es, Lehrerin f&uuml;r Franz&ouml;sisch und Englisch zu werden, so begann sie ein Studium der Romanistik und Anglistik f&uuml;r das Lehramt an Gymnasien. Sp&auml;ter arbeitete sie allerdings als Sekret&auml;rin. &#8211; Schon fr&uuml;h hegte sie aber musikalische Ambitionen, beispielsweise trat sie bereits im Alter von 14 Jahren als S&auml;ngerin der Band &bdquo;<em>Les Murators<\/em>&ldquo; in Erscheinung. Im Jahr 1967 ver&ouml;ffentlichte sie bereits unter dem Namen &bdquo;<em>Celine<\/em>&ldquo; ihre erste Schallplatte, die bei der Plattenfirma Vogue ver&ouml;ffentlicht wurde (<strong>&bdquo;Tu dis September&ldquo;<\/strong>, die franz&ouml;sische Version des <em>Harry-Belafonte<\/em>-Hits &bdquo;Try To Remember&ldquo;).<\/p>\n<p>Kurz darauf ging S&eacute;verine im Sommer 1968 mit dem in Frankreich popul&auml;ren S&auml;nger <em>Jean Nahain<\/em> auf Tournee, sie nannte sich inzwischen &bdquo;<em>Robbie Lorr<\/em>&ldquo;. Unter diesem Namen trat sie im Pariser Musikclub &bdquo;Golf Drouot&ldquo;, in dem bereits Stars wie <em>Johnny Hallyday<\/em> entdeckt wurden, auf und sang dort Hits von internationalen Stars wie <em>Barbara Streisand<\/em> und <em>Aretha Franklin<\/em>. Insbesondere ihre Interpretation des James-Bond-Hits &bdquo;Goldfinger&ldquo; kam beim Publikum sehr gut an. In dem Club lernte sie den Musikproduzenten und Textdichter <em>George Aber<\/em> kennen. Der &uuml;bernahm ab 1969 ihr Management und verpasste ihr einen neuen Haarschnitt (blonder Kurzhaarschnitt) und einen neuen Namen (S&Eacute;VERINE, angelehnt an den Namen einer Tochter <em>Aber<\/em>s).<\/p>\n<p>Bei der Plattenfirma Philips erschienen damals unter diesem Namen die ersten EPs in Frankreich (&bdquo;<strong>Mama, dis-moi pourquoi<\/strong>&ldquo;, franz&ouml;sische Version von <em>Tim Roses<\/em> &bdquo;Morning Dew&ldquo; &nbsp;und &bdquo;<strong>Pleure sur nous<\/strong>&ldquo;).<\/p>\n<p>Im Jahr 1969 gewann S&eacute;verine einen ersten Wettbewerb, der allerdings nicht musikalischer Natur war: Sie wurde in Cannes Siegerin von &bdquo;Les plus beaux yeux de la Cote d&#39;Azur&ldquo; (&bdquo;Die sch&ouml;nsten Augen der Cote d&#39;Azur&ldquo;).<\/p>\n<p>Anfang der 1970er Jahre gab es den ersten gro&szlig;en Karriereschub f&uuml;r S&eacute;verine: Sie sang den von <em>Francis Lai<\/em> komponierten Titelsong des Kinofilms &bdquo;<strong>Le passager de la pluie<\/strong>&ldquo;, der am 21. Januar 1970 in den franz&ouml;sischen Kinos anlief (in Deutschland hatte der Film unter dem Titel &bdquo;Der aus dem Regen kam&ldquo; erst am 29. Oktober 1970 Premiere).<\/p>\n<p>Aufgrund des Erfolges wurde ein Duett mit <em>Francis Lai <\/em>produziert, der Titelsong des Films &bdquo;<strong>Du soleil plein les yeux<\/strong>&ldquo;. Obwohl das Duett eigentlich als A-Seite der Single auserkoren wurde, wurde dessen B-Seite &bdquo;<strong>Sympathie<\/strong>&ldquo; (franz&ouml;sische Version des <em>Rare-Bird<\/em>-Songs &bdquo;Sympathy&ldquo;) der gr&ouml;&szlig;ere Hit f&uuml;r S&eacute;verine.<\/p>\n<p>Ende 1970 erschien noch das Lied &bdquo;<strong>C&#39;est la vie<\/strong>&ldquo;, das kurz darauf auch in deutscher Sprache ver&ouml;ffentlicht werden w&uuml;rde.<\/p>\n<p>Der Verleger <em>Peter Meisel<\/em> stellte dem damals umtriebigen Produzenten <em>Jack White<\/em> die Franz&ouml;sin vor. Im Februar 1971 unterschrieb sie in Deutschland ihren ersten Plattenvertrag.<\/p>\n<p>Kurz darauf wurde S&eacute;verines Manager <em>Georges Aber<\/em> das Angebot gemacht, S&eacute;verine als Vertreterin des F&uuml;rstentums Monacos zum Grand Prix Eurovision zu entsenden. Die Zusage folgte auf dem Fu&szlig;; nun musste noch der passende Titel gefunden werden. S&eacute;verines Favorit war das Lied &bdquo;Man&egrave;ge&ldquo;, sie wurde aber &uuml;berstimmt &#8211; den Zuschlag der Jury erhielt das vom damals sehr popul&auml;ren Autorengespann <em>Jean-Pierre Bourtayre<\/em> (Komponist) und <em>Yves Dessca<\/em> (Textdichter) geschriebene Lied &bdquo;<strong>Un banc, un arbre, une rue<\/strong>&ldquo;. Ungew&ouml;hnlich: Das in franz&ouml;sischer Sprache gesungene Chanson kam in die britischen Top-10.<\/p>\n<p>Mit diesem Song wurde S&eacute;verine sensationell Siegerin der Eurovision f&uuml;r den Stadtstaat &#8211; am 3. April 1971 holte sie den Titel mit ihrem Hit, der auch in englischer (&bdquo;<strong>Chance In Time<\/strong>&ldquo;), italienischer (&bdquo;<strong>Il Posto<\/strong>&ldquo;) und deutscher Sprache ver&ouml;ffentlicht wurde. F&uuml;r den deutschen Text war wieder <em>Jack White<\/em> zust&auml;ndig &#8211; mit der von ihm getexteten Version &bdquo;<strong>Mach die Augen zu und w&uuml;nsch Dir einen Traum<\/strong>&ldquo;, die bereits am 22. M&auml;rz 1971 produziert wurde (also bereits vor dem Eurovisionserfolg), &nbsp;war die Franz&ouml;sin in Deutschland erfolgreich, es gelang der erste Hit hierzulande (Top 20).<\/p>\n<p>Auftritte in gro&szlig;en TV-Shows (insbesondere in Deutschland, z. B. am 22. April 1971 in <em>Rainer Holbe<\/em>s Starparade) und Tourneen mit Gr&ouml;&szlig;en wie <em>Joe Dassin<\/em> und <em>Sascha Distel<\/em> waren Folgen dieses denkw&uuml;rdigen Sieges, den S&eacute;verine nach Einsch&auml;tzung von Eurovisionsexperte <em>Jan Feddersen<\/em> weniger wegen des besten Liedes des Abends, sondern eher wegen des gr&ouml;&szlig;ten Siegeswillens der &uuml;berzeugend auftretenden Interpretin zustande kam. Dabei war S&eacute;verine wohl alles andere als sicher, wie in der Verlags-Chronik des Hauses Meisel nachzulesen ist: &bdquo;<em>Auch die franz&ouml;sische S&auml;ngerin S&eacute;verine ist ein Ziehkind von Trudy Meisel. Sie hat sie zum Eurovisionserfolg gef&uuml;hrt und den Titel &sbquo;Un banc, un arbre, une rue&lsquo; &nbsp;f&uuml;r das Haus Meisel erworben&#8230; S&eacute;verine war vor dem Auftritt &uuml;bernerv&ouml;s und &auml;ngstlich und zweifelte an sich. Trudy beruhigte sie, riss eine 10-Pfund-Note in zwei H&auml;lften, gab S&eacute;verine die eine und sagte: &sbquo;Du schaffst es. Der Beweis wird sein, dass Du Dir nach der Veranstaltung die andere H&auml;lfte bei mir abholst.&lsquo; &#8211; S&eacute;verine konnte sie sich abholen.<\/em>&ldquo;<\/p>\n<p>Kleine Randnotiz: Wenn &bdquo;<em>Trudy<\/em>&ldquo; <em>Irmtraud Meisel<\/em> doch so an S&eacute;verine glaubte, ist es schon erstaunlich, dass sie sich nach dem Wettbewerb mit der Drittplatzierten <em>Katja Ebstein<\/em> und deren &nbsp;Komponist <em>Dieter Zimmermann<\/em> (ebenfalls aus dem Hause Meisel) f&uuml;r das Magazin &bdquo;Billboard&ldquo; ablichten lie&szlig;&hellip;<\/p>\n<p>Zum deutschen Text hat das damalige Standardwerk &bdquo;Schlager in Deutschland&ldquo; &uuml;brigens eine sehr bemerkenswerte &bdquo;wissenschaftliche&ldquo; Analyse bereit: &bdquo;<em>Impliziert der Blick auf die Welt das Eingest&auml;ndnis von Mangelhaftem, so darf der Schlager das Vollkommene dann ungestraft feiern, wenn er sich dem Traumland, der Illusionswelt zuwendet. Die Flucht aus der Realit&auml;t wird mit immerw&auml;hrendem Gl&uuml;ck ohne Reue belohnt; die einzige Bedingung ist blindes Vertrauen:<\/em><em> &quot;Mach die Augen zu &#8211; und w&uuml;nsch Dir einen Traum &#8211; aus dem Land der Illusionen. &#8211; Mach die Augen zu, denn dort in jenem Land &#8211; wirst auch Du immer gl&uuml;cklich sein.<\/em>&ldquo;<\/p>\n<p><em>Jan Feddersen<\/em> in Ehren, aber die Erkl&auml;rung, die jetzt kommt, sagt, dass es eben DOCH das Lied war, das zu S&eacute;verines Erfolg gef&uuml;hrt hat. Das genannte Buch konstatiert n&auml;mlich (bitte Fremdwortlexikon bereithalten): &bdquo;<em>Der imperativisch eingeleitete Refrain zielt auf die Bereitschaft eines dressierten Publikums, dem die Welt bereits hinreichend suspekt geworden ist. Die Schl&uuml;sselbegriffe suggerieren eine Scheinwelt aus Refugium; die R&uuml;ckfahrkarte in die Realit&auml;t unterschl&auml;gt dieser Schlager, denn im Gegensatz zur franz&ouml;sischsprachigen Originalfassung stehen sich hier das &sbquo;Land der Illusionen&lsquo; und das &sbquo;Leben&lsquo; &nbsp;beziehungslos gegen&uuml;ber.<\/em>&quot; &#8211; Alles klar&#8230;?<\/p>\n<p>Die Plattenfirma bef&uuml;rchtete seinerzeit &uuml;brigens eine Welle weiterer Coverversionen des Hits (&bdquo;<em>Zwar rechnet man in der Schallplattenbranche damit, dass andere deutsche S&auml;ngerinnen versuchen werden, sich an den Erfolg der Grand-Prix-Siegerin anzuh&auml;ngen&nbsp; und ebenfalls deutsche Versionen von &sbquo;Un banc, un arbre, une rue&lsquo; aufnehmen<\/em>.&ldquo;) &ndash; popul&auml;r wurde in der Hinsicht lediglich eine in meinen Augen recht gelungene Version der damals jungen <em>Marianne Rosenberg,<\/em> die den deutschen Text S&eacute;verines &uuml;bernahm und auf ihrer LP &bdquo;Fremder Mann&ldquo; ver&ouml;ffentlichte.<\/p>\n<p>Unbeirrt von derartigen &bdquo;Analysen&ldquo; ver&ouml;ffentlichte die Franz&ouml;sin schon sehr kurz nach ihrem Eurovisionserfolg einen typischen deutschen Schlager, den Produzent <em>Jack White<\/em> und Textdichter <em>Fred Jay<\/em> ihr auf den Leib schrieben &ndash; &bdquo;<strong>Ja der Eiffelturm<\/strong>&ldquo;, Zugpferd von S&eacute;verines erster deutschsprachiger LP &bdquo;Grand Prix f&uuml;r S&eacute;verine&ldquo;, war in der Tat ein Treffer. Den Titel pr&auml;sentierte die Eurovisionsgewinnerin gleich drei mal in <em>Dieter Thomas Heck<\/em>s Hitparade und kam damit auch in die Top 30 der deutschen Verkaufshitparade. TV-Premiere hatte der Titel &uuml;brigens am 28. August 1971 beim renommierten Galaabend der Schallplatte.<\/p>\n<p>Zum Gl&uuml;ck gibt es zu diesem S&eacute;verine-Hit nach meiner Kenntnis keine so profunde Textanalyse, ansonsten m&uuml;sste sich die Frage stellen, ob an der Spitze des Eiffelturms wirklich Wolken zu sehen sind: &bdquo;<em>Ja, der Eiffelturm, der alte Eiffelturm, ist wunderbar toujours f&uuml;r Rendezvous d&#39;amour und wollen oben zwei mal ganz alleine sein, h&uuml;llt er sich ganz diskret in Wolken ein.&quot;<\/em><\/p>\n<p>Ein Jahr nach ihrem Eurovisionserfolg nahm S&eacute;verine erneut an einem Festival teil &#8211; diesmal ging es nach Chile zum dortigen Chansonfestival Vi&ntilde;a del Mar. Mit dem von <em>Michel Jourdan<\/em> geschriebenen Chanson &bdquo;<strong>L&agrave; o&ugrave; l&#39;amour s&#39;en va<\/strong>&ldquo;&nbsp; vertrat sie Frankreich, woraufhin ihr die Ehre zuteil wurde, im Pariser Olympia auftreten zu d&uuml;rfen.<\/p>\n<p>Am 27. April 1972 war es wieder die ZDF-Starparade mit Rainer Holbe, in der S&eacute;verine ihren neuen Hit pr&auml;sentieren durfte: &bdquo;<strong>Olala l&#39;amour<\/strong>&ldquo;, erneut ein typischer <em>White\/Jay<\/em>-Mitklatsch-Schlager, wurde wieder ein gro&szlig;er Erfolg, mit dem die Franz&ouml;sin erneut drei mal in der ZDF-Hitparade antrat. In den Verkaufscharts wurde es sogar S&eacute;verines bei weitem gr&ouml;&szlig;ter Hit in Deutschland &uuml;berhaupt. Angeblich soll sogar die deutsche Nationalmannschaft 1974 bei der Fu&szlig;ball-WM bei Busfahrten diesen Song gesungen haben, zumindest wurde das Lied von den sp&auml;teren Weltmeistern sogar auf LP eingesungen.<\/p>\n<p>Sehr sch&ouml;n ist &uuml;brigens auch die B-Seite dieses S&eacute;verine-Hits: &bdquo;Eine Herde wilder Pferde ist nicht halb so wild wie Du&ldquo;. Den Titel hatte <em>Jack White<\/em> &ndash; typisch f&uuml;r ihn &ndash; &uuml;brigens zuvor mit <em>Tanja Berg<\/em> produziert.<\/p>\n<p>Einen Monat nach der gro&szlig;en westdeutschen Starparade stand ein weiterer bedeutender Meilenstein in der Karriere von S&eacute;verine an &#8211; am 20. Mai 1972 trat sie in der ber&uuml;chtigten DDR-Show &bdquo;Ein Kessel Buntes&ldquo; auf. In den nachfolgenden Jahren war sie dort immer wieder ein gerne gesehener Gast, wobei die Liebe des dortigen Publikums zu S&eacute;verine und umgekehrt auf Gegenseitigkeit bestand. Sie hat dort auch viele Konzerte gegeben und f&uuml;hlte sich im heutigen Osten des Landes stets wohl &#8211; umgekehrt liebte das Ost-Publikum die S&auml;ngerin und sch&auml;tzte sie als vielseitige K&uuml;nstlerin.<\/p>\n<p>Die Nachfolgenummer ihres gro&szlig;en Hits, der Jack-White-Titel &bdquo;<strong>Der Duft von Paris<\/strong>&ldquo;, der un&uuml;berh&ouml;rbar vom Grand-Prix-Hit &bdquo;Jack In the Box&ldquo; inspiriert ist, schwamm zwar auf der gleichen Welle wie die Vorg&auml;nger-Hits, wurde auch immerhin ein Top-40-Erfolg, konnte aber nicht ganz an den Erfolg der Vorg&auml;nger ankn&uuml;pfen. Vielleicht war es unklug, in der zweiten Auflage der Single die B-Seite, &bdquo;<strong>Monsieur le General<\/strong>&ldquo; (der Song wurde sp&auml;ter ein Achtungserfolg in der Version von <em>Tina York),<\/em> zur A-Seite zu deklarieren. Man war damals wohl unschl&uuml;ssig, weil der &bdquo;General&ldquo;-Song in <em>Ilja Richters<\/em> Disco vorgestellt wurde, der weniger verf&auml;ngliche &bdquo;Paris&ldquo;-Song hingegen in der ZDF-Hitparade (und kurz darauf in der NDR-Schaubude).<\/p>\n<p>F&uuml;r den &bdquo;General&ldquo;-Song h&auml;tte &uuml;brigens auch gesprochen, dass der Titel im <em>Jack-White<\/em>-Film &bdquo;Heute hau&rsquo;n wir auf die Pauke&ldquo; (allerdings in etwas anderer Version als auf der sp&auml;ter ver&ouml;ffentlichten Single-Version) vorkam. In diesem &bdquo;cineastischen Meisterwerk&ldquo; spielte S&eacute;verine sich selbst.<\/p>\n<p>Man sollte ein Erfolgsrezept ausschlachten, so lange es funktioniert &#8211; das war wohl der Gedanke von <em>Jack White<\/em>, als er gemeinsam mit <em>Fred Jay<\/em> den Musette-Walzer &bdquo;<strong>Ich zeig Dir mein Paris<\/strong>&ldquo; ersann. Trotz erneut exponierter TV-Pr&auml;senz (zum dritten mal durfte sich S&eacute;verine in der Starparade pr&auml;sentieren) klappte es diesmal nicht mit einem Hit.<\/p>\n<p>Auch ansonsten begannen sich in jener Zeit (1973) Schwierigkeiten anzubahnen &#8211; S&eacute;verine strengte gegen ihren Manager <em>Georges Aber<\/em> einen langj&auml;hrigen Prozess wegen Betrugs an, die Zusammenarbeit wurde beendet. Auch wenn die Franz&ouml;sin das Gerichtsverfahren gewann, hatte die Entzweiung von ihrem Mentor gravierende Folgen &#8211; sie kriegte angesichts bestehender Vertr&auml;ge in Frankreich keinen &bdquo;Fu&szlig; mehr in die T&uuml;r&ldquo;, ihre Karriere in Frankreich war damit mehr oder weniger beendet &#8211; sicher mit ein Grund, warum sie sich fortan noch st&auml;rker in Deutschland engagierte.<\/p>\n<p>Dummerweise kam zur Trennung von <em>Georges Aber<\/em> die Trennung von ihrem bisherigen deutschen Produzenten <em>Jack White<\/em> hinzu &#8211; man kann ja &uuml;ber den Mann sagen, was man will &#8211; aber wie in so ziemlich allen anderen F&auml;llen f&uuml;hrte auch im Falle S&eacute;verine die Trennung von diesem Erfolgsproduzenten vorsichtig gesagt nicht gerade in die Erfolgsspur.<\/p>\n<p>Am 19. September 1973 trat S&eacute;verine wieder bei einem Festival an &#8211; diesmal ging es um den &bdquo;Deutschen Schlagerwettbewerb&ldquo;. Zwei Lieder wurden eingereicht &#8211; die Nummer von <em>Paul<\/em>(!?) <em>Siegel<\/em>&nbsp; (&bdquo;Auf Wiedersehen, Paris&ldquo;) schaffte es nicht in den Wettbewerb. Auf der Single steht &bdquo;<em>Siegel<\/em>&ldquo; als Songautor, ganz offensichtlich ist hier aber (ausnahmsweise) mal nicht <em>Ralph <\/em>gemeint. &#8211; Durchgesetzt hat sich letztlich <em>Hans Blum<\/em> mit &bdquo;<strong>Jetzt geht die Party richtig los<\/strong>&ldquo;. Obwohl der Titel getrost bis heute als Evergreen bezeichnet werden kann, landete er &#8211; nur 1 &frac12; Jahre nach S&eacute;verines Eurovisions-Sieg &#8211; auf einem entt&auml;uschenden sechsten Platz. Siegerin war damals <em>Olivia Molina<\/em> mit ihrem &bdquo;unvergessenen&ldquo; Schlager &bdquo;Ein Lied&ldquo; (, das genau so getrost als l&auml;ngst vergessener Schlager bezeichnet werden kann.) S&eacute;verines Schlager wurde immer wieder neu aufgelegt &#8211; zuletzt coverte <em>Hape Kerkeling<\/em> den Song f&uuml;r seine Schlager-CD.<\/p>\n<p>Es muss damals einiges an Unruhe gegeben haben, so schrieb die Plattenfirma seinerzeit: &bdquo;<em>Die Fernsehzuschauer bzw. die K&auml;ufer entschieden sich f&uuml;r den 1. Platz. Trotz Miesmacherei einer einzelnen Dame namens Ulrike von M&ouml;llendorff. Die, mit Genehmigung der SFB-Fernseh-Gewaltigen, einen Film zeigte, der die Titel, ihre Interpreten und die Fernsehzuschauer zu idiotischem Machwerk und zu Vollidioten abstempelte.<\/em>&ldquo;<\/p>\n<p>Kleiner Exkurs: Da fragt man sich doch? Wie kann das sein? &#8211; Da damals die Wertung transparent gemacht wurde, kann man erkennen, dass auch damals schon echte &quot;Experten&quot; am Werk waren. Nehmen wir mal ein Beispiel: <em>Hans Hirschmann<\/em>, &bdquo;Leiter der Hauptabteilung Unterhaltung im Fernsehen des S&uuml;dwestfunks Baden Baden&ldquo;, war in dieser Funktion Jurymitglied. Schon 1972 hat er in der letzten Wertungsrunde bei der deutschen Grand-Prix-Vorentscheidung ein tolles &bdquo;H&auml;ndchen&ldquo; gehabt, indem er sich f&uuml;r &bdquo;Geh die Stra&szlig;e&ldquo; als Siegertitel entschieden hatte. Durch &Uuml;berstimmung konnte <em>Mary Roos<\/em> dann am Wettbewerb teilnehmen, wo sie einen guten dritten Platz belegte.<\/p>\n<p>Sein unglaubliches &bdquo;Gesp&uuml;r&ldquo; f&uuml;r einen erfolgreichen Schlager bewies der SWF-Unterhaltungschef auch diesmal mit seinen Wertungen. Mit nur zwei Punkten und damit am schlechtesten bewertete er u. a. nicht nur S&eacute;verines sp&auml;teren Evergreen, sondern auch <em>Costa Cordalis&#39;<\/em> &nbsp;&bdquo;Carolina komm&ldquo; (- der Song wurde sp&auml;ter ein gro&szlig;er Erfolg und gleich zwei mal Nummer 1 der ZDF-Hitparade -) und <em>Graham Bonneys<\/em> &bdquo;Rosemary und Company&ldquo; (ZDF-Hitparade Platz 4). F&uuml;nf Punkte gab es hingegen lediglich f&uuml;r <em>Ireen Sheers<\/em> Lied &bdquo;Heute ist ein neuer Tag&ldquo;. Auch der sp&auml;tere Siegertitel &bdquo;Ein Lied&ldquo; von <em>Olivia Molina<\/em> erhielt immerhin vier Punkte von Herrn <em>Hirschmann<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die durch solche total am Publikumsgeschmack vorbei getroffenen Entscheidungen von so genannten Experten haben damals nur zu verworrenen Wertungsergebnissen gef&uuml;hrt. Leider sind die Zeiten nicht besser geworden, offensichtlich treffen heutzutage diese &bdquo;Experten&ldquo; auf nebul&ouml;se und dubiose Umfragen fu&szlig;ende Entscheidungen &uuml;ber ganze Radioformate.<\/p>\n<p>Zur&uuml;ck zu S&eacute;verine &ndash; die absolvierte im Herbst 1973 ihre erste ausgedehnte Deutschland-Tournee.<\/p>\n<p>In Sachen Tontr&auml;ger entschied sie sich f&uuml;r den damals sehr erfolgreichen <em>Peter Orloff<\/em> als neuen Produzenten, die erste gemeinsame Produktion (Text und Musik: <em>Peter Orloff)<\/em> war &bdquo;<strong>Was wird aus einer verlorenen Liebe?<\/strong>&ldquo;. Die im Januar 1974 erschienene Single wurde im M&auml;rz des Jahres in <em>Dieter Thomas Hecks<\/em> Hitparade und im April des Jahres noch mal in der damals popul&auml;ren &bdquo;Drehscheibe&ldquo; vorgestellt, um im Mai die deutschen Verkaufscharts zu erklimmen (Top 30) &#8211; manchmal dauert es halt etwas l&auml;nger. Genau in diese Zeit f&auml;llt S&eacute;verines Teilnahme an einer gro&szlig;en ZDF-Hitparaden-Tournee (13. April bis 31. Mai 1974). Die Plattenfirma zitiert die Tour-Teilnehmer mit Blickwinkel auf S&eacute;verine wie folgt: <em>&bdquo;S&eacute;verine war f&uuml;r die Tournee ein Gewinn, der durch nichts zu ersetzen war.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p>Spannend: Viele Jahre sp&auml;ter, am 9. November 1991, war die Franz&ouml;sin in <em>Dieter Thomas Hecks<\/em> ZDF-Show &bdquo;Musik liegt in der Luft&ldquo; zu Gast. Darin sollten die Zuschauer ihren Lieblingshit von S&eacute;verine w&auml;hlen. Zur &Uuml;berraschung vieler Fans und auch von S&eacute;verine selbst, wurde dieser <em>Orloff<\/em>-Titel von ihren gro&szlig;en Hits am h&auml;ufigsten nachgefragt.<\/p>\n<p>Der Schwung des Erfolgs reichte, die ansonsten eher weniger erfolgreiche <em>Orloff<\/em>-Nachfolge-Single &bdquo;<strong>Vergessen hei&szlig;t verloren sein&ldquo; <\/strong>im Herbst 1974 kurz in die Charts zu ziehen (Top-50). Kurze Zeit sp&auml;ter erschien die wenig erfolgreiche LP &bdquo;Verlorene Liebe&ldquo;.<\/p>\n<p>Am 3. Februar 1975 probierte es S&eacute;verine erneut, f&uuml;r Deutschland am Grand Prix teilzunehmen. &nbsp;Mit dem von <em>Peter Orloff<\/em> und &bdquo;<em>Lilibert<\/em>&ldquo; (<em>Elisabeth Bertram<\/em>) geschriebenen Lied &bdquo;<strong>Dreh Dich im Kreisel der Zeit<\/strong>&ldquo; hatte sie aber gegen gewaltige Konkurrenz wie <em>J&uuml;rgen Marcus<\/em>, <em>Marianne Rosenberg<\/em> und die siegreiche <em>Joy Fleming<\/em> keine Chance und landete auf dem 7. Platz. &nbsp;Zum Zeitpunkt ihres Auftritts war S&eacute;verine schwanger &#8211; am 22. Juli 1975 kam ihr Sohn <em>Anthony <\/em>zur Welt, Vater ist <em>Tony Meschy<\/em>.<\/p>\n<p>Im Herbst des Jahres komponierte der gro&szlig;e <em>Christian Bruhn<\/em> einen Schlager f&uuml;r S&eacute;verine &#8211; leider schrieb abermals <em>Peter Orloff<\/em> den Text zu &bdquo;<strong>Du bist f&uuml;r mich der gr&ouml;&szlig;te Schatz<\/strong>&ldquo;&nbsp; <em>(&bdquo;Mein erster Freund war Architekt &#8211; doch irgendwann hab ich entdeckt: &#8211; Er ist zwar lieb, -doch nicht sehr treu ..&quot;)<\/em>, so dass mehr als ein kleiner Top-50-Hit nicht drin war. Vor 40 Jahren, am 12. Januar 1976, war die Nummer f&uuml;r eine Woche auf Platz 49 der Charts. Den Titel stellte S&eacute;verine am 22.11.1975 in der ZDF-Hitparade vor.<\/p>\n<p>1976 erschien dann eine &bdquo;Hammer-Single&ldquo; von S&eacute;verine, die ziemlich anders war als alles, was sie bislang ver&ouml;ffentlichte. Die Plattenfirma schrieb dazu damals: &bdquo;<em>Wetten, dass Sie nie erraten, dass das tats&auml;chlich S&eacute;verine ist, die da &sbquo;funky wie nie&lsquo; den amerikanischen Superhit &sbquo;Higher And Higher&lsquo; singt?<\/em>&ldquo;. &nbsp;In der boomenden Disco-Zeit besang sie die deutsche Version des <em>Jackie-Wilson<\/em>-Hits &#8211; der eher moderne Textdichter <em>Hans Ulrich Weigel<\/em> schrieb ihr den deutschen Text: &bdquo;<strong>Hei&szlig;er als Feuer<\/strong>&ldquo; &#8211; im Sound von <em>Marianne Rosenberg<\/em>.<\/p>\n<p>Offensichtlich war das dann doch etwas zu revolution&auml;r &#8211; also kehrte man zum traditionellen Schlager zur&uuml;ck, der dann auch wieder ZDF-Hitparaden-kompatibel war: &bdquo;<strong>Was ich nicht wei&szlig;, macht mich nicht hei&szlig;<\/strong>&ldquo;. Dabei handelte es sich um die deutsche Version des <em>Tommy Overstreet-<\/em>Hits &bdquo;Heaven Is My Woman&#39;s Love&ldquo;. F&uuml;r ca. f&uuml;nf Jahre war das dann S&eacute;verines letzter Auftritt in der ZDF-Hitparade.<\/p>\n<p>Allerdings hatte sie im Fr&uuml;hjahr 1977 eine andere interessante TV-Aufgabe &uuml;bernommen und moderierte eine Folge des &bdquo;Sonntagskonzerts&ldquo; (Motto: &bdquo;Lieder und T&auml;nze aus Frankreich&ldquo;).<\/p>\n<p>Die letzte Single, die sie bei ihrer langj&auml;hrigen deutschen Plattenfirma Hansa ver&ouml;ffentlichte, war der von <em>Peter Orloff<\/em> geschriebene und produzierte Schlager &bdquo;<strong>Achtung &#8211; hier kommt ein Mensch, der gerne k&uuml;sst<\/strong>&ldquo;.<\/p>\n<p>Ihrem Produzenten hingegen blieb S&eacute;verine treu. So war am 15. Februar 1978 im Branchenblatt Musikmarkt zu lesen: &bdquo;<em>S&eacute;verine, die vor einigen Jahren in der Bundesrepublik erfolgreiche S&auml;ngerin aus Frankreich, hat inzwischen mit dem Aladin-Label von Peter Orloff einen dreij&auml;hrigen Vertrag unterschrieben. Orloff produziert S&eacute;verine in allen L&auml;ndern.<\/em>&ldquo;<\/p>\n<p>Die erste Platte auf dem neuen Label war &bdquo;<strong>Moulin Rouge<\/strong>&ldquo;. Am 15. Juni schrieb der Musikmarkt dazu: &bdquo;<em>Dabei setzt sie jetzt auf den Rat und die Hilfe von Peter Orloff, der die Ansicht &auml;u&szlig;ert, k&ouml;nne mehr als nur stimmungsvolle &sbquo;Trallala-Liedchen&lsquo; singen&quot;.<\/em> Es kam, was in diesem Zusammenhang immer kommen musste &#8211; das Lied wurde ein kapitaler Flop.<\/p>\n<p>Erst ein gutes Jahr sp&auml;ter kam eine weitere Single bei Aladin heraus, die deutsche Version des<em> Roy Orbison-<\/em>Hits &bdquo;Running Scared&ldquo;. W&auml;hrend einige Jahre <em>Ted Herold<\/em> mit seiner Originalaufnahme (&bdquo;Die besten sterben jung&ldquo;) einen gro&szlig;en Erfolg hatte, war vielleicht der Text von <em>Peter Orloff<\/em> zu seiner deutschen Version (&bdquo;<strong>Du gehst vorbei<\/strong>&ldquo;) einfach zu schlecht.<\/p>\n<p>Nachdem die letzten <em>Orloff<\/em>-Nummern von Kritikern teilweise zwar gelobt wurden, kommerziell aber geradezu desastr&ouml;s floppten, nahm sich <em>Jack White<\/em> 1981 wieder der Franz&ouml;sin an. Damals hatte die <em>Goombay Dance Band<\/em> einen Hit mit &bdquo;Seven Tears&ldquo;. <em>Christian Heilburg<\/em> (b&uuml;rgerlich <em>Gregor&nbsp; Rottschalk<\/em>) schrieb dazu einen deutschen Text: &bdquo;<strong>Sieben Tr&auml;nen<\/strong>&ldquo; &ndash; die Nummer produzierte <em>Jack White<\/em> mit S&eacute;verine &ndash; und prompt hatte die wieder einen echten Hit (Platz 51 in den Verkaufscharts), der allerdings ihr bislang letzter Charts-Hit werden w&uuml;rde. Die Nummer war immerhin so erfolgreich, dass Party-S&auml;ngerin <em>Ina Colada<\/em> zur &bdquo;Freude&ldquo; vieler Schlagerfreunde den Song auf ihre Art und Weise coverte.<\/p>\n<p>Prompt wollte auch Ex-Produzent <em>Orloff <\/em>auf den fahrenden Zug springen und ver&ouml;ffentlichte kurz darauf die Ende der 1970er Jahre produzierte Nummer &bdquo;<strong>Dann wird es still<\/strong>&ldquo;. Diese <em>Pierre Kartner<\/em>&#8211; (alias <em>Vader Abraham<\/em>-) Komposition, die eigentlich das Ende einer hei&szlig;en Disco-Nacht beschreibt, kann aber auch w&ouml;rtlich genommen werden &ndash; mit dieser dritten und letzten Ver&ouml;ffentlichung bei Aladin wurde es dort dann endg&uuml;ltig still beim Aladin-Label.<\/p>\n<p>Zu Hochzeiten der Neuen Deutschen Welle setzte S&eacute;verine Anfang 1982 auf eine weitere Coverversion &ndash; die deutsche Version des 1980 ver&ouml;ffentlichten jugoslawischen <em>Srebrna Krila<\/em>-Songs &bdquo;Sesnaest godina&ldquo; kam in deutscher Sprache zwar weniger sperrig daher (&bdquo;<strong>Sie kam aus Frankreich<\/strong>&ldquo;; Textdichter: erneut <em>Christian Heilburg<\/em>), wurde aber trotz (oder wegen) des eingebauten Kinderchors ein Flop. Mit Blick auf die nachgeschobene Aladin-Single konnte sich die Ariola in ihren &bdquo;Single-Facts&ldquo; folgenden Hinweis nicht verkneifen: &bdquo;<em>PS: &sbquo;Sie kam aus Frankreich&lsquo; ist die echte n e u e Single von S&eacute;verine<\/em>.&ldquo; Etwa 1 1\/2 Jahre sp&auml;ter diente die Titelzeile &uuml;brigens als Namensgeberin von S&eacute;verines 1983 ver&ouml;ffentlichter LP.<\/p>\n<p>Am 20. M&auml;rz 1982 versuchte S&eacute;verine erneut, Deutschland beim Grand Prix Eurovision zu vertreten. Diesmal ging sie mit einer Nummer von <em>Jack White<\/em> (Komposition) und <em>Kurt Hertha<\/em> (Text) an den Start. Obwohl von Kritikern hoch gelobt, hatte sie mit &bdquo;<strong>Ich glaub&lsquo; an meine Tr&auml;ume<\/strong>&ldquo; gegen die sp&auml;tere Eurovisionssiegerin <em>Nicole<\/em> keine Chance und landete auf einem entt&auml;uschenden 10. Platz im Wettbewerb.<\/p>\n<p>An diesem Abend kam es wohl zu einem Bruch der Freundschaft zwischen <em>Ralph Siegel<\/em> und <em>Jack White<\/em>. <em>Siegel <\/em>schreibt dazu in seiner Autobiografie: &bdquo;<em>Diese Tr&auml;ume platzten leider sp&auml;ter auf dem zehnten Platz, was Jack dazu veranlasste, uns zu beschimpfen und unangenehme Unterstellungen in die Welt zu setzen. Mein Anwalt Holm Tippner und meine Familie fanden das auch mehr als unversch&auml;mt und die Richter des M&uuml;nchner Landgerichts erst recht. Dass darunter die Freundschaft zu Jack White gelitten hat, kann sich jeder gut vorstellen.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p>Im Sommer 1982 hatte die Girlgruppe <em>A la Carte<\/em> einen kleinen Hit mit &bdquo;In the Summer Sun Of Greece&ldquo;. Der arrivierte Textdichter <em>Dr. Michael Kunze<\/em> textete darauf &nbsp;f&uuml;r S&eacute;verines n&auml;chste Single, die wohl als Sommerhit gedacht war, einen deutschen Text: &bdquo;<strong>So ein Sommersonnentag<\/strong>&ldquo;.<\/p>\n<p>Ein Jahr sp&auml;ter versuchte man es mit der deutschen Version eines Songs von <em>Martine Cl&eacute;menceau<\/em> &ndash; &bdquo;Solitaire&ldquo; war, insbesondere in der Version von <em>Laura Branigan<\/em>, ein internationaler Hit. Nachdem <em>Jack White<\/em> die englische Version mit <em>Laura <\/em>produziert hatte, lag nahe, seinen Sch&uuml;tzling S&eacute;verine mit der deutschen Version zu versorgen, wobei auch <em>Milva <\/em>den Song eindeutschte. Den deutschen Text zu &bdquo;<strong>Solitaire<\/strong>&ldquo; in der Version der Franz&ouml;sin schrieb <em>Dhana Moray<\/em>, die damals als TV-Moderatorin, Textdichterin und S&auml;ngerin recht erfolgreich war. Mit ihrem Text f&uuml;r S&eacute;verine war ihr allerdings kein Erfolg beschieden.<\/p>\n<p>Mit einer Komposition des sehr erfolgreichen Berliners <em>Joachim Heider<\/em> endete S&eacute;verines Phase bei der Ariola. Gemeinsam mit dessen &bdquo;Stamm-Textdichter&ldquo; <em>Christian Heilburg<\/em> schrieb er S&eacute;verine das Lied &bdquo;<strong>Und am Morgen geht die Sonne auf<\/strong>&ldquo; &ndash; f&uuml;r S&eacute;verine sollte sie f&uuml;r l&auml;ngere Zeit untergehen, weil nach Ver&ouml;ffentlichung der Single im Herbst 1983 f&uuml;r einige Jahre eine Pause eingelegt wurde.<\/p>\n<p>Ab dem Fr&uuml;hjahr 1986 &ndash; S&eacute;verine hatte sich zwischenzeitlich von ihrem langj&auml;hrigen Lebenspartner Tony getrennt &ndash; begann S&eacute;verine, auf verschiedenen kleinen Labels weitere neue Lieder zu ver&ouml;ffentlichen. Produzent, Komponist und Textdichter in Personalunion f&uuml;r die kommenden Lieder sollte <em>Peter D&ouml;rr<\/em> werden.<\/p>\n<p>Auf dem Label &bdquo;Bella Musica&ldquo; wurde im April 1986 der Comeback-Song &bdquo;<strong>Nur wir beide allein<\/strong>&ldquo; ver&ouml;ffentlicht, der vom Sound her &ndash; typisch f&uuml;r die 1980er Jahre &#8211; stark an das popul&auml;re &bdquo;<em>Modern Talking<\/em>&ldquo;-Duo erinnert.<\/p>\n<p>Auf dem &bdquo;Orchestrola&ldquo;-Label wurden zwei Singles auf den Markt gebracht: &bdquo;<strong>Jeder neue Tag<\/strong>&ldquo; (1986, mit dem Titel absolvierte sie einige TV-Auftritte, z. B. in der &bdquo;Aktuellen Schaubude&ldquo;) und &bdquo;<strong>Tr&auml;ume einer Sommernacht<\/strong>&ldquo;.<\/p>\n<p>Die kommenden Titel sind allesamt auf <em>Peter D&ouml;rrs<\/em> Caribic-Label erschienen, der Plattenboss blieb auch S&eacute;verines Produzent, Komponist und Textdichter.<\/p>\n<p>Bei dieser Plattenfirma erschien 1988 der Titel &bdquo;<strong>Die Frau im Schatten<\/strong>&ldquo;, der die Liebe einer Frau zu einem verheirateten Mann beschreibt.<\/p>\n<p>In den 1990er Jahren erschienen f&uuml;nf Singles von S&eacute;verine: &bdquo;<strong>Einer f&uuml;r alle &ndash; alle f&uuml;r einen<\/strong>&ldquo; (1991), &bdquo;<strong>Leben &ndash; einfach leben<\/strong>&ldquo; (1993; diese beiden Lieder stellte die Franz&ouml;sin auch in der &bdquo;Deutschen Schlagerparade&ldquo; der Dritten Programme vor &ndash; letztgenannter Song gab einer 1994 erschienenen Longplay-CD den Namen), &bdquo;<strong>Mit jeder Stunde<\/strong>&ldquo; (1994; den Schlager widmete S&eacute;verine ihrem Sohn &ndash; auch diesen Titel stellte sie in der Schlagerparade und in der Aktuellen Schaubude vor), &bdquo;<strong>Du bist nur ein Kieselstein<\/strong>&ldquo; (1996; der Song wurde im Deutschen Schlagermagazin pr&auml;sentiert) und &bdquo;<strong>Gute Freunde<\/strong>&ldquo; (1999, der Schlager &nbsp;wurde bei einem Paris-Besuch im Deutschen Schlagermagazin vorgestellt).<\/p>\n<p>Zwischendurch wurde 1997 vielen Fans ein Wunsch erf&uuml;llt, indem eine erste &bdquo;Best Of&ldquo;-CD mit S&eacute;verines alten deutschsprachigen Liedern ver&ouml;ffentlicht wurde.<\/p>\n<p>Gegen Anfang des neuen Jahrtausends wurde S&eacute;verine nach vielen Jahren wieder in ihrem Heimatland aktiv &ndash; im November 1999 erschien eine CD mit ihren franz&ouml;sischen Erfolgen, die f&uuml;r so viel Aufmerksamkeit sorgte, dass sie nach 28-j&auml;hriger Pause im Dezember 2000 wieder ein ausverkauftes Konzert in Paris (im &bdquo;La Cigale&ldquo; am Montmartre)&nbsp; geben konnte. 2002 wurde davon ein Mitschnitt auf Doppel-CD ver&ouml;ffentlicht (&bdquo;Retour &agrave; Paris&ldquo;).<\/p>\n<p>Das letzte Schlager-Lebenszeichen gab S&eacute;verine 2003 von sich &ndash; mit dem Schlager &bdquo;<strong>Nur wenn Menschen sich verstehen<\/strong>&ldquo; pr&auml;sentierte sie sich bislang letztmals dem deutschen Publikum.<\/p>\n<p>Der 8. Mai 2006 sollte ein besonderes Datum im Leben von S&eacute;verine werden &ndash; bis dato war sie die einzige Eurovisionsgewinnerin, die nie den Boden des Landes betreten hat, f&uuml;r das sie beim Grand Prix angetreten ist &ndash; das &auml;nderte sich an jenem Tag. Anl&auml;sslich einer gro&szlig;en Gala begr&uuml;&szlig;te <em>F&uuml;rst Albert II.<\/em> S&eacute;verine pers&ouml;nlich, die ihr Lied nun erstmals auch in Monaco interpretieren durfte.<\/p>\n<p>Ein weiteres Highlight des Jahres 2006 war, dass S&eacute;verine Bestandteil der monegassischen&nbsp; Delegation beim Eurovision Song Contest in Athen war. Sie begleitete dort ihre Namensvetterin <em>S&eacute;verine Ferrer,<\/em> die allerdings bereits im Halbfinale des Wettbewerbs ausschied.<\/p>\n<p>Im Sommer 2007 gab es f&uuml;r viele Freunde von S&eacute;verine eine tolle &Uuml;berraschung &ndash; dank MDR-Redakteur und Webmaster der S&eacute;verine-Seite &bdquo;S&eacute;verine-online.de&ldquo; <em>Frank Eberlein<\/em> wurde m&ouml;glich gemacht, dass gro&szlig;e Teile des deutschsprachigen Gesamtwerks S&eacute;verines auf CD verf&uuml;gbar gemacht wurden. Das 3-CD-Set &bdquo;&hellip;und w&uuml;nsch&lsquo; Dir einen Traum&ldquo; enth&auml;lt label&uuml;bergreifend alle Lieder, die S&eacute;verine zu Hits gemacht hat.<\/p>\n<p>Es w&auml;re sch&ouml;n, wenn die sympathische Franz&ouml;sin sich nicht ganz zur&uuml;ckziehen w&uuml;rde, sondern eines Tages ihre Fans mit neuen Produktionen &uuml;berrascht oder vielleicht ihre alten Erfolge noch mal hochleben l&auml;sst.<\/p>\n<p>Stephan Imming, 04.01.2016<\/p>\n<p>www.S\u00e9verine-online.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neuzugang 12.01.1976!\u00a0 Vorbemerkung &#8211; vielen Dank an Frank Eberlein und die von ihm administrierte empfehlenswerte Seite www.S&eacute;verine-online.de, auf der weitere<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":82130,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[29],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/82129"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=82129"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/82129\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/82130"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=82129"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=82129"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=82129"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}