{"id":79450,"date":"2016-03-19T00:00:00","date_gmt":"2016-03-19T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=79450"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"NICO-HAAK-smago-Serie-Schlager-79449","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/NICO-HAAK-smago-Serie-Schlager-79449\/","title":{"rendered":"NICO HAAK <br \/>smago! Serie &quot;Schlager-R\u00fcckblick &quot;vor 40 Jahren&quot; von Stephan Imming &#8211; Teil 53: &quot;Schmidtchen Schleicher&quot;!"},"content":{"rendered":"<p>Neuzugang 01.03.1976! Nico Haakg ist seit 26 Jahren tot; als &#8222;Schmidtchen Schleicher&#8220; ist er jedoch unsterblich!\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 16. Oktober wurde Nicolaas Oliver Haak in Delft (Niederlande) geboren. Zun&auml;chst betrieb Nico mit seinem Bruder <em>Dic<\/em> eine Autolackiererei. Bei der Arbeit fiel er durch seine gute Laune auf, wobei er stets sang, pfiff und Sp&auml;&szlig;e machte &#8211; der Beruf des Lackierers entsprach dennoch weniger seinen F&auml;higkeiten als das Entertainment.<\/p>\n<p>Bei den Lackierer-Arbeiten lernte Haak den Musik-Manager <em>Martin Stoelinga<\/em> kennen, der den Kontakt zum Musiker <em>Polle Eduard<\/em> herstellte und Haak empfahl, seiner Mentalit&auml;t entsprechende fr&ouml;hliche Musik aufzunehmen. Gemeinsam mit dem Musiker <em>Peter Koelewijn<\/em> wurde der Ratschlag umgesetzt und eine Band namens &bdquo;<em>De Paniekzaaiers<\/em>&ldquo; (&bdquo;die Pankikmacher&ldquo;) gegr&uuml;ndet und passende Lieder geschrieben. Gleich die erste Single dieser Band, &bdquo;<strong>Het Whiskylied<\/strong>&ldquo; &uuml;ber Leute, denen das alkoholhaltige Getr&auml;nk gut schmeckt, wurde 1971 in den Niederlanden ein Verkaufserfolg. Damals war Nico noch &bdquo;normales&ldquo; Mitglied (und S&auml;nger) der Band, wurde aber nicht exponiert hervorgehoben.<\/p>\n<p>Bereits mit &bdquo;<strong>Tango Johnny<\/strong>&ldquo;, ebenfalls ein Hit in den Niederlanden, wurde Nico Haak namentlich auf dem Plattencover genannt &ndash; fortan erschienen Singles unter der Firmierung &bdquo;Nico Haak en de Paniekzaaiers&ldquo;.<\/p>\n<p>Im Jahr 1973 kam dann in unserem Nachbarland der ganz gro&szlig;e Durchbruch f&uuml;r Nico Haak und seine &bdquo;<em>Panikmacher<\/em>&ldquo; &ndash; &bdquo;<strong>Joekelille<\/strong>&ldquo; wurde ein Top-10 in den Niederlanden. In jenem Jahr hatte Nico mit seiner Gruppe auch seinen ersten TV-Auftritt beim niederl&auml;ndischen Entertainer <em>Ted de Braak<\/em> mit dem Lied &bdquo;Daar zie ik glazen staan&ldquo;. Drei Jahre sp&auml;ter wurde der Song auch als B-Seite seines ersten Erfolgshits in deutscher Sprache ver&ouml;ffentlicht (&bdquo;Die Ukulele&ldquo;). Auch der nachfolgende Stimmungsknaller &bdquo;<strong>Honkie Tonkie Pianissie<\/strong>&ldquo; schlug in den Niederlanden ein, die Top-10 wurden knapp verfehlt (Platz 11).<\/p>\n<p>Nach einem mittelpr&auml;chtigen Erfolg mit &bdquo;<strong>Sokkies stoppen, schoentjes poetsen, dasjes goed en kijk goed uit<\/strong>&ldquo; kam 1975 der gro&szlig;e Durchbruch &ndash; im M&auml;rz des Jahres kam der Hit &bdquo;<strong>Foxie Foxtrot<\/strong>&ldquo; auf den Markt und kam bis in die Top 5 der niederl&auml;ndischen Hitparade.<\/p>\n<p>Aufgrund des gro&szlig;en Erfolges in den Niederlanden durfte Nico Haak (allerdings ohne seine &bdquo;Panikmacher&ldquo;) seinen Hit auch in Deutschland ver&ouml;ffentlichen. Unter dem Pseudonym &bdquo;<em>Karl Adolf Klatte<\/em>&ldquo; schrieb &ndash; man h&ouml;re und staune &ndash; der Kabarettist <em>Hans Scheibner<\/em> einen deutschen Text, in dem er wesentliche Elemente wie die &bdquo;elastischen Beine&ldquo; des gro&szlig;artigen T&auml;nzers beibehielt &ndash; aus &bdquo;Foxie Foxtrot&ldquo; machte er &bdquo;<strong>Schmidtchen Schleicher<\/strong>&ldquo;. Ohne gro&szlig;artige Werbung kam der Schlager schnell in die deutsche Hitparade. Bereits am 1. M&auml;rz 1976 fand Nico sich in der Schlager-Bestenliste und erreichte die Top-5 der deutschen Charts mit seinem deutschsprachigen Erstlingswerk. Nico schuf mit seinem Hit einen echten Evergreen, der auch gerne gecovert wurde, beispielsweise zuletzt von <em>Hape Kerkeling.<\/em><\/p>\n<p>Von einer Frankfurter Tanzschule wurde ihm damals eine Goldene Schallplatte &uuml;berreicht, wobei man besonders dankbar f&uuml;r die F&ouml;rderung des &bdquo;Foxtrott&ldquo;-Tanzes war.<\/p>\n<p>Sympathisch: Auch in Zeiten seines gr&ouml;&szlig;ten Erfolgs lebte Nico gemeinsam mit seiner Frau <em>Sjaan<\/em> und seinen S&ouml;hnen <em>Eric, Nico <\/em>und<em> Keesje<\/em> in einer kleinen Wohnung seiner Geburtsstadt Delft. Urlaub machte der bescheidene Niederl&auml;nder weiterhin gerne in der Eifel.<\/p>\n<p>Das Fernsehen wurde erst recht sp&auml;t auf Nico aufmerksam. Er ist interessanterweise nie(!) in der ZDF-Hitparade aufgetreten. Sein Landsmann <em>Rudi Carrell<\/em> lud ihn zwar in seine gro&szlig;e Show &bdquo;Am laufenden Band&ldquo; ein, aber auch das &bdquo;erst&ldquo; am 28. August 1976, als sein Hit schon fast ein halbes Jahr in den Charts war. Schneller war <em>Ilja Richter<\/em>, der Nico bereits am 19. Juni 1976 in seiner Sendung zu Gast hatte.<\/p>\n<p>Der kleine flinke Holl&auml;nder konnte in der Tat gut tanzen. Seine Markenzeichen waren sein Schnurrbart und sein imposanter Strohhut &ndash; beides stellte er auf dem Singlecover deutlich zur Schau, womit er viele Lacher gleich auf seiner Seite hatte.<\/p>\n<p>Mit &bdquo;<strong>Fischers Fritz fischt frische Fische<\/strong>&ldquo; wollte Nico an den gro&szlig;en Erfolg ankn&uuml;pfen, zumal die holl&auml;ndische Originalversion (&bdquo;Honkie Tonkie Pianissie&ldquo;) ja auch ein Hit bei unseren Nachbarn war &ndash; mit dem Text des sp&auml;teren &bdquo;<em>Leinemann<\/em>&ldquo;-Musikers <em>Ulf Kr&uuml;ger<\/em> reichte es aber nur f&uuml;r eine kurze Top-50-Notierung in den Hitparaden.<\/p>\n<p>Im Fr&uuml;hjahr 1977 gelang ein weiterer passabler Hit in Deutschland: &bdquo;<strong>Unter dem Schottenrock ist gar nichts<\/strong>&ldquo;.&nbsp; Zwei Jahre zuvor schlug auch dieses Lied in den Top-10 der Niederlande ein unter dem Namen &bdquo;Doedelzakke-pakkie&ldquo;. Der renommierte Textdichter <em>Frank Dostal<\/em> hatte dazu eine geniale Textidee f&uuml;r die deutsche Version des Hits: &bdquo;<em>Unter dem Schottenrock ist gar nichts &ndash; da ist nichts und da war nichts, doch dr&uuml;ber h&auml;ngt ein gro&szlig;er Sack mit Pfeife<\/em>&ldquo;. In der Schule h&auml;tte man da wohl gesagt: &bdquo;Was will uns der Dichter damit sagen?&ldquo; &ndash; hier w&auml;re das wohl eher eine rhetorische Frage&hellip; &#8211; immerhin gelang damit noch mal ein Top-20-Hit in Deutschland, neun Wochen hielt der Niederl&auml;nder sich in der deutschen Verkaufshitparade.<\/p>\n<p>Mit dem &bdquo;<strong>Stepper Teddy (der Teddy mit dem Hackenschuss)<\/strong>&ldquo; wollte Nico Haak offensichtlich noch mal an den gro&szlig;en &bdquo;Schmidtchen Schleicher&ldquo;-Erfolg herankommen, zumal erneut <em>Hans Scheibner<\/em> (wieder als &bdquo;<em>Klatte<\/em>&ldquo;) den deutschen Text schrieb &ndash; die deutsche Version des niederl&auml;ndischen Hits &bdquo;Ted de Tapper&ldquo; wurde aber nur noch ein mittelpr&auml;chtiger Erfolg &ndash; am 15. August 1977 war das Lied f&uuml;r eine Woche auf Platz 49 der deutschen Verkaufs-Hitparade.<\/p>\n<p>Im Fr&uuml;hjahr 1978 kam die deutsche Version &bdquo;Is je moeder niet thuis&ldquo; auf den Markt. Textdichter <em>Wolfgang Borchard-Jacoby<\/em> ersann darauf &bdquo;<strong>Schick die Mama ins Bett!<\/strong>&ldquo;. Die Plattenfirma schrieb damals: &bdquo;<em>Nico Haak macht wieder Stimmung &#8211; und das shuffelt ganz sch&ouml;n<\/em>&ldquo; &#8211; es nutzte nichts, der Song wurde kein Erfolg.<\/p>\n<p>Einen neuen Anlauf nahm Nico im Fr&uuml;hjahr 1979, indem er fragte: &bdquo;<strong>Warum sind alle Frauen wild nach mir?<\/strong>&ldquo;. Dabei handelt es sich um die deutsche Version des Liedes &bdquo;Give Me England&ldquo; von <em>The Wurzels<\/em>, das 1977 Titellied des britischen Comedy-Kinofilms &bdquo;Confessions From a Holiday Camp&ldquo; war. Der gro&szlig;e <em>Walter Brandin<\/em>, der auch viele Texte f&uuml;r <em>Udo J&uuml;rgens<\/em> verfasste, schrieb dazu den deutschsprachigen Text. Ein Hit wurde auch diese Nummer nicht &#8211; Nico hatte es damals in Deutschland schwer, da er auch kaum TV-Auftritte bekam.<\/p>\n<p>Dass der Megahit Fluch und Segen f&uuml;r Nico Haak bedeutete, schrieb der Musikmarkt in seiner Ausgabe vom 15. M&auml;rz 1979: &bdquo;<em>Selten ist der Titel eines Schlagers mit dem Namen eines Interpreten eine so untrennbare Verbindung eingegangen wie in diesem Fall. Nico Haak ist Schmidtchen Schleicher, aber er ist nun auch einmal Nico Haak, ein erfolgreicher und in seinem Heimatland popul&auml;rer Entertainer, der weitaus mehr kann als nur Schmidtchen Schleicher zu sein.<\/em>&ldquo;<\/p>\n<p>Als letzte Single bei der Plattenfirma Philips erschien 1979 die deutsche Version des Titels &bdquo;Ik bin en aap&ldquo;.&nbsp; <em>Hannes Priesterjahn jr<\/em>. machte darauf den deutschen Text &#8211; &bdquo;<strong>Ich mach ein&#39;n lo<\/strong>s&ldquo; &#8211; der Titel wurde so gut wie gar nicht mehr wahrgenommen, die Philips-&Auml;ra war damit f&uuml;r Nico Haak beendet.<\/p>\n<p>Eine neue Heimat fand Nico 1980 bei der Plattenfirma CBS. Dort wurde er von <em>G&uuml;nther Behrle<\/em> produziert. Die erste Zusammenarbeit war ein Titel, den <em>Christian Bruhn<\/em> komponiert hatte und <em>G&uuml;nther Behrle <\/em>getextet und produziert: &bdquo;<strong>Lass mich als Floh auf Deinem Sofakissen tr&auml;umen<\/strong>&ldquo;.<\/p>\n<p>Nachdem die Folgesingles &bdquo;<strong>Nix mehr rauchen<\/strong>&ldquo;&nbsp; und &bdquo;<strong>Tausche Auto gegen Pferd<\/strong>&ldquo; (letzterer Titel sogar von <em>Jean Frankfurter<\/em> komponiert) nicht einschlugen, wurde bei der CBS keine&nbsp; weitere Single des Niederl&auml;nders mehr ver&ouml;ffentlicht.<\/p>\n<p>Mit &bdquo;<strong>Na, dann Prost Mahlzeit<\/strong>&ldquo; versuchte es &nbsp;Nico Haak dann 1984 ein weiteres mal &#8211; auch diese von <em>Hans Bradtke <\/em>getextete Single floppte.<\/p>\n<p>Seit 1986 hatte Nico Haak ein weiteres Bet&auml;tigungsfeld &ndash; als Werbetr&auml;ger. Er machte f&uuml;r ein &bdquo;bionisches Armband&ldquo; Werbung, das seinem Tr&auml;ger angeblich neue Energie geben soll. Pflichtbewusst trug Haak dieses Armband auch auf vielen Covers seiner sp&auml;ten Tontr&auml;ger-Ver&ouml;ffentlichungen.<\/p>\n<p>Ein letztes mal probierte Nico Haak es in Deutschland 1988 bei der kleinen Plattenfirma &bdquo;Musicolor&ldquo;. In Anspielung an die damals sehr popul&auml;re Tennisspielerein <em>Steffi Graf<\/em> brachte er einen Song namens &bdquo;<strong>Gold-Steffi<\/strong>&ldquo; auf den Markt. Die von seinem Produzenten <em>Hans van de Mortel<\/em> produzierte Platte war die deutsche Version seines holl&auml;ndischen Liedes &bdquo;Lola Lola Lola hola&ldquo;.<\/p>\n<p>W&auml;hrend Nico Haak in Deutschland stets nur auf seine Kunstfigur &quot;Schmidtchen Schleicher&quot; reduziert wurde, war er in der Tat in den Niederlanden ein erfolgreicher Entertainer und S&auml;nger. Nicht weniger als 16 Hits konnte er in den holl&auml;ndischen Charts zwischen 1973 und 1984 landen, wobei sogar vier Top-10-Hits gelangen.<\/p>\n<p>Viel zu fr&uuml;h verstarb Nico Haak am 16. Oktober 1990 an den Folgen eines Herzinfarkts.<\/p>\n<p>Stephan Imming, 17.03.2016<\/p>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neuzugang 01.03.1976! Nico Haakg ist seit 26 Jahren tot; als &#8222;Schmidtchen Schleicher&#8220; ist er jedoch unsterblich!\u00a0 Am 16. 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