{"id":71584,"date":"2016-11-23T00:00:00","date_gmt":"2016-11-23T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/smago.de\/ws\/?p=71584"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"LUNA-LUNA-Die-Download-CD-Wenn-71583","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/smago.de\/ws2\/deutsch-rock\/LUNA-LUNA-Die-Download-CD-Wenn-71583\/","title":{"rendered":"LUNA LUNA <br \/>Die Download-CD &quot;Wenn ich tot bin \u2013 Das Beste&quot; im Test von Holger St\u00fcrenburg!"},"content":{"rendered":"<p>Die Begr\u00fcnder des deutschen Gothic-Rock \u2013 starten sie nun endlich \u00b4posthum\u00b4 durch &#8230;?\u00a0 <!-more-><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>&bdquo;Wenn ich tot bin <\/em><\/strong>\/<strong><em> dann sollst Du tanzen, tanzen&ldquo;<\/em><\/strong> &ndash; dieser brachiale Schlachtruf ist bis heute ein hei&szlig;geliebter Songfavorit in der breitgef&auml;cherten Gothic-Szene. Verantwortlich zeichnete f&uuml;r diesen bei&szlig;end zynischen, ultimativen Beerdigungsaufmischer die 1989 in M&uuml;nster gegr&uuml;ndete Band <strong>&bdquo;LUNA LUNA&ldquo;<\/strong>.<\/p>\n<p>Der charismatische Dorstener S&auml;nger <strong><em>Frank Niggemann<\/em><\/strong> und der heutzutage als Musikpromoter, mit eigener Agentur, t&auml;tige Gitarrist und Songschreiber <strong><em>Stefan Kah&eacute; <\/em><\/strong>riefen, gemeinsam mit <strong><em>Markus Schoer<\/em><\/strong> (key), Bassist <strong><em>Lambert Stallmeyer<\/em><\/strong>, Trommler <strong><em>&sbquo;Wolles&lsquo; Bahne<\/em><\/strong> und Geigerin <strong><em>Betti Hagemann<\/em><\/strong>, die sp&auml;ter u.a. mit Purple Schulz oder Culcha Candela gearbeitet hat, eine zweifelsohne schier begnadete Truppe ins Leben, die zwar Zeit ihres Bestehens ein Geheimtipp blieb, aber fraglos zu den Pionieren des heutzutage stark florierenden Gothic-\/Mittelalter-\/Folkrock-Spektrums gerechnet werden muss. Interessant ist an dieser Stelle vielleicht auch die Tatsache, dass Stefan Kah&eacute; zusammen mit Bettina Hagemann einige Jahre lang in der Gruppe &bdquo;Gesundfutter&ldquo; mit Hape Kerkeling zusammen musizierte.<\/p>\n<p>Zwischen 1993 und 1997 hat das Sextett drei Longplayer ver&ouml;ffentlicht. Dazu geh&ouml;rt ein Album zur Abschiedstour namens &bdquo;Supernova&ldquo;, welches seitens eines Minilabels aus Lengerich &uuml;ber den Vertrieb &bdquo;Rough Trade&ldquo; auf den Markt bef&ouml;rdert wurde. Der wohl bekannteste Titel von &bdquo;LUNA LUNA&ldquo;, &bdquo;Wenn ich tot bin&ldquo;, fand sich interessanterweise nicht auf den Major-CDs, sondern nur auf dem Album &bdquo;Supernova&ldquo; (Rough Trade<em>). &bdquo;Ehrlich gesagt war der Songs seinerzeit der Dealbreaker mit dem Majorlabel&ldquo;, <\/em>erinnert sich Stefan Kah&eacute;.<em> &bdquo;Wir wollten mehr in die Indie-Richtung und weg von normalen Popsongs. Das gefiel dem Label nicht, die in uns die Nachfolger von PUR sahen und so haben wir damals tats&auml;chlich selbst die Option nicht verl&auml;ngert, wussten dabei aber sehr genau, dass das mit unserer neuen Ausrichtung der Firma auch ganz recht war. Dass gerade &sbquo;Wenn ich tot bin&lsquo; wie von selbst &ndash; also, ohne Marketing oder Promotion &#8211; Eintritt in die Szene fand, ist im Nachhinein wirklich toll.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p>1997 l&ouml;sten sich &bdquo;LUNA LUNA&ldquo; aus mannigfaltigen Gr&uuml;nden auf. Nun ist, auf Betreiben von Stefan Kahe, der fast alle Songs f&uuml;r &bdquo;LUNA LUNA&ldquo; verfasst hatte, endlich eine vorerst nur im Download-Bereich erh&auml;ltliche Best-Of-Koppelung dieser in den konturlosen 90ern vollkommen verkannten Band pr&auml;sentiert worden.<\/p>\n<p><strong>&bdquo;WENN ICH TOT BIN &ndash; DAS BESTE&ldquo;<\/strong> ist &uuml;ber das Label SUPERNOVA MUSIC auf allen offiziellen Downloadportalen, wie ITunes, Deezer, Amazon etc., erh&auml;ltlich und beinhaltet &ndash; fast chronologisch geordnet &ndash; 16 Perlen des fr&uuml;hen, deutschsprachigen Gothic-Folkrock Band plus eine 1995 mitgeschnittene Liveversion des gnadenlos genialischen Titelsongs.<\/p>\n<p><strong>&bdquo;Mond Scheine&ldquo;<\/strong>, aus der ersten CD &bdquo;Es war einmal&ldquo;, l&auml;sst den Liederreigen intensiv starten, ein gem&auml;chliches, nahezu akustisch arrangiertes Lied mit &ndash; im Gegensatz zum eher d&uuml;steren Klangbild &ndash; sehr optimistischer Aussage. Ebenfalls der Deb&uuml;t-Produktion entstammen die folklastige, recht introvertiert-gef&uuml;hlige &bdquo;Immaculate Fools&ldquo;-bzw. &bdquo;The Adventures&ldquo; &auml;hnliche Gitarren-plus-Geige-Melange <strong>&bdquo;Tanz mit mir&ldquo;<\/strong>, die fr&uuml;he Warnung vor Populisten jeglicher Couleur, die im historischen Kontext der Sage des <strong>&bdquo;Rattenf&auml;nger(s)&ldquo;<\/strong> (Songtitel) von Hameln aufscheint, die d&uuml;ster-bissige Moritat <strong>&bdquo;Und sie lachte&ldquo; <\/strong>(Text: Heinrich Heine), das rasende Trinklied\/Abschiedslied <strong>&bdquo;K&uuml;ss mich&ldquo;<\/strong> oder der akkordeondurchtr&auml;nkte, fr&ouml;hliche Wohligkeit verstrahlende Folk-Blues <strong>&bdquo;Die Haut&ldquo;<\/strong>. Die temporeiche Singleauskoppelung <strong>&bdquo;Sechzig Sekunden&ldquo;<\/strong> verbindet frivoles 30er-Couplet mit franz&ouml;sischem Chanson der 50er und frechem, aufm&uuml;pfigem Pop der ausgehenden 80er Jahre. Als kleiner, aber feiner Geheimhit galt 1993 die z&uuml;nftige Liebeserkl&auml;rung an die mystische Sch&ouml;nheit <strong>&bdquo;Schwarze Rose&ldquo;<\/strong>. Die klassisch-symphonisch arrangierte, zum Schluss hin durch gruselige, originale Hitler-Zitate und Marschmusik untermalte <strong>&bdquo;Deutsche Nacht&ldquo;<\/strong> beschreibt die Umst&auml;nde und Ursachen f&uuml;r die brutalen Ausschreitungen gegen Andersdenkende und Ausl&auml;nder, die schon zu Beginn der 90er Jahre das politische Klima nach der Wiedervereinigung regelrecht vergifteten.<\/p>\n<p><strong>&bdquo;Marionetten&ldquo;<\/strong>, entnommen der zweiten Major-Scheibe &bdquo;Rosa&ldquo; (1994), rockt deutlich voran, einwenig Alternative-Rock-orientiert, laut, radikal, tanzbar, als seien die damaligen Retrorocker &bdquo;Spin Doctors&ldquo; (erinnere: &bdquo;Two Princes&ldquo;, &bdquo;Little Miss can&rsquo;t be wrong&ldquo;) Gothic-Br&uuml;der gewesen. <strong>&bdquo;Sturmalarm&ldquo;<\/strong> ist bester, wehender&nbsp; Wave-Rock nahe bei &bdquo;R.E.M.&ldquo; oder &ndash; entfernter &ndash; &bdquo;U2&ldquo;, gef&uuml;hrt von romantisch-dunklen Streichern, <strong>&bdquo;Ohne Worte&ldquo;<\/strong> hingegen kommt &ndash; seiner Betitelung entsprechend &ndash; ohne dieselben aus, brilliert einerseits durch fesche Rhythmen, die an Polka, Mazurka und andere osteurop&auml;ische Volkst&auml;nze erinnern, sowie durch akustisch-folkloristische Instrumentierung.<\/p>\n<p>Der gediegene, n&auml;chtlich-ver(alp)tr&auml;umte Folkrocker <strong>&bdquo;Nur ein Lied&ldquo;<\/strong>, der Shanty-hafte, regelrecht diabolische Walzer <strong>&bdquo;Der Letzte macht die T&uuml;r zu&ldquo;<\/strong> und der verschrobene, brodelnde, nahezu episch ausufernde Synthi-Rocker <strong>&bdquo;&Uuml;bers Wasser gehen&ldquo;<\/strong> &ndash; knapp 13 Minuten klang -, wurden von der ultrararen &bdquo;Supernova&ldquo;-Scheibe f&uuml;r die aktuelle Best-of-Koppelung ausgew&auml;hlt.<\/p>\n<p>H&ouml;hepunkt des vorliegenden Songprogramms sind nat&uuml;rlich die Studio- und Liveversion des gro&szlig;artigen Hymnus der &sbquo;schwarzen Szene&lsquo;, <strong>&bdquo;WENN ICH TOT BIN&ldquo;<\/strong>, eine so perfekte, wie von Selbstzweifeln geplagte Abrechnung mit dem irdischen Dasein, die noch heute Wochenende f&uuml;r Wochenende republikweit auf unz&auml;hligen Gothic-Partys zum Einsatz kommt.<\/p>\n<p><strong>&bdquo;LUNA LUNA&ldquo;<\/strong> waren zweifellos Vorreiter der seit ein paar Jahren auch kommerziell au&szlig;erordentlich reputierlichen, deutschen Folkrockszene mit Gothic-Einschlag. Sie waren nie so exzentrisch, wie etwa &bdquo;Subway to Sally&ldquo; oder &bdquo;FAUN&ldquo;, aber &ndash; zum Gl&uuml;ck &ndash; gleicherma&szlig;en zu keinem Zeitpunkt so &uuml;bertrieben kommerziell, wie &bdquo;Santiano&ldquo; oder &bdquo;Dartagnan&ldquo;.<\/p>\n<p>Zum Zeitpunkt ihres Auftauchens im deutschen Musikleben, herrschte Boygroup-Wahn und Dancefloor-Vulgarit&auml;t allerorten &ndash; f&uuml;r gute, muttersprachliche Rockmusik mit Widerhaken und ehrlicher Qualit&auml;t war schlicht kein Platz vorhanden. Aus rein pers&ouml;nlicher Einsch&auml;tzung des Verfassers dieser Zeilen, sollten <strong>&bdquo;LUNA LUNA&ldquo;<\/strong>, &nbsp;neben &bdquo;Selig&ldquo;, &bdquo;Nationalgalerie&ldquo; (mit denen der Recklinghausener Sechser &uuml;brigens mehrfach auf gemeinsamer Tournee war) und &bdquo;Rosenstolz&ldquo;, als einziger tats&auml;chlich ernstzunehmender, deutscher Rock-Act der ansonsten kulturell so &ouml;den und verbl&ouml;denden, wie verbl&ouml;deten 90er Jahre eingestuft werden.<\/p>\n<p>Nun erschienene Download-Kollektion <strong>&bdquo;WENN ICH TOT BIN &ndash; DAS BESTE&ldquo;<\/strong> wird daf&uuml;r sorgen, dass diese tolle, innovative und keinesfalls allt&auml;gliche Combo nicht in Vergessenheit ger&auml;t &ndash; zumal das Titellied, wie beschrieben, ohnehin bis heute von den Schwarzbekleideten &ndash; vollkommen zurecht &ndash; verg&ouml;ttert wird!<\/p>\n<p><strong>&bdquo;WENN ICH TOT BIN &ndash; DAS BESTE&ldquo;<\/strong> ist zeitnah auf allen relevanten Downloadportalen erh&auml;ltlich!<\/p>\n<p>Holger St\u00fcrenburg, 22. November 2016<\/p>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Begr\u00fcnder des deutschen Gothic-Rock \u2013 starten sie nun endlich \u00b4posthum\u00b4 durch &#8230;?\u00a0 &bdquo;Wenn ich tot bin \/ dann sollst<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":71585,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"","_FSMCFIC_featured_image_nocaption":"","_FSMCFIC_featured_image_hide":""},"categories":[5],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71584"}],"collection":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71584"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71584\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/71585"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71584"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71584"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/smago.de\/ws2\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71584"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}