{"id":74689,"date":"2016-08-15T00:00:00","date_gmt":"2016-08-15T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=74689"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"VANESSA-MAI-ua-Die-Doppel-CD-Me-74688","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/pop-schlager\/VANESSA-MAI-ua-Die-Doppel-CD-Me-74688\/","title":{"rendered":"VANESSA MAI u.a. <br \/>Die Doppel-CD &quot;Mein Herz schl\u00e4gt Schlager &#8211; Vol. 2&quot; im Test von Holger St\u00fcrenburg!"},"content":{"rendered":"<p>Warum der Musikkritiker dieses Doppelalbum als &#8222;ein zweischneidiges Schwert&#8220; erachtet &#8230;:\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Fr&uuml;hjahr 2015 begr&uuml;ndete die M&uuml;nchener Ariola, das auf deutschsprachige Schlager- und Popmusik spezialisierte Label von SONY, die Aktion\/Kampagne <strong>&bdquo;Mein Herz schl&auml;gt Schlager&ldquo;<\/strong>. Hierzu hatte Vanessa Mai, damals noch Frontfrau des Popschlager-Trios &bdquo;Wolkenfrei&ldquo;, zwischenzeitlich l&auml;ngst als &uuml;berzeugende Solok&uuml;nstlerin etabliert, einen poppig-tanzbaren Hymnus, der eben hie&szlig; &bdquo;Mein Herz schl&auml;gt Schlager&ldquo;, eingesungen &ndash; und als Resultat erschien seinerzeit eine Doppel-CD, sowie eine im selben Ma&szlig;e prallgef&uuml;llte DVD, die beide einen &ndash; selbst, wenn die Geschm&auml;cker der schlageraffinen Musikh&ouml;rer ohne Frage nicht selten divergieren &#8211;&nbsp; guten und sehr detailgetreuen &Uuml;berblick &uuml;ber das Schaffen der Ariola im Bereich des Deutschen Schlagers und Artverwandtem boten.<\/p>\n<p>Die Doppel-CD beinhaltete zum einen die gr&ouml;&szlig;ten Ariola-Schlager aus 2014 und 2015, u.a. von Andrea Berg (&bdquo;Himmel auf Erden&ldquo;), Wolfgang Petry (&bdquo;Einmal noch&ldquo;), Nik P. (&bdquo;Du musst ein Engel sein&ldquo;), Roland Kaiser &amp; Maite Kelly (&bdquo;Warum hast Du nicht Nein gesagt?&ldquo;) und ganz gewiss &bdquo;Wolkenfrei&ldquo; (&bdquo;Ich versprech&lsquo; Dir nichts und geb&lsquo; Dir alles&ldquo;, &bdquo;Der Zaubertrank ist leer&ldquo;). F&uuml;r die zweite CD hatte das Hamburg-Eppendorfer D.J.\/Remixer-Duo &bdquo;Schwebende W&auml;lder&ldquo; Ariola-Hits und &ndash;Rarit&auml;ten der 70er, 80er und 90er Jahre ausgew&auml;hlt, darunter solch exquisite Liedperlen der Sorte &bdquo;Gaby wartet im Park&ldquo; (Udo J&uuml;rgens, 1981), &bdquo;Gloria&ldquo; (Lena Valaitis, 1982), &bdquo;Pistolero&ldquo; (&bdquo;Dschinghis Khan&ldquo;, 1981), &bdquo;M&auml;dchen, M&auml;dchen&ldquo; (G.G. Anderson, 1986) oder &bdquo;Dann heirat&lsquo; doch Dein B&uuml;ro&ldquo; (Katja Ebstein, 1980). Eine z&uuml;nftige Mischung aus Altem und Neuem, welche ich <strong><a href=\"https:\/\/smago.de\/d\/artikel\/70148\/\">HIER<\/a><\/strong> rezensiert habe.<\/p>\n<p>Nun gibt es seit einigen Wochen eine Fortsetzung dieser Werkschau zu h&ouml;ren. Wiederum machen bei Ariola bzw. SONY verlegte Titel die Mehrheit des verkoppelten Liederreigens aus. Dar&uuml;ber hinaus aber haben die Verantwortlichen f&uuml;r <strong>&bdquo;MEIN HERZ SCHL&Auml;GT SCHLAGER &ndash; VOL. II&ldquo; <\/strong>auch bei anderen Firmen, hier federf&uuml;hrend UNIVERSAL bzw. Electrola\/UNIVERSAL, verschiedene Lieder anlizenziert. Eine DVD ist diesmal nicht mit im Sortiment, gleichsam besteht die Doppel-CD ausschlie&szlig;lich aus insgesamt 43 (!) durchwegs aktuellen Produktionen, ein R&uuml;ckblick mit Oldies und Rarem ist anno 2016 nicht vorhanden.<\/p>\n<p>Au&szlig;erdem, so muss man vorab (mit einem gewissen Bedauern) kundtun, sind auf vorliegender Doppel-CD (zu) viele Beitr&auml;ge enthalten, die zwar auf Deutsch aufgenommen wurden, mit dem Oberbegriff &bdquo;Schlager&ldquo; jedoch h&auml;ufig gar nicht kompatibel sind. Desweiteren wurden einige origin&auml;re Schlager, die urspr&uuml;nglich tats&auml;chlich in diesem Genre verhaftet sind, Dank oft unn&uuml;tzer, moderner Abmischungen, mit Disco-Fox-Bum-Bum, Techno- und Dancefloor-Effekten angereichert, weshalb sich mancher Schlagertraditionalist in Anbetracht dieser Songkollektion im Sinne des Kollegen Herbert Gr&ouml;nemeyer immer wieder die Frage stellen muss: &bdquo;Was soll das?&ldquo;.<\/p>\n<p>Aber immer der Reihe nach. Ich strebe an, so es m&ouml;glich ist, vorurteilsfrei an die mir vorliegende Doppel-CD<strong> &bdquo;MEIN HERZ SCHL&Auml;GT SCHLAGER &ndash; VOL. II&ldquo;<\/strong> heranzugehen. In diesem Zusammenhange werde ich die darauf verkoppelten Titel w&auml;hrend des ersten Anh&ouml;rens schnurstracks analysieren, mit angebrachter Kritik sicher nicht hinter der Andrea halten, aber sicherlich (ausnahmsweise) mal versuchen, modischeren, zeitn&auml;heren Arrangements, Umsetzungen und Rhythmisierungen nicht von vornherein negativ gegen&uuml;berzustehen.<\/p>\n<p>Auf einen <strong>&bdquo;Pers&ouml;nlichen Gru&szlig;&ldquo;<\/strong> von <strong>Vanessa Mai<\/strong> (in dem diese schon andeutet, um wieviel &bdquo;frischer&ldquo; und &bdquo;moderner&ldquo; die neuen &bdquo;Mixe&ldquo; und &bdquo;Sounds&ldquo; etc. kl&auml;ngen&hellip;), folgt sogleich ein seitens des aus dem Erzgebirge stammenden Produzenten-Duos <strong>&bdquo;Stereo Act&ldquo;<\/strong>, welches zur Jahreswende 2015\/16 mit der klanglichen Ausgestaltung des Popschlagers &bdquo;Die immer lacht&ldquo; der Heider S&auml;ngerin Kerstin Ott einen Tophit erzielen konnte, verantworteter, rasend-knalliger und dabei keinesfalls unsympathischer Remix von Vanessas &sbquo;atemlos-n&auml;chtlichem&lsquo; Mottolied <strong>&bdquo;Mein Herz schl&auml;gt Schlager&ldquo;<\/strong>. <strong>&bdquo;Diese Nacht ist jede S&uuml;nde wert&ldquo;<\/strong>, Anfang April 2016 h&ouml;chst erfolgreiche Vorab-Auskoppelung aus <strong>Andrea Berg<\/strong>s inzwischen mit Platin ausgezeichnetem Nummer-Eins-Album &bdquo;Seelenbeben&ldquo;, vernehmen wir nun im rhythmisch-tanzbaren, aber nicht unbedingt nervt&ouml;tenden &bdquo;Fox Mix&ldquo;; die aktuelle Single von <strong>Roland Kaiser<\/strong>, die da hei&szlig;t <strong>&bdquo;Kein Problem&ldquo;<\/strong> und dessen grandioser Hit-CD &bdquo;Auf den Kopf gestellt&ldquo; entnommen wurde, erstrahlt in einem volumin&ouml;sen, drastisch aufgedonnerten &bdquo;Pop-Mix&ldquo;.<\/p>\n<p>Der K&auml;rntner Nikolaus Presnik, uns allen besser bekannt als <strong>Nik P.<\/strong>, bew&auml;ltigt, akut im Rahmen des &uuml;berzeichnet techno-angelehnt krachenden, dr&ouml;hnenden, geradezu aufscheuchenden &bdquo;Discofuxx RMX&ldquo;, erneut den, den Namen der Herzallerliebsten tragenden &sbquo;Stern&lsquo;, der irgendwo <strong>&bdquo;Da oben&ldquo;<\/strong> (Liedtitel) discogrell und vermutlich ob des &uuml;berzogenen Rhythmus&lsquo; immens nerv&ouml;s und erschrocken leuchtet.<\/p>\n<p>Naja, die dralle Schweizerin <strong>Beatrice Egli<\/strong> muss nat&uuml;rlich &ndash; hier mit ihrer aktuellen Single <strong>&bdquo;Kick im Augenblick&ldquo;<\/strong>, zugleich Titellied ihres im April vorgelegten Top-3-Albums &ndash; auf einem zeitgem&auml;&szlig;en Schlager-Sampler zum Einsatz kommen, aber nicht jeder Schlagerfreund muss den nun noch phonst&auml;rker bumsenden &bdquo;Remix&ldquo; dieses 08\/15-Popschlagerchens m&ouml;gen m&uuml;ssen. Auf einem qualitativ g&auml;nzlich anderen Level angesiedelt, schickt daran anschlie&szlig;end Rockschlager-Stehaufm&auml;nnchen <strong>Matthias Reim <\/strong>den phantastisch treibenden Folkrock-Verschnitt <strong>&bdquo;Alles, was ich will&ldquo;<\/strong>, die dritte Single aus seiner hochgelobten Comeback-Scheibe &bdquo;Ph&ouml;nix&ldquo;, in der klassischen Albumversion, also gar nicht von einem Remixer nach- bzw. umgearbeitet, kraftvoll ins Rennen. Das erst im Herbst vor einem Jahr ins Leben gerufene Schlager-Trio <strong>&bdquo;KLUBBB3&ldquo;<\/strong>, bestehend aus TV-Moderator Florian Silbereisen, dem Belgischen Schlagerstar Christoff und seinem niederl&auml;ndischen Kollegen Jan Smit, ist mit dem witzigen, schier g&ouml;ttlichen Radikalohrwurm <strong>&bdquo;Du schaffst das schon&ldquo;<\/strong> (im sehr tanzbaren, trotzdem ebenso vertr&auml;glichen &bdquo;DJ Mix&ldquo;) mit von der Partie, das nordrhein-westf&auml;lische Popschlager-Duo <strong>&bdquo;Fantasy&ldquo;<\/strong> spendiert den ultraeing&auml;ngigen <strong>&bdquo;Blinden Passagier&ldquo;<\/strong>, entnommen der von Dieter Bohlen produzierten Nummer-Eins-CD &bdquo;Freudenspr&uuml;nge&ldquo;.<\/p>\n<p>Aus <strong>Vanessa Mai<\/strong>s zweitem und dazu letztem Album mit der inzwischen aufgel&ouml;sten Formation &bdquo;Wolkenfrei&ldquo;, &bdquo;Wachgek&uuml;sst&ldquo;, fand die zielsicher aufmuckende, hinrei&szlig;end hei&szlig;verliebte erste Singleauskoppelung <strong>&bdquo;Wolke 7&ldquo; <\/strong>den Weg auf die zweite Folge der von der br&uuml;netten Aspacherin ja ma&szlig;geblich mitprotegierten CD-Serie <strong>&bdquo;MEIN HERZ SCHL&Auml;GT SCHLAGER<\/strong>&ldquo;. Die sachsen-anhaltinische S&auml;ngerin <strong>Linda Hesse<\/strong> h&auml;lt f&uuml;r vorliegende Doppel-CD den allzu konventionell pl&auml;tschernden Schlager <strong>&bdquo;Noch immer so wie immer&ldquo;<\/strong>, immerhin verfasst von den eigentlichen K&ouml;nnern Andre&lsquo; Franke und Joachim Horn-Bernges, bereit; nicht weniger im banal-allt&auml;glichen Einerlei verharrt die selbsternannte &bdquo;erste Schlager-Boygroup&ldquo; <strong>&bdquo;Feuerherz&ldquo;<\/strong> im bum-bum-bumsenden Mainstream-Schlager <strong>&bdquo;Du bringst mich um (den Verstand)&ldquo;<\/strong>.<\/p>\n<p>Der bisherige Studios&auml;nger <strong>Mitch Keller<\/strong>, der 2015 eine eigene Karriere als Solok&uuml;nstler gestartet hat, betont in einem so betitelten, so dunkel-urbanen, wie textintensiven Rockschlager <strong>&bdquo;Ich hab Dir nie gesagt&hellip;&ldquo;<\/strong>; daran schlie&szlig;t Matthias-Reim-Lebensgef&auml;hrtin <strong>Christin Stark<\/strong> mit einem von ihrem Freund in Kooperation mit &bdquo;Knibble&ldquo; Horn-Bernges ersonnenen, prallen, schnellen, liebenswert burschikosen Tanzschlager namens <strong>&bdquo;Ich nicht!&ldquo;<\/strong> an, aufgeputzt im konsequent discotauglichen &bdquo;JOJO Dance Mix&ldquo;. Der Ahlener Musicalstar <strong>Alexander Klaws<\/strong> bet&ouml;rt nun den geneigten Zuh&ouml;rer mittels des properen, US-amerikanisch anmutenden Gitarrenpoppers <strong>&bdquo;Nur Liebe&ldquo;<\/strong> (zum Gl&uuml;ck &bdquo;unremixed&ldquo;, irgendeine Form von Dance-Mix h&auml;tte dieser hervorragend klaren Rock\/Pop-Komposition auch nur geschadet!); &bdquo;KLUBBB3&ldquo;-Mitstreiter <strong>Jan Smit<\/strong> stellte den erlesenen, sehr poppig-melodisch ausgefallenen Titelsong seines deutschsprachigen 2013er-Opus <strong>&bdquo;Ich bin da&ldquo;<\/strong> f&uuml;r &bdquo;Mein Herz schl&auml;gt Schlager &ndash; Vol. II&ldquo; zur Verf&uuml;gung.<\/p>\n<p>Ihr Schwiegervater in spe., Ex-&bdquo;Trio&ldquo;-Frontmann Stephan Remmler, schrieb f&uuml;r die geb&uuml;rtig aus den USA stammende Freundin seines Sohnes Cecil, <strong>Sarah-Jane Scott<\/strong>, das gef&uuml;hlvolle und in einem Atemzug flinke, voranpreschende, s&uuml;damerikanisch und 50er-Jahre-angehauchte Gitarrenchanson <strong>&bdquo;Was war los gestern Nacht&ldquo;<\/strong>, f&uuml;r ihre Deb&uuml;t-CD &bdquo;Ich schau Dir in die Augen&ldquo;.<\/p>\n<p>Bei detaillierter Betrachtung aber auch rein gar nichts mit traditionellem Schlager zu tun haben &uuml;berm&auml;&szlig;ig zeitgem&auml;&szlig;, nervig-rhythmisch und extremst neumodisch ausgerichtete Neo-Pop-Spielereien der Machart <strong>&bdquo;Meine Welt&ldquo;<\/strong> des Eisenacher Duos <strong>&bdquo;EGOWELLE&ldquo;<\/strong>, das mit dem ebenfalls aus Th&uuml;ringen stammenden Electro-DJ-Duo <strong>&bdquo;Soundmietzen&ldquo;<\/strong> dieses schn&ouml;de Melodiechen ohne Nachhall zusammenklabustert hat, oder <strong>&bdquo;Einfach nur weg&ldquo;<\/strong> des M&uuml;nchener House-\/Deep-House-Projekts <strong>&bdquo;LIZOT&ldquo;<\/strong>, welches vom geb&uuml;rtigen Teheraner <strong>Jason Anousheh<\/strong> vokalistisch unterst&uuml;tzt wurde. Auch der Liedermacher <strong>Max Giesinger<\/strong>, der 2011 bei der &bdquo;Pro Sieben&ldquo;-Castingshow &bdquo;The Voice of Germany&ldquo; teilgenommen hatte, sollte sich mal eingehend der Frage widmen, ob ein von dem Leipziger House Music-DJ <strong>&bdquo;Koby Funk&ldquo; <\/strong>hergestellter Remix seines 2013er-Titels <strong>&bdquo;Unser Sommer&ldquo;<\/strong> nun unbedingt Platz auf einem &bdquo;Mein Herz schl&auml;gt SCHLAGER&ldquo;, nicht etwa &bdquo;Mein Herz schl&auml;gt Dancefloor-Bums&ldquo;, betitelten, eben SCHLAGER-Sampler finden muss. Der 1991 nahe Karlsruhe geborene Nachwuchss&auml;nger <strong>Mats Heilig<\/strong> hat mit seiner aktuellen Single <strong>&bdquo;Fliegen&ldquo;<\/strong> ein durchaus spannendes und ausbauf&auml;higes Deutsch-Pop-Werk vorzuweisen, dessen &uuml;bertrieben rhythmusbetontes, impertinent synthesizerlastiges Arrangement jedoch den Anh&auml;nger des unverschn&ouml;rkelt-gediegenen Deutschen Schlagers ganz sch&ouml;n vor den Kopf sto&szlig;en k&ouml;nnte. Die v&ouml;llig banale, offenbar nicht aus sich herauszukommen scheinende Popballade <strong>&bdquo;Wenn wir alt sind&ldquo;<\/strong> des von Songwriter Tom Albrecht gegr&uuml;ndeten Duos <strong>&bdquo;SOOLO&ldquo;<\/strong> wabert uninspiriert vor sich hin und beschlie&szlig;t vollkommen schlagerfern die erste Silberscheibe von <strong>&bdquo;MEIN HERZ SCHL&Auml;GT SCHLAGER &ndash; Vol. II&ldquo;<\/strong>.<\/p>\n<p>Der glei&szlig;ende, authentische Sp&auml;t-80er-Neonlicht-Coolness verspr&uuml;hende &bdquo;Mania Mix&ldquo; von <strong>Vanessa Mai<\/strong>s erster Single ohne &bdquo;Wolkenfrei&ldquo;-Kontext, <strong>&bdquo;Ich sterb&lsquo; f&uuml;r Dich&ldquo;<\/strong>, geschrieben und inszeniert von Dieter Bohlen f&uuml;r ihr im April erschienenes, weitestgehend &auml;u&szlig;erst wohlschmeckendes Solodeb&uuml;t &bdquo;F&uuml;r Dich&ldquo;, leitet den zweiten Teil von hier analysierter Doppel-CD weitaus schlagerhafter ein, als Part-01 zuvor zu Ende gegangen war. Genauso aufpeitschend, voranrennend, positiv &uuml;berdreht, geht&rsquo;s gleich weiter mit dem Hochglanz-Popschlager <strong>&bdquo;Herzstillstand&ldquo;<\/strong> (2014) der gerade dieses Jahr zu neuen, hohen Qualit&auml;ten (wieder)aufgestiegenen <strong>Michelle<\/strong> und dem lautstarken Andreas-Zaron-Cover <strong>&bdquo;Wie ein Komet&ldquo;<\/strong> (2013), dargereicht vom &sbquo;ewigen Anton&ldquo; <strong>&bdquo;D.J. &Ouml;tzi&ldquo;<\/strong>.<\/p>\n<p>Der Steirer Bua <strong>Andreas Gabalier<\/strong> huldigt volks-rock&rsquo;n&rsquo;rollig nochmals seiner geliebten <strong>&bdquo;Zuckerpuppn&ldquo;<\/strong> (2013), gefolgt von dem in T&ouml;ne gegossenen Nervt&ouml;ter <strong>&bdquo;Geiles Himmelblau&ldquo;<\/strong> des in M&uuml;nchen entstandenen Quintetts <strong>&bdquo;Voxxclub&ldquo;<\/strong>. In einem perfekt ausgelebten, mundartlichen Rockspektrum h&auml;lt sich die genialische &sbquo;Alpenpunkerin&lsquo; <strong>Hannah<\/strong> mit ihrer herrlich offenherzigen, von Akkordeon und harten E-Gitarren beherrschten Pop\/Rock\/Punk-Melange <strong>&bdquo;Schei&szlig;egal&ldquo;<\/strong> auf; die sprichw&ouml;rtliche &bdquo;Schlager-Kanone&ldquo; <strong>Bernhard Brink<\/strong> schwimmt mit dem Edel-Poprocker <strong>&bdquo;Giganten&ldquo;<\/strong>, der zweiten Single aus seinem 2016er-Meilenstein <strong>&bdquo;Unendlich&ldquo;<\/strong>, zu neuen klanglichen Ufern &#8211; und die N&uuml;rnberger Pseudo-Folkrock-Truppe <strong>&bdquo;Dartagnan&ldquo;<\/strong> verschreckt im Gegensatz dazu durch ihr wie am Rei&szlig;brett entworfen wirkendes Klischee-Ritterdrama <strong>&bdquo;Seit an Seit&ldquo;<\/strong>, das letztlich Mittelalter-Musik f&uuml;r diejenigen Zeitgenossen unter uns darstellt, die nichts vom Mittelalter verstehen, selbst den tolerantesten Schlager- und\/oder Deutschrock-Freund aufs Sch&auml;rfste.<\/p>\n<p>Daf&uuml;r entsch&auml;digen stehenden Fu&szlig;es Disco-Fox-Chaot <strong>Michael Wendler<\/strong> mit Hilfe seiner brandneuen Radiosingle <strong>&bdquo;Tanzen ist Tr&auml;umen&ldquo;<\/strong>, die &ndash; mal wieder bzw. wie bei ihm &uuml;blich &ndash; nicht mehr und nicht weniger bedeutet, als einen feudalen Tanz-Popschlager bester Machart, und die hellblonde Schwedin <strong>Julia Lindholm<\/strong> mit ihrem liebenswert jungm&auml;dchenhaften &bdquo;ABBA&ldquo;-Cover <strong>&bdquo;Mamma Mia&ldquo;<\/strong>. Nahezu unertr&auml;glich hingegen dr&ouml;hnt der &uuml;berlaute M&ouml;chtegern-Karnevalsrocker <strong>&bdquo;Wenn ich tr&auml;um&lsquo; in der Nacht&ldquo;<\/strong> (hier im ohrenbet&auml;ubenden &bdquo;Fosco Dance Edit&ldquo;-Mix) von der K&ouml;lner Faschingscombo <strong>&bdquo;R&auml;uber&ldquo;<\/strong> durch die Lautsprecher, bevor nochmals <strong>Vanessa Mai<\/strong> &ndash; in diesem Falle noch als Mitglied von <strong>&bdquo;Wolkenfrei&ldquo;<\/strong> &ndash; einen Song anbietet: <strong>&bdquo;In all Deinen Farben&ldquo;<\/strong> ist und bleibt auch im neuartigen &bdquo;Rico Bernasconi Radio Edit&ldquo;-Mix ein prachtvolles St&uuml;ck so romantischer, wie gehobener, muttersprachlicher Popmusik. Ein von House- und Techno-D.J. Florian Paetzold kreierter Remix des unnahbaren Popschlagers <strong>&bdquo;Blumen in Paris&ldquo;<\/strong>, gesungen von Ralph Siegel-Entdeckung <strong>Julia Kollat<\/strong>, erweist sich trotz (oder gerade wegen) allzu stark hervorgehobenen Rhythmus&lsquo; weiterhin als nichtssagend und ausstrahlungslos.<\/p>\n<p>Abermals nicht unbedingt dem Umfeld des Deutschen Schlagers zuzuordnen ist die keinerlei Nachhaltigkeit aufbringende, moderne Deutschpop-Nummer <strong>&bdquo;Sommersprossen&ldquo;<\/strong> (KEIN &bdquo;UKW&ldquo;-Cover!), die der Leipziger House-D.J. Ronny <strong>ROCKSTROH<\/strong> mit einem S&auml;nger namens <strong>Michael Frieda<\/strong> fabriziert hat. Gleiches gilt f&uuml;r das belgisch-schweizerische Duo <strong>&bdquo;Pixie Paris&ldquo; <\/strong>und dessen &ndash; zumindest f&uuml;r einen Musiktraditionalisten, wie mich &ndash; nicht nachvollziehbares Dancefloor-Pop-Chanson-Gebr&auml;u <strong>&bdquo;Es rappelt im Karton&ldquo;<\/strong>. Der unzweifelhaft nervenaufreibende &bdquo;BIGH Remix&ldquo; von <strong>&bdquo;Ein Teil von mir&ldquo;<\/strong>, gesungen von den miteinander verheirateten Ex-&bdquo;DSDS&ldquo;-Absolventen &bdquo;<strong>Sarah <\/strong>(Engels) &amp; <strong>Pietro<\/strong> (Lombardi)&ldquo;, versetzt geringstenfalls meine Ohren in regelrecht schmerzende Zust&auml;nde.<\/p>\n<p>Die geschundenen Geh&ouml;rg&auml;nge k&ouml;nnen sich danach wieder erholen, wenn das weibliche Duo <strong>&bdquo;Lindt Bennet&ldquo;<\/strong> das schwelgerisch-wehende Country-Pop-Chanson <strong>&bdquo;Regenbogenkind&ldquo;<\/strong> anstimmt, den brandneuen Singletitel dieser von Anbeginn an schlicht umwerfenden, gesanglichen Paarung voller Niveau und Tiefgang. In Form eines viel zu neuzeitlichen &bdquo;Franz Rapid Mixes&ldquo;, schaffte es die Soloversion des per se genialen Poprockers <strong>&bdquo;Rettungsboot&ldquo; <\/strong>von Wolle-Sohnemann <strong>Achim Petry<\/strong> auf die Titelliste der hier er&ouml;rterten Doppel-CD.<\/p>\n<p>Zum vers&ouml;hnlichen Ende von <strong>&bdquo;MEIN HERZ SCHL&Auml;GT SCHLAGER &ndash; VOL. II&ldquo;<\/strong> kommen noch mal ein paar unschlagbare Helden des Deutschen Schlagers, klangtechnisch durchaus auf der H&ouml;he der Zeit befindlich, aber eben nicht durch House- oder Techno-Rhythmen verhunzt, zum Zuge: <strong>Roland Kaiser<\/strong> &amp; <strong>Maite Kelly<\/strong> intonieren (im &bdquo;Club Mix&ldquo;) den elit&auml;ren Mega-Rockschlager <strong>&bdquo;Warum hast Du nicht Nein gesagt?&ldquo;<\/strong> (2014), <strong>Nik P.<\/strong> schenkt dem geneigten H&ouml;rer (dito im &bdquo;Club Mix&ldquo;) die ebenso aufstrebende Pop\/Rock-Mixtur <strong>&bdquo;Geboren um Dich zu lieben&ldquo;<\/strong> (2014) und Altmeister <strong>Wolfgang Petry<\/strong> brilliert schlussendlich mit dem nachdenklichen, ehrlichen Rockchanson <strong>&bdquo;Der Letzte seiner Art&ldquo;<\/strong>.<\/p>\n<p><strong>&bdquo;MEIN HERZ IST SCHLAGER &ndash; VOL. II&ldquo;<\/strong> ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ist es jederzeit als l&ouml;blich auszurufen, wenn man versucht, dem Deutschen Schlager ein neues Gesicht, ein neues (Klang)-Gewand, verleihen zu wollen. Dies muss aber ideenreich, aufregend und ansprechend geschehen; hierf&uuml;r reichen nicht nur die neuesten Schlagzeug-Computer und Synthi-Gimmicks aus. Ein krachender Rhythmus allein ist nicht genug, um einen typischen Schlager aufzupolieren. Oft erklingen derartige Versuche, wie beschrieben, eher im Sinne einer Verschlimmbesserung, als in Form einer konstruktiven, progressiven Aktualisierung.<\/p>\n<p>Jeder Schlagerfreund kann sich allerdings Dank dieser mit ganzen 43 Titeln ja wahrhaftig &uuml;bervollen Doppel-CD ein eigenes Bild &uuml;ber die deutschen Kl&auml;nge des Heute und Hier verschaffen. F&uuml;r den Zeit- und Musikgeschichtler, den Sammler und Chronisten, sind periodisch erscheinende Sampler, die die erfolgreichste Musik eines jeweiligen Zeitabschnitts komprimiert versammeln, ohnehin stets interessant.<\/p>\n<p>Allerdings frage ich mich, wen bzw. welches Publikumssegment die Ariola mit dieser Konzeption nun genau anzusprechen gedenkt. Manches des auf <strong>&bdquo;MEIN HERZ SCHL&Auml;GT SCHLAGER &ndash; VOL. II&ldquo; <\/strong>verkoppelten Liedmaterials hat mit dem Begriff des Deutschen Schlagers allerh&ouml;chstens die deutsche Betextung gemein. Mindestens zehn der hier genutzten Titel passten stilistisch ganz und gar nicht zum restlichen Programm der Doppel-CD. Ein &uuml;berzeugter Fan z.B. von Roland Kaiser oder Bernhard Brink (jeder, der meine Artikel verfolgt, kann best&auml;tigen, dass etwa diese beiden K&uuml;nstler zu meinen langj&auml;hrigen Topfavoriten auf dem Gebiet des Schlagers z&auml;hlen) oder auch ein Anh&auml;nger von Andrea Berg, Michelle, selbst von Beatrice Egli oder Linda Hesse, d&uuml;rfte mit Neuzeit-Soundexperimenten a la &bdquo;Pixie Paris&ldquo;, &bdquo;Rockstroh&ldquo; oder &bdquo;EGOWELLE&ldquo; nicht viel anzufangen wissen.<\/p>\n<p>Selbstverst&auml;ndlich kann es die Ariola ausprobieren, Schlagertraditionalisten der Generation 40plus mit nachgewachsenen Deutsch-Pop-Fans um die 20 zu vers&ouml;hnen. Diesem Vorhaben h&auml;tte es jedoch zum enormen Vorteil gereicht, wenn die Verantwortlichen beispielsweise eine volle CD, nur mit (gerne zeitnah aufgepepptem) Schlager, und eine zus&auml;tzliche Silberscheibe, die ausschlie&szlig;lich mit aktueller deutscher Popmusik best&uuml;ckt w&auml;re, zu einem imposanten Zwei-CD-Set zusammengef&uuml;gt h&auml;tten, so nach dem Motto: Entdecke auf der jeweils anderen CD eine f&uuml;r Dich bislang vollkommen fremde Musikrichtung, sei mutig, gebe Dich ausnahmsweise Mal dem musikalischen Zeitgeist hin &ndash; vielleicht gef&auml;llt Dir ja etwas davon!<\/p>\n<p>Dieser durcheinandergew&uuml;rfelte Stilmix, ja oft betriebene Stilbruch, wie er auf der zweiten Folge von <strong>&bdquo;MEIN HERZ SCHL&Auml;GT SCHLAGER&ldquo;<\/strong> viel zu offensichtlich verbraten wurde, verfehlt das Ziel, j&uuml;nger und reifer f&uuml;r alle lohnend miteinander musikalisch zu vereinen. Hier wurde vieles zusammengebracht, was klanglich einfach nicht zusammengeh&ouml;rt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/smago.de\/fotos\/pics\/images\/meinherz2ab.jpg\" style=\"width: 512px; height: 439px;\" \/><\/p>\n<p>Holger St\u00fcrenburg, 11.\/12. August 2016<\/p>\n<p>http:\/\/www.vanessa-mai.de\/News-Termine-Musik-Bio-Sommerparty-Kontakt.html<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum der Musikkritiker dieses Doppelalbum als &#8222;ein zweischneidiges Schwert&#8220; erachtet &#8230;:\u00a0 Im Fr&uuml;hjahr 2015 begr&uuml;ndete die M&uuml;nchener Ariola, das auf<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":74690,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[28],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/74689"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=74689"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/74689\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/74690"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=74689"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=74689"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=74689"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}