{"id":71653,"date":"2016-11-21T00:00:00","date_gmt":"2016-11-21T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=71653"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"MARIO-HENE-Die-CD-Mario-Hene-i-71652","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/liedermacher\/MARIO-HENE-Die-CD-Mario-Hene-i-71652\/","title":{"rendered":"MARIO HENE <br \/>Die CD &quot;Mario Hene &#8230; im Portrait&quot; im Test von Holger St\u00fcrenburg!"},"content":{"rendered":"<p>Der Liedermacher feiert sein 40-j\u00e4hriges B\u00fchnenjubil\u00e4um!\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus Anlass seines 40j&auml;hrigen B&uuml;hnenjubil&auml;ums, pr&auml;sentiert der geb&uuml;rtig aus Berlin stammende Liederschreiber, S&auml;nger und Akustikgitarrist <strong>MARIO HENE<\/strong> eine sehr au&szlig;ergew&ouml;hnliche Liedsammlung. Auf der soeben erschienenen CD <strong>&bdquo;MARIO HENE &ndash; IM PORTRAIT&ldquo;<\/strong> (Artist Station Records\/Vertrieb: SOULFOOD) h&ouml;ren wir ausnahmslos stromlos, solo zur Konzertgitarre, vorgetragene Songs, Chansons und Balladen aus der nun schon vier Jahrzehnte w&auml;hrenden, so wechselhaften, wie kontinuierlichen Karriere eines heute 62j&auml;hrigen Mannes, den Fachleute, ob seiner Textintensit&auml;t, seiner gew&auml;hlten, nachdenklichen, nicht selten ungewohnt intimen Wortwahl, und seiner gelungenen, zumeist Folk-betonten Kompositionen, auf einer Augenh&ouml;he mit Stilikonen der Sorte Konstantin Wecker, Klaus Hoffmann oder Hannes Wader einordnen. Und diese Klassifizierung ist, nicht nur, wenn man Marios Altwerke, einstmals &uuml;berwiegend auf Vinyl erschienen, in seiner Plattensammlung vorzuweisen hat, sondern auch und gerade, falls man sich nun in die vielseitigen t&ouml;nenden und lyrischen Welten von <strong>&bdquo;MARIO HENE &ndash; IM PORTRAIT&ldquo;<\/strong> st&uuml;rzen mag, absolut nur als dezidiert gerechtfertigt zu bezeichnen.<\/p>\n<p>21 Titel (plus ein Bonuslied) finden sich auf vorliegender CD. Die meisten derer waren fast alle bereits seitens des hochtalentierten K&uuml;nstlers in fr&uuml;heren Jahren in Studio- bzw. Band-Versionen vorgelegt worden und finden sich nun, nur und pur begleitet von Marios genialem Akustikgitarrenspiel, im Heute und Hier wieder, selbst wenn der eine oder andere Liedbeitrag als bislang unver&ouml;ffentlichte Live-Aufnahme aus der legend&auml;ren Hamburger Jazzkneipe &bdquo;Onkel P&ouml;&rsquo;s Carnegiehall&ldquo; oder aus dem &bdquo;KulturForum&ldquo; zu Kiel zum Zuge kommt. Die anderen Titel hat Mario, extra f&uuml;r seine aktuelle Silberscheibe, f&uuml;r Gitarre und Gesang umarrangiert und entsprechend neu aufgenommen &ndash; stets auf der stilistischen Basis von Folk, einer feinen Prise Blues, Chanson-Attit&uuml;de, Klagelied und Ballade.<\/p>\n<p>Lyrisch sind seine Lieder enorm facettenreich, mal sanft, mal bissig-ironisch, mal durchaus aggressiv und kritisch, aber immer poetisch, brachial emotional, sprachlich perfekt formuliert, origin&auml;r und unter die Haut gehend. Es handelt sich bei Marios Werken um nichts anderes, als um kulturell ertragreiche und weit-, wie quergedachte Geschichten, musikalische Novellen, Beschreibungen von zarten Tr&auml;umen und knallharter Wirklichkeit, vortragen zur prickelnden Konzertgitarre.<\/p>\n<p>So kritisiert Mario im Er&ouml;ffner von &bdquo;Im Portrait&ldquo;, <strong>&bdquo;Du stehst am Fenster&ldquo;<\/strong> (im Original aus der Deb&uuml;t-LP &bdquo;Lieber allein als gemeinsam einsam&ldquo;, 1977), &uuml;berdeutlich diejenigen Personen, die andere Menschen ausschlie&szlig;lich nach &Auml;u&szlig;erlichkeiten be- und verurteilen. In eine &auml;hnliche textliche Kerbe schl&auml;gt <strong>&bdquo;Spiegelbild&ldquo;<\/strong> (aus der 1979er-LP &bdquo;Unter der gleichen Sonne&ldquo;): Darin skizziert Mario ernsthaft, aber gleicherma&szlig;en von einem feinsinnigen Sarkasmus durchzogen, ein &uuml;berangepasstes, oberfl&auml;chliches, hedonistisches Oberschichtsgirly, das eigentlich &uuml;ber kein eigenes Gesicht verf&uuml;gt, sondern eben nur &uuml;ber ein grell geschminktes, zeitgeistig verzerrtes &bdquo;Spiegelbild&ldquo;.<\/p>\n<p><strong>&bdquo;Wenn ich w&uuml;sste&ldquo; <\/strong>(1979), eine liebevolle Ad-Absurdum-F&uuml;hrung einer selbstdurchlebten Identit&auml;tskrise, oder <strong>&bdquo;Lieber allein als gemeinsam einsam&ldquo;<\/strong> (1977), der zerbrechliche Lobgesang eines rastlosen Menschen auf die von diesem h&auml;ufig freiwillig gew&auml;hlte Einsamkeit, ert&ouml;nen ebenfalls &sbquo;live&lsquo; aus sagenumwobenen &bdquo;Onkel P&ouml;&ldquo;-Zeiten. Der <strong>&bdquo;Traum&ldquo;<\/strong> (aus der 1981er-LP &bdquo;Wind und Wasser&ldquo;) ist ein wahrhaft vertr&auml;umtes, m&auml;rchenhaftes Liebesgest&auml;ndnis an eben einen &bdquo;Traum&ldquo; (bzw. an ein darin vorkommendes, wundersames Wesen), <strong>&bdquo;Drinnen und Drau&szlig;en&ldquo;<\/strong>, Titelgeber der damals zeitgem&auml;&szlig; sehr gesellschaftskritischen, teils durchaus pop-rockig ausgefallenen 1984er-LP, verbindet &ndash; im Liveformat dargereicht &#8211; letztlich Weltpolitisches mit Beziehungsfragen.<\/p>\n<p><strong>&bdquo;Jeder malt ein anderes Bild von mir&ldquo;<\/strong> (aus der 1980er-LP &bdquo;Hene &amp; Band&ldquo;) setzt sich einmal mehr mit der nur allzu schnellen, un&uuml;berlegten Bewertung von Menschen durch andere, ohne Tiefgang und intensiverer Besch&auml;ftigung mit den Gedanken und Einstellungen des Gegen&uuml;bers, auseinander; der knisternde Blues <strong>&bdquo;Die Krone der Sch&ouml;pfung&ldquo;<\/strong> &ndash; mit herrlichem Fingerpicking, &sbquo;live&lsquo; gespielt im November 2007, bei einem Auftritt im Kieler &bdquo;KulturForum&ldquo; &ndash; kritisiert menschlichen &Uuml;bermut und &uuml;bertriebenen Fortschrittsglauben.<\/p>\n<p>Desgleichen in der Schleswig-Holsteinischen Landeshauptstadt entstand zudem die auf &bdquo;Im Portrait&ldquo; ber&uuml;cksichtigte Aufnahme der so pers&ouml;nlichen, wie phantasievoll lyrisch ausgestalteten Liebesballade <strong>&bdquo;Unser Tag&ldquo;<\/strong> (1979), die &uuml;ber das Aufwachen der Partnerin am Morgen eines Tages erz&auml;hlt, der sich wohl als sehr gl&uuml;cklich und lebhaft erweisen d&uuml;rfte. <strong>&bdquo;Alltag&ldquo;<\/strong> (1981) hingegen analysiert &ndash; wortreich, atmosph&auml;risch und abgekl&auml;rt &#8211; das graue Leben eines einstigen Liebes- und jetzt Ehepaares, das sich in wilden Zeiten kennen- und lieben gelernt hatte, bevor eine z&auml;he Tristesse, eine zermarternde Gleichg&uuml;ltigkeit, in die Beziehung einkehrten, die in letzter Konsequenz &ndash; &bdquo;aus Angst, sich zu verlieren&ldquo; (Textzitat) &ndash; dazu f&uuml;hren sollten, dass die beiden&hellip; heirateten!<\/p>\n<p>Es folgen, gleichsam aus Kiel, das swingende, n&auml;chtlich-lakonische Blues-Couplet <strong>&bdquo;Kalte Herzen&ldquo;<\/strong> (1991), der traurige, in sich gekehrte Abschiedsgru&szlig; <strong>&bdquo;Schade&ldquo;<\/strong> (1981), der eher trotzig, gar ironisch mit dem Ende einer Partnerschaft umgehende 1982er-Titel <strong>&bdquo;Mein Kaktus&ldquo;<\/strong> (aus der LP &bdquo;Pers&ouml;nlich&ldquo;), sowie die philosophische 1984-Betrachtung von Werden und Vergehen, <strong>&bdquo;Verwelkte Rosen&ldquo;<\/strong>.<\/p>\n<p>Im August 2015, bei den Klangzauberern von &bdquo;Acoustic Media&ldquo; in Freiburg, g&auml;nzlich neu eingespielt wurden die letzten sieben Lieder auf &bdquo;Im Portrait&ldquo; (zum daran anschlie&szlig;enden Bonustrack &auml;u&szlig;ere ich mich sp&auml;ter). Hier w&auml;ren zum Beispiel das abendlich-stille <strong>&bdquo;Wilde Pferde&ldquo;<\/strong> (1979), die aufmunternde Aufforderung an einen lieben Menschen, <strong>&bdquo;Bleib so frei&ldquo;<\/strong> (2012), das wohligwarme, nahezu and&auml;chtige und doch klanglich einwenig bluesangehauchte Liebeslied &bdquo;<strong>F&uuml;r Dich&ldquo;<\/strong> (1979) oder das nicht weniger innige und schw&auml;rmende <strong>&bdquo;Wenn Du nicht w&auml;rst<\/strong>&ldquo; (1980) zu nennen. <strong>&bdquo;Aufrecht&ldquo;<\/strong> (1982), eine Ode an eine ebensolche &ndash; eben &sbquo;aufrechte&lsquo; &#8211; experimentierfreudige und keinesfalls scheuklappenbehaftete Frau, die sich kein X f&uuml;r ein U vormachen l&auml;sst, die eindringliche Bitte an einen Freund, sich niemals aufzugeben, <strong>&bdquo;Lass Dich nicht gehen&ldquo;<\/strong> (dto.), und das empfindsame Lebewohl an einen verstorbenen Freund, <strong>&bdquo;Wir sehen uns wieder&ldquo;<\/strong>, das zuvor noch nicht auf einem Tontr&auml;ger erh&auml;ltlich war, beschlie&szlig;en den offiziellen Teil der vorz&uuml;glichen Koppelung <strong>&bdquo;MARIO HENE &ndash; IM PORTRAIT&ldquo;<\/strong>. Exklusiv als Bonustrack stellte Marios urspr&uuml;nglicher Entdecker, der Berliner Musikverlag Rolf Budde, die ultrarare, englische Version von &bdquo;Lieber allein als gemeinsam einsam&ldquo;, <strong>&bdquo;Oceans in the Rain&ldquo;<\/strong>, zur Verf&uuml;gung, die bis heute noch niemals das Licht der &Ouml;ffentlichkeit erblickt hatte, und vermutlich 1975 oder &nbsp;1976 eingesungen worden sein muss.<\/p>\n<p><strong>&bdquo;MARIO HENE &ndash; IM PORTRAIT&ldquo;<\/strong> ist f&uuml;r Freunde stiller, zur&uuml;ckhaltender und doch vor Energie, Dynamik und Leidenschaft nur so strotzender Musik, insbesondere von Gitarrenmusik, ein reiner H&ouml;rgenuss. Wer dar&uuml;ber hinaus gerne ausufernde, aber niemals &uuml;berfrachtete, vielmehr regelm&auml;&szlig;ig den Kern der Sache punktgenau treffende Lyrik in wohlfeiler Darbietungsweise und Ausdrucksform mag, ist mit Marios aktueller Werkschau im entschlackten Akustikgewand vollst bedient. Kompositionen und Reime sind zeitlos, viele der besungenen Problematiken und Thematiken haben hinsichtlich ihrer Brisanz und Aktualit&auml;t seit Entstehen nichts eingeb&uuml;&szlig;t. <strong>&bdquo;MARIO HENE &ndash; IM PORTRAIT&ldquo;<\/strong> ist nat&uuml;rlich nichts zum Nebenbeih&ouml;ren; es sei dem geneigten Rezipienten aus diesem Grunde aus ganzem Herzen empfohlen, sich nicht nur ganz genau in Marios Gedanken hineinzuH&Ouml;REN, sondern sich in dieselben hineinzuf&uuml;hlen, sich darin einzufinden und sich wom&ouml;glich in nicht wenigen dieser vielschichtigen, mannigfaltigen Lieder sogar auch selbst wiederzuerkennen!<\/p>\n<p>Holger St\u00fcrenburg, 12. bis 14. November 2016<\/p>\n<p>http:\/\/www.mariohene.de\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Liedermacher feiert sein 40-j\u00e4hriges B\u00fchnenjubil\u00e4um!\u00a0 Aus Anlass seines 40j&auml;hrigen B&uuml;hnenjubil&auml;ums, pr&auml;sentiert der geb&uuml;rtig aus Berlin stammende Liederschreiber, S&auml;nger und<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":71654,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[21],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71653"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71653"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71653\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/71654"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71653"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71653"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71653"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}