{"id":74113,"date":"2016-09-05T00:00:00","date_gmt":"2016-09-05T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=74113"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"UDO-JUERGENS-Ein-neues-Buch-ueb-74112","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/UDO-JUERGENS-Ein-neues-Buch-ueb-74112\/","title":{"rendered":"UDO J\u00dcRGENS <br \/>Ein neues Buch \u00fcber Udo J\u00fcrgens: &quot;Ich, Udo&quot;!"},"content":{"rendered":"<p>Stephan Imming sieht viel Licht und wenig Schatten im Buch des Journalisten und ehemaligen ZDF-Moderators Christian Simon &#8230;:\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon zu Lebzeiten widmeten sich einige B&uuml;cher dem Thema UDO J&Uuml;RGENS. Zwei Biografien und einen Roman hat der Meister selber geschrieben, dar&uuml;ber hinaus gibt es auch diverse B&uuml;cher anderer Autoren. Posthum wurden dann noch einige B&uuml;cher &bdquo;nachgelegt&ldquo;, die alle eins gemeinsam haben &ndash; recht wenig Aussagekraft, viel Oberfl&auml;chlichkeit und nur wenig Besch&auml;ftigung mit dem Werk Udos.<\/p>\n<p>Einen neuen Versuch hat nun Christian Simon gestartet, dem das anerkannte Fanportal &bdquo;udofan.com&ldquo; s&uuml;ffisant, aber sicher nicht ganz zu Unrecht &bdquo;<em>Gesch&auml;ftst&uuml;chtigkeit bei eBay und au&szlig;erhalb vor allem in Sachen Udo J&uuml;rgens<\/em>&ldquo; attestiert. (Dazu muss man wissen, dass Simon auch langj&auml;hrig als Konzertveranstalter f&uuml;r Udo J&uuml;rgens in Erscheinung trat).&nbsp; &#8211; Simons Ansatz ist ein etwas anderer als der, den man bisweilen kennt. Offensichtlich ganz bewusst wird das Buch <u>nicht<\/u> als Biografie bezeichnet, sondern als Hommage an einen Freund. So l&auml;sst er den J&uuml;rgens hochprozentig selbst zu Wort kommen, indem er ihn aus &uuml;ber Jahrzehnte hinweg gef&uuml;hrten Interviews zitiert. Simon stellt Udo somit dem Publikum vornehmlich als Menschen, weniger als &ouml;ffentliche Pers&ouml;nlichkeit vor. Sicherlich kam Simon zugute, mit J&uuml;rgens befreundet gewesen zu sein und sein Vertrauen genossen zu haben, weshalb er sich in seinen Antworten sehr offen und ehrlich zeigte. Einen weiteren Beleg f&uuml;r die besondere Beziehung der Beiden stellen die besonderen Erinnerungsst&uuml;cke (besondere Widmungen in B&uuml;chern, Gru&szlig;karten an Ehreng&auml;ste, etc.) dar, die das Buch anreichern.<\/p>\n<p>Frei nach Udo m&uuml;sste man nun sagen: &bdquo;Und die ,BILD&lsquo;-Zeitung jubelt &ndash; ist das nicht toll?&ldquo;. Die BILD-Zeitung jubelt zwar, aber toll ist das nicht wirklich. In der Ausgabe vom 01. September 2016 des Boulevardblattes ist die Schlagzeile ungl&uuml;cklich gew&auml;hlt, weil sie auf ein Enth&uuml;llungsbuch, insbesondere hinsichtlich Udos Frauenbekanntschaften hindeutet, was das Buch ausdr&uuml;cklich nicht sein will und nicht wirklich ist. Es w&auml;re schade, wenn dieser falsche Eindruck einige Fans vom Kauf des Buches abhalten w&uuml;rde. Wobei man zwischen den Zeilen sich schon ein Bild machen kann, wenn man einerseits liest, dass Udo sich immer wieder dahingehend ge&auml;u&szlig;ert hat, dass er dankbar und froh dar&uuml;ber war, dass sich seine Lebensgef&auml;hrtinnen nie in seine Kunst eingemischt haben &ndash; und andererseits 2014 erz&auml;hlte, dass das Opening seiner letzten Tournee &bdquo;<em>Michaelas Idee<\/em>&ldquo; gewesen sei &ndash; ein Schelm, der B&ouml;ses dabei denkt&hellip;&nbsp;<\/p>\n<p>Sehr interessant sind auch die vielen Anekdoten, von denen der Journalist kurzweilig erz&auml;hlt. Das, was er aus eigener Erinnerung schildert, ist sehr authentisch geschrieben und gut formuliert. Selbst f&uuml;r Insider ergeben sich da neue Erkenntnisse &ndash; beispielsweise, dass Udo bereits 1976 beabsichtigte, sich von Hans R. Beierlein zu trennen oder dass Simon den Text &bdquo;Wort&ldquo; seines RTL-Kollegen Oliver Spiecker Udo quasi als &bdquo;Bote&ldquo; &uuml;berbracht hat. Welch gro&szlig;e Rolle dieses Lied f&uuml;r Udo spielte, erf&auml;hrt der geneigte Leser ebenfalls (an anderer Stelle des Buches).<\/p>\n<p>Sehr spannend ist auch, wie Udo seinen Umgang mit Musikern in fr&uuml;hern Jahren schildert. So wird er von Simon wie folgt zitiert: &bdquo;<em>Fr&uuml;her war ich beim Auftritt so aggressiv, dass ich meine Musiker bis an die Grenze der T&auml;tlichkeit attackiert habe. Ich habe die wirklich auf der B&uuml;hne am &Auml;rmel gepackt und gesagt: &sbquo;Mensch, spiel jetzt. Wenn du jetzt nicht ordentlich spielst, hau ich dir nach der Vorstellung eins in die Schnauze.&rsquo;&ldquo;<\/em> &ndash; musikalische Perfektion war ihm schon immer wichtig&hellip; In sp&auml;teren Jahren wird es zu solchen Dialogen wohl nicht mehr gekommen sein, sein freundschaftliches Verh&auml;ltnis zu Pepe Lienhard und dessen Orchester ist ja bekannt und wird ebenfalls in Simons Buch beschrieben.<\/p>\n<p>Dass Simon Freund und Kenner von Udos Werk ist, zeigt sich unter anderem in der Gestaltung der Kapitel. Zum einen hat er sehr sch&ouml;n viele Aspekte, die Udos Leben und Werk ausmachten (z. B. seine Liedinhalte, sein Denken &uuml;ber Familie, seine Meinung zum deutschen Schlager etc.) thematisch in Kapitel unterteilt und diese mit passenden Liedern &uuml;berschrieben, und dabei insbesondere die von Udo so geliebten &bdquo;Lieder, die im Schatten stehen&ldquo; ausgew&auml;hlt. Diese Konzentration auf Themen und nicht auf zeitliche Chronologie ist dank guter &Uuml;bergangs- und Zwischentexte nicht verwirrend, wie etwa im &bdquo;Fagott&ldquo;-Roman.<\/p>\n<p>Wie wichtig Udo gerade diese eher unbekannten Lieder waren, l&auml;sst sich in Simons Buch immer wieder nachlesen &ndash; Udo erz&auml;hlt hochinteressant die Entstehungsgeschichten von Liedern wie &bdquo;Der Schuft&ldquo;, &bdquo;Ihr Lieben daheim&ldquo;, &bdquo;Die Stadt in der Sonne&ldquo; und einiger anderer mehr &ndash; sehr spannend insbesondere f&uuml;r die Udo-J&uuml;rgens-Fans, die ihr Idol nicht als Schlagerfuzzi sehen. Oder um es mit Christian Simon zu sagen: &bdquo;<em>Ich glaube, einen Schlagers&auml;nger nennen nur die Udo J&uuml;rgens, die ihn und seine Lieder nicht kennen beziehungsweise nicht wirklich zuh&ouml;ren&ldquo;.<\/em><\/p>\n<p>Ausgesprochen interessant ist eine Aussage Udo J&uuml;rgens&lsquo;, die er anl&auml;sslich einer seiner TV-Shows t&auml;tigte. In der Nachbetrachtung erschreckend ist seine diesbez&uuml;gliche &Auml;u&szlig;erung, wenn man an seinen Tod denkt &ndash; Udo sagte damals (auf sich selbst bezogen): &bdquo;<strong><em>Ich habe da einen Menschen gesehen, der in seiner Darstellung an die Grenzen geht und Musik in einer Art und Weise pr&auml;sentiert, bei der es nur noch eine Steigerung geben kann &ndash; ein &ouml;ffentlicher Herzinfarkt oder so was.&ldquo;<\/em> <\/strong><\/p>\n<p>Ganz ohne biografische Angaben wollte Simon aber auch nicht auskommen. Viele Dinge wurden im Fan-Forum &bdquo;udofan.com&ldquo; schon lange richtiggestellt, sind aber in offiziellen Biografien nach wie vor falsch dargestellt. Offensichtlich hat er sich dabei auf offizielle Quellen berufen, die bekannterma&szlig;en ja vielfach schlicht falsch sind. So ist Udos b&uuml;rgerlicher Name nicht etwa &bdquo;Udo J&uuml;rgen Bockelmann&ldquo;, sondern &bdquo;J&uuml;rgen Udo Bockelmann&ldquo; &ndash; deshalb wurde er von seiner Mutter in Kindertagen auch &bdquo;J&uuml;rgilein&ldquo; genannt, wie Markus Lanz anl&auml;sslich einer Talkshow zu berichten wusste. &nbsp;Auch war Udo nicht w&auml;hrend der &bdquo;Ohne Maske&ldquo;-Tour am 9. November 1989 in Berlin, wie sich seinem Tourneeplan leicht entnehmen lassen kann. Dass Udo schon in den 1960er Jahren seine Zugaben im Bademantel spielte, ist ebenfalls h&ouml;chstwahrscheinlich falsch &ndash; die ersten Fotos, die das belegen, stammen aus den fr&uuml;hen 1980er Jahren. Und &bdquo;Mitten im Leben&ldquo; als &bdquo;53. Album&ldquo; zu bezeichnen, ist nat&uuml;rlich Bl&ouml;dsinn, der von der gleichen Plattenfirma kommuniziert wurde, die &bdquo;Geradeaus&ldquo; als Udos &bdquo;30. Album&ldquo; bezeichnete. &ndash; leider haben die &bdquo;Profis&ldquo;, die Udos Biografie und Werk derart verf&auml;lschen, ganze Arbeit geleistet &ndash; nach wie vor fehlt noch eine verl&auml;ssliche Udo-Biografie, die wird aber sicher auch noch kommen.<\/p>\n<p>All diese kritischen Aspekte werden von offizieller Seite nicht gerne geh&ouml;rt &ndash; statt die Fehler einfach bestm&ouml;glich zu korrigieren, beschr&auml;nkt man sich aber darauf, diese und andere Dinge weiter falsch stehenzulassen und lieber diejenigen zu beschimpfen, die auf diese Missst&auml;nde hinweisen &ndash; all das hat aber Christian Simon nicht zu verantworten, wenn er sich auf diese Angaben verl&auml;sst.<\/p>\n<p>Sein Buch ist respektvoll und kurzweilig geschrieben und sowohl f&uuml;r &bdquo;hei&szlig;e Fans&ldquo; als auch f&uuml;r &ndash; wie Udo es immer zu nennen pflegte &ndash; &bdquo;Mitgeschleppte&ldquo; (so nannte er Menschen, die eigentlich nur wegen ihrer Lebenspartner oder Freunde oder Familie zu den Konzerten mitkamen) sehr interessant zu lesen.<\/p>\n<p>Aus meiner Sicht ist Christian Simons Buch das mit weitem Abstand lesenswerteste und interessanteste Buch &uuml;ber Udo J&uuml;rgens, das nach seinem Ableben erschienen ist &ndash; allen Interessierten kann man nur dazu raten, sich von dem Buch begeistern zu lassen, anstatt sich von der ungl&uuml;cklich gew&auml;hlten &bdquo;BILD&ldquo;-Schlagzeile negativ beeinflussen zu lasen.<\/p>\n<p>Stephan Imming, 04.09.2016<br \/>http:\/\/www.ariola.de<br \/>http:\/\/www.udojuergens.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stephan Imming sieht viel Licht und wenig Schatten im Buch des Journalisten und ehemaligen ZDF-Moderators Christian Simon &#8230;:\u00a0 Schon zu<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":74114,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[29],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/74113"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=74113"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/74113\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/74114"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=74113"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=74113"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=74113"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}