{"id":77806,"date":"2016-05-04T00:00:00","date_gmt":"2016-05-04T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=77806"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"VOLKER-LECHTENBRINK-smago-Serie-77805","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/liedermacher\/VOLKER-LECHTENBRINK-smago-Serie-77805\/","title":{"rendered":"VOLKER LECHTENBRINK <br \/>smago! Serie &quot;Schlager-R\u00fcckblick &quot;vor 40 Jahren&quot; von Stephan Imming &#8211; Teil 57: &quot;Der Macher&quot;!"},"content":{"rendered":"<p>Neuzugang 26.04.1976!\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 18. August 1944 wurde VOLKER LECHTENBRINK in Cranz (Ostpreu&szlig;en) geboren. Er war 10 Tage alt, als seine Familie nach Bremen fl&uuml;chtete. 1951 zog Lechtenbrink mit seiner Familie nach Hamburg, wo er die Gelehrtenschule des Johanneums besuchte.<\/p>\n<p>Bereits im Alter von acht Jahren &uuml;bernahm er beim NDR-Kinderfunk Sprecherrollen, zwei Jahre sp&auml;ter stand er erstmals auf der B&uuml;hne des deutschen Schauspielhauses als Schauspieler bei einem Weihnachtsm&auml;rchen.<\/p>\n<p>Schon 1959 wurde Lechtenbrink bundesweit popul&auml;r. Im Antikriegsfilm &bdquo;Die Br&uuml;cke&ldquo; spielte er den Schuljungen Kurt Hager. Lechtenbrink beschloss daraufhin, Schauspieler zu werden und begann ein Jahr nach der Mittleren Reife eine entsprechende Ausbildung an der Hamburger &bdquo;Hochschule f&uuml;r Bildende K&uuml;nste&ldquo;. Dort konnte er seine Ausbildung nicht beenden, weil er entgegen der Vorschriften nebenbei Theater spielte. Daher beendete er seine Ausbildung am Hamburger Schauspielstudio bei <em>Hildegard Freese<\/em>, bei der er auch seine Abschlusspr&uuml;fung vor der B&uuml;hnengenossenschaft ablegte.<\/p>\n<p>Sein Theaterdebut als Ensemble-Schauspieler gab Lechtenbrink 1963 an der Landesb&uuml;hne Hannover &ndash; er spielte den Prinzen von Aragon im &bdquo;Kaufmann von Venedig&ldquo;. In etwa in dieser Zeit (1962\/63) hatte er auch seinen ersten gro&szlig;en Erfolg als Fernseh-Darsteller. An der Seite von <em>Gustav Knuth<\/em> und <em>Tilly Lauenstein<\/em> spielte er in der vom S&uuml;dwestfunk produzierten Serie &bdquo;Alle meine Tiere&ldquo; den Sohn Ulli. Volker Lechtenbrink hatte im Anschluss viele Engagements, u. a. in K&ouml;ln, Amsterdam, Berlin und M&uuml;nchen, von wo er 1969 ans Deutsche Schauspielhaus in Hamburg berufen wurde und sp&auml;ter zum Hamburger Ernst-Deutsch-Theater wechselte.<\/p>\n<p>Auch die Karriere als Schallplatten-Interpret startete Lechtenbrink sehr fr&uuml;h. Bereits 1959 spielte er im von Polydor ver&ouml;ffentlichten H&ouml;rspiel &bdquo;<strong>Br&uuml;derchen und Schwesterchen<\/strong>&ldquo; das Br&uuml;derchen (Regie: <em>Sandor Ferenczy<\/em>). Anl&auml;sslich des 100. Geburtstags <em>Ferenczys<\/em> wurde das urspr&uuml;nglich auf Single erschienene und aufwendig produzierte H&ouml;rspiel &uuml;brigens 2006 unter der &Uuml;berschrift &bdquo;H&ouml;rspielsch&auml;tze&ldquo; restauriert auf CD wiederver&ouml;ffentlicht.<\/p>\n<p>Ebenfalls 1959 wurde die Single &bdquo;<strong>K&auml;pt&rsquo;n Konny in der Klemme<\/strong>&ldquo; ver&ouml;ffentlicht. Lechtenbrink spielte im H&ouml;rspiel nach dem Buch von <em>Rolf Ulrici<\/em> den &bdquo;J&ouml;rn&ldquo;. Der Single lag damals ein Booklet bei, anhand dessen man das komplette H&ouml;rspiel mitlesen konnte.<\/p>\n<p>Volker Lechtenbrinks erste musikalische Single entstand in Zusammenarbeit mit dem Produzenten <em>Gert Wilden<\/em>, der sp&auml;ter u. a. Filmmusiken f&uuml;r Sex-Filme, aber auch f&uuml;r die Zeichentrickserie &bdquo;Heidi&ldquo; produzierte und Gr&uuml;nder der &bdquo;<em>Vielharmoniker<\/em>&ldquo; war. Mit Lechtenbrink wurde (grammatikalisch etwas holprig) bei Telefunken die Single &bdquo;<strong>Geh zu dem ander&rsquo;n<\/strong>&ldquo; ver&ouml;ffentlicht &ndash; ohne gr&ouml;&szlig;ere Resonanz, so dass Lechtenbrink sich f&uuml;r viele Jahre voll auf die Schauspielerei und nicht auf die Musik konzentrierte.<\/p>\n<p>Bei der Bundestagswahl 1972 trat Lechtenbrink wieder als S&auml;nger in Erscheinung &nbsp;&ndash; gemeinsam mit <em>Drafi Deutscher<\/em> und <em>Knut Kiesewetter<\/em>. Seine Interpretation des Oldies &bdquo;Save The Last Dance For Me&ldquo; &uuml;berzeugte den friesischen S&auml;nger und Produzenten <em>Kiesewetter <\/em>so sehr, dass er vorschlug, gemeinsam eine LP zu produzieren. Zun&auml;chst wurde nichts aus diesem Plan. Mitte der 1970er Jahre hatte Lechtenbrink dann die Idee, die Songs des amerikanischen Liedermachers <em>Kris Kristofferson<\/em> ins Deutsche zu &uuml;bertragen und nahm wieder Kontakt mit <em>Kiesewetter<\/em> auf, der seinerseits den Kontakt zur Hamburger Plattenfirma Polydor herstellte. Nachdem sich kein geeigneter S&auml;nger fand, beschloss man, Volker Lechtenbrink selbst singen zu lassen und nahm 1975 eine ganze LP mit deutschen Versionen von <em>Kristofferson<\/em>-Songs auf.<\/p>\n<p>Zu seiner Motivation, als &bdquo;singender Schauspieler&ldquo; in Erscheinung zu treten, sagte Lechtenbrink 1976 im Branchenblatt Musikmarkt: &bdquo;<em>Nachdem ich das Abonnementspublikum im Theater gewonnen habe &ndash; und das sind meist Leute im fortgeschrittenen Alter -, m&ouml;chte ich im Grunde das Publikum meiner Generation &uuml;berzeugen<\/em>.&ldquo;<\/p>\n<p>Aus dem 1971 erschienenen Lied &bdquo;The Taker&ldquo; machten die beiden &bdquo;Der Macher&ldquo; &ndash; so wurde dann auch das Debut-Album benannt. Auf der Cover-R&uuml;ckseite der 1975 produzierten und Anfang 1976 ver&ouml;ffentlichten LP ist zu lesen: <em>&bdquo;Der Troubadour des Country-Songs und der jugendliche B&uuml;hnenheld, der exzentrische Texaner und der selbstbewusste Norddeutsche &ndash; eine Kombination, die vor allem aus Gegens&auml;tzlichem Spannung bezieht&hellip; Und dass Volker Lechtenbrink nicht zuf&auml;llig auf Kristoffersons Songs gekommen ist, dass unter der Oberfl&auml;che gemeinsame Gef&uuml;hle und Schwingungen schwingen, zeigen Lechtenbrinks deutsche Texte, die weit &uuml;ber den Standard von &Uuml;bersetzungen hinausgehen. Lange hat es gedauert, bis man sich hierzulande an Kristoffersons anspruchsvolle Lieder heranwagte. Jetzt hat es einer geschafft: Lechtenbrink, der Macher.&ldquo; <\/em>Passend dazu gab Lechtenbrink in einem Interview zu Protokoll: &bdquo;<em>Ich mag die Songs von Kris Kristofferson einfach. Viele der Stimmungen und Gef&uuml;hle, die er musikalisch beschrieb, kenne ich auch von mir. Deshalb haben meine Texte oft einen biografischen Bezug. Wie die von Kristofferson auch.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p>F&uuml;r seine LP h&auml;tte Lechtenbrink sogar den deutschen Schallplattenpreis als bester Newcomer erhalten &ndash; wegen seiner Telefunken-Single aus 1966 war er aber kein wirklicher Newcomer mehr, folglich wurde ihm der Preis leider nicht verliehen.<\/p>\n<p>Trotz des vermeintlich anspruchsvollen Materials wurde die LP ein kommerzieller Erfolg und schaffte es unter die Top 30 der meistverkauften LPs in Deutschland &ndash; f&uuml;r deutschsprachige Produktionen in den 1970er Jahren nicht unbedingt eine Selbstverst&auml;ndlichkeit. Die Single &bdquo;<strong>Der Macher<\/strong>&ldquo; stellte Volker Lechtenbrink bei einem legend&auml;ren Auftritt am 10. April 1976 in der ZDF-Hitparade vor. Legend&auml;r deshalb, weil er sich w&auml;hrend seines Vortrags l&auml;ssig eine Zigarette anz&uuml;ndete und der Text f&uuml;r Hitparaden-Verh&auml;ltnisse recht wenig kommerziell gehalten war &ndash; ein Aufschneider schindet Eindruck und landet dabei bei geblendeten Frauen. Damit &uuml;bernahmen Lechtenbrink und <em>Kiesewetter<\/em> den Inhalt des Originalsongs. Der Hitparaden-Auftritt machte sich bezahlt &ndash; vor fast genau 40 Jahren, am 26. April 1976, stieg die Single in die deutsche Verkaufshitparade ein &ndash; hilfreich dabei war sicher auch ein Auftritt am 27. M&auml;rz 1976 in Ilja Richters &bdquo;Disco&ldquo;.<\/p>\n<p>Die zweite Auskopplung aus dem Erfolgsalbum war die deutsche Version des <em>Kristofferson<\/em> Hits &bdquo;Out Of Mind, Out Of Sight&ldquo; &ndash; daraus wurde &bdquo;<strong>Junge, lass die Flasche steh&rsquo;n (aus den Augen &ndash; aus dem Sinn)<\/strong>&ldquo;. W&auml;hrend dieser Titel nicht mehr sonderlich bekannt ist, wurde die B-Seite zu einem Evergreen. Die deutsche Version von &bdquo;Jody And the Kid&ldquo;, &bdquo;Volker und das Kind&ldquo;, wurde viele Jahre lang gerne im Rundfunk gespielt.<\/p>\n<p>Die zweite LP Lechtenbrinks (&bdquo;Nummer 2&ldquo;) war zugleich die erste mit eigenen (nicht gecoverten) Songs. F&uuml;nfmal textete Lechtenbrink selbst Autobiografisches, viermal schrieb Kiesewetter den Text zur <em>Brien O&rsquo;Docker<\/em>-Komposition. Hinzu kam ein Lied des friesischen Bildhauers <em>Hein Hoop<\/em> sowie das Lied &bdquo;Der Artist&ldquo;, das aus Kiesewetters fr&uuml;herer Gesangszeit stammt. Der Musikmarkt befand damals: &bdquo;<em>Volker Lechtenbrink besticht auch auf der neuen LP wieder durch seinen saloppen, sonoren Sprechgesang und die besungene Thematik, egal ob als Frauenidol, fantasievoller Vater oder guter Beobachter seiner Umwelt.<\/em>&ldquo;<\/p>\n<p>Als erste Single kam ein von Arrangeur <em>John O&rsquo;Brien-Docker<\/em> komponiertes und Lechtenbrink getextetes St&uuml;ck namens &bdquo;<strong>Harry Lehmann<\/strong>&ldquo; auf den Markt. Der Protagonist des Liedes geht samstags ins Kino und identifiziert sich mit den Kinohelden so sehr, dass teilweise der Bezug zur Realit&auml;t verloren geht &ndash; f&uuml;r einen Hit war dieser originelle Textinhalt wohl zu sperrig.<\/p>\n<p>Mit der zweiten Single aus seinem zweiten Album hatte Volker &ndash; naaa &ndash; richtig: seinen zweiten Auftritt in der ZDF-Hitparade, den er am 6. August 1977 absolvierte. Sein von <em>Knut Kiesewetter<\/em> getextetes Lied &bdquo;<strong>Du siehst zu gut aus<\/strong>&ldquo; konnte sich aber nicht platzieren. In gewohnt origineller Weise beklagt Lechtenbrink die Sch&ouml;nheit(!) der Partnerin, weil die auch negative Seiten hat &ndash; Zitat: &bdquo;<em>Jetzt schm&uuml;ckst Du Deine Sch&ouml;nheit noch &ndash; mit teurem Schmuck und teurem Tuch &ndash; und das kostet mein Geld &ndash; Du siehst zu gut aus. &hellip; Und ich merk&lsquo;, dass Deine Sch&ouml;nheit zu viel kostet<\/em>&ldquo;. Der Berliner &bdquo;<em>Chez Alex<\/em>&ldquo; brachte es in den 1980er Jahren verk&uuml;rzt auf den Punkt: &bdquo;Sch&ouml;ne Frauen kosten Geld&ldquo;. Ein kommerzieller Erfolg wurde auch diese Nummer allerdings nicht &ndash; vielleicht sah Volker einfach zu gut aus?<\/p>\n<p>Das Zugpferd aus Lechtenbrinks dritter LP &bdquo;Alltagsgeschichten&ldquo;, einem Album, zu dem er erneut die H&auml;lfte der Texte selber geschrieben hatte, war &bdquo;<strong>Erst dr&uuml;ben die Dame<\/strong>&ldquo;, geschrieben von <em>Hein Hoop<\/em> und <em>Knut Kiesewetter<\/em>. Erneut bot Volker einen originellen Text im Country-Gewand, in dem es darum geht, dass gewisse Priorit&auml;ten bisweilen zu setzen sind&hellip; Es reichte Ende 1977 f&uuml;r einen kleinen Radiohit.<\/p>\n<p>Um die erste &bdquo;Best Of&ldquo;-Ver&ouml;ffentlichung, die 1978 unter dem Titel &bdquo;Star Gala&ldquo; erschien, zu komplettieren, wurde im Fr&uuml;hjahr &bdquo;<strong>Hitch Hike Baby (kleine Rasthaus-Lady)<\/strong>&ldquo; ver&ouml;ffentlicht &ndash; die deutsche Version des <em>Dennis Dale<\/em>-Countrysongs &bdquo;Hitch Hike&ldquo;.<\/p>\n<p>Kurz darauf erschien Lechtenbrinks vierte LP namens &bdquo;Meine T&uuml;r steht immer offen&ldquo;, auf der insbesondere wieder Coverversionen von Countrysongs zu h&ouml;ren sind. Sein neues Programm stellte Lechtenbrink am 2. Dezember 1978 in seiner Personality-Show &bdquo;Volker Lechtenbrink&ldquo; vor und war am 22. Dezember 1978 in der ZDF-Sendung &bdquo;Liederzirkus&ldquo; zu Gast. Im Folgejahr bekam er eine eigene TV-Show vom Saarl&auml;ndischen Rundfunk namens &bdquo;Live: Volker Lechtenbrink&ldquo;. Ab dem dem 18. Februar moderierte er neun mal die vom SWF produzierte anspruchsvolle Pop-Sendung &bdquo;Lieder und Leute&ldquo;.<\/p>\n<p>Aus <em>Kenny Rogers<\/em>&lsquo; &bdquo;The Gambler&ldquo; machte Lechtenbrink &bdquo;<strong>Der Spieler<\/strong>&ldquo;. Komponist des Liedes ist &uuml;brigens ein amerikanischer Songschreiber mit dem interessanten Namen <em>Don Schlitz<\/em>. Am 25. Juni 1979 stellte er seinen Titel in <em>Ilja Richters<\/em> &bdquo;Disco&ldquo; vor. In der gleichen Show sang damals <em>Peter Maffay<\/em>, f&uuml;r den Lechtenbrink damals auch als Textdichter t&auml;tig war, so schrieb er f&uuml;r <em>Maffay<\/em> Texte des gigantisch erfolgreichen Albums &bdquo;Steppenwolf&ldquo;, mit dem <em>Maffay <\/em>so etwas wie einen Imagewandel einl&auml;utete.<\/p>\n<p><em>Peter Maffay<\/em> revanchierte sich, indem er (gemeinsam mit <em>Peter Wagner<\/em>) als Produzent und teilweise auch als Komponist f&uuml;r Lechtenbrinks f&uuml;nfte, in Berlin produzierte LP &bdquo;<strong>Leben so wie ich es mag<\/strong>&ldquo; in Erscheinung trat. Sieben der zw&ouml;lf neuen Titel komponierte <em>Maffay;<\/em> drei weitere steuerte <em>Maffay<\/em>s damaliger Partner <em>Johnny Tame<\/em> bei. S&auml;mtliche Texte der neuen LP schrieb Lechtenbrink selber. W&auml;hrend die ersten vier LPs eher Country-lastig waren, war die f&uuml;nfte LP weit Rock-lastiger, was sicher dem Einfluss <em>Peter Maffays<\/em> geschuldet war, der gleich einige seiner Studiomusiker mitbrachte (u. a. <em>Bertram Engel, Steffi Stephan, Jean-Jacques Kravetz <\/em>und <em>Frank Diez<\/em>).<\/p>\n<p>Der Titelsong, die deutsche Version des <em>Don Williams<\/em>-Hits &bdquo;Tulsa Time&ldquo;, schaffte es am 19. Mai 1980 nach l&auml;ngerer Zeit mal wieder in die ZDF Hitparade. Der Text war Volker wohl so wichtig, dass er ihn auf der R&uuml;ckseite des Single-Covers komplett abdrucken lie&szlig;. Als zweite Auskopplung entschied man sich f&uuml;r das beschwingte Lied &bdquo;<strong>Dame und Clown<\/strong>&ldquo;, das von <em>Johnny Tame<\/em> komponiert wurde. Auch mit dem Song war Volker am 20. Oktober 1980 in der ZDF-Hitparade zu Gast.<\/p>\n<p>Anfang 1981 produzierte Volker Lechtenbrink dann seine sechste LP &ndash; im ber&uuml;hmten &bdquo;Studio Maschen&ldquo;, das seinerzeit ja auch von &bdquo;<em>Truck Stop<\/em>&ldquo; besungen wurde, entstand die LP &bdquo;Schon m&ouml;glich&ldquo; &ndash; erneut mit Texten von Volker Lechtenbrink, die diesmal von Produzent <em>Michael Reinecke<\/em> komponiert wurden. Die erste &ndash; wieder eher Country-angehauchte &ndash; Single war die anr&uuml;hrende Vater-Sohn-Geschichte &bdquo;<strong>Ein Indianer kennt keinen Schmerz<\/strong>&ldquo; &ndash; hier schildert Lechtenbrink aus eigener Erfahrung die Situation von Scheidungskindern. Das Lied wurde am 18. Mai 1981 in <em>Ilja Richters<\/em> Disco vorgestellt; weitere Auftritte gabe es u. a. bei &bdquo;Bananas&ldquo; (14.07.81) und in der &bdquo;Aktuellen Schaubude&ldquo; (19.09.81).<\/p>\n<p>Mit der zweiten Single aus dem Album landete Volker einen absoluten Volltreffer: &bdquo;<strong>Ich mag<\/strong>&ldquo; ist bis heute ein gern geh&ouml;rter Ohrwurm &ndash; vielleicht auch, weil er in der Kinder-Version von Rolf Zuckowski weitere Popularit&auml;t erzielen konnte. Am 4. Januar 1982 trat Volker mit dem Lied &uuml;ber seine &bdquo;ganz pers&ouml;nlichen Lebensqualit&auml;ten&ldquo; erneut in der &bdquo;Disco&ldquo; auf. Die Textpassage &bdquo;&hellip;und ganz doll Dich&ldquo; ist fast so etwas wie ein gefl&uuml;geltes Wort geworden. Mit dem Lied machte Lechtenbrink &uuml;brigens auch Werbung f&uuml;r Malzkaffee (&bdquo;Caro, ich mag Dich&ldquo;). 1984 kam das Lied gar in das Guinness Buch der Rekorde mit den meisten Strophen &ndash; auf Initiative <em>Rolf Zuckowskis<\/em>&nbsp; wurden f&uuml;r ein Chortreffen sehr viele Strophen zu dem Lied getextet.<\/p>\n<p>Bereits 1974 hatte der amerikanische Countrys&auml;nger <em>Tom T. Hall<\/em> eine Single namens &bdquo;I Love&ldquo; herausgebracht und damit einen Top-12-Hit in den US-Charts gelandet. B&ouml;se Zungen behaupten, von dem Song habe sich Lechtenbrink &ndash; nennen wir es so: &bdquo;inspirieren&ldquo; lassen.<\/p>\n<p>Offensichtlich war Lechtenbrink mit der Zusammenarbeit mit <em>Reinecke<\/em>, der zeitweilig den Spitznamen &bdquo;Der Macher vom Macher&ldquo; erhielt, zufrieden &ndash; gemeinsam produzierten die beiden im Studio Maschen eine weitere LP namens &bdquo;Wer spielt mit mir?&ldquo;, hochprozentig mit <em>Reinecke\/<\/em>Lechtenbrink-Liedern, aber auch zwei Cover-Songs und einer Komposition von <em>Peter Maffay<\/em>. Immer noch top-aktuell, hat das Titelst&uuml;ck zur siebten Lechtenbrink-LP ein fremdl&auml;ndisches M&auml;dchen zum Inhalt. Als Single-Auskopplung entschied man sich aber wieder f&uuml;r einen autobiografisch anmutenden Song mit einem sehr r&uuml;hrenden Text: Mit &bdquo;<strong>Ich glaube Oma, Du sitzt auf &rsquo;ner Wolke<\/strong>&ldquo; setzte Lechtenbrink seiner Gro&szlig;mutter ein wundersch&ouml;nes Denkmal &ndash; sicher k&ouml;nnen sich sehr viele Menschen mit diesem sch&ouml;nen Lechtenbrink-Text identifizieren.<\/p>\n<p>Im Herbst 1982 wurde ein TV-beworbenes Album ver&ouml;ffentlicht mit Volkers bekanntesten Liedern. Die LP &bdquo;Herz und Schnauze&ldquo; schaffte es immerhin bis in die Top-30 der damaligen LP-Charts.<\/p>\n<p>Nachdem <em>Michael Reinecke<\/em> sich 1983 voll auf den Grand Prix konzentrierte &ndash; gemeinsam mit Volker Lechtenbrink schrieb er den Eurovisions-Song &bdquo;R&uuml;cksicht&ldquo; von <em>Hoffmann und Hoffmann<\/em> -, wurde dann doch wieder der Produzent gewechselt. Seine achte LP &bdquo;<strong>Lebe heute<\/strong>&ldquo;, deren Titellied auch auf Single erschienen ist, produzierte Lechtenbrink gemeinsam mit dem Gitarristen vieler <em>Lindenberg<\/em>&#8211; und <em>Maffay<\/em> Aufnahmen <em>Steffi Stephan<\/em>, der fortan auch als Komponist f&uuml;r ihn t&auml;tig war. Sein neuer Song wurde am 10. September 1983 in der &bdquo;Aktuellen Schaubude&ldquo; vorgestellt. Die 1983er LP war wieder etwas rockiger gehalten. Eine &bdquo;geniale Idee&ldquo; wurde auf dem Album auch umgesetzt &ndash; mit historischem Zitat schuf man das Lied &bdquo;Lieb Vaterland&ldquo; &ndash; irgendwie hatte da doch vorher schon jemand genau diese Idee&hellip;!?<\/p>\n<p>Nachdem die Neue Deutsche Welle Band &bdquo;<em>Trio<\/em>&ldquo; <em>Paul Breitner<\/em> mit dem Lied &bdquo;Los Paul&ldquo; ein Denkmal gesetzt hatten, machte Lechtenbrink zum Abschied des Fu&szlig;ballers ein zu ihm passendes Lied, das nur auf der seltenen Single zu finden ist. Gemeinsam mit <em>Steffi Stephan<\/em> schrieb er &bdquo;<strong>Der Paul tritt ab<\/strong>&ldquo;. Auf der B-Seite findet sich &uuml;brigens eine Spezial-Version des &bdquo;Ich mag&ldquo;-Songs: &bdquo;Ich mag Fu&szlig;ball&ldquo;.<\/p>\n<p>Nicht <em>Beethovens,<\/em> sondern Lechtenbrinks Neunte wurde dann wieder von <em>Michael Reinecke<\/em> produziert. Zielsetzung des letzten bei Polydor erschienenen Albums war, Lechtenbrinks gesamte Bandbreite zu zeigen. Die Themenvielfalt ging vom autobiotgrafischen &bdquo;So bin ich&ldquo; und Liebesliedern wie &bdquo;Betrogener Betr&uuml;ger&ldquo; bis hin zu Zeigefinger-Lieder der Marke &bdquo;Narrenh&auml;nde&ldquo;. Die erste Single, &bdquo;<strong>Annonce<\/strong>&ldquo;, wurde in vielen TV-Sendungen vorgestellt, zum Beispiel am 5. Januar 1985 in Dieter Thomas Hecks&hellip;. &ndash; nein, nicht Hitparade, die hatte er ja kurz zuvor aufgegeben, nein diesmal in dessen &bdquo;Pyramide&ldquo;-Show.<\/p>\n<p>Die letzte bei Polydor erschienene Single war das Leitmotiv der am 1. Dezember 1984 ausgestrahlten ZDF-Show &bdquo;Gro&szlig;e Show f&uuml;r kleine Leute&ldquo; &ndash; mit &bdquo;<strong>Was k&ouml;nnen wir denn daf&uuml;r tun?<\/strong>&ldquo; verabschiedete sich Lechtenbrink von seiner langj&auml;hrigen Plattenfirma.<\/p>\n<p>Mitte der 1980er Jahre sorgte eine Fernsehserie f&uuml;r Aufsehen: &bdquo;Ein Colt f&uuml;r alle F&auml;lle&ldquo; mit <em>Lee Majors<\/em>, der auch das Titellied &bdquo;The Unknown Stuntman&ldquo; sang. Der Country-Song gefiel Lechtenbrink so gut, dass er eine von <em>Michael Reinecke<\/em> produzierte Aufnahme namens &bdquo;<strong>Der Stuntman<\/strong>&ldquo; ver&ouml;ffentlichte &ndash; seine einzige bei Bellaphon erschienene Single.<\/p>\n<p>Nach einer l&auml;ngeren Kreativpause spielte Volker bei der 50. &bdquo;Jubil&auml;umsfolge&ldquo; der ZDF-Krimireihe &bdquo;Ein Fall f&uuml;r zwei&ldquo; an der Seite von <em>Heidi Br&uuml;hl<\/em> mit. Die Folge trug den Titel, den auch die neue Single bekam: &bdquo;<strong>Irgendwann<\/strong>&ldquo;. Am 21. Mai 1987 wurde die Sendung ausgestrahlt, einen Tag sp&auml;ter war Lechtenbrink erneut in <em>Dieter Thomas Hecks<\/em> &bdquo;Pyramide&ldquo; zu Gast. Die neue Plattenfirma Metronome inserierte: &bdquo;Ein Fall f&uuml;r die Charts&ldquo; und sollte Recht behalten: Satte 15 Wochen konnte sich der Titel in den deutschen Single-Charts halten. Am 16. Juli 1987 gab es auch wieder einen Auftritt in der inzwischen von <em>Viktor Worms<\/em> moderierten ZDF-Hitparade. Erstmals &uuml;berhaupt konnte Volker sich platzieren, so dass er am 20. August 1987 erneut seinen Titel in der beliebten Berliner TV-Show pr&auml;sentieren konnte. Die Erfolgs-Single wurde von <em>Birger Heymann<\/em> und <em>Michael Reinecke<\/em> komponiert, Lechtenbrink schrieb sich den Text (wie &uuml;blich) selbst, die Produktion &uuml;bernahm das Hamburger Urgestein <em>Joe Menke<\/em> (Vater von &bdquo;Fr&auml;ulein&ldquo; <em>Franziska Menke<\/em>).<\/p>\n<p>Der gro&szlig;e Erfolg der Single gab wohl den Impuls, eine neue LP zu produzieren. Unter der bew&auml;hrten Produzenten-Regie von Michael Reinecke wurde im Sommer 1987 im ber&uuml;hmten Studio Maschen die zehnte Lechtenbrink-LP &bdquo;<strong>Ich kann gewinnen<\/strong>&ldquo; produziert. Den von <em>Alexander Menke<\/em> (Sohn des Produzenten Joe Menke) mitgeschriebenen Titelsong stellte Volker am 28. November 1987 in der gro&szlig;en ZDF-Show &bdquo;Wetten, dass&hellip;!?&ldquo; vor.&nbsp; Erneut waren angesehene Studiomusiker wie <em>Werner Baecker, Tissy Thiers <\/em>und<em> Curt Cress<\/em> bei der Produktion an Bord. Am 7. Januar 1988 stellte er seine neue Produktion in <em>Harald Juhnkes<\/em> ARD-Show &bdquo;Willkommen im Club&ldquo; vor.<\/p>\n<p>Als dritte Single aus dem zehnten Album wurde noch das nachdenkliche Chanson &bdquo;<strong>Schweige<\/strong>&ldquo; als Single ver&ouml;ffentlicht. Der von Lechtenbrink verfasste Text wurde auf der R&uuml;ckseite des Single-Covers abgedruckt, was insofern ungew&ouml;hnlich ist, als &bdquo;Schweige&ldquo; eine reine Promo-Single war.<\/p>\n<p>1989 ver&ouml;ffentlichte Lechtenbrink bei Metronome seine bislang letzte LP &bdquo;Herzschlag&ldquo;. Produzenten waren diesmal <em>Mats Bj&ouml;rklund<\/em> und <em>Helmut Frey.<\/em> Als Single wurde zun&auml;chst die vom ehemaligen Schlagzeuger der <em>Spider Murphy Gang, Franz Trojan,<\/em> komponierte und Lechtenbrink getextete Nummer &bdquo;<strong>Wenn die Nacht kommt<\/strong>&ldquo; ausgekoppelt.<\/p>\n<p>W&auml;hrend die erste Single des letzten Lechtenbrink-Albums eher ein Pop-Schlager war, war die letzte bislang von Lechtenbrink ver&ouml;ffentlichte Single wieder im &bdquo;traditionellen&ldquo; Country-Stil gehalten. Die von <em>Harald Steinhauer<\/em> und <em>Helmut Frey<\/em> mit Lechtenbrink geschriebene Single &bdquo;<strong>Ich dr&uuml;ck&lsquo; beide Augen zu<\/strong>&ldquo; wurde kein Hit, obwohl sie recht kommerziell gehalten war. Beide Singles der letzten CD wurden &uuml;brigens auch f&uuml;r die ZDF-Hitparade nach dem damaligen &bdquo;Vier aus acht&ldquo;-System nominiert, schafften es aber nicht in die von <em>Viktor Worms<\/em> moderierte Show.<\/p>\n<p>Einige Jahre nach Lechtenbrinks Gesangskarriere machte sich die sehr angesehene umtriebige Plattenfirma Bear Family Records daran, Lechtenbrinks Gesamtwerk zusammentragen, was hervorragend gelang: Auf sieben CDs wurden s&auml;mtliche Aufnahmen des K&uuml;nstlers zusammengetragen, dazu wurde ein Begleitbuch erstellt und unter dem Namen &bdquo;Der ganze Lechtenbrink&ldquo; ver&ouml;ffentlicht. Wer mag, kann sich zum &bdquo;Spottpreis von nur noch&ldquo; EUR 899,00 diese CD-Kollektion bei Amazon kaufen.<\/p>\n<p>Eine etwas g&uuml;nstigere Version ist die 2010 ebenfalls bei Bear Family Records erschienene CD &bdquo;Leben so wie ich es mag&ldquo;, auf der die ersten neun Singles und alle Kristofferson-Coversongs vereint wurden &ndash; erneut mit einem gro&szlig;z&uuml;gigen Booklet versehen.<\/p>\n<p>Im gleichen Jahr erschien seine Autobiografie &bdquo;Gib die Dinge der Jugend mit Grazie auf&ldquo;.<\/p>\n<p>Nach l&auml;ngerer Zeit trat Lechtenbrink im Herbst 2015 bei <em>Carmen Nebel<\/em> auf und sang &bdquo;live&ldquo; seinen &bdquo;Ich mag&ldquo;-Klassiker. Einige Jahre zuvor gab es schon Ger&uuml;chte, er wolle wieder wieder als S&auml;nger t&auml;tig werden, und zwar im Duett mit <em>Mary Roos<\/em> &ndash; leider wurde das Projekt bis heute nie umgesetzt, obwohl der langj&auml;hrige gemeinsame Produzent <em>Michael Reinecke<\/em> ein Indikator daf&uuml;r war, dass da etwas h&auml;tte dran sein k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Abgesehen von H&ouml;rb&uuml;chern (als Synchronsprecher ist Lechtenbrink auch beliebter Vorleser von (H&ouml;r-)B&uuml;chern wie &bdquo;Dreifach&ldquo; von <em>Ken Follet<\/em> oder &bdquo;Perry Rhodan&ldquo;) muss man wohl vorerst auf neue Tontr&auml;ger von Volker Lechtenbrink verzichten. Seinen Gesang hat er mal als eine &bdquo;Episode&ldquo; bezeichnet, die nun wohl (leider) vorbei ist.<\/p>\n<p>Stephan Imming, 02.05.2016<\/p>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neuzugang 26.04.1976!\u00a0 Am 18. August 1944 wurde VOLKER LECHTENBRINK in Cranz (Ostpreu&szlig;en) geboren. 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