{"id":76888,"date":"2016-06-01T00:00:00","date_gmt":"2016-06-01T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=76888"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"PETER-ALEXANDER-smago-Serie-Sch-76887","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/PETER-ALEXANDER-smago-Serie-Sch-76887\/","title":{"rendered":"PETER ALEXANDER <br \/>smago! Serie &quot;Schlager-R\u00fcckblick &quot;Vor 40 Jahren&quot; von Stephan Imming &#8211; Teil 60: &quot;Die kleine Kneipe&quot; (1\/9)!"},"content":{"rendered":"<p>Neuzugang 03.05.1976! BITTE BEACHTEN SIE: Dieser Artikel ist aufgrund seiner \u00dcberl\u00e4nge in 9 Kapitel unterteilt, die nach und nach ver\u00f6ffentlicht werden!\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Rahmen unseres &bdquo;Schlager-R&uuml;ckblicks&ldquo; ist nun der gro&szlig;e PETER ALEXANDER an der Reihe. Er nimmt sicher eine Ausnahmestellung in der deutschen Showszene ein, da als er einer der gr&ouml;&szlig;ten und erfolgreichsten Entertainer aller Zeiten gilt, zumindest, was den deutschen Sprachraum angeht. Der Artikel wird in diesem Fall daher in acht Teile aufgeteilt.<\/p>\n<p>Vielen Dank an den K&uuml;nstleragenten <em>Thorsten Groneberg<\/em>, der sein umfangreiches Detailwissen &uuml;ber Peter Alexander in den Artikel hat einflie&szlig;en lassen und uns ein paar Fotos aus seinem Archiv zur Verf&uuml;gung gestellt hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<strong><u>Teil 1: Kindheit und Jugend<\/u><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 30. Juni 1926 um 15:00 Uhr wurde Peter Alexander Ferdinand Maximilian Neumayer als einziges Kind des Bankrates <em>Anton Neumayer<\/em> und dessen Frau <em>Berta<\/em> (geb. <em>Wenzlick;<\/em> *1896, + 1987), die Tochter eines Musikalienh&auml;ndlers aus dem b&ouml;hmischen Pilsen war, in Wien (Hospital Rudolfinerhaus) geboren. Peter Alexander, wie er sich sp&auml;ter nannte, wuchs in seiner Geburtsstadt Wien auf. Sein extrem strenger Vater starb 1947 im Alter von 47 Jahren an den Folgen seiner im Krieg erlittenen Verletzungen.<\/p>\n<p>Bereits im Kindesalter sang und parodierte Alexander gerne, interessierte sich aber auch f&uuml;r klassische Musik (insbesondere f&uuml;r die des Komponisten <em>Richard Wagner<\/em>). Als 15-J&auml;hriger brachte er sich als Autodidakt das Klavierspiel selbst bei. Mehrfach versuchten Peters Eltern, ihren Filius zu &uuml;berreden, Mitglied der <em>Wiener S&auml;ngerknaben<\/em> zu werden &ndash; der lehnte aber stets ab &ndash; unter anderem, weil er nicht so gerne auf Reisen gehen wollte.<\/p>\n<p>Peters Gro&szlig;vater war Musikalienh&auml;ndler, er besa&szlig; ein Gesch&auml;ft in der Klattauer Stra&szlig;e, hinter dem Pilsner Stadttheater, und hatte auch Schallplatten im Sortiment. Jeden Abend vor Ladenschluss gab er eine Plattenvorf&uuml;hrung mit von ihm ausgesuchten St&uuml;cken. Eines Tages &uuml;bernahm Peter diese Funktion des &bdquo;DJs&ldquo; und spielte Schallplatten jeglicher Art &ndash; vom Gassenhauer bis hin zu seinen geliebten <em>Wagner<\/em> Arien. Besonders angetan hat es ihm aber auch&nbsp; <em>Jack Smith<\/em>, der &bdquo;Fl&uuml;sterbariton&ldquo;, und <em>Richard Tauber.<\/em><\/p>\n<p>Seine Schulzeit verbrachte Peter zun&auml;chst in der Volksschule Galileigasse und dann auf dem humanistischen Gymnasium in Wien-D&ouml;bling. Bei der Aufnahmefeier deb&uuml;tierte Peter als S&auml;nger, er sang die Gralserz&auml;hlung aus &bdquo;Lohengrin&ldquo;. Als Sch&uuml;ler war er durchschnittlich,&nbsp; insbesondere Mathematik lag ihm nicht, besser lief es in Latein und &ndash; wer h&auml;tte das gedacht? &ndash; Musik.&nbsp; &#8211; Wegen verschiedener Streiche musste er das Gymnasium verlassen. Ausschlaggebend war wohl der Wurf eines mit Wasser gef&uuml;llten Beutels aus dem Fenster der Schule, bei dem er einen Mathematiklehrer traf. Scherzhaft forderte Peter im fortgeschrittenen Alter, an seiner damaligen Schule eine Tafel aufzuh&auml;ngen: &bdquo;<em>Hier hat von 1936 bis 1941 Peter Alexander geschlafen.<\/em>&ldquo; &#8211; Peters Vater schickte ihn daraufhin ins b&ouml;hmische Znaim zum Gro&szlig;vater. Dort legte er 1944 kriegsbedingt per Notabitur die Matura ab. Das Notabitur hatte zum Hintergrund, dass man bem&uuml;ht war, m&ouml;glichst fr&uuml;hzeitig junge M&auml;nner f&uuml;r den Kriegsdienst einsetzen zu k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Schon im Alter von 15 Jahren bewarb sich Peter 1941 auf ein Inserat der Volksoper in der Wiener W&auml;hringerstra&szlig;e als Statist f&uuml;r den Opernchor. Er wurde engagiert und verdingte sich als Bauer, Soldat oder Mann des Volkes. Zu seinem Leidwesen wurde Peter im September 1943 als Luftwaffenhelfer (&bdquo;Flakhelfer&ldquo;) einberufen, um sp&auml;ter wieder die Schule zu besuchen.<\/p>\n<p>Nach dem Abitur wurde er bis Mai 1944 als Arbeitsdienstmann (in Breslau) eingesetzt, wo er im Rahmen von Veranstaltungen erstmals sein kom&ouml;diantisches Talent ausprobieren konnte. Anschlie&szlig;end wurde er zum Heer einberufen und meldete sich als Marinesoldat, wo er in Kiel und Kopenhagen eingesetzt wurde. Kurz vor Kriegsende 1945 geriet Peter Alexander in britische Kriegsgefangenschaft. In mehreren Kriegsgefangenenlagern in Ostfriesland bet&auml;tigte er sich als S&auml;nger (gerne auch am Klavier, wobei seine Vorliebe dem Jazzpiano galt), Schauspieler und Parodist. Seinen ersten ernsthaften Auftritt als Schauspieler hatte Peter dann auch 1946 im Gefangenenlager Jever. Sein Mitgefangener war <em>Gustav Barthelmus<\/em>, Generalintendant des Klagenfurter Schauspielhauses &ndash; der inszenierte unter Mitwirkung Peter Alexander den &bdquo;Jedermann&ldquo; und darauf die Operette &bdquo;Dreim&auml;derlhaus&ldquo;.<\/p>\n<p>Nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft schrieb Peter Alexander sich im Sommer 1946 seinen Eltern (insbesondere seinem kranken Vater) zuliebe an der Universit&auml;t Wien f&uuml;r das Fach Medizin ein (Ziel war es, die Praxis eines Onkels zu &uuml;bernehmen) und besuchte immerhin eine Vorlesung. Er bemerkte, dass er eine andere Berufung hatte, n&auml;mlich die des Schauspielers (sein Wunsch war es, ein Engagement am Burgtheater in Wien zu bekommen). Er begann eine Ausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Wien, dessen Aufnahmepr&uuml;fung er Ende 1946 bestand und das er 1948 mit Auszeichnung abschloss (Schauspiel- und Regieseminar Sch&ouml;nbrunn), somit war er amtlich gepr&uuml;fter Schauspieler. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich in dieser Zeit als Bar-Pianist.&nbsp; Dort kultivierte er seine Vorliebe f&uuml;r Parodien: &bdquo;<em>Ich parodierte schon meine Lehrer auf der Schauspielschule<\/em>&ldquo;. Fortan nannte er sich nur noch mit seinen beiden Vornamen und lie&szlig; die &bdquo;restlichen&ldquo; Namen wegfallen. Die Idee dazu soll der Legende nach sein Reinhardt-Seminar-Kollege <em>Walter Reyer<\/em> gehabt haben. Weitere ber&uuml;hmte Kollegen seines Jahrgangs waren <em>Erwin Strahl, Romuald Pekny<\/em> und <em>Ernst Stankovski.<\/em><\/p>\n<p>Um finanziell &uuml;ber die Runden zu kommen, emigrierte Peters Mutter 1948 gemeinsam mit einer Freundin nach England, um &bdquo;Nurse&ldquo; (Kinderm&auml;dchen) zu werden und so den Lebensunterhalt zu verdienen. Sohn Peter durfte in ihrer Wohnung leben und seinen Haupt-Lebensunterhalt von der (kleinen) Witwenrente bestreiten. Im Jahr 1950 besuchte Peter seine Mutter in England und nutzte die Gelegenheit, ein Konzert des Entertainers <em>Frank Sinatra<\/em> im Londoner Palladium zu besuchen. Von dem Moment an war Peter &bdquo;infiziert&ldquo;; das Ziel, S&auml;nger und Entertainer zu werden, war damit klar festgelegt.<\/p>\n<p>Bereits 1948 wirkte Peter Alexander erstmals an einem Kinofilm mit &ndash; er spielte einen &bdquo;Gast bei Frau Stein&ldquo; im Film &bdquo;Der Engel mit der Posaune&ldquo;. Aber auch in Sachen &bdquo;Theater&ldquo; lief es rund. Professor <em>Franz Sto&szlig;<\/em>, der damalige Direktor des Wiener B&uuml;rgertheaters engagierte Peter aufgrund seiner Leistungen bei der Abschlusspr&uuml;fung des Max-Reinhardt-Seminars, bei der er u. a. den schwulen Herrenschneider in dem Krimi &bdquo;Der Prozess der Mary Dugan&ldquo; spielte.<\/p>\n<p>Seine allererste B&uuml;hnenrolle erhielt Peter durch einen Zufall: In der Operette &bdquo;Abschiedswalzer&ldquo;, bei dem er bereits &uuml;ber mehrere Wochen lang jeden Tag im B&uuml;rgertheater in der Kulisse stehend die Vorstellungen verfolgt hatte,&nbsp; fiel Schauspieler Franz Marischka krankheitsbedingt aus (er hatte sich bei einem Auftrittssprung den Meniskus gerissen). Peter Alexander vertrat ihn brillant und probierte in diesem St&uuml;ck erstmals auch seine Publikumswirksamkeit. Durch sein stummes Studieren in der Kulisse kannte er jede Rolle auswendig, so dass es ihm m&ouml;glich war, spontan einzuspringen. Seine B&uuml;hnenpartnerin war <em>Waltraut Haas, <\/em>mit der er sp&auml;ter drei erfolgreiche Filme drehen sollte, die beiden das Presseurteil &bdquo;Traumpaar&ldquo; einbrachten. Schon damals trat er bereits f&uuml;r eine Monatsgage von 200 Schilling unter dem Namen &bdquo;Peter Alexander&ldquo; auf. Er spielte in dieser Zeit auch in einer Kleinst-Rolle als Lakai in der &bdquo;Lustigen Witwe&ldquo; mit &ndash; seine Aufgabe war es dabei, nur einen Satz zu sagen: &bdquo;<em>Der Wagen ist gerade vorgefahren<\/em>&ldquo;. Star des Ensembles war sein gro&szlig;es Vorbild <em>Johannes Heesters<\/em>, mit dem er viele Jahre sp&auml;ter die Ehre hatte, in gro&szlig;en TV-Shows zusammenarbeiten zu d&uuml;rfen.<\/p>\n<p>Nach der Schie&szlig;ung des B&uuml;rgertheaters war er beim Theater in der Josefstadt engagiert. Bei einem Engagement als Pianist zu Silvester 1950\/51 lernte er die Liebe seines Lebens kennen, die Schauspielerin und S&auml;ngerin <em>Hilde Haagen<\/em>, traute sich jedoch wegen seines einfachen Pianisten-Jobs nicht, sie anzusprechen. Die war allerdings auch zu der Zeit noch verheiratet, allerdings schon im Begriff, sich von ihrem ersten Mann zu trennen. Wenngleich es keinen direkten Kontakt mit <em>Hilde Haagen<\/em> gab, hat Peter doch daf&uuml;r gesorgt, dass vermeintliche m&auml;nnliche Konkurrenz sich an <em>Hilde<\/em> &bdquo;ranmachen&ldquo; konnte, indem er schr&auml;ge Jazz-Harmonien am Klavier spielte, die nicht tanzbar waren und somit den Flirt der &bdquo;Konkurrenz&ldquo; erschwerten. &#8211;<\/p>\n<p>Nebenbei war Alexander auch in der &bdquo;Marietta-Bar&ldquo; des Kabarettisten <em>Gerhard Bronner<\/em> t&auml;tig, wo er u. a. <em>Hans Moser, Johannes Heesters<\/em> und <em>Zarah Leander<\/em> gekonnt parodierte. Dort soll u. a. erstmals auch Filmregisseur <em>Franz Antel<\/em> auf ihn aufmerksam geworden sein.<\/p>\n<p>Schon fr&uuml;h begann Alexander, an seiner S&auml;ngerkarriere zu arbeiten. Als der Musikproduzent <em>Gerhard Mendelson<\/em> im September 1951 &ouml;sterreichische S&auml;nger aufforderte, bei ihm vorzusingen, lie&szlig; der &Ouml;sterreicher sich nicht zweimal bitten und trug das Lied &bdquo;Wann wirst Du wieder bei mir sein?&ldquo; vor. <em>Mendelson<\/em> erkannte Alexanders Talent und engagierte ihn f&uuml;r eine erste Single. Die Zusammenarbeit ging &uuml;ber mehrere Jahre, genauer gesagt bis in den Oktober 1954.<\/p>\n<p>\n&nbsp;<\/p>\n<p><strong><u>VORSCHAU:<\/u><\/strong> In Teil 2 geht es um den Beginn von Peter Alexanders Schallplatten-Karriere.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/smago.de\/fotos\/pics\/images\/PA1.jpg\" style=\"width: 363px; height: 512px;\" \/><\/p>\n<p><em>Das Foto ist eine Portrait-Zeichnung des K&uuml;nstleragenten Thorsten Groneberg (von 1990).<\/em><\/p>\n<p>Stephan Imming, 31.05.2016<br \/>http:\/\/www.ariola.de<br \/>http:\/\/www.peter-alexander.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neuzugang 03.05.1976! 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