{"id":78130,"date":"2016-04-25T00:00:00","date_gmt":"2016-04-25T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=78130"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"WENCKE-MYHRE-smago-Serie-Schlag-78129","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/WENCKE-MYHRE-smago-Serie-Schlag-78129\/","title":{"rendered":"WENCKE MYHRE <br \/>smago! Serie &quot;Schlager-R\u00fcckblick &quot;vor 40 Jahren&quot; von Stephan Imming &#8211; Teil 56: &quot;Das w\u00e4r&#39; John nie passiert&quot; (1\/2)!"},"content":{"rendered":"<p>Neuzugang 12.04.1976!\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 15. Februar 1947 wurde Wenche Synn&oslash;ve Myhre in Kjelsas, einem Stadtteil von Oslo (Norwegen) geboren. Trotz der anderen Schreibweise wird Wencke auch auf Norwegisch wie im Deutschen ausgesprochen. Sie wurde nach der Schauspielerin <em>Wenche Voss<\/em> benannt. Ihr Vater <em>Kjell Myhre<\/em> arbeitete als Verkehrspolizist, und ihre Mutter <em>Reidun<\/em> versorgte die Tochter und ihren &auml;lteren Bruder <em>Reidar<\/em>.<\/p>\n<p>Wencke verbrachte eine unbeschwerte Kindheit, wie sie in ihrer Autobiografie schreibt: &bdquo;<em>Meine Kindheit war von der Art, wie Astrid Lindgren sie in ihren B&uuml;chern beschrieben hat. Wir hatten kein Geld, aber es gab auch nicht viele Verbote oder viel Schelte, wenn etwas nicht ganz so war, wie es sein sollte&ldquo;<\/em>. Ihr Papa war &bdquo;nebenbei&ldquo; auch Musiker, und sie war schon als kleines Kind oft hinter der B&uuml;hne, wenn er Auftritte hatte. Mit sieben Jahren hatte Wencke dann ihren ersten Auftritt &ndash; in der Halle der Verkehrsbetriebe in Bjolsen sang sie einige Lieder. Schon fr&uuml;h stellten sich erste Erfolge ein &ndash; beispielsweise gewann Familie Myhre 1958 bei Festspielen in Bergen den Preis als Norwegens musikalischste Familie.<\/p>\n<p>In Oslo gewann Wencke am 15. Februar 1960, ihrem 13. Geburtstag, beim Talentwettbewerb &bdquo;Ti pa topp&ldquo; (&bdquo;Top Ten&ldquo;) in einem Revuetheater (&bdquo;Chat Noir&ldquo;) den ersten Preis. Teilnehmen durfte sie auf Vermittlung der Jazzkritikerin <em>Randi Hultin<\/em>. Sie erhielt daraufhin ihren ersten Plattenvertrag mit <em>Emil Moll-Iversen<\/em> bzw. dessen Plattenfirma Triola.&nbsp; Ihr erster Komponist und Produzent war der Norweger <em>Arne Bendiksen<\/em>, der bisweilen auch &bdquo;norwegischer <em>Ralph Siegel<\/em>&ldquo; genannt wird. Ihre erste Schallplatte war die norwegische Version des Hits &bdquo;Oh Lonesome Me&ldquo; &ndash; immerhin 500 Exemplare der Debut-Single wurden verkauft.<\/p>\n<p>Zwei Jahre sp&auml;ter schaffte sie mit ihrem ersten Hit &bdquo;Katta var&ldquo;, der norwegischen Fassung des internationalen Songs &bdquo;Alley Cat&ldquo; (auf Deutsch auch als &bdquo;Schwarzer Kater Stanislaus&ldquo; in der Version von <em>Siw Malmkvist<\/em> bekannt), den Durchbruch. Endg&uuml;ltig etabliert war Wencke mit ihrer norwegischen Version des Siegerliedes der deutschen Schlagerfestspiele. Aus &bdquo;Ich will &lsquo;nen Cowboy als Mann&ldquo; machte sie &bdquo;Gi meg en Cowboy til mann&ldquo; &ndash; der Song verhalf ihr zur ersten Spitzenposition in Norwegen und zur ersten Goldenen Schallplatte. Kurz darauf hatte die Norwegerin ihren ersten TV-Auftritt in der ber&uuml;hmten schwedischen Musik-Sendung &bdquo;Karussell&ldquo;. Sie trug dort ein von <em>Stig Anderson<\/em>, dem sp&auml;teren ABBA-Manager, geschriebenes Lied vor (&bdquo;Det kann dom inte f&ouml;rklara, var k&auml;rleken kommer fran&ldquo;).<\/p>\n<p>Schon im Jahr 1963 drehte Wencke ihren ersten Kinofilm &bdquo;Elskere&ldquo; (Liebhaber). Sehr fr&uuml;h begann sie auch, Theater zu spielen und gab ihr Theaterdeb&uuml;t als Dorothy in &bdquo;Der Zauberer vom Oz&ldquo; im Folketeatret in Oslo.<\/p>\n<p>Man wurde nun auch in Deutschland auf die kesse Norwegerin aufmerksam. Der Produzent <em>Bobby Schmidt<\/em> (b&uuml;rgerlich <em>Gerhard Schmidt-Zink<\/em>) f&auml;delte den ersten Plattenvertrag mit der Polydor ein. Unter dem Pseudonym &bdquo;<em>Paule Bollermann<\/em>&ldquo; trat <em>Schmidt<\/em> &uuml;brigens mit dem kleinen Hit &bdquo;Ick bin uff Rente&ldquo; selber als S&auml;nger in Erscheinung.<\/p>\n<p>Ihre erste deutsche Single, die dem Gitte-Schlager sowohl musikalisch als teilweise sogar inhaltlich auffallend gleicht,&nbsp; schrieben <em>Karl G&ouml;tz<\/em> und <em>Kurt Hertha<\/em>, begleitet wurde Wencke von niemand geringerem als dem Orchester <em>Hans Last<\/em>: &bdquo;<strong>Ja ich wei&szlig;, wen ich will<\/strong>&ldquo;. <em>Hans Last<\/em>, der sp&auml;ter als <em>James Last<\/em> weltber&uuml;hmt werden w&uuml;rde, war damals &uuml;brigens so etwas wie ein &bdquo;Kinderm&auml;dchen&ldquo; f&uuml;r Wencke, sobald sie in Deutschland war. &#8211;&nbsp; Schon damals dachte man international, und es wurde auch eine norwegische Fassung des Liedes produziert (&bdquo;Jeg vet hva jeg vil&ldquo;). Gleich die erste deutsche Single von Wencke schaffte es in die deutsche Verkaufshitparade. Mit der B-Seite der Single, &bdquo;Hey, kennt Ihr schon meinen Peter&ldquo;, absolvierte die Norwegerin ihren ersten TV-Auftritt in Deutschland in der &bdquo;Aktuellen Schaubude&ldquo;.<\/p>\n<p>Auch die zweite deutschsprachige Single war ein f&uuml;r Wencke geschriebener deutscher Schlager, also keine Cover-Version. <em>Henry Mayer<\/em> und <em>Kurt Hertha<\/em> schneiderten der Norwegerin das Lied &bdquo;<strong>Alle M&auml;dchen tr&auml;umen gern<\/strong>&ldquo; auf den Leib. Interessant ist auch die B-Seite der Single: &bdquo;Lass mich wie ich bin&ldquo; ist die deutsche Version des Liedes, mit dem Wencke bereits 1964 bei der norwegischen Vorentscheidung zum Grand Prix angetreten ist. Die Beat-Nummer &bdquo;La meg vaerung&ldquo; kam aber &bdquo;nur&ldquo; auf den dritten Platz der Endausscheidung zur Eurovision. Interessant: Im Laufe ihrer gesamten Karriere ist es Wencke niemals gelungen, f&uuml;r ihr Heimaltland Norwegen beim Grand Prix anzutreten, obwohl sie es mehrfach probiert hatte.<\/p>\n<p>Nach dieser Festival-Erfahrung wollte Wencke es wissen und nahm am 12. Juni 1965 bei den f&uuml;nften deutschen Schlagerfestspielen teil. Ihr von <em>Rudi van der Dovenm&uuml;hle<\/em> und <em>Nils Nobach<\/em> geschriebener Schlager &bdquo;<strong>Sprich nicht dr&uuml;ber<\/strong>&ldquo; erreichte einen sehr guten zweiten Platz beim Wettbewerb (Siegerin war damals <em>Peggy March<\/em> mit &bdquo;Mit 17 hat man noch Tr&auml;ume&ldquo;). Sp&auml;testens mit diesem Lied hat Wencke ihren Durchbruch auch in der deutschen Schlagerszene geschafft &ndash; der Song kam in die Top 5 der deutschen Verkaufshitparade. Vom Inhalt her ist der Text ein gutes Beispiel f&uuml;r den damaligen Zeitgeist &ndash; es wird vorgeschlagen, die Qualit&auml;ten des Liebhabers nicht offen zu verk&uuml;nden, sondern lieber f&uuml;r sich zu behalten, um Fremdgeh-Aktivit&auml;ten zu vermeiden. <em>Nils Nobach<\/em> formulierte es f&uuml;r Wencke damals so: &bdquo;<em>Wenn er sehr gut k&uuml;ssen kann, sprich nicht dr&uuml;ber &ndash; Denn sonst heiratet vom Fleck &ndash; ein anderes Girl ihn weg&ldquo;<\/em>. Sehr konsequent wurde der Gedankengang aber nicht verfolgt &ndash; immerhin hei&szlig;t es an anderer Stelle: &bdquo;<em>M&auml;nner gibt es viele &ndash; M&auml;nner gibt&rsquo;s genug&#8230;<\/em>&ldquo;.<\/p>\n<p>Im gleichen Jahr nahm Wencke auch beim Schlagerfestival der Ostseel&auml;nder in Rostock teil. Sie war die erste Norwegerin, die dort den ersten Preis gewinnen konnte mit dem auf Norwegisch gesungenen Titel &bdquo;Menn er menn&ldquo; (&bdquo;M&auml;nner sind M&auml;nner&ldquo;). Ihre Popularit&auml;t war inzwischen so gro&szlig;, dass sie am 11. April 1965 auf der Titelseite der deutschen Illustrierten &bdquo;Stern&ldquo; abgebildet war.<\/p>\n<p>Obwohl wieder &bdquo;gro&szlig;e Namen&ldquo; den Folge-Schlager schrieben (das Arrangement schrieb <em>James Last<\/em>, Komponist war <em>Henry Mayer<\/em>, Textdichter <em>Hans Bradtke<\/em>), wurde die n&auml;chste Single kein Erfolg. Vielleicht h&auml;tte man auf dem Single-Cover von &bdquo;<strong>Geht ein Boy vorbei<\/strong>&ldquo; neben Wencke nicht einen jungen Mann positionieren d&uuml;rfen. Ob das Ger&uuml;cht, dass der auf dem Plattencover abgebildete Herr der S&auml;nger <em>Peter Beil<\/em> ist, stimmt, ist nicht sicher.<\/p>\n<p>Mit dem von <em>Rudi van der Dovenm&uuml;hle<\/em> geschriebenen Schlager &bdquo;<strong>Wei&szlig;es Tuch im blauen Jacket<\/strong>&ldquo; war Wencke wieder in der Spur und landete damit (vermutlich insbesondere bei Schalke-Fans) einen Top-30-Hit.<\/p>\n<p>Am 25. Juni 1966 fand sich Wencke wieder zu den deutschen Schlagerfestspielen im Baden Badener Kurhaus ein. Trotz beeindruckender Konkurrenz (u. a. nahm der damalige Superstar <em>Roy Black<\/em> mit dem von <em>Michael Holm<\/em> geschriebenen Lied &bdquo;Irgendjemand liebt auch Dich&ldquo; teil) konnte die Norwegerin mit dem <em>Hans-Blum<\/em>-Schlager &bdquo;<strong>Bei&szlig; nicht gleich in jeden Apfel<\/strong>&ldquo; gewinnen und schaffte damit erneut einen Top-10-Hit (, wobei es spannenderweise &bdquo;Sprich nicht dr&uuml;ber&ldquo; bis auf Platz 5 der Charts schaffte, der &bdquo;Apfel&ldquo;-Song hingegen &bdquo;nur&ldquo; in die Top 10; in der einschl&auml;gigen Literatur wird bisweilen f&auml;lschlicherweise von einem Nummer-1-Hit gesprochen). <em>Hans Blum<\/em> bezeichnete das Lied sp&auml;ter scherzhaft als &bdquo;Protestsong&ldquo;, weil seine anspruchsvollen Lieder bei Wettbewerben nicht erfolgreich waren und er es nun mit einem sehr einfachen Schlager probierte). Wencke schrieb mit ihrem Siegertitel Geschichte, denn viele Jahre lang sollte es kein Schlagerfestival mehr geben &ndash; erst 1994 fand der Wettbewerb unter diesem Namen in Baden Baden wieder statt. Arrangeur des Liedes war &uuml;brigens erneut <em>Hans &bdquo;James&ldquo; Last<\/em>. Textdichter war <em>Werner Raschek<\/em>, der den Hinweis, nicht immer nur nach dem &auml;u&szlig;eren Schein zu gehen, h&uuml;bsch verpackt hat.<\/p>\n<p>Kurz darauf erschien bei Polydor die erste LP von Wencke. Dessen Club-Auflage preist die Vorz&uuml;ge nordeurop&auml;ischer Damen eindrucksvoll an: &bdquo;<em>In den n&ouml;rdlichen Breitengraden Skandinaviens wachsen besonders gut- und wohlgelungene weiblichen Wesen auf<\/em>&ldquo;. Es gab allerdings auch Interessantes &uuml;ber Wencke zu berichten: &bdquo;<em>Wencke absolvierte ein gl&auml;nzendes Abitur, an das sie unbedingt ein Medizinstudium anschlie&szlig;en will.<\/em>&ldquo; Das komplette erste Album von Wencke, das Anno 2010 im Rahmen der &bdquo;Originale&ldquo;-Reihe der Universal inzwischen auf CD wiederver&ouml;ffentlicht wurde, wurde vom Orchester <em>James Last <\/em>begleitet. Erstaunlicherweise war auf dem Album ihr Riesen-&bdquo;Apfel&ldquo;-Hit nicht enthalten.<\/p>\n<p>Die n&auml;chste Single-Ver&ouml;ffentlichung war &bdquo;<strong>Wer hat ihn gesehen?<\/strong>&ldquo; &ndash; ein Schlager aus der Feder von <em>Hans Blum<\/em>, der ebenfalls NICHT auf Wenckes Debut-LP verkoppelt wurde. Vielleicht meinte Wencke mit den im Schlager angesprochenen &bdquo;<em>dunkelblonden Mann<\/em>&ldquo; wom&ouml;glich ihren sp&auml;teren ersten Ehegatten, den d&auml;nischen Zahnarzt <em>Torben Friis-M&oslash;ller<\/em>, den sie im August 1969 in einer Kirche in Grefsen geheiratet hatte? In Anlehnung an die B-Seite der Single war der dann zehn Jahre sp&auml;ter nach der Trennung von Wencke ein &bdquo;Einsamer Boy&ldquo;.<\/p>\n<p>Die Popularit&auml;t Wenckes war inzwischen so gro&szlig;, dass sie mit dem ber&uuml;hmten Bravo-&bdquo;Otto&ldquo;, dem Publikumspreis von Deutschlands gr&ouml;&szlig;ter Jugendzeitschrift, geehrt wurde &ndash; 1966 erhielt sie den &bdquo;Bronzenen Otto&ldquo;.<\/p>\n<p>Wenckes deutscher Produzent <em>Bobby Schmidt<\/em> bet&auml;tigte sich unter dem Pseudonym &bdquo;<em>Peter Zeeden<\/em>&ldquo; mit der n&auml;chsten Single Wenckes erstmals auch als Komponist einer Single. Den Text von &bdquo;<strong>Alle M&auml;nner, alle<\/strong>&ldquo; schrieb <em>Hans Bradtke<\/em>. Offensichtlich hatte <em>Schmidt<\/em> zu dem Zeitpunkt(!) &nbsp;noch eher Produzenten- als Komponisten-Gene in sich &ndash; der Schlager wurde kein Erfolg &ndash; man entschloss sich sogar noch zu einer Sonderauflage f&uuml;r Musikboxen, indem man dort die B-Seite &bdquo;Keine Post von Dir&ldquo;, die von <em>James Last<\/em> komponiert wurde, als A-Titel titulierte &ndash; aber auch damit konnte kein Blumentopf gewonnen werden,<\/p>\n<p>Ihre n&auml;chste Single, &bdquo;<strong>Komm allein<\/strong>&ldquo;, stellte Wencke beim&nbsp; am 26. August 1967 ausgestrahlten&nbsp; &bdquo;Gala Abend der Schallplatte&ldquo; vor. Die Medien-Pr&auml;senz (- das war die erste TV-Show in Farbe -) zog enorm &ndash; erneut schaffte es Wencke mit dem von <em>Peter Moesser<\/em> und <em>Joachim Relin<\/em> geschriebenen Schlager in die Top-10 der Verkaufshitparade. Erstaunlicherweise war diese Single die mit der l&auml;ngsten Verweildauer in den deutschen Charts (20 Wochen) und die erfolgreichste Scheibe &uuml;berhaupt in &Ouml;sterreich.<\/p>\n<p>Wencke war auch an einem ungew&ouml;hnlichen Fernsehprojekt beteiligt. <em>Bill Ramsey<\/em> moderierte 1967 eine TV-Reihe mit Kinderliedern namens &bdquo;Sing ein Lied mit Onkel Bill&ldquo;. <em>Ramsey<\/em> war damals Moderator der Show und lud sich musikalische G&auml;ste ein. Dazu wurde sogar eine LP ver&ouml;ffentlicht &ndash; u. a. mit Beteiligung von Wencke Myhre. Nachdem Wencke somit auch bei den Kindern &bdquo;ankam&ldquo;, ist es kein Wunder, dass ihr 1967 sogar der &bdquo;Goldene Otto&ldquo; &uuml;berreicht wurde. Ein bemerkenswerter Preis ist (vom Namen her) der von der damaligen Zeitschrift &bdquo;OK&ldquo;. Die bescheinigte Wencke, 1967 die &bdquo;flei&szlig;igste&ldquo;(!) S&auml;ngerin gewesen zu sein.<\/p>\n<p>Ohne Publikumsbeteiligung wurde Wencke Myhre am 3. Februar 1968 als Vertreterin Deutschlands beim Grand Prix Eurovision bestimmt. Am 16. M&auml;rz stellte sie ihren Eurovisions-Schlager &bdquo;<strong>Ein Hoch der Liebe<\/strong>&ldquo; in <em>Hans Joachim Kulenkampffs<\/em> TV-Show &bdquo;Einer wird gewinnen&ldquo; erstmals vor. Der von <em>Horst Jankowski<\/em> komponierte und von <em>Carl J. Sch&auml;uble<\/em> getextete Beitrag schaffte einen ordentlichen 6. Platz im internationalen Wettbewerb. Interessant ist, dass das Arrangement auf der Schallplatten-Version sich deutlich vom bei der Eurovision pr&auml;sentierten Live-Arrangement unterscheidet. Es reichte immerhin f&uuml;r einen Top-20-Erfolg in den deutschen Verkaufscharts. Der angesehene Bigband-Leiter und Komponist <em>Horst Jankowski<\/em>, der mit seiner Komposition &bdquo;A Walk Through the Black Forest&ldquo; einen Welthit hatte, war damals als Dirigent am Dirigentenpult aktiv.<\/p>\n<p>Nach dieser etwas anspruchsvolleren Nummer wurde als n&auml;chstes wieder ein einfacher Schlager ver&ouml;ffentlicht. <em>Christian Bruhn<\/em> vertonte einen Text von <em>Georg Buschor<\/em> &ndash; der Titel d&uuml;rfte einer der l&auml;ngsten sein, die je auf einer Single ver&ouml;ffentlicht wurden: &bdquo;<strong>Sie tr&auml;gt ein Ding Dong Bama Lama Sing Song Teeny Weeny Flower Power Kleid&ldquo;<\/strong>. Inspiriert von <em>Caterina Valentes<\/em> &bdquo;Itsy Bitsy Teeny Weeny&ldquo;-Bikini und der &bdquo;Flower-Power&ldquo;-Zeit der legend&auml;ren 1968er-Generation (aus diesem Jahr stammt ja der Schlager), wurde auch dieses Lied zum Hit &ndash; im Sommer 1968 schaffte der Schlager es in die Top-20 der deutschen Verkaufscharts. Das &bdquo;Ding Dong&ldquo; im Text war vielleicht dem japanischen Markt geschuldet &ndash; f&uuml;r diesen Markt wurde der Schlager sogar in englischer Sprache produziert (&bdquo;Flower Power Dress&ldquo;).<\/p>\n<p>Die letzte Single des Jahres 1968 wurde von dem Autorenteam geschrieben, das damals in erster Linie f&uuml;r <em>Mary Roos<\/em> zust&auml;ndig war. <em>Horst-Heinz Henning<\/em> komponierte das von <em>Christine Neuhausen<\/em> (unter Pseudonym &bdquo;<em>Max Mainzel<\/em>&ldquo;) und <em>Rudi Bauer<\/em> (unter Pseudonym &bdquo;<em>Kay Farmer<\/em>&ldquo;) geschriebene Lied &bdquo;<strong>Die Liebe im Allgemeinen<\/strong>&ldquo;. <em>Bauer<\/em> war &uuml;brigens auch als Textdichter f&uuml;r <em>Udo J&uuml;rgens<\/em> aktiv, z. B. textete er dessen Schlager &bdquo;Beautiful Dreamgirl&ldquo;. Erneut vom <em>James-Last<\/em>-Orchester begleitet, schaffte Wencke abermals einen Top-30-Hit in Deutschland.<\/p>\n<p>Nach wie vor sammelte Wencke flei&szlig;ig Auszeichnungen. Erneut erhielt sie 1968 &nbsp;den &bdquo;Goldenen Otto&ldquo; der Jugendzeitschrift Bravo. Au&szlig;erdem wurde ihr in Cannes eine MIDEM-Troph&auml;e &uuml;berreicht f&uuml;r die meistverkauften Schallplatten 1966 und 1967 in den deutschsprachigen L&auml;ndern.<\/p>\n<p>Im Fr&uuml;hjahr 1969 besch&auml;ftigte sich Wencke mit einer besonderen Art von M&auml;nnern und landete damit einen Volltreffer, der insbesondere bei Fu&szlig;ballern auch heutzutage immer gerne geh&ouml;rt wird. <em>Hans Bradtke<\/em> textete den Schlager, den <em>Bobby Schmidt<\/em> unter dem Pseudonym &bdquo;<em>Peter Zeeden<\/em>&ldquo; schrieb. Mit &bdquo;<strong>Er steht im Tor<\/strong>&ldquo; gelang <em>Schmidt<\/em> somit endlich auch als Komponist ein Volltreffer. Der Titel kam bis auf Platz 4 der deutschen Verkaufscharts, was Wenckes beste Hitparaden-Position in Deutschland &uuml;berhaupt war. Die erstaunliche Metaphorik wurde &uuml;brigens unter der &Uuml;berschrift &bdquo;Berufsbild Spielerfrau&ldquo; &nbsp;in einer sehr ausf&uuml;hrlichen Textanalyse dargestellt, in der es u. a. hei&szlig;t: &bdquo;<em>Denn die zentrale r&auml;umliche Metapher, die Stellung von Mann und Frau, widerspricht dem Glauben des Sprecher-Ichs, dazuzugeh&ouml;ren: Hinter dem Tor zu stehen bedeutet eben au&szlig;erhalb des Spielfeldes zu sein &ndash; auf dem Fu&szlig;ballplatz steht nur ihr Freund. Diese Divergenz zwischen Selbstwahrnehmung und tats&auml;chlicher Situation findet ihre formale Entsprechung im syntaktisch ambivalenten &bdquo;auf dem Fu&szlig;ballplatz&ldquo;: Sie glaubt, gemeinsam mit ihrem Freund auf dem Fu&szlig;ballplatz zu sein, w&auml;hrend aber tats&auml;chlich nur er sich darauf aufh&auml;lt.<\/em>&ldquo; Ob <em>Hans Bradtke<\/em> sich wohl bewusst war, dass sein Text &bdquo;<em>syntaktisch ambivalent<\/em>&ldquo; war? Man wei&szlig; es nicht. Wer genau wissen will, &bdquo;was der Dichter uns damit sagen wollte&ldquo;, wird <strong><a href=\"http:\/\/https:\/\/deutschelieder.wordpress.com\/2012\/06\/18\/wenke-myhre-er-steht-im-tor\/\">auf dieser Seite<\/a><\/strong> f&uuml;ndig.<\/p>\n<p>Im Jahr 2002 nahm &nbsp;eine S&auml;ngerin namens &bdquo;<em>Diana&ldquo;<\/em>, die zuvor schon gemeinsam mit der Gruppe <em>Wind <\/em>aktiv war (u. a. bei der Vorentscheidung zur Eurovision 1998) den Titel neu auf. Damals wurde sie als &bdquo;1977 geborenes WM-Maskottchen&ldquo; vorgestellt. Inzwischen tritt sie &uuml;brigens als &bdquo;<em>Diana Sorbello<\/em>&ldquo; auf und ist &bdquo;verj&uuml;ngt&ldquo;, zumindest nennt Wikipedia 1979 als Geburtsjahr. So oder so war es wohl nicht der richtige Jahrgang f&uuml;r <em>Oli Kahn<\/em>. Den wollte <em>Diana <\/em>n&auml;mlich mittels des Wencke-Hits kennen lernen, was wohl trotz des im Fu&szlig;ball-Design gehaltenen BHs, der auf dem Cover der Single zu sehen ist, nicht funktioniert hatte. Einige Jahre sp&auml;ter, 2014, hat auch die ehemalige DSDS-Teilnehmerin <em>Annemarie Eilfeld<\/em> sich des Schlagers angenommen, nachdem DSDS-Kollegin <em>Vanessa Neigert<\/em> ihre Version des Liedes bereits 2010 ver&ouml;ffentlicht hatte.<\/p>\n<p><em>Bobby Schmidt<\/em> komponierte die letzte Single der 1960er Jahre, den Text dazu schrieb erneut <em>Hans Bradtke<\/em> &ndash; als Morgenmuffel kann ich es nur zu gut best&auml;tigen: &bdquo;<strong>Abendstunde hat Gold im Munde<\/strong>&ldquo;. W&auml;hrend die Schwedin <em>Bibi Johns<\/em> 1958 noch sehr anspruchsvoll war (&bdquo;Ein Morgen-, ein Mittag-, ein Abendkuss&ldquo;), setzte Wencke als Norwegerin da Priorit&auml;ten im Sinne der Nachteulen: &bdquo;<em>Abendk&uuml;sse sind das Gewisse<\/em>&hellip;.&ldquo;. Im November 1969 war das ein kleiner Top-40-Hit. Parallel erschien eine gleichnamige LP, auf der Wencke sich vielseitiger zeigen konnte als sie es sonst in Deutschland zu tun pflegte &ndash; beispielsweise sang sie auf ihrer LP Lieder wie &bdquo;Yesterday&ldquo; und &bdquo;Blowing In the Wind&ldquo; oder den Welthit aus deutscher Feder &bdquo;Sommerwind&ldquo;.<\/p>\n<p>Erneut gab es gro&szlig;e Zustimmung bei der Leserschaft der &bdquo;Bravo&ldquo;; 1969 gab es einen &bdquo;Silbernen Otto&ldquo; (den ersten Platz erreichte in jenem Jahr die Berlinerin Manuela).<\/p>\n<p>Die erste Single der 1970er Jahre war nur m&auml;&szlig;ig erfolgreich. Kurioserweise war &bdquo;<strong>Wo hast Du denn die sch&ouml;nen blauen Augen her<\/strong>&ldquo;, ein von <em>Christian Bruhn<\/em> und <em>Hans Bradtke<\/em> geschriebener Schlager, in &Ouml;sterreich immerhin ein Top-15-Hit, w&auml;hrend es in Deutschland nicht&nbsp; zu einem Chartserfolg kam. Ob <em>Hans Bradtke<\/em> sich wieder etwas bei seinem Text gedacht hat und vielleicht seine Worte an die sp&auml;teren Gegner der <em>Klitschko<\/em>-Br&uuml;der gerichtet waren, kann nicht sicher gekl&auml;rt werden&hellip;<\/p>\n<p>Nun schaltete sich <em>Bobby Schmidt<\/em> wieder als Komponist ein &ndash; und schon lief es. Das von <em>Hans Bradtke<\/em> getextete &bdquo;<strong>Er hat ein knallrotes Gummiboot<\/strong>&ldquo; wurde ein gro&szlig;er Erfolg. Wenngleich der Titel damals knapp an den Top-20 scheiterte, hat er sich dauerhaft als echter Evergreen entpuppt, der gerne auch von Kults&auml;ngern wie <em>Dieter Thomas Kuhn <\/em>oder <em>Antonia<\/em> gecovert wurde. Schonungslos werden damals vorhandene Konstruktionsfehler bei Gummibooten aufgedeckt: &bdquo;<em>Das K&uuml;ssen an Bord ist verboten &ndash; ich sage Dir auch warum &ndash; das Boot ist eine Konstruktion, &#8211; die koppt beim K&uuml;ssen um<\/em>&ldquo;. Auch hier w&auml;re eine professionelle Textanalyse meines Erachtens w&uuml;nschenswert.<\/p>\n<p>Das Lied sang Wencke auch im damals sehr erfolgreichen Kinofilm &bdquo;Unsere Pauker gehen in die Luft&ldquo;, in dem sie die weibliche Hauptrolle spielte. Bestandteil des Films war auch die von <em>James Last<\/em> komponierte Single &bdquo;<strong>So eine Liebe gibt es einmal nur<\/strong>&ldquo;. Instrumental spielte Last den Titel auch selber ein und ver&ouml;ffentlichte ihn unter dem Titel &bdquo;The Last Guest Is Gone&ldquo; auf seiner LP &bdquo;With Compliments&ldquo;. Sp&auml;ter wurde das Lied vokal auch noch als &bdquo;Music From Across the Way&ldquo; von <em>James <\/em>vokal aufgenommen. Die Nummer war auch die letzte Single des Schlagers&auml;ngers <em>Rudi Schuricke<\/em>, die dieser ein Jahr vor seinem Tod aufgenommen hatte.<\/p>\n<p>In Schweden wurde damals eine eigene Wencke-Show produziert und ausgestrahlt (&bdquo;Hallihallo, hier kommt der Fr&uuml;hling&ldquo;), kurz darauf produzierte auch das norwegische Fernsehen eine TV-Show (&bdquo;Wencke Frau Friis Moller&ldquo;). Auch in Deutschland war die Popularit&auml;t 1970 ungebrochen &ndash; hinter <em>Manuela<\/em> und <em>France Gall<\/em> platzierte sie sich in der Gunst der Bravo-Leser und erhielt den &bdquo;Bronzenen Otto&ldquo; der Zeitschrift.<\/p>\n<p>Den f&uuml;r l&auml;ngere Zeit letzten Verkaufs-Erfolg erreichte Wencke 1971 mit einem von <em>Hans Blum<\/em> komponierten und <em>Fred Weyrich<\/em> getexteten Lied &ndash; die beiden waren kurz zuvor ja ein Gespann f&uuml;r die verstorbene Schlagers&auml;ngerin <em>Alexandra.<\/em> F&uuml;r Wencke ersannen sie den Top-50-Hit &bdquo;<strong>Der Mann auf dem Zehnmarkschein<\/strong>&ldquo;, in dem Wencke im Zeitalter der Hippies M&auml;nner mit langer Haarpracht in Schutz nimmt (&bdquo;<em>Der Mann auf dem Zehnmarkschein &ndash; sieht fast so aus wie Du &ndash; die gleichen langen Haare &ndash; und Locken noch dazu&ldquo;<\/em>).<\/p>\n<p>Der zweite Myhre-Titel des Jahres 1971 war vergleichsweise frech. <em>Bobby Schmidt<\/em> und <em>Kurt Hertha<\/em> schrieben das Lied &bdquo;<strong>Kasimir<\/strong>&ldquo;. Dieser &bdquo;Kasimir&ldquo; (was f&uuml;r ein Name!&#8230;) war wohl etwas zu sch&uuml;chtern f&uuml;r die hormonell angespannte Wencke, in deren Lied sich das wie folgt zum Ausdruck bringt: &bdquo;<em>Aber wirst Du immer sch&uuml;chtern bleiben, &#8211; dann muss ich mit andern mir die Zeit vertreiben. -Kasimir, ich w&uuml;nsch&#39; mir was von Dir, das ahnst Du nicht.&ldquo; <\/em>&nbsp;(Man muss &uuml;brigens mildernde Umst&auml;nde walten lassen, weil Wencke in jener Zeit, am 16. Mai 1971, ihren ersten Sohn <em>Kim <\/em>gebar). Wie schwierig es f&uuml;r M&auml;nner ist, die Frauen zu verstehen, kommt auch in Wenckes Text zum Ausdruck. W&auml;hrend sonst immer Kritik ge&uuml;bt wird, wenn M&auml;nner lieber woanders hingucken als in die Augen der Frauen, sagt Wencke frech: &bdquo;<em>Aber wenn Du immer nur in meine Augen siehst, das find ich dumm. &#8211; Dir fehlt der Mut und das ist nicht gut. Oh Kasimir, warum?&ldquo; <\/em>&ndash; verstehe einer die Frauen.. Wenn man(n) sich dann verh&auml;lt wie &bdquo;Kasimir&ldquo; und Wencke auf dem Cover dieser Single in die Augen sieht, kommt es vielleicht zu Irritationen, denn man meint, in braune Augen zu sehen. Auf dem Cover beispielsweise der bezeichnenderweise so lautenden Single &bdquo;Wo hast Du denn die sch&ouml;nen blauen Augen her?&ldquo; ist die Augenfarbe hingegen blau. Ob die Cover-Gestalter damals schon mit Photoshop arbeiteten oder die Optiker bereits farbige Kontaktlinsen herstellten?<\/p>\n<p>Etwas braver wurde Wencke dann wieder mit der <em>Bobby Schmidt \/ Hans Bradtke<\/em>-Nummer &bdquo;<strong>Ich k&ouml;nnte ohne Liebe nicht leben<\/strong>&ldquo;. Parallel wurde eine gleichnamige LP ver&ouml;ffentlicht. In diesem Jahr wurde das Album im Rahmen der &bdquo;Originale&ldquo;-Reihe erneut auf CD ver&ouml;ffentlicht &ndash; es lohnt sich, weil Wencke auf ihren LPs damals ihr ganzes k&uuml;nstlerisches Spektrum zeigte.<\/p>\n<p>Ihre zweite 1972er Single &bdquo;<strong>Das beste Pferd im Stall<\/strong>&ldquo;, erneut von <em>Bobby Schmidt<\/em> und <em>Hans Bradtke <\/em>geschrieben, stellte Wencke in der damals &uuml;beraus popul&auml;ren TV-Show von <em>Peter Alexander<\/em> vor (&bdquo;<em>Peter Alexander<\/em> serviert Spezialit&auml;ten&ldquo;). Mit Sketchen und Gesang begeisterte sie damals das deutsche Millionenpublikum, was sich zwar nicht im Erfolg ihrer aktuellen Single ausdr&uuml;ckte, sehr wohl aber in&nbsp; zunehmender TV-Pr&auml;senz Wenckes. Die Plattenfirma Polydor war damals clever genug, eine LP mit Titeln von Wencke und <em>Peter <\/em>auf einem Longplay zu verkoppeln, um dann doch noch etwas &bdquo;vom Kuchen mit abzubekommen&ldquo;.<\/p>\n<p>W&auml;hrend es Anfang der 1970er Jahre in Deutschland in Sachen Schallplatten-Verkauf f&uuml;r Wencke nicht mehr so toll lief, landete sie im Sp&auml;therbest des Jahres 1972 in ihrer norwegischen Heimat einen lupenreinen Nummer-1-Hit: &bdquo;<strong>Jeg og Du og vi to<\/strong>&ldquo; (&bdquo;Ich und Du und wir beide&ldquo;, deutsche Version von &bdquo;Ringel Rangel Rosen&ldquo;) entpuppte sich zu einer von Wenckes gr&ouml;&szlig;ten Hits in Norwegen, f&uuml;r den sie sogar mit der Goldenen Schallplatte ausgezeichnet wurde.<\/p>\n<p>Davon befl&uuml;gelt, versprach man sich viel von der Option auf einen Sommerhit in Deutschland, nachdem zuvor mit &bdquo;In the Summertime&ldquo; und &bdquo;Viva Espana&ldquo; von anderen Interpreten gro&szlig;e Hits erzielt werden konnten. Bobby Schmidt und Hans Bradtke versuchten es mit &bdquo;<strong>Baden mit und ohne<\/strong>&ldquo; und einem Single-Coverfoto, bei dem vielleicht selbst &bdquo;Kasimir&ldquo; seine Sch&uuml;chternheit vergessen h&auml;tte und mal &bdquo;<em>nicht nur in die Augen<\/em>&ldquo; geguckt h&auml;tte. F&uuml;r den damaligen Zeitgeist erstaunlich tolerant, propagierte Wencke die seinerzeit aufkommende FKK-Bewegung &ndash; ihre Fans folgten ihr nur bedingt.<\/p>\n<p>Im Jahr ihres 10-j&auml;hrigen Plattenjubil&auml;ums ver&ouml;ffentlichte Wencke eine Aufnahme, die heute nur noch selten zu h&ouml;ren bzw. finden ist. Bobby Schmidt bearbeitete f&uuml;r sie den Weihnachtslieder-Klassiker &bdquo;<strong>Lasst uns froh und munter sein<\/strong>&ldquo;. Kurz zuvor kam ihr zweiter Sohn Dani am 23. Oktober 1973 zur Welt.<\/p>\n<p>Im Jahr 1974 erhielt Wencke ihre erste eigene Personality-Show im ZDF namens &bdquo;Das ist meine Welt&ldquo;.&nbsp; Darin stellte sie auch ihre damalige, von <em>Christian Bruhn<\/em> und <em>G&uuml;nther Behrle<\/em> geschriebene Single &bdquo;<strong>Reden ist Silber &ndash; K&uuml;ssen ist Gold<\/strong>&ldquo; vor. TV-Produzent <em>Wolfgang Rademann <\/em>engagierte Wencke damals aber weniger, um ihre aktuellen Tagesschlager zu singen, sondern vielmehr, um ihre k&uuml;nstlerische Brandbreite zu pr&auml;sentieren &ndash; im Stile der amerikanischen Personality Shows im Stile der damals in den Staaten popul&auml;ren Schwedin <em>Ann-Margret.<\/em> F&uuml;r die Show wurden Au&szlig;enaufnahmen in Norwegen angefertigt, es wurde auch eine gleichnamige LP ver&ouml;ffentlicht. Auf der LP enthalten ist &uuml;brigens der Schlager &bdquo;Auch im verflixten siebten Jahr&ldquo;, der interessanterweise auf einem CD-Sampler enthalten ist, auf dem ansonsten nur Single-Titel von Wencke verkoppelt wurden &ndash; nach meinem Kenntnisstand wurde diese Nummer&nbsp; aber nie als Single ver&ouml;ffentlicht.<\/p>\n<p>Danach machte Wencke in Deutschland eine kurze Pause &ndash; sicher auch, weil ihr dritter Sohn <em>Fam <\/em>am 17. April 1975 das Licht der Welt erblickte.<\/p>\n<p>Nach dem gro&szlig;en Erfolg der ersten deutschen TV-Show wurde 1975 gleich eine zweite produziert &ndash; diesmal mit Au&szlig;enaufnahmen in St. Moritz \/ Schweiz. Die seinerzeit aktuelle Single war die <em>Schmidt\/Bradtke<\/em>-Nummer &bdquo;<strong>Erst beim Tango werd&lsquo; ich richtig munter<\/strong>&ldquo;. Wencke schw&ouml;rt dabei darauf, dass es keinen Tanz gibt, bei dem sie so &bdquo;steil geht&ldquo; wie eben beim Tango &ndash; bisweilen h&ouml;rt man, dass es auch andere Frauen gibt, die diesen argentinischen Tanz besonders m&ouml;gen. Ein Hoch auf die T&auml;nzer, die diesen lateinamerikanischen Tanz beherrschen&hellip;<\/p>\n<p>Vor ziemlich genau 40 Jahren &uuml;berlegte sich Wencke, einen weiteren Songschreiber zu engagieren. So kam es zur ungew&ouml;hnlichen Zusammenarbeit zwischen ihr und <em>Gunther Gabriel<\/em>, der ihr den Song &bdquo;<strong>Das w&auml;r&lsquo; John nie passiert<\/strong>&ldquo; auf den Leib schrieb und dabei seinem Country-Stil treu blieb. Nachdem Gabriel bereits <em>Juliane Werding<\/em> zu einem tollen Comeback verholfen hatte, gelang das auch mit Wencke Myhre &ndash; mit diesem Schlager war sie erstmals seit f&uuml;nf Jahren wieder in den Verkaufscharts. Myhre gab sich als ganz emanzipierte Frau, die keine Lust auf einen &bdquo;Milchbubi&ldquo; hat, sondern wehm&uuml;tig an den erfahrenen Ex namens John denkt. Und wenn der &bdquo;Neue&ldquo; es dann aller Widrigkeiten zum Trotz doch noch bis ans &bdquo;Ziel&ldquo; geschafft hat und gleich Hochzeitspl&auml;ne schmiedet, erwidert Wencke: &bdquo;<em>Was hab&#39; ich mir nur angelacht, &#8211; dass er gleich &uuml;bertreibt. Was ist das denn blo&szlig; f&uuml;r ein Mann, &#8211; der nicht bis drei mehr z&auml;hlen kann?<\/em>&ldquo;. Ja ja, <em>Gunther Gabriel<\/em>, der Verfechter der Emanzipation und &bdquo;Frauenversteher&ldquo;, wie er im Bilderbuch steht&hellip; Parallel erschien &uuml;brigens noch eine gleichnamige LP, auf der die j&uuml;ngeren Erfolge Wenckes zu h&ouml;ren waren.<\/p>\n<p>Ebenfalls im Country-Stil gehalten, schrieb <em>Gabriel<\/em> gleich noch eine zweite Nummer f&uuml;r Wencke, die (erneut leicht Country-angehaucht) die Vorz&uuml;ge anpries, die &bdquo;<strong>Ein Sonntag im Bett<\/strong>&ldquo; so zu bieten hat. Die von <em>G&uuml;nter Henne<\/em> produzierte Nummer schaffte es aber nicht in die Charts.<\/p>\n<p>Weiterhin war Wencke in jener Zeit im Fernsehen sehr pr&auml;sent. So entstand ihre dritte Personality-Show &bdquo;Das ist meine Welt&ldquo; mit Au&szlig;enaufnahmen auf den Bahamas. Zu Gast war sie aber auch in der gro&szlig;en TV-Show &bdquo;<em>Peter Alexander<\/em> pr&auml;sentiert Walt Disneys Welt&ldquo;, in der sie mit Peter u. a. Szenen aus dem Musical Mary Poppins nachspielte.<\/p>\n<p>Mit <strong>&bdquo;Viva Maria<\/strong>&ldquo;, einem von &bdquo;<em>Dieter Pardemann<\/em>&ldquo; geschriebenen Titel, endete dann der langj&auml;hrige Polydor-Vertrag unspektakul&auml;r nach ca. 13 Jahren Zugeh&ouml;rigkeit zu dieser Firma. Der Schlager wurde aus&nbsp; der bemerkenswerten LP &bdquo;Wencke Myhre &rsquo;77 ausgekoppelt&ldquo;. Mit einem Millionenvertrag wechselte Wencke zur Ariola. In dieser Zeit wurde auch Wenckes vierte Personality Show ausgestrahlt &ndash; diesmal mit Aufnahmen aus Mexiko.<\/p>\n<p>Als Produzent blieb Wencke <em>G&uuml;nter Henne<\/em> erhalten &ndash; die erste gemeinsame Produktion war gleich ein beachtlicher Erfolg. Bei &bdquo;<strong>Eine Mark f&uuml;r Charly<\/strong>&ldquo; handelt es sich um die deutsche Version des Hits &bdquo;Por una Negrita&ldquo; von &bdquo;<em>Katunga<\/em>&ldquo;, die vom Argentinier <em>Palito Ortega<\/em> komponiert wurde. Den Text schrieb der Bassist der Berliner Rockband &bdquo;Made in Germany&ldquo; namens <em>Stephan Pade<\/em>. Wie es zu dieser interessanten grenz&uuml;berschreitender Zusammenarbeit kam, w&auml;re mal interessant zu erfahren&hellip; Jedenfalls kam das Lied &uuml;ber den nicht mit Geld umgehen k&ouml;nnenden notorisch im &bdquo;Pleite&ldquo;-Zustand befindlichen Charly, das im Samba-Rhythmus gehalten war, beim Publikum besonders gut an &ndash; im Herbst 1977 gelang damit ein Top-30-Hit. Der Titel war auch auf Wenckes 1977er LP &bdquo;So bin ich&ldquo; enthalten, die im Jahr 2006 von der Ariola neu auf CD wiederver&ouml;ffentlicht wurde.<\/p>\n<p>Auch international war Wencke aktiv &ndash; f&uuml;r mehrere L&auml;nder, u. a. f&uuml;r Deutschland, sang sie f&uuml;r den sehr erfolgreichen Walt-Disney-Film &bdquo;Bernhard und Bianca&ldquo; die Filmmusik ein. In Deutschland erschien die Single der Titelsong &bdquo;<strong>Schon morgen kommt ein neuer Tag<\/strong>&ldquo;.<\/p>\n<p>Im Fr&uuml;hjahr 1978 wurde eine weitere Coverversion von Wencke auf den Markt gebracht. Die deutsche Version von Bonnie Tylers &bdquo;It&rsquo;s A Heartache&ldquo; wurde vom <em>Udo-J&uuml;rgens-<\/em>Textdichter <em>Wolfgang Hofer<\/em> getextet. &bdquo;<strong>Lass mein Knie, Joe!<\/strong>&ldquo; wurde Wenckes letzter gro&szlig;er Verkaufserfolg &ndash; es reichte noch einmal f&uuml;r einen Top-20-Hit. Vermutlich sprach Wencke damals vielen Frauen aus dem Herzen, die sich gegen aufdringliche M&auml;nner wehren m&uuml;ssen. Wobei &ndash; auf Reime wie &bdquo;<em>Au&szlig;er ein paar K&ouml;rben &ndash; gibt es nichts zu erben<\/em>&ldquo; oder &bdquo;<em>Versuch es zu begreifen, und h&ouml;r auf, mich zu kneifen<\/em>&ldquo; muss man erst mal kommen. Kaum zu glauben: Am 1. Mai 1978 trat Wencke mit diesem Lied erstmals &uuml;berhaupt in der ZDF-Hitparade auf.<\/p>\n<p>Nachdem das mit dem Covern so gut funktioniert hatte, sollte auch die n&auml;chste Single eine Coverversion sein. Diesmal guckte man sich <em>Billy Joe Spears<\/em>&lsquo; Hit &bdquo;Blanket On The Ground&rdquo; aus. Den deutschen Text zu diesem Country-Song verfasste &bdquo;<em>Rolf Dahmen<\/em>&rdquo;: &bdquo;<strong>Breite uns&rsquo;re Decke aus<\/strong>&rdquo;. Diese Nummer produzierte der sp&auml;ter weltbekannte Produzent <em>Harold Faltermeyer.<\/em><\/p>\n<p>Es gab 1978&nbsp; weitere TV-Pr&auml;senz f&uuml;r Wencke, z. B. in ihrer Fernseh-Show &bdquo;Mexiko ol&eacute;&ldquo;. F&uuml;r ihre TV-Erfolge verliehen ihr die Leser der TV-Zeitschrift &bdquo;H&ouml;rzu&ldquo; die renommierte &bdquo;Goldene Kamera&ldquo; als beliebtester weiblicher Showstar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Lied &bdquo;<strong>Verschenkter Sommer<\/strong>&ldquo; klingt, als h&auml;tte es autobiografische Z&uuml;ge, obwohl der von <em>Werner Sch&uuml;ler<\/em> produzierte Schlager von <em>Sch&uuml;ler, Martin Mann <\/em>und<em> Kurt Hertha<\/em> geschrieben wurde. In dem Lied geht es darum, getrennt von seinem Partner Urlaub zu machen (&bdquo;<em>Das passiert mir nie mehr, ich lieg&rsquo; einsam am Strand, keiner h&auml;lt meine Hand und mich k&uuml;sst nur die Sonne<\/em>&ldquo;). &nbsp;Genau in dieser Zeit lie&szlig; sich Wencke von ihrem ersten Mann <em>Torben Friis-M&oslash;ller<\/em> scheiden.<\/p>\n<p>Ganz so &bdquo;verschenkt&ldquo; d&uuml;rfte der Sommer 1979 eigentlich nicht gewesen sein, weil Wencke in der Karibik die Krimikom&ouml;die &bdquo;Wencke, Udo und der blaue Diamant&ldquo; drehte &ndash; mit niemand geringerem als <em>Udo J&uuml;rgens<\/em>. Leider wurde der am 30.12.1979 ausgestrahlte TV-Film niemals wiederholt &ndash; vielleicht findet sich ja mal ein TV-Verantwortlicher, der diese Perle aus den Archiven mal wieder hervorkramt. In Tirol wurde damals auch eine weitere Personality Show von Wencke aufgezeichnet, &bdquo;Die Wencke Myhre Show&ldquo;. Es waren weitere Wencke-Shows mit dem ZDF geplant &ndash; das Vorhaben scheiterte aber daran, dass sich Wenckes damaliger Lebensgef&auml;hrte, Regisseur <em>Michael Pfleghar<\/em>, mit dem ZDF diesbez&uuml;glich &uuml;berworfen hatte.<\/p>\n<p>(&#8230;)<\/p>\n<p>Stephan Imming, 21.04.2016<\/p>\n<p>https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wencke_Myhre<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neuzugang 12.04.1976!\u00a0 Am 15. Februar 1947 wurde Wenche Synn&oslash;ve Myhre in Kjelsas, einem Stadtteil von Oslo (Norwegen) geboren. Trotz der<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":78131,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[29],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78130"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=78130"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78130\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/78131"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=78130"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=78130"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=78130"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}