{"id":74908,"date":"2016-08-05T00:00:00","date_gmt":"2016-08-05T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=74908"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"FRANZISKA-WIESE-Ihre-Debuet-CD-74907","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/pop-schlager\/FRANZISKA-WIESE-Ihre-Debuet-CD-74907\/","title":{"rendered":"FRANZISKA WIESE <br \/>Ihre Deb\u00fct-CD &quot;Sinfonie der Tr\u00e4ume&quot; im Test von Holger St\u00fcrenburg!"},"content":{"rendered":"<p>Das Album hat es &#8211; ganz ohne &#8222;Starwatch&#8220; und ohne &#8222;Music For Millions&#8220; &#8211; auf einen tollen 47. Platz der Offiziellen Deutschen Charts &#8211; ermittelt von Gfk Entertainment &#8211; geschafft!\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hinsichtlich derjenigen K&uuml;nstlerin, deren brandneue Silberscheibe <strong>&bdquo;SINFONIE DER TR&Auml;UME&ldquo;<\/strong> gerade vor mir liegt bzw. zum wiederholten Male in meinem CD-Spieler rotiert, hatte die Chefredaktion von SMAGO! tats&auml;chlich (mal wieder) einen gut ausgepr&auml;gten, zielsicheren Riecher bewiesen. Denn schon im November 2013 &ndash; obwohl es von ihr noch keinen einzigen Tontr&auml;ger zu h&ouml;ren gab &ndash; wurde der talentierten Nachwuchss&auml;ngerin, Liedschreiberin und Violonistin <strong>FRANZISKA WIESE<\/strong> der begehrte &bdquo;SMAGO!-Award&ldquo; verliehen. In der Kategorie &bdquo;Entdeckung des Jahres\/Ausblick 2014&ldquo; erhielt die br&uuml;nette Chanteuse aus Spremberg in Brandenburg diese Troph&auml;e verliehen; zeitgleich ging ein &bdquo;SMAGO!-Award&ldquo; im selben Jahr an ihren Mentor, den Dresdner S&auml;nger und Liedschreiber Andre&lsquo; Stade, unter dem Motto &bdquo;Entdecker des Jahres&ldquo;, als Dank daf&uuml;r, dass er Franziska in jenen Tagen in sein Team aufgenommen hatte.<\/p>\n<p>Der seit zwanzig Jahren h&ouml;chst aktive Vollblutmusiker Stade hatte die heute 29j&auml;hrige aus der Niederlausitz bei der Produktion seiner neueren Lieder und Tontr&auml;ger als Studios&auml;ngerin eingeladen (z.B. &bdquo;Im Leben&ldquo;, 2015), woraufhin bald Roland Kaiser auf Franziska aufmerksam wurde und ihr anbot, an seinem aktuellen Hitalbum &bdquo;Auf den Kopf gestellt&ldquo; mitzuwirken. Dies f&uuml;hrte dazu, dass Franziska und ihr F&ouml;rderer Andre&lsquo; Stade, gemeinsam mit dem nordrhein-westf&auml;lischen Texter Marc Hiller, songschreiberisch die erfolgreiche erste Single daraus, &bdquo;Das Beste am Leben&ldquo;, aust&uuml;ftelten.<\/p>\n<p>Mit dieser Reputation im R&uuml;cken, gelang es Franziska Wiese, die zuvor &uuml;brigens als Verwaltungsangestellte in ihrer Heimatstadt arbeitete, hier f&uuml;r die Gew&auml;hrung von &bdquo;Hartz 4&ldquo; zust&auml;ndig war und dem zuvor eine zehnj&auml;hrige, klassische Ausbildung an ihrem Instrument am Konservatorium Cottbus absolviert hatte, nun, endlich ein erstes eigenes Album bei Electrola\/Universal vorzulegen.<\/p>\n<p><strong>&bdquo;SINFONIE DER TR&Auml;UME&ldquo;<\/strong> nennt sich die CD, die von Andre&lsquo; Stade und seinem Hamburger Kollegen Thorsten Br&ouml;tzmann &nbsp;produziert und von Claudia Jungs &sbquo;G&ouml;ttergatten&lsquo; Hans Singer abgemischt wurde, wobei f&uuml;r die Streicherarrangements niemand geringeres verantwortlich zeichnete, als der Holl&auml;ndische Multiinstrumentalist Johan Daansen, der bis dato z.B. f&uuml;r Peter Maffay, die &bdquo;Scorpions&ldquo; oder Helene Fischer t&auml;tig war. Auf diesem Albumdeb&uuml;t finden sich zw&ouml;lf Titel zwischen Traum und Wirklichkeit, unnahbar, sagenhaft, mystisch und dennoch &ndash; oder gerade deshalb &ndash; mehrheitlich herzlich, eindrucks- und liebevoll dargeboten.<\/p>\n<p>Insbesondere die Violone, Franziskas Leib-und-Magen-Instrument, l&auml;sst <strong>&bdquo;SINFONIE DER TR&Auml;UME&ldquo;<\/strong> zu etwas zweifellos Exquisitem erwachsen, da gerade dieses Chordophon aus der Gambenfamilie bislang im Schlagerspektrum eher ein Schattendasein f&uuml;hrte und allgemein in der Unterhaltungsmusik ansonsten zumeist im Folkrock, ob traditioneller (z.B. &bdquo;The Chieftains&ldquo;, &bdquo;Fairport Convention&ldquo;), ob popul&auml;rer (z.B. &bdquo;Jethro Tull&ldquo;, &bdquo;The Hooters&ldquo;), zur Geltung kam. Alle zw&ouml;lf Lieder wurden von der Interpretin eigenst&auml;ndig verfasst, h&auml;ufig in Zusammenarbeit mit Andre&lsquo; Stade, Marc Hiller und sogar der deutsch-iranischen Rapperin (!) Bahar Henschel.<\/p>\n<p>Los geht&rsquo;s gro&szlig;orchestral-monumental, dabei rundheraus folkrockig, mit dem teils un&uuml;berh&ouml;rbar filigranen, wie andererseits verwunschen-zauberhaften, wahrhaftigen Liedorkan <strong>&bdquo;Sturm der Fantasie&ldquo;<\/strong>, der in erster Linie von donnernden Streicherw&auml;llen und einem marschmusik&auml;hnlichen, andeutungsweise schleppenden Rhythmus lebt. Das daran anschlie&szlig;ende Titellied ist sanft, tr&ouml;pfelnd, geradezu perlend arrangiert, zeigt sich m&auml;rchenhaft und f&uuml;rwahr durchwegs tr&auml;umerisch und versonnen. Ein strikter Rhythmus und eine wehende, rasante und gleichzeitig &auml;u&szlig;erst eing&auml;ngige Melodie sorgen zus&auml;tzlich f&uuml;r einen konsequenten Ohrwurmeffekt dieses modernen Folkrock-Schlagers auf h&ouml;chstem Niveau.<\/p>\n<p>Den geheimnisvollen Weg in die phantastischen Welten von <strong>&bdquo;Mirama&ldquo;<\/strong> (Liedtitel) schildert auf der Basis eines aufmunternden Dance-Beats, verbunden mit elfenhaftem Gesang und ein ums andere Mal pointiert eingesetzten Soli auf der Geige, die (so betitelte) aktuelle, zweite Single aus &bdquo;Sinfonie der Tr&auml;ume&ldquo;, w&auml;hrend sich <strong>&bdquo;Wo auch immer Du bist&ldquo; <\/strong>in einem sehns&uuml;chtigen, leidenschaftlich-flehenden, vielleicht ein bisschen zu jungm&auml;dchenhaft wirkenden Balladenkontext aufh&auml;lt.<\/p>\n<p><strong>&bdquo;Ich bin frei&ldquo; <\/strong>diente im Fr&uuml;hjahr 2016 als Vorabsingle aus vorliegender CD. Mit diesem schwebend-zirpenden, aufstrebenden und befreienden Popohrwurm &ndash; nun mehr Schlager, als Folk &ndash; stellte sich Franziska bereits am 16. April d.J. beim &bdquo;Gro&szlig;en Schlagerfest&ldquo; mit Florian Silbereisen erstmals Hunderttausenden von TV-Zuschauern vor; Auftritte beim &bdquo;ZDF-Fernsehgarten&ldquo;, bei Silbereisens &bdquo;Schlagern im Sommer&ldquo; im MDR und bei &bdquo;Immer wieder Sonntags!&ldquo; folgten stehenden Fu&szlig;es. Ob der hohen Qualit&auml;t dieses kompakten, leichtf&uuml;&szlig;igen und dennoch anspruchsvollen Titels, d&uuml;rfte es sehr wohl im Rahmen des M&ouml;glichen liegen, dass dieser auch Ende 2016 bei den &bdquo;Schlagern des Jahres&ldquo; ganz vorne mit von der Partie sein wird.<\/p>\n<p>Die klanglich leider &uuml;beraus konventionell und vorhersehbar inszenierte <strong>&bdquo;Welt der einsamen Herzen&ldquo;<\/strong> (Liedtitel) ert&ouml;nt einwenig ZU verspielt, wird von Franziska ZU kindlich vorgetragen. Dar&uuml;ber hinaus scheint der recht heftige (um nicht zu sagen: viel zu nerv&ouml;se, aufreibende) Rhythmus die per se schwungvolle, wohlklingende Melodie trotzig zu konterkarieren. Letztlich kann der Song sich nicht entscheiden, ob er glei&szlig;ende Nachtleben-Hymne oder s&uuml;&szlig;lich-folkiger Popschlager sein m&ouml;chte. So wie hier arrangiert, wirkt er, als lie&szlig;e sich Marianne Rosenberg urpl&ouml;tzlich von Ian Anderson produzieren. Die <strong>&bdquo;Kleine Taube&ldquo;<\/strong> hingegen verstrahlt, trotz abermals marschmusik&auml;hnlichen Rhythmus&acute;, ehrlichgemeinte Sehnsucht nach Ruhe, Hoffnung auf Frieden und Geborgenheit, das intensive Gef&uuml;hlsdrama <strong>&bdquo;Mosaik&ldquo;<\/strong> stellt sich dar, als ein bluesig-folkiger, enorm sensibler Schleicher voller Traurigkeit und Melancholie am Ende einer gro&szlig;en Beziehung.<\/p>\n<p>Opulent, nur ganz sacht rockend, sentimental, dabei trotzdem optimistisch und lebensbejahend, besingt Franziska daraufhin philosophisch eine versinnbildlichte <strong>&bdquo;W&uuml;stenblume&ldquo;<\/strong> (Liedtitel), <strong>&bdquo;Liebe brennt&ldquo;<\/strong> ist ein stilles, semiakustisches, sp&auml;ter aufbrausendes Pianoepos im Stile von US-Powerballaden, ein obligatorisches Herz\/Schmerz-Schmankerl, das zwar keinesfalls &uuml;bel r&uuml;berkommt, so oder &auml;hnlich allerdings seit Jahren zum Standardrepertoire vieler (Nachwuchs-)S&auml;ngerinnen geh&ouml;rt. Daher vermittelt &bdquo;Liebe brennt&ldquo; den Eindruck, man habe dieses Lied so oder &auml;hnlich schon tausendfach vernommen, weshalb es ob seiner Gleichf&ouml;rmigkeit keinesfalls zu den H&ouml;hepunkten von &bdquo;Sinfonie der Tr&auml;ume&ldquo; gerechnet werden kann.<\/p>\n<p><strong>&bdquo;Wunderland&ldquo;<\/strong> strotzt zwar lyrisch nur so vor Klischees, verf&uuml;gt dem gegen&uuml;ber indessen &uuml;ber eine luftig-relaxte, wie schwerelos vor sich hin gleitende Edelpop-Auskleidung, welche wiederum konstruktiv von Franziskas fr&ouml;hlich-leichter Violone angereichert wurde. Eine weitere, sehr gem&auml;chliche Ballade namens <strong>&bdquo;Wie weit kann Liebe tragen?&ldquo;<\/strong>, die nun aber wahrlich eindringlich, hochemotional und grazil, authentisch und erhaben ausgefallen ist, beschlie&szlig;t ein zumeist durchaus ansprechendes Album mit einer ganzen Menge Licht, aber gleicherma&szlig;en ein paar dunkleren Punkten, die nicht verschwiegen werden sollten &#8211; alleine schon deshalb, um der begabten K&uuml;nstlerin aufrichtig Vorschl&auml;ge zur Erweiterung bzw. Manifestierung ihrer grunds&auml;tzlich in erheblichem Ausma&szlig; vorhandenen Kreativit&auml;t und k&uuml;nstlerischen F&auml;higkeit zu &uuml;bermitteln.<\/p>\n<p>In den besten Momenten erklingt <strong>&bdquo;SINFONIE DER TR&Auml;UME&ldquo;<\/strong> in einer Form, als sei die britische Popexzentrikerin Kate Bush um 30 Jahre j&uuml;nger und s&auml;nge diese keine experimentelle New Wave, sondern offensiven Popschlager. Phantasievolle Mystik und eine sympathische Auslebung einer Art von Distanziertheit, Feenhaftigkeit, zeichnen nicht wenige der Darbietungen auf Franziska Wieses Albumerstling in positivster Manier aus und gestalten auf diese Weise das Rezipieren des Opus als au&szlig;erordentliches Vergn&uuml;gen. Manchmal jedoch, wenn Franziska sich zu sehr in den poppigen Mainstream begibt, bzw. ihre folkorientierte Geige und ein hinzugef&uuml;gter, unn&ouml;tiger Discobums einfach nicht miteinander harmonieren wollen, wirkt das Ganze, wie das uns&auml;gliche Getr&auml;ller von Pseudo-Folkbardin &bdquo;Oonagh&ldquo;, nur eben auf Hochdeutsch dargereicht und nicht auf deren gezwungenem, kindischen Fantasy-Dialekt &bdquo;Elbisch&ldquo;.<\/p>\n<p>Franziska sollte sich entscheiden, ob sie eher reinen, klassischen Popschlager, gerne mit balladesken bzw. auch discotauglichen Einsprengseln, singen mag, oder &ndash; was ich pers&ouml;nlich bevorzugte &ndash; sie sich zunehmender und eindeutiger im breitgef&auml;cherten Bereich des Folkpop und Folkrock einfinden und ausbreiten wolle. Die oft k&uuml;nstlich und unecht aufscheinende Mischung dieser beiden per se stark divergierenden Stilistiken haut nicht immer hin, verw&auml;ssert manch gelungene Komposition. Als S&auml;ngerin und Geigerin ist <strong>FRANZISKA WIESE<\/strong> nat&uuml;rlich und einwandfrei Top. Sie beherrscht ihr Instrument, wie aus dem sprichw&ouml;rtlichen &bdquo;FF&ldquo;, besitzt eine helle, obendrein starke, nur selten allzu teenagerm&auml;&szlig;ig t&ouml;nende Stimme, schreibt &uuml;berwiegend sch&ouml;ngeistig-mysteri&ouml;se Texte, inkl. trefflicher Wortspiele. Sie sollte sich aber in musikalischer Hinsicht auf eine jeweilige Stilrichtung &ndash; wenigstens innerhalb eines Songs &ndash; vorab festlegen, damit aus einem gutgemeinten Stilmix nachgerade kein verschwimmender &bdquo;Weder Fisch, noch Fleisch&ldquo;-Eindruck entsteht.<\/p>\n<p>Holger St\u00fcrenburg, 4. August 2016<br \/>http:\/\/www.universal-music.de\/company\/umg\/electrola<br \/>http:\/\/www.franziskawiese.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Album hat es &#8211; ganz ohne &#8222;Starwatch&#8220; und ohne &#8222;Music For Millions&#8220; &#8211; auf einen tollen 47. 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