{"id":75295,"date":"2016-07-25T00:00:00","date_gmt":"2016-07-25T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=75295"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"RAINER-MORITZ-Die-etwas-andere-75294","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/RAINER-MORITZ-Die-etwas-andere-75294\/","title":{"rendered":"RAINER MORITZ <br \/>&#39;Die etwas andere Buch-Besprechung&#39;: Buch-Besprechung: &quot;Schnauze voll! Schluss mit dem Optimierungsquatsch&quot; von Rainer Moritz!"},"content":{"rendered":"<p>Warum das Buch aus der Amazon Kategorie \u201eRatgeber &#8222;Lebenshilfe&#8220; f\u00fcr Schlagerfreunde interessant ist, erkl\u00e4rt smago! Kolumnist tephan Imming &#8230;:\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da geht man &bdquo;nichtsahnend&ldquo; in die Buchhandlung Thalia in L&uuml;denscheid in die Kinderbuch-Abteilung und m&ouml;chte sich mit einem Buch in die Sitzecke setzen, w&auml;hrend die Tochter sich nach B&uuml;chern &uuml;ber Schildkr&ouml;ten umsieht &#8211; und findet neben Kinderb&uuml;chern die B&uuml;cher &uuml;ber aktuelle Wirtschaftsthemen. Da springt das Buch &bdquo;Schnauze voll! Schluss mit dem Optimierungswahn&ldquo; nat&uuml;rlich ins Auge, wenn man genau diese These angesichts wilden Optimierungswahns (ohne Sinn und Verstand) nur unterstreichen kann.<\/p>\n<p>Der Name des Autoren sprang mir erst sp&auml;ter ins Auge: Rainer Moritz. Der Germanist hat bereits einige viel beachtete B&uuml;cher &uuml;ber den deutschen Schlager geschrieben, sich aber diesmal (anscheinend) eines anderen Themas bedient. Okay, da f&auml;ngt man an, in dem Buch zu bl&auml;ttern und kann vielen Thesen nur zustimmen. Der allgegenw&auml;rtig vorherrschende &bdquo;Optimierungswahn&ldquo; ist in der Tat bisweilen unertr&auml;glich, so gesehen hat das Buch schon seinen Reiz gehabt.<\/p>\n<p>Irgendwann war mir danach, mal das Inhaltsverzeichnis anzusehen &ndash; und siehe da: &bdquo;Makellos durch den Tag &ndash; das Beispiel Helene Fischer&ldquo; deutete an, dass tats&auml;chlich dem Schlager ein ganzes Kapitel gewidmet wurde. In dem Kapitel blickt Moritz zur&uuml;ck auf den Fu&szlig;ball-WM-Titel 2014, bei dem Helene Fischer ihren Megahit &bdquo;Atemlos&ldquo; zur Freude der deutschen Fu&szlig;ballkicker tr&auml;llerte und konstatiert in dem Zusammenhang: &bdquo;<em>Endg&uuml;ltig vorbei die Zeiten, da mit Schlagern kein Blumentopf zu gewinnen war<\/em>&ldquo;. (Komisch, WDR 4 hat da ja wieder mal das Gegenteil behauptet, aber deren Schlager-Kompetenz hat sich ja inzwischen rumgesprochen&hellip;).<\/p>\n<p>Dabei gibt der Autor nicht generell den Schlagerfreund. Wolfgang Petry charakterisiert er etwa wie folgt: &bdquo;<em>Es gab den sein Proll-Image geschickt pflegenden Wolfgang &sbquo;Wolle&rsquo; Petry, der Bier trinkenden M&auml;nnern das Gef&uuml;hl vermittelte, einer der ihren zu sein&ldquo;<\/em>. Aber auch Schlagerikone Andrea Berg bekommt ihr Fett weg, sogar noch etwas heftiger. Berg-Fans m&uuml;ssen jetzt stark sein &ndash; ich zitiere erneut: &bdquo;<em>Das Berg-Gesamtpaket setzt sich bis heute aus mehreren Elementen zusammen, die belegen, dass es keiner herausragenden Qualifikationen bedarf, um zur Identifikationsfigur der popul&auml;ren Kultur zu werden. Ihre leicht blecherne Stimme hat nichts Herausragendes, allenfalls Unverwechselbares an sich. Ihr Repertoire an k&ouml;rperlichen Ausdrucksformen ist limitiert und besteht aus stereotypen Handbewegungen und B&uuml;hnensprints. Ihre Lieder sind musikalisch und textlich meist Durchschnitt. So bleibt an Au&szlig;ergew&ouml;hnlichem vor allem ihr legend&auml;res, dezent nuttiges Outfit. Hohe Stiefel, kurzer Rock und straffe Corsage sind seit jeher das Berg&rsquo;sche Markenzeichen und geben allen Damen jenseits der Vierzig Anregung, was man bei den kommenden Harley-Davidson-Tagen tragen k&ouml;nnte&ldquo;.<\/em><\/p>\n<p>Mit Schlager-Superstar Helene Fischer geht Moritz verst&auml;ndlicherweise etwas netter um, aber auch mit ihr geht er ins Gericht: &bdquo;<em>Zum Erstaunlichen ihres Erfolgs geh&ouml;rt, dass ihre Schlager selbst von hoher Konventionalit&auml;t sind. Ihr Komponist und Produzent Jean Frankfurter, ein Branchenurgestein, vertraut auf eing&auml;ngige, zeitgem&auml;&szlig; poppig arrangierte Rhythmen von oft stampfender Eint&ouml;nigkeit. Auch ihre Texte &ndash; viele aus der Feder der altbew&auml;hrten Irma Holder und von Kristina Bach &ndash; sind durch die Bank unoriginell und setzen auf ein vertrautes Setting.&ldquo; <\/em><\/p>\n<p>Diese harten Worte klingen so, als stehe der Autor quasi allen Schlager-Schaffenden kritisch gegen&uuml;ber. Dem ist aber nach meiner Meinung nicht so, ausdr&uuml;cklich stellt er auch Helenes Weltklasse-Qualit&auml;ten in den Vordergrund. Richtig spannend wird es, wenn Rainer Moritz das Feuilleton sehr sch&ouml;n &bdquo;auseinandernimmt&ldquo;. Sehr kompetent beschreibt er die &bdquo;bem&uuml;hten&ldquo; Bem&uuml;hungen renommierter Medien, den Schlager und konkret Helene schlecht zu machen: &bdquo;<em>Frei von Kenntnissen der Schlagerhistorie sehen sie sich mit einem Mal gefordert, die Allgegenwart von Helene Fischer zu erkl&auml;ren, und &uuml;berbieten sich in Schm&auml;hungen. W&auml;hrend die Zeit noch moderat von &sbquo;Germany&rsquo;s Goldkehlchen&rsquo; spricht, l&auml;sst Cicero den im Bereich der deutschen Unterhaltungsmusik unbeschlagenen Philosophen Alexander Grau aufmarschieren, der Fischer die Verruchtheit eines &sbquo;K&auml;ffchens Kaffee Hag&rsquo; attestiert. Seine Kollegin Johanna Adorjan (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung) steht kaum zur&uuml;ck und beginnt ihre &sbquo;Erkundung&rsquo; mit dem staunenswerten Bekenntnis: &sbquo;Wie konnte es nur passieren, dass ich zum allerersten Mal von der Existenz Helene Fischers etwas mitbekam, als sie den WM-Siegesfeierlichkeiten am Brandenburger Tor auftreten sollte?&rsquo;. Das scheint eher Frau Adorjans als Frau Fischers Problem zu sein<\/em>&ldquo;. &ndash; Klasse, es ist sehr sch&ouml;n zu lesen, wenn ein Schlagerkenner wie Rainer Moritz derart unqualifizierte &Auml;u&szlig;erungen von unwissenden Feuilletonisten auseinandernimmt. Wie bitter und von Unkenntnis gepr&auml;gt manche &bdquo;Experten&ldquo; ihre Ver&ouml;ffentlichungen kundtun, hat zuletzt ja der peinliche Artikel zum Thema WDR 4 in der WAZ gezeigt.<\/p>\n<p>Nur zustimmen kann man auch Moritz&rsquo; Bedauern, dass Helene bislang nicht als deutsche Repr&auml;sentantin des ESC in den Ring gestiegen ist. Schlimmer als der Kernschrott der letzten Jahre h&auml;tte das auch nicht enden k&ouml;nnen, wobei letztlich da ja eh nur b&auml;rtige Frauen oder Polit-Songs gewinnen, von denen schon am Tag nach dem Wettbewerb keiner mehr auch nur ein Wort verliert.<\/p>\n<p>So gesehen kann man Schlagerfreunden dieses eigentlich Genre-Fremde Buch nur w&auml;rmstens ans Herz legen und hoffen, dass Rainer Moritz bald wieder ein Schlager-Buch ver&ouml;ffentlicht.<\/p>\n<p>Stephan Imming, 24.07.2016<\/p>\n<p>https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rainer_Moritz<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum das Buch aus der Amazon Kategorie \u201eRatgeber &#8222;Lebenshilfe&#8220; f\u00fcr Schlagerfreunde interessant ist, erkl\u00e4rt smago! 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