{"id":73186,"date":"2016-10-03T00:00:00","date_gmt":"2016-10-03T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=73186"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"ROY-BLACK-Roy-Black-%96-Live-in-73185","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/ROY-BLACK-Roy-Black-%96-Live-in-73185\/","title":{"rendered":"ROY BLACK <br \/>&quot;Roy Black \u2013 Live in Bielefeld&quot; \u2013 CD-Besprechung von Stephan Imming!"},"content":{"rendered":"<p>Besonderes Lob gibt es f\u00fcr Roys Stimme, die Abmischung und die Arrangements der ver\u00f6ffentlichten Songs!\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den 1960er Jahren war viel Bewegung in der internationalen Musikszene. Die Beat-Welle kam mit voller Wucht nach Deutschland, worunter der klassische Schlager damals arg zu leiden hatte. Ein &bdquo;Gegengift&ldquo; zur Beatmusik wurde klar in ROY BLACK gefunden, dessen Beliebtheit Mitte der 1960er Jahre auch beim jugendlichen Publikum immens war, was man an zahlreichen Auszeichnungen wie z. B. Goldenen &bdquo;Ottos&ldquo; der Jugendzeitschrift Bravo erkennen kann.<\/p>\n<p>Die Tontr&auml;ger Roy Blacks verkauften sich wie geschnitten Brot. Bemerkenswert ist, dass nicht nur seine Singles, sondern seine LPs damals &uuml;beraus erfolgreich liefen. Sein Debutalbum &bdquo;Roy Black&ldquo; hielt sich &uuml;ber ein Jahr in den Charts und kam bis auf Platz 2, das Nachfolgealbum &bdquo;Roy Black 2&ldquo; schaffte es sogar an die Spitze der LP-Hitparade.<\/p>\n<p>Da Roy auch ein beliebter Live-Musiker war, lag nahe, eines seiner Konzerte aufzuzeichnen und als Tontr&auml;ger zu ver&ouml;ffentlichen. Gesagt &ndash; getan: Im Jahr 1969 erschien die LP &bdquo;Ein Abend mit Roy Black&ldquo; mit Ausschnitten aus einem Konzert in der Bielefelder Oetkerhalle. Das umtriebige Universal-Team hat anl&auml;sslich des bevorstehenden 25. Todestages von Roy Black nach den Originalaufnahmen des Konzerts gesucht und wurde f&uuml;ndig. Sensationell: Nicht nur die damals ver&ouml;ffentlichten Lieder wurden gefunden, sondern das komplette damalige Konzert.<\/p>\n<p>Bielefeld war damals offensichtlich bekannt f&uuml;r eine gute Akustik. Selbst Udo J&uuml;rgens hat seine ersten Live-LPs dort aufgenommen. Hoch interessant ist, dass Blacks Live-Aufnahme mit gro&szlig;em Orchester erstellt wurde (Udo begn&uuml;gte sich anfangs ja noch mit einer &uuml;berschaubaren Begleit-Band). Die musikalische Gesamtleitung hatte damals Black-Produzent Hans Bertram, Orchesterchef war Werner Twardy, der das &bdquo;Studio-Orchester-Prag&ldquo; dirigierte.<\/p>\n<p>Der Live-Eindruck der CD ist ausgezeichnet. Die Songs wurden toll abgemischt, Roy Blacks Stimme wurde ein sch&ouml;ner Hall unterlegt &ndash; seine Stimme ist fast etwas lauter gemischt als es n&ouml;tig gewesen w&auml;re, andrerseits entsteht dadurch ein gutes Live-Feeling. Die Songauswahl ist insgesamt stimmig und zeigt, dass Roy durchaus ein vielseitiger Interpret war.<\/p>\n<p>Ein weiterer Vergleich zu Udo J&uuml;rgens dr&auml;ngt sich hinsichtlich des Repertoires auf: Auch Roy nahm viele internationale Titel ins Programm. Ein Grund f&uuml;r die vielen internationalen Songs k&ouml;nnte das Ansinnen seines Produzenten Hans Bertram gewesen sein, Black internationaler zu machen und international zu vermarkten (dazu nahm er bekanntlich intensiv Kontakt mit Beatles-Manager Brian Epstein auf). In der ARD-Dokumentation &bdquo;Legenden &ndash; Roy Black&ldquo; hei&szlig;t es vom Off-Kommentator: &bdquo;<em>In einem K&ouml;lner Tonstudio arbeitet Hans Bertram bereits an einer internationalen Karriere Roy Blacks. Bertram ist klargeworden, dass der gro&szlig;e Erfolg seines Sch&uuml;tzlings nur mit deutschen Schlagern auf Dauer nicht zu halten ist.&ldquo; <\/em>Dazu Bertram<em>: &bdquo;Im n&auml;chsten Jahr machen wir noch eine gr&ouml;&szlig;ere Tournee mit einem noch viel internationalem (sic!) Programm und nicht nur deutsche Schlager. Wir haben ja jetzt schon damit angefangen und ich glaube, wir sind auf der richtigen Linie. Unser Plattenverkauf ist in den letzten vier Tagen so enorm angestiegen, das verst&auml;rkt unsere st&auml;rksten Erwartungen.<\/em>&ldquo;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p><strong><u>Zu den Liedern im Einzelnen:<\/u><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Song &bdquo;<strong>If I Had a Hammer<\/strong>&ldquo; ist &nbsp;ein guter Beleg, dass Roy (zu seinem Leidwesen) eher Schnulzens&auml;nger (oder nennen wir es &bdquo;Balladen-Interpret&ldquo;) war als Rocker &ndash; er bringt diesen Song mit seiner nat&uuml;rlichen Stimme nicht wirklich rockig r&uuml;ber, wobei das Arrangement schon &bdquo;fetzig&ldquo; ist. Dennoch ist festzustellen, dass Roy eine bemerkenswert tolle Stimme hatte, die insbesondere im Livekonzert gut zur Geltung kam. In der Begr&uuml;&szlig;ungsmoderation befeuerte Roy &uuml;brigens ein weiteres Image, das ihm anheftete: Das des Frauenhelden.<\/p>\n<p>Im <strong>internationalen Medley<\/strong> dr&auml;ngt sich ein weiterer Vergleich zu einer andern Schlagergr&ouml;&szlig;e auf: Mit &bdquo;Delilah&ldquo; und &bdquo;The Last Waltz&ldquo;, den Roy sogar auch auf Deutsch interpretierte, waren gleich zwei damals popul&auml;re Songs von &bdquo;Peter, dem Gro&szlig;en&ldquo; im Angebot. Direkt im Anschluss sang Roy den gew&ouml;hnungsbed&uuml;rftigen Schlager &bdquo;<strong>Brauner Teddyb&auml;r<\/strong>&ldquo; &ndash; beim Live-Vortrag verga&szlig; er zwischenzeitlich den Text. Bemerkenswert: Im Anschluss entschuldigte er sich f&uuml;r diesen Patzer, was sicher ein Beleg f&uuml;r seine Bescheidenheit ist.<\/p>\n<p>Im Anschluss wurde es wieder international. Den sch&ouml;n gesungenen und arrangierten Bert-Kaempfert-Evergreen &bdquo;<strong>Strangers In the Night<\/strong>&ldquo; h&auml;tte man so wohl nicht von Roy Black erwartet. Besonders bemerkenswert ist die unmerkliche Modulation von G nach Ab-Dur zum Schluss des Liedes. Der Titel &bdquo;<strong>Lara<\/strong>&ldquo; hat einen russischen Einschlag. Danach wurde mit &bdquo;<strong>Caravan<\/strong>&ldquo; ein tolles Instrumental eingef&uuml;gt.<\/p>\n<p>Mit &bdquo;<strong>La Paloma<\/strong>&ldquo; wurde es wieder konservativer, wobei f&uuml;r Roy ein neuer, recht schnulziger Text geschrieben wurde. Noch volkst&uuml;mlicher wurde es mit &bdquo;<strong>In einem k&uuml;hlen Grunde<\/strong>&ldquo;, wobei der Patzer bei der Ansage zu dem Lied die Authentizit&auml;t der Live-Aufnahme unterstreicht.<\/p>\n<p>Der zweite Teil (und die zweite CD) von Roys Live-Konzert begann interessanterweise mit einem Lied, dessen Titel man vielleicht eher zu Beginn der Aufnahme erwartet h&auml;tte: &bdquo;<strong>Die Show beginnt<\/strong>&ldquo; &ndash; ein sch&ouml;ner Schlager mit einem vergleichsweise tiefgr&uuml;ndigen Text.<\/p>\n<p>Danach wurde es wieder international: Mit &bdquo;<strong>Et maintenant<\/strong>&ldquo; versuchte sich Roy an einem franz&ouml;sischen Titel, was angesichts seiner diesbez&uuml;glichen Sprachf&auml;higkeit doch eher misslang. &bdquo;<strong>Jamaica Farewell<\/strong>&ldquo; hingegen kann als sehr gelungenes Cover des Belafonte-Klassikers bezeichnet werden, w&auml;hrend &bdquo;<strong>Sweet Little Sixteen<\/strong>&ldquo; ein weiteres Beispiel daf&uuml;r ist, dass Roy wohl Rock&rsquo;n&rsquo;Roll-Fan war, aber eben kein wirklich guter Interpret des Genres.<\/p>\n<p>Im Anschluss &ndash; sich in Richtung Konzertende begebend &ndash; haute Roy ein <strong>Hit-Medley<\/strong> raus, bei dem nat&uuml;rlich &bdquo;Du bist nicht allein&ldquo; und &bdquo;Ganz in wei&szlig;&ldquo; nicht fehlen durften. Auch hier dr&auml;ngt sich wieder der Vergleich mit einem anderen bekannten deutschsprachigen Live-Musiker auf&hellip; &#8211; Hoch interessant ist, dass dieses Medley nicht auf der damaligen LP &bdquo;Ein Abend mit Roy Black&ldquo; ver&ouml;ffentlicht wurde und den Fans somit erstmals &uuml;berhaupt zug&auml;nglich gemacht wird.<\/p>\n<p>In einem anschlie&szlig;enden &bdquo;<strong>Sketch<\/strong>&ldquo; nimmt Roy Black sich selbstironisch auf die Schippe, indem er Schlagers&auml;nger als dumme Menschen hinstellt &ndash; vielleicht eine Anspielung auf die Probleme, die er offensichtlich Zeit Lebens mit seinem Image hatte.<\/p>\n<p>Weiter ging es mit dem toll arrangierten &bdquo;<strong>Tom Dooley<\/strong>&ldquo;, dem in deutscher Sprache gesungenen &bdquo;<strong>Hello Dolly<\/strong>&ldquo; und dem eher &uuml;berfl&uuml;ssigen Instrumental &bdquo;<strong>A Banda<\/strong>&ldquo;.<\/p>\n<p>Auch die aktuellen Tagesschlager Roys durften bei seiner zweiten Live-Tournee nicht fehlen. Bei &bdquo;<strong>An einem Tag<\/strong>&ldquo; hatte er in der ersten Zeile dabei stimmliche Probleme. Der gro&szlig;e damalige Hit &bdquo;<strong>Dein sch&ouml;nstes Geschenk<\/strong>&ldquo; darf nat&uuml;rlich auch nicht fehlen, wobei nach dem Titel der Eindruck vorhanden ist, dass an der Stelle etwas herausgeschnitten worden sein k&ouml;nnte.<\/p>\n<p>Wenngleich Roy bei &bdquo;<strong>In the Ghetto<\/strong>&ldquo; teilweise Probleme mit den Eins&auml;tzen hatte und er bei &bdquo;<strong>America<\/strong>&ldquo; nicht exakt auf dem Beat war, klingt die CD mit einer sch&ouml;nen Verabschiedung und einer gelungenen &bdquo;Reprise&ldquo; zum Schluss aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><u>Fazit<\/u><\/strong><br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Roy Blacks Gesang, das Orchester, die verwendeten Arrangements und die Abmischung sind von extrem hoher Qualit&auml;t. Hinsichtlich des Repertoires ist erstaunlich, dass Black viele seiner eigenen Hits zugunsten internationaler Songs zur&uuml;ckgestellt hatte. Dennoch ist die vorliegende CD mit vielen bislang unver&ouml;ffentlichten Liedern &bdquo;mal wieder&ldquo; ein echtes Juwel nicht nur f&uuml;r Roy-Fans, sondern auch f&uuml;r Schlagerfans im Allgemeinen. Es handelt sich um den einzigen Live-Tontr&auml;ger, den der beliebte S&auml;nger ver&ouml;ffentlicht hat.<\/p>\n<p>Stephan Imming, 29.09.2016<br \/>http:\/\/www.universal-music.de\/company\/umg\/polydorisland<br \/>https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Roy_Black<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besonderes Lob gibt es f\u00fcr Roys Stimme, die Abmischung und die Arrangements der ver\u00f6ffentlichten Songs!\u00a0 In den 1960er Jahren war<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":73187,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[29],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73186"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=73186"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73186\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/73187"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=73186"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=73186"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=73186"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}