{"id":74773,"date":"2016-08-11T00:00:00","date_gmt":"2016-08-11T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=74773"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"GARAGE-3-Die-CD-aber-geil-ist-74772","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/deutsch-rock\/GARAGE-3-Die-CD-aber-geil-ist-74772\/","title":{"rendered":"GARAGE 3 <br \/>Die CD &quot;&#8230; aber geil ist es auch&quot; im Test von Holger St\u00fcrenburg!"},"content":{"rendered":"<p>Hinter &#8222;Garage 3&#8220; verbirgt sich in erster Linie der \u00b4Kopf\u00b4 von &#8222;Geier Sturzflug&#8220;: Friedel Geratsch!\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Fr&uuml;hjahr 2015, das akustische &bdquo;Geier Sturzflug&ldquo;-Album &bdquo;K&ouml;nige der Welt&ldquo; (siehe <strong><a href=\"https:\/\/smago.de\/d\/artikel\/70572\/\">HIER &#8230;:<\/a><\/strong>) war gerade ver&ouml;ffentlicht worden, kam &bdquo;Geier Friedel&ldquo; Geratsch auf die Idee, ein seit einigen Jahren gehegtes, musikalisches Hobby im Rahmen einer Trio-Formation unter dem Bandnamen <strong>&bdquo;GARAGE3&ldquo;<\/strong> umzusetzen und ein von oben bis unten neues, kreatives Projekt ins Leben zu rufen, das ganz und gar andere klangliche Facetten repr&auml;sentierte, als &bdquo;Bruttosozialprodukt&ldquo; oder &bdquo;Die Pure Lust am Leben&ldquo;.<\/p>\n<p>Friedel hatte per Internet eine in den USA, dem Geburtsland des origin&auml;ren Blues, schon seit langem praktizierte Ausformung der authentischen Darbietung ebenjener Musikrichtung ausfindig gemacht, die man nicht einfach nur singt oder spielt, sondern letztlich, um die gr&ouml;&szlig;tm&ouml;gliche Echtheit des Genres bzw. Verbundenheit mit demselben zu erreichen, auch selbst &#8211; &nbsp;und dies intensiv, wom&ouml;glich gar exzessiv &#8211; leben muss.<\/p>\n<p>Es hat sich in Kreisen der Blues-Fetischisten jenseits des Atlantiks nach und nach eingeb&uuml;rgert, dass der interessierte Musikus aus schlichten Holzlatten und leeren Zigarrenkisten (&bdquo;Cigar Box&ldquo;) real nutzbare Bootleneck- bzw. Slide-Gitarren baut. Hierf&uuml;r werden Zigarrenbox und Holzlatte zusammengef&uuml;gt und mit drei oder vier Gitarrensaiten bespannt, dazu ein Tonabnehmer installiert &ndash; fertig ist ein vollkommen neuartiges, klanglich h&ouml;chst elektrisierendes Musikinstrument, das, gerne auch mit einem Flaschenhals auf dem Ringfinger gespielt, so ungew&ouml;hnliche, wie rohe, naturbelassene T&ouml;ne erzeugt. Friedel rauchte ein paar Zigarren und baute daraufhin seine ersten Cigar-Box-Gitarren Marke Eigenbau zusammen und begann, diese selbst zu bespielen.<\/p>\n<p>Dann begann Friedel Anfang 2015 die ersten Songs f&uuml;r dieses faszinierende Projekt zu verfassen, von denen nun 13 (bzw. 12 &#8211; denn der 50er-Jahre-selige Hymnus auf ein &bdquo;T-Shirt&ldquo; (bzw. die ein solches gerne tragende Sch&ouml;nheit) stammt noch aus &bdquo;Dicke Lippe&ldquo;-Zeiten mit Reinhard Beierle) vor kurzem den Weg auf das bei PUCKY MUSIC verlegte CD-Album <strong>&bdquo;&hellip; ABER GEIL IST ES AUCH&ldquo;<\/strong> gefunden haben. In reduziertestem klanglichen Gewand umgesetzt, bieten auf dieser, von einer Sekunde auf die andere schier umwerfenden Scheibe Friedel an der Zigarren-Gitarre, Stephan Schott am Schlagzeug und Bassist Tom Baer, ein hochexplosives Blues-Festival der allerersten G&uuml;teklasse dar &ndash; und dieses Tun soll durchaus als handgemachter Protest gegen das computerperfektionierte Rock-Pop-Gedudel des Heute und Hier zur Geltung kommen!<\/p>\n<p>Es war mir eine gro&szlig;e Ehre, die Genese von &bdquo;&hellip;Aber geil ist es auch&ldquo; von Anfang an miterleben, beratend kommentieren zu d&uuml;rfen und freue mich nun sehr, das fulminante Endergebnis von <strong>&bdquo;GARAGE3&ldquo;<\/strong> in den H&auml;nden halten zu k&ouml;nnen, weshalb ich es an dieser Stelle &auml;u&szlig;erst gerne vorstellen und w&uuml;rdigen mag!<\/p>\n<p>Wer den Blues liebt und lebt, d&uuml;rfte mit dieser liebevoll roh-rau arrangierten 13-Song-Kollektion ohne jede Frage seine &uuml;bergro&szlig;e Freude haben. Alleine schon, zumal Friedel und die Seinen wahrhaftig alle Facetten genau dieser inzwischen weit &uuml;ber 100 Jahre alten Musikstilistik mit viel Liebe zum Detail und unb&auml;ndiger Spielfreude verwirklichen, die zum Ende des 19. Jahrhunderts in den USA von der afroamerikanischen Gesellschaft dort entwickelt wurde und sich bald als Unterhaltungsmusik dieser Community etabliert hatte.<\/p>\n<p>Ebendieser wundervollen Musikrichtung, die immer wieder totgesagt wurde, sich aber bis heute eindrucksvoll am Leben zu halten vermochte, widmen &bdquo;Garage3&ldquo; nun ein ganzes Album voller kurzer, pr&auml;gnanter, jedes Mal den Kernpunkt treffender St&uuml;cke, die vom Slow Blues eines Gary Moore, &uuml;ber den Swamp Rock im Sinne von John Fogerty oder Tony Joe White, die fr&uuml;hesten Expertisen des Stils a la Robert Johnson oder Elmore James und heulenden Sumpfblues a la &bdquo;Howlin&lsquo; Wolf&ldquo;, bis hin zu aktuellerem Bluessound der Sorte &bdquo;ZZ Top&ldquo; oder &bdquo;Dr. Feelgood&ldquo; (na gut&hellip; &bdquo;aktuell&ldquo;&hellip; das ist auch schon &uuml;ber 30 Jahre her, aber pr&auml;gte zweifellos einen Teil meiner Jugend) alles das beinhalten und vorf&uuml;hren, was der interessierte H&ouml;rer sich zu Gem&uuml;te f&uuml;hren muss, um sich schnellstm&ouml;glich in diesem, sicherlich nicht gerade zeitgeistgetreuen, daf&uuml;r aber umso elektrisierenderen Genre einfinden und zurechtfinden zu k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Inhaltlich finden die 13 Songs von <strong>&bdquo;&hellip;ABER GEIL IST ES AUCH&ldquo;<\/strong> mitten im Leben, im tiefsten Alltag des Normalb&uuml;rgers, statt. Die Themenkreise &bdquo;verflossene Liebe&ldquo; und &bdquo;verflossener Alkohol&ldquo; ziehen sich wie ein kleiner, aber feiner, roter Faden durch das durchgehend hochkar&auml;tige Liedprogramm.<\/p>\n<p>So bietet z.B. der an Friedels Jugend in den 50er und 60er Jahren ironisch, aber liebevoll erinnernde Titelsong, der &uuml;ber diejenigen Zeiten erz&auml;hlt, als es noch keinen Fernseher in jedem Haushalt, keinen Laptop, kein Handy und keinen Flat-Screen gab, aber das Leben trotzdem &sbquo;geil&lsquo; war, rohesten, entschlacktesten Bluesrock per Excellance.&nbsp; Das rasend eilende Bluesrock-Feuerwerk <strong>&bdquo;Dreckig, schnell und laut&ldquo;<\/strong> macht seinem Titel alle Ehre, der ebenso flinke Gitarrenrocker <strong>&bdquo;Jamma&ldquo;<\/strong> kann ohne Frage als das pers&ouml;nliche &bdquo;It&rsquo;s all over now&ldquo; von &bdquo;Garage3&ldquo; bezeichnet werden.<\/p>\n<p>Klassisch, im besten Sinne des Wortes dr&ouml;ge und absichtlich gleichf&ouml;rmig gehalten, unter dem Motto &bdquo;Ohne Rotwein, w&uuml;rd ich tot sein&ldquo; (&copy; Holger St&uuml;renburg), erklingt der aussichtslos erscheinende Bluesstampfer vom &ndash; na, wovon wohl? &#8211; <strong>&bdquo;Rotwein&ldquo;<\/strong>. Mittels dieses grandiosen Titels, spie&szlig;t Friedel sein eigenes Schicksal auf und be- und verarbeitet seine zum Gl&uuml;ck l&auml;ngst bew&auml;ltigte Alkoholsucht ultraehrlich und dabei nat&uuml;rlich klanglich gewohnt famos. Irgendwo nahe des ultimativen, mir wohl seitens meines Vaters bereits in die Wiege gelegten Standardblues &bdquo;Dust my Broom&ldquo; von Robert Johnson, 1936, seine Grundsubtanz fand der ironische Talking Blues <strong>&bdquo;Oma sagte immer&ldquo;<\/strong>, w&auml;hrend der nur ganz, ganz sacht brodelnde Southern Rock-Verschnitt <strong>&bdquo;So einfach&ldquo;<\/strong>&nbsp; ohneweiters Radiotauglichkeit aufweist (wenn denn ein Moderator einst so mutig ist, eine wahrhaftig gelungene Nummer, die jedoch v&ouml;llig ohne jegliche Synthesizer-Schn&ouml;rkel und Computer-Spielereien auskommt, in seiner Sendung aufzulegen!)<\/p>\n<p>Zu den wortw&ouml;rtlich sch&ouml;nsten Beitr&auml;gen von &bdquo;&hellip;Aber geil ist es auch&ldquo; z&auml;hlen der eher gefasste, sanfte (und trotzdem rigoros entt&auml;uschte) Bluesschleicher <strong>&bdquo;Mona Lisas L&auml;cheln&ldquo;<\/strong>, ein n&auml;chtlich-abgekl&auml;rt-melancholisch vor sich hin schleichender Gro&szlig;stadtblues, sowie der nicht weniger gef&uuml;hlige, aufs n&ouml;tigste reduzierte, dunkel-nachdenkliche Sumpf-Blues <strong>&bdquo;Manchmal, wenn der Regen f&auml;llt&ldquo;<\/strong> und das gleichsam ged&auml;mpft-verhaltene Gef&uuml;hlsdrama <strong>&bdquo;Liebe meines Lebens&ldquo;<\/strong>. Im genauso stillen und dennoch radikal-konsequent ausgelebten Mid-Tempo-Popblues <strong>&bdquo;Dein L&auml;cheln&ldquo;<\/strong> berichtet Friedel, wie ihn eben das L&auml;cheln einer, seiner lieben Frau langsam, aber sicher, vom Alkohol losgebracht hat &ndash; erst war er berauscht vom Alkohol, und sp&auml;ter, nachdem sich das Schicksal von &uuml;beraus freundlicher Natur gezeigt hatte, nur noch von ihr und ihrem puren, reinen, mutmachenden L&auml;cheln.<\/p>\n<p>Der peitschende Deltablues <strong>&bdquo;Sie l&auml;sst mich nicht los&ldquo;<\/strong> ist lyrisch ebenfalls im emotionalen Bereich angesiedelt und handelt von der Sehnsucht nach der einstigen Liebe, die und deren Folgen offenkundig nur mit Alkohol-Abusus zu beeintr&auml;chtigen, zur&uuml;ckzudr&auml;ngen scheinen; im munteren, 50er-Jahre-beeinflussten, einwenig Rockabilly-angehauchten <strong>&bdquo;T-Shirt&ldquo;<\/strong> geht&rsquo;s um eine mutma&szlig;lich tolle Frau, die stets in ebenjenem Kleidungsst&uuml;ck am Haus des Protagonisten vorbeigeht und denselben ganz sch&ouml;n kirre macht.<\/p>\n<p><strong>&bdquo;Zum Rocken geboren&ldquo;<\/strong> beendet in krassem &bdquo;ZZ-Top&ldquo;-Klangbild, verbunden mit textlichen Reminiszenzen an die &bdquo;Kinks&ldquo; (&bdquo;Where have all the Good Times gone&ldquo;), Dave Edmunds bzw. Mickey Jupp (&bdquo;Standing at the Crossroads&ldquo;) und &bdquo;AC\/DC (&bdquo;Highway to Hell&ldquo;), diese phantastische Sammlung originalgetreuer, erdiger und jederzeit aufrichtiger Bluesepen aus nur allen erdenklichen Richtungen, in allen nur m&ouml;glichen Auspr&auml;gungen &ndash; ein ums andere Mal zelebriert auf der t&ouml;nenden Basis nur von Schlagzeug, Bass und eben Cigar-Box-Gitarre!<\/p>\n<p><strong>&bdquo;Garage 3&ldquo;<\/strong> haben mittels ihres Deb&uuml;ts <strong>&bdquo;&hellip;Aber geil ist es auch&ldquo;<\/strong> nichts anderes begr&uuml;ndet, als den absoluten, unverkennbaren und real existierenden <em>RUHRPOTT BLUES<\/em>: Ungeschliffene, schonungslose, derbe Einblicke in ein Leben, jenseits von Mainstream und Hochglanz-Magazinen, von radiotauglichem Allerwelts-Popeinerlei und kulturlosen Ex-und-Hopp-Gebaren. Die Musik des Trios f&uuml;hrt ihre Zuh&ouml;rer von Grund auf unwiderruflich ins Innerste von Herz, Seele und Gem&uuml;t!<\/p>\n<p>Nach einer ersten Live-Feuertaufe, am 21. Juli 2016 beim allj&auml;hrlichen &bdquo;Songwood&ldquo;-Treffen in Hamm, die von der &ouml;rtlichen Presse als &bdquo;gelungenes Gesamterlebnis&ldquo; (&bdquo;Westf&auml;lischer Anzeiger&ldquo;) bezeichnet wurde, werden in B&auml;lde weitere Auftritte folgen. So am Samstag, dem 15. Oktober 2016, im &bdquo;Freizeitzentrum L&uuml;ner H&ouml;he&ldquo;; wenn es sich einrichten l&auml;sst, werde ich dann auch vor Ort sein und das Konzert mit einem z&uuml;nftigen Livebericht feiern. Die Erstauflage von &bdquo;&hellip;Aber geil ist es auch&ldquo; ist bereits vergriffen, die Nachpressung l&auml;uft auf vollen Touren&hellip;<\/p>\n<p>Wer gute, grundsatztreue, ungesch&ouml;nte deutsche Rockmusik mit viel, viel Blues gerne mag, dem sei <strong>&bdquo;&hellip;Aber Geil ist es auch&ldquo;<\/strong> von <strong>&bdquo;GARAGE3&ldquo;<\/strong> in aller Form ans Herz gelegt.<\/p>\n<p>Das Album ist erh&auml;ltlich unter <a href=\"mailto:Info-Garage3@t-online.de\">Info-Garage3@t-online.de<\/a>. Dort gibt es auch Informationen &uuml;ber kommende Auftrittsdaten etc.<\/p>\n<p>Holger St\u00fcrenburg, 06.\/07. August 2016<\/p>\n<p>https:\/\/www.facebook.com\/FriedelGeratschGeierSturzflugGarage3\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hinter &#8222;Garage 3&#8220; verbirgt sich in erster Linie der \u00b4Kopf\u00b4 von &#8222;Geier Sturzflug&#8220;: Friedel Geratsch!\u00a0 Im Fr&uuml;hjahr 2015, das akustische<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":74774,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[5],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/74773"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=74773"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/74773\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/74774"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=74773"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=74773"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=74773"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}