{"id":72889,"date":"2016-10-12T00:00:00","date_gmt":"2016-10-12T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=72889"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"HEINZ-RUDOLF-KUNZE-Konzertberic-72888","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/deutsch-rock\/HEINZ-RUDOLF-KUNZE-Konzertberic-72888\/","title":{"rendered":"HEINZ RUDOLF KUNZE <br \/>Konzertbericht von Holger St\u00fcrenburg: Heinz Rudolf Kunze &#038; Verst\u00e4rkung &#8211; 06.10.2016 &#8211; &quot;Gloria&quot; K\u00f6ln!"},"content":{"rendered":"<p>Die Titel des aktuellen Konzeptalbums &#8222;MEISTERWERKE: VERBEUGUNGEN&#8220; wurden allerdings GAR NICHT bedacht &#8230;:\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist &ndash; im wahrsten Sinne des Wortes &ndash; &bdquo;verdamp lang her&ldquo;, dass ich einen (Fast)-Ganztags-Ausflug mit beruflichem UND privatem Hintergrund unternommen habe. Noch l&auml;nger ist es her, dass ich &uuml;berhaupt ausgiebiger in meiner &sbquo;heimlichen Liebe&lsquo;, K&ouml;lle am Rhing&lsquo;, verweilte.&nbsp; Meinen letzten mehrst&uuml;ndigen Aufenthalt in der Domstadt zum Privatvergn&uuml;gen verbrachte ich sage und schreibe vor nahezu genau zweiundrissig Joohr, am 17. Oktober 1984, als meine Mutter und ich in den Herbstferien der neunten Klasse meine 1996 verstorbene Tante Gisela besuchten, die in Bonn residierte.<\/p>\n<p>&bdquo;Et es vill passiert sickher&ldquo;&hellip; ja, und da am Abend des 06. Oktober 2016 mein gro&szlig;es Vorbild in Sachen Sprache, Formulierung, Querdenken etc., <strong>HEINZ RUDOLF KUNZE<\/strong>, im &bdquo;GLORIA Theater&ldquo; nahe der Apostelnkirche am Neumarkt (op K&ouml;lsch: N&uuml;&uuml;maat) zu konzertieren gedachte, verband ich das Sch&ouml;ne mit dem N&uuml;tzlichen (was, wie ich gleich er&ouml;rtere, allerdings ebenso positiv auf mich wirkte). So fuhr ich am fr&uuml;hen Nachmittag jenen k&uuml;hlen, aber gem&uuml;tlich-sonnigen Herbsttages von Gelsenkirchen aus in Richtung der &bdquo;Stadt em Niemandsland&ldquo; (&bdquo;BAP&ldquo;), um zum ersten Mal seit 1984 wieder einmal l&auml;ngerfristiger K&ouml;lner Luft zu schnappen &ndash; und vor allem, um endlich einmal jenen Orten, Stra&szlig;en, Parks und Pl&auml;tzen die Ehre zu erweisen, von denen ein weiteres Deutschrock- (bzw. mehr K&ouml;lschrock-)Idol meiner in vielen seiner Lieder singt. So war ich am legend&auml;ren Chlodwigplatz, in der Teutoburger Stra&szlig;e,&nbsp; in der Maternusstra&szlig;e, am Ubierring, dort wo eben jener Wolfgang Niedecken, Frontmann von &bdquo;BAP,&ldquo; einst lebte, der mich, &auml;hnlich wie der Held des Abends HRK, ebenfalls seit &uuml;ber 30 Jahren musikalisch begleitet, inspiriert und zum Nachdenken anregt. Am liebsten w&auml;re ich den ganzen Tag im R&ouml;merpark gesessen; dort, wo Wolfgang im Februar 1984 f&uuml;r &bdquo;Alexandra &#8211; Nit nur Do&ldquo;, ein ausgewiesenes &sbquo;Lied meines Lebens&lsquo;, welches mich seit damals niemals mehr losgelassen hat, erste Ideen in den Kopf schossen. Ich konnte f&ouml;rmlich nachempfinden, wie sich Wolfgang in jenen Tagen gef&uuml;hlt haben muss, als er mit seinem Sohn Severin im Kinderwagen auf einer Bank in jenem kleinen Park sa&szlig; und vor sich hin sinnierte. Leider schob am 06.10.2016 jedoch <em>kein<\/em> ca. zehnj&auml;hriges M&auml;dchen sein Fahrrad &uuml;ber den runden Gehweg im Park und rief &bdquo;Alexandra &ndash; wo bist Do?&ldquo;&hellip; Da aber diese Geschichte vermutlich nur Eingeweihte kennen und ich ja nicht wei&szlig;, ob sich diese &sbquo;Alexandra&lsquo; nicht auch an jenem sp&auml;tsommerlichen Nachmittag gleichsam irgendwo &bdquo;em Stich jeloo&szlig;e jef&ouml;hlt&ldquo; hann, beenden wir nun diese verkl&auml;rte Romantisierung meiner fr&uuml;hen Jugend &ndash; und kehren zur&uuml;ck zum eigentlichen Thema&hellip;<\/p>\n<p>Dieses hei&szlig;t immer noch und weiterhin <strong>HEINZ RUDOLF KUNZE<\/strong>. Der hochbegabte Sprachakrobat und Verbalanarchist, Zeitgeistver&auml;chter und Hochkulturpr&auml;gende feiert in wenigen Wochen, am 30. November 2016, seinen 60. Geburtstag. Aus diesem Anlass, legte er nicht nur am 30.09.2016 das phantastische Album &bdquo;&bdquo;Meisterst&uuml;cke: Verbeugungen&ldquo; vor, welches ohne Ausnahme 14 mehr oder weniger bekannte Liedern anderer K&uuml;nstler aus den Jahren 1962 bis 2013, von Schlager bis Punk und Experimentellem, in sich tr&auml;gt und von mir <strong><a href=\"https:\/\/smago.de\/d\/artikel\/76756\/\">HIER<\/a><\/strong> bereits intensiv vorgestellt wurde. Zus&auml;tzlich begab er sich von Anfang Oktober an auf eine ausf&uuml;hrliche &bdquo;Deutschland-Tournee&ldquo;, die &ndash; wie der Name schon sagt &ndash; als Obermotto das im M&auml;rz diesen Jahres erschienene und von mir <strong><a href=\"https:\/\/smago.de\/d\/artikel\/74603\/\/\">HIER<\/a><\/strong> rezensierte Studioalbum &bdquo;Deutschland&ldquo; nutzt.<\/p>\n<p>Gemeinsam mit dem Betreiber der offiziellen Fanseiten von Tony Christie und Drafi Deutscher, Jan Stephan, von dem eifrige <em>smago<\/em>! Leser bestimmt schon des&ouml;fteren geh&ouml;rt und gelesen haben, besuchte ich also nach meiner Revival-Tour durch die K&ouml;lner S&uuml;dstadt die konzert&auml;re Aufwartung von Heinz Rudolf Kunze im GLORIA zo K&ouml;lle am Rhing.<\/p>\n<p>Vor ca. 750 von Anbeginn an begeisterten Zuschauerinnen und Zuschauern, darunter wenige ganz junge, die meisten in unserer Generation zwischen 40 und 50, sogar einige Fans im Seniorenalter, feierten mit Heinz dieses Gastspiel in K&ouml;ln, das p&uuml;nktlich, kurz nach 20.00 Uhr, mit dem Er&ouml;ffner des &bdquo;Deutschland&ldquo;-Albums, <strong>&bdquo;Es ist in ihm drin&ldquo;<\/strong>, startete. Hierbei handelt es sich um einen dr&ouml;gen, prickelnden Bluesrock im Stile eines Muddy Waters oder Bo Diddley, der auf der CD zwar etwas arg poppig, auf Radioeinsatzf&auml;higkeit ausgerichtet klingt, nun aber von HRKs Begleitband &bdquo;Verst&auml;rkung&ldquo; weitaus erdiger, ruppiger und schlicht bluesiger &ndash; folglich: wahrhaft perfekt &ndash; umgesetzt wurde.<\/p>\n<p>Ebenso deftig, gitarrenorientiert und kraftvoll, erklang nun der erste &bdquo;Greatest Hit&ldquo; dieses Abend: Dies sollten die unvermeidlichen <strong>&bdquo;Wunderkinder&ldquo;<\/strong> sein, jene ironische, bitterb&ouml;se, zugleich niederschmetternde (und leider mehrheitlich zutreffende) Analyse der deutschen Nachkriegsgeschichte in Liedform, die dar&uuml;ber hinaus als Titelsong von Heinz&lsquo; wohl beliebtester LP fungierte, die im Herbst vor genau 30 Jahren erstmals dem offenen Deutschrockanh&auml;nger zug&auml;nglich gemacht wurde.<\/p>\n<p>Zwei Jahre darauf wurde <strong>&bdquo;Meine eigenen Wege&ldquo;<\/strong> ver&ouml;ffentlicht, eine trotzig-optimistische, sehr philosophisch und lebenserfahrene Gitarren-Folk-Pop-Nummer aus der 1988er-LP &bdquo;Einer f&uuml;r alle&ldquo;, die ebenfalls, wie die &bdquo;Wunderkinder&ldquo;, als zeitloser, bei Live-Konzerten fast regelm&auml;&szlig;ig dargebotener Dauerbrenner und Fanliebling gilt.<\/p>\n<p>Sehr amerikanisch, Westcoast-beeinflusst, mit un&uuml;berh&ouml;rbaren &bdquo;Eagles&ldquo;-Anleihen angereichert, folgte die so liebevolle, wie aufbauende Sympathiebekundung <strong>&bdquo;Setz Dich her&ldquo;<\/strong> (aus &bdquo;Deutschland&ldquo;), die Heinz als eine Art &bdquo;Fortsetzung&ldquo; der &bdquo;eigenen Wege&ldquo; betrachtet.<\/p>\n<p>Nach einem ersten &ndash; leicht surreal anmutenden &ndash; Sprechtext, vernahmen wir das grazile Chanson <strong>&bdquo;In der alten Picardie&ldquo;<\/strong>, dito aus der &bdquo;Deutschland&ldquo;-Scheibe, welches &uuml;ber Heinz&lsquo; Kindheit im Emsland in der N&auml;he der Grenze zu den Niederlanden handelt, klanglich entfernt an Tom Waits erinnert, fr&uuml;hkindliche Erinnerungen des K&uuml;nstlers nahezu wie in einem in Gesangsstrophen gefassten Film Revue passieren l&auml;sst und deshalb entstanden ist, weil &ndash; Zitat: Heinz &ndash; &bdquo;ich auch mal ein Heimatlied machen wollte&ldquo;.<\/p>\n<p>Hochpolitisch und HRK-gem&auml;&szlig; brisant, in treffendsten, stechendsten Worten, erz&auml;hlte der n&auml;chste Sprechtext in sarkastischer Zuspitzung davon, wie irgendein durchgeknallter saudi-arabischer Scheich einen 15j&auml;hrigen Selbstmordattent&auml;ter in spe. endlich zum wahnhaften Handeln gegen all die &sbquo;Ungl&auml;ubigen&lsquo; dieser Welt &uuml;berredet &ndash; diese beinahe B&ouml;hmermann &rsquo;esque Politsatire leitete &uuml;ber in das dunkel-beklemmende, fast avantgardistisch anmutende Klangmelodram <strong>&bdquo;Jeder bete f&uuml;r sich allein&ldquo;<\/strong> (aus &bdquo;Deutschland&ldquo;), das sich damit auseinandersetzt, dass Religion &ndash; egal welche &ndash; doch bitte nur im Privatbereich ausge&uuml;bt werden m&ouml;ge und dass das offizielle, gesellschaftliche Leben davon unbeanstandet und letztlich verschont zu bleiben habe.<\/p>\n<p>Auf einen weiteren, wiederum politischen Sprechtext, folgte der genialische, 50er-Jahre-influenced Bluespop <strong>&bdquo;Alles gelogen&ldquo;<\/strong> (1991, aus &bdquo;Brille&ldquo;), ein Lied &uuml;ber die Verlogenheit und Sprachlosigkeit innerhalb einer langj&auml;hrigen Ehe, die beide Partner zwar vollkommen satt haben, aber trotzdem keinesfalls beenden wollen &ndash; weil man sich doch schon viel zu sehr an seine und die Macken des jeweils anderen gew&ouml;hnt hat und diese nicht mehr missen mag.<\/p>\n<p>Der Titelgeber von <strong>&bdquo;Deutschland&ldquo;<\/strong>, gewiss bereits auf dem Album famos tanz- (und denk-)bar inszeniert, zeigte sich &sbquo;live&lsquo; in einer derart elektrisierenden, wie ultracoolen Ausformung, als sei Heinz soeben in Nile Rodgers&lsquo; unvergessliche Edel-Disco-Truppe &bdquo;Chic&ldquo; eingetreten; so authentisch &sbquo;funky&lsquo; hatte man den Star des Abends und seine ihn &bdquo;verst&auml;rkende&ldquo; Band kaum zuvor geh&ouml;rt. Daraufhin griff das baldige Geburtstagskind abermals auf einen Beitrag aus der teils ph&auml;nomenalen, teils durchwachsenen 1988er-LP &bdquo;Einer f&uuml;r alle&ldquo; zur&uuml;ck. Dieser nennt sich <strong>&bdquo;Die Offene See&ldquo;<\/strong>, stellt ein Lied &uuml;ber die ewige Hoffnung dar, kam bis dato nur sehr, sehr selten im Konzertgewand zum Einsatz und kann (nicht nur, aber auch deshalb) f&uuml;rwahr zu einem der faszinierendsten Augenblicke dieser Veranstaltung gerechnet werden.<\/p>\n<p>Der vermutlich beste, punktgenaueste, weil eben nicht belehrende, sondern f&ouml;rdernd-fordernde Beitrag gegen Rassenhass und f&uuml;r V&ouml;lkerverst&auml;ndigung, <strong>&bdquo;Aller Herren L&auml;nder&ldquo;<\/strong> (1999, aus &bdquo;Korrekt&ldquo;), setzte das insgesamt 140min&uuml;tige Programm der HRK-Liveshow vortrefflich und ehrlich fort und lie&szlig; diesen Konzertklassiker mit einem ellenlangen Mundharmonikasolo seitens Heinz&lsquo; f&ouml;rmlich explodieren.<\/p>\n<p>Mittels eines m.E. bislang unver&ouml;ffentlichten Rap-Versuchs, der sich Inhaltlich um den &ndash; sagen wir es ruhig:&nbsp; dekadenten &ndash; Zeitgeist des Heute und Hier drehte und &ndash; dies f&uuml;r die Musikexperten unter uns &#8211; im 13\/8-Takt gehalten war, wollte sich Heinz erstmals so richtig in seinem Leben mit Hip Hop besch&auml;ftigen (wobei &sbquo;erstmals in seinem Leben&lsquo; nicht ganz zutrifft, denn er hatte bereits auf seinem so anspruchsvollen, wie ungew&ouml;hnlichen 2002er-Album &bdquo;Wasser bis zum Hals steht mir&ldquo; den bitterb&ouml;sen Hip-Hop-Verschnitt &bdquo;Nichts ist so erb&auml;rmlich, wie die Jugend von heute&ldquo; pr&auml;sentiert, versehen mit einem Text, von dem ich mir w&uuml;nschte, dass er nicht und niemals zutr&auml;fe, was aber leider, leider offenkundig nicht mehr realisierbar ist!).<\/p>\n<p>Im Rahmen der Bandvorstellung erfuhren wir, wer anno 2016 der &bdquo;Verst&auml;rkung&ldquo; angeh&ouml;rt. Dies w&auml;ren: am Bass &bdquo;Selig&ldquo;-Mitbegr&uuml;nder <strong><em>Leo Schmidthals<\/em><\/strong>, Schlagzeuger <strong><em>Jens Carsten<\/em><\/strong> (der ab und an auch mit Heinz&lsquo; spezieller &bdquo;Freundin&ldquo; Helene Fischer in deren Band unterwegs ist), Langzeit-Keyboarder und &sbquo;ruhender Pol&lsquo; <strong><em>Matthias Ulmer<\/em><\/strong> (der nebenbei u.a. f&uuml;r die Krautrocker &bdquo;Anyone&rsquo;s Daughter&ldquo;, die Heavy-Experten &bdquo;Saxon&ldquo; und sogar den volkst&uuml;mlichen &bdquo;Voxxclub&ldquo; (!) t&auml;tig ist) und der erst vor eineinhalb Jahren hinzugesto&szlig;ene <strong><em>Peter Koobs<\/em><\/strong> an der E-Gitarre.<\/p>\n<p>Diese setzten sich nun f&uuml;r einen kleinen, stromlosen (vulgo: &bdquo;Unplugged&ldquo; &ndash; aber Heinz mag Anglizismen genauso wenig wie ich!) Auftritt an den B&uuml;hnenrand und zelebrierten die hochemotionalen Balladen <strong>&bdquo;Elixier&ldquo;<\/strong> (2009, aus &bdquo;Protest&ldquo;), <strong>&bdquo;So wie Du bist&ldquo;<\/strong> (von Heinz&lsquo; Nebenprojekt &bdquo;R&auml;uberzivil&ldquo;, 2015) und &ndash; nat&uuml;rlich &ndash; einen DER expliziten Fanfavoriten &uuml;berhaupt, <strong>&bdquo;Leg nicht auf&ldquo;<\/strong> (1994, aus &bdquo;Kunze: Macht Musik&ldquo;).<\/p>\n<p>Von dem eher n&uuml;mpernen Popschlager <strong>&bdquo;Das Paradies ist hier&ldquo;<\/strong>, erste Vorabauskoppelung aus &bdquo;Deutschland&ldquo;, war ich anfangs ganz und gar nicht angetan; dieses Lied d&uuml;rfte niemals zu meinen HRK-Lieblingsliedern avancieren, aber das rein auf Kommerz getrimmte St&uuml;ckchen Radioschlager lebte in der Live-Auskleidung unverhofft und unerwartet enorm auf, war sogar drauf an dran, sich zu einem real existierenden Rockstatement zu entwickeln&hellip; blieb aber trotzdem stets in einem gewissen &bdquo;Pop-Zwang&ldquo; gefangen.<\/p>\n<p>&Uuml;ber ein P&auml;rchen, dass sich gen&ouml;tigt sah, sich von einem Zirkus, einem Rummelplatz und Schaustellern, f&uuml;r immer zu verabschieden, erz&auml;hlte &ndash; erneut in mystisch-surrealem Kontext gehalten &ndash; der n&auml;chste Sprechtext, der dann von der erst d&uuml;ster-morbid-ged&auml;mpft aufscheinenden, sich dann im Refrain zu einer origin&auml;ren Rockorgie auswachsenden 1986er-Hitsingle <strong>&bdquo;Mit Leib und Seele&ldquo;<\/strong> (aus &bdquo;Wunderkinder&ldquo;) abgel&ouml;st wurde.<\/p>\n<p>Nach einer weiteren literarischen Beisteuerung, genossen wir die, gleichfalls &bdquo;Wunderkinder&ldquo; entnommene Liebesballade <strong>&bdquo;Ich brauch&lsquo; Dich jetzt&ldquo;<\/strong>, den knallig-aufwiegelnden 1988er-Politrockkracher <strong>&bdquo;Jetzt erst Recht&ldquo;<\/strong> (&uuml;ber dessen erste Liveauff&uuml;hrung nach vielen, vielen Jahren ich mich tats&auml;chlich immens freute, denn dieser brachiale Gitarren-Riffrocker z&auml;hlte von jeher zu meinen pers&ouml;nlichen HRK-Geheimtipps!) und den selbstironischen, sich selbst radikal auf die Schippe nehmenden Ohrwurm <strong>&bdquo;Unbeliebt&ldquo;<\/strong>, entstammend der 2011er-CD <strong>&bdquo;Die Gunst der Stunde&ldquo;<\/strong> &ndash; eines von vielen HRK-Liedern, von denen man meinen k&ouml;nnte, es sei eine eigens ausformulierte Hommage an mich ;- )<\/p>\n<p>Die Band verlie&szlig; die &sbquo;Bretter, die die Welt bedeuten&lsquo;, aber die immer lauter jubelnden, langsam geradezu Pogo tanzenden Rezipienten mussten nicht lange warten, bis Heinz und seine &sbquo;Verst&auml;rker&lsquo; wiederum auf die B&uuml;hne des &bdquo;GLORIA&ldquo; zur&uuml;ckkehrten. Die zwei zwar radiogerechten, aber trotzdem deutlich feinsinnigen, filigranen und k&uuml;nstlerisch hochwertigen Popsongs <strong>&bdquo;L&auml;ngere Tage&ldquo;<\/strong> (aus &bdquo;Protest&ldquo;) und sogar <strong>&bdquo;Du bist nicht allein&ldquo;<\/strong>, aus Heinz&lsquo; nicht unumstrittenem 1997er-Opus &bdquo;Alter Ego&ldquo; (das ich &uuml;brigens heute l&auml;ngst nicht mehr so kritisch betrachte, wie zu seinem Ersterscheinungsdatum) kamen als erste Zugaben zum Einsatz.<\/p>\n<p>Nach neuerlichem Verlassen der B&uuml;hne und seinem vom Publikum lauthals angestimmten 1991er-Hit &bdquo;Wenn Du nicht wieder kommst&ldquo;, reichten uns Heinz &amp; Co. die konsequenten Gassenhauer <strong>&bdquo;Dein ist mein ganzes Herz&ldquo;<\/strong> (1985) und <strong>&bdquo;Finden Sie Mabel&ldquo; <\/strong>(1986), lyrisch basierend auf den Detektivgeschichten &uuml;ber den coolen Privatermittler &bdquo;Philip Marlowe&ldquo;, geschrieben von US-Schriftsteller Raymond Chandler, in strikt rockiger, hymnischer, in letzterem Falle sogar Boogie-Woogie-angehauchter Manier dar.<\/p>\n<p>Zugabenpart Numero Drei glorifizierte zun&auml;chst <strong>&bdquo;Lola&ldquo;<\/strong>, das omin&ouml;se M&auml;del aus einem Imbiss in Dortmund-Nord, welches realistisch betrachtet gar keines war (1984, &bdquo;The Kinks&ldquo;-Coverversion, aus der LP &bdquo;Ausnahmezustand&ldquo;) und sandte daraufhin den eben zitierten &Uuml;ber-Rock&rsquo;n&rsquo;Roller <strong>&bdquo;Wenn Du nicht wiederkommst<\/strong>&ldquo;, unter lautstarker Begleitung des schier hingerissenen Auditoriums, durch das &bdquo;GLORIA&ldquo;.<\/p>\n<p>Nun aber mussten Jan Stephan und ich &ndash; vor einer allerletzten Zugabe &ndash; bedauerlicherweise dieses weitestgehend sehr gelungene und &uuml;berzeugende Konzert verlassen. Er musste seine Bahn nach Bad Godesberg erreichen, ich meinen Zug in Richtung Gelsenkirchen.<\/p>\n<p>Als Res&uuml;mee mag ich zusammenfassen: HRK Live 2016 ist eine gute, ausgewogene Mischung aus &bdquo;Altem&ldquo; und &bdquo;Neuerem&ldquo;; im Besonderen freute ich mich &uuml;ber das &bdquo;Auspacken&ldquo; von &bdquo;Die Offene See&ldquo; und &bdquo;Jetzt erst Recht&ldquo;; klar, bin ich immer wieder begl&uuml;ckt, wenn Heinz manch&lsquo; Evergreen der Sorte &bdquo;Mabel&ldquo;, &bdquo;Wenn Du nicht wiederkommst&ldquo; oder &ndash; ganz spezifisch &ndash; &bdquo;Lola&ldquo; zur Auff&uuml;hrung bringt. Dazu spielte er dieses Jahr mit &bdquo;Alles gelogen&ldquo; und &bdquo;Meine eigenen Wege&ldquo; die beiden Lieblingslieder meiner Mutter von ihm, in &bdquo;Unbeliebt&ldquo; finde ich mich bekanntlich selbst wieder und &bdquo;Alle Herren L&auml;nder&ldquo; darf in Zeiten wie diesen keinesfalls unter den Tisch fallen. Schade war hingegen, dass das eingangs erw&auml;hnte, soeben auf den Markt gekommene Cover-Album &bdquo;Meisterwerke: Verbeugungen&ldquo; GAR NICHT bedacht wurde. Wenigstens die aktuelle Radiosingle &bdquo;Blumen aus Eis&ldquo; h&auml;tte gespielt werden m&uuml;ssen, alleine um diese CD bekannter zu machen. Vermutlich jedoch, so besagen Ger&uuml;chte, mag Heinz 2017 zu dieser Produktion eine eigenst&auml;ndige Tour durchf&uuml;hren und au&szlig;erdem sei die &bdquo;Verst&auml;rkung&ldquo; bei der Entstehung derselben kaum beteiligt gewesen. Schlussendlich w&auml;re es sch&ouml;n gewesen, wenn ein paar mehr &sbquo;Rarit&auml;ten&lsquo; und Spezialistentipps in die Setlist integriert worden w&auml;ren.<\/p>\n<p>Aber, man kann nicht alles haben. Ich f&uuml;hlte mich jedenfalls sehr mitgerissen von den (knapp) 140 Minuten <strong>HEINZ RUDOLF KUNZE<\/strong>, und ich denke, auch mein Begleiter &ndash; der ein paar nette Photos von dem Auftritt geschossen hat &ndash; war &uuml;berwiegend sehr zufrieden. Ich hatte mich jedenfalls extrem gefreut, mein wahrscheinlich gr&ouml;&szlig;tes musikalisches Vorbild aller Zeiten zum ersten Mal seit 2012 wiedergesehen zu haben.<\/p>\n<p>Ein netter Nachtspaziergang, zusammen mit Jan, durch die K&ouml;lner City zum Hauptbahnhof, beendete einen durchwegs &ndash; auch in emotionaler Hinsicht &ndash; wundersch&ouml;nen, an- und aufregenden Tag. Und als ich dann, als ich gegen Halbeins zu Hause angekommen war, bevor ich mit diesem Konzertbericht loslegte, eine E-Mail von UNIVERSAL im Outlook-Postfach vorfand, die besagte, dass niemand geringeres, als die &bdquo;Rolling Stones&ldquo; (!!!) ad Personam noch 2016 eine erste Studioscheibe seit zehn Jahren ver&ouml;ffentlichen werden, durfte ich feststellen, dass sich der 06. Oktober 2016 als ein wahrhaftiger H&ouml;hepunkt meines ganz pers&ouml;nlichen Jahresverlaufs offenbart hatte!<\/p>\n<p>\n<em>Foto-Credits: Jan Stephan<\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/smago.de\/fotos\/pics\/images\/hrklive_2.jpg\" style=\"width: 384px; height: 512px;\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/smago.de\/fotos\/pics\/images\/HRK2.jpg\" style=\"width: 384px; height: 512px;\" \/><\/p>\n<p>Holger St\u00fcrenburg, 07. Oktober 2016 <br \/>http:\/\/www.rcadeutschland.de\/<br \/>http:\/\/heinzrudolfkunze.de\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Titel des aktuellen Konzeptalbums &#8222;MEISTERWERKE: VERBEUGUNGEN&#8220; wurden allerdings GAR NICHT bedacht &#8230;:\u00a0 Es ist &ndash; im wahrsten Sinne des<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":72890,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[5],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72889"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=72889"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72889\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/72890"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=72889"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=72889"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=72889"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}