{"id":75130,"date":"2016-07-30T00:00:00","date_gmt":"2016-07-30T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=75130"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"OLAF-amp-HANS-Die-voellig-schme-75129","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/party-schlager\/OLAF-amp-HANS-Die-voellig-schme-75129\/","title":{"rendered":"OLAF &#038; HANS <br \/>Die v\u00f6llig schmerzfreie Album-Besprechung: &quot;Schmerzfrei&quot; von Olaf &#038; Hans!"},"content":{"rendered":"<p>Die &#8222;etwas andere&#8220; CD-Rezension einer &#8222;etwas anderen&#8220; CD: Stephan Imming hat sich die CD der beiden Berliner Originale angeh\u00f6rt!\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Vorweg ein &quot;Bedienungshinweis&quot;&nbsp; f&uuml;r diese CD-Rezi: Um Herrn Immings Rezension zu verstehen, sollte man bisweilen auch zwischen den Zeilen lesen k&ouml;nnen &#8230; <\/strong><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Tradition m&auml;nnlicher Schlager-Duos ist lang &ndash; auf Anhieb sind da sicher Namen wie Jan &amp; Kjeld, die Blue Diamonds, Phil und John und zuletzt die Amigos im kollektiven Ged&auml;chtnis. Allen gemein ist, dass neben brillantem Gesang die Protagonisten extreme Frauentypen waren, weil sie blendend aussehen. Den gleichen Ansatz verfolgt nun auch das Berliner Duo &bdquo;Olaf &amp; Hans&ldquo;, das &uuml;berraschend in die Top-60 der GfK-Entertainment-Charts geschossen ist.<\/p>\n<p>Gleich der &bdquo;Opener&ldquo; ihrer CD &bdquo;Schmerzfrei&ldquo; l&auml;sst aufhorchen: W&auml;hrend f&uuml;r gew&ouml;hnlich &uuml;ber die Partys in Schlagern berichtet wird, besch&auml;ftigen sich Olaf und Hans mit dem &bdquo;Danach&ldquo; &ndash; was macht man nach der Festivit&auml;t? Wenn hei&szlig;e T&auml;nze bei wilder Musik vorbei sind? (.. oder um es mit dem Lied zu sagen: &bdquo;<em>Nach dem Hotten fallen die Klamotten<\/em>&ldquo;) &ndash; richtig: &bdquo;<strong>Nach dem Feiern geh&rsquo;n wir heiern<\/strong>&ldquo;. Da die Jungs aus Berlin kommen, ist wohl &bdquo;heiern&ldquo; berlinerisch f&uuml;r &bdquo;schlafen&ldquo;.&nbsp; &bdquo;<em>Kleine Angst, Du s&uuml;&szlig;e Maus &ndash; zieh Dich ruhig schon mal aus<\/em>&ldquo; &ndash; ein an Originalit&auml;t kaum zu &uuml;berbietender Text.<\/p>\n<p>Auch das zweite Chanson der neuen Produktion hat einen kritischen Text. Man stelle sich vor, man hat gro&szlig;en Durst (&bdquo;<em>ob Kurze oder Lange, ob Cocktail oder Sekt<\/em>&ldquo;) &ndash; oder man m&ouml;chte in netter Gesellschaft sein, bringt es Probleme mit sich, wenn man &bdquo;<strong>Lokalverbot<\/strong>&ldquo; hat. Sch&ouml;n, dass Olaf und Hans trotz dieses wirklich tiefgehenden Problems ihre Fr&ouml;hlichkeit nicht verloren haben und im Gegensatz&nbsp; z. B. zu Politikern und Journalisten nicht nur Probleme benennen und analysieren, sondern sogar L&ouml;sungsans&auml;tze anbieten: &bdquo;<em>Morgen geh&rsquo;n wir wieder in die n&auml;chste Kneipe rein!<\/em>&ldquo;. Kein Wunder, dass es damit f&uuml;r die Top-20 der DJ-Charts reichte.<\/p>\n<p>Aller guten Dinge sind Drei &ndash; folglich ist auf Position 3 der CD dessen Titelsong &bdquo;<strong>Schmerzfrei<\/strong>&ldquo;. Nicht nur textlich besticht das lyrische Lied (&bdquo;<em>ist auch das Bier schon nicht mehr frisch &ndash; weil wir schon v&ouml;llig schmerzfrei sind, h&auml;ngen wir niemals unter&rsquo;m Tisch<\/em>&ldquo;) auf h&ouml;chstem Niveau, sondern ist auch musikalisch anspruchsvoll mit einer ausgefeilten Modulation, die in bester Grand-Prix-Manier zum H&ouml;hepunkt des Lieds hinf&uuml;hrt.<\/p>\n<p><strong>Am liebsten f&uuml;r immer<\/strong> w&uuml;rde man so sch&ouml;ne Lieder h&ouml;ren &ndash; und so hei&szlig;t auch schon der n&auml;chste Hit des Albums. Richtig ausgebufft zeigen die Musikprofis, wie man originell ein Lied spannend macht, indem der Song kurz vor Schluss im Arrangement ausged&uuml;nnt wird, um dann mit voller Instrumentierung noch mal die interessante Message des Titels r&uuml;berzubringen.<\/p>\n<p>W&auml;hrend Tony Holiday fr&uuml;her beklagte: &bdquo;Du hast mich heut noch nicht gek&uuml;sst&ldquo;, geht das neue Star-Duo optimistische Wege und freut sich: &bdquo;<strong>Du hast mich gek&uuml;sst, <\/strong><em>und jetzt wei&szlig; ich, was Liebe ist<\/em><strong>&ldquo;<\/strong>. Das ist schon kein Schlagertext mehr, das ist Prosa und geh&ouml;rt in die Schulb&uuml;cher der Nation &ndash; allein schon wegen der zuvor noch nie gekannten Ausdrucksweise. Es ist davon auszugehen, dass Vanessa Mai den Titel ins Repertoire aufnimmt, weil ihr eigener Song &bdquo;Wachgek&uuml;sst&ldquo; (&bdquo;Du hast mich einfach wachgek&uuml;sst, vor Dir wusst&rsquo; ich nicht, was Liebe ist&ldquo;) gegen diesen geballten Wortwitz nicht &bdquo;anstinken&ldquo; kann.<\/p>\n<p>Mit Titel 6 thematisiert das neue Traumduo wieder &bdquo;kleine&ldquo; Probleme (&bdquo;<em>Du sitzt auf der Toilette und hast kein Papier dabei&ldquo;, &bdquo;Du springst aus 1000m, Dein Fallschirm geht nicht auf&ldquo;<\/em>) und arbeitet wieder sehr problemorientiert: &bdquo;La la la <strong>lach doch mal<\/strong> &ndash; dann ist Dir alles and&rsquo;re schei&szlig;egal.&ldquo; Wenn man bedenkt, wie fr&uuml;her Sorgen behandelt wurden (Tony Marschall riet: &bdquo;Und sind auch sorgen da &ndash; die hat ein jeder ja&hellip; &#8211; wir wollen ganz zufrieden sein und trinken Bier und Schnaps und Wein&ldquo;), zeigen die Berliner, dass es auch ohne Drogen geht.<\/p>\n<p>In Song 7 sind erstmals Moll-Harmonien zu h&ouml;ren. Aber keine Panik: &bdquo;<strong>Mein Engel bist Du f&uuml;r mich<\/strong> &ndash; viel heller als jedes Licht&ldquo; (man achte auf den gro&szlig;en Reim!)&nbsp; ist im Refrain in Dur gehalten. Was f&uuml;r eine bezaubernde Ballade! Besonders spannend ist, wenn die beiden Anleihen an DJ &Ouml;tzi und Nik P. nehmen, wenn der Refrain Gospel-artig zu h&ouml;ren ist und auf den Refrain noch mal eine Gegenmelodie geschmettert wird.<\/p>\n<p>Um auch in den Tanzschulen der Welt Geh&ouml;r zu finden, wurde ein weiteres Thema gefunden. Menschen, die vielleicht nicht das goldene Tanzabzeichen haben, k&ouml;nnen mit einem Tanz der einfachen Art ihre Leidenschaft f&uuml;r diese k&ouml;rperliche Ert&uuml;chtigung entdecken: &bdquo;<strong>Polonaisealarm<\/strong>&ldquo;. Es ist anzunehmen, dass die Tanzschulen der Republik nun endg&uuml;ltig gest&uuml;rmt werden mit Polon&auml;se-Tanzkursen, auch wenn ein junger Herr aus Freiburg (Name ist der Redaktion bekannt) Ger&uuml;chten zufolge es gleich drei mal geschafft haben soll, sich in Florian Silbereisens TV-Show der Polon&auml;se zu dessen Titel &bdquo;Du schaffst das schon&ldquo; diesem Hype zu entziehen. Es ist davon auszugehen, dass selbst ER bei &bdquo;Polonaisealarm&ldquo; sich vom Stuhl erheben und mittanzen w&uuml;rde.<\/p>\n<p>Was Frau Berg mit ihrem gr&ouml;&szlig;ten Hit schon vor Jahren thematisiert hat aus weiblicher Perspektive, muss nun auch mal von M&auml;nnern beim Namen genannt werden: &bdquo;<em>Du hast mich voll verarscht<\/em>&ldquo;, &bdquo;<em>Du hast gro&szlig; erz&auml;hlt, es soll f&uuml;r die Ewigkeit sein &ndash; und ich dummes Schwein fall auf so was auch noch rein<\/em>&ldquo; &ndash; abgesehen von der inhaltlichen Tragik achte man auf den dreifachen &bdquo;ein&ldquo;-Reim &ndash; kommt das Duo zum frustrierten Schluss: &bdquo;<strong>Scheisse tut das weh!<\/strong>&ldquo; (ganz wichtig: &bdquo;Schei&szlig;e&ldquo; mit &bdquo;ss&ldquo; geschrieben).<\/p>\n<p>In den sechziger Jahren gab es schon mal ein Duo, das ein Lied &bdquo;<strong>S&uuml;&szlig; wie Schokolade<\/strong>&ldquo; benannt hat &ndash; aber gegen Gitte und Rex haben Olaf und Hans es in Sachen Romantik einfach drauf (&bdquo;<em>Jedes Wort von Dir erregt mich<\/em>&ldquo;, &bdquo;<em>Du hast den allersch&ouml;nsten Po<\/em>&ldquo;) und kommen wieder&nbsp; zu einer L&ouml;sung: &bdquo;<em>Da fang ich gleich zu naschen an<\/em>&ldquo;. Ganz wichtig die Schreibweise des Hits: &bdquo;S&uuml;ss&ldquo; mit &bdquo;ss&ldquo;, nicht mit &bdquo;&szlig;&ldquo;!<\/p>\n<p>Mit einem etwas volkst&uuml;mlichen Lied geht es weiter, der sicher auch auf jedes &bdquo;Amigos&ldquo;-Album gepasst h&auml;tte: &bdquo;<strong>Du bist der Traum meiner Tr&auml;ume<\/strong>&ldquo;.<\/p>\n<p>Als Berliner Originale mussten die beiden Lokalmatodore nat&uuml;rlich auch DEN Berliner Super-Hit auf ihr Album nehmen und lassen fast 40 Jahre nach den Gebr&uuml;dern Blattschu&szlig; deren Superhit &bdquo;<strong>Kreuzberger N&auml;chte<\/strong>&ldquo; hochleben. Schon damals hie&szlig; es ja in Dieter Thomas Hecks ZDF-Hitparade gerne: &bdquo;Polonaisealarm!&ldquo;. &Uuml;brigens &ndash;schon das Original kam aus der Hansa-Schmiede, und auch die Neuauflage wurde (wie alle anderen Titel der CD auch) in den Hansa-Tonstudios produziert.<\/p>\n<p>Mit einem eigenen Lied geht es weiter, wieder geht es um eine romantische Liebeserkl&auml;rung: &bdquo;<strong>Du spielst in meinem Kopf verr&uuml;ckt<\/strong>&ldquo;. Angesichts des Textes &bdquo;<em>Deine Lippen, Dein Style &ndash; einfach alles an Dir &#8211; raubten mir meinen Verstand &#8211; ungebremst im freien Fall mit Vollgas an die Wand<\/em>&ldquo; fragt man sich nat&uuml;rlich, ob die Angebetete oder der Liebhaber der ist, der &bdquo;verr&uuml;ckt spielt&ldquo;&hellip;<\/p>\n<p>Mit ihrem Hit &bdquo;<strong>Du bist mein Stern<\/strong>&ldquo; schlie&szlig;en die Berliner Barden ihr Album, indem sie die bisherige Schlagergeschichte in gut 3 &frac12; Minuten noch mal Revue passieren lassen -vom &bdquo;Kornfeld&ldquo; &uuml;ber &bdquo;Marmor, Stein&ldquo; bis hin zum &bdquo;Geier&ldquo;. Das Lied ist &uuml;brigens hunderttausendfach bei youtube angeklickt worden und wurde sogar von Oliver Kalkofe durch den Kakao gezogen. Es handelte sich bei der damaligen Ver&ouml;ffentlichung anno 2014 &uuml;brigens um ein Comeback des Duos, die bereits 1993 eine gemeinsame Single ver&ouml;ffentlicht hatten und danach (O-Ton Plattenfirma) &bdquo;<em>eine kurze kreative Pause von 21 Jahren eingelegt<\/em>&ldquo; haben.<\/p>\n<p>Als Zugabe gibt es dann noch mal &bdquo;Chipi&rsquo;s Party Remix&ldquo; des namengebenden Lieds &bdquo;Schmerzfrei&ldquo;.<\/p>\n<p>Alles in allem kann man Olaf &amp; Hans nur bescheinigen, im Schlager neue Wege zu gehen. Da gibt es keine musikalischen Grenzen bzw. selbige werden gesprengt &ndash; vom anspruchsvollen Chanson bis zum lustigen Schlager ist alles vertreten. Wenngleich die Jungs Schubladendenken hassen, sei gestattet, zu hoffen, dass sie mit einem der vielen brillanten Schlager den Sommerhit des Jahres landen k&ouml;nnen. M&ouml;glich w&auml;re es, weil sie bei allen Prozessen intensiv mitarbeiten durften &ndash; z. B. hatte man die Idee, dass die beiden optisch &uuml;ber jeden Zweifel erhabenen Prachtkerle einfach zu perfekt sind. Deshalb haben sie sich noch ein als Krankenschwester aufgemachtes Mauerbl&uuml;mchen auf das CD-Cover genommen, um den Menschen zu zeigen: Ja, es gibt auch durchschnittlich attraktive Leute.<\/p>\n<p>Angesichts der Krankenschwester ist das Beiheft zur CD wohl so etwas wie ein &bdquo;Beipackzettel&ldquo;. (Imposant: Die R&uuml;ckseite(!) des Heftes enth&auml;lt das &bdquo;Vorwort&ldquo;(!). Auch damit werden Grenzen einfach so eingerissen! &ndash; In diesem Vorwort ist die Entstehungsgeschichte des Albumtitels kurz umrissen &ndash; Marcus Zander attestierte den Jungs, dass sie eben &bdquo;schmerzfrei&ldquo; seien &ndash; vielleicht hat er ihnen deshalb eine Krankenschwester zur Seite gestellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p>Stephan Imming, 29.07.2016<br \/>http:\/\/www.zett-records.de\/<br \/>http:\/\/olafundhans.de\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die &#8222;etwas andere&#8220; CD-Rezension einer &#8222;etwas anderen&#8220; CD: Stephan Imming hat sich die CD der beiden Berliner Originale angeh\u00f6rt!\u00a0 Vorweg<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":75131,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[26],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/75130"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=75130"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/75130\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/75131"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=75130"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=75130"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=75130"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}