{"id":75025,"date":"2016-08-02T00:00:00","date_gmt":"2016-08-02T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=75025"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"SEER-Die-Ltd-Box-20-Jahre-SEER-75024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/alpen-rock\/SEER-Die-Ltd-Box-20-Jahre-SEER-75024\/","title":{"rendered":"SEER <br \/>Die &#39;Ltd. Box&#39; &quot;20 Jahre SEER \u2013 Nur das Beste!&quot; im Test von Holger St\u00fcrenburg!"},"content":{"rendered":"<p>Die Seer &#8211; seit zwanzig Jahren DIE feste Konstante in \u00d6sterreich! Und auch in Deutschland gewinnen sie mehr und mehr Fans!\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als vor rund 31 Jahren, im Sommer 1985, drei junge M&auml;nner aus Bad Aussee im steirischen Salzkammergut die zeitgem&auml;&szlig;e Synthipop-Band &bdquo;Joy&ldquo; begr&uuml;ndet hatten, konnten diese sicherlich nicht erahnen, dass zumindest zwei von ihnen auch und gerade in den 90er und 2000er-Jahren unzweifelhaft &ouml;sterreichische Musikgeschichte schreiben w&uuml;rden. &bdquo;Joy&ldquo; galten damals als alpenl&auml;ndische Antwort auf &bdquo;Modern Talking&ldquo;, &bdquo;Silent Circle&ldquo; oder &bdquo;Bad Boys Blue&ldquo; und schwammen, Dank eing&auml;ngiger Tanzpopohrw&uuml;rmer, wie &bdquo;Touch by Touch&ldquo;, &bdquo;Hello&ldquo; oder &bdquo;Japanese Girl&ldquo;, &uuml;beraus erfolgreich auf der seinerzeit m&auml;chtig boomenden Euro-Disco-Welle.<\/p>\n<p>Nach der (vorl&auml;ufigen) Aufl&ouml;sung von &bdquo;Joy&ldquo;, 1996, begr&uuml;ndeten die beiden bisherigen Bandmitglieder Fred Jaklitsch und Manfred Temmel die steirische Alpenpop-Band <strong>&bdquo;SEER&ldquo;<\/strong>, mit der sie alle nur erdenklichen internationalen Musikstilistiken, von Techno &uuml;ber Rap und Hip Hop, bis hin zu Country, Rock&rsquo;n&rsquo;Roll und Folkrock mit typischen, landeseigenen klanglichen Traditionen, also Landler, Stubenmusi, entfernt Weaner Lied und allgemeinem &ouml;sterreichischen Volksgut, z&uuml;nftig vermischten.<\/p>\n<p>Manfred ist zwar 2008 ausgestiegen, aber Fred und die beiden stimmstarken S&auml;ngerinnen Astrid Wirtenberger und Sabine &bdquo;Sassi&ldquo; Holzinger sind, in Kooperation mit Schlagzeuger Wolfgang Luckner, Gitarrist Thomas Eder, Bassist Dietmar Kastowsky, dem neu hinzugesto&szlig;enen Keyboarder Daniel Schr&ouml;ckenfuchs und J&uuml;rgen Leitner an der unvermeidlichen Steirischen Harmonika, unter dem Bandnamen &bdquo;SEER&ldquo; seit genau zwei Dekaden nicht mehr aus der &ouml;sterreichischen Popszene wegzudenken.<\/p>\n<p>Was 1996 mit einer auf 100 Exemplare limitierten, im Eigenvertrieb angebotenen Maxi-CD begann, auf der sich die Titel &bdquo;Lulatrance&ldquo;, &bdquo;Alpera&ldquo;, &bdquo;Fix auf da Alm&ldquo; und &bdquo;&Uuml;ber &lsquo;n See&ldquo; befanden, f&uuml;hrte peu a peu zum anno 2016 mit voller Wucht zelebrierten 20j&auml;hrigen Bandjubil&auml;um, welches die &bdquo;SEER&ldquo; mittels einer &ouml;sterreichweiten Open-Air-Tournee, jetzt im Sommer, und einer auch in bundesdeutsche Gefilde f&uuml;hrenden Hallentour im Herbst diesen Jahres gen&uuml;sslich begehen. Dar&uuml;ber hinaus &ndash; und nun kommen wir zum eigentlichen Thema meiner Ausf&uuml;hrungen &#8211; erschien k&uuml;rzlich bei Ariola\/SONY eine &uuml;ppig ausgestattete Drei-CD-Box in drei Editionen unter der Bezeichnung <strong>&bdquo;20 Jahre SEER &ndash; NUR DAS BESTE!&ldquo;<\/strong>. Dies w&auml;re zum einen die &bdquo;Standard-Edition&ldquo; mit drei proppevollen CDs, die knapp 40 der gr&ouml;&szlig;ten Hits der &bdquo;SEER&ldquo; beinhalten, sowie mit zig Rarit&auml;ten, Fr&uuml;hwerken in Neuaufnahmen und sieben brandneuen Songs aufwarten. Zum anderen ist eine &bdquo;Special-Edition&ldquo; erh&auml;ltlich, der, zus&auml;tzlich zu den drei Silberscheiben der &bdquo;Standard-Edition&ldquo;, eine rund 47min&uuml;tige DVD beigef&uuml;gt ist, auf der Bandgr&uuml;nder Fred und die beiden S&auml;ngerinnen Astrid und Sassi liebenswert, einwenig wehm&uuml;tig, aber immer selbstironisch und zukunftsweisend die 20j&auml;hrige Bandhistorie mittels rarer Videoaufnahmen Revue passieren lassen. In einer feudalen, limitierten &bdquo;DeLuxe&ldquo;-Holzbox findet sich dieses 3-CD-plus-1-DVD-Set mitsamt eines &ldquo;pers&ouml;nlichen Autogrammbuches&ldquo; im Spezialeinband, in welchselbigem alle Bandmitglieder kurz portraitiert werden, eines h&ouml;lzernen Kugelschreibers mit Bandlogo und einer metallenen Anstecknadel. Und auf all diesen Ton- bzw. Bildtr&auml;gern findet sich tats&auml;chlich alles das, was dem Fan der &bdquo;SEER&ldquo; aus der Seele spricht.<\/p>\n<p>Das heutige Oktett hat seine Urspr&uuml;nge, wie beschrieben, in Bad Aussee bzw. Grundlsee im Salzkammergut, bzw. in dessen Teil, der im Bundesland Steiermark liegt. Der Grundlsee ist das gr&ouml;&szlig;te Gew&auml;sser dieses Bundeslandes und bietet sozusagen die weltanschauliche Basis f&uuml;r viele Lieder und Texte der &bdquo;SEER&ldquo;. Immer wieder gedenkt die Truppe ihrer Heimat an diesem See, der darum herumliegenden, tiefgr&uuml;ndigen Natur, aus der die Musiker ihre sch&ouml;pferische Kraft saugen. Familie, Freundschaft, Liebe sind dauerhaft g&uuml;ltige Werte, die das Oktett aus der Steiermark ein ums andere Mal in ihren musikalisch so facettenreichen Liedern, Chansons und Couplets sehr ehrlich, innig, oft nachdenklich, aber gerne auch mal witzig und spa&szlig;ig verarbeitet. Obwohl politische Aussagen lyrisch vermieden werden, machen die SEER aus ihrer (privaten!) Verbundenheit mit dem Landeshauptmann von Ober&ouml;sterreich, Josef P&uuml;hringer, kein Geheimnis, zumal jener ein SEER-Fan der ersten Stunde war und ist.<\/p>\n<p>20 CD-Alben &#8211; also pro Jahr ihres Bestehens je eines, darunter ganze neun (!) Spitzenreiter &ndash; haben die &bdquo;SEER&ldquo; seit 1996 aufgenommen. Davon sind die ersten vier beim Tiroler Label TYROLIS erschienen, und die weiteren 16 bei SONY, d.h. zun&auml;chst &uuml;ber das Unterlabel Portrait und seit 2005 direkt bei Ariola. Daher finden sich die Fr&uuml;hwerke der &bdquo;SEER&ldquo; aus den Jahren 1996 bis 2000 auf der dritten CD von <strong>&bdquo;20 Jahre SEER &ndash; NUR DAS BESTE!&ldquo;<\/strong>, teils in Medley-Form zusammengef&uuml;hrt, ausschlie&szlig;lich als klanglich perfekt t&ouml;nende Neuaufnahmen. Die Exponate aus den Portrait- und Ariola-Jahren wurden hingegen ausnahmslos als Studiooriginale oder als offizielle Liveversionen ber&uuml;cksichtigt.<\/p>\n<p>Inhaltlich ist das Repertoire aus 20 Jahren &bdquo;SEER&ldquo; &ndash; wir h&ouml;ren auf drei CDs insgesamt ganze 56 (!) Lieder und Medleys &#8211; sehr vielseitig, strikt emotional und tiefgreifend ausgefallen, ob es nun um Beziehungen, Freundschaften, Abschiede, Trennungen, Heimat und einfach nur pure Lebensfreude geht. Diese thematische Reichhaltigkeit setzt sich in den musikalischen Umsetzungen fort. Der Hauptgesang wird nahezu durchgehend von Sassi und Astrid &uuml;bernommen; m&auml;nnliche Stimmen kommen zumeist in Rap-Passagen, in Intros oder bei Duetten zur Geltung. Das besonders Faszinierende an den Liedern der &bdquo;SEER&ldquo; ist deren stilistische Offenheit, die Bandbreite und Vielgestaltigkeit der einzelnen Beitr&auml;ge. Auch, wenn die ruhigeren T&ouml;ne &uuml;berwiegen, finden regelm&auml;&szlig;ig gleichsam kraftvollere, lautere Rhythmen &ndash; ob Rock&rsquo;n&rsquo;Roll, Country, gar Rap oder Techno &#8211; h&auml;ufig Eingang in den ansonsten pr&auml;zise klassisch und erdverbunden dargebotenen Austropop, bei dessen Arrangements weitgehend akustische Gitarren, Akkordeon und Ziehharmonika als f&uuml;hrende Instrumente fungieren.<\/p>\n<p>Zu den w&ouml;rtlich sch&ouml;nsten, intensivsten, aufrichtigsten Titeln auf vorliegender Kompilation, die sich im stilleren, geruhsamen, zur&uuml;ckhaltenderen Bereich aufhalten, z&auml;hlen z.B. die folkig-gef&uuml;hlige Kaminfeuerballade <strong>&bdquo;Aufwind&ldquo;<\/strong> (2004), die &uuml;berbordend emotionale Country-Folk-Melange <strong>&bdquo;Junischnee&ldquo;<\/strong>, die als Titelsong des 2002er-Albums der &bdquo;SEER&ldquo; diente und in ihrer Eindringlichkeit gewisse &Auml;hnlichkeiten mit den bluesigen Gef&uuml;hlsaufwallungen der weststeirischen Liedermacher-Kollegin Stefanie Werger aufweist, der um eine wohlschmeckende Soft-Rap-Passage angereicherte, traurig-melancholische Abschiedsgesang <strong>&bdquo;Kimm guat hoam&ldquo;<\/strong> (2015) oder der ged&auml;mpft-getragene, hochmelodische 2014er-Radiohit <strong>&bdquo;Heut heirat die Liebe meines Lebens&ldquo;<\/strong>, die semiakustisch inszeniert wurde ist und vor allem durch den gekonnten Einsatz von Fiedeln und Ziehharmonika gl&auml;nzt. Als weitere, knisternde Balladen-H&ouml;hepunkte der acht &bdquo;SEER&ldquo; zu bezeichnen sind gleicherma&szlig;en der optimistische und mutmachende Abschiedsgru&szlig; an ein fl&uuml;gge gewordenes Kind, <strong>&bdquo;Leb Dein Leb&rsquo;n&ldquo;<\/strong> (2004), die folkloristisch-introvertierte Reminiszenz an den Augenblick, <strong>&bdquo;Di vergess i nie&ldquo;<\/strong> (2013), die bildreiche und weitschweifige Beschreibung einer <strong>&bdquo;Sonnwendfeier&ldquo;<\/strong> (Liedtitel, 2010), die verhei&szlig;ungsvolle, streicherbestimmte Zukunftsvision <strong>&bdquo;Hoffen, Glauben, Liab&rsquo;n&ldquo;<\/strong> oder der intime, in sich gekehrte, klingende philosophische Gedanke &uuml;ber <strong>&bdquo;Mei Element&ldquo;<\/strong> (Liedtitel, 2012).<\/p>\n<p>Um den f&uuml;r die steirische Truppe offenbar immens bedeutsamen Themenkomplex &sbquo;Heimatliebe und Lokalpatriotismus&lsquo; geht&rsquo;s u.a. in der hintergr&uuml;ndig rockenden, akkordeondurchtr&auml;nkten Folkhymne <strong>&bdquo;Hoamatgf&uuml;hl&ldquo;<\/strong> (2006), in der gesungenen Begier nach Natur und Urw&uuml;chsigkeit, <strong>&bdquo;Bei uns Dahoam&ldquo;<\/strong> (2015), im sanft-leidenschaftlichen Schleicher <strong>&bdquo;Sehnsucht nach Grundlsee&ldquo;<\/strong>, dem so geschmeidigen, wie lebenserfahrenen, (wenn jedoch mit etwas zu viel 90er-&bdquo;Boygroup&ldquo;-S&uuml;&szlig;lichkeit &uuml;berh&auml;uften) Folkpop <strong>&bdquo;&Uuml;ber &lsquo;n Berg&ldquo;<\/strong> (2004) bzw., nun rockig-opulent, gitarrenlastig-treibend, prononciert Springsteen-beeinflusst und somit durchaus 80er-Jahre-orientiert, im regelrechten &sbquo;seerischen &bdquo;Born to Run&ldquo;&lsquo; <strong>&bdquo;Lebenselixier&ldquo;<\/strong> (2005). Ebenso fetzig und rockend, mit hei&szlig;em Saxophon ausstaffiert, sinniert <strong>&bdquo;Dahoam bin i Dahoam&ldquo;<\/strong> (2013) &uuml;ber den Wunsch, sich auf der ganzen Welt einmal umsehen zu wollen, um danach aber trotzdem flink wieder in die &sbquo;Hoamat&lsquo; zur&uuml;ckzukehren.<\/p>\n<p>Eher im spritzigen Dancefloor-Spektrum &ndash; nat&uuml;rlich stets augenzwinkernd &ndash; angesiedelt sind etwa <strong>&bdquo;Juche&ldquo;<\/strong> (2000), ein tanzbares volkst&uuml;mliches Popcouplet, mit funky und leichten Hip Hop\/Rap-Spielereien verfeinert, und liebevoll ironischen Stubenmusi-Fragmenten in den Strophen, oder <strong>&bdquo;Auszeit&ldquo;<\/strong>, ein prickelndes Gebr&auml;u aus hitzigem Akkordeon-Chanson, &bdquo;Life-is-Live&ldquo;-Partyfr&ouml;hlichkeit und konstruktiv sommerlich-relaxtem Gesang (2010). Im wuseligen Country-Hillbilly-Gewand erklingt der rasante, ausgelassene Titelsong des 2015er-Albums <strong>&bdquo;Fesch&ldquo;<\/strong>, bei <strong>&bdquo;Panorama&ldquo;<\/strong> (2012) &uuml;berwiegt das traditionell-volksmusikalische Ambiente, welches aber demzumtrotz sacht rockig rhythmisiert wurde, und das kecke Alpenrock-Schnaderh&uuml;pfel <strong>&bdquo;Bayerisch-steirisch Rock&rsquo;n&rsquo;Roll&ldquo;<\/strong> (2014) gemahnt unverkennbar an den K&auml;rntner Genre-Kollegen Hubert von Goisern, w&auml;hrend der klassische Folkrocker <strong>&bdquo;A Boot&ldquo;<\/strong> (2007) in sympathischer Manier mystisch-verschroben-verwinkelt daherkommt.<\/p>\n<p><strong>&bdquo;1 Tag mit Dir&ldquo;<\/strong> (2007) ist herzlicher Austropop in Reinkultur, gleiches gilt f&uuml;r <strong>&bdquo;Wohlf&uuml;hlgf&uuml;hl&ldquo;<\/strong>, den pfundigen Titelgeber des 2010er-CD-Opus der &bdquo;SEER&ldquo;, bzw. den liebenswert-lieblichen 2005er-Top-3-Hit <strong>&bdquo;Sun, Wind und Regen&ldquo;<\/strong>. <strong>&bdquo;Es braucht 2&ldquo;<\/strong> zeigt sich als luftig-beschwingtes Liebesduett mit Jodel-Experimenten, <strong>&bdquo;Bist Du&rsquo;s&ldquo;<\/strong> (2010) beschreibt romantisch und authentisch das unvermutete Wiedertreffen einer Kinderliebe, irgendwo in einer Autobahnrastst&auml;tte. <strong>&bdquo;Der wichtigste Mensch&ldquo;<\/strong> (2009) dringt als knackiger, voranstrebender Riff-Rock mit punktgenauen Country-Einsprengseln durch die Boxen, und erinnert in seinen besten Momentan tats&auml;chlich an US-Poplegende &bdquo;Fleetwood Mac&ldquo; bzw. deren S&auml;ngerin Christine McVie aus der Phase zwischen &bdquo;Mirage&ldquo; (1982) und &bdquo;Got a Hold on me&ldquo; (1984). Das schwelgerisch-wiegende, latent bluesige Popschmankerl <strong>&bdquo;1 x im Jahr&ldquo;<\/strong> wurde gleicherma&szlig;en sehr amerikanisch umgesetzt, produziert und pr&auml;sentiert sogar eine bodenst&auml;ndig-feinsinnige Bluesharp\/Mundharmonika. Selbstverst&auml;ndlich fehlen der ultimative Bandhymnus <strong>&bdquo;So san d&lsquo; Seer&ldquo;<\/strong>, der 2003 entstand und in Form eines kessen Country-Rock&rsquo;n&rsquo;Roll-Verschnitts mit Stubenmusi-Intro die selbstkreierte Musikmixrichtung &bdquo;Seerisch&ldquo;, also den einmaligen Verbund aus Rock&rsquo;n&rsquo;Roll, Reggae, Landler, Jodeln etc., (klang)farbenfroh erl&auml;utert, und der monumentale Fanfavorit <strong>&bdquo;Wilds Wossa&ldquo;<\/strong> (2014 &#8211; hier in einer aktuellen, aufbrausenden &nbsp;&bdquo;Jubil&auml;umsversion&ldquo; neu eingespielt), keinesfalls auf <strong>&bdquo;20 JAHRE SEER &ndash; NUR DAS BESTE!&ldquo;<\/strong>.<\/p>\n<p>Als atmosph&auml;rische Liveaufnahmen bekommt der geneigte Fan am Ende von CD-02 hier analysierten Drei-CD-Sets das sehns&uuml;chtig-gef&uuml;hlvolle Liebesgest&auml;ndnis <strong>&bdquo;Sche wars wenns do warst&ldquo;<\/strong> (Original: 2001), den gitarren-lastigen, wehend-hoffnungsvollen, beschwingten Folkpop <strong>&bdquo;Nie mehr ohne Di sein<\/strong>&ldquo; (2002), in den ein witziges Reggae-Intermezzo integriert wurde, den konsequenten, rasend-aufr&uuml;ttelnden Alpenrock <strong>&bdquo;3 Minuten, um die Welt zu retten&ldquo;<\/strong> (dto.), sowie den grazilen, angenehm stillen Piano-plus-Akkordeon-Schleicher <strong>&bdquo;2.5 Sekunden&ldquo;<\/strong> (2001) zu h&ouml;ren.<\/p>\n<p>Die dritte Silberscheibe startet &ndash; nach dem obligatorischen <strong>&bdquo;Wilds Wossa&ldquo;<\/strong> &#8211; mit neun, mehrheitlich in Medley-Form bedachten Uralt-Titeln, die urspr&uuml;nglich den zu Beginn der Bandkarriere bei TYROLIS ver&ouml;ffentlichten Alben &bdquo;&Uuml;ber &lsquo;n See&ldquo; (1996), &bdquo;Baff!&ldquo; (1999) und &bdquo;G&ouml;ssl&ldquo; (2000) entstammten und &ndash; vermutlich aus rechtlichen Gr&uuml;nden &ndash; f&uuml;r das Jubil&auml;umspaket anno 2016 neu eingespielt werden mussten.<\/p>\n<p>Hierbei handelt es sich z.B. um stimmungsvollen, grundsatztreuen, ausgeruhten Austropop a la <strong>&bdquo;Koane 10<\/strong> <strong>R&ouml;sser&ldquo;<\/strong> (2000), romantisch-n&auml;chtlichen Edelpop mit Ohrwurmgarantie (<strong>&bdquo;Sumaregen&ldquo;<\/strong>, dto.), country-infizierten Gitarrenpoprock (<strong>&bdquo;Auf und davon&ldquo;<\/strong>, 1996) oder gar &bdquo;Haindling&ldquo;-&auml;hnlichen Folk-Pogo mit Dancefloor-Beats (<strong>&bdquo;Fix auf da Alm&ldquo;<\/strong>, dto.) bzw. skurrilen Rap-Phrasen und Heavy-Gitarren (<strong>&bdquo;Vogelfonga&ldquo;<\/strong>, 1996). Der balladesken Abteilung hinzuzurechnen sind dagegen das gem&auml;chlich-sanfte und dennoch draufg&auml;ngerische Akkordeonchanson <strong>&bdquo;Mir is nach Dir&ldquo;<\/strong> (1999), der r&uuml;hrselige, harmonisch an &bdquo;Take me Home, Country Roads&ldquo; ebenso, wie an das schottische Pfadfinderlied &bdquo;Auld Lang Syne&ldquo;, gemahnende Lebewohlgesang <strong>&bdquo;Alls hat sei Zeit&ldquo;<\/strong> (dto.), <strong>&bdquo;Lichter &uuml;berm See&ldquo;<\/strong> (2000), die zerbrechliche Betrachtung einer nachdenklichen Heimfahrt ins gem&uuml;tliche, liebgewonnene Zuhause am Grundlsee, sowie das lyrisch &auml;hnliche ausgerichtete <strong>&bdquo;Foahrn ma Hoam&ldquo;<\/strong> (dto.)<\/p>\n<p>Sieben brandneue Titel haben die &bdquo;SEER&ldquo; aus Anlass ihres 20j&auml;hrigen B&uuml;hnenjubil&auml;ums geschrieben und aufgenommen. Hieraus stechen der freche, aufm&uuml;pfige, geradezu soulige Bluesrocker mit Folk-Flair, <strong>&bdquo;Kimm zruck&ldquo;<\/strong>, der aufpeitschende Gabalier-Verschnitt <strong>&bdquo;Eher&ldquo;<\/strong> auf der Basis einer energetischen Ziehharmonika und knalliger Tanz-Rhythmen, der sommerlich-flirrend-frohsinnige Popschlager <strong>&bdquo;Fliag oafoch&ldquo;<\/strong> oder das sympathisch verspielte Popchanson <strong>&bdquo;Manches Mal vergess ma wia guats uns geht&ldquo;<\/strong> besonders positiv und hittr&auml;chtig hervor. Die pianogef&uuml;hrte Edelballade <strong>&bdquo;Bester Freund aus an fr&uuml;hern Leben&ldquo;<\/strong>, das betuliche Liebesgest&auml;ndnis <strong>&bdquo;Ohne Di is olls nix&ldquo;<\/strong> und das erneute Abschiedslied <strong>&bdquo;Einmal noch umarmen&ldquo;<\/strong> verbleiben allerdings im alles andere, als &uuml;blen, aber eben schon sehr oft so oder &auml;hnlich vernommenen, folkig-volkst&uuml;mlichen Klangbild und bieten nichts sonderlich Neues.<\/p>\n<p>In der Schublade &bdquo;Rarit&auml;ten&ldquo; beheimatet sind u.a. die &bdquo;Steirische Originalaufnahme&ldquo; des eingangs erw&auml;hnten, einstigen &bdquo;Joy&ldquo;-Tanzfl&auml;chenf&uuml;llers &bdquo;Touch by Touch&ldquo;, nun als <strong>&bdquo;Tog f&uuml;r Tog&ldquo;<\/strong>, das 2001 erstmals vorgelegte, gutm&uuml;tig-freundschaftliche Gute-Nacht-Lied <strong>&bdquo;Guat&ldquo;<\/strong>, die wohlige Winterreise <strong>&bdquo;Eiskristall&ldquo;<\/strong> (2015), die 2002er-Romantikballade <strong>&bdquo;Du bist, warst, wirst es immer sein&ldquo;<\/strong> und &ndash; als Ultraseltenheit &ndash; die zuvor noch niemals ver&ouml;ffentlichte, allererste Aufnahme der &bdquo;SEER&ldquo; &uuml;berhaupt, <strong>&bdquo;Lulatrance&ldquo;<\/strong>, eine vollkommen untypische Techno-\/Eurodance-Nummer, die mit der sp&auml;teren musikalischen Ausrichtung des Projekts vom Grundlsee noch rein gar nichts gemein hatte.<\/p>\n<p>Dass die <strong>&bdquo;SEER&ldquo;<\/strong> in ihrem Heimatland zu den reputierlichsten Vertretern der sog. &bdquo;Neuen Volksmusik&ldquo;, des Alpenrock, des anspruchsvollen Pop\/Rockschlagers mit Widerhaken gerechnet werden m&uuml;ssen, ist in Anbetracht der hohen k&uuml;nstlerischen Relevanz und Qualit&auml;t nahezu aller auf <strong>&bdquo;20 JAHRE SEER &ndash; NUR DAS BESTE!&ldquo;<\/strong> verkoppelten Titel eine glasklare Angelegenheit. Die acht Vollblutmusiker sprechen traditionelle Austropop-Freunde ebenso an, wie nicht scheuklappenhaftete Anh&auml;nger volkst&uuml;mlicher Kl&auml;nge und gleicherma&szlig;en j&uuml;ngere Tanz-Freaks und Party-J&uuml;nger. F&uuml;r bundesdeutsche Ohren aber k&ouml;nnte es schwieriger sein, sich in den kraftvollen, wildromantischen und dezidiert heimatverbundenen Alpenpop Made in Grundlsee hineinzuversetzen. F&uuml;r mich, der ich mich seit meiner Jugend mit Dialekt-Musik &ndash; von K&ouml;lsch &uuml;ber Boarisch bis Weanerisch und eben Steirisch besch&auml;ftige &ndash; war es kein Problem, die oft sehr stark mundartlich verfassten Texte Wort f&uuml;r Wort nachzuvollziehen. Dies mag ein spezifisches Hobby von mir sein. Es ist aber anzunehmen, dass manche Ohren, n&ouml;rdlich des Wei&szlig;wurst&auml;quators, fraglos ganz genau hinh&ouml;ren m&uuml;ssen, wenn uns das steirische Oktett die Geschichterln aus seiner &sbquo;Hoamat&lsquo; erz&auml;hlt. Denn die <strong>&bdquo;SEER&ldquo;<\/strong> singen nun mal in einer konsequent origin&auml;ren, urigen Mundart, die in Hamburg, K&ouml;ln oder Berlin wahrscheinlich zumeist auf Unverst&auml;ndnis sto&szlig;en d&uuml;rfte. Wer jedoch bereit ist, sich mit diesem wahrlich nicht unspannenden Dialekt n&auml;her auseinanderzusetzen, der kann auf den drei CDs (und der einen DVD) von <strong>&bdquo;20 JAHRE SEER &ndash; NUR DAS BESTE!&ldquo;<\/strong> zweifellos hochwertige, kompakte, niemals gleichf&ouml;rmige, immer wieder neue Gefilde absteckende, Grenzen sprengende Popmusik der Extraklasse mit volkst&uuml;mlichem Touch genie&szlig;en!<\/p>\n<p><em>Foto-Credit: Kerstin Joensson<\/em><\/p>\n<p>Holger St\u00fcrenburg, 29. bis 31. Juli 2016<br \/>http:\/\/www.ariola.de<br \/>http:\/\/www.dieseer.at\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Seer &#8211; seit zwanzig Jahren DIE feste Konstante in \u00d6sterreich! 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