{"id":80302,"date":"2016-02-24T00:00:00","date_gmt":"2016-02-24T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=80302"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"TONY-MARSHALL-smago-Serie-Schla-80301","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/TONY-MARSHALL-smago-Serie-Schla-80301\/","title":{"rendered":"TONY MARSHALL <br \/>smago! Serie &quot;Schlager-R\u00fcckblick &quot;vor 40 Jahren&quot; von Stephan Imming: Teil 7 &#8211; UPDATE: Tony Marshall (&quot;Vom Hofbr\u00e4uhaus zur Reepberbahn&quot; &#8211; Teil 1)!"},"content":{"rendered":"<p>Neuzugang &#8222;Warteliste&#8220; 23.02.1976!\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 03.02.1938 kam TONY MARSHALL in seinem Elternhaus in der Baden-Badener &bdquo;Gro&szlig;e Dollenstra&szlig;e&ldquo; als Herbert (&bdquo;Herbel&ldquo;) Anton Bloeth zur Welt; seinen Namen &auml;nderte er vor der Geburt seines ersten Sohnes <em>Marc<\/em> in &bdquo;Hilger&ldquo; (, das war der Geburtsname der Mutter). Er war der dritte Sohn seiner Eltern, die einen Kolonialwarenladen betrieben. Seine Br&uuml;der hie&szlig;en August (geb. 1933) und Frank (geb. 1936).<\/p>\n<p>&bdquo;Herbel&ldquo; wuchs in einer musikalischen Familie auf. Der Mandoline spielende Vater August war allerdings in Kindertagen w&auml;hrend der Kriegswirren selten zu Hause, da er 1939 zum Milit&auml;r eingezogen wurde und erst 1947 aus der Kriegsgefangenschaft zur&uuml;ckgekehrt ist. So war die Mutter die musikalisch treibende Kraft, so dass &bdquo;Herbel&ldquo; zun&auml;chst Klavier, sp&auml;ter auch Geige (auf einer &bdquo;echten <em>Matthias-Klotz<\/em>-Geige&ldquo;) zu spielen lernte. Au&szlig;erdem wurde er von seiner Mutter im kirchlichen Knabenchor angemeldet, dem er lange Jahre angeh&ouml;rte.<\/p>\n<p>Auch sportlich war Tony aktiv, so gewann er bereits 1948 mit 10 Jahren ein Seifenkistenrennen &#8211; und gewann ein nagelneues rotes Fahrrad, nachdem er als erster das Ziel bei der Vincenti-Schule in Baden-Baden erreichte. Auch in der Leichtathletik war Tony erfolgreich und wurde sogar Stadtmeister. Seine Lieblingsdisziplinen waren Kugelsto&szlig;en (das scheint bei Schlagers&auml;ngern anzukommen, auch <em>Howard Carpendale<\/em> konnte in der Disziplin ja erfolgreich punkten), Diskuswerfen und Speerwerfen.<\/p>\n<p>Nach Beendigung der Schulzeit, in der er seine sp&auml;tere Frau <em>Gaby<\/em> kennen lernte, mit der er seit 1962 bis heute verheiratet ist (verlobt haben sich die beiden bereits 1959), begann der sp&auml;tere Tony 1956 eine Lehre als Gro&szlig;handelskaufmann bei einem B&auml;ckereinkauf in Baden-Baden. In diesem Beruf f&uuml;hlte er sich nicht wohl und hielt sich sp&auml;ter mit verschiedenen Jobs &uuml;ber Wasser. Besonders gern erinnert er sich an seine Zeit als Croupier beim Spielcasino Baden-Baden, bei dem er 1959 anheuerte. Dar&uuml;ber hinaus arbeitete er u. a. auch im Installationsgesch&auml;ft seiner Schwiegereltern.<\/p>\n<p>Eine musikalische Karriere war aber immer Ziel von Herbert Anton Hilger. Bereits im Dezember 1956 hatte er seinen ersten Auftritt bei einer Adventsveranstaltung im Baden-Badener Kurhaus, wo er u. a. <em>Louis Armstrong<\/em> imitierte. Sein Gesang &uuml;berzeugte den damals anwesenden M&uuml;nchener Musikkritiker <em>Heinz Rosenberger<\/em> derart, dass er ihm dringend eine musikalische Stimmausbildung empfahl. Zu der Zeit hatte &bdquo;Herbel&ldquo; aber noch andere Pl&auml;ne. Er wollte mit seinem Cousin nach Kanada auswandern &#8211; in letzter Sekunde ist dieser Plan aber gescheitert, so dass man ein Jahr sp&auml;ter an Herrn <em>Rosenberger<\/em> herantrat.<\/p>\n<p>Mit Hilfe eines Stipendiums, das ihm gew&auml;hrt wurde, weil Tony beim Kultusministerium die Arie &bdquo;Und fortiva&#8230;&ldquo; aus dem Liebestrank Donizetti perfekt vorsang, begann der S&auml;nger im Sommersemester 1957 in der Staatlichen Hochschule f&uuml;r Musik in Freiburg ein Musik-Studium &nbsp;(Hauptfach Gesang beim fr&uuml;heren Kammers&auml;nger &nbsp;<em>Professor Fritz-Moritz Harlan<\/em>, Nebenfach Klavier). Nach acht Semestern wechselte er zur Musikhochschule nach Karlsruhe zu Dozent <em>Scipio Colombo<\/em>, um heimatn&auml;her von Baden-Baden studieren zu k&ouml;nnen &#8211; u. a., um den elterlichen Kolonialwarenhandel mit zu unterst&uuml;tzen.<\/p>\n<p>Im Jahr 1965 &#8211; nach Beendigung des Studiums als Operns&auml;nger, das er mit der Abschlussnote &bdquo;gut&ldquo; abgeschlossen hatte, &nbsp;&#8211; wurde Herbert Anton Hilger von einem Freund &uuml;berredet, bei einem Schlagerfestival teilzunehmen, das unter dem damals beliebten Motto &bdquo;Jekami&ldquo; (&bdquo;jeder kann mitmachen&ldquo;) stand. Der S&auml;nger begleitete sich auf der Gitarre und gab &bdquo;<strong>Hava nagila<\/strong>&ldquo; und &bdquo;<strong>Cucurrucucu Paloma<\/strong>&ldquo; zum besten und erntete einen gro&szlig;en Applaus, wie er das von seinen Auftritten mit klassischer Musik nicht kannte. (Das hat ihn wohl so beeindruckt, dass er diese Lieder sp&auml;ter auf Tontr&auml;ger aufnahm und immer wieder im Repertoire hatte).<\/p>\n<p>Die Jury, der u. a. <em>Michael Kutrutzki<\/em> von der Hansa Musik Produktion Berlin angeh&ouml;rte, k&uuml;rte nicht etwa ebenfalls seinerzeit teilnehmende attraktive S&auml;ngerinnen, sondern Herbert Anton Hilger zum Sieger des Schlager-Wettbewerbs. Der erste Platz beinhaltete eine Einladung nach Berlin zum Vorsingen am ber&uuml;hmten Hansa-Standort in der Wittelsbacher Stra&szlig;e.<\/p>\n<p>Das Vorsingen war offensichtlich &uuml;berzeugend &#8211; und so kam es zum ersten Plattenvertrag Herbert Anton Hilgers, der vom Hansa-Chef <em>Hans Blume<\/em> den Namen &bdquo;Tony Marshall&ldquo; verpasst bekam &#8211; ein Name, der eigentlich nicht so recht zum damaligen musikalischen Konzept passte, das man sich f&uuml;r ihn ausgedacht hatte &#8211; er sollte so etwas wie ein deutscher <em>Charlez Aznavour<\/em>, <em>Adamo <\/em>oder <em>Gilbert Becaud<\/em> werden. &Uuml;brigens hie&szlig; <em>Becaud<\/em> mit b&uuml;rgerlichem Namen &bdquo;<em>Silly<\/em>&ldquo; -&uuml;bersetzt dumm bzw. &bdquo;bl&ouml;d&ldquo;. Im Gegensatz zu Tony lie&szlig; er sich aber nie offiziell umbenennen.<\/p>\n<p>Man dachte sich extra einen passenden Lebenslauf aus: &bdquo;<em>Tony Marshall verleugnet sein internationales Elternhaus nicht: die Mutter Franz&ouml;sin, der Vater Deutscher. Geboren in Nancy, verbrachte er die ersten Kinderjahre in Frankreich und kam nach dem Krieg erst nach Baden-Baden<\/em>&quot;. &#8211; So gesehen ist sein sp&auml;teres Lied &bdquo;In Baden-Baden bin ich geboren&ldquo; so etwas wie eine Gegendarstellung dieser &bdquo;get&uuml;rkten&ldquo; Biografie &#8211; auch hinsichtlich seines Geburtstages wurde gerne geschummelt (es wurde vier Jahre nach hinten gelegt). Seine erste Plattenfirma Decca nannte &uuml;brigens in einem Infoblatt noch das richtige Geburtsdatum und verriet sogar, wo Tony seinen ersten TV-Auftritt &uuml;berhaupt hatte &ndash; noch vor Ver&ouml;ffentlichung der ersten Single, n&auml;mlich bei <em>J&uuml;rgen Graf<\/em>, der sp&auml;ter als Moderator der &bdquo;Sechs Siebeng&rsquo;scheiten&ldquo; erfolgreich war. Damals moderierte der eine Europa-Nachwuchssendung, an der auch Tony teilnahm.<\/p>\n<p>Dieser Zettel f&uuml;r die Senderbetreuer im Rundfunk kl&auml;rt auch auf, wie es zu Tonys erster Schallplattenproduktion kam: &bdquo;<em>Auf einem gro&szlig;en Nachwuchswettbewerb, den Radio Luxemburg zusammen mit der Hansa Schallplatten GmbH veranstaltete, errang Tony in vier Ausscheidungen den ersten Platz und damit auch den begehrten Schallplattenvertrag. Das war Anfang 1965, aber die Zeiten f&uuml;r gute und anspruchsvolle S&auml;nger waren schlecht, denn die Beatgruppen eroberten sich gerade den Markt. So dauerte es noch ein Jahr, bis TONY seine erste Schallplatte besingen konnte.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p>Passend zum &bdquo;frankophilen&ldquo; Ansatz war Tonys im Jahre 1966 bei der Plattenfirma Decca erschienene erste Single der Welthit &bdquo;<strong>Aline<\/strong>&ldquo; des S&auml;ngers <em>Christoph<\/em>, den Tony standesgem&auml;&szlig; mit franz&ouml;sischem Akzent einsang. Zu Tonys Leidwesen (bis heute liebt er diesen Song) entpuppte sich die Schallplatte trotz recht guter Rundfunk-Eins&auml;tze als Flop. Produziert wurde die erste Single (wie auch die folgenden Aufnahmen) vom damals umtriebigen und erfolgreichen <em>Henry Mayer<\/em>.<\/p>\n<p>Auch die n&auml;chsten Lieder wurden von Produzent Mayer im Chanson-Stil gehalten, die zweite Single, &bdquo;<strong>C&rsquo;est la vie<\/strong>&ldquo;, wurde sogar extra f&uuml;r Tony geschrieben (Musik: Henry Mayer, Text: Georg Buschor).<\/p>\n<p>Die letzte 1966er Single &bdquo;<strong>Love Me Please Love Me<\/strong>&ldquo; war die deutsche Version des gleichnamigen <em>Michel Polnareff-<\/em>Songs. Den Text dazu schrieb der arrivierte Textdichter <em>Ernst Bader<\/em>. Nun wurde auch das Fernsehen auf Tony aufmerksam: Ein TV-Auftritt im SWF-Fernsehen und die &bdquo;Neuvorstellung&ldquo; im &bdquo;Musik aus Studio B.&ldquo;, bei dem er sich aber sp&auml;ter <em>Howard Carpendale<\/em> mit dessen &bdquo;Lebensl&auml;nglich&ldquo; geschlagen geben musste, sorgten f&uuml;r einen Popularit&auml;tsschub.<\/p>\n<p>Die erste 1967 ver&ouml;ffentlichte Single, &bdquo;<strong>Nur ein Wort<\/strong>&ldquo;, war wieder ein Original, das von popul&auml;ren Namen f&uuml;r Tony geschrieben wurde: die <em>Henry-Mayer<\/em> Komposition betextete <em>Kurt Hertha<\/em>. Der Song der B-Seite, &bdquo;So sch&ouml;n&ldquo;, wurde vom sp&auml;teren Orchesterchef <em>Dieter Reith<\/em> komponiert.<\/p>\n<p>Danach war wieder ein Cover-Song dran: Zum Chanson &bdquo;Encore une danse&ldquo; des franz&ouml;sischen Chansonniers <em>Michel Varenne<\/em> textete <em>G&uuml;nther Loose<\/em> den (lt. Plattenfirma) &bdquo;Slow-Beat&ldquo; &bdquo;<strong>Wer kennt ihren Namen?<\/strong>&ldquo;.<\/p>\n<p>Nachdem auch die letzte bei Decca erschienene Single &bdquo;<strong>Komm zu mir<\/strong>&ldquo; kein Erfolg wurde, beschloss Tony, seinen Plattenvertrag 1968 auslaufen zu lassen und er&ouml;ffnete zur Sicherung des Lebensunterhaltes in Baden-Baden in der F&uuml;rstenbergallee 6 ein Szene-Lokal namens &bdquo;Club 68&ldquo;.<\/p>\n<p>Hinweis: Eine weitere Wei&szlig;pressung aus der Decca-Zeit ist auch in Umlauf &#8211; der Song &bdquo;<strong>Eine schwarze Balalaika<\/strong>&quot; ist eine sehr selten zu findende Nummer.<\/p>\n<p>In diesen Jahren begann Tony, mehrfach in Chicago (USA) aufzutreten und kam mit Evergreens, Hits, Volksliedern und Schlagern in renommierten Auftrittsorten wie Moulin Rouge und &quot;Diamond Jim&#39;s&quot; ausgesprochen gut an.<\/p>\n<p>Nebenbei nahm er im Fr&uuml;hjahr 1969 bei einem kleinen Plattenlabel &nbsp;eine einzelne Single namens &bdquo;<strong>Married Woman<\/strong>&ldquo; auf, die er selber (u. a. mit <em>Peter Drischel<\/em>, der auch als <em>Pete Tex<\/em> bekant ist,) komponierte &#8211; auch das ein kapitaler Flop.<\/p>\n<p>Im Jahre 1969 nahm er an der Vorrunde zum deutschen Schlager-Wettbewerb teil mit einem Lied namens <strong>Venus-M&auml;dchen<\/strong>, das es nicht in den Wettbewerb schaffte und auch nie auf Tontr&auml;ger erschienen ist. Interessanterweise finden sich zu diesem Lied keinerlei Informationen im Netz oder in der einschl&auml;gigen Literatur &ndash; vielleicht kann ein (Schlagerfestspiele-)Experte hier ja n&auml;here Angaben machen.<\/p>\n<p>Im &bdquo;Club 68&ldquo; tauchte eines Tages ein junger Discjockey namens <em>Horst Nu&szlig;baum<\/em> (K&uuml;nstlername <em>Jack White<\/em>) auf, der Tony sagte, dass ihm dessen &bdquo;Aline&ldquo; sehr gut gefalle &#8211; er m&uuml;sse den Song auch immer in seiner Funktion als DJ &nbsp;auflegen &#8211; aber er empfehle ihm, fr&ouml;hlichere Lieder zu singen.<\/p>\n<p>Gesagt &#8211; getan &ndash; <em>Jack White<\/em> organisierte einen Plattenvertrag&nbsp; und sorgte f&uuml;r Tonys erste Ariola-Single: &bdquo;<strong>Hey &ndash; ist das Leben so sch&ouml;n<\/strong>&ldquo;, erneut von Tony mit Co-Autor u. a. <em>Pete Tex<\/em> geschrieben. Als Produzent ist &uuml;brigens &bdquo;<em>SNB<\/em>&ldquo; auf der Single vermerkt &ndash; damit d&uuml;rfte &bdquo;Studio Nord Bremen&ldquo;, also der bekannte S&auml;nger und Produzent <em>&bdquo;Ronny&ldquo; Wolfgang Roloff<\/em> gemeint sein.<\/p>\n<p>Die zweite &bdquo;<em>SNB<\/em>&ldquo;-Produktion war &bdquo;<strong>Sweet Caroline<\/strong>&ldquo;, die deutsche Version des gleichnamigen <em>Neil Diamond<\/em> Hits. Den deutschen Text schrieb &bdquo;<em>Ronny Hein<\/em>&ldquo; (b&uuml;rgerlich <em>Heinz Schumacher<\/em>), der kurz zuvor einen gro&szlig;en Hit f&uuml;r <em>Heino <\/em>textete (&bdquo;Die Sonne von Mexiko&ldquo;) &ndash; mit Tony aber keinen durchschlagenden Erfolg hatte.<\/p>\n<p>Mit &bdquo;<strong>Hans im Gl&uuml;ck<\/strong>&ldquo; &uuml;bernahm <em>Jack White<\/em> pers&ouml;nlich die Produktion von Tony Marshall. Erneut ist ein Blick auf die Autoren spannend &ndash; der Song wurde vom damaligen BRAVO-Fotografen <em>Didi Zill<\/em> (, der sehr bekannt war und sp&auml;ter selber als S&auml;nger in Erscheinung trat) und von <em>Hans-Ulrich Weigel<\/em>, der sp&auml;ter mit &bdquo;Rocky&ldquo; und &bdquo;Conny Kramer&ldquo; &uuml;beraus erfolgreich wurde, aber auch mit <em>Ricky Shaynes<\/em> &bdquo;Ich sprenge alle Ketten&ldquo; in den Charts war, geschrieben.<\/p>\n<p>Die deutsche von <em>G&uuml;nther Loose<\/em> getextete Version des Hits &bdquo;Try A Little Tenderness&ldquo; von <em>Austin Sapaugh<\/em> f&uuml;hrte auch noch nicht zum gew&uuml;nschten Erfolg &ndash; &bdquo;<strong>Mein Talismann mit braunen Augen<\/strong>&ldquo; war erneut ein Flop. (Spitzfindige Freunde der deutschen Sprache r&auml;tseln bis heute, warum auf dem Cover der &bdquo;Talisman&ldquo; mit &bdquo;Doppel-n&ldquo; geschrieben wurde). Die B-Seite dieser Single war &uuml;brigens der bereits im sp&auml;ter typischen &bdquo;Happy Sound&ldquo; produzierte Song &bdquo;Zwischen heute und morgen&ldquo;.<\/p>\n<p>In dieser f&uuml;r Tony schwierigen Zeit lernte er einen Kripo-Beamten namens <em>Herbert Nold<\/em> kennen, der Tony im Sommer 1970 davon &uuml;berzeugen konnte, sein Management zu &uuml;bernehmen. <em>Nold<\/em>s Entscheidung, sich als Manager selbst&auml;ndig zu machen und den sicheren Beruf des Kripo-Beamten an den Nagel zu h&auml;ngen, sollte sich als richtig herausstellen. Zielsetzung war, an Tonys Image als ausgebildeter S&auml;nger der gehobenen G&uuml;teklasse zu festigen.<\/p>\n<p>Fast zeitgleich stellte <em>Jack White<\/em> (Ger&uuml;chten zufolge in lustiger Atmosph&auml;re beim &bdquo;Erdbeerfest&ldquo; im badischen Staufenberg) Tony einen &bdquo;S&uuml;dsee-Song&ldquo; aus Tahiti, das polynesische Volkslied &bdquo;Nau Haka Taranga&ldquo; vor, dem er den deutschen Text &bdquo;<strong>Sch&ouml;ne Maid<\/strong>&ldquo; gegeben hatte. Tony war entsetzt, weil er den Text schrecklich fand. (Das sah Autor <em>Tom Wolf<\/em> viele Jahre sp&auml;ter im Buch &bdquo;Schlager, die wir nie vergessen&ldquo; &nbsp;&uuml;brigens wohl anders &#8211; dort analysierte er den Song auf 6 1\/2 Seiten (!) unter der &Uuml;berschrift &bdquo;<em>Verabredungsversuch vor Apokalypse<\/em>&ldquo;).&nbsp; Die Textanalyse ist so bemerkenswert und sicher zweifellos zutreffend, dass sie hier kurz angerissen werden soll &ndash; allein die Schilderung des Anfangs des Liedes ist k&ouml;stlich:<\/p>\n<p>&bdquo;<em>Der Schlager beginnt in der freien, h&ouml;chstens von leeren Plastikt&uuml;ten ber&uuml;hrten Natur: Ein bis zwei Amseln schmalzen ihr Lied in die knisternde Plattenstille. Dann setzt rhythmisches Klatschen ein, Bongo-F&auml;sser gesellen sich dazu, Gitarre und Rassel haken ponderosahaft t&ouml;nend ein. Ein wildwesternes Ta-ta-tatata poltert ins ersterbende Schwarzdrossel-gezwitscher (aus dem sich keckerweise ein Buchfink mit einfachem Pink-pink hervorwagt), bevor nach 15 Sekunden ein gemischter M&auml;nnerchor ebenso unvermittelt wie unver-mittelbar&nbsp; folgende Frage stellt: &sbquo;Sch&ouml;ne Maid, hast Du heut f&uuml;r mich Zeit?&lsquo;. Ad hoc wird versucht, der Gefragten die Antwort vorzulegen: &sbquo;o ja (h)o ja (ho)&lsquo;, dann aber wird ihr doch noch Entscheidungsspielraum, d. h. die objektive M&ouml;glichkeit eines abschl&auml;gigen Bescheids einger&auml;umt : &sbquo;Sag bitte ja, dann bin ich nur f&uuml;r Dich da, o bitte o ja (h)o ja (h)o&lsquo;.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p>Der Plattenvertrag zwang Marshall, die Aufnahmen in Berlin anzufertigen. Tonys Plan, <em>Jack White<\/em> von der Aufnahme abzubringen, indem er alkoholisiert nach dem Genuss einiger Chianti-Wein-Gl&auml;ser im Studio erschien, um m&ouml;glichst indisponiert zu sein, scheiterte &#8211; offensichtlich kam das &quot;hojahojaho, hopsasa, trallala, jappadappadu&quot; dank des Alkohol-Pegels erst recht &uuml;berzeugend r&uuml;ber. <em>Jack White <\/em>war begeistert, der &bdquo;Kitchen-Sound&ldquo; war mit der Aufnahme geboren. Von Tony selbst war auf der finalen Studioaufnahme nicht mehr viel zu h&ouml;ren, der Hintergrundchor wurde in etwa so hoch gemischt wie die Solo-Stimme Tonys.<\/p>\n<p>Hinter <em>Jack Whites<\/em> R&uuml;cken versuchte <em>Herbert Nold<\/em> gemeinsam mit Tony, das vermeintlich schlimmste zu verhindern, indem er im Sp&auml;therbst 1970 den damaligen Produktionschef der Ariola, <em>Georg Ehmke<\/em>, aufsuchte, um die Single-Ver&ouml;ffentlichung zu verhindern, da man eine schwere Image-Sch&auml;digung bef&uuml;rchtete. <em>Ehmke<\/em> lehnte ab, weil er das Hit-Potenzial des Songs offensichtlich erkannte. Allein das Vogelgezwitscher am Anfang und das &bdquo;jawoll! Hee&ldquo; am Schluss des Liedes haben ihn vielleicht beeindruckt. Auch der von Jack White pers&ouml;nlich einge&bdquo;sungene&quot;! Part &bdquo;u-wa-pa-du, ja-ba-da-ba-du&quot; hatte eine gewisse Originalit&auml;t.<\/p>\n<p>Kuriosit&auml;t am Rande: Jack White musste sich als junger Produzent von einem Kumpel, dem K&ouml;lner Wirt &bdquo;<em>Heini<\/em>&ldquo;, Geld f&uuml;r die Produktion leihen. &bdquo;<em>Heini hat mich nie im Stich gelassen<\/em>&ldquo;, so <em>Jack White<\/em>, &bdquo;<em>und unsere Freundschaft besteht bis heute. Besonders gl&uuml;cklich hat mich gemacht, als Heini 1972 eine seiner vier Kneipen in &sbquo;Die Sch&ouml;ne Maid&lsquo; umbenannte<\/em>.&ldquo;<\/p>\n<p>Es kam wie es kommen musste &#8211; die &bdquo;Sch&ouml;ne Maid&ldquo; wurde ein Riesen-Hit, der sich in Deutschland 1 Mio. mal verkauft hatte und sogar in den Niederlanden 100.000 mal &uuml;ber die Ladentische ging, wobei ein TV-Auftritt im Dezember 1971 in der <em>Rudi-Carrell<\/em>-Show dem Verkaufserfolg noch mal einen gewaltigen Schub gab.<\/p>\n<p>Den Studiomusikern der Produktion war der gigantische Erfolg der Single wohl gar nicht lieb &#8211; so hei&szlig;t es in der Chronik des Meisel-Verlages: &bdquo;Schlagzeuger Tom Hom aber erinnert sich genau einer Bitte, die die Musiker an Jack White hatten: Nicht unsere Namen nennen &#8211; sie sch&auml;mten sich ein wenig ob der Kocht&ouml;pfe&quot;.<\/p>\n<p>Fortan war Tony Marshall der &bdquo;Stimmungsmacher der Nation&ldquo;. Einerseits war er dar&uuml;ber gl&uuml;cklich, weil damit komplette finanzielle Unabh&auml;ngigkeit erreicht war, die ihm als verheirateten Familienvater (zu dem Zeitpunkt hatte er zwei S&ouml;hne, <em>Marc<\/em> (der von &bdquo;<em>Marshall und Alexander<\/em>&quot;) &nbsp;und <em>Pascal,<\/em> gelegen kam. Er konnte sich sogar ein Haus mit Swimmingpool leisten &#8211; dort waren an der Wand die Noten des Liedes gro&szlig;formatig k&uuml;nstlerisch gestaltet, die das erm&ouml;glicht hatten &#8211; so wurde es zumindest in der ARD-Dokumentation &bdquo;Ein Star im Festzelt&ldquo; dargestellt, die am 02.10.1978 ausgestrahlt wurde. &nbsp;&#8211; Andrerseits ist es f&uuml;r einen ausgebildeten Operns&auml;nger sicher unerfreulich, wenn man mit einer klassischen Musikausbildung im Festzelt singen muss und auf Schallplatten stimmlich im allgemeinen Chorgesang fast untergeht. Im Gegensatz zu einigen anderen Schlagerkollegen hat Tony sich aber mit dieser Situation arrangiert.<\/p>\n<p>Der Song war derart erfolgreich, dass er in englischer Sprache weltweit (u. a. in Australien, S&uuml;dafrika und Spanien) ver&ouml;ffentlicht wurde &ndash; den englischen Text &bdquo;<strong>Pretty Maid<\/strong>&ldquo; schrieb <em>Pete Bellotte<\/em>.<\/p>\n<p><em>Jack White<\/em> &uuml;bertraf sich als Textdichter selber: Auf &bdquo;ohjahoojahoo&ldquo; und &bdquo;schbadabadu&ldquo; (oder so &auml;hnlich) in &bdquo;Sch&ouml;ne Maid&ldquo; folgte &bdquo;schnabbel-di-peng&ldquo; (oder &auml;hnlich):&nbsp; Gleich der n&auml;chste von ihm &nbsp;geschriebene Tony-Hit &bdquo;<strong>Komm gib mir Deine Hand<\/strong>&ldquo; (bekannt auch durch die Textzeile &bdquo;Heute hau&#39;n wir auf die Pauke&ldquo;) wurde sogar ein Nummer-Eins-Hit in Deutschland, der auch in der ZDF-Hitparade zur Nummer 1 avancierte (, nachdem die &bdquo;Sch&ouml;ne Maid&ldquo; in <em>Heck<\/em>s Show nicht stattfand). Zeitweise war Tony Marshall sogar gleichzeitig auf Platz 1 und Platz 3 der deutschen Verkaufshitparade.<\/p>\n<p>Der gro&szlig;e Erfolg Tonys f&uuml;hrte dazu, dass Tony 1972 f&uuml;r die ZDF-Sitzung des Mainzer Karnevals-Klassikers &bdquo;Mainz bleibt Mainz&ldquo; engagiert wurde. In der damals von <em>Otto H&ouml;pfner<\/em> moderierten Sendung war Tony Marshall Stargast, was zu Unmut f&uuml;hrte, weil z. B. damit <em>Ernst Negers<\/em> &bdquo;Humba T&auml;t&auml;r&auml;&ldquo; nicht gen&uuml;gend gew&uuml;rdigt wurde und vor allem Tony Marshall kein Mainzer ist. Da half auch nichts, dass er seine &bdquo;Sch&ouml;ne Maid&ldquo; mit den &bdquo;<em>Finther Schoppes&auml;ngern<\/em>&ldquo; vortrug und die Idee damals eigentlich war, die zuvor von dieser Chorgruppe parodierten S&auml;nger pers&ouml;nlich auf die B&uuml;hne zu holen. &#8211; Tony Marshall war somit letztlich daf&uuml;r verantwortlich, dass aus &bdquo;Mainz wie es singt und lacht&ldquo; (SWF) und &bdquo;Mainz bleibt Mainz&ldquo; (ZDF) ab 1973 der sp&auml;tere TV-Klassiker &bdquo;Mainz bleibt Mainz wie es singt und lacht&ldquo; wurde (so wurde es von ARD und ZDF nur zwei Wochen nach der von <em>H&ouml;pfner<\/em> geleiteten Sitzung beschlossen) &ndash; bis zum heutigen Tag ein Quoten-Garant.<\/p>\n<p>Der Riesen-Erfolg von Tonys Tontr&auml;gern wurde zum Anlass genommen, sogar einen Schlager-Film namens &bdquo;Heute hau&#39;n wir auf die Pauke&ldquo; zu drehen, der am 08.02.1973 in den &bdquo;Lifa-Lichtspielen&ldquo; Offenburg &nbsp;&bdquo;Welt-Premiere&ldquo; hatte. In dem Film dreht es sich um die Lebensgeschichte des Schlager-Produzenten <em>Jack White<\/em> und um seine K&uuml;nstler: Neben Tony Marshall &bdquo;spielten&ldquo; auch <em>J&uuml;rgen Marcus, Renate und Werner Leismann,&nbsp; Nina und Mike, Tanja Berg, Lena Valaitis, Severine <\/em>und<em> Peggy March<\/em> in dem Streifen mit. Die Berliner RIAS-Radio-Legende <em>Nero Brandenburg<\/em> &uuml;bernahm eine Rolle als DJ. Trotz des Star-Aufgebots wurde der Film ein Misserfolg, was Film-Kritiker vermutlich nicht sonderlich frustriert hat. Entsprechend wurde auch der gleichnamige Soundtrack kein Erfolg.<\/p>\n<p>Im Sommer 1972 wurde der eingeschlagene Erfolgsweg fortgesetzt &ndash; mit &bdquo;<strong>Ich fang f&uuml;r Euch den Sonnenschein<\/strong>&ldquo; schaffte Tony nach dem inzwischen bew&auml;hrten Erfolgsrezept den dritten Top-Hit in Folge. Erneut war er in der ZDF-Hitparade mit seinem Schlager drei mal vertreten und schaffte es dort bis auf Platz 2 &ndash; seine Performance ist bis heute unvergessen wie er buchst&auml;blich den Sonnenschein mit seinen H&auml;nden zu fangen versuchte&hellip; &#8211; Kurz zuvor wurde das erste Album, &bdquo;Sch&ouml;ne Maid&ldquo;, auf den Markt gebracht, das fast ein Jahr in den LP-Charts platziert war und dort bis auf Platz 2 kletterte. Kurze Zeit sp&auml;ter erschien die LP &bdquo;Ich fang f&uuml;r Euch den Sonnenschein&ldquo;, auf der auch die alten SNB-Produktionen enthalten waren &ndash; auch ein Top-20-Erfolg.<\/p>\n<p>Auf der LP &quot;Ich fang f&uuml;r Euch den Sonnenschein&quot; ist in der Biografie &uuml;brigens die Rede von einer Tochter namens &bdquo;<em>Isabel<\/em>&ldquo;. Stella, die wirklich Tonys Tochter ist, kann zum Erscheinungstermin der LP noch nicht gemeint sein. Im Internet finden sich Hinweise, dass es sich um eine vermeintliche uneheliche Tochter Tonys handelt und Tony 14 Jahre f&auml;lschlicherweise als Vater angesehen wurde &#8211; erst ein Vaterschaftstest brachte demnach ans Licht, dass Tony nicht der Vater war. Die Illustrierte &bdquo;Die Aktuelle&ldquo; berichtete am 12. Dezember 1992, dass Isabel fast zeitgleich mit Tonys Sohn Pascal zur Welt kam und vermeintlich aus einer Liaison mit einer 10 Jahre j&uuml;ngeren Frau hervorging und lange Jahre bei Tony aufwuchs, bis es zu einem Streit kam und Isabel enth&uuml;llte, dass Tony gar nicht der Vater war &#8211; der klassische Fall eines Kuckukskindes.<\/p>\n<p>Aus dieser &bdquo;Sonnenschein&ldquo;- LP wurde auch die n&auml;chste Single, der Top-10-Hit <strong>&bdquo;&hellip;und in der Heimat<\/strong>&ldquo; ausgekoppelt &ndash; der vierte Treffer in Folge nach bew&auml;hrtem Rezept &ndash; Produktion, Komposition und Text: <em>Jack White<\/em> &ndash; Gesang im fr&ouml;hlichen Kitchen-Sound: Tony Marshall. Die dreimalige Teilnahme bei der ZDF-Hitparade war ja inzwischen schon fast obligatorisch. Der Erfolg war seinerseits f&ouml;rmlich greifbar, so wurde Tony 1972 auch mit der &bdquo;Goldenen&nbsp; Europa&ldquo; der Europawelle Saar ausgezeichnet. Beworben wurde die Single &uuml;brigens mit dem Hinweis auf den &bdquo;Hit aus dem Cinerama-Film Heute hau&#39;n wir auf die Pauke&ldquo;.<\/p>\n<p>Die n&auml;chste Single wurde interessanterweise nicht aus der damals aktuellen &bdquo;Sonnenschein&ldquo;-LP ausgekoppelt, sondern aus der Debut-LP &bdquo;Sch&ouml;ne Maid&ldquo;. Eigentlich sollte vermutlich das Lied &bdquo;<strong>Majka<\/strong>&ldquo; auf den Markt gebracht werden &ndash; zumindest wurde die Single als Promo-Exemplar bereits ver&ouml;ffentlicht, kam aber wohl nicht so an. Folglich fiel die Wahl auf &bdquo;<strong>Junge, die Welt ist sch&ouml;n<\/strong>&ldquo; &ndash; die Entscheidung war goldrichtig, erneut ging es drei mal in die ZDF-Hitparade, abermals wurde die Top-20 im Verkauf geknackt. Der Song wurde 1974 international auch in englischer Sprache ver&ouml;ffentlicht (&bdquo;<strong>Let&#39;s Have A Ball<\/strong>&quot;, B-Seite &bdquo;<strong>Sunshine Boy<\/strong>&quot;, die engl. Version von Ich fang f&uuml;r Euch den Sonnenschein).<\/p>\n<p>Interessant ist &uuml;brigens Tonys (<em>Jack Whites<\/em>) &bdquo;Sinneswandel&ldquo; &ndash; hie&szlig; es noch nur eine Single vorher &bdquo;&hellip;und in der Heimat ja, da ist es doch am sch&ouml;nsten&ldquo;, wird nun behauptet: &bdquo;<em>Pack doch Dein R&auml;nzel, denn jedem echten Jungen sollte fremder Wind mal um die Nase weh&rsquo;n!<\/em>&ldquo;.<\/p>\n<p>Nachdem die Single so ein Erfolg wurde, scheute man sich nicht, noch eine gleichnamige LP auf den Markt zu bringen, die Anfang 1974 bis auf Platz 22 der LP-Charts kam (, nachdem 1973 mit der Medley-LP &bdquo;Lass das mal den Tony machen&ldquo; sogar die Top-10 der LP-Charts erreicht wurden). Daraus ausgekoppelt wurde die n&auml;chste Single &#8211; &bdquo;<strong>Onkel Golle<\/strong>&ldquo; schrammte nur knapp an den Top-20 vorbei, kam aber auch nicht in der ZDF-Hitparade vor. Kleines Schmankerl am Rande: Die B-Seite von &bdquo;Onkel Golle&ldquo; war &bdquo;In Baden-Baden bin ich geboren&ldquo;. Auf der R&uuml;ckseite des Covers hingegen wird pikanterweise erneut das M&auml;rchen erz&auml;hlt, Tony sei &bdquo;<em>im franz&ouml;sischen Nancy zur Welt<\/em>&ldquo; gekommen.<\/p>\n<p>Auch &bdquo;<strong>T&auml;t&auml;r&auml;t&auml;t&auml;t&auml;t&auml;<\/strong>&ldquo; wurde nicht bei Heck gespielt, dabei war auf dem Cover der Single Tony in Berlin singend abgebildet. Dabei hatte der Schlager durchaus p&auml;dagogische Ans&auml;tze und kl&auml;rte &uuml;ber ein Blechblasinstrument auf: &bdquo;<em>T&auml;t&auml;r&auml;t&auml;t&auml;t&auml;t&auml;&nbsp; &#8211; so macht die Trompete &ndash; hier auf uns&rsquo;rer Fete<\/em>&ldquo;. Mit dem Lied wurden die Verkaufszahlen langsam r&uuml;ckl&auml;ufig, es reichte gerade mal f&uuml;r einen Top-50-Erfolg. Die LP &bdquo;Tony Tony T&auml;t&auml;r&auml;&ldquo; schaffte es gar nicht mehr in die Charts, obwohl sie nach gleichem Strickmuster produziert wurde wie die Erfolgs-LP &bdquo;Lass das mal den Tony machen&ldquo; &ndash; mit Stimmungsliedern in Medley-Form. Auch die LP &bdquo;Das Leben ist so wunderbar&ldquo; blieb eher unbeachtet, obwohl auf deren R&uuml;ckseite Tony mit der &bdquo;T&auml;t&auml;r&auml;&ldquo;-Trompete in der Hand abgebildet war und dar&uuml;ber hinaus ein Dieter-Thomas-Heck-Gedenk-Armb&auml;ndchen trug &ndash; es nutzte nichts.<\/p>\n<p>Gro&szlig;e Sorgen plagten Tony seit dem Sommer des Jahres 1974, als er Probleme mit seinen Stimmb&auml;ndern bekam. Sein Arzt <em>Prof. Haas<\/em> diagnostizierte schwere Polypen auf beiden Stimmb&auml;ndern, die am 9. Dezember 1974 operativ entfernt werden mussten &#8211; zum Gl&uuml;ck verlief die Operation komplikationslos und verursachte keine langfristigen Sch&auml;den.<\/p>\n<p>Mit &bdquo;<strong>Wir trinken Br&uuml;derschaft mit der ganzen Stadt<\/strong>&ldquo; versuchte man es erneut mit einem Stimmungs-Hit, diesmal schrieb der renommierte <em>Fred Jay<\/em> den Text &ndash; genutzt hat es wenig, mehr als ein kleiner Top-50-Erfolg war damit nicht drin.<\/p>\n<p>Auf der LP &bdquo;Das Leben ist so wunderbar&ldquo; befindet sich ein Lied, das stilistisch nicht zu dem passte, was Tony in der Zeit nach &bdquo;Sch&ouml;ne Maid&ldquo; auf Tontr&auml;ger ver&ouml;ffentlichte. Nachdem die &bdquo;fr&ouml;hliche&ldquo; Schiene anscheinend weniger gefragt zu sein schien, wagte Produzent <em>Jack White<\/em> es, die Nummer auf Single zu ver&ouml;ffentlichen &ndash; der Song &bdquo;<strong>Anna Karina<\/strong>&ldquo; erinnert stark an Tonys Anfangszeit als Chansons&auml;nger &ndash; er durfte dies Lied am 19. Juli 1975 auch in der ZDF-Hitparade vorstellen &ndash; ein Hit wurde es aber nicht, der Stilwechsel wurde vom Publikum nicht mitgetragen, auch wenn die Ariola mit &bdquo;Tony mal ganz anders&ldquo; warb.<\/p>\n<p>Ein volkst&uuml;mlicher &bdquo;Nonalbumtrack&ldquo; war der n&auml;chste Versuch eines Hits, der im Herbst 1975 unternommen wurde &ndash; der maritime Evergreen &bdquo;<strong>Fahr mich in die Ferne<\/strong>&ldquo; aus der LP &bdquo;Fr&ouml;hlicher Musikant&ldquo;&nbsp; war nicht wirklich das, was sich Tony-Fans von ihrem Star erhofften. Ganz offensichtlich war er inzwischen zu sehr dem Stempel &bdquo;Stimmungsmacher der Nation&ldquo; verhaftet.<\/p>\n<p>Mit der n&auml;chsten Single ging es zur Karnevalssession 1976 wieder in die volkst&uuml;mliche Schunkelecke. Vor ziemlich genau 40 Jahren war Tony mit &bdquo;<strong>Vom Hofbr&auml;uhaus zur Reeperbahn<\/strong>&ldquo; mehrere Woche auf der &bdquo;Warteliste&ldquo; f&uuml;r die Top 50 der Verkaufscharts. Bei einem &bdquo;historischen&ldquo; Auftritt in der ZDF-Disco stellte er den Song zwei Tage vor Rosenmontag vor. &bdquo;Historisch&ldquo; ist der Auftritt <u>nicht<\/u>, weil man damals auf die &bdquo;tolle&ldquo; Idee kam, durch das Studio eine Polon&auml;se tanzen zu lassen. Diese Idee hatte ja erst k&uuml;rzlich <em>Florian Silbereisen<\/em>, als bei seinem Fest zu seinem Klubbb3-Schlager &bdquo;Du schaffst das schon&ldquo; Polon&auml;se getanzt wurde. Dabei wurde &uuml;brigens ein penetranter Polon&auml;se-Verweigerer beobachtet, aber das nur am Rande.<\/p>\n<p>&bdquo;Historisch&ldquo; ist dieser Auftritt bei <em>Ilja Richter<\/em> wegen der Teilnehmer der Polon&auml;se. &bdquo;Mitgehangen &ndash; mitgefangen&ldquo; hie&szlig; es n&auml;mlich f&uuml;r ABBA. Die turnten Polon&auml;se tanzend durch das TV-Studio &ndash; so machte die ABBA-Sch&ouml;nheit Agnetha mehr oder weniger Werbung f&uuml;r Tony Marshall, dabei wollte man doch nur die ABBA-Single &bdquo;Mamma Mia&ldquo; pr&auml;sentieren. Genutzt hat es nichts, der von <em>Horst-Heinz Henning<\/em> und <em>Thomas Klewer<\/em> geschriebene Schlager blieb bestenfalls ein Achtungserfolg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><u>https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=07Cw_Ac34Vc<\/u><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielleicht hat <em>Agnetha<\/em> Tony bei der Polon&auml;se ja Tipps ins Ohr gefl&uuml;stert, wie es geht beim Grand Prix. Nur wenige Tage vorher, am 18. Februar 1976, wurde n&auml;mlich bekannt gegeben, wer die deutsche Vorentscheidung zum Grand Prix gewonnen hatte &ndash; es war&hellip; &#8211; Tony Marshall mit dem von <em>Detlef Petersen <\/em>geschriebenen Chanson &bdquo;<strong>Der Star<\/strong>&ldquo;. Unfassbare 118.250 Postkarten wurden beim damals zust&auml;ndigen Hessischen Rundfunkt gez&auml;hlt. Eine davon schrieb &uuml;brigens ich im zarten kindlichen Alter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da die in M&uuml;nchen wohnende israelische S&auml;ngerin <em>Nizza Thobi<\/em> aber behauptete, das Lied bereits vier Jahre zuvor &ouml;ffentlich vorgetragen zu haben und zu allem &Uuml;berfluss der Song bei der GEMA bereits offensichtlich bekannt war, wurde Tony Marshall disqualifiziert f&uuml;r den Wettbewerb, Nachr&uuml;cker waren die <em>Les Humphries Singers<\/em>, die mit dem <em>Ralph-Siegel<\/em>-Song allerdings international fulminant scheiterten &ndash; vielleicht w&auml;re es ja mit Tony besser gelaufen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In &bdquo;Der Star&ldquo; geht es um die Sorgen und N&ouml;te des gro&szlig;en Idols (&bdquo;Star&ldquo;), der das, was der Fan von ihm erwartet, eigentlich gar nicht einl&ouml;sen kann. Ein sehr beeindruckendes, sensationell arrangiertes Lied, das Tony auch in franz&ouml;sischer Sprache aufnahm (&bdquo;Joue ta vie&ldquo;). F&uuml;r viele ist es das mit Abstand beste St&uuml;ck, das Tony je ver&ouml;ffentlicht hat &ndash; das Chanson ist eins der wenigen Lieder, mit dem der ausgebildete Operns&auml;nger sein wahres K&ouml;nnen zeigen durfte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;Somit hat es sich leider&nbsp; nicht gelohnt, dass Tony sich extra zur Singlever&ouml;ffentlichung einen &bdquo;neuen Fiffi&ldquo; zugelegt hat &ndash; jedenfalls wurde fortan sein Haar lockiger als zuvor getragen..<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie tief der Stachel mit der Nicht-Teilnahme bei der Eurovision bei Tony sitzt, kann man anhand einer Textpassage seiner Autobiografie &bdquo;Einer wie Du&ldquo; klar erkennen. Dort hei&szlig;t es:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&bdquo;<em>Doch es gab f&uuml;r mich eine Genugtuung. Am Abend der Veranstaltung, die aus den Niederlanden in der ARD &uuml;bertragen wurde, trat ich zeitgleich live im ZDF in der &bdquo;Gro&szlig;en Starparade&ldquo; auf. Ich wurde anmoderiert als derjenige, den die Schlager-Mafia um seinen Auftritt beim Grand Prix betrogen hatte. Das Publikum war auf meiner Seitees sp&uuml;rte, dass da nicht alles mit rechten Dingen zugegangen war. Selbstverst&auml;ndlich trug ich den &#39;Star&#39; vor, und ich hatten den letzten Ton noch nicht ausklingen lassen, als mir donnernder Applaus von allen Seiten entgegenbrandete. Da wusste ich, dass meine Fans mich nicht im Stich lassen w&uuml;rden. Und ich sollte Recht behalten: Ich stehe immer noch auf der B&uuml;hne und im Rampenlicht, von den Les Humphries Singers h&ouml;rt man so gut wie nichts mehr.&quot; &#8211;<\/em> Ungew&ouml;hnlich deutliche Worte f&uuml;r einen ansonsten ja nicht gerade als aggressiv bekannten Tony Marshall.<\/p>\n<p>So ganz gel&ouml;st scheint das R&auml;tsel um die damalige Disqualifikation vielleicht doch nicht zu sein. Tony schreibt in seinem Buch n&auml;mlich auch: &bdquo;<em>Ein halbes Jahr sp&auml;ter errechte mich die Meldung, dass es sich mit der S&auml;ngerin, die angeblich mein Lied schon eher gesungen hatte, v&ouml;llig anders verhalten hatte&ldquo;<\/em>.<\/p>\n<p>N&auml;here Einzelheiten rund um den Song &bdquo;Der Star&ldquo; finden sich <strong><a href=\"https:\/\/smago.de\/d\/artikel\/74077\/\">HIER &#8230;:<\/a><\/strong><\/p>\n<p>In jener Zeit erschien eine LP namens &bdquo;Ja, so ist der Tony&ldquo; mit buchst&auml;blich zwei Seiten und den &Uuml;berschriften &ndash; &bdquo;mal so&hellip;&ldquo; und &bdquo;mal so&hellip;&ldquo;, was bedeutet, dass sich Tony einerseits als Stimmungsmacher pr&auml;sentierte (Single: &bdquo;Vom Hofbr&auml;uhaus zur Reeperbahn&ldquo;) und andrerseits als Chansonnier. Nach dem &bdquo;Star&ldquo; wurde ein zweites Lied dieser Machart ver&ouml;ffentlicht: &bdquo;<strong>Allein (&hellip;auf der gro&szlig;en Hazienda)<\/strong>&ldquo; ist die deutsche Version eines Liedes der <em>George Baker Selection<\/em> (&bdquo;Alone&ldquo;), das <em>George Baker<\/em> (b&uuml;rgerlich <em>Hans Bouwens<\/em>) auf der Erfolgs-LP &bdquo;Paloma Blanca&ldquo; im Original ver&ouml;ffentlichte. Den deutschen Text schrieb <em>Fred Jay<\/em> &ndash; ein Hit wurde das Lied leider nicht, obwohl Tony den Song am 31. Juli 1976 in der ZDF-Hitparade pr&auml;sentieren durfte.<\/p>\n<p>Nachdem das alles nicht so funktionierte wie vielleicht erhofft, besann sich Tony auf alte Erfolgsmuster &ndash; <em>Jack White<\/em> schrieb und produzierte ihm den (O-Ton Plattenfirma) &bdquo;neuen Happyhit vom Stimmungsmacher der Nation&ldquo; &bdquo;<strong>Wir wollen doch mal wieder Stimmung machen<\/strong>&ldquo; &ndash; aber zur&uuml;ck in die Erfolgsspur f&uuml;hrte auch dieser Titel nicht.<\/p>\n<p>Parallel versuchte Tony sich als Produzent. Mit der &bdquo;<em>Happy Family<\/em>&ldquo; wurde das von ihm geschriebene Lied &bdquo;Gulli Wattka&ldquo; bei der Polydor ver&ouml;ffentlicht &ndash; ohne nennenswerten Erfolg.<\/p>\n<p>Im Sommer 1977 erinnerte sich Tony wohl daran, dass er ja mal beim Mainzer Karneval aufgetreten ist und dass das gewaltige Kreise gezogen hatte. Ein Klassiker dort ist bekanntlich das Lied &bdquo;<strong>Wir sind die Tramps von der Pfalz<\/strong>&ldquo;. Das verstorbene Klimbim-Urgestein <em>Horst J&uuml;ssen<\/em>, der ja auch Ehemann von <em>Lena Valaitis<\/em> war, schrieb darauf einen &bdquo;Spezialtext&ldquo;, dessen Refrain auf der R&uuml;ckseite der Single mit &Uuml;bersetzung(!) abgedruckt wurde: &bdquo;Wir sind die Tramps von der Pfalz &#8211;&nbsp; uns steht das Wasser immer bist zum Hals &ndash; wir schaffen nix, nix wird gedoh (<em>wir arbeiten nicht &ndash; nichts, nichts wird getan<\/em>) &ndash; krie&rsquo;hn ma auch nix abgezoh&ldquo; (<em>kriegen wir auch nichts abgezogen<\/em>).&ldquo; Ohne diese &Uuml;bersetzung h&auml;tte man definitiv nicht verstehen k&ouml;nnen, worum es in dem Song geht. Das erinnert mich an <em>Otto<\/em>, der mal in einer gro&szlig;en TV-Show war und sich einen &Uuml;bersetzungs-Knopf f&uuml;r das Ohr geben lie&szlig;, weil er ja nur &bdquo;Ostfriesisch&ldquo; spricht&hellip;<\/p>\n<p>Ebenfalls im Sommer 1977 verstarb bekanntlich <em>Elvis Presley<\/em>. Das nahm Tony zum Anlass, sein Debut als Produzent zu geben &ndash; mit &bdquo;<em>Regina<\/em>&ldquo;, begleitet von Chor und Orchester der Bayerischen Staatsoper, produzierte er f&uuml;r die Plattenfirma Philips den Song &bdquo;<strong>Requiem For Elvis<\/strong>&ldquo; &ndash; so ziemlich unbemerkt von der breiten &Ouml;ffentlichkeit. Die Urauff&uuml;hrung fand am 29. Oktober 1977 in einer Kirche (St. Bernhardus) statt. Das Medieninteresse war gro&szlig;, so war der SWF f&uuml;r die Sendung &bdquo;Pop 77&quot; am Start. Aufgrund einer einstweiligen Verf&uuml;gung, die vom Freiburger Erzbischof erwirkt wurde, durfte das Material aber nicht gesendet werden.&nbsp; Tony und sein Manager <em>Herbert Nold <\/em>waren zur Vorstellung der Single damals in den USA und trafen in Graceland den Vater Elvis Presleys, <em>Vernon Presley<\/em>.<\/p>\n<p><em>Klaus Nowy<\/em>, der kurz zuvor seine eigene Single &bdquo;Rock&rsquo;n&rsquo;Roll Vampire&ldquo; ver&ouml;ffentlichte und sogar f&uuml;r <em>Udo J&uuml;rgens<\/em> t&auml;tig war (wird als Co-Autor von &ndash; na ja &ndash; &bdquo;Zieh den Kopf aus der Schlinge, Bruder John&ldquo; angegeben), war eigentlich ein typischer Vertreter der damaligen Krautrockszene. Er arrangierte aber Tonys n&auml;chste Single, die vom heutigen <em>Helene-Fischer<\/em>-Produzenten <em>Jean Frankfurter<\/em> komponiert und vom k&uuml;rzlich verstorbenen <em>Ralph-Siegel<\/em>-Spezi <em>Robert Jung<\/em> getextet wurde: &bdquo;<strong>Oh Miranda<\/strong>&ldquo;. Was genau Tony in freier Natur mit &bdquo;Miranda&ldquo; genau getan hat, l&auml;sst sich nur erahnen. Die auf dem Singlecover zu sehenden Verschmutzungen in der Ellenbogen-Gegend lassen darauf schlie&szlig;en, dass er ein Freund der Missionars-Stellung zu sein scheint &ndash; h&auml; &auml;hm&hellip;<\/p>\n<p>Mit dem n&auml;chsten Lied hatte Jack White eine ausgesprochen &bdquo;originelle&ldquo; Idee &ndash; er nahm sich ein polynesisches Volkslied vor und verfasste darauf (gemeinsam mit <em>Kurt Hertha<\/em>)&nbsp; einen eigenen Text. Was bei der &bdquo;Sch&ouml;nen Maid&ldquo; funktioniert hat, klappte erneut &ndash; auch &bdquo;<strong>Bora Bora<\/strong>&ldquo; wurde 1978 ein gro&szlig;er Erfolg. Gleich vier mal pr&auml;sentierte Tony ab dem 1. Mai 1978 den Song in der ZDF-Hitparade,&nbsp; nachdem er zuvor fast zwei Jahre dort nicht zu Gast war. Auf dem Singlecover trug Tony die gleiche Jacke wie bei der &bdquo;Miranda&ldquo;-Single &ndash;darum wurde dann das Foto von einem sch&ouml;nen S&uuml;dseestrand drapiert.<\/p>\n<p>Drei&szlig;ig Jahre nach diesem Single-Hit (war ein halbes Jahr in den Charts und erreichte die Top-20) wurde Tony zum Ehrenb&uuml;rger Bora Boras ernannt. Er verschaffte der Insel eine enorme Popularit&auml;t. Kehrseite der Medaille ist, dass das recht unber&uuml;hrte St&uuml;ck Land nun deutlich f&uuml;r den Tourismus erschlossen wurde.<\/p>\n<p>Im Herbst des Jahres hatte Jack White mit seinem Sch&uuml;tzling <em>Marc Seaberg<\/em> einen veritablen Hit &ndash; &bdquo;Looking For Freedom&ldquo; kam bis auf Platz 13 der Verkaufscharts. Unter dem Pseudonym &bdquo;<em>Jon Athan<\/em>&ldquo; schrieb <em>Wolfgang Preu&szlig;<\/em>, der &bdquo;<em>Wolf<\/em>&ldquo; von &bdquo;<em>Inga und Wolf<\/em>&ldquo;, den deutschen Text: &bdquo;<strong>Auf der Stra&szlig;e nach S&uuml;den<\/strong>&ldquo;. Auch Tony kam damit zu Hit-Ehren und pr&auml;sentierte den Song zwei mal in der ZDF-Hitparade.<\/p>\n<p>Richtig popul&auml;r wurde das St&uuml;ck aber erst 1989, als <em>Jack White<\/em> eine neue Version des Songs mit <em>David Hasselhoff<\/em> produzierte. Der war zuvor mit zwei Alben in den USA nicht erfolgreich &ndash; aber der &bdquo;Freedom&ldquo;-Song passte im Jahr des Mauerfalls einfach zu gut, ein Nummer-1-Erfolg f&uuml;r Hasselhoff war die logische Folge, die in seinem legend&auml;ren Auftritt in Berlin an Silvester 1989 gipfelte. Im Zuge dieses Erfolges brachte auch Tony seine deutsche Version noch einmal auf den Markt und trat sogar mit <em>David <\/em>gemeinsam im ZDF-Fernsehgarten auf.<\/p>\n<p>F&uuml;r 1979 hatte Tony eine ungew&ouml;hnliche Idee, Geld zu sparen. Textdichter &bdquo;<em>Werner Steffen<\/em>&ldquo; schrieb zusammen mit <em>Jack White<\/em> den Song &bdquo;<strong>Wir zahlen keine Miete mehr<\/strong>&ldquo;, der wieder in typischem Happysound f&uuml;r den &bdquo;Fr&ouml;hlichmacher der Nation&ldquo; gehalten war.<\/p>\n<p>Die Schweizer Unterhaltungsformation <em>Dorados<\/em> hatte in ihrem Heimatland 1977 einen kleinen Hit namens &bdquo;Mary ven con migo&ldquo;. Anl&auml;sslich des Jahrs des Kindes brachte Tony dazu eine von <em>Joachim Relin<\/em> (b&uuml;rgerlich <em>Hans Joachim Balke<\/em>) und &bdquo;<em>Jon Athan<\/em>&ldquo; getextete nachdenkliche Version heraus: &bdquo;<strong>Ich will mit Dir spielen<\/strong>&ldquo; handelt davon, sich als Erwachsener Zeit f&uuml;r das Spiel mit einem Kind zu nehmen. Das Lied passte zu Tonys pers&ouml;nlicher Situation &ndash; am 16. Mai 1979 kam seine Tochter <em>Stella<\/em> zur Welt &ndash; leider mit einer Behinderung, weshalb Tony Jahre sp&auml;ter eine Tony-Marshall-Stiftung ins Leben rief, die sich insbesondere um Menschen mit Behinderung k&uuml;mmert und bei der seine Tochter Stella auch t&auml;tig ist.<\/p>\n<p>Abgeschlossen hat Tony die 1970er Jahre mit einem f&uuml;r ihn typischen Mitklatsch-Lied. Der <em>Jack-White<\/em>-Song &bdquo;<strong>Ich klau Dir eine Stra&szlig;enbahn<\/strong>&ldquo; wurde erneut von &bdquo;<em>Jon Athan<\/em>&ldquo; getextet. Der Werbespruch der Plattenfirma f&uuml;r die Scheibe war sensationell: &bdquo;<em>Mit Tony Marshall &#39;bahnt&#39; sich ein neuer Hit an<\/em>&ldquo; &#8211; leider hat es nicht ganz funktioniert damit, obwohl es eine weitere Werbema&szlig;nahme gab &#8211; direkt nach dem M&uuml;nchener Oktoberfest wurde eine Stra&szlig;enbahn gechartert f&uuml;r eine Tony-Spezialfahrt, um Vertreter der Branche von Tonys neuestem Hit zu &uuml;berzeugen. Der Inhalt des Liedes wird in den &bdquo;Single-Facts&quot; kurz und knackig zusammengefasst: &bdquo;<em>Mit Schwung und Witz erz&auml;hlt Tony hier die Geschichte eines jungen Mannes, der sich in ein M&auml;dchen verliebt hat, das er jeden Tag an der Stra&szlig;enbahnhaltestelle trifft.&nbsp; Um dem M&auml;dchen zu imponieren, beschlie&szlig;t er: &#39;Ich klau Dir eine Stra&szlig;enbahn &#8211; und fahr mit Dir spazieren&#8230;&#39;<\/em>&quot;<\/p>\n<p>Der Komponist und Produzent Tony Marshall wurde auch wieder aktiv &ndash; hinter dem Pseudonym &bdquo;<em>Fantasy<\/em>&ldquo; (der Gruppenname kommt mir doch irgendwie bekannt vor?) scheint u. a. Tonys Sohn <em>Mark <\/em>zu stecken, wenn man sich das Single-Cover von 1979 ansieht. Die Single &bdquo;Singerman&ldquo; (von Tony komponiert) wurde kein Erfolg.<\/p>\n<p>Der Schunkelwalzer &bdquo;<strong>Wir bleiben noch etwas hier<\/strong>&ldquo; l&auml;utete die 1980er Jahre ein &#8211; komponiert, produziert und getextet von <em>Jack White<\/em>.<\/p>\n<p>Mit den n&auml;chsten Schlagern blieb Tony dem Walzer-Rhythmus treu, der Art des Liedes jedoch nicht &ndash; &bdquo;<strong>Bring mir noch ein Bier<\/strong>&ldquo; handelt von einem &bdquo;von einem M&auml;dchen verlassenen&ldquo; Mann, dem nach Fr&ouml;hlichkeit nicht der Sinn steht. Den Text zur Jack-White-Komposition schrieb wieder &bdquo;<em>Jon Athan<\/em>&ldquo;.<\/p>\n<p>Nach dem Schunkelwalzer und dem &bdquo;nachdenklichen&ldquo; Walzer kam ein volkst&uuml;mlicher Walzer an die Reihe mit dem Thema, das schon die <em>Bl&auml;ck F&ouml;&ouml;ss<\/em> aufbereitet haben &ndash; frei nach &bdquo;Drink doch ene mit&ldquo; textete wieder &bdquo;<em>Jon Athan<\/em>&ldquo; &bdquo;<strong>Bleib nicht allein<\/strong>&ldquo;. Diesmal hat Tony h&ouml;chstselbst das Lied komponiert &ndash; er stellte es am 9. Februar 1981 in der ZDF-Hitparade vor. Kurze Zeit sp&auml;ter nahm Tony das Lied &uuml;brigens mit neuem Text noch mal auf &ndash; als &bdquo;Badischer Wein&ldquo;.<\/p>\n<p>\n(&#8230;)<\/p>\n<p>Stephan Imming, 23.02.2016<\/p>\n<p>http:\/\/www.tony-marshall.de\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neuzugang &#8222;Warteliste&#8220; 23.02.1976!\u00a0 Am 03.02.1938 kam TONY MARSHALL in seinem Elternhaus in der Baden-Badener &bdquo;Gro&szlig;e Dollenstra&szlig;e&ldquo; als Herbert (&bdquo;Herbel&ldquo;) Anton<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":80303,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[29],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/80302"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=80302"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/80302\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/80303"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=80302"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=80302"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=80302"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}