{"id":80608,"date":"2016-02-15T00:00:00","date_gmt":"2016-02-15T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=80608"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"BENNY-smago-Serie-Schlager-Ruec-80607","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/BENNY-smago-Serie-Schlager-Ruec-80607\/","title":{"rendered":"BENNY <br \/>smago! Serie &quot;Schlager-R\u00fcckblick &quot;vor 40 Jahren&quot; von Stephan Imming &#8211; Teil 50: Benny &#8211; &quot;Amigo Charly Brown&quot;!"},"content":{"rendered":"<p>smago! sagt ganz herzlichen Dank an BENNY, dass er diesen Artikel &#8222;abgenommen&#8220; und in Teilen erg\u00e4nzt hat! (VORANK\u00dcNDIGUNG: Morgen folgt noch eine kleine &#8222;Zugabe&#8220; &#8230;!)\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 28. April 1957 kam Hans J&uuml;rgen Schnier in Rahden (Westfalen) als Sohn eines Rundfunk-Fernseh-Meisters mit eigenem kleinen Gesch&auml;ft zur Welt. Hans J&uuml;rgens Mutter <em>Waltraut<\/em> war &uuml;berwiegend Hausfrau, hatte aber auch eine Affinit&auml;t zur Musik. In ihrer Freizeit sang sie leidenschaftlich gerne in diversen Ch&ouml;ren.<\/p>\n<p>Eines Tages ging Mutter <em>Waltraut<\/em> mit ihrem Filius&nbsp; zu einer Musik-Veranstaltung. Stargast dort war der damals popul&auml;re Schlagers&auml;nger <em>Bernd Apitz<\/em>. Ganz spontan trat kam Hans J&uuml;rgen Schnier auf die B&uuml;hne und sang mit seiner Kinderstimme (vor dem Stimmbruch) spontan ein Lied &#8211; sehr zur Freude des Publikums. <em>Apitz<\/em> meinte, der Name &bdquo;Hans-J&uuml;rgen&ldquo; sei nicht plakativ genug &ndash; &quot;BENNY&quot; w&uuml;rde ihm besser gefallen, zumal das auch an seinen eigenen Vornamen (<em>Bernd Apitz<\/em>) erinnere. Gesagt &ndash; getan &ndash; alle waren einverstanden, der &bdquo;Kinderstar&ldquo; &bdquo;Benny&ldquo; war geboren. Unter diesem neuen Namen absolvierte Benny in den n&auml;chsten Jahren bis zu 200 Auftritte, um sich sein Taschengeld aufzubessern. Sein Repertoire konnte sich sehen lassen: Von den <em>Beatles<\/em> bis zu <em>Peter Alexander<\/em> war quasi alles dabei.<\/p>\n<p>1974 wurde der Musikproduzent <em>Frank Farian<\/em> bei einem Talentwettbewerb in Bennys Heimatort Rahden auf den Teenager, der eigentlich damals Astro-Chemiker werden wollte, aufmerksam. Bei dem Wettbewerb sang Benny live zur Begleitband &bdquo;<em>Dominoes<\/em>&quot;. <em>Farian <\/em>d&uuml;rfte sich eher daf&uuml;r interessiert haben, dass Benny Gitarre und Klavier spielte.<\/p>\n<p>Ein gutes Aussehen brachte der Nachwuchss&auml;nger auch mit &ndash; es war ja schlie&szlig;lich angedacht, Benny als eine Art &bdquo;deutschen <em>David Cassidy<\/em>&ldquo; aufzubauen. Lustigerweise war der Preis f&uuml;r den Gewinner des Wettbewerbs eine Reise nach Berlin mit Besuch der ZDF-Hitparade am 23. M&auml;rz 1974, und Benny durfte die Sendung in Begleitung seiner Mutter &bdquo;live&ldquo; verfolgen. Dass er direkt in der n&auml;chsten Folge &nbsp;selbst in der Sendung auftreten w&uuml;rde, ahnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand.<\/p>\n<p>Damals war <em>Ringo Starr<\/em> mit der Nummer &bdquo;You&rsquo;re Sixteen&ldquo; erfolgreich, wobei es sich um die Neuaufnahme eines Oldies aus dem Jahr 1960 von <em>Johnny Burnette<\/em> handelte. Der bekannte Schlagertextdichter <em>Hans-Ulrich Weigel<\/em> textete darauf den zu Benny passenden Titel &bdquo;<strong>Du bist sechzehn<\/strong>&ldquo; &ndash; zum Zeitpunkt der Aufnahme war Benny genau in diesem Alter. Nicht zu Unrecht wies die Plattenfirma Hansa darauf hin: &bdquo;<em>Achten Sie also auf Benny &ndash; auf diesen Jungen warten Millionen Gleichaltrige!<\/em>&ldquo;.&nbsp;<\/p>\n<p>Kurz vor seinem 17. Geburtstag, am 20. April 1974, gab Benny sein Debut in der ZDF-Hitparade. Sein Song schlug ein &ndash; der Text (&bdquo;<em>16 Jahre allein zu Haus, heut ist Schluss, &#8211; heute brichst du aus, &#8211; Dein Vater tobt, Dein Lehrer schaut, &#8211; ich k&uuml;ss dich jetzt und sage es laut. &#8211; Heute ist Liebe mal dran, die Schule f&auml;llt aus..&ldquo;<\/em>) kam offensichtlich in der Tat in seiner Altersgruppe an, so dass gleich die Debutsingle ein Hit war, der die Verkaufshitparade st&uuml;rmte &ndash; am 10. Juni 1974 war der Song in den Top-50-Charts.<\/p>\n<p>Mit der Nachfolge-Single war man ausgesprochen &bdquo;originell&ldquo; &ndash; auf dem Cover der Single trug Benny einen Pullover, auf dem eine gro&szlig;e &bdquo;16&ldquo; abgebildet war. In Sachen Outfit war die Plattenfirma Hansa damals immer sehr kreativ &ndash; so trug Bernhard Brink in der ZDF-Hitparade einen Pullover mit der Aufschrift &bdquo;Ich bin noch zu haben&ldquo;, als er das gleichnamige Lied vortrug. &ndash; Auch musikalisch folgte man der eingeschlagenen Linie &ndash; wieder wurde ein internationaler Evergreen neu eingedeutscht &ndash; diesmal stand <em>Marty Robbins<\/em>&lsquo; 1956er Oldie &bdquo;Singing the Blues&ldquo; Pate. W&auml;hrend <em>Wolfgang Sauer<\/em> in den 1950er Jahren mit &bdquo;Warum strahlen heute Nacht die Sterne so hell?&ldquo; mit seiner deutschen Version gro&szlig;e Erfolge feiern konnte, erreichte Bennys erneut von <em>Hans Ulrich Weigel<\/em> getextete Version namens &bdquo;<strong>Zwei wie wir<\/strong>&ldquo; nicht die einschl&auml;gigen Hitparaden &#8211; immerhin stellte Benny den Song in Ilja Richters &bdquo;Disco&quot; vom 26. Oktober 1974 vor.<\/p>\n<p>Die dritte im Sommer 1975 ver&ouml;ffentlichte Single war wieder das Cover eines &auml;lteren internationalen Hits. Diesmal nahm man sich des <em>Four-Top<\/em>s-Klassikers &bdquo;Reach Out I&rsquo;ll Be There&ldquo; an. Diesmal verfasste <em>Fred Jay<\/em> den deutschen Text: &bdquo;<strong>Hei&szlig;e R&auml;der lassen gr&uuml;&szlig;en<\/strong>&ldquo;. Jahrzehnte vor <em>Andrea Berg<\/em> lie&szlig; sich auch Benny schon f&uuml;r eine Schlagerproduktion neben einem motorisierten Zweirad stehend ablichten. Die Image-Bildung war der Plattenfirma damals offensichtlich wichtig &ndash; so war auf der R&uuml;ckseite der Single zu lesen: &bdquo;<em>Benny &ndash; jetzt schon kein unbekannter Nachwuchss&auml;nger mehr, sondern einer der beliebtesten Teeny-Stars in Deutschland. Benny ist 16 Jahre alt und wei&szlig; daher von den W&uuml;nschen und Sorgen seiner Fans. Er besingt in seinen Liedern auch die Fragen, mit denen sich 16-j&auml;hrige besch&auml;ftigen. &hellip; Freiheit und Unabh&auml;ngigkeit sind die Themen, die sicher die meisten seiner jugendlichen Anh&auml;nger auch besch&auml;ftigen<\/em>&ldquo;. Dazu seien zwei winzig kleine Anmerkungen gestattet: Erstens war Benny 18 Jahre alt, als die Single auf den Markt kam und zweitens war Textdichter <em>Fred Jay<\/em>, als der Titel, der &bdquo;<em>Fragen, mit denen sich 16-j&auml;hrige besch&auml;ftigen<\/em>&ldquo; erschien, nicht mehr ganz im Teenager-Alter mit seinen damals <em>62 <\/em>Jahren. Wie dem auch sei, am 14. Juni 1975 stellte Benny seinen Titel in der ZDF-Hitparade vor.<\/p>\n<p>Den richtig &bdquo;gro&szlig;en Durchbruch&ldquo; schaffte der junge S&auml;nger vor ziemlich genau 40 Jahren mit einer weiteren Coverversion. Bereits 1974 ver&ouml;ffentlichte <em>Benito di Paula<\/em> seinen Song &bdquo;Charlie Brown&ldquo; in portugiesischer Sprache. Ein Jahr sp&auml;ter wurde von &bdquo;<em>Two Man Sound<\/em>&ldquo; eine internationale Version des Liedes Ver&ouml;ffentlicht &ndash; mit gro&szlig;em Erfolg, die Single kam in die deutschen Top 10.<\/p>\n<p>Der &bdquo;Hit Man&ldquo; <em>Frank Farian<\/em> roch offensichtlich f&ouml;rmlich den Hit und schickte Benny mit der von <em>Fred Jay<\/em> getexteten deutschen Version &bdquo;<strong>Amigo Charly Brown<\/strong>&ldquo; ins Rennen &ndash; und der Song schlug gewaltig ein. Die Hansa scheint es geahnt zu haben und k&uuml;ndigte die Single wie folgt an: &bdquo;<em>Das neue Jahr beginnt mit einer F&uuml;lle deutscher Produktionen: Allen voran Benny mit seiner deutschen Originalaufnahme des franz&ouml;sischen Top Hits &sbquo;Amigo Charlie Brown&lsquo;. Hiermit k&ouml;nnte Benny seinen Durchbruch haben. Ein Vergleich mit &sbquo;Paloma Blanca&lsquo; liegt nahe. Bennys&nbsp; Produzent Frank Farian hat selbst auch einen neuen Hit: Er singt die deutsche Originalaufnahme von &sbquo;Rocky&lsquo;. Auch hier sieht es so aus, als ob es ein Frank-Farian-Erfolg w&uuml;rde&ldquo;<\/em>. Heutzutage w&uuml;rde man wohl sagen: &bdquo;L&auml;uft bei denen&ldquo;.<\/p>\n<p>Am 13. M&auml;rz 1976 stellte Benny seinen Hit erstmals in der ZDF-Hitparade vor und r&auml;umte damit ab. Er erreichte in der Mai-Sendung damit sogar die Spitzenreiter-Position und wurde zudem am 22. Mai 1976 in die ZDF-Disco mit dem Titel eingeladen. Kurz darauf wurde auch Bennys erste LP gleichen Namens ver&ouml;ffentlicht. &#8211; Der Song entpuppte sich zum echten Evergreen. Beispielsweise wurde 30 Jahre nach Ver&ouml;ffentlichung des Hits der &bdquo;Top Of The Mountains-Award&ldquo; als &bdquo;Best Apres Ski Klassik Song&ldquo; &nbsp;f&uuml;r den Titel vergeben. Kollege <em>J&uuml;rgen Drews<\/em> konnte 2001 mit seiner Coverversion des Songs auch die Charts st&uuml;rmen &ndash; wenngleich nicht ganz so erfolgreich wie seinerzeit Benny.<\/p>\n<p>Die Hit-Nachfolge-Single war dann eine Premiere &ndash; erstmals komponierte <em>Farian<\/em> f&uuml;r Benny einen &bdquo;eigenen&ldquo; (also Nicht-Cover-)Song und sang die Backing-Vokals auf der Aufnahme gleich flei&szlig;ig mit. <em>Fred Jay <\/em>textete dem M&auml;dchenschwarm &bdquo;<strong>Was geht da vor hinter Billys Scheunentor?<\/strong>&ldquo; auf den Leib. Am 8. Januar 1977 ging es damit erneut in <em>Ilja Richters<\/em> &bdquo;Disco&ldquo;.<\/p>\n<p>Mit &bdquo;<strong>Oh Mary Mary<\/strong>&ldquo;, der deutschen Version eines von <em>Tuto Cutugno<\/em> geschriebenen Hits, gab sich Benny quasi als Verfechter der Emanzipation, indem er eine selbstbewusste Frau beschrieb, die z. B. ins Fu&szlig;ballstadion geht und im Prinzip &bdquo;die Hosen an hat&ldquo;. Die Fans waren leider nicht sonderlich begeistert.<\/p>\n<p><em>Roland Kaiser<\/em>, ebenfalls K&uuml;nstler der Plattenfirma HANSA , beobachtete 1977 das Ph&auml;nomen, dass immer mehr Jugendliche auf Brettern mit Rollen &ndash; genannt Skateboard &ndash; unterwegs waren und schlug <em>Frank Farian<\/em> vor, daraus einen Hit f&uuml;r Benny zu machen. Dieser produzierte parallel gleich noch eine internationale Version f&uuml;r sein Projekt &bdquo;<em>Les Copains<\/em>&ldquo; (eine reine Studioformation) mit. <em>Fred Jay<\/em> schrieb zusammen mit <em>Roland Kaiser<\/em> und <em>Hans-Ulrich Weigel<\/em> (, der sonst ja eher f&uuml;r schwerm&uuml;tige Texte zust&auml;ndig war,) den deutschen Text &ndash; und fertig war &bdquo;<strong>Skateboard (uh-ah-ah)<\/strong>&ldquo; &ndash; ein Hit, der einige Monat Anlaufzeit brauchte, dann aber ein echter Erfolg wurde. Auch dieser Song &nbsp;hatte Evergreen-Potenzial: Viele Jahre sp&auml;ter nutzte der Fu&szlig;ball-Verein Chemie-Leipzig die Melodie f&uuml;r den Stadion-Gesang &bdquo;<em>Chemie &ndash; uh ah ah &ndash; das ist Fu&szlig;ball &ndash; wunderbar. <\/em>Am 8. M&auml;rz und am 1. Mai stellte Benny seinen Song in der ZDF-Hitparade vor.<\/p>\n<p>Nur einen Monat sp&auml;ter war er in Hecks Schlager-Tempel mit dem Nachfolge-Hit am Start &ndash; am 26. Juni 1978 rockte Benny die Kultshow mit seinem &bdquo;<strong>Bin wieder frei<\/strong>&ldquo;, der deutschen Version des <em>Plastic-Bertrand<\/em>-Songs &bdquo;Ca plane pour moi&ldquo;. Ab 1978 wurden die Benny-Schallplatten von <em>Thomas Meisel<\/em> produziert &ndash; vielleicht war <em>Frank Farian<\/em> ja sauer, dass Benny mit seiner deutschen Version von &bdquo;Skateboard&ldquo; besser ankam als die von <em>Farian<\/em> (als &bdquo;<em>Les Copains<\/em>&ldquo;) gesungene Version. Scherz beiseite &ndash; vermutlich hatte <em>Frank Farian<\/em> mit seinen internationalen Projekten (allen voran <em>Boney M.<\/em>) zu viel zu tun. &ndash; Der Plattenfirma Hansa blieb Benny ja weiterhin treu. Thomas Meisels damalige Ehefrau Renate Meisel schrieb unter den &bdquo;Bin wieder frei&ldquo;-Text unter dem Pseudonym &bdquo;<em>Ren&eacute;e Marcard<\/em>&ldquo;.<\/p>\n<p><em>Thomas Meisels<\/em> Produzenten-Einstand kann als absolut gelungen bezeichnet werden &ndash; &bdquo;Bin wieder frei&ldquo; kam in die Top-20 der Verkaufscharts und wurde drei mal in der ZDF-Hitparade pr&auml;sentiert (im Rahmen des damaligen Formats &uuml;brigens drei weitere male in der Sendung angespielt). Erneut gab es auch am 4. September 1978 eine Einladung in <em>Ilja Richters<\/em> Disco. Bennys deutsche Version war in Deutschland weitaus erfolgreich als die englische Version von <em>Elton Motello<\/em> (&bdquo;Jet Boy Jet Girl&ldquo;).<\/p>\n<p>Nachdem Benny einige gro&szlig;e Hits hatte und ein M&auml;dchenschwarm war, kam man auf die Idee, ihn auch als Kinostar zu etablieren. So spielte er dann an der Seite u. a. von <em>Olivia Pascal<\/em> und <em>Zachi Noy <\/em>(&bdquo;Eis am Stiel&ldquo;) eine der Hauptrollen im Film &bdquo;Popcorn und Himbeereis&ldquo;. Titelsong des Films war praktischerweise seine n&auml;chste Single, &bdquo;<strong>Zufrieden mit mir<\/strong>&ldquo;, geschrieben von <em>Wolfgang Keilhauer<\/em> und <em>Wolf Preuss<\/em> (eben jenem &bdquo;<em>Wolf<\/em>&ldquo; vom Duo &bdquo;<em>Inga und Wolf<\/em>&ldquo;). &nbsp;Der Film landete auf Platz 35 der erfolgreichsten Filme 1978 und hatte immerhin 575.000 Kinobesucher zu verzeichnen.<\/p>\n<p>Spannend ist &uuml;brigens die B-Seite des Songs, die auf der R&uuml;ckseite des Covers der Single wie folgt thematisiert wird: &bdquo;<em>Auf seiner neuen Single &sbquo;Du hast Angst vor der Wahrheit&lsquo; packt Benny ein hei&szlig;es und brisantes Thema an: Den Alkohol- und Drogenmissbrauch unter den Jugendlichen&ldquo;<\/em>.<\/p>\n<p>Im Anschluss wurde wieder das bew&auml;hrte Erfolgsrezept angewandt &ndash; &bdquo;Covern geht immer&ldquo; lautete in den 1970er und fr&uuml;hen 1980er Jahren gerne das Motto. In dem Fall besann man sich des britischen Top-3-Songs &bdquo;Lay Your Love On Me&ldquo; von <em>Racey<\/em>. <em>Renate Meisel<\/em> (alias &bdquo;<em>Ren&eacute;e Marcard<\/em>&ldquo;) machte daraus das beachtliche Wortspiel &bdquo;<strong>Wenn Deine S&uuml;&szlig;e einmal sauer ist<\/strong>&ldquo;).<\/p>\n<p>Zum Abschluss der 1970er Jahre wurde ein weiterer internationaler Hit eingedeutscht &ndash; diesmal musste <em>Dave Edmunds<\/em> mit seinem &bdquo;Crawling from the Wreckhage&ldquo; daran glauben &ndash; <em>Norbert Hammerschmidt<\/em> machte daraus &bdquo;<strong>Raus aus den Klamotten<\/strong>&ldquo; (vielleicht unter dem Eindruck des &bdquo;Popcorn und Himbeereis&ldquo;-Films stehend, zumal erneut Bennys aktuelles Image auf der Cover-R&uuml;ckseite beschrieben wurde. Diesmal war dort zu lesen: &bdquo;<em>Ganz locker, manchmal auch ein bisschen verr&uuml;ckt und ausgeflippt &ndash; das ist Benny. Diesem &sbquo;Typ von heute&lsquo; verk&ouml;rperte Benny auch in seiner ersten gro&szlig;en Rolle in dem sehr erfolgreichen Kinofilm &sbquo;Popcorn und Himbeereis&lsquo;&ldquo;.)<\/em> Das Lied kam am 11. Februar 1980 auch zu ZDF-Hitparaden-Ehren.<\/p>\n<p>1980 fing Benny an, sich selber zu produzieren &ndash; gemeinsam mit <em>Norman Ascot<\/em> (b&uuml;rgerlich <em>Wolfgang Pilverits<\/em>), der sich als Komponist des <em>Roland Kaiser<\/em> Hits &bdquo;Sieben F&auml;sser Wein&ldquo; und als Produzent der damals sehr popul&auml;ren &bdquo;<em>Teens<\/em>&ldquo; einen Namen gemacht hatte. Mit Textdichter <em>Norbert Hammerschmidt<\/em> ersannen <em>Ascot<\/em> und Benny den Song &bdquo;<strong>Ich bin dran, Mann!&ldquo;<\/strong>, der am 17. November 1980 in der ZDF-Hitparade vorgestellt wurde &ndash; es sollte Bennys letzter Auftritt in der Berliner Show werden.<\/p>\n<p>Im Sommer 1980 waren drei attraktive sexy M&auml;dels in der Pop-Szene aktiv (eine von ihnen die sp&auml;ter als &bdquo;<em>Sandra<\/em>&ldquo; sehr bekannt werdende Saarbr&uuml;ckerin Sandra Lauer) unter dem Namen <em>Arabesque<\/em>. Schon damals hatte der heutige <em>Helene-Fischer<\/em>-Produzent <em>Jean Frankfurter<\/em> ein H&auml;ndchen f&uuml;r Hits und schrieb dem Damentrio den Song &bdquo;Take Me, Don&rsquo;t Break Me&ldquo; auf den Leib. <em>Norbert Hammerschmidt<\/em> hatte eine &bdquo;geniale&ldquo; deutsche Zeile daf&uuml;r parat: &bdquo;<strong>Montag ist Schontag<\/strong>&ldquo; &ndash; und Benny produzierte den Song wieder mit <em>Norman Ascot a<\/em>uf Deutsch.<\/p>\n<p>Da einige der Benny-Songs ohnehin schon im <em>Status-Quo<\/em>-Sound produziert wurden, nahm man sich tats&auml;chlich einen Song dieser Rocktruppe vor. Erneut war es &bdquo;<em>Ren&eacute;e Marcard<\/em>&ldquo;, die eine unglaubliche Textidee hatte &ndash; aus &bdquo;There&rsquo;s Something &lsquo;bout You Baby I Like&ldquo; wurde &bdquo;<strong>Du bist so cool, das haut mich vom Stuhl<\/strong>&ldquo; und war die letzte Single des Jahres 1981. Produzent <em>Norman Ascot<\/em> holte f&uuml;r die Produktion extra seine Sch&uuml;tzlinge von den Teens dazu. Laut Plattenfirma war damit &bdquo;<em>Europas erfolgreichste Teeny-Rockband<\/em>&ldquo; am Start, die allerdings 1981 nicht mehr so erfolgreich war wie in den Jahren zuvor.<\/p>\n<p>Nachdem das alles nicht so funktioniert hatte wie erhofft, &uuml;bernahm f&uuml;r eine Single noch mal <em>Thomas Meisel<\/em> die Produktion. 1982 war der Rock&rsquo;n&rsquo;Roller <em>Shakin&lsquo; Stevens<\/em> &uuml;beraus angesagt mit Hits wie &bdquo;This Ole House&ldquo; und &bdquo;You Drive Me Crazy&ldquo;. Seinen Hit &bdquo;<strong>Oh Julie<\/strong>&ldquo; besang Benny in deutscher Sprache, au&szlig;er &bdquo;<em>Ren&eacute;e Marcard<\/em>&ldquo; war <em>Norbert Hammerschmidt<\/em> Co-Textdichter. Mit der Single ging eine &Auml;ra zu Ende &ndash; es war die letzte Single f&uuml;r die Hansa.<\/p>\n<p>Bei der Plattenfirma WEA probierte Benny es in der Hochzeit der Neuen Deutschen Welle mit der deutschsprachigen Version eines internationalen New-Wave-Songs. Aus <em>Blancmanges<\/em> &bdquo;Waves&ldquo; machte Textdichter <em>Dr. Bernd Meinunger<\/em> &bdquo;<strong>Sturm<\/strong>&ldquo;. Interessant auf dieser einzigen WEA-Single, die es von Benny gibt, ist auch die B-Seite namens &bdquo;Karin&ldquo;, weil es eine Komposition von <em>Hanne Haller<\/em> ist.<\/p>\n<p>Ein Jahr sp&auml;ter, heuerte der S&auml;nger bei RCA an. Niemand Geringeres als <em>Heidi Br&uuml;hl<\/em> produzierte die Nummer. Erneut wurde ein internationaler Song gecovert &ndash; diesmal nahm man sich eines schwedischen Erfolges an &ndash; dort erreichte <em>Magnus Uggla<\/em> mit &bdquo;Hand i Hand&ldquo;&nbsp; immerhin die Top 50 der Charts. Die von <em>Heidi Br&uuml;hl<\/em> getextete deutsche Version &bdquo;Hand in Hand&ldquo; konnte hingegen die einschl&auml;gigen einheimischen Hitparaden nicht st&uuml;rmen.<\/p>\n<p>Kurz danach produzierte Benny 1984 gemeinsam mit den <em>Schl&uuml;mpfen<\/em> das &bdquo;<strong>Fernsehschl&uuml;mpfelied<\/strong>&ldquo;. Die ganz gro&szlig;e Schlumpf-Erfolgswelle war allerdings vorbei. Au&szlig;erdem hatte Benny keinen langen Vollbart wie <em>Vader Abraham<\/em> &ndash; auch dieser Song floppte, es war die vorerst letzte Single-Ver&ouml;ffentlichung des Westfalen.<\/p>\n<p>Danach war erst mal &bdquo;Feierabend&ldquo; mit Singen. In einem Interview mit dem Stern gab Benny 2004 zu Protokoll: &bdquo;<em>Nach zehn Jahren hatte ich die Schnauze voll vom Singen. Ich wollte nicht so enden wie die Kollegen, die sich in Bierzelten zu Tode tingeln.&ldquo;&nbsp; <\/em><\/p>\n<p>Erst 1999 gab es eine weitere Maxi-CD: &bdquo;<strong>Mambo-Fieber<\/strong>&ldquo; wurde vom ehemaligen <em>Spider-Murphy<\/em>-Schlagzeuger <em>Franz Trojan<\/em> produziert. Die Single wurde unter dem Namen Benny Schnier auf dem damaligen &bdquo;Koch&ldquo;-Label ver&ouml;ffentlicht.<\/p>\n<p>Da der musikalische &Uuml;bergang vom Teenie-Schlagerstar zum &bdquo;erwachsenen&ldquo; S&auml;nger wohl nicht ganz so gegl&uuml;ckt war wie man sich das erhofft hatte, st&uuml;tzte sich Benny auf andere Standbeine. Mit gro&szlig;em Erfolg moderierte er zwischen 1979 und 1988 im ZDF das &bdquo;Ferienprogramm f&uuml;r Kinder&ldquo; und sp&auml;ter auch die Jugend-Sportsendung &bdquo;Pfiff&ldquo;, die Musik-Show &bdquo;Maultrommel&ldquo; und die Zirkus-Sendung &bdquo;Artistenarena&ldquo;.<\/p>\n<p>1988 wechselte er &bdquo;in Sachen Fernsehen&ldquo; zum Bayerischen Rundfunk, bei dem er Sendungen wie &bdquo;Live aus dem Schlachthof&ldquo; und &bdquo;Clip Tip&ldquo; moderierte. Im Hause des BR war Benny im Radio bereits zwischen 1980 und 1982 als Musikredakteur und Moderator t&auml;tig, u. a. &uuml;bernahm er 1981 von <em>Thomas Gottschalk<\/em> die Moderation der Kult-Radio-Show &bdquo;Pop nach acht&ldquo;. &#8211; Kurz darauf wechselte er zu Radio M1, wo er Moderator, Musikredakteur und ab 1985 sogar Programmchef war.&nbsp; Nach einer Zwischenstation bei Radio C, wo er Programmchef f&uuml;r S&uuml;dtirol und M&uuml;nchen war, kehrte Benny ab 1987 wieder zum Bayerischen Rundfunk zur&uuml;ck, wo er Moderator im Team von <em>Thomas Gottschalk<\/em> war.<\/p>\n<p>Zwischen 1991 und 1993 war Benny Musik- und Programmchef des M&uuml;nchner Rundfunksenders Radio Xanadu. Nebenbei moderierte er auch in M&uuml;nchner TV-Sendern wie &bdquo;H.O.T.&ldquo;, &bdquo;DF1&ldquo; und &bdquo;TV M&uuml;nchen&ldquo;. Von 1996 bis 1997 &uuml;bernahm er die Musikredaktion von <em>Thomas Gottschalks<\/em> SAT1-&bdquo;Hausparty&ldquo; (in den n&auml;chsten beiden Jahren war er f&uuml;r seinen Kumpel <em>Gottschalk<\/em> und dessen Show &bdquo;Gottschalk kommt&ldquo; f&uuml;r das &bdquo;Warm Up&ldquo; des Publikums zust&auml;ndig).<\/p>\n<p>1994 wechselte Benny als Moderator zu Radio Charivari, wo er ab dem 01. August 1998 bis zum Jahr 2003 Programmchef war.<\/p>\n<p>Nebenbei besann das Multitalent sich aber auch wieder auf seine schauspielerischen F&auml;higkeiten. Seit 1995 spielte er mehrfach im &bdquo;Tatort&ldquo; und anderen TV-Krimis wie &bdquo;Soko 5113&ldquo; und &bdquo;Stahlnetz&ldquo; mit. 1999 wirkte er sogar noch mal in einem Kinofilm mit (&bdquo;Straight Shooter&ldquo;).<\/p>\n<p>2003 kehrte der Tausendsassa auch wieder als Moderator zum Fernsehen zur&uuml;ck und moderierte bei 9 Live die Datingshow &bdquo;Neue Liebe &ndash; neues Gl&uuml;ck&ldquo;. Privat lief es f&uuml;r Benny lief es in jenen Jahren nicht so gut, die Ehe von seiner Frau <em>Stefanie<\/em> wurde geschieden, allerdings ging daraus Bennys gro&szlig;es Gl&uuml;ck, seine Tochter <em>Marie Christin<\/em>, hervor, die 1998 das Licht der Welt erblickte.<\/p>\n<p>Seit 2007 ist Benny als Moderator und Redakteur beim privaten Fernsehsender &bdquo;Gute Laune TV&ldquo; t&auml;tig, dort moderiert er verschiedene Formate wie &bdquo;Schlagertreff&ldquo; (nur 2007), &bdquo;B*Treff &ndash; Stars, Talk, News&ldquo; oder &bdquo;Deutschland &#8211; Deine Schlagerstars&ldquo;. Au&szlig;erdem ist er Autor der Sendung &bdquo;KULT&ldquo; mit <em>Willi Arsan<\/em> als Moderator. Nebenbei f&uuml;hrt er fast alle K&uuml;nstler-Interviews des Senders.<\/p>\n<p>F&uuml;r die vielen Schlagerfreunde unter Bennys Fans gab es 2006 eine tolle &Uuml;berraschung: Produzent <em>Ulli Eichblatt <\/em>holte Benny noch mal ins Tonstudio, um die CD &bdquo;Amigo Charly Brown &ndash; die Hits von gestern&hellip;und auch heut&ldquo; zu produzieren. Mit alten und neuen Liedern ging es in jenem Jahr sogar (gemeinsam mit Schlagerkollegen wie <em>Bata Illic<\/em> und <em>Freddy Breck<\/em>) auf gro&szlig;e &bdquo;Kult Schlagerpyramide&ldquo; Deutschland-Tournee.<\/p>\n<p>Mit seinem musikalischen Kollegen <em>Dennis Wurmdobler<\/em> wurde 2009 die Vereinshymne f&uuml;r den TSV 1860 M&uuml;nchen konzipiert &ndash; sowohl Benny als auch <em>Dennis<\/em> waren gro&szlig;e Freunde des Vereins und schrieben f&uuml;r die &bdquo;L&ouml;wen&ldquo; den Song &bdquo;Du bist mein Verein&ldquo; &ndash; das Lied wurde sogar als Stadion-Hymne vom Verein gek&uuml;rt. Seit ein paar Jahren haben die Beiden aber die Vereinsfarben gewechselt und feuern die Mannschaft von Borussia Dortmund an. Mit <em>Dennis Wurmdobler <\/em>tritt Benny sporadisch als Akustik-Duo &bdquo;<em>Den &amp; Ben<\/em>&ldquo; auf.<\/p>\n<p>Freunde von Bennys (Hansa-)Originalaufnahmen werden sich freuen &ndash; seit 2011 ist ein kosteng&uuml;nstiger Benny-Sampler mit 25 Aufnahmen aus Bennys Anfangsjahren&nbsp; auf dem Markt.<\/p>\n<p>Viele Freunde von Benny und seiner Musik w&uuml;rden sich sicher freuen, wenn vielleicht anl&auml;sslich eines im n&auml;chsten Jahr anstehenden runden Geburtstags der beliebte S&auml;nger noch mal das Moderatoren- gegen das Gesangsmikrofon tauschen w&uuml;rde. Benny selbst sagt zu dem Thema: &bdquo;<em>Wenn ich Anfragen bekomme, trete ich nat&uuml;rlich mit den alten Sachen auf, aber CDs werde ich wohl keine mehr machen.<\/em>&ldquo;<\/p>\n<p>\n<img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/smago.de\/fotos\/pics\/images\/benny_mm.jpg\" style=\"width: 383px; height: 512px;\" \/><\/p>\n<p>Stephan Imming, 13.02.2016<\/p>\n<p>https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Benny_Schnier<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>smago! sagt ganz herzlichen Dank an BENNY, dass er diesen Artikel &#8222;abgenommen&#8220; und in Teilen erg\u00e4nzt hat! 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