{"id":79798,"date":"2016-03-10T00:00:00","date_gmt":"2016-03-10T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=79798"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"FANTASY-Die-CD-Freudenspruenge-79797","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/pop-schlager\/FANTASY-Die-CD-Freudenspruenge-79797\/","title":{"rendered":"FANTASY <br \/>Die CD &quot;Freudenspr\u00fcnge&quot; im Test von Holger St\u00fcrenburg!"},"content":{"rendered":"<p>\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bislang, so gestehe ich ein, ist das nordrhein-westf&auml;lische Schlager-Duo <strong>&bdquo;FANTASY&ldquo;<\/strong> relativ spurlos an mir vorbeigezogen. Dies lag aber weniger am mal leger-fr&ouml;hlichen, mal romantisch-schw&auml;rmerischen Popschlager der beiden Protagonisten <em>Freddy M&auml;rz<\/em> und <em>Martin Marcell<\/em>. Vielmehr habe ich ja ca. zweieinhalb Jahre lang in Sachen Musikjournalismus pausieren m&uuml;ssen &ndash; und gerade in jener Zeit, ergo: 2012\/13\/14, haben sich die beiden heute 45j&auml;hrigen Vokalisten endg&uuml;ltig an der Spitze des einheimischen Schlagergeschehens etabliert.<\/p>\n<p>Nach meiner beruflichen R&uuml;ckkehr, vernahm ich im Winter 2014 auf einem meinerseits f&uuml;r SMAGO! vorgestellten Hit-Sampler erstmals den im Sommer desselben Jahres aus Anlass der Fu&szlig;ballweltmeisterschaft in Rio de Janeiro vonseiten des Duos ins Rennen gesandten, s&uuml;damerikanisch aufgepeppten Muntermacher &bdquo;R.I.O. &ndash; Es geht nach Rio de Janeiro&ldquo; &ndash; und schloss den liebenswert flippigen, hei&szlig;bl&uuml;tig ausgelassenen Gassenhauer sogleich in mein Herz und in meine Geh&ouml;rg&auml;nge. Dies bedeutete, dass ich zu einem Zeitpunkt begann, mich n&auml;her mit &bdquo;FANTASY&ldquo; zu besch&auml;ftigen, als die beiden br&uuml;netten Frauenlieblinge schon l&auml;ngst zu den ganz gro&szlig;en Schlagerhelden des deutschsprachigen Raums gez&auml;hlt wurden. Auch die beiden Folgesingles, im Anschluss an den Hymnus auf die brasilianische 12-Millionen-Einwohner-Metropole, das im mittleren Tempo gehaltene Liebeslied &bdquo;Darling&ldquo; und der sentimentale Schleicher &bdquo;Wenn die Sehnsucht nach mir in Dir brennt&ldquo;, gefielen mir sehr und als ich nun vor kurzem, am 20. Februar 2016, bei Florian Silbereisens &bdquo;Gl&uuml;ckwunschfest&ldquo;, einen l&auml;ngeren Auftritt der beiden sah, sagte ich sofort zu, als mich die SMAGO!-Chefredaktion beauftragte, das aktuelle CD-Opus von Martin und Freddy genauer unter die Lupe zu nehmen &ndash; zumal dieses Album &ndash; <strong>&bdquo;Freudenspr&uuml;nge&ldquo;<\/strong> betitelt &#8211; von niemand geringerem geschrieben, arrangiert und produziert wurde, als von Mr. &bdquo;Pop-Titan&ldquo; himself, Dieter Bohlen!<\/p>\n<p>14 neue, durchwegs exzellente Schlager-Kleinode (sowie ein peppiger &bdquo;DJ Mix&ldquo; der vortrefflichen Urlaubsuntermalung &bdquo;Mein Schiff, es f&auml;hrt heut Richtung S&uuml;den&ldquo;), von denen sich die meisten, so ist es bereits an ihren &Uuml;berschriften zu erkennen, um Schiffe, Meere, Seen und Inseln drehen, wurden (mit einer Ausnahme) seitens Dieter B. ausget&uuml;ftelt, in der Hoffnung (und marktbezogener Erwartung), diese m&ouml;gen den offenen Freund des Deutschen Schlagers umgehend nach den ersten Takten zu realen &bdquo;Freudenspr&uuml;ngen&ldquo; veranlassen.<\/p>\n<p>Aufgrund der Tatsache, dass ebenjene, so benamte Silberscheibe kurz nach Erscheinen problemlos den ersten Rang der einheimischen (wie &uuml;brigens ebenso der &ouml;sterreichischen) LP-Charts zu entern in der Lage war, also von Null auf Eins auf die Topposition schoss, d&uuml;rfte dieses Ziel, zumindest in marktstrategischer Hinsicht, mehr als nur erf&uuml;llt sein. Nun jedoch, ist es an der Zeit, sich mit den einzelnen Liedbeitr&auml;gen auf &bdquo;Freudenspr&uuml;nge&ldquo; n&auml;her auseinanderzusetzen &ndash; und diese sind nahezu in ihrer Gesamtheit keineswegs von schlechten Eltern!<\/p>\n<p>Schon die erste Singleauskoppelung <strong>&bdquo;Eine Insel in den Wolken&ldquo;<\/strong>, mit der vorliegende CD proper und anregend startet, zeigt zweifelsfrei, dass Dieter Bohlen in seiner Funktion als gewiefter Produzent ganz phantastisch mit Freddy und Martin alias &bdquo;FANTASY&ldquo; harmoniert: Der konsequente Ohrwurm verbindet den klassischen Romantikschlager-Sound der 80er Jahre mit nur ganz sacht sp&uuml;rbaren, typischen Bohlen-Eurodisco-Spielereien und gleicherma&szlig;en nur hintergr&uuml;ndig vernehmbaren volkst&uuml;mlichen Elementen. Allein dieser Albumer&ouml;ffner belegt, dass Bohlen, manchen Unkenrufen zum Trotz, immer noch einer der gr&ouml;&szlig;ten, facetten- und ideenreichsten MOR-Produzenten ist, den die BR Deutschland aufzuweisen hat: &bdquo;Eine Insel in den Wolken&ldquo; tut niemandem weh. Es handelt sich dabei viel mehr um einen t&ouml;nenden guten Freund im Songformat, einfach nur zum Gernhaben; ein Lied, ausschlie&szlig;lich zum Tr&auml;umen, Ablenken, Mitsingen geschaffen, das man schlicht und ergreifend m&ouml;gen muss, ohne dass es notwendig war, hierf&uuml;r das teutonische Schlagerliedgut von Grund auf neu zu erfinden. Und dieses musikalisch-emotionale Konglomerat lebt dar&uuml;ber hinaus in bester Ausformung explizit durch die einpr&auml;gsamen, starken und zugleich geschmeidigen Stimmen der beiden &bdquo;Fantasy&ldquo;-Protagonisten.<\/p>\n<p>Die so gef&uuml;hlvolle, wie urban-coole Mid-Tempo-Nummer <strong>&bdquo;Wenn Du mir in die Augen schaust&ldquo;<\/strong> h&auml;tte Dieter in ihrer Grundsubstanz auch bereits 1983\/84 f&uuml;r seine damalige Neuentdeckung und sp&auml;teren &bdquo;Modern Talking&ldquo;-Partner Thomas Anders als eine von dessen ersten ph&auml;nomenalen (damals aber leider kaum erfolgreichen) Solosingles geschrieben haben k&ouml;nnen. Gleiches gilt z.B. f&uuml;r <strong>&bdquo;So wie ein Vulkan&ldquo;<\/strong>, stilistisch angesiedelt zwischen &bdquo;Blue System&ldquo; minus bumsende House-Rhythmen bzw. dr&ouml;hnende Wummerb&auml;sse und den zig unvergesslichen G.G. Anderson- oder Tommy-Steiner-Tr&auml;nendr&uuml;sendr&uuml;ckern von vor 30 Jahren.<\/p>\n<p>Single Numero Zwei, <strong>&bdquo;Blinder Passagier&ldquo;<\/strong>, hat Freddy M&auml;rz pers&ouml;nlich kompositorisch zu &bdquo;Freudenspr&uuml;nge&ldquo; beigetragen. Dies ist ein flotter, wenn auch inhaltlich eher traurig-entt&auml;uschter, zudem etwas zu drastisch rhythmisierter Tanzschlager &uuml;ber einen unerw&uuml;nschten Mitfahrer bzw. Mitschl&auml;fer auf dem Kissen des gemeinsamen Bettes des geh&ouml;rnten Lied-Ichs und seiner (Noch-)Freundin, der sich neben den schnittigen Klangkreationen aus dem Hause Bohlen keineswegs zu verstecken braucht.<\/p>\n<p>Im zutiefst melodischen, romantikbeflissenen, latent surreal-schwebenden und zugleich sattsam tanzbaren Schlagerklangbild auf der Balance zwischen mittleren 80ern und dem Heute und Hier, k&ouml;nnen wir uns von weiteren, tempobezogen eher rasanteren Liebesgest&auml;ndnissen a la <strong>&bdquo;Ich hab getr&auml;umt&ldquo;<\/strong> , <strong>&bdquo;Und wenn Du gehst&ldquo;<\/strong>, <strong>&bdquo;Ein Hotel am Meer&ldquo;<\/strong>, <strong>&bdquo;Tausend kleine Seen&ldquo; <\/strong>oder <strong>&bdquo;Vielleicht im n&auml;chsten Leben&ldquo;<\/strong> zum Zur&uuml;cklehnen, Ausruhen und &bdquo;Wegbeamen&ldquo; aus der k&uuml;hlen Vorfr&uuml;hlingsluft hierzulande in ferne, w&auml;rmere, phantasievolle Welten verleiten lassen &ndash; allesamt herausragend konzipiert, stimmig umgesetzt und gesanglich &uuml;berzeugend vorgetragen!<\/p>\n<p>Der so edle, wie sanftm&uuml;tige, und dennoch strikt rhythmische Popschlager <strong>&bdquo;Du bist so sch&ouml;n&ldquo;<\/strong> verbreitet pure, ausschweifende &nbsp;Melancholie, Sehnsucht und Verlangen, w&auml;hrend die herrlich schw&uuml;lstige, hei&szlig;verliebte 50er-Jahre-beeinflusste, zaghaft akkordeonverzierte Doo Wop-Schnulze <strong>&bdquo;Halt mich fest in Deinen Armen&ldquo;<\/strong> in Sachen Flair und Ambiente scheinbar irgendwo im einst von Ted Herold so trefflich besungenen &bdquo;Moonlight&ldquo; beheimatet zu sein scheint. Das luftig-lockere <strong>&bdquo;Mein Schiff, es f&auml;hrt heut Richtung S&uuml;den&ldquo;<\/strong> ist ein sommerlich-atmosph&auml;rischer, fundiert, aber nicht &uuml;bertrieben s&uuml;dl&auml;ndisch-feurig angehauchter, gesungener Urlaubstraum, gehalten im hitzigen &bdquo;Love is in the Air&ldquo;-Discosound der ausgehenden 70er Jahre; die voranstrebende, vor Fernweh und Reiselust nur so &uuml;berquellende Ode auf Sommerwind und Herzenszeit im geheimnisvoll-unwirklichen Ferienparadies <strong>&bdquo;Cap d&rsquo;Amour&ldquo;<\/strong> (Liedtitel) experimentiert hingegen mit mediterran flirrenden und zirpenden Flamenco-Gitarren und ebensolchen Rhythmen.<\/p>\n<p>Eine Reminiszenz an die unbelasteten, sorgenfreien Jugendtage im Alter von 17 Jahren &ndash; nachgerechnet muss dies in Anbetracht des Geburtsjahrgangs von Freddy und Martin also 1987\/88 gewesen sein -, als das Lied-Ich zusammen mit der ersten Liebe, mit dem Rucksack unter dem Arm, <strong>&bdquo;Einmal um die ganze Welt&ldquo;<\/strong> (Liedtitel) zu reisen gedachte, hat zwar nichts mit Karel Gotts gleichnamigem 1970er-Dauerbrenner gemein, stellt daf&uuml;r aber einen f&uuml;rwahr kompakten, liebensw&uuml;rdigen, wiegend-tr&auml;umerischen Romantikpop-Schlager auf h&ouml;chstem Niveau dar.<\/p>\n<p>Eingangs erw&auml;hnter, einwenig kraftvoller rhythmisierter &bdquo;DJ-Mix&ldquo; der dritten Radiosingle in Spe., <strong>&bdquo;Mein Schiff, es f&auml;hrt heut Richtung S&uuml;den&ldquo;<\/strong>, beschlie&szlig;t ein ansprechendes, auf faszinierende Weise unaufdringliches, charmantes Album, prallgef&uuml;llt mit modernen, zeitnah ausgekleideten, aber niemals unn&ouml;tig auf Fox-Grellheit, stumpf stampfende &Uuml;berrhythmisierung oder tumbe Effekthascherei setzenden Popschlager-Schmankerln in Reinkultur. Ebensowenig wirken die 14 Songs unsensibel seicht, schlaff oder gar wie am Rei&szlig;brett entworfen. Fraglos spielt der kommerzielle Aspekt bei <strong>&bdquo;Freudenspr&uuml;nge&ldquo;<\/strong> &ndash; wie es ja bei Produktionen von Dieter Bohlen &uuml;berwiegend der Fall ist &ndash; eine herausgehobene Rolle. Aber Gro&szlig;meister Dieter gelingt es hierbei tats&auml;chlich, im Verbund mit den beiden sympathischen Mitt-40ern von <strong>&bdquo;FANTASY&ldquo;<\/strong>, jederzeit verkaufstr&auml;chtigen Popschlager mit immens viel Gef&uuml;hl und Herzblut, Ehrlichkeit und Leidenschaft zu verbinden. Dieses Faktum &ndash; nennen wir es &bdquo;Kommerz mit Herz&ldquo; &#8211; zeichnet <strong>&bdquo;FANTASY&ldquo;<\/strong> gegen&uuml;ber manch anderen, in Duo- oder Trio-Formationen auftretenden Neo-Romantikschlager-Combos aus und hebt Freddy und Martin unter all den namenlosen &sbquo;Romeros und Calimeros&lsquo; dieser Welt positiv hervor!<\/p>\n<p>Der Schritt zur kreativen Kommunikation mit dem &bdquo;Pop-Titan&ldquo; aus T&ouml;tensen mag nicht nur der &bdquo;Lebenstraum&ldquo; (Zitat) der beiden &bdquo;Fantasy&ldquo;-Mitstreiter gewesen sein, er zeigt sich &ndash; und dies belegen alle 14 neuen &bdquo;Fantasy&ldquo;-Schlager bei jedem Anh&ouml;ren immer pr&auml;ziser und unzweideutiger &#8211; als regelrecht notwendig, um neue k&uuml;nstlerische Welten des gehobenen Romantikschlagers ausforschen und geb&auml;ren zu k&ouml;nnen!<\/p>\n<p><strong>&bdquo;Freudenspr&uuml;nge&ldquo;<\/strong> ist ein verf&uuml;hrerischer und einladender Liederstrau&szlig; zum Abschalten, Tr&auml;umen, Mitwippen, gerne Mitsingen; eine kleine, aber feine Flucht aus dem &ouml;den Alltag, die sich gerade in dieser Konstellation &bdquo;Topproduzent trifft Topinterpreten&ldquo; als besonders geradlinig, zukunftstr&auml;chtig und musikalisch-klanglich &uuml;beraus wertvoll darbietet!<\/p>\n<p>Rein subjektiv betrachtet, besitzt <strong>&bdquo;FREUDENSPR&Uuml;NGE&ldquo;<\/strong> von <strong>&bdquo;FANTASY&ldquo;<\/strong> unstreitig das Zeug dazu, zu meinem pers&ouml;nlichen Fr&uuml;hlingsschlageralbum anno Domini 2016 zu werden, so wie etwa der &bdquo;WOLKENFREI&ldquo;-Zweitling &bdquo;Wachgek&uuml;sst&ldquo; meine Lieblings-Schlager-CD des vergangenen Sommers gewesen war!<\/p>\n<p>Holger St\u00fcrenburg, 07.\/08. M\u00e4rz 2016<br \/>http:\/\/www.ariola.de<br \/>http:\/\/www.fantasymusik.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Bislang, so gestehe ich ein, ist das nordrhein-westf&auml;lische Schlager-Duo &bdquo;FANTASY&ldquo; relativ spurlos an mir vorbeigezogen. 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