{"id":79288,"date":"2016-03-23T00:00:00","date_gmt":"2016-03-23T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=79288"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"SCORPIONS-Konzert-Bericht-von-H-79287","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/deutsch-rock\/SCORPIONS-Konzert-Bericht-von-H-79287\/","title":{"rendered":"SCORPIONS <br \/>Konzert-Bericht von Holger St\u00fcrenburg: &quot;50ths Anniversary World Tour 2015\/16&quot; &#8211; 18.03.2016 &#8211; Westfalenhalle Dortmund!"},"content":{"rendered":"<p>Lesen Sie HIER auch eine aktuelle Information des Tournee-Veranstalters &#8222;Semmel Concerts&#8220; zu den Scorpions &#8230;:\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach einer leider nochmals notwendig gewordenen Konzertpause von &uuml;ber einem halben Jahr, war es zweifellos ohne Umschweife vonn&ouml;ten, dass meine R&uuml;ckkehr in die journalistische Live-Berichterstattung im wahrsten Sinne des Wortes mit einem lauten <strong>&bdquo;Bang&ldquo;<\/strong> starten musste. Also suchte ich mir f&uuml;r den ersten, von mir seit Anfang September 2015 besuchten Konzertabend eine spektakul&auml;re Live-Attraktion aus, die zwar auch aus Deutschland kommt, mit einiger Sicherheit sogar als <em>der<\/em> deutsche Rock-Export schlechthin bezeichnet werden muss, aber stilistisch im Grunde genommen ganz woanders einzuordnen ist, als im Umfeld derjenigen Musik, mit der ich mich ansonsten meistenteils analytisch besch&auml;ftige.<\/p>\n<p>Die <strong>&bdquo;SCORPIONS&ldquo;<\/strong>, die, wie ich einmal formulierte, &bdquo;bekanntesten Hannoveraner der Welt&ldquo;, kehrten im Zuge ihrer erdumkreisenden &bdquo;50th Anniversary World Tour 2015\/16&ldquo; Ende M&auml;rz 2016, nach zw&ouml;lf Monaten voller konzert&auml;rer Besuche in den USA, Asien und Europa, f&uuml;r insgesamt acht Auftritte zur&uuml;ck in ihre bundesdeutsche Heimat.<\/p>\n<p>50 Jahre lang steht das Quintett aus der Leinestadt nun schon auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Klaus Meine (voc) und die beiden Gitarristen Matthias Jabs und Rudolf Schenker sind (fast) von Anbeginn an dabei, Bassist Pawel Maciwoda stie&szlig; 2003 zu den &bdquo;Scorpions&ldquo;, Schlagzeug-Berserker James Kottak ist seit 1996 mit von der Partie. 18 Studioalben, unz&auml;hlige Livemitschnitte und Kompilationen, die sich global zusammengerechnet mehr als 100 Millionen Mal verkauften, &uuml;ber 5.000 gespielte Konzerte in &uuml;ber 80 L&auml;ndern, dazu unvergessliche Welthits bester Machart &ndash; knallharte Rockh&auml;mmer, wie sanfte Balladen &ndash; und, als ob dies nicht schon genug der Ehre w&auml;re, mit &bdquo;Winds of Change&ldquo; musikalische Untermaler am Ende des Kalten Krieges, als sich die Sowjetunion &ouml;ffnete und bald darauf die Berliner Mauer fiel &ndash; die &bdquo;Scorpions&ldquo; haben wahrlich geballt Musik-, wie Zeitgeschichte geschrieben.<\/p>\n<p>Heutzutage gelten Klaus Meine und die Seinen l&auml;ngst als <em>die<\/em> unschlagbaren Heroen feinster Rockmusik Made in Germany. Musikfans meist gesetzteren Alters, die gerne z.B. Peter Maffay, Udo Lindenberg oder Herbert Gr&ouml;nemeyer h&ouml;ren, haben mit einiger Sicherheit auch die eine oder andere LP bzw. CD der f&uuml;nf hardrockenden &sbquo;Skorpionen&lsquo; in ihrem Plattenschranken stehen &ndash; welche, dies ist an der Altersstruktur des Publikums auf der aktuellen Tournee deutlichen zu erkennen, immer wieder auch gerne von deren Kindern und Enkelkindern hervorgekramt und dankbar angeh&ouml;rt werden. Denn die begeisterten Zuschauermassen, auch und gerade am vergangenen Freitag, dem 18. M&auml;rz 2016, in der Dortmunder Westfalenhalle, bestanden aus 20j&auml;hrigen Jungspundinnen und Jungspunden genauso, wie aus gestandenen Mitt-50ern; manchmal konnte man sich zus&auml;tzlich der Annahme nicht verwehren, nicht wenige Altersgenossen der Ur-&bdquo;Scorpions&ldquo;, die selbst teilweise schon auf die 70 zugehen, lie&szlig;en es sich nicht nehmen, diese Rockinstitution, deren Karriere sie vielleicht schon tats&auml;chlich seit 50 Jahren begleiten, frenetisch zu bejubeln.<\/p>\n<p>Gut, so ganz ausverkauft war die 15.380 Personen fassende Dortmunder Westfalenhalle am vergangenen Freitag nicht. Im hinteren Teil des Areals mit Stehpl&auml;tzen, lichteten sich die Reihen, die Trib&uuml;nen und R&auml;nge waren ebenso bei weitem nicht voll bzw. wom&ouml;glich bis auf den letzten Platz gef&uuml;llt. Aber dies tat der Stimmung keinen Abbruch, die anfangs von einer keineswegs uninteressanten, durchaus hoffnungsvollen Nachwuchstruppe aus Mannheim geh&ouml;rig angeheizt wurde. <strong>&bdquo;Beyond the Black&ldquo;<\/strong> nennen sich f&uuml;nf ohne Frage sehr begabte Musiker, die nahezu allesamt an der Pop-Akademie Baden W&uuml;rttemberg studiert haben, und sich um die feenhaft wirkende, erst 19j&auml;hrige Frontfrau Jennifer Haben scharen, die &uuml;brigens bereits 2010\/11 als Mitglied des vom &bdquo;KiKa&ldquo; in ein kurzes Leben gerufenen (klanglich ziemlich ungenie&szlig;baren) Girliequartetts &bdquo;Saphir&ldquo; fungierte. Zu Sechst &ndash; zwei Gitarristen, jeweils ein Bassist, Keyboarder und Drummer, dazu die stimmstarke S&auml;ngerin &ndash; spielen sich &bdquo;Beyond the Black&ldquo;, Dank einer z&uuml;nftigen Mischung aus deftigem Heavy-Folk-Rock, weitschweifigem Symphonic Metal, treibendem Melodic Rock und (zum Gl&uuml;ck) nicht allzu ausgepr&auml;gten Post-Hardcore-Anleihen, seit zwei Jahren in die Herzen der Freunde h&auml;rterer, aber trotzdem anspruchsvoll ausget&uuml;ftelter Rockmusik. Frl. Haben &uuml;berzeugte bei ihrem 30min&uuml;tigen Auftritt in Dortmund mit mal engelsgleicher, mal wuchtiger, dabei immer energiegeladener Stimme, musste sich aber, insbesondere w&auml;hrend der ersten beiden Titel, gegen einen ziemlich unausgegoren vor sich hin wabernden Soundbrei durchbei&szlig;en und durchk&auml;mpfen, was der dunkelhaarigen Sch&ouml;nheit aber &ndash; man traute seinen Ohren nicht, in Anbetracht ihres jungen Alters &ndash; geradezu bravour&ouml;s gelang. Zwei CDs haben &bdquo;Beyond the Black&ldquo; bislang aufgenommen, wobei sich das aktuelle Opus &bdquo;Lost in Forever&ldquo;, erschienen erst vor vier Wochen, bereits auf dem vierten Rang der deutschen LP-Charts eingenistet hat.<\/p>\n<p>Die erste Single des Sextetts, <strong>&bdquo;In the Shadow&ldquo;<\/strong>, ein dr&ouml;hnender, mit &uuml;berkandidelten Folk-Fragmenten angereicherter Schwergewichtsrocker, vergleichbar mit Gary Moores phonstarken Bombastfolkdramen der &bdquo;Wild Frontiers&ldquo;- bzw. &bdquo;After the War&ldquo;-Phase Ende der 80er, versank noch in einem wummernden Klanggewirr und lebte ausschlie&szlig;lich von der ungelogen &auml;u&szlig;erst &uuml;berzeugenden vokalistischen Leistung von Jennifer Haben. Dies besserte sich jedoch nach und nach bei dem, nun eher sehr US-amerikanisch-gro&szlig;st&auml;dtisch aufscheinenden, hymnischen Melodic-Rock <strong>&bdquo;Written in Blood&ldquo;<\/strong>, bei dessen Intonation sich Jennifer als eine Art &bdquo;Kate Bush des Hardrock&ldquo; gerierte.<\/p>\n<p>Urspr&uuml;nglich von der britischen Heavy-Legende &bdquo;Mot&ouml;rhead&ldquo;, deren Bassist und Bandchef Lemmy Kilmister am 28. Dezember 2015 an Prostatakrebs verstarb, stammt die sanfte, zerbrechliche Rockballade <strong>&bdquo;Love me forever&ldquo;<\/strong>, welche &bdquo;Beyond the Black&ldquo;, mit Jennifer am Piano, ebenjenem, ihrem gro&szlig;en Vorbild, widmeten, auf die der schnelle, laute, geradlinige Titelgeber ihrer neuesten Silberscheibe, <strong>&bdquo;Lost in Forever&ldquo;<\/strong> folgte, der durch sog. &bdquo;gutturalen&ldquo;, vulgo per Kehle erzeugten, oft im Metal und Hardcore Punk gebr&auml;uchlichen &bdquo;Gr&ouml;l&ldquo;-Gesang von Gitarrist Christopher Hummels ein nicht allt&auml;gliches, surreal-mystisches Ambiente zuerkannt bekam. Das Titellied ihres 2015er-CD-Deb&uuml;ts <strong>&bdquo;Songs of Love and Death&ldquo;<\/strong> dagegen, begann mit einem sachten Piano-Intro und wuchs sich peu a peu zu einer nerv&ouml;s-bedrohlich anmutenden Folk-Metal-Orgie aus. Nach dem mit Donnerhall losgellenden, geradezu peitschenden, wie gleichsam packenden 2015er-Beitrag <strong>&bdquo;Running to the Edge&ldquo;<\/strong> mussten &bdquo;Beyond the Black&ldquo; auch schon wieder die B&uuml;hne verlassen, allerdings nicht ohne immer wieder voller Stolz betont zu haben, wie sehr man sich geehrt f&uuml;hlte, als Vorgruppe der unbezwingbaren &bdquo;Scorpions&ldquo; deren Deutschland-Termine einleiten zu d&uuml;rfen.<\/p>\n<p>Ob <strong>&bdquo;Beyond the Black&ldquo;<\/strong> dito so stattlich weit im Musikgeschehen vorankommen werden, wie die Hauptakteure des Abends, vielleicht gar ebenfalls eines sch&ouml;nen Tages ihr 50j&auml;hriges Bandjubil&auml;um werden feiern k&ouml;nnen, steht noch feste in den Sternen. Die Anf&auml;nge, die wir &sbquo;live&lsquo; in der Dortmunder Westfalenhalle genie&szlig;en durften, lassen jedenfalls Positives erahnen. Voraussetzung daf&uuml;r: die fraglos talentierten Instrumentalisten passen ihren oft zu brachialen, grobschl&auml;chtigen Sound der so zarten, wie bestimmten Stimme ihrer so unnahbaren, wie zauberhaften Vokalistin an. Die per se klugen, breitfl&auml;chigen und sph&auml;rischen Arrangements wirkten &ndash; zumindest im Live-Gewand &#8211; teilweise arg &uuml;berfrachtet, &uuml;berladen, zwar voller Energie, aber noch einwenig zu unstrukturiert und zu vage. Dies aber muss keineswegs zur Folge haben, dass diese aufsehenerregende, zukunftstr&auml;chtige Truppe nicht alle Chancen haben kann, im Laufe der Zeit diese Kinderkrankheiten auszub&uuml;geln und somit bald tats&auml;chlich zu den dauerhafter erfolgreichen, jungen deutschen Bands gerechnet werden m&uuml;ssen.<\/p>\n<p>Nach 35 Minuten Wartezeit &ndash; ich hatte inzwischen den mir seitens des Veranstalters SEMMEL Concerts netterweise zugewiesenen &bdquo;behindertengerechten&ldquo; Sitzplatz verlassen und mich direkt in die Arena begeben, denn bei den <strong>&bdquo;SCORPIONS&ldquo;<\/strong> zu SITZEN, ist schier unm&ouml;glich! &ndash;, ging dann endlich, kurz nach 21.00 Uhr, jener blitzartige <strong>&bdquo;BANG&ldquo;<\/strong> vonstatten, den ich zu Beginn dieses Textes so kryptisch erw&auml;hnte.<\/p>\n<p>Das Licht in der Dortmunder Westfalenhalle erlosch, heulende Sirenen &uuml;berzogen die Arena, der schwarze Vorhang fiel &ndash; und niemand geringeres, als vermutlich Deutschlands langlebigste Rockinstitution, namentlich die <strong>&bdquo;SCORPIONS&ldquo;<\/strong>, betraten mit einem regelrechten &bdquo;BANG&ldquo; die B&uuml;hne. <strong>&bdquo;GOING OUT WITH A BANG&ldquo;<\/strong>, der erste Titel des aktuellen &bdquo;Scorpions&ldquo;-Hitalbums <strong>&bdquo;Return to Forever&ldquo;<\/strong> (welches dieser Tage seitens RCA\/SONY Music in Form einer opulent ausstaffierten &bdquo;Tour Edition&ldquo;, um zig Bonustracks erweitert und zwei randvollen DVDs hinzugepackt, neu aufgelegt wurde), l&auml;utete nun diese rund 100min&uuml;tige, so krachende, wie in vollkommenster Perfektion inszenierte und in sich geschlossene Rock&rsquo;n&rsquo;Roll Show der Extraklasse ein.<\/p>\n<p>Seitlich der B&uuml;hne waren zwei Riesenleinw&auml;nde installiert, auf denen sogar diejenigen Zuschauer, die ganz, ganz hinten, auf den R&auml;ngen der Westfalenhalle, sa&szlig;en, punktgenau die instrumentellen und gesanglichen Aktivit&auml;ten der &bdquo;Scorpions&ldquo; beobachten und begutachten konnten. Im R&uuml;cken der Band spielten sich, auf einer weiteren &uuml;berdimensionalen Leinwand, visuelle Abenteuer bester Machart ab, mal surreal, mal das Songthema bildlich untermauernd, regelm&auml;&szlig;ig bunt, grell, kunstvoll und mit viel Akribie und kreativem Geschick zusammengezaubert.<\/p>\n<p>Die Set-List des Dortmunder &bdquo;Scorpions&ldquo;-Konzertes entsprach letztlich haargenau derjenigen Titelauswahl, welche die Band seit 2015 im Programm hat und die f&uuml;r die beiden, erw&auml;hnter &bdquo;Tour Edition&ldquo; von &bdquo;Return to Forever&ldquo; per DVD beigef&uuml;gten Live-Aufzeichnungen aus Cisson\/Frankreich (20. Juni 2015) bzw. Brooklyn\/New York (12. September 2015) f&uuml;r die Nachwelt festgehalten wurde. Ein halbes Jahrhundert &bdquo;Scorpions&ldquo; bedeutete also nicht mehr und nicht weniger, als eine durchwegs wohlschmeckende Zeitreise durch f&uuml;nf Jahrzehnte h&ouml;llisch hei&szlig;en Rock&rsquo;n&rsquo;Rolls, inklusive seit l&auml;ngerem nicht mehr &bdquo;live&ldquo; gespielter Fr&uuml;hwerke aus den mittleren bis sp&auml;ten 70ern, der unvergleichlichen Welterfolge der Jahre 1982 bis 1992 und einiger ausgew&auml;hlter Schmankerl aus der aktuellen, &uuml;berwiegend au&szlig;erordentlich prickelnd, vielseitig und durch und durch gediegen ausgefallenen, 18. Studioproduktion &bdquo;Return to Forever&ldquo;.<\/p>\n<p>Auf den sprichw&ouml;rtlichen <strong>&bdquo;Bang&ldquo;<\/strong>, folgten drei wundervolle und stilpr&auml;gende Hardrock-Standards aus denjenigen Jahren, als die &bdquo;Scorpions&ldquo; erstmals so richtig weltumfassend Hitparadenluft schnupperten. Dabei handelte es sich um das eher fr&ouml;hliche, dennoch strikt voranpreschende <strong>&bdquo;Make it real&ldquo;<\/strong> (1980), den blubbernden, latent schleppend-dr&ouml;gen, explizit genau dadurch so sensationell aufw&uuml;hlenden Gro&szlig;stadtblues <strong>&bdquo;The Zoo&ldquo;<\/strong> (dto.) &ndash; inkl. eines unvergesslichen, sich in herrlichster Manier minutenlang voller Hochspannung dahinziehenden Solos von Gitarrist Matthias Jabs an der sog. &bdquo;Talk Box&ldquo; &ndash; und das instrumental gehaltene, fulminante Gitarrengewitter <strong>&bdquo;Coast to Coast&ldquo;<\/strong> (1979), bei dessen 2016er-Livedarbietung es dem interessierten Beobachter nachgerade so erschien, die beiden h&ouml;chst versierten Gitarreros Matthias Jabs und Rudolf Schenker w&uuml;rden sich regelrecht gegenseitig mit ihrem ph&auml;nomenalen K&ouml;nnen &sbquo;bekriegen&lsquo; und sich daher in Sachen konsequenter Klampfenarbeit gegenseitig &uuml;bertrumpfen wollen.<\/p>\n<p>Es folgte nun ein wohlt&ouml;nender R&uuml;ckblick in die tiefsten 70er, als die &bdquo;Scorpions&ldquo; noch mehr oder weniger als extravaganter Geheimtipp unverbesserlicher Heavy-Metal-Puristen galten und solche LPs ver&ouml;ffentlichten, die mit sp&auml;teren, radiogerechter arrangierten, auch f&uuml;r Musikgourmets jenseits jedweder Hardrock-Klischees (wie z.B. den Verfasser dieser Zeilen) wohlig genie&szlig;baren, kompakten Rocksounds noch nicht viel gemein hatten. <strong>&bdquo;Top of the Bill&ldquo;<\/strong> (1975), <strong>&bdquo;Steam Rock Fever&ldquo;<\/strong> (1977), <strong>&bdquo;Speedy&rsquo;s Coming&ldquo;<\/strong> (1974) und <strong>&bdquo;Catch your Train&ldquo;<\/strong> (1976), in einem ausufernden, aber niemals langweiligen bzw. unn&ouml;tig in die L&auml;nge gezogenen Medley komprimiert, ert&ouml;nten am Freitagabend in Dortmund mindestens noch genauso frisch, aufstrebend, jugendlich, wie zu ihrem Entstehungsdatum vor ca. 40 Jahren.<\/p>\n<p>Soundtechnisch in Richtung des hochmelodischen Hochglanz-Metal der ausgehenden 80er, irgendwo &nbsp;angesiedelt nahe &bdquo;Bon Jovi&ldquo;, dem Alice Cooper der &bdquo;Trash&ldquo;-Phase oder &bdquo;Van Halen&ldquo; mit Sammy Hagar, ging&rsquo;s daraufhin mittels der unzweifelhaft phantastisch ausgefallenen, ersten Auskoppelung aus &bdquo;Return to Forever&ldquo;, die da hei&szlig;t <strong>&bdquo;We built this House&ldquo;<\/strong>, und einwandfrei das Zeug dazu hat, zum n&auml;chsten, au&szlig;erordentlich geschichtstr&auml;chtigen &bdquo;Scorpions&ldquo;-Klassiker mit Ewigkeitsgarantie zu avancieren.<\/p>\n<p>Lead-Gitarrist Matthias Jabs bestimmte nun den von ihm konzipierten und ausbaldowerten <strong>&bdquo;Delicate Dance&ldquo;<\/strong>, ein reales Gitarreninferno auf der Balance zwischen rasend schnellem Speed Metal und bluesigen Gitarrenwolken im Sinne des unvergessenen Gary Moore in seiner &bdquo;Still got the Blues&ldquo;-&Auml;ra. Die Rhythmus-Gitarre drosch w&auml;hrend dessen allerdings ein namentlich weder vorgestellter, noch sonst irgendwo erw&auml;hnter Musikerkollege, versteckt im Hintergrund&hellip; dies lie&szlig; durchaus den Eindruck aufkommen, Kollege Rudolf Schenker habe schlicht keine Lust dazu gehabt, seinen ihm in puncto instrumentellen K&ouml;nnens ebenb&uuml;rtigen Kompagnon bei dieser, seiner f&ouml;rmlichen &sbquo;Selbstdarstellung&lsquo; in Noten, Riffs und Griffen, zu unterst&uuml;tzen.<\/p>\n<p>In rein akustische Gefilde f&uuml;hrte daraufhin ein weiterer, aufregender Part der &sbquo;Tour de Force&lsquo; durch 50 Jahre &bdquo;Scorpions&ldquo;. Wiederum in trefflicher Potpourri-Form zusammengef&uuml;hrt, schlich sich die Band nun durch ausdrucksvoll sanfte, grazil-balladeske Kompositionen, wie den 1979er-Rei&szlig;er <strong>&bdquo;Always somewhere&ldquo;<\/strong>, den aktuellen Hitaspiranten <strong>&bdquo;Eye of the Storm&ldquo;<\/strong> aus &bdquo;Return to Forever&ldquo; (der sich garantiert vorz&uuml;glich verkaufen k&ouml;nnte, wenn so unaufgeregter, wie absolut aufregender Classic Rock heutzutage noch Top-10-kompatibel w&auml;re!) und die ultimative Schmachtballade <strong>&bdquo;Send me an Angel&ldquo;<\/strong>, die 1991 die einheimischen Singlehitparaden ebenso krass durcheinanderwirbelte, wie die sich seinerzeit langsam, aber sicher, sprunghaft entwickelnden Formatradiostationen, privater, wie &ouml;ffentlich-rechtlicher Bauart.<\/p>\n<p>Gleichfalls im balladesken Kontext findet sich diejenige Hymne f&uuml;r eine bessere, freiheitsdurchzogene Welt, die mit einem nachdenklich-schwebenden Pfeifen eingeleitet wird und &bdquo;Scorpions&ldquo;-S&auml;nger Klaus Meine irgendwann zu Zeiten der Zeitenwende eingefallen ist, als er nach einem Konzert im August 1989, vor 300.000 freiheitss&uuml;chtigen Fans im Moskauer &bdquo;Leninstadion&ldquo;, im dortigen Gorki Park sa&szlig; und &uuml;ber all die sich &uuml;berschlagenden, weltpolitischen Entwicklungen und Ereignisse in Bezug auf Glasnost und Perestroika in der damaligen Sowjetunion nachdachte. <strong>&bdquo;Winds of Change&ldquo;<\/strong> war <em>die<\/em> zeitnahe musikalische Vertonung von Mauerfall und Wiedervereinigung schlechthin und ist mit Fug und Recht in die Annalen des deutsch-deutschen Wandels zum Ausklang der 80er Jahre dauerhaft eingegangen. Die gesamte &ndash; wenn auch, wie geschildert, nicht &uuml;bervolle &ndash; Dortmunder Westfalenhalle, sowohl die Zeitzeugen im Alter des Verfassers dieser Zeilen und noch dar&uuml;ber hinaus, wie geschichtsbeflissene Nachgeborene, stimmten einen ausgiebigen Chorgesang an, nachdem Klaus Meine diese in T&ouml;ne gegossene Zeithistorie erst vor sich hin gepfiffen, dann inbr&uuml;nstig vokalistisch vorgetragen hatte.<\/p>\n<p>Im Anschluss an die musikalische Zelebration der Wende in Osteuropa, war der ruhige Teil des Abends endg&uuml;ltig vorbei und die &bdquo;Scorpions&ldquo; gedachten von nun an schnell, hart und laut ihres nun schon f&uuml;nf Dekaden w&auml;hrenden Daseins als personifizierte <strong>&bdquo;Rock&rsquo;n&rsquo;Roll Band&ldquo; <\/strong>(aus &bdquo;Return to Forever&ldquo;) und z&uuml;ndeten danach ebenso glei&szlig;end, flammend und hochexplosiv ihr (erstmals 1982 auf der LP &bdquo;Blackout&ldquo; ausgepacktes) <strong>&bdquo;Dynamite&ldquo;<\/strong>, welches mittels des instrumentalen Interludes <strong>&bdquo;In the Line of Fire&ldquo;<\/strong> in ein gnadenloses Drum-Solo von Schlagzeuger James Kottak m&uuml;ndete. Der 53j&auml;hrige Vollprofi aus Louisville\/Kentucky sieht nicht nur aus wie ein wilder Punkrocker, er benimmt sich auch so (wurde deshalb 2014 sogar schon mal im Emirat Dubai zu einer einmonatigen Gef&auml;ngnisstrafe verurteilt!) &ndash; und entwickelte sich dennoch (oder gerade deshalb) zum allgemeinen Liebling des Abends. Das Publikum in Dortmund schien sich geradezu in den schnuckeligen Schlagzeug-Punk zu verlieben &ndash; &uuml;ber zehn Minuten lang (ver)drosch er nun sein Instrument; das volumin&ouml;se Drum-Kit war an festen Seilen fast bis zur Hallendecke hochgezogen worden &ndash; und dort, &uuml;ber den K&ouml;pfen des hingerissenen Auditoriums, turnte und sprang sich James K. nun durch alle nur erdenklichen Rhythmen des Rock&rsquo;n&rsquo;Roll, beinahe bis zum <strong>&bdquo;Blackout&ldquo;<\/strong>&hellip;<\/p>\n<p>Aber nur beinahe&hellip; denn gleichnamiger Titelsong der hocherfolgreichen 1982er-LP wurde nun von der gesamten Band radikal, ultraflink, berstend und straight h&auml;mmernd vorgetragen. Im Sinne dieses Geisteszustandes, den 1986 der damalige CDU-Generalsekret&auml;r Heiner Gei&szlig;ler seinem Parteivorsitzenden und Bundeskanzler Helmut Kohl in Anbetracht einer ungl&uuml;cklich formulierten Aussage gegen&uuml;ber dem Flick-Untersuchungsausschuss attestierte, gab es nun gar kein Halten mehr und die unvermeidliche Abteilung &bdquo;Greatest Hits&ldquo; war rigoros er&ouml;ffnet.<\/p>\n<p><strong>&bdquo;Big City Nights&ldquo;<\/strong>, jenes trotz aller H&auml;rte und Drastik in Ausformung und Umsetzung, beeindruckend atmosph&auml;rische und stimmungsvolle 1984er-Gro&szlig;stadtmelodram, das &uuml;ber das pulsierende, niemals zur Ruhe kommende Leben in einer Metropole von Weltruf handelt, beschloss eing&auml;ngig und ohrwurmtr&auml;chtig, begleitet von tausenden mitsingenden Zuschauerkehlen, den offiziellen Abschnitt des Dortmunder &bdquo;Scorpions&ldquo;-Konzertes im Rahmen ihrer &bdquo;50th Anniversary World Tour&ldquo;.<\/p>\n<p>Klaus Meine hatte sich einen schwarzgelben BVB\/Borussia Dortmund09-Schal umgehangen, Schlagzeug-Schnuckel bekam von einem Fan einen Riesen-Stoffteddy geschenkt, den er sogleich auf seinem strammen R&uuml;cken reiten lie&szlig; &ndash; und es erklang ein immer wieder aufs Neue faszinierender Abstecher in den legend&auml;ren Herbst 1984, als die &bdquo;Scorpions&ldquo; mit ihrer grazi&ouml;sen Monsterballade <strong>&bdquo;Still loving you&ldquo;<\/strong> hierzulande erstmals in die Single-Charts einsteigen konnten (Rang 14) und das dazugeh&ouml;rige Album &bdquo;Love at First Sting&ldquo; &ndash; noch heute ein unverbr&uuml;chliches Meisterwerk des knackigen Hardrock Made in Germany &ndash; sogar bis auf Rang 6 der LP-Hitparaden zu f&uuml;hren vermochten.<\/p>\n<p>Auf diese ein ums andere Mal g&auml;nsehauterzeugende Edelballade folgte nun, zum unwiderruflichen Abschluss ihres Auftritts am 18.03.2016 in der Dortmunder Westfalenhalle, als &sbquo;Grande Finale&lsquo;, das pr&auml;gnante, riffrockig-hymnische Band-Motto, gleichsam eben genannter 1984er-Scheibe &bdquo;Love at First Sting&ldquo; entnommen&hellip; <strong>&bdquo;Rock you like a Hurricane&ldquo;<\/strong>.<\/p>\n<p>Und 100 Minuten lang &sbquo;wie ein Hurrikan gerockt&lsquo; worden waren nun auch die hingerissenen Fans der Rocklegende aus der Leinestadt. Selbst, wenn die Westfallenhalle nicht bis zum Rand gef&uuml;llt war und vielleicht manche Teile der Show einwenig zu sehr durchorganisiert, zu dicht geplant wirkten, bewiesen die &bdquo;Scorpions&ldquo; am Freitagabend erneut, dass sie, allen Unkenrufen zum Trotz, noch lange nicht zum alten Eisen geh&ouml;ren. Klaus Meines helles, durchdringendes Stimmorgan zeigt keinerlei Abnutzungserscheinungen, die beiden Helden an der Gitarre, Matthias und Rudolf, beherrschen ihr Instrument wie auf dem Ff, die zwei j&uuml;ngeren Neo-&bdquo;Skorpione&lsquo;, Pawel Maciwoda (b) und der an jenem Abend besonders umschw&auml;rmte James Kottak (dr), f&uuml;gen sich kongenial ins Bandkonzept ein.<\/p>\n<p>Obwohl die Auguren nicht m&uuml;de werden, zu verk&uuml;nden, diese &bdquo;50ths Anniversary Tour&ldquo; sei die letzte Konzertreise der &bdquo;Scorpions&ldquo; &uuml;berhaupt &ndash; die mir erinnerliche, erste <em>letzte<\/em> Tournee der &bdquo;Rolling Stones&ldquo; fand 1982 statt&hellip;- 2016 touren sie immer noch munter durch die Lande &#8211; so ist es hinsichtlich der radikalen Spielfreude, der unb&auml;ndigen Energie, des nicht vergl&uuml;hen wollenden Feuers, welches diese f&uuml;nf Profirocker in sich tragen und komprimiert nach Au&szlig;en, in die Herzen ihrer Fans, weitergeben und verstrahlen, keinesfalls ausgeschlossen, dass es noch viele, viele weitere &sbquo;endg&uuml;ltig allerallerletzte&lsquo; Tourneen der <strong>&bdquo;SCORPIONS&ldquo;<\/strong> geben kann und wird!<\/p>\n<p>Ganz pers&ouml;nlich merke ich schlussendlich an, dass mir diese R&uuml;ckkehr in die Konzertberichterstattung enormen Spa&szlig; gebracht hat. Sogar die zuvor eher sehr angstvoll angestrebte Idee, mich w&auml;hrend des gesamten Auftritts zumindest der &bdquo;Scorpions&ldquo; hinzustellen und mich im Rahmen meiner M&ouml;glichkeiten zu bewegen, hat mir physisch vielmehr immens gut getan, denn in irgendeiner Form geschadet. Auf diesem Wege sage ich vielen, herzlichen Dank an SEMMEL Concerts K&ouml;ln f&uuml;r die schnelle und unkomplizierte Akkreditierung &ndash; und freue mich bereits jetzt auf viele, viele weitere sch&ouml;ne Konzerte und daran anschlie&szlig;end hoffentlich ebenso erquickliche Berichte in der n&auml;chsten Zeit!<\/p>\n<p><strong><em>MITTEILUNG DES VERANSTALTERS &quot;SEMMEL CONCERTS&quot; ZU DEN SCORPIONS UND DEREN AKTUELLER TOUR<\/em><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"text_exposed_root text_exposed\" id=\"id_56f1bedb22c5e8b34601246\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Das vorgestrige Konzert der Scorpions musste bedauerlicherweise nach 30 min vorzeitig abgebrochen werden.<\/p>\n<p>Durch eine bereits im Vorfeld behandelte Virusinfektion <span class=\"text_exposed_show\">k&auml;mpft Klaus Meine nun mit einer Kehlkopf- &amp; Luftr&ouml;hrenentz&uuml;ndung, die eine Fortsetzung des Konzerts in Hamburg unm&ouml;glich machte. Klaus Meine befindet sich aktuell in &auml;rztlicher Behandlung, um die gesundheitlichen Probleme schnellstm&ouml;glich wieder in den Griff zu bekommen. Dazu geh&ouml;rt ein &auml;rztlich ausgesprochenes &bdquo;Auftrittsverbot&ldquo; f&uuml;r den S&auml;nger &uuml;ber mehrere Wochen.<\/span><\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Aus diesem Grund m&uuml;ssen alle noch ausstehenden Konzerte verschoben werden. Ersatztermine &#8211; inklusive Hamburg &#8211; werden kurzfristig noch vor Ostern bekannt gegeben.<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Alle Tickets behalten f&uuml;r die Ersatztermine ihre G&uuml;ltigkeit.<\/em><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Holger St\u00fcrenburg, 19.\/20. M\u00e4rz 2016<br \/>http:\/\/www.rcadeutschland.de\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lesen Sie HIER auch eine aktuelle Information des Tournee-Veranstalters &#8222;Semmel Concerts&#8220; zu den Scorpions &#8230;:\u00a0 Nach einer leider nochmals notwendig<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":79289,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[5],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/79288"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=79288"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/79288\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/79289"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=79288"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=79288"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=79288"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}