{"id":75991,"date":"2016-07-01T00:00:00","date_gmt":"2016-07-01T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=75991"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"UDO-JUERGENS-ua-smago-Gast-Kolu-75990","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/UDO-JUERGENS-ua-smago-Gast-Kolu-75990\/","title":{"rendered":"UDO J\u00dcRGENS u.a. <br \/>smago! Gast-Kolumne von Frank Ehrlacher: Der digitale Schlager oder &quot;Huh Hah Internet&quot;!"},"content":{"rendered":"<p>Der ultimative Chart Experte schreibt &#8230;:\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war eigentlich nur eine der &uuml;blichen, allj&auml;hrlichen Vertragsverl&auml;ngerungs-Pressemitteilungen zum Ende des 1. Halbjahrs: &quot;<strong>Sony Music wird weiterhin und langfristig den gesamten Katalog aller Udo-J&uuml;rgens-Tonaufnahmen vertreiben. Darauf einigte sich der Major mit dem Verwaltungsratspr&auml;sidenten der Udo J&uuml;rgens Master AG, Freddy Burger.&quot; Dazu ein Statement von Freddy Burger, Udos langj&auml;hrigem Manager: &quot;<\/strong>Wir werden gemeinsam alles daran setzen, dass die Musik dieses Ausnahme-K&uuml;nstlers unvergessen bleibt.&quot;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F&uuml;r die Freunde und Fans des deutschen Schlagers k&ouml;nnte aber in dieser Mitteilung etwas mehr stecken und Hoffnung machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p>\n<strong>Zum Hintergrund:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\nW&auml;hrend es im internationalen Musikgesch&auml;ft gang und g&auml;be ist, von jedem K&uuml;nstler, der die Top 10 auch nur einmal ansatzweise gestreift hat, s&auml;mtliche Alben auf CD und m&ouml;glichst auch zum legalen Download (wieder) zu ver&ouml;ffentlichen, hakt es im Segment Schlager da gewaltig. Von den meisten K&uuml;nstlern gibt es oft nur &quot;Best Of&quot;-Zusammenstellungen ihrer gr&ouml;&szlig;ten Hits und erfolgreichsten Singles, teilweise im attraktiv-preisg&uuml;nstigen Segment. Dies wird aber meines Erachtens den Interpreten in den meisten F&auml;llen nicht gerecht.<\/p>\n<p>Wenn ein K&uuml;nstler ein &quot;Album&quot; aufnimmt, ist dies im Unterschied zur Single ja die Gelegenheit, viele Facetten zu zeigen. Da muss nicht jeder Song ein Hit werden, nicht jedes St&uuml;ck tanzbar-discothekentauglich oder unter-drei-Minuten-rundfunktauglich sein &ndash; auf einem Album hat der K&uuml;nstler (und ich w&auml;hle diese Bezeichnung hier bewusst) 60 Minuten oder mehr Zeit, um auf in der Regel 10 bis 16 Titeln seine Bandbreite zu zeigen und sich dem Publikum zu &ouml;ffnen &ndash; daher auch die Bezeichnung &quot;Album&quot;, in dem man Seite um Seite umbl&auml;ttern kann, die eine vielleicht etwas k&uuml;rzer, die andere etwas l&auml;nger betrachten und sich damit auseinanderzusetzen, am Ende aber in jedem Fall ein umfassenderes Bild des K&uuml;nstlers zu haben.<\/p>\n<p>Die Gr&uuml;nde, warum man Schlager-K&uuml;nstler (vorwiegend die der 1970er und fr&uuml;hen 1980er Jahre, also vor der Markt-Einf&uuml;hrung der CD &ndash; in den fr&uuml;hen 1960er Jahren spielten Alben\/LPs noch eine eher untergeordnete Bedeutung) auf Hit-Zusammenstellungen beschr&auml;nkt, m&ouml;gen vielf&auml;ltig sein. Vermutlich rechnet man in vielen F&auml;llen f&uuml;r &quot;komplette Alben&quot; nicht mit allzu gro&szlig;er Resonanz beim Publikum &ndash; vor allem bei der j&uuml;ngeren Zielgruppe findet Schlager in der Tat vorwiegend auf &quot;Kult&quot;- oder Schlager-Partys statt, wo es dann selten &uuml;ber &quot;Er geh&ouml;rt zu mir&quot;, &quot;Moskau&quot; oder &quot;Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben&quot; hinausreicht und die meisten Party-Besucher nicht mal den Namen der Interpreten nennen k&ouml;nnten. In machen &ndash; zum Gl&uuml;ck nach meiner Kenntnis wenigen &ndash; F&auml;llen, sind es auch rechtliche Hindernisse, dass der damalige &quot;Schallplattenvertrag&quot; die digitale Nutzung nur unter weiter Auslegung zul&auml;sst &ndash; wenngleich ich da entgegenhalte, dass die CD nun seit 30 Jahren marktg&auml;ngig ist und hier gen&uuml;gend Zeit war, Rechtssicherheit zu schaffen. B&ouml;se Zungen sagen aber auch, man sehe den k&uuml;nstlerischen Anspruch vieler Schlager-Interpreten nicht so hoch an, als dass ein Album mehr w&auml;re, als die &quot;wahllose&quot; Zusammenstellung von 12 Songs &ndash; diesem widerspreche ich in den meisten F&auml;llen energisch.<\/p>\n<p>Wie dem auch sei &ndash; der Deal bez&uuml;glich der Auswertung der Udo J&uuml;rgens-Masterrechte k&ouml;nnte ein Signal sein, zumal die Rechtelage bei diesem K&uuml;nstler zu seinen Lebzeiten immer ein Sonderfall und damit Wiederver&ouml;ffentlichungen besonders problematisch waren. Bei einem anderen Gro&szlig;en, Peter Alexander, verhielt es sich zu Lebzeiten &auml;hnlich &ndash; im vergangenen Herbst beschenkte &quot;Sony Music Catalog&quot; dann die Fans aber mit der Wiederver&ouml;ffentlichung der meisten seiner 1970er und 1980er Jahre Alben (warum hier genau drei Alben ausgelassen wurden, bei denen nach meiner Kenntnis die Rechtelage identisch ist, konnte ich bislang nicht in Erfahrung bringen, aber kann ja hoffentlich nachgereicht werden \ud83d\ude09 ). Gleichzeitig ver&ouml;ffentlichte man auch einen Gro&szlig;teil des &quot;Lebenswerks&quot; von Michael Holm und Rex Gildo neu. Die Umsatzzahlen werden nicht gerade durch die Decke gehen &ndash; aber im Verh&auml;ltnis zum Aufwand (einmalige Digitalisierung der Masterb&auml;nde plus ggf. Rechtekl&auml;rung) steht auf der anderen Seite doch ein langfristiger Ertrag ohne hohe Vertriebs- und Marketing-Kosten.<\/p>\n<p>Vielleicht kommt durch den &quot;Udo J&uuml;rgens-Deal&quot; auch hier wieder etwas &quot;Leben&quot; in die Diskussion, ich m&ouml;chte einfach einmal ein paar K&uuml;nstler in den Raum stellen, von denen es kaum digitale (CD oder mp3) Alben gibt, um zu zeigen, dass es sich da aus musik-&quot;geschichtlicher&quot; Sicht und charttechnischer Relevanz keinesfalls um Nischen-Produkt handelt:<\/p>\n<p>So gibt es von der Gruppe &quot;<strong>Dschinghis Khan<\/strong>&quot;, die auch auf Schlager-Partys regelm&auml;&szlig;ig abgefeiert wird, kein einziges (!) Album auf CD\/zum Download.<\/p>\n<p>Auch von <strong>Chris Roberts<\/strong> gibt es bislang nur einige Alben bis 1972 &ndash; seine erfolgreiche Zeit der 1970er Jahre wird nicht abgedeckt. Von 16 Alben, die er zwischen 1970 und 1984 ver&ouml;ffentlichte, sind gerade einmal vier erh&auml;ltlich.<\/p>\n<p>Katja Ebstein &ndash; hier hat man bisher genau ein Album (von 13 des Analog-Zeitalters) wiederver&ouml;ffentlicht.<\/p>\n<p>Karel Gott &ndash; von 1970 bis 1984 hat es kein einziges seiner 13 Alben ins Digital-Zeitalter geschafft<\/p>\n<p>Mireille Mathieu &ndash; von 1969 bis 1984 nahm sie 17 deutschsprachige Alben auf &ndash; kein einziges ist digital erh&auml;ltlich (wobei auch hier zugegebenerma&szlig;en die Rechtesituation etwas schwieriger ist)<\/p>\n<p>Heino &ndash; auch hier sucht man seine Alben bis Mitte der 1980er Jahre vergeblich<\/p>\n<p>J&uuml;rgen Marcus &ndash; seine ersten acht Alben von 1973 bis 1978 sind digital nicht existent &ndash; auff&auml;llig ist hier, dass die drei Alben, die er nach der Trennung von Jack White f&uuml;r &quot;Telefunken&quot; aufnahm und in denen er sich chansonlastiger zeigte, den Weg auf CD fanden.<\/p>\n<p>Die Liste lie&szlig;e sich endlos fortsetzen &ndash; aber dies soll beileibe keine Klage &uuml;ber Vers&auml;umnisse der Vergangenheit sein, sondern Ansporn und Diskussionsansatz, diesem Segment mehr Liebe und Aufmerksamkeit zu schenken.<\/p>\n<p>Der deutsche Schlager geh&ouml;rt genauso zu &quot;unserer&quot; Kulturgeschichte, wie Bach, Mozart, Beethoven oder auch Elvis, die Beatles und die Rolling Stones &ndash; von allen genannten w&auml;re es undenkbar, wenn auch nur ein Schnipsel nicht digital verf&uuml;gbar w&auml;re &ndash; vielleicht kann dies ja auch in absehbarer Zeit im Segment Schlager und deutschsprachige Pop-Musik so sein?!<\/p>\n<p><em>Foto-Credit: Karim Khawatmi <\/em><\/p>\n<p>Frank Ehrlacher &#8211; top-exklusiv f\u00fcr smago!<br \/>http:\/\/www.ariola.de<br \/>http:\/\/www.udojuergens.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der ultimative Chart Experte schreibt &#8230;:\u00a0 Es war eigentlich nur eine der &uuml;blichen, allj&auml;hrlichen Vertragsverl&auml;ngerungs-Pressemitteilungen zum Ende des 1. 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