{"id":78589,"date":"2016-04-12T00:00:00","date_gmt":"2016-04-12T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=78589"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"PETER-RUBIN-smago-Serie-Schlage-78588","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/PETER-RUBIN-smago-Serie-Schlage-78588\/","title":{"rendered":"PETER RUBIN <br \/>smago! Serie &quot;Schlager-R\u00fcckblick &quot;vor 40 Jahren&quot; von Stephan Imming &#8211; Teil 55: &quot;Begraben wir den Streit&quot;!"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Warteliste&#8220; M\u00e4rz 1976!\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 5. Mai 1942 kam Peter Kohlhuber in Ostrau (B&ouml;hmen \/ heute Tschechien) zur Welt. Nach der Schulausbildung begann er eine Ausbildung als Versicherungskaufmann. Danach holte er sein Abitur am &bdquo;M&uuml;nchen-Kolleg&ldquo; nach &nbsp;und begann ein Studium der Volkswirtschaft an der M&uuml;nchner Ludwig-Maximilian-Universit&auml;t, das er 1971 als diplomierter Volkswirt abschloss.<\/p>\n<p>Schon fr&uuml;h begann Peter, sich f&uuml;r Musik zu interessieren (seine Gro&szlig;mutter schenkte ihm eine Gitarre, als er gerade mal f&uuml;nf Jahre alt war) und gr&uuml;ndete in den 1960er Jahren das musikalische Quartett &bdquo;<em>Pemagos<\/em>&ldquo;. &nbsp;Mit seiner Truppe spielte er u. a. im &bdquo;Nightclub&ldquo; des Bayrischen Hofs und in Schwabinger Kneipen. Bei einem dieser Auftritte wurde er von <em>Werner Scharfenberger<\/em> entdeckt. Der vermittelte Peter an die Plattenfirma Polydor. Unter dem Namen &bdquo;Peter Rubin&ldquo; wurde 1966 dort die erste Single ver&ouml;ffentlicht, eine Coverversion des <em>Simon-&amp;-Garfunkel-<\/em>Hits &bdquo;Homeward Bound&ldquo;. Die bekannte Textdichterin <em>Fini Busch<\/em> textete darauf &bdquo;<strong>Wieder daheim<\/strong>&ldquo;.<\/p>\n<p>Die ersten &bdquo;eigenen&ldquo; St&uuml;cke f&uuml;r Peter Rubin schrieben <em>Werner Scharfenberger<\/em> und <em>Kurt Feltz<\/em> im Jahr 1967 &ndash; noch ohne nennenswerte Hitparaden-Pr&auml;senz: Mit &bdquo;<strong>Wenn die Liebe nicht so sch&ouml;n w&auml;r<\/strong>&lsquo;&ldquo; und dem Achtungserfolg &bdquo;<strong>Der Zug nach Sunny Hill<\/strong>&ldquo; gelang es dennoch, sich als Schlagers&auml;nger zu etablieren, zumal Rubin mit diesem Schlager Deutschland 1967 beim internationalen Liederwettbewerb in Zoppot \/ Polen vertrat. Vielleicht unter dem Einfluss des Liederfestivals stehend, nahm Rubin 1968 eine deutsche Version eines polnischen Hits auf &ndash; aus <em>Irena Santos<\/em>&lsquo; &nbsp;&bdquo;Powrocisz Tu&ldquo; wurde &bdquo;<strong>Dein sch&ouml;nster Weg<\/strong>&ldquo;.<\/p>\n<p>Auch die n&auml;chste Single war eher nachdenklich gehalten. In England hatte <em>John Rowles<\/em> mit &bdquo;If I Only Had Time&ldquo; einen Top-3-Hit. Der Song stammte urspr&uuml;nglich aus Frankreich von <em>Michel Fugain<\/em> (&bdquo;Je n&rsquo;aurai pas des temps&ldquo;). <em>Kurt Feltz<\/em> ersann darauf den deutschen Text &bdquo;<strong>H&auml;tt&lsquo; ich einmal nur Zeit<\/strong>&ldquo; &ndash; f&uuml;r Peter Rubin ein sch&ouml;ner Achtungserfolg. Zum Erfolg beigetragen haben d&uuml;rfte damals ein Auftritt in der legend&auml;ren Show &bdquo;Musik aus Studio B&ldquo; am 15. Juli 1968. Peter Rubin (1,98 m gro&szlig;) tanzte in der Sendung damals mit der italienischen Schlagers&auml;ngerin <em>Rita Pavone<\/em> (1,45 m gro&szlig;) &ndash; ein Anblick, der das Publikum sehr erheitert hatte. Im Mai 1996 &ndash; 28 Jahre sp&auml;ter &ndash; kam es zu einem Wiedersehen des ungleichen Paars in der NDR-Sendung &bdquo;Teenager-Melodie&ldquo;.<\/p>\n<p>In der zweiten Ausgabe der ZDF-Hitparade stellte Peter seine n&auml;chste Coverversion vor &ndash; auf &nbsp;<em>Adriano Celentanos<\/em> gleichnamigen Superhit ersann <em>Kurt Feltz<\/em> einen deutschen Text auf &bdquo;<strong>Azzurro<\/strong>&ldquo; &ndash; der Schlager wurde ein gro&szlig;er Erfolg und kam bis in die Top-20 der deutschen Verkaufshitparade. Obwohl der damals sehr popul&auml;re <em>Vico Torriani<\/em> auch eine deutschsprachige &nbsp;Version des Hits auf den Markt brachte, setzte sich Peter Rubin in den Hitparaden klar durch.<\/p>\n<p>Am 6. September 1969 war Peter Rubin wieder in <em>Hecks<\/em> Hitparade zu Gast mit seinem Schlager &bdquo;<strong>Immer mehr<\/strong>&ldquo; &ndash; diesmal pr&auml;sentierte er keine Cover-Nummer, sondern einen von <em>Werner Scharfenberge<\/em>r und <em>Kurtz Feltz<\/em> geschriebenen Song. Witzig gestaltet war das Plattencover, auf dem unmissverst&auml;ndlich zum Ausdruck gebracht wurde, dass Peter Rubin Deutschlands &bdquo;gr&ouml;&szlig;ter Schlagers&auml;nger&ldquo; war &ndash; bezogen auf die K&ouml;rpergr&ouml;&szlig;e von nicht ganz 2m. Erneut gelang ein solider Top-20-Hit in den deutschen Verkaufs-Charts.<\/p>\n<p>Mit der <em>Scharfenberger-Feltz-Nummer<\/em> &bdquo;<strong>Ich kann an nichts anderes denken<\/strong>&ldquo; klangen die 1960er Jahre aus; dieser Schlager war nicht so erfolgreich wie seine beiden Vorg&auml;nger.<\/p>\n<p>Erneut mit seiner K&ouml;rpergr&ouml;&szlig;e kokettierend, schrieb <em>Kurtz Feltz<\/em> dem gro&szlig;en Schlagers&auml;nger den Song &bdquo;<strong>In meinen Schuhen kannst du nicht gehen<\/strong>&ldquo; auf den Leib &ndash; abermals fand sich Peter Rubin damit in den deutschen Charts, diesmal reichte es f&uuml;r einen Top-30-Erfolg.<\/p>\n<p>Am 4. Juni 1970 beteiligte sich Peter Rubin wieder an einem Wettbewerb &ndash; diesmal ging es nach Wiesbaden zum &bdquo;Deutschen Schlager-Wettbewerb 1970&ldquo;. Mit seinem <em>Scharfenberger\/Feltz<\/em>-Titel &bdquo;<strong>Zuerst kommt die Liebe<\/strong>&ldquo; erreichte er bei einem Teilnehmerfeld von 12 S&auml;ngern einen neunten Platz. Gegen den damals siegreichen <em>Howard Carpendale<\/em> (&bdquo;Das sch&ouml;ne M&auml;dchen von Seite 1&ldquo;) hatte Rubin keine Chance.<\/p>\n<p>Unverzagt stellte sich Rubin einem anderen von <em>Dieter Thomas Heck<\/em> moderierten Wettbewerb &ndash; am 19. Dezember 1970 sang er in der Berliner Show seinen neuen Schlager &bdquo;<strong>Wir sitzen beide am selben Feuer<\/strong>&ldquo;. Mit diesem <em>Scharfenberger\/Feltz<\/em>-Song konnte er sich erstmals in der Fernseh-Hitparade platzieren und erreichte einen guten dritten Platz. Vermutlich &uuml;berzeugte die Lagerfeuer-Romantik unter echten Kerlen &ndash; Zitat: &bdquo;<em>Wenn sich M&auml;nner was erz&auml;hlen, k&ouml;nnen M&auml;nner Buben sein, &#8211;&nbsp; doch die Themen, die sie w&auml;hlen, sind nicht immer stubenrein<\/em>&ldquo;. Es reichte f&uuml;r einen Top-40-Hit, der sich immerhin 9 Wochen in den deutschen Charts halten konnte. Auf der R&uuml;ckseite der Single wurde f&uuml;r Peters erste LP, &bdquo;Immer mehr&ldquo;, Werbung gemacht &ndash; darauf fanden sich viele seiner Erfolge aus der Anfangszeit.<\/p>\n<p>Auch die n&auml;chste Single wurde vom Erfolgsgespann <em>Scharfenberger\/Feltz<\/em> geschrieben. Was genau mit &bdquo;<strong>Heute passiert&rsquo;s<\/strong>&ldquo; gemeint ist, kann man nur ahnen. Blumig hei&szlig;t es: &bdquo;<em>Heute passiert&rsquo;s &ndash; heut zeig ich Dir, was ich kann &#8211; &hellip;heut f&auml;ngt das Leben an .. Johnny, dieses M&auml;dchen stimmt mich lyrisch..<\/em>&ldquo; &ndash; Auf &bdquo;<em>lyrisch<\/em>&ldquo; wurde &bdquo;<em>verlier&lsquo; ich<\/em>&ldquo; getextet. Man fragt sich, was man zu sich nehmen muss, um auf solche Texte zu kommen &ndash; die Antwort findet sich vermutlich auf der B-Seite dieser Single, die den schlichten Titel &bdquo;Schnaps&ldquo; tr&auml;gt&hellip; &#8211; Immerhin war der Schlager so erfolgreich, dass man sich entschloss, einer LP mit Peters bis dahin erschienenen Erfolgen so zu benennen.<\/p>\n<p>Dass Textdichter <em>Kurt Feltz<\/em> auch &bdquo;anders konnte&ldquo;, bewies er mit dem n&auml;chsten Schlager f&uuml;r Peter Rubin &ndash; &bdquo;<strong>Mit den W&ouml;lfen heulen<\/strong>&ldquo;. Dort hei&szlig;t es: &bdquo;<em>Denn mit den W&ouml;lfen heulen kann er nicht, und was er denkt, das steht ihm im Gesicht. Und was er sagt, ist das, was er auch meint, er ist ein Kerl, er ist mein bester Freund.&ldquo;<\/em> &ndash; ein sch&ouml;nes Pl&auml;doyer f&uuml;r &bdquo;Kante zeigen&ldquo; und Individualit&auml;t, wie es <em>Reinhard Mey<\/em> ein Jahr sp&auml;ter(!) in seinem tollen Lied &bdquo;Bevor ich mit den W&ouml;lfen heule&ldquo; aus seiner Erfolgs-LP &bdquo;Mein achtel Lorbeerblatt&ldquo; in &auml;hnlicher Form tat. Da Peter Rubin aber nicht den &bdquo;Liedermacher&ldquo;, sondern den &bdquo;Schlager&ldquo;-Stempel trug, reichte es &bdquo;nur&ldquo; f&uuml;r einen Top-50-Hit &ndash; wobei, immerhin &ndash; f&uuml;r einen Text dieser Qualit&auml;t.<\/p>\n<p>Einen weiteren Top-50-Hit erzielte das Erfolgsgespann um Peter Rubin mit dem im Herbst 1971 ver&ouml;ffentlichten Lied &bdquo;<strong>Von Mensch zu Mensch<\/strong>&ldquo;. Bei diesem Lied sieht Buchautor <em>Andr&eacute; Port le Roi<\/em> einen Bezug zu <em>Willy Brandts<\/em> Dankesrede zu dessen Friedensnobelpreis. Er brachte damals den Begriff &bdquo;Compassion&ldquo; ins Spiel &ndash; <em>Brandt <\/em>sagte damals: &nbsp;&bdquo;<em>Compassion<\/em><em> &#8230;. Diese <em>Compassion<\/em> ist kein &sbquo;Mitgef&uuml;hl&lsquo; von oben oder von au&szlig;en, sondern teilnehmendes Wahrnehmen fremden Leids. Sie verlangt die Bereitschaft zu einem Blickwinkel &#8230;, dazu n&auml;mlich, uns selbst auch immer mit den Augen der anderen, vorweg der leidenden und bedrohten anderen anzuschauen und einzusch&auml;tzen und diesem Blick wenigstens um ein Geringes l&auml;nger standzuhalten, als es unsere spontanen Reflexe der Selbstbehauptung erlauben m&ouml;gen&ldquo;<\/em>. <em>Port le Roi <\/em>sagt in seinem Buch &bdquo;Schlager l&uuml;gen nicht&ldquo;: &bdquo;<em>Den guten Nachbarn und Menschlichkeit fordert 1971 auch Peter Rubin mit &sbquo;Von Mensch zu Mensch&rsquo;, ein Schlager, der nicht nur den Peter Alexander-Erfolg &sbquo;Hier ist ein Mensch&rsquo;, sondern auch das Compassion-Konzept Willy Brandts zitiert: &sbquo;Nachbar, verbirg nicht Deine Schwielen, &#8211; und zeig mir Nachbar, das Brot, von dem Du isst, &#8211; und es sind immer die Besten, die diese Welt vergisst&rsquo;.&ldquo;<\/em> &ndash; Hohe Politik im gro&szlig;en Schlager &ndash; wer h&auml;tte das gedacht?<\/p>\n<p>Peter Rubins Zeit bei der Polydor war damit abgelaufen. Wie einige seiner Kollegen wechselte er zur damals umtriebigen jungen Schlager-Plattenfirma BASF, die gleich f&uuml;r die erste Single umfangreiche Werbema&szlig;nahmen einl&auml;utete.<\/p>\n<p>Die erste Single bei der neuen Schallplattenfirma war eine Komposition von <em>Werner Scharfenberger<\/em>, die viele (sicher nicht ganz zu Unrecht) mit dem Klassiker &bdquo;Sloop John B.&ldquo; vergleichen &ndash; der <em>Martin Mann<\/em>-&bdquo;Meilenweit&ldquo;-Groove ist auch zu vernehmen. Den Text, in dem es darum geht, eine verflossene Geliebte zur&uuml;ckzugewinnen, schrieb wieder <em>Kurt Feltz: &bdquo;<\/em><strong>Ich komme zu Dir<\/strong>&ldquo;. Kurz darauf erschien eine gleichnamige LP, auf der Rubin &nbsp;sich vielseitiger zeigen konnte als auf seinen bisherigen Ver&ouml;ffentlichungen. Die BASF verglich Peter damals in einem Werbetext sogar mit <em>Johnny Cash<\/em>. Am 1. Mai 1972 eroberte das Lied f&uuml;r eine Woche die Top-50 der deutschen Verkaufshitparade &ndash; hilfreich war dabei vermutlich ein Auftritt von Peter am 17. April 1972 bei <em>Henning Venskes<\/em> &bdquo;Musik aus Studio B&ldquo; aufgetreten ist.<\/p>\n<p>Nach einer kleinen Pause pr&auml;sentierte Rubin seine n&auml;chste Single am 2. September 1972 wieder in der ZDF-Hitparade. Sein Schlager &bdquo;<strong>In der Nacht<\/strong>&ldquo;, geschrieben von &bdquo;<em>Alec G. Montague<\/em>&ldquo; und &bdquo;<em>John Duffy<\/em>&ldquo;, schaffte immerhin Platz 4 in der Berliner Show. Auch in den Verkaufscharts reichte es f&uuml;r einen Top-40-Erfolg.<\/p>\n<p>Mit der n&auml;chsten Single wurde wieder &bdquo;Poesie&ldquo; vom feinsten geboten. <em>Kurt Feltz<\/em> ersann die Zeilen: &bdquo;<strong>1, 2, 3, 4, 5, 6 und 7 &ndash; wer verliebt ist, der soll sich lieben<\/strong>&ldquo;. Das war dann wohl doch etwas zu ideenlos, es reichte nicht f&uuml;r einen Erfolg, obwohl die Marketing-Strategen das Beste daraus machten: &bdquo;<em>Mit 1 f&auml;ngt er an &ndash; der neue Hit von Peter Rubin! Singen Sie mit, z&auml;hlen Sie mit! Rechnen Sie mit Peter Rubin!<\/em>&ldquo;. &ndash; Kurze Zeit darauf erschien eine weitere LP unter dem Namen &bdquo;Ich komme zu Dir&ldquo;.<\/p>\n<p>Ganz anders verhielt es sich mit der n&auml;chsten Single, die Peter Rubin am 07. Juli 1973 in der ZDF-Hitparade vorstellte &ndash; erstaunlicherweise konnte sie sich dort nicht platzieren, dabei d&uuml;rfte &bdquo;<strong>Wir zwei fahren irgendwo hin<\/strong>&ldquo; (neben Azzurro) als gr&ouml;&szlig;ter Hit des 1,98 m gro&szlig;en Schlagerrecken gelten. <em>Kurt Feltz<\/em> war damals wohl ein Freund des Chillens: &bdquo;<em>Ich lass die Arbeit Arbeit sein und <\/em>schei&szlig; &ndash; ups, &auml;&auml;&auml;h,<em> pfeif auf den Gewinn<\/em>&ldquo; &ndash; dieses von <em>Werner Scharfenberger<\/em> komponierte Hippie-Gedankengut kam damals gut an beim deutschen Publikum und schaffte es bis auf Platz 29 der Single-Charts. Kurz darauf erschien eine gleichnamige LP. &ndash; Der Schlager war so &bdquo;nachhaltig&ldquo;, dass viele Jahre sp&auml;ter Kult-S&auml;nger <em>Dieter Thomas Kuhn<\/em> sich des Liedes f&uuml;r eine Neuaufnahme annahm.<\/p>\n<p>Laut eines Zeitungsartikels auf der Homepage von Peter Rubin sang er seinen Klassiker auch am 18. Juni 1973 in der TV-Show &bdquo;Musik aus Studio B&ldquo;. Interessant: Weder bei Wikipedia noch bei anderen einschl&auml;gigen Quellen ist vermerkt, dass an diesem Tag &uuml;berhaupt diese Show lief&hellip;<\/p>\n<p>Im Januar 1974 stellte Peter seine Folge-Single in der ZDF-Hitparade vor: &bdquo;<strong>Du kannst das am besten<\/strong>&ldquo;. Die wieder von <em>Scharfenberger\/Feltz<\/em> ersonnene &bdquo;Zungenkusshymne&ldquo; konnte sich gleich 2 mal in der Show platzieren, was Peter Rubin mit keinem anderen seiner Lieder gelang. Silvester 1973 war er damit letztmals f&uuml;r eine Woche in den deutschen Verkaufscharts platziert (auf Platz 43).<\/p>\n<p>Die 1974 ver&ouml;ffentlichten <em>Scharfenberger\/Feltz<\/em>-Schlager &bdquo;<strong>Komm, wir geh&rsquo;n auf die Reise<\/strong>&ldquo; und &bdquo;<strong>Immmer gradaus<\/strong>&ldquo; waren nicht so erfolgreich wie vorherige Titel, beide Titel wurden auch nicht in der ZDF-Hitparade vorgestellt.<\/p>\n<p>Besser lief es mit dem von den gleichen Autoren geschriebenen Schlager &bdquo;<strong>Du passt in keinen Anzug rein<\/strong>&ldquo;, den der lange Peter Rubin am 19. April 1975 in <em>Peter Frankenfelds<\/em> &bdquo;Musik ist Trumpf&ldquo; und am 17. Mai 1975 bei <em>Dieter Thomas Heck<\/em> vorstellte. In einem Interview stellte Peter aber klar, was er damit eigentlich sagen wollte: &bdquo;<em>Das ist eigentlich mehr philosophisch gemeint. N&auml;mlich, dass das Leben nur dann lebenswert ist, wenn man nicht nur auf vorgegebenen Wegen geht.<\/em>&ldquo;. Kurz darauf wurde eine gleichnamige LP ver&ouml;ffentlicht. Auch im September war Rubin in Berlin zu Gast und pr&auml;sentierte die von seinem Stammautoren-Team geschriebene Single &bdquo;<strong>Ich m&ouml;cht&lsquo; auf einer Insel leben<\/strong>&ldquo;. Auch dazu wurde kurze Zeit sp&auml;ter eine LP produziert und ver&ouml;ffentlicht.<\/p>\n<p>Am 13. M&auml;rz 1976 stellte Peter seine n&auml;chste Single in Dieter Thomas Hecks Hitparade vor &ndash; &bdquo;<strong>Begraben wir den Streit<\/strong>&ldquo; schaffte es immerhin auf die Warteliste der Top-50 der erfolgreichsten Singles, ohne sich letztlich zu platzieren. Geschrieben wurde der Schlager erneut von <em>Werner Scharfenberger<\/em> und <em>Kurt Feltz<\/em>.<\/p>\n<p>Nachdem der lange Barde mit seinen BASF-Kollegen <em>Freddy Breck<\/em> und <em>Cindy und Bert<\/em> 1974 bereits eine bemerkenswerte, sehr sch&ouml;ne Weihnachts-LP produziert hatte (&bdquo;Frohe Weihnacht w&uuml;nschen&hellip;&ldquo;), hat er mit diesen Kollegen 1976 eine sommerliche LP eingesungen namens &bdquo;Sch&ouml;ne Ferien&ldquo;. Daraus wurde sogar eine Single ver&ouml;ffentlicht: &bdquo;<strong>Wir liegen in der Sonne<\/strong>&ldquo;.&nbsp; Bereits 1973 gab es &uuml;brigens eine BASF-Compilation, auf der damals auch Schlagerstar Manuela mit vertreten war namens &bdquo;Star Kleeblatt&ldquo;, das war allerdings nur eine Compilation und nicht (wie &bdquo;Sch&ouml;ne Ferien&ldquo;) eine LP mit Neuproduktionen, von denen vier Lieder sogar gemeinschaftlich gesungen wurden.<\/p>\n<p>Im Herbst 1976 erschien eine weitere Solo-LP von Peter Rubin namens &bdquo;M&auml;dchen und Lieder&ldquo;. Neben &bdquo;Begraben wir den Streit&ldquo; war darauf auch die n&auml;chste Single &ndash; wie gewohnt vom Team <em>Scharfenberger\/Feltz<\/em> geschrieben &ndash; enthalten: &bdquo;<strong>M&auml;dchen im Boot<\/strong>&ldquo;. Die ca. f&uuml;nfj&auml;hrige BASF-Zeit war damit beendet, und Peter kehrte wieder zur Polydor zur&uuml;ck &ndash; selbstredend ver&ouml;ffentlichte seine alte Plattenfirma noch eine Best Of-LP (&bdquo;Seine gr&ouml;&szlig;ten Erfolge&ldquo;).<\/p>\n<p>Die erste &bdquo;neue&ldquo; 1977 ver&ouml;ffentlichte Polydor-Single war nach l&auml;ngerer Zeit wieder ein Cover-Song. Nach wie vor von <em>Kurt Feltz<\/em> produziert (und getextet) wurde aus &bdquo;Bate O P&eacute;&ldquo; von <em>Roberto Leal<\/em> &nbsp;der Schlager &bdquo;<strong>Das nenn ich Service<\/strong>&ldquo;. Peter Rubin hatte damit leider &auml;hnlich wenig Erfolg wie die Schwedin <em>Sylvie Vrethammer<\/em>, die auf ihrer 1977er LP &bdquo;Frei wie Wind und Wolken&ldquo; den Titel ebenfalls coverte.<\/p>\n<p>Erst 1979 ersannen <em>Michael Kunze<\/em> und <em>Christian Bruhn<\/em> f&uuml;r <em>Rudi Carrell<\/em> den Song &bdquo;Zu viel Schaum &ndash; zu wenig Bier&ldquo;. Bereits zwei Jahre fr&uuml;her, 1977, gab <em>G&uuml;nther-Eric-Th&ouml;ner<\/em> sein Kompositions-Debut f&uuml;r Peter Rubin &ndash; die letzte von Kurt Feltz mit Peter Rubin produzierte Single war &bdquo;<strong>Da ist zuviel Schaum drauf<\/strong>&ldquo;. Dazu wurde eine gleichnamige LP ver&ouml;ffentlicht, zu der Peter Rubin drei Eigenkompositionen beisteuerte.<\/p>\n<p>Im Vorjahr der 1978er Fu&szlig;ball-WM dachte man dann wohl, dass Fu&szlig;ball immer geht &ndash; vor allem, wenn man ein Vereinslied singt, das auf keinen konkreten Club gem&uuml;nzt ist. Diesmal war es erneut der inzwischen leider verstorbene <em>G&uuml;nther-Eric Th&ouml;ner,<\/em> der den <em>Kurt-Feltz<\/em>-Text vertonte: &bdquo;<strong>Mein Verein ist spitze<\/strong>&ldquo;; die Single wurde Anfang 1978 ver&ouml;ffentlicht. <em>Th&ouml;ner<\/em> war fortan auch Peter Rubins Produzent, die beiden arbeiteten eng zusammen.<\/p>\n<p>Ein kleiner Radio-Sommerhit war 1978 der Schlager &bdquo;<strong>K&ouml;nnen diese Augen l&uuml;gen?<\/strong>&ldquo;, erneut von <em>G&uuml;nther-Eric Th&ouml;ner<\/em> produziert, der auch Co-Autor des Schlagers war. Die weiteren Autoren waren &bdquo;<em>Bob Taxis<\/em>&ldquo; und &bdquo;<em>Hans Berlitz<\/em>&ldquo;, wer immer hinter diesen Pseudonymen gesteckt haben mag. Das gleiche Autorenteam schrieb auch den im M&auml;rz 1979 erschienenen Schlager &bdquo;<strong>Dieses Lied soll Dich streicheln<\/strong>&ldquo;.<\/p>\n<p>Peter Rubins letzte Single der 1970er Jahre stellte er am 11. Februar 1980 mit seinem letzten ZDF-Hitparaden-Auftritt vor. <em>G&uuml;nther Eric Th&ouml;ner<\/em> und &bdquo;<em>Stephan Lego<\/em>&ldquo;, dessen b&uuml;rgerlicher Name <em>Erich Offierowski<\/em> ist, schrieben ihm &bdquo;<strong>Immer &Auml;rger mit dem Bett<\/strong>&ldquo;. Das war vermutlich erneut eine Anspielung auf Peters imposante K&ouml;rpergr&ouml;&szlig;e (198 cm).<\/p>\n<p>Die vorerst letzte Polydor-Single Peters war &bdquo;<strong>Ja h&ouml;rst Du denn nie Radio?<\/strong>&ldquo;, deren Co-Autor er war. Produzent war abermals <em>G&uuml;nther Eric Th&ouml;ner<\/em>. Der Titel war durchaus w&ouml;rtlich zu nehmen, weil Rubin lange Zeit selber im Radio moderierte, zun&auml;chst beim S&uuml;dwestfunk Baden Baden und sp&auml;ter beim Bayrischen Rundfunk, dessen &bdquo;Telefon-Wunschkonzert&ldquo; er bis 1996 moderierte.<\/p>\n<p>Nach einer l&auml;ngeren Pause ver&ouml;ffentlichte Peter Rubin im Juni 1982 die von <em>G&uuml;nther Eric Th&ouml;ner<\/em> produzierte und arrangierte LP &bdquo;Typisch&hellip;&ldquo;.&nbsp; Neben Peter Rubin selbst schrieben arrivierte Textdichter wie <em>Dr. Bernd Meinunger<\/em> und <em>J&ouml;rg von Schenckendorff<\/em> die Texte, die sich u. a. mit den Lastern Rauchen und Trinken befassten (&bdquo;Zu viel Rauch und zu wenig Feuer&ldquo;, &bdquo;Wenn Du Dich nicht &auml;nderst&ldquo;). Seine von <em>Dr. Michael Kunze<\/em> getextete Single &bdquo;<strong>Ich glaube an Gef&uuml;hle<\/strong>&ldquo; stellte Peter am 13. Juli 1982 in der ZDF &bdquo;Tele Illustrierten&ldquo; vor &ndash; ein Erfolg wurde es leider in Zeiten der Neuen Deutschen Welle nicht.<\/p>\n<p>Am 19. M&auml;rz 1983 nahm Peter an der deutschen Vorentscheidung zum Grand Prix teil. Vermutlich &uuml;bte es einen Reiz auf ihn aus, in seiner Heimatstadt M&uuml;nchen Deutschland vertreten zu d&uuml;rfen. In der Show &bdquo;Ein Lied f&uuml;r M&uuml;nchen&ldquo; stellte er den von ihm und <em>G&uuml;nther-Eric Th&ouml;ner<\/em> geschriebenen Song &bdquo;<strong>Wie ein Mann<\/strong>&ldquo; vor. Von 12 Teilnehmern schaffte er immerhin einen ehrenvollen 6. Platz &ndash; gegen <em>Hoffmann und Hoffmanns<\/em> &bdquo;R&uuml;cksicht&ldquo; hatte er aber keine Chance. Co-Autorin des Songs war eine gewisse &bdquo;<em>Barbara Wittner<\/em>&ldquo;, die ansonsten nach meiner Wahrnehmung keinen einzigen Song geschrieben hatte.<\/p>\n<p>Peters Grand-Prix-Beitrag erschien bei RCA. 1984 wurde dort eine weitere Single ver&ouml;ffentlicht: &bdquo;<strong>Wer sagt denn schon gerne Lebwohl?<\/strong>&ldquo;. F&uuml;r viele Jahre sagte der Barde damit seinem Publikum in der Tat &bdquo;Lebwohl&ldquo;. Fortan k&uuml;mmerte er sich vermutlich mehr um seine Familie &ndash; T&ouml;chterchen <em>Anne-Kathrin<\/em> wurde 1991 eingeschult, Sohn <em>Florian<\/em> war zu der Zeit schon l&auml;ngst in der Schule. Es gab keine weiteren Tontr&auml;gerver&ouml;ffentlichungen und auch nur sporadisch TV-Auftritte wie den 1993 bei &bdquo;Fr&ouml;hlich eingeschenkt&ldquo; mit Schlagers&auml;ngerin <em>Nicki<\/em>, bei denen &nbsp;erneut der Gr&ouml;&szlig;enunterschied thematisiert wurde. Immer wieder gab es allerdings im Branchenblatt &bdquo;Musikmarkt&ldquo; j&auml;hrlich Fotos von deren Branchen-Parties mit der attraktiven Journalistin <em>Ebba Fahr<\/em>, die wohl (&auml;hnlich wie Peter) eine beachtliche K&ouml;rpergr&ouml;&szlig;e vorweisen konnte.<\/p>\n<p>Erst 1995 meldete sich Peter Rubin mit einer neuen CD zur&uuml;ck: &bdquo;XXL-Wir zwei fahren irgendwohin&ldquo; wurde bei (alte Liebe rostet nicht) Polydor ver&ouml;ffentlicht. Als Singles wurden &bdquo;<strong>Oh Cherie<\/strong>&ldquo; (geschrieben von <em>Willy Kl&uuml;ter<\/em> und <em>Dr. Bernd Meinunger<\/em>) und &bdquo;<strong>Wir zwei fahren irgendwo hin&ldquo;<\/strong> in Neuaufnahme auf den Markt gebracht.<\/p>\n<p>Im Folgejahr brachte Peter im Zuge der damals sehr popul&auml;ren volkst&uuml;mlichen Musik die CD &bdquo;<strong>Im Fr&uuml;htau zu Berge<\/strong>&ldquo; heraus. Die gleichnamige Single erschien im April 1996. Einen weiteren Song ver&ouml;ffentlichte Rubin 1997 und stellte ihn in der TV-Show &bdquo;Drei in einem Boot&ldquo; vor: &bdquo;<strong>Endlich frei<\/strong>&ldquo;.<\/p>\n<p>Danach konzentrierte der S&auml;nger sich offensichtlich wieder mehr auf seine Hobbys und spielte z. B. Tennis im Stockdorfner Tennisclub und gab sich (gemeinsam mit seiner Frau <em>Regina<\/em>) dem Golfsport hin. Erst 2009 lockte Produzent <em>David Brandes<\/em> ihn wieder ins Tonstudio. Das erste Ergebnis der Zusammenarbeit war der Song &bdquo;<strong>Wie soll ich lachen, wenn Du weinst?<\/strong>&ldquo;. Damit hatte er einen veritablen Radiohit, und die Zusammenarbeit wurde fortgesetzt (bereits 2004 produzierten die beiden &bdquo;<strong>Es tut noch weh, Dich zu seh&rsquo;n<\/strong>&ldquo;; die Single wurde allerdings lediglich auf dem Sampler &bdquo;B&auml;&auml;&auml;renstark&ldquo; verkoppelt).<\/p>\n<p>Aufgrund des sch&ouml;nen Radio-Erfolgs produzierte man noch die Singles &bdquo;<strong>Wem au&szlig;er Dir<\/strong>&ldquo;, &bdquo;<strong>Hab<\/strong> <strong>ich Dir jemals Danke gesagt?&ldquo;, &bdquo;Ich will, dass Du wei&szlig;t&ldquo; <\/strong>(2010; der Song wurde in seligen Zeiten sogar bei WDR 4 in der Hitparade gespielt)<strong>, &nbsp;&bdquo;Tr&auml;nen der Liebe&ldquo; <\/strong>(2010) und &bdquo;<strong>Ich ohne Dich<\/strong>&ldquo; (2011) &ndash; ohne gr&ouml;&szlig;ere mediale Aufmerksamkeit.<\/p>\n<p>Leider hat sich der sehr sympathische Peter Rubin sehr rar gemacht in letzter Zeit &ndash; viele seiner Werke sind nicht auf CD erh&auml;ltlich. Vielleicht meldet sich &bdquo;Mister XXL&ldquo; ja eines Tages zur&uuml;ck und pr&auml;sentiert sein Schaffen in einer Nostalgie-Show. Deutschlands gr&ouml;&szlig;ter &ndash; &auml;&auml;&auml;h, l&auml;ngster Schlagers&auml;nger ist jedenfalls definitiv in die Schlagergeschichte eingegangen.<\/p>\n<p>Stephan Imming, 06.04.2016<br \/>http:\/\/www.icezone-music.com\/<br \/>http:\/\/www.peter-rubin.com\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Warteliste&#8220; M\u00e4rz 1976!\u00a0 Am 5. Mai 1942 kam Peter Kohlhuber in Ostrau (B&ouml;hmen \/ heute Tschechien) zur Welt. 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