{"id":79789,"date":"2016-03-10T00:00:00","date_gmt":"2016-03-10T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=79789"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"smago-INFORMIERT-Panorama-Pharm-79788","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/smago-informiert\/smago-INFORMIERT-Panorama-Pharm-79788\/","title":{"rendered":"smago! INFORMIERT <br \/>&quot;Panorama&quot;: Pharmaindustrie zahlte Geld an 17.000 \u00c4rzte f\u00fcr umstrittene Studien!"},"content":{"rendered":"<p>Etwa 100 Millionen Euro sollen j\u00e4hrlich flie\u00dfen &#8230;:\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Pharmaindustrie zahlt j&auml;hrlich etwa 100 Millionen Euro an &Auml;rzte in Deutschland f&uuml;r die Mitarbeit an umstrittenen Studien. Das geht aus einer gemeinsamen Datenauswertung von NDR, WDR und S&uuml;ddeutscher Zeitung mit dem Recherchezentrum Correctiv.org hervor. Die Journalisten hatten erstmals alle in Deutschland gemeldeten &quot;Anwendungsbeobachtungen&quot; der Jahre 2009 bis 2014 ausgewertet. Bei diesen Beobachtungen handelt es sich nach Einsch&auml;tzung von Wissenschaftlern gr&ouml;&szlig;tenteils um Scheinstudien an Patienten, die vor allem dazu dienen, den Umsatz bestimmter Medikamente zu f&ouml;rdern.<\/p>\n<p>Grundlage der Recherche waren Meldungen zu mehr als 1.300 Anwendungsbeobachtungen, die die Pharmaunternehmen an die Kassen&auml;rztliche Bundesvereinigung &uuml;bermittelt haben (und die durch die Journalisten nun erstmals ausgewertet wurden). Demnach haben allein im Jahr 2014 rund 17.000 &Auml;rzte an Anwendungsbeobachtungen teilgenommen und daf&uuml;r im Schnitt 669 Euro pro Patient bekommen. Im Zeitraum 2009 bis 2014 flossen durchschnittlich etwa 100 Millionen Euro an Honoraren f&uuml;r die &Uuml;bermittlung von Daten zu rund 1,7 Millionen Patienten.<\/p>\n<p>Der Leiter des Instituts f&uuml;r Qualit&auml;t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Prof. Dr. J&uuml;rgen Windeler, bezeichnet im ARD-Magazin &quot;Panorama&quot; vom NDR diese Anwendungsbeobachtungen als &quot;wissenschaftlich wertlos&quot;. Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der deutschen &Auml;rzteschaft, Prof. Dr. Wolf-Dieter Ludwig, kritisiert vor allem die weit verbreiteten Anwendungsbeobachtungen bei generischen Krebsmedikamenten. &quot;Ich vermute, dass man mit Hilfe von Anwendungsbeobachtungen &Auml;rzte auf einzelne Hersteller einschie&szlig;en will.&quot;<\/p>\n<p>Der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) teilte dagegen auf Anfrage mit, Anwendungsbeobachtungen seien ein &quot;unverzichtbares Instrument f&uuml;r die Arzneimittelforschung&quot;. Denn anders als bei klinischen Studien w&uuml;rden hier Informationen &uuml;ber Arzneimittel unter Alltagsbedingungen gewonnen.<\/p>\n<p>Kritik an dem nun erstmals bekannt gewordenen Ausma&szlig; dieser umstrittenen Studien kommt jedoch auch von Karl Lauterbach, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion. &quot;Es ist ganz klar Ziel der Pharmaindustrie, &uuml;ber diese Anwendungsbeobachtungen Patienten zu rekrutieren&quot;, sagt Lauterbach. Das Ausma&szlig; zeige, dass die bisherigen Regelungen nicht ausreichten. Lauterbach fordert deshalb in &quot;Panorama&quot;, dass Anwendungsbeobachtungen nur noch stattfinden d&uuml;rfen, wenn sie &quot;von dritter und unabh&auml;ngiger Stelle gepr&uuml;ft und genehmigt werden.&quot;<\/p>\n<p>Erstmals kann jeder Patient und jede Patientin nun selbst recherchieren, ob das eigene Medikament im Rahmen einer Anwendungsbeobachtung gef&ouml;rdert wird, und wie viel Geld die Pharmahersteller f&uuml;r bestimmte Pr&auml;parate an &Auml;rzte zahlen. Correctiv.org hat alle Meldungen der Jahre 2009 bis 2014 in eine frei zug&auml;ngliche Datenbank &uuml;bertragen, die ab Mittwochabend auf der Internetseite der Plattform verf&uuml;gbar ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p>Mehr zum Thema heute (18.03.2016) ab 21.45 Uhr in &quot;Panorama&quot; im Ersten sowie in der S&uuml;ddeutschen Zeitung, auf <strong><a href=\"http:\/\/correctiv.org\">correctiv.org<\/a><\/strong>, <strong><a href=\"http:\/\/sueddeutsche.de\">sueddeutsche.de<\/a><\/strong>, <strong><a href=\"http:\/\/tagesschau.de\">tagesschau.de<\/a><\/strong> und <strong><a href=\"http:\/\/panorama.de\">panorama.de<\/a><\/strong>.<\/p>\n<p>NDR (Textvorlage)<br \/>https:\/\/www.ndr.de\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Etwa 100 Millionen Euro sollen j\u00e4hrlich flie\u00dfen &#8230;:\u00a0 Die Pharmaindustrie zahlt j&auml;hrlich etwa 100 Millionen Euro an &Auml;rzte in Deutschland<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":79790,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[33],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/79789"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=79789"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/79789\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/79790"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=79789"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=79789"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=79789"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}