{"id":72475,"date":"2016-10-24T00:00:00","date_gmt":"2016-10-24T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=72475"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"RENE-DEUTSCHER-Frank-Ehrlacher-72474","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/pop-schlager\/RENE-DEUTSCHER-Frank-Ehrlacher-72474\/","title":{"rendered":"RENE DEUTSCHER <br \/>Frank Ehrlacher hat sich des Albums &quot;Unikat&quot; von Ren\u00e9 Deutscher angenommen!"},"content":{"rendered":"<p>Lesen Sie HIER seine CD-Kritik &#8230;:\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Legenden ist das so eine Sache: Man neigt dazu, eine Sache oder einen Menschen &ndash; nicht erst seit &quot;How I Met Your Mother&quot; &#8211; viel zu schnell als &quot;Legende &quot;zu titulieren, eh man sich dar&uuml;ber bewusst ist, ob er\/sie\/es oder sein Werk &uuml;berhaupt dauerhaft die Nachwirkung entfalten wird, die es zum Legenden-Status braucht.<\/p>\n<p>Bei Drafi Deutscher ist der Beweis wohl angetreten: Nach seinen ersten Erfolgen als deutscher Beat-Pionier und den Klassikern &quot;Markus, Stein und Eisen bricht&quot;, &quot;Shake Hands&quot; oder &quot;Cinderella Baby&quot; tauchte er ab und vier Jahrzehnte lang immer wieder auf. Sei es als Dylan-Interpret (&quot;Weil ich dich liebe&quot;), als Komponist typisch-deutscher Schnulzen, gerne auch unter Pseudonym (&quot;Mama Leone&quot;, &quot;Silver Bird&quot;), als Nr. 1-Hit-Autor (&quot;Jenseits von Eden&quot;) in den 1980ern und anschlie&szlig;end parallel wieder als Schlagers&auml;nger (&quot;Herz-an-Herz-Gef&uuml;hl&quot;, &quot;Das 11. Gebot&quot;) oder in bester &quot;Modern Talking\/Dieter Bohlen&quot;-Manier als Impressario und eine H&auml;lfte des Duos &quot;Mixed Emotions&quot; (&quot;You Want Love&quot;) &ndash; Drafi war immer irgendwie da. Zum Legendenstatus geh&ouml;rt aber vielleicht auch (s)ein viel zu fr&uuml;her Tod 2006 mit nur 60 Jahren.<\/p>\n<p>Zehn Jahre ist Drafi nun schon nicht mehr unter uns und in diesem Mai w&auml;re er 70 Jahre alt geworden: 10\/70. Genau diese Ereignisse waren f&uuml;r seinen Sohn Ren&eacute; der Anlass, das Werk des Vaters &ndash; wenn das denn &uuml;berhaupt n&ouml;tig ist &ndash; wieder verst&auml;rkt in Erinnerung zu rufen. Zun&auml;chst mit einer EP im Fr&uuml;hjahr, auf dem er vier Songs seines Vaters wie &quot;Das 11. Gebot&quot; oder &quot;Mama Leone&quot; coverte. Fatalerweise gibt es bei Cover-Versionen des eigenen Vaters eigentlich nur zwei fatale Versionen &ndash; entweder es wird mit einem &quot;Klingt genau wie der Vater&quot; abgetan oder es kommt ein &quot;So wie der Vater klingt er aber nicht&quot; &ndash; beides f&uuml;r einen K&uuml;nstler nicht unbedingt befriedigend, aber genau das Szenario, das man mit Cover-Versionen provoziert. Deshalb entschloss er sich, den diesen Herbst den n&auml;chsten Schritt zu gehen sein Deb&uuml;t-Album mit &uuml;berwiegend f&uuml;r ihn geschriebenen neuen Songs auf den Markt zu bringen: &quot;Unikat&quot; &ndash; auch der Titel symbolisiert, dass er nicht &quot;nur der Sohn von Drafi&quot; ist, sondern ein eigenst&auml;ndiger K&uuml;nstler, ein &quot;Unikat&quot;.<\/p>\n<p>Deb&uuml;t-Album? Ok, so gaaanz stimmt das nicht. 1973 nahm einmal die gesamte Familie Deutscher in Tradition der Familien von Frank Sinatra und Dean Martin ein Familien-Album auf, &quot;Gute Tage, schlechte Tage&quot;, an das Ren&eacute; aber nur noch vage Erinnerungen hat. Er sang darauf zwar den vom Papa und Hans-Georg Moslener geschriebenen Song &quot;Eine Stra&szlig;enbahn f&uuml;r uns allein&quot; &ndash; aber es war eben nicht &quot;sein&quot; Album. Eine Episode ist ihm dennoch in besonderer Erinnerung: &quot; Als das Band gerade lief, wollten wir noch etwas meinen Vater fragen. Daher h&ouml;rt man am Anfang des Songs auch das &quot;Papi &#8230;?&quot;, was aber schwer zu verstehen ist &#8230;. Mein Vater fand es aber damals &quot;lebendig&quot; und so blieb es drin!&quot;<\/p>\n<p>Auf &quot;Unikat&quot; hatte Ren&eacute; dann fast alles in der Hand: Selbst produziert, gemischt, aufgenommen, Keyboards eingespielt &ndash; und nat&uuml;rlich gesungen (mit Ausnahme des Songs &quot;Zeit zu geh&#39;n&quot;, den er im Duett mit Maria Jakob singt). Und um das direkt abzuhandeln: Ja, man h&ouml;rt, dass er der Sohn des gro&szlig;en Drafi ist &ndash; besonders dann, wenn er druckvoll und in hohen Tonlagen singt. Insgesamt klingt seine Stimme aber &ndash; gerade in den tiefen Lagen &ndash; sehr viel weicher als die des Vaters.<\/p>\n<p>&quot;Ganz egal&quot; ist der Opener des Albums, drumbetont, ryhthmusgetrieben, etwas an das Intro von &quot;Immer mehr&quot; des Spliff-Drummers Herwig Mitteregger erinnernd, und man ist sofort drin und sieht, wo das Album hingeht: Kein traditioneller deutscher Schlager, sondern deutsche Pop-Musik mit zeitgem&auml;&szlig;en Texten in aktueller Sprache. Ein Ohrwurm und Hinh&ouml;rer, der sicher auch noch als kommende Single-Auskopplung taugt.<\/p>\n<p>Danach kommen zwei Cover-Versionen &ndash; aber um nicht in die eben erw&auml;hnte &quot;Ganz\/Nicht wie der Papa&quot;-Falle zu tappen, hat sich Ren&eacute; daf&uuml;r zwei Songs von Drafi ausgesucht, die man vielleicht nicht so sehr in der Original-Interpretation auf dem Zettel hat: &quot;Asche oder Diamant&quot; vom 1987er Album &quot;Diesmal f&uuml;r immer&quot; und &quot;Can I Reach You&quot;, eine damals in den Discotheken sehr gut laufende Single von Draif aus dem Jahr 1979, die er unter dem Pseudonym &quot;Jack Goldbird&quot; ver&ouml;ffentlichte und die immerhin Platz 15 der deutschen Single-Charts erreichte und eines seiner vielen Comebacks war.<\/p>\n<p>Mit &quot;Bleib doch&quot; liefert auch Ren&eacute; danach einen neuen Titel, der in die (Tanz-)Beine geht und die Geschichte eines Paares erz&auml;hlt, dass offensichtlich nicht wirklich miteinander, aber auch nicht ohneeinander kann. Hier klingt seine Stimme rau und griffig &ndash; im Gegensatz zum dritten und letzten &quot;Drafi-Cover&quot; auf dem Album. Daf&uuml;r hat er sich &quot;Amigo Mine&quot; ausgesucht, eine Single Drafis aus dem Jahr 1976, als er kurz bei der CBS angedockt hatte &ndash; und die wahrscheinlich nur Drafi-Fans kennen. Schade, ein sehr sch&ouml;ner schlagerhafter Pop-Song, bei dem Ren&eacute; dann doch sehr nah am Original bleibt.<\/p>\n<p>Zur Halbzeit des Albums gibt es dann eine gestandene Ballade: &quot;Zeit zu geh&#39;n&quot; singt Ren&eacute; Deutscher im Duett mit der Newcomerin Maria Jakob, zwei Stimmen, die gut harmonieren.<\/p>\n<p>&quot;Kopf verdreht&quot; ist ein flotter Pop-Song &uuml;ber einen Mann, der sich bewusst ist, dass er nun nach der Pfeife seiner neuen Liebe tanzt &ndash; es ihm gleichzeitig aber auch egal ist. Ein kompletter Kontrast zur nachfolgenden Ballade &quot;F&uuml;r alle die&quot;, in der es um das Festhalten an einem geliebten Menschen geht. Besonders positiv stechen hier Natur-Gitarren im Zusammenspiel mit den Synthesizer-Sounds hervor &ndash; und wieder einmal das Spektrum der Stimme des Interpreten, der in den hohen Passagen &ndash; auch beg&uuml;nstigt durch die Produktion &ndash; den Herrn Papa nun wirklich nicht mehr verleugnen kann (und will).<\/p>\n<p>Der Titelsong &quot;Unikat&quot; ist dann ein Dancefloor-Titel mit Soft-Rap und eing&auml;ngigem Refrain, bevor zwei Balladen das Album abschlie&szlig;en: &quot;Kleiner Held&quot;, in dem er offenkundig das Aufwachsen seines Sohns Noah beschreibt, sowie &quot;Sorry&quot;, die erste Single-Auskopplung und f&uuml;r mich auch vom Songwriting her unter den vielen guten Songs der St&auml;rkste, der sowohl textlich als auch musikalisch in Herz und Ohr geht. Eine gute Wahl, auch wenn er in der derzeitigen Rundfunk-Landschaft noch eher z&ouml;gernd eingesetzt wird. Schade.<\/p>\n<p>Insgesamt ein beachtenswertes Deb&uuml;t &ndash; das auch Aufmerksamkeit verdient h&auml;tte, wenn nicht der Name &quot;Deutscher&quot; draufst&auml;nde: Abwechslungsreich, modern, ohne sich dem Zeitgeist anzubiedern und mit eing&auml;ngigen Melodien.<\/p>\n<p>Frank Ehrlacher (Textvorlage)<br \/>http:\/\/www.junirecords.de<br \/>http:\/\/www.renedeutscher.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lesen Sie HIER seine CD-Kritik &#8230;:\u00a0 Mit Legenden ist das so eine Sache: Man neigt dazu, eine Sache oder einen<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":72476,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[28],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72475"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=72475"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72475\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/72476"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=72475"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=72475"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=72475"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}