{"id":72715,"date":"2016-10-17T00:00:00","date_gmt":"2016-10-17T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=72715"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"RENE-DEUTSCHER-Sein-Album-Unika-72714","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/schlager\/RENE-DEUTSCHER-Sein-Album-Unika-72714\/","title":{"rendered":"RENE DEUTSCHER <br \/>Sein Album &quot;Unikat&quot; im Test von Holger St\u00fcrenburg!"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Was wir hier h\u00f6ren, ist ein anspruchsvolles deutsches Popalbum auf bestem Niveau&#8220;, res\u00fcmiert der renommierte Musikkritiker &#8230;:\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 09. Mai 2016 w&auml;re die Berliner Poplegende Drafi Deutscher 70 Jahre alt geworden, einen Monat darauf, am 09. Juni diesen Jahres, j&auml;hrte sich sein Todestag zum zehnten Male. Drafi Deutscher war Zeit seines rast- und ruhelosen Lebens ein so hochtalentierter, au&szlig;ergew&ouml;hnlicher, wie gleichsam polarisierender K&uuml;nstler und musikalischer Tausendsassa, der seit Mitte der 60er eine dauerhafte, pausenlose Kreativit&auml;t an den Tag gelegt hatte, f&uuml;r sich und zig Kolleginnen und Kollegen unz&auml;hlige gro&szlig;e Hits mit Ewigkeitswert ersann und produzierte. Seine eigenen Gassenhauer, von &bdquo;Marmor, Stein und Eisen bricht&ldquo;, &uuml;ber &bdquo;Teeny&ldquo;, &bdquo;Cinderella Baby&ldquo;, bis hin zu &bdquo;Tief unter meiner Haut&ldquo;, &bdquo;You want Love (Maria, Maria)&ldquo; (mit &bdquo;Mixed Emotions&ldquo;) oder &bdquo;Herz an Herz Gef&uuml;hl&ldquo;, z&auml;hlen zu dem Imposantesten und Beliebtesten, was die einheimische Popszene bis heute aufzuweisen hat. Mit all diesen Klassikern hat Drafi fraglos Musikgeschichte geschrieben; auch Titel, die er f&uuml;r andere verfasste &ndash; z.B. &bdquo;Belfast&ldquo; f&uuml;r Frank Farians bunte Disco-Combo &bdquo;Boney M.&ldquo;, &bdquo;Mama Leone&ldquo; f&uuml;r den Deutsch-Italiener Bino, &bdquo;Ich sterbe nicht noch mal&ldquo; bzw. Jenseits von Eden&ldquo; f&uuml;r den ebenfalls auf italienische Wurzeln zur&uuml;ckblickenden Nino de Angelo, oder &bdquo;Fly away, pretty Flamingo&ldquo; f&uuml;r Tina Rainford bzw. Peggy March, sind und bleiben unvergessen.<\/p>\n<p>Seine beiden S&ouml;hne, die Zwillingsbr&uuml;der Drafi jun. und Rene&lsquo; Deutscher, wurden nat&uuml;rlich stark von ihrem Herrn Papa beeinflusst und machten immer wieder mit ihm und anderen Musik, sei es &sbquo;live&lsquo;, sei es als Produzenten. Nun hat sich <strong>Rene&lsquo; Deutscher<\/strong>, ein 51j&auml;hriger Profiphotograph, der aussieht wie 35, dazu entschlossen, zu Ehren seines Vaters &ndash; wie gesagt, dieser w&auml;re heute 70, ist aber leider seit zehn Jahren verstorben &ndash; unter dem Motto &bdquo;10\/70&ldquo; ein eigenes Album aufzunehmen, nachdem eine Vier-Track-E.P. mit Neuinterpretationen von eben vier Liedern seines Vaters im Fr&uuml;hjahr 2016 bereits f&uuml;r &auml;u&szlig;erst positive Furore gesorgt hatte.<\/p>\n<p><strong>&bdquo;UNIKAT&ldquo; <\/strong>nennt sich diese phantastische Deutschpop-CD, die einwandfrei dar&uuml;ber Zeugnis ablegt, dass nicht nur der gro&szlig;e Drafi Deutscher sen. ein solches war, sondern, dass auch und gerade der Herr Sohnemann Rene&lsquo; von vorn bis hinten in der Lage dazu ist, seinem Vater in puncto k&uuml;nstlerischer Begabung in nichts nachzustehen.<\/p>\n<p>Bei &bdquo;Unikat&ldquo;, am 14.10.2016 bei JUNI RECORDS ver&ouml;ffentlicht, via DA Music\/Diepholz vertrieben, handelt es sich um eine famose Kollektion zumeist (nicht durchgehend) deutschgesungener Kompositionen im magischen Spektrum zwischen Pop, sanftem Rock, einwenig gehobenem Schlager und einer z&uuml;nftigen Portion strikten Blues-Feelings. Anders als bei Drafi sen.-Werken der zweiten H&auml;lfte der 80er Jahre, steht jedoch weniger der Synthesizer, denn die rockige und bluesige Gitarre, akustisch, wie elektronisch, im Vordergrund. Drei Titel entstammen dem Liedkatalog von Ren&eacute;s Vater und kommen nun zu neuen Ehren; auch ein Duett mit der Dresdnerin Maria Jakob ist auf &bdquo;Unikat&ldquo; vorhanden.<\/p>\n<p>Doch nun zu den einzelnen Liedbeitr&auml;gen dieser vielseitigen, ausgewogenen und niemals langweilig werdenden Silberscheibe: Los geht&rsquo;s mit dem aufregend-aufm&uuml;pfigen, gitarrenbetonten Bluesrock\/-pop <strong>&bdquo;Ganz egal&ldquo;<\/strong>, der ob seiner genialischen Riffs und seiner treibend-brodelnden Melodie unverz&uuml;glich in Kopf und Glieder geht und ohne Zweifel als nonchalanter Ohrwurm mit Ewigkeitsgarantie klassifiziert werden kann. Es folgt die tiefsinnig-philosophische Edelballade <strong>&bdquo;Asche oder Diamant&ldquo;<\/strong>, die Drafi sen. auf seiner 1987er-Top-10-LP &bdquo;Diesmal f&uuml;r immer&ldquo; in einem sph&auml;rischen Synthirock-Arrangement erstmals aufgenommen hatte, und die Sohn Rene&lsquo; 29 Jahre sp&auml;ter im prickelnd-bluesigen Gitarren-Ambiente wieder auferstehen l&auml;sst.<\/p>\n<p><strong>&bdquo;Can I Reach You&ldquo;<\/strong> war im Fr&uuml;hjahr 1979 ein angesagter Discorenner, den Drafi sen. unter dem Pseudonym &bdquo;Jack Goldbird&ldquo; ver&ouml;ffentlicht hatte und der bis heute auf keiner Oldie-Party bzw. auf keinem ordentlich verkoppelten 70er-Sampler fehlen darf. Rene&lsquo; nahm sich auch dieses schwebenden &sbquo;Perfect Popsongs&lsquo; an, verfeinerte ihn mit zirpenden Gitarren und herrlichen Retro-Discoelementen (und &ndash; tats&auml;chlich &#8211; einwenig Bluesigem) &ndash; fertig war die Erkenntnis, dass &bdquo;Can I Reach you&ldquo; auch 37 Jahre nach seiner Entstehung nichts an Charme und&nbsp; Eing&auml;ngigkeit eingeb&uuml;&szlig;t hat.<\/p>\n<p>Daran anschlie&szlig;end geht&rsquo;s tief hinein ins n&auml;chtlich-urbane Gro&szlig;stadt-Millieu mittels des glei&szlig;enden, harsch (aber zu keinem Zeitpunkt nervt&ouml;tend) rhythmisierten Tanzpop-Edelsteins <strong>&bdquo;Bleib doch&ldquo;<\/strong>, gefolgt von einer liebevoll symphonisch und gleicherma&szlig;en gitarrenlastig umgesetzten Neuversion von Drafis untersch&auml;tzter (wiederum auf Englisch gesungener) 1976er-Mid-Tempo-Single <strong>&bdquo;Amigo Mine&ldquo;<\/strong>, deren seinerzeit bei CBS erschienene Urversion Drafis Fanseiten-Betreuer Jan Stephan und der Verfasser dieser Zeilen 2008 bei der von uns beiden im Auftrag von Ariola\/SONY betriebenen CD-Erstauflage der 1982er-LP &bdquo;Drafi&ldquo; erstmals im CD-Format der &Ouml;ffentlichkeit zug&auml;nglich machten.<\/p>\n<p>Den romantischen Schleicher <strong>&bdquo;Zeit zu geh&rsquo;n&ldquo;<\/strong> hat Rene gemeinsam mit der 20j&auml;hrigen Dresdner S&auml;ngerin Mara Jakob alias &bdquo;MJay&ldquo; eingesungen, die ansonsten mit &bdquo;SEDONY&ldquo;, der Band ihres Freundes, hobbym&auml;&szlig;ig unterwegs ist; <strong>&bdquo;Kopf verdreht&ldquo;<\/strong> ist ein aufstrebender, hei&szlig; verliebter Pop\/Rock-Schlager, bei dem man deutlich die klanglichen Einfl&uuml;sse von Vater Drafi auf Sohn Rene&lsquo; vernimmt, ja, und <strong>&bdquo;F&uuml;r alle die&ldquo;<\/strong> bedeutet eine gro&szlig;spurig, sehr d&uuml;ster und explizit ged&auml;mpft gehaltene Ballade im Stile von Drafis Monumentalepen der ausgehenden 80er Jahre.<\/p>\n<p>Knallig-dancefloor-orientiert und lyrisch sehr sarkastisch, als eine Art gerappter Talking-Blues im ultracoolen 80er-Sound, stellt sich der bei&szlig;ende Titelsong <strong>&bdquo;Unikat&ldquo;<\/strong> vor, eine ironische Ode auf einen M&ouml;chtegern-Gro&szlig;artigen, der sich tats&auml;chlich f&uuml;r ein reales &bdquo;Unikat&ldquo; h&auml;lt und sich, wom&ouml;glich aufgrund seiner radikalen Selbst&uuml;bersch&auml;tzung, sogar als wahren Aspiranten f&uuml;r die Amtsnachfolge von Bundeskanzlerin Merkel einstuft. Piano und Synthi-Spielereien beherrschen hingegen die eindringliche, gesungene Vaterliebe f&uuml;r Ren&eacute;s heute f&uuml;nfj&auml;hrigen Sohn Noah Drafi, die sich nennt <strong>&bdquo;Kleiner Held&ldquo;<\/strong>.<\/p>\n<p>US-amerikanisch beeinflusst dringt die elegante Softrock-Ballade <strong>&bdquo;Sorry&ldquo;<\/strong> durch die Lautsprecher, die als aktuelle Singleauskoppelung aus &bdquo;Unikat&ldquo; fungiert und besten Feudalpop internationaler Machart darstellt.<\/p>\n<p>Den Abschluss von &bdquo;UNIKAT&ldquo; bilden ellenlange &bdquo;Extended Versions&ldquo; von <strong>&bdquo;Kopf verdreht&ldquo;<\/strong> und <strong>&bdquo;Unikat&ldquo;<\/strong> &ndash; im zeitnahen Elektropop-Modus remixed.<\/p>\n<p>Was wir hier h&ouml;ren, ist ein anspruchsvolles deutsches Popalbum auf bestem Niveau. Es besticht durch seine stilistische Vielf&auml;ltigkeit, die hohe Qualit&auml;t der Kompositionen und klanglicher Inszenierung derselben; Rene&lsquo; Deutscher ist ein grandioser S&auml;nger, der nicht nur die songschreiberische Begabung, sondern auch die gesanglichen F&auml;higkeiten von seinem unvergesslichen Vater geerbt hat. Manchmal meint man sogar, den jungen Drafi sen. zu h&ouml;ren, den Rene&lsquo; keinesfalls imitiert, ihm aber eine Klasse t&ouml;nende Ehrerbietung zuerkennt.<\/p>\n<p><strong>&bdquo;UNIKAT&ldquo;<\/strong> z&auml;hlt auf jeden Fall zu den H&ouml;hepunkten des Deutschpop-Jahres 2016; die 13 Beitr&auml;ge sind modern und zeitgem&auml;&szlig; ausgekleidet, sprechen jedoch in einem Atemzug auch und gerade diejenigen Musikfreunde an, die in den 70er\/80er Jahren mit den Liedern von Drafi sen. aufgewachsen sind. Sein Sohn <strong>RENE DEUTSCHER<\/strong> legt zus&auml;tzlich &ndash; und dies ist m.E. besonders wichtig und n&ouml;tig hervorzuheben &ndash; eine massive Eigenst&auml;ndigkeit an den Tag, so dass er einwandfrei als selbstst&auml;ndiger K&uuml;nstler wahrgenommen werden sollte und nicht &bdquo;nur&ldquo; als Sohn seines unzweifelhaft genialen Vaters!<\/p>\n<p>Holger St\u00fcrenburg, 20.\/21. September 2016<br \/>http:\/\/www.junirecords.de<br \/>http:\/\/www.renedeutscher.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Was wir hier h\u00f6ren, ist ein anspruchsvolles deutsches Popalbum auf bestem Niveau&#8220;, res\u00fcmiert der renommierte Musikkritiker &#8230;:\u00a0 Am 09. 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